Apple Airpods Pro im Test: überzeugend gut

Mit seinen Airpods dominiert Apple den True Wireless-Markt. Die Pro-Variante mit ANC liefert ein paar Features nach. TechStage verrät, wie das klingt.

Es ist inzwischen schon vier Jahre her, dass Apple die ersten Airpods veröffentlicht hat. Die zweite Generation (Testbericht) kam im Frühjahr 2019 in den Handel, ohne sich äußerlich vom Vorgänger zu unterscheiden. Bei den Airpods handelt es sich um In-Ear-Kopfhörer ohne Silikon-Aufsatz, bei denen ein schmales Stäbchen aus dem Ohr herausragt. Anfangs oft belächelt, sind gelten die Kopfhörer inzwischen als Blaupause für ähnliche Produkte vieler anderer Hersteller, das Design wird bis ins kleinste Detail kopiert. Und das, obwohl die Kopfhörer nicht in allen Punkten vollends überzeugen können. In unserem Test haben sie zwar gut abgeschnitten, aber es gab noch Luft nach oben. Mit dem Pro-Modell hat Apple deutlich nachgelegt.

Design und Hardware

Bereits optisch unterscheiden sich die Airpods Pro deutlich von den Vorgängern. Noch immer ragt ein kleiner Stift aus den Ohrhörern heraus, allerdings ist dieser deutlich kürzer geworden. Insgesamt ist der gesamte Korpus gedrungener, er wirkt nicht mehr so geradlinig. Das liegt daran, dass die Form nun mehr den anatomischen Besonderheiten eines Ohres entspricht. Doch die augenscheinlichste Veränderung ist der weiße Silikonaufsatz. Diese sorgen dafür, dass die Ohrstecker passgenauer ins Ohr eingesetzt werden können und für eine akustische Sperre sorgen. Sound wird im Ohr gehalten, wodurch eine geringe Lautstärke für einen voluminöseren Klang sorgt. Der Aufsatz ist weich und angenehm zu tragen. Es ist zwar schade, dass Apple bei dem Aufsatz einen Sonderweg geht und so keine Standard-Tips genutzt werden können, aber dafür ist auch die Öffnung des Treiberkanals größer. Die Airpods Pro erinnern durch die leicht geschwungene Form nicht mehr an den Aufsatz einer elektrischen Zahnbürste. Der Korpus des Ohrhörers hat ordentlich zugelegt, ein Airpods Pro wiegt dennoch lediglich 5,4 g.

Die technischen Veränderungen schlagen noch stärker ins Gewicht. Die Airpods Pro bieten eine aktive Geräuschunterdrückung (ANC) und einen Transparenzmodus. Statt per Touch werden die Pros mit einem Mikroschalter an den Stäbchen bedient. Zwei optische Sensoren erkennen, ob die Airpods im Ohr sitzen, Beschleunigungsmesser erkennen Bewegung und mehrere Mikrofone erfassen Umgebungsgeräusche oder Sprache. Und für einen regelmäßigen Druckausgleich gibt es eine automatische Belüftung. Dank der Zertifizierung nach Schutzstufe IPX4 sind Schweiß und Regen kein Problem.

Die kabellose Ladebox bringt 45,6 g auf die Waage. Sie ist zwar etwas größer als das Case der Airpods ohne Pro, aber bleibt aber dennoch hosentaschentauglich. Allerdings ist der verwendete Kunststoff der Box sehr kratzanfällig. Wer Münzen oder Schlüssel in derselben Tasche trägt, braucht sich über viele sichtbare Kratzer nicht zu wundern. Aber das ist lediglich ein optischer Makel, der die Funktionalität nicht beeinträchtigt. Soll die Ladeschale möglichst lange gut aussehen, hilft das richtige Zubehör für Airpods (Ratgeber): beispielsweise eine Schutzhülle aus Silikon.

Dank der austauschbaren Silikon-Tips sitzen die Airpods Pro in den meisten Ohren perfekt. Damit hat Apple auch einen der am häufigsten kritisierten Punkte an den ersten Airpods-Modellen beseitig. Diese wurden einfach in die Ohren gehängt. Das funktionierte zwar schnell und einfach, ging aber zu Lasten des Sounds und auch der Halt im Ohr war nicht optimal. Die Pro-Modelle sind mindestens ebenso einfach einzusetzen, bieten aber einen besseren Tragekomfort und sorgen durch die physikalische Abschirmung der Silikonaufsätze für einen besseren Klang.

In der Verpackung befinden sich neben der Ladebox und den Airpods Pro ein Lightning-Kabel und Silikon-Tips in verschiedenen Größen.

Sound

Die Airpods Pro haben die Codecs SBC und AAC an Bord. Im Vergleich zu On-Ear-Flaggschiffen, wie dem Sennheiser Momentum 3 (Testbericht) oder den Sony WF-1000XM3 (Testbericht), fehlt damit die Möglichkeit, Highres-Sound zu übertragen. Das lässt sich verschmerzen, wie ein akustischer Ausflug in unsere Test-Playlist zeigt.

Blue Crow von Hayden Thorpe beginnt mit dem Gelächter einer Frau, ein paar Drum-Beats und Synthie-Klängen. Die breite Soundbühne nutzt den feinen Stereosound perfekt aus. Dann legt sich die sanfte Stimme von Hayden Thorpe darüber, ohne im Klang der Instrumente zu verschwinden. Im Gegenteil: Die Klangtapete erschafft einen Platz, in dem sich die Stimme ausbreiten kann. Alles passt, die Tiefen klingen, als hätte der Sound-Raum eine Fußbodenheizung. Die Höhen sorgen für einen bisschen frische Luft, die Mitten halten alles optimal zusammen.

Nächster Track. Mit einem leichten und tiefen Wummern lässt James Blake Before starten. Es klingt so, als würde man vorm Eingang eines Clubs stehen, während die Bässe von innen heraus dröhnen. Könnte ein Fehler sein – bis man die Stimme von James Blake I don’t have to read into this singen hört. Er säuselt fast. Doch das täuscht, denn der Bass wird fast unmerklich lauter und intensiver, ein paar Samples unterstreichen den hypnotischen Klang. Die Airpods Pro reproduzieren den Sound insgesamt sehr gut. Allerdings wird die Luft in den Höhen etwas dünn, es klingt vereinzelt sogar etwas scharf. Die Fülle an verschiedenen Sounds überlappt zu sehr, die Mitten haben hörbar Mühe, den Klang zusammenzuhalten. Die Tiefen wabern dagegen warm und weich wie ein akustisches Schaumbad durch den Gehörgang.

Mit Digitalism und dem Track Trans Global Ltd geht’s weiter zum Bass-Test. Im herrlichen 90er Synthie-Bumbum rhythmisiert der Disco-Beat herum, dass es eine Freude ist. Vorm inneren Auge sieht man fast, wie Menschen mit Föhnwellen und hochgereckten Händen unter Stroboskoplichtern ekstatisch tanzen. Die Airpods Pro machen diesen musikalischen Quatsch gerne mit, lassen den Bass mächtig bollern, und heben die Keyboards klar und luftig in die Höhe. Die Mitten wirken verwaschen, aber das soll hier wohl auch so sein.

Zum Schluss noch ein bisschen erdiger Rock von The Jaded Hearts Club. Die Supergroup hat sich auf ihrem Album einer ganzen Reihe Klassiker angenommen, zum Beispiel Money (That’s What I Want), den schon die Beatles zu Star Club-Zeiten gecovert hatten. Die Gitarren brettern ordentlich los, die Drums geben dem Song unaufdringlich Struktur und wenn dann die verzerrte Stimme einsetzt, ist man mitten drin im engen Live-Club. Man spürt förmlich, wie die Tropfen von der Decke fallen, die Luft ist dick, die Boxen dröhnen. Den Höhen fehlt ein wenig das Feingefühl, dafür machen die Mitten den Raum auf und bieten gleichzeitig viel Halt. Die Tiefen könnten hier einen Tick mehr Wumms haben. Aber insgesamt schaffen es die Airpods sehr gut, den Druck des Songs auf die Ohren zu geben, ohne dabei zu überschreien.

Bei Telefonaten und Videocalls geben sich die Airpods Pro keine Blöße. Der Sound ist in beide Richtungen sehr gut. Ein wirkliches Highlight ist die Geräuschabschirmung. Selten haben wir einen In-Ear-Kopfhörer getestet, bei dem der Effekt so deutlich wahrzunehmen war, wie bei den Airpods Pro. Straßenlärm ist nach dem Aktivieren kaum noch zu hören, selbst das Tippen auf deiner Tastatur wird fast komplett ausgeblendet. Somit entpuppen sich die Airpods Pro als optimale Ausrüstung für Großraumbüros oder für Calls aus dem Homeoffice. Bei Videos ist keinerlei Verzögerung wahrnehmbar. Eine nette Ergänzung ist der 3D-Sound bei entsprechenden Filmen, wodurch sich bei Kopfbewegungen die Richtung ändert, aus der der Klang zu hören ist. Allerdings wird diese Funktionen bisher nur von wenigen Streaming-Diensten unterstützt.

Im Vergleich zu den Airpods hat Apple bei den Airpods Pro noch einmal ordentlich am Sound geschraubt. Einerseits greift der physikalische Effekt von Silikon-Tips, andererseits ist das Zusammenspiel von Treiber, Chip, Mikrofonen und Geräuschabschirmung sehr gut orchestriert. Der Sound der Airpods Pro ist insgesamt prima und stimmig. Der Bass ist warm und voll, die Mitten machen den Soundraum groß. Die Höhen neigen bei einigen zu überladenen Tracks zur Kurzatmigkeit, schaffen es aber dennoch, sich harmonisch einzufügen.

Bedienung

Nutzt man die Airpods Pro in Verbindung mit einem iPhone, ist die Ersteinrichtung in wenigen Sekunden erledigt: Wird das aufgeladene Case in der Nähe eines iPhones geöffnet, erscheinen die Airpods inklusive Ladeanzeige automatisch auf dem Display. Nur bestätigen, und schon sind die Kopfhörer mit dem Device verknüpft. Mehr noch: Die Airpods können nun mit allen Geräten mit derselben Apple ID genutzt werden. Nur etwas umständlicher ist die Verbindung mit Geräten anderer Hersteller. Um das Bluetooth-Pairing zu aktivieren, muss ein kleiner Button auf der Rückseite der Ladebox gedrückt werden.

Sobald die Airpods Pro ins Ohr gesteckt werden, sind sie betriebsbereit. Am Steg befindet sich ein länglicher Schalter, ein kurzer Druck darauf startet oder stoppt die Musik. Zweimal drücken springt zum nächsten Track, dreimal drücken startet den letzten Track. Ein langer Druck wechselt zwischen Geräuschabschirmung und Transparent Modus. Wer schon vorher Airpods genutzt hat, wird vielleicht die Touchbedienung vermissen – aber das sicher nur kurz. Die Drucktaste ist eine sinnvolle Veränderung, die Bedienung geht leicht von der Hand. Dank der kleinen Vertiefung lässt sich die Taste schnell mit den Fingerspitzen finden und bedienen.

App? Fast!

Es gibt keine dezidierte App für die Airpods Pro, allerdings können iOS-Nutzer ein paar Einstellung direkt über das Smartphone-Betriebssystem vornehmen. Dafür tippt man in den Bluetooth-Einstellungen unter den verbundenen Geräten bei den Airpods Pro auf das kleine eingekreiste „i“. Im darauffolgenden Fenster lässt sich der Name ändern, die Geräuschkontrolle deaktivieren und festlegen, welche ANC-Funktion beim längeren Druck des Buttons aufgerufen wird. Auch 3D-Audio lässt hierüber aktivieren.

Diese Funktion erlaubt es bei entsprechendem Videomaterial, dass bei einer Kopfbewegung dank der Bewegungssensoren in den Airpods der Sound weiterhin aus Richtung des Bildschirms kommt. In den Einstellungen findet man etwas versteckt und dem Punkt Bedienhilfen weitere Möglichkeiten, die Airpods zu tunen. Hier lässt sich zum Beispiel festlegen, wie lange und wie schnell hintereinander der Button gedrückt werden muss, bis ein Befehl aufgerufen wird. Auch eine Art Equalizer ist unter dem Punkt Kopfhörer-Anpassungen enthalten. Für all diese Einstellungen wäre es sicher sinnvoll gewesen, eine eigene und einheitliche App zur Verfügung zu stellen, wie es auch für die Apple Watch gemacht wurde. Android-Nutzer können sich von Drittherstellern Apps herunterladen, um über Umwege bestimmte Funktionen per Smartphone nutzen zu können.

Akku

Laut Apple hält der nicht wechselbare Akku – abhängig von der gewählten Lautstärke und aktivierter Geräuschunterdrückung – bis zu fünf Stunden durch. Im Test wurde dieser Wert wiederholt erreicht. Allerdings saugt die Geräuschunterdrückung den Akku schneller leer, als es der angegebene Mittelwert verspricht. Insgesamt ist das zwar kein Bestwert, aber dennoch recht ordentlich. Besonders in Verbindung mit dem Ladecase ist die Akku-Laufzeit eine runde Sache, insgesamt sind so bis zu 24 Stunden Wiedergabe drin. Und sind die Airpods Pro leer, reichen fünf Minuten in der Ladebox für eine Stunde Wiedergabe.

Preis / Leistung

Der UVP der Airpods Pro liegt bei 271 Euro, der Marktpreis liegt allerdings bei unter 200 Euro. Und zu diesem Preis sind die Apple-Kopfhörer als nahezu perfektes Gesamtpaket eine absolute Kaufempfehlung – zumindest für Nutzer von iOS-Geräten.

Fazit

Apple hat mit den Airpods Pro den Goldstandard für True-Wireless-Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung gebaut. Wo die Modelle ohne Pro in vielen Details noch Defizite hatten, sind die Pros tadellos.

Das neue Design überzeugt und der Tragekomfort ist dank der Silikon-Tips optimal. Der Verzicht auf Touchbedienung zahlt sich aus, die Mikrotasten an den beiden Stegen machen einen guten Job. Beim Sound erreichen die Airpods Pro zwar nicht die Referenz-Klasse, viel fehlt dazu allerdings nicht. Dafür ist die Geräuschunterdrückung nahezu perfekt. Telefonate und Zoom-Calls machen mit den Apple-Kopfhörer große Freude, die Gesprächsqualität ist in beide Richtungen super. Das Gesamtpaket aus Design, Bedien- und Tragekomfort und Klang kann voll überzeugen.

Für iPhone-Nutzer sind die Airpods Pro die optimale Ergänzung, aber auch Android-Nutzer haben – mit einigen Abstrichen – fast genauso viel Spaß mit den in-Ears. Alternativ lohnt sich ein Blick auf die

Huawei Freebuds Pro (Testbericht) oder die Sennheiser Momentum True Wireless 2 (Testbericht).

Das Lenovo Yoga Slim 7 14 ist mit der Nvidia-GPU besser zum Spielen

Das Yoga Slim 7 14 mit dem Ryzen 7 4800U-Prozessor hatten wir bereits im Test und wir waren vor allem von der sehr hohen CPU-Leistung überrascht. Allerdings gibt es bei diesem Prozessor nach wie vor Lieferschwierigkeiten. Alternativ bietet Lenovo noch langsamere Ryzen-CPUs oder auch Intel CPUs an. So auch bei unserem Testgerät, welches mit dem Core i7-1065G7 (Ice Lake, 10 nm). ausgerüstet ist. Die Leistungsentfaltung des Quad-Cores ist im Yoga Slim 7 ordentlich und bei der Single-Core-Performance sind AMD und Intel noch etwa gleichauf, doch in den Multi-Tests haben die Ryzen-CPUs einen deutlichen Vorteil.

Um die Grafikleistung noch zu steigern, kombiniert Lenovo den Intel-Prozessor mit einer dedizierten Grafikkarte von Nvidia. Die GeForce MX350 gehört zur unteren Mittelklasse und die neuen integrierten GPUs kommen schon recht nahe an dieses Leistungsniveau heran. Besonders die RX Vega 8 des Ryzen 7 4800U ist sehr schnell. Insgesamt ist die Kombination Intel/Nvidia in diesem Fall besser zum Spielen geeignet.

Allerdings hat die zusätzliche Grafikkarte auch negative Auswirkungen auf die Emissionen, denn einerseits wird der Lüfter unter Last deutlich lauter, andererseits sind auch die Oberflächentemperaturen deutlich höher. Bei den Akkulaufzeiten ist indes Gleichstand.

Wer viel spielen möchte, kann sich das Yoga Slim 7 14 mit der Kombination Intel/Nvidia ruhig ansehen, doch für die meisten Nutzer ist das AMD-Modell (auch mit dem etwas langsameren Ryzen 7 4700U) sicherlich der bessere Allrounder. Für alle weiteren Informationen zum Gerät verweisen wir an dieser Stelle auf unsere beiden ausführlichen Testberichte.

Smartwatch Mobvoi TicWatch Pro 3 GPS mit Snapdragon Wear 4100 im Test: Dual-Display und ein großer Akku sorgen für bessere Laufzeit

Mit der Display-Technologie und einem fast 600 mAh-starken Akku will Mobvoi vor allem die WearOS-typische schwache Laufzeit verbessern – mit Erfolg. Dass die Smartwatch GPS im Namen trägt, wo doch mittlerweile viele Wearables Routen aufzeichnen, ist ebenfalls berechtigt – mit GPS, Beidou, Glonass, Galileo und QZSS ist die TicWatch Pro 3 GPS bestens aufgestellt.

Mobvoi TicWatch Pro 3 GPS

Prozessor

Qualcomm Snapdragon Wear 4100

Hauptspeicher

1024 MB 

Bildschirm

1.4 Zoll , 454 x 454 Pixel 459 PPI, Full-Touch, AMOLED, spiegelnd: ja

Massenspeicher

8 GB eMMC Flash, 8 GB 

, 5.05 GB verfügbar

Gewicht

41.9 g

Preis

299 Euro

Ausstattung und Gehäuse

Lange hatte Mobvoi an dem älteren Snapdragon Wear 2100 aus 2016 festgehalten und ihn noch im Frühjahr 2020 in der TicWatch Pro 2020 und der TicWatch C2+ verbaut. Mit der TicWatch Pro 3 GPS überspringt Mobvoi eine SoC-Generation und verbaut als erster Hersteller den Snapdragon Wear 4100. Der Sprung ist gewaltig, denn erst jetzt ersetzt Qualcomm die Cortex-A7-Kerne der beiden Vorgänger durch Cortex-A57-Kerne; die LPDDR3-RAM-Bausteine des Snapdragon 4100 takten mit 750 MHz anstelle von 400 MHz beim Snapdragon Wear 3100.

Leistungssteigerung

Spezielle Benchmarks für Smartwatches gibt es nicht, und die bekannten Browser-Benchmarks laufen auf der Wearables-Plattform mehr schlecht als recht. Immerhin gelingt das mit dem Java Script Benchmark Octane V2. Das Ergebnis: 3580 Punkte. Das ist nicht nur deutlich besser als bei der Moto 360 mit Snapdragon Wear 3100 (1522 Punkte); bei gleich großem Arbeitsspeicher benötigte die TicWatch zudem nur die Hälfte der Zeit. Die Samsung Galaxy Watch 3 mit dem hauseigenen Exynos 9110 schnitt mit 2171 Punkten ebenfalls schlechter ab, sowohl im Ergebnis als auch in der Zeit.

Gegenüber den eingangs genannten Smartwatches TicWatch Pro 2020 und der TicWatch C2+ hat Mobvoi auch den Speicher ausgebaut und stellt jetzt 8 GB ROM bereit statt bisher 4 GB. Nach der Einrichtung waren davon allerdings nur noch 4,4 GB davon frei.

Mikrofon und NFC Gehören bei Uhren mit WearOS zum Standard; sie gewährleisten, dass man Google Pay und den Google Assistant nutzen kann. Zudem ermöglichen sie Telefonate über das verbundene Smartphone, ohne dass man dieses zur Hand nehmen muss.

Dual Display

Das Besondere der TicWatch Pro Modellreihe sind freilich ihre zwei Displays. Beim Dual-Display 2.0 liegt über einem kontrastreichen AMOLED ein FSTN-LCD, wie im Schemabild hierunter zu sehen. Das FSTN-LCD verbraucht weniger Energie und aktualisiert die Anzeige nur einmal pro Sekunde. Wechselt die TicWatch Pro 3 vom LCD zum AMOLED, wird es transparent, und das AMOLED scheint hindurch.

Always-On bedeutet bei anderen Smartwatches, dass man anstelle eines schwarzen Screens ein reduziertes Zifferblatt sieht, wenn man die Smartwatch nicht nutzt. Bei der TicWatch Pro 3 gibt es keinen schwarzen Bildschirm. Deaktiviert man den Wahlschalter „Display immer an“, der zu den Standard-Einstellungen von Googles Betriebssystem WearOS gehört, zeigt das FSTN-LCD weiterhin die Uhrzeit mit Datum und Zahl der gelaufenen Schritte, ohne dafür viel Energie zu verbrauchen. Zudem verleiht diese Anzeige der Uhr einen technischen Anstrich oder Retro-Look, der an die monochrome Segment-Anzeige älterer Uhren erinnert.

Das Gehäuse ist ein optisch gelungener Materialmix aus einem mattschwarzen verstärkten Nylon mit Glasfaser und glänzendem Edelstahl. Es ist wie der Vorgänger nach IP68 zertifiziert, aber dünner. Das Lederband früherer Modelle ersetzt Mobvoi durch ein Silikonband in Lederoptik. Ein Rückschritt, den Mobvoi durch orangefarbene Nähte abzufangen versucht, für die Illusion eines Naturproduktes.

Die Bedienung erfolgt über den Touchscreen und zwei seitliche Knöpfe. Zweimaliges Drücken der unteren Taste ruft die zuletzt verwendete App noch einmal auf. Im Test froren die Apps dabei jedoch regelmäßig ein und reagierten nicht, womit der Shortcut ohne Nutzen und nur der erneute Aufruf über das App-Menü blieb.

Software

Wie bei allen Uhren mit Google WearOS läuft die Einrichtung der Smartwatch über die gleichnamige Google-App. In der App WearOS entscheidet man unter anderem, welche Benachrichtigungen das Smartphone an die Uhr überträgt und wählt die Widgets aus, die über horizontale Gesten rechts neben dem Zifferblatt erscheinen. Die Beschränkung auf maximal fünf Widgets hat Google kürzlich aufgehoben. Von den insgesamt 14 verfügbaren Widgets ließen sich 10 installieren. 

Zusätzlich gibt es im Apple Store und in Googles Play Store eine eigene App von Mobvoi: Sie stellt noch ein paar mehr Zifferblätter bereit, Übersichten zu den gesammelten Gesundheits- und Fitnessdaten und einen Player für die Audioaufnahmen der TicWatch Pro 3 GPS:

TicAufnahme erfasst ein Diktat mit Markierungen, die der Player der Mobvoi-App auf dem Smartphone direkt anspringen kann. Ein Online-Service transkribiert die Texte auf Wunsch in druckbaren Text. Im Test funktionierte das gut, allerdings nur für englische Texte. Die Audioaufnahmen synchronisiert die Watch automatisch. Generell verlor die TicWatch allerdings öfter die Verbindung zum Smartphone, und der erneute Aufbau klappte nicht immer im ersten Versuch.

Health

Neben dem Recorder und den Google-Fit-Apps, die auf jeder WearOS Uhr zum Standard gehören, packt Mobvoi 9 Apps für Gesundheit und Fitness auf die Uhr, darunter eine Lärmerfassung und geführte Atempausen. 

TicGesundheit ist das Gesundheitszentrum, das alle Messwerte speichert, analysiert, und zu Diagrammen verarbeitet, sowohl als tägliche Zusammenfassung als auch im Wochenrückblick.

Damit die Smartwatch Schritte, Herzfrequenz und Blutsauerstoffsättigung erfasst, braucht sie die entsprechenden Berechtigungen, die im Werkszustand deaktiviert sind. Erst dann liefert auch das Schlafprotokoll die entsprechenden Diagramme. Alle Berechtigungen kann man in der Watch-App TicGesundheit unter dem Punkt Datenschutz jederzeit einzeln widerrufen; auch temporär, um beispielsweise durch Einschränkung der Messungen den Akku zu schonen.

Training – Umfangreiche Analysen, aber kein Höhenprofil

Auf der TicWatch Pro 3 GPS ist eine App Fitify installiert: Sie leitet mit animierten Anleitungen durch 22 Workouts mit unterschiedlichen Schwerpunkten, etwa Balance und Koordination, 7-Minuten-Training, Tabata, alles für den Po oder Schultern und oberen Rücken sowie Übungen zum Aufwärmen und für den Cool Down.

Für die normale Trainingsaufzeichnung startet man entweder Google Fit oder die Mobvoi-App Fit-Training. Infos und Screenshots zu Google Fit liefert der Test zur Moto 360; dieser Test geht vorwiegend auf die Mobvoi-App ein. 

Während Google Fit knapp 100 Sportmodi offeriert, beschränkt sich TicTraining auf 13, darunter Radfahren draußen oder auf der Bahn, Pool-Schwimmen, Rudergerät und der Ellipsen-Trainer.

Dank GPS ist man beim Laufen und anderen Workouts im Freien vom Smartphone unabhängig. Im Test zeigte sich die Ortung schnell einsatzbereit. Bereitet sie Probleme, kann die TicWatch optional das GPS des Smartphones zu Hilfe nehmen, sofern man es mitnimmt. Die TicWatch Pro 3 GPS besitzt zwar ein Barometer, zeichnete im Testzeitraum aber kein Höhenprofil auf.

Die obere Taste pausiert ein Workout. Beenden kann man es nur über den Touchscreen, indem man zunächst die Trainingsanzeige zur Seite wischt und den dann auftauchenden Soft-Button für 2 s drückt.

Anders als die Gesundheitsstatistiken bleibt das Trainingsprotokoll auf der Watch rudimentär. Aufschlussreiche Analysen, beim Laufen beispielsweise zu Schrittlänge und Schrittfrequenz, liefert erst das Smartphone. Der Punkt “Tor” im nachfolgenden Nordic-Walking-Protokoll bleibt allerdings unklar. Ballsportarten wie Handball oder Fußball gehören jedenfalls nicht zum Trainings-Portfolio der TicWatch. Nordic Walking übrigens auch nicht, weshalb die Aufzeichnung als Spaziergang erfolgte. 

Akkulaufzeit – Großer Akku sorgt für lange Laufzeit

In unseren Tests hielt bislang keine Smartwatch mit Googles WearOS so lange durch wie die TicWatch Pro 3 GPS: 3 Tage sind immer noch nicht viel – aber deutlich länger als die typische Laufzeit unter WearOS von etwa 1,5 bis maximal 2 Tagen. Nutzt man die TicWatch weniger intensiv oder deaktiviert einzelne Funktionen wie das regelmäßige Messen der Herzfrequenz, verlängert sich die Laufzeit, Workouts mit GPS verkürzen sie.

Die Entscheidung für das FSTN-LCD anstelle des AMOLED bringt nicht etwa Tage, sondern je nach Nutzung eher ein paar zusätzliche Stunden bis etwa einen halben Tag. Zum Vergleich: Mit dem energieschonenden Display sank der Akku bei einer durchschnittlichen Nutzung und einer Beleuchtungsdauer von 10 s (Standardeinstellung: 5 s) mit Always-On-Display, regelmäßiger Messung der Herzfrequenz und nächtlichem Tragen in 24 Stunden auf 70 %, mit OLED im Always-on-Modus auf 65 %.

Die – für eine WearOS-Smartwatch – lange Laufzeit schreiben wir vor allem dem Akku zu, dessen Nennkapazität bei 595 mAh liegt. Zum Vergleich: die TicWatch Pro 2020 hatte 415 mAh, die TicWatch C2+ 400 mAh, die Moto 360 (2020) 355 mAh und die Oppo Watch sogar nur 300 mAh, also knapp die Hälfte.

Inwieweit auch der neue SoC daran seinen Anteil hat, lässt sich vor diesem Hintergrund nicht klar sagen. Laut Qualcomm benötigt er etwa ein Viertel weniger Energie im Vergleich zum Vorgänger. 

Im Essential Mode, mit dem FSTN-LCD und ohne die smarten Funktionen, läuft sie laut Hersteller bis zu 45 Tage. Den Essential Mode kann man jederzeit aktivieren und später wieder umschalten. Die Rückkehr in den Smart Mode erfolgt dann mit einem Neustart. 

Der Ladevorgang dauert etwa 2 Stunden.

Fazit

Vom Gros der WearOS-Smartwatches unterscheidet sich die TicWatch Pro 3 GPS durch eine längere Laufzeit und ein umfangreiches Software-Paket. Der Audiorekorder beispielsweise ist kein Killer-Feature, machte sich im Testzeitraum aber oft als schnell erreichbare Gedankenstütze nützlich.

Bei den übrigen Apps gefällt auch die Struktur der Watch-Software: TicÜbung beispielsweise startet nicht nur ein neues Workout, sondern führt über eine Geste auch zu früheren Aufzeichnungen und übergreifenden Analysen sowie mit einer weiteren Geste zu den zugehörigen Optionen.

3 Tage Akkulaufzeit ist nicht viel – aber 50 % mehr als bei den meisten anderen WearOS-Smartwatches.

Die Performance-Steigerung des neuen SoCs ist messbar, macht sich im Alltag aber weniger deutlich bemerkbar. Zeitzehrende Vorgänge wie beispielsweise der Download von Apps aus dem Play-Store hängen zu sehr auch von anderen Faktoren ab; die TicWatch Pro 3 GPS erledigt sie kaum schneller als Uhren mit Snapdragon WearOS 3100 oder 2100, die sich auch genauso flüssig bedienen lassen. 

Hinsichtlich der Erweiterbarkeit über den Play Store hat die TicWatch Pro 3 GPS mit ihrem schnellen SoC und dem großen Speicher natürlich gute Voraussetzungen für leistungsfähigere Apps, liegt mit 299 Euro allerdings auch im oberen Preissegment der WearOS-Uhren. 

i7book: Dieses kompakte Notebook mit Alu-Gehäuse und i7-Prozessor kostet nur 430 Dollar

Wir haben bereits mehrmals über den Hersteller Alldocube berichtet. Dieser bietet insbesondere Tablets zu günstigen Preisen an, wobei die Produkte in unseren Tests zwar zum Teil deutliche Schwächen, aber auch bisweilen große Stärken offenbarten.

Mit dem i7Book bringt der Hersteller nun ein neues Notebook auf den Markt. Konkret ist das Modell mit einem 14,1 Zoll großen IPS-Display mit besonders schlankem Rand ausgestattet. Dieser messen Herstellerangaben zufolge nur fünf Millimeter, den Blickwinkel gibt Alldocube mit den IPS-typischen 178° horizontal und vertikal an. Die Auflösung liegt bei 1.920 x 1.080 Pixeln.

Intern kommt ein Intel Core i7-6660U zum Einsatz, dessen vier Rechenkerne mit bis zu 3,4 GHz takten sollen. Der Prozessor kann auf einen acht Gigabyte großen Arbeitsspeicher zurückgreifen, die verbaute SSD misst 256 Gigabyte, wobei Windows 10 vorinstalliert ist. Die Anbindung an ein Netzwerk erfolgt drahtlos via WiFi 802.11 a/b/g/n/ac, wobei das Modul auch Bluetooth 4.2 unterstützt.

Für die Anbindung externer Speichermedien steht sowohl ein microSD-Kartenleser als auch drei USB 3.0-Ports bereit, dazu kommt ein Typ C-Anschluss. Ein HDMI-Port erlaubt den Anschluss eines externen Displays, ein klassischer Kopfhöreranschluss steht bereit.

Der 4.500 mAh starke Akku soll bis zu acht Stunden durchhalten. Das 32,2 x 21,2 Millimeter große und knapp 1,6 Zentimeter dicke Gerät soll ein 1,35 Kilogramm auf die Waage bringen und ist ab sofort für rund 430 Euro direkt aus Asien erhältlich. Wie üblich können weitere Einfuhrabgaben anfallen. Passende Tastaturaufkleber auch für die deutsche Sprache werden mitgeliefert.

Dell Latitude 5310 im Test: Business-Notebook mit langen Akkulaufzeiten

Die Latitude-5000-Reihe steht für Business-Notebooks der Mittelklasse. Uns liegt mit dem Latitude 5310 das aktuelle 13,3-Zoll-Modell der Serie vor. Gegenüber dem Vorgängermodell hat sich wenig geändert. Dell ersetzt primär die Whiskey-Lake-Prozessoren durch Comet-Lake-Modelle. Zu den Konkurrenten zählen Geräte wie das HP EliteBook 830 G7, das Fujitsu Lifebook U939, das Dynabook Portégé X30L-G und das Lenovo ThinkPad X13.

Gehäuse – Das 5310 kommt mit einem schicken Metallgehäuse

Die Technik des 5310 ist in ein schickes Metallgehäuse verpackt, das ohne Schnörkel daherkommt. Das Chassis ist in einem hellen Silbergrau gehalten. Eine Ausnahme stellt der schwarze Displayrahmen dar. Dell setzt durchgehend auf matte Oberflächen. Der Akku ist fest verbaut. Eine Wartungsklappe gibt es nicht. An die Innereien gelangt man nach Demontage der Unterschale – dazu später mehr.

Das Latitude zeigt sich gut verarbeitet. Die Spaltmaße stimmen, es sind keine Materialüberstände und/oder scharfe Kanten zu spüren. Luft nach oben besteht bei der Stabilität. So lässt sich die Baseunit neben der rechten und der linken Seite der Tastatur durchbiegen. Auch kann die Baseunit etwas verdreht werden. Das Ganze bewegt sich aber noch gerade im Rahmen. Gleiches gilt für den Deckel. Druck auf die Deckelrückseite führt nicht zu Bildveränderungen. Die straffen Scharniere halten den Deckel fest in Position. Eine Ein-Hand-Öffnung ist mit ein wenig Finger-Hand-Arm-Akrobatik möglich. Der maximale Öffnungswinkel liegt bei 180 Grad.

Innerhalb unseres Vergleichsfeldes stellt das Latitude eines der kompaktesten Geräte dar. In Sachen Gewicht liegt es weitgehend gleichauf mit den meisten Konkurrenten. Das Portégé X30L und das Lifebook U939 fallen aus der Reihe und bringen deutlich weniger Gewicht auf die Waage als die Konkurrenz.

Ausstattung – Latitude ohne Thunderbolt 3

Dell hat dem 13,3-Zöller die nötigsten Schnittstellen spendiert. Die zwei Typ-A-USB-Steckplätze arbeiten nach dem USB-3.2-Gen-1-Standard. Der Typ-C-USB-Steckplatz (USB 3.2 Gen 2) unterstützt Power Delivery und Displayport per USB-C. Somit verfügt das Notebook zusammen mit dem HDMI-Anschluss über zwei Videoausgänge. Das Notebook kann sowohl über den Typ-C-USB-Anschluss als auch über den proprietären Dell-Netzteil-Steckplatz mit Energie versorgt werden. Optional bietet Dell statt eines USB-3.2-Gen-2-Steckplatzes einen Thunderbolt-3-Anschluss.

SDCardreader

Der verbaute MicroSD-Speicherkartenleser zählt mit Transferraten von 191 MB/s (Kopieren großer Datenblöcke) bzw. 145 MB/s (Übertragung von 250 jpg-Bilddateien zu je rund 5 MB) zu den pfeilschnellen Vertretern seiner Art. Wir ermitteln die Datenraten mittels einer Referenzkarte (Toshiba Exceria Pro M501 microSDXC 64GB).

Kommunikation

Der WLAN-Chip (AX201) der Firma Intel unterstützt die WLAN-Standards 802.11a/b/g/n/ac/ax. Die unter optimalen Bedingungen (keine weiteren WLAN-Geräte in der näheren Umgebung, geringer Abstand zwischen Notebook und Server-PC) ermittelten Übertragungsgeschwindigkeiten fallen hervorragend aus. Für drahtgebundene Netzwerkverbindungen ist ein Gigabit-Controller (I219-LM) zuständig, der ebenfalls von Intel stammt. Dieser erledigt seine Aufgaben reibungslos.

Dell hält für das Latitude optional ein LTE-Modem bereit – unser Testgerät kommt ohne Modem. Es könnte aber nachgerüstet werden. LTE-Antennen und SIM-Karten-Schlitz sind vorhanden.

Webcam

Die Webcam (0,9 MP; max. 1.280 x 720 Bildpunkte) produziert keine überzeugenden Bilder – genau wie die Kameras der Konkurrenz. Zudem hapert es bei der Farbgenauigkeit. Mit einer Abweichung von fast 33 wird das Soll (Delta-E kleiner 3) mehr als deutlich verfehlt.

Sicherheit

Die uns zur Verfügung gestellte Ausstattungsvariante des 5310 bringt einen Smartcard- sowie einen Fingerabdruckleser zur biometrischen Zugangssicherung mit. Der Fingerabdruckleser ist in den Einschaltknopf eingelassen. Zudem befindet sich ein Trusted Platform Module (2.0) an Bord.

Zubehör

Dem Notebook liegen die üblichen Dokumente bei: eine Schnellstartanleitung und Garantieinformationen. Dell hält allerdings diverses kostenpflichtiges Zubehör bereit. Besitzer des Latitude dürften die verschiedenen Dockinglösungen wie beispielsweise das Dell Dock WD19 am interessantesten finden. Zu einem Preis von etwa 160 Euro kann das Latitude um viele Schnittstellen erweitert werden.

BIOS

Das BIOS des Rechners bietet umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten bezüglich Sicherheit, Verwaltung, Hardware und Energie. So kann beispielsweise die Anzahl der aktiven CPU-Kerne festgelegt werden. Zudem besteht die Möglichkeit, die maximale Displayhelligkeit sowohl für den Netz- als auch den Akkubetrieb festzulegen.

Wartung

An die Hardware gelangt man nach der Demontage der Unterschale. Dazu werden alle Schrauben auf der Geräteunterseite gelöst. Anschließend kann die Unterschale mit Hilfe eines flachen Spatels abgehebelt werden. Es empfiehlt sich, im Bereich der Scharniere zu beginnen. Anschließend besteht Zugriff auf die Arbeitsspeicherbänke, die SSD, den Akku, das WLAN-Modul und den Lüfter.

Garantie

Das Latitude ist mit einer einjährigen Vor-Ort-Garantie ausgestattet. Dell bietet umfangreiche Erweiterungsmöglichkeiten an. So ist ein vierjähriger ProSupport mit Vor-Ort-Service am nächsten Arbeitstag für etwa 371 Euro (zum Testzeitpunkt ist das Paket zeitlich begrenzt auf etwa 178 Euro rabattiert) zu haben.

Eingabegeräte – Eine Tastenbeleuchtung ist vorhanden

Tastatur

Dell stattet das Latitude mit einer beleuchteten Chiclet-Tastatur aus. Die konkav gewölbten, glatten Tasten bieten einen mittleren Hub und einen deutlichen Druckpunkt. Dazu gesellt sich ein angenehmer Tastenwiderstand. Während des Tippens gibt die Tastatur bestenfalls minimal nach. Als störend hat es sich nicht erwiesen. Die “Enter”- sowie die Pfeiltasten dürften etwas größer ausfallen. Die Tastenbeleuchtung bietet zwei Helligkeitsstufen, die mittels einer Funktionstaste gewählt werden. Die Tastatur hat alles in allem einen guten Eindruck hinterlassen.

Touchpad

Als Mausersatz dient ein multitouchfähiges Touchpad, das eine Fläche von etwa 10 x 5,3 cm belegt. Somit steht viel Platz zur Nutzung der Gestensteuerung bereit. Das Pad reagiert auch in den Ecken auf Eingaben. Die glatte Oberfläche macht den Fingern das Gleiten leicht. Die zwei separaten Maustasten besitzen einen kurzen Hub und einen deutlichen Druckpunkt. 

Display – Dell verbaut ein IPS-Panel

Der matte 13,3-Zoll-Bildschirm des Latitude arbeitet mit einer nativen Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten. Helligkeit (293,1 cd/m²) und Kontrast (927:1) gehen in Ordnung, sollten – gemessen am Preisniveau des Notebooks – aber deutlich besser ausfallen. Wir sehen Werte jenseits von 300 cd/m² bzw. 1000:1 als gut an. Die Konkurrenten haben durchgehend hellere, kontrastreichere Bildschirme an Bord. Positiv: Das Display zeigt kein PWM-Flimmern.

Der Bildschirm zeigt im Auslieferungszustand eine akzeptable Farbdarstellung. Mit einer Delta-E-2000-Farbabweichung von knapp 7 wird das Soll (Delta-E kleiner 3) aber verfehlt. Unter einem Blaustich leidet das Display nicht. Die Farbräume AdobeRGB (59 Prozent) und sRGB (93 Prozent) werden nicht vollständig abgebildet.

Dell bestückt das 5310 mit einem blickwinkelstabilen IPS-Panel. Somit ist der Bildschirm aus jeder Position heraus ablesbar. Im Freien ist ein Ablesen des Displays möglich, wenn die Sonne nicht allzu hell strahlt.

Leistung – Genug für Office und Internet

Das Dell Latitude 5310 zählt zu den 13,3-Zoll-Business-Notebooks der Mittelklasse. Der verbaute Prozessor bietet genug Rechenleistung für Office- und Internetanwendungen. Unser Testgerät ist für knapp 1.300 Euro zu bekommen. Andere Ausstattungsvarianten sind verfügbar.

Prozessor

Der kleine Dell-Rechner hat einen Core-i5-10310U-Vierkernprozessor an Bord, der auf Intels Comet-Lake-Architektur basiert. Die CPU arbeitet mit einer Basisgeschwindigkeit von 1,7 GHz. Mittels Turbo ist eine Steigerung auf 4 GHz (vier Kerne) bis 4,4 GHz (ein Kern) möglich. Hyperthreading (zwei Threads pro Kern) wird unterstützt.

Die Multi-Thread-Tests der Cinebench-Benchmarks bearbeitet der Prozessor für kurze Zeit mit 3,4 bis 4 GHz. Dann sinkt der Takt schrittweise auf 3,2 bis 3,3 GHz. Die Single-Thread-Tests werden mit 4 bis 4,4 GHz durchlaufen. Im Akkubetrieb liegen die Taktraten bei 1,8 bis 2,8 GHz (Multi-Thread) bzw. 1,4 bis 1,8 GHz (Single-Thread).

Ob der CPU-Turbo im Netzbetrieb dauerhaft zum Einsatz kommt, überprüfen wir, indem wir den Multi-Thread-Test des Cinebench-R15-Benchmarks für mindestens 30 Minuten in einer Schleife laufen lassen. Die Resultate verbleiben durchgehend auf relativ konstanter Höhe. Der CPU-Turbo kommt auf mittlerem Niveau zum Einsatz.

System Performance

Das System arbeitet flink und flüssig. Der Prozessor stellt genug Leistung für Office- und Internetanwendungen bereit. Eine leichte Steigerung der Gesamtleistung wäre durch die Aktivierung des Dual-Channel-Modus zu erreichen. Dazu müsste ein zweites Arbeitsspeichermodul in das Notebook eingebaut werden.

DPC-Latenzen

In unserem standardisierten Latency-Monitor-Test (Websurfen, 4k-Videowiedergabe, Prime95 High-Load) konnten wir Auffälligkeiten bei den DPC-Latenzen beobachten. Das System scheint nicht für Video- und Audiobearbeitung in Echtzeit geeignet zu sein.

Massenspeicher

Als Systemlaufwerk dient eine NVMe-SSD (M.2-2280) der Firma SK Hynix, die insgesamt 512 GB Speicherplatz zur Verfügung stellt. Die Transferraten fallen gut aus. Platz für weitere Massenspeicher bietet das Notebook nicht.

Grafikkarte

Für die Grafikausgabe ist Intels UHD-Graphics-620-Grafikkern zuständig. Die GPU unterstützt DirectX 12 und arbeitet mit Geschwindigkeiten zwischen 300 und 1.150 MHz. Die 3D-Mark-Resultate bewegen sich auf einem normalen Niveau für die GPU. Eine Leistungssteigerung wäre durch die Aktivierung des Dual-Channel-Modus zu erreichen.

Gaming Performance

Die Hardware kann einige der Spiele, die sich in unserer Datenbank befinden, flüssig auf den Bildschirm bringen – mit niedrigen Auflösungen und geringen Qualitätseinstellungen. Das umfasst Titel, die nur moderate Anforderungen an die Hardware stellen. Eine Steigerung der Bildwiederholraten wäre durch den Einbau eines zweiten Arbeitsspeichermoduls (= Dual-Channel-Modus aktiv) zu erreichen. Aber auch dann wären aktuelle, leistungshungrige Kracher wie Mafia Definitive Edition nicht spielbar.

Emissionen – Lärm- und Wärmeentwicklung auf akzeptablem Niveau

Geräuschemissionen

Im Leerlauf und bei geringer Last steht der Lüfter oftmals still und es herrscht Lautlosigkeit. Unter Last dreht er auf. So registrieren wir während des Stresstests einen maximalen Schalldruckpegel von 41,2 dB(A).

Temperatur

Unseren Stresstest (Prime95 und Furmark laufen für mindestens eine Stunde) bearbeiten CPU bzw. GPU für einige Sekunden mit 1,8 bis 2,8 GHz bzw. 1.150 MHz. Dann sinken die Geschwindigkeiten auf 1,4 GHz (CPU) bzw. 1.050 MHz (GPU) und verbleiben auf diesem Niveau. Das gilt für den Netz- und den Akkubetrieb. Der Stresstest stellt ein Extremszenario dar, welches so im Alltag nicht auftritt. Wir überprüfen mit diesem Test, ob das System auch bei voller Auslastung stabil läuft. 

Übermäßig stark erwärmt sich das Latitude nicht. Während des Stresstests registrieren wir an einigen Messpunkten Temperaturen jenseits von 40 Grad Celsius. Im Alltagsbetrieb liegen die Werte durchweg im grünen Bereich.

Lautsprecher

Die Stereolautsprecher haben ihren Platz im vorderen Bereich der Geräteunterseite gefunden. Sie produzieren insgesamt einen ordentlichen Klang. Die Maximallautstärke fällt recht gering aus.

Energieverwaltung – Das Latitude bietet hervorragende Akkulaufzeiten

Energieaufnahme

Auffälligkeiten bezüglich des Energiebedarfs bestehen nicht. Im Leerlauf messen wir eine maximale Leistungsaufnahme von 6,9 Watt. Während des Stresstests (Prime95 und Furmark laufen für mindestens eine Stunde) steigt der Wert für wenige Sekunden auf bis zu 58 Watt. Die Nennleistung des Typ-C-USB-Netzteils beträgt 65 Watt. 

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeiten fallen hervorragend aus. Unseren WLAN- (Aufruf von Webseiten mittels eines Skripts) bzw. Videotest (Kurzfilm Big Buck Bunny (H.264-Kodierung, FHD) läuft in einer Schleife) beendet der 13,3-Zöller nach 12:40 h bzw. 17:06 h. Die ermittelte Maximallaufzeit liegt bei etwas über 26 Stunden.

Fazit

Das Latitude stellt einen ausdauernder Begleiter für den Arbeitsalltag dar. Eine Akkuladung sollte das Gerät durch den Tag bringen. Energie könnte durch das mitgelieferte Typ-C-USB-Netzteil oder ein proprietäres Dell-Netzteil nachgetankt werden.

Der verbaute Core-i5-Prozessor stellt mehr als genug Rechenleistung für Office- und Internetanwendungen bereit. Wärme- und Lärmentwicklung bewegen sich auf einem akzeptablen Niveau.

Der CPU stehen 8 GB Arbeitsspeicher (1x 8 GB, Single-Channel-Modus, max. 32 GB) zur Seite. Hier bietet sich der Einbau eines zweiten Arbeitsspeichermoduls an, um so den Dual-Channel-Modus zu aktivieren. Eine NVMe-SSD (512 GB) sorgt für ein flink und flüssig werkelndes System. Ein Tausch der SSD gegen ein schnelleres und/oder großkapazitiveres Modell wäre machbar. Aufrüst- und Wartungsmaßnahmen erfordern eine Demontage der Unterschale.

Der Bildschirm (FHD, IPS) punktet mit matter Oberfläche, stabilen Blickwinkeln, akzeptabler Farbdarstellung und ordentlicher Farbraumabdeckung. Helligkeit und Kontrast gehen grundsätzlich in Ordnung. Nichtsdestotrotz gebietet das Preisniveau des Notebooks mehr. Dell hält für das Latitude optional ein LTE-Modem bereit. Unser Testgerät kann kein Modem vorweisen. Es könnte aber nachgerüstet werden. LTE-Antennen und SIM-Karten-Schlitz sind vorhanden.

Anker Soundcore Life Q30: ANC-Kopfhörer kostet zum Start nur 60 Euro

Mit dem Soundcore Life Q30 stellt Anker einen günstigen ANC-Over-Ear-Kopfhörer vor, der den Nachfolger des Soundcore Life Q20 darstellt und laut Anker bis zu 95 Prozent aller äußeren Störgeräusche eliminieren soll.

40-mm-Treiber und Hi-Res Audio

Die Audio-Treiber des Kopfhörers weisen einen Durchmesser von 40 mm auf und setzen auf eine Seidenmembran. Der Frequenzgang soll bis zu Höhen mit 40 kHz gehen, was die normalen 20 kHz deutlich übertrifft. Der Soundcore Life Q30 unterstützt zudem Hi-Res Audio, kann also Titel mit einer höheren Abtastrate als 48 kHz und einer Sampling-Tiefe von mehr als 16 Bit verarbeiten. In der Regel wird bei Hi-Res Audio von 96 kHz und 24 Bit gesprochen.

Drei unterschiedliche ANC-Modi

Bei der hybriden aktiven Geräuschunterdrückung bietet der Life Q30 mehrere Geräuschunterdrückungsmodi: Transport-Modus, Indoor-Modus und Outdoor-Modus. Der Transport-Modus ist beispielsweise für Zugfahrten oder Flüge gedacht, wobei der vergleichsweise gleichbleibende, monotone Lärm der Motoren eliminiert werden soll. Der Indoor-Modus soll hingegen nur leise Umgebungsgeräusche wie Lüfterrauschen oder Hintergrundgespräche ausschalten, damit der Träger des Kopfhörers in Ruhe arbeiten kann. Der Outdoor-Modus reduziert hingegen tief- und mittelfrequente Geräusche wie Verkehrsgeräusche. Zudem sollen Windgeräusche in diesem Modus gefiltert werden.

Über einen Transparenzmodus, der durch das zweisekündige Halten der rechten Ohrmuschel aktiviert wird, können auf Wunsch Umgebungsgeräusche wahrgenommen werden.

NFC und Bluetooth-Multi-Connect

Neben NFC zum schnellen Koppeln mit Endgeräten unterstützt der Soundcore Life Q30 auch Multi-Connect, so dass zwei Bluetooth-Endgeräte gleichzeitig mit dem Kopfhörer verbunden sein können, um nahtlos die Wiedergabequelle wechseln zu können. Für die Funkverbindung wird Bluetooth 5.0 genutzt. Alternativ kann auch ein 3,5-mm-Audiokabel genutzt werden. Über die Soundcore-App kann aus 22 Equalizer-Voreinstellungen gewählt und einer der Geräuschunterdrückungsmodi gewählt werden.

Die Akkulaufzeit mit einer Ladung gibt Anker mit bis zu 40 Stunden bei Nutzung von ANC an. Ohne ANC sollen sogar bis zu 60 Stunden Musikwiedergabe möglich sein. Aufgeladen wird der Kopfhörer über USB-C. Für den Transport liegt dem Kopfhörer ein Reiseetui bei.

Zum Start für 59,99 Euro

Der Anker Soundcore Life Q30 ist ab heute über Amazon für 79,99 Euro erhältlich*. Zum Start gewährt Anker mit dem Rabattcode „DESCLIFEQ30“ zudem 25 Prozent Rabatt, so dass der Kopfhörer für 59,99 Euro erhältlich ist*. Das Angebot ist ab sofort bis zum 25. Oktober um 23 Uhr gültig.

WhatsApp überrascht mit neuer Funktion: Das kommt auf dich zu

Messenger-Dienste sind heutzutage das Kommunikationsmittel Nummer Eins. WhatsApp gehört zu den Populärsten rund um den Globus. Doch Schreiben ist schon längst nicht mehr alles. Und eine WhatsApp-Version bekommt nun Funktionen, auf die viele Nutzer lange gewartet haben.

Krisenzeiten wie jene in diesem Jahr zeigen, wie sich das Nutzungsverhalten verschiebt oder oft gebrauchte Produkte neu entdeckt werden. Dienste wie Skype, Microsoft Teams, Google Meet und Co. retteten nicht nur zahlreichen Firmen das Miteinander im Büro, sondern auch beispielsweise Sportangebote. Immer mehr Menschen wollen mit ihren Freunden und Verwandten reden können und sie zeitgleich per Video sehen. Und obwohl WhatsApp der wohl meistgenutzte Messenger-Dienst weltweit ist, hatte vor allem eine Version stets ein deutliches Manko. Die Web-basierte Version bot eigentlich nur eine Möglichkeit: Nachrichten beantworten. Das ändert sich aber nun.

WHATSAPP WEB BEKOMMT NEUE FUNKTIONEN

Dein Smartphone muss nicht nur in der Nähe liegen, damit du dich mit WhatsApp Web verbinden kannst. Du kannst bis dato auch nicht viel mit der Web-Variante machen, wodurch die Konkurrenz einen deutlichen Vorteil hat. Viele wollen lieber über ihren Laptop mit Freunden per Video telefonieren, anstatt an dem kleinen Smartphone-Bildschirm gefangen zu sein.

Laut WABetaInfo wird genau dieses Feature künftig auch für WhatsApp Web verfügbar sein. Nicht nur Videotelefonie, sondern auch Sprachnachrichten sollen dann über die Web-Version möglich sein. Die meist gut informierte Webseite hat den entsprechenden Hinweis in der Beta-Version von WhatsApp Web entdeckt. Wahrscheinlich rollt Facebook das entsprechende Update zeitnah aus. Eindeutig ist das aber nicht.

BROWSER-VERSION BALD ÜBERFLÜSSIG?

Immer wieder tauchte in den vergangenen Jahren die Meldung auf, dass WhatsApp möglicherweise eine Multi-Geräte-Funktion bekommt. Auch vor wenigen Wochen sagte man dem Messenger-Dienst das neue Feature hinterher. Damit würden die verschiedenen Versionen mehr oder weniger nichtig werden. WhatsApp könnte ohne Smartphone-Verbindung auf dem PC genutzt werden. Auch parallel und auf mehreren Geräten zeitgleich.

Mit Windows 10 Support: Google startet sein Super-Betriebssystem, aber nicht für alle

Microsoft arbeitet an Windows 10X, hat aber dabei Probleme, das System wie geplant an den Start zu kriegen. In der Zwischenzeit schickt sich Google an, ein Super-Betriebssystem auf die Beine zu stellen. Das lange unterschätzte Chrome OS kriegt jetzt Unterstützung für Windows-Programme. Doch die Einstiegshürden sind hoch und vorerst werden nur Unternehmen bedient.

Google ist in vielen Bereichen sehr erfolgreich, stellt mit Chrome zum Beispiel den beliebtesten Browser und mit Android hat man ohnehin die Marktmacht auf Smartphones. Doch es gibt auch weniger beachtete Projekte. Schon seit rund 10 Jahren versucht Google Chrome OS erfolgreich zu machen. In den USA laufen viele Notebooks von Schülern damit und auch hierzulande gibt es günstige Laptops mit Chrome OS. Der große Durchbruch ist dem System aber noch nicht gelungen, zumindest nicht außerhalb von Nischen.

Doch der Markt für günstige Notebooks ist definitiv interessant. Nicht umsonst arbeitet Microsoft an Windows 10X, einem Konkurrenten für Chrome OS, der auch 32-Bit-Programme unterstützen will, damit wohl aber Schwierigkeiten hat. Jetzt startet Google zusammen mit Parallels durch und bringt Unterstützung für Windows-Programme auf Chrome OS. Das könnte Chrome OS einen satten Schub geben – doch zum Start handelt es sich um ein reines Angebot für Unternehmen. Privatnutzer bleiben zunächst außen vor.

Chrome OS lernt auch Windows

Chrome OS startete ursprünglich mit der Idee, dass man alles im Web-Browser machen kann und ohnehin immer online ist. Kein Wunder, dass das vor 10 Jahren noch holprig war, man könnte auch sagen, Google war seiner Zeit voraus. Doch Google hat daraus gelernt und immer wieder neue Features zu Chrome OS hinzugefügt.

Mittlerweile ist man von dem radikalen Online-Konzept abgekommen und erlaubt auch Offline-Nutzung von Tools. Dazu können unter Chrome OS Android-Apps genutzt werden, was schon ziemlich viel Futter bringt, und über Virtualisierung ist auch der Einsatz von Linux möglich. Doch das reicht Google noch nicht: Der nächste Schritt ist die Unterstützung von Windows-Programmen. Dafür holt man sich Hilfe von Parallels und verbaut Parallels Desktop nativ in Chrome OS. Ab Chrome OS 85 ist die Virtualisierungsfunktion an Bord.

Einmal eingerichtet, sieht das in der Praxis so aus, dass ein kompletter Windows 10-Desktop im Fenster unter Chrome OS erscheint. Dort arbeitet man dann wie auf einem nativ installierten Windows und kann die installierten Programme nutzen.

Komplettes Windows unter Chrome OS

Mit Android kennt sich Google selbst aus und dessen Wurzeln liegen ja bei Linux, insofern war auch die Linux-Integration ein Projekt, das man selbst stemmen konnte. Für Windows holt man sich Unterstützung von Parallels, die vor allem für die Virtualisierung von Windows unter macOS bekannt sind, aber auch im Unternehmensumfeld einige wichtige Lösungen parat haben.

Die Windows-Integration in Chrome OS ist im ersten Schritt schon recht gut gelungen. Folgende Features sind an Bord:

Komfortfunktionen: Windows in Chrome OS nutzen, das klappt komfortabel. So lassen sich beliebig viele Windows-Programme parallel starten. Der Windows-Desktop ist dabei aber immer zu sehen, den eleganten Kohärenz-Modus von Parallels gibt es hier noch nicht. Wichtig auch, Windows-Programme können auch im Offline-Modus ausgeführt werden.

Zusammenarbeit: In der Praxis ist es auch wichtig, dass Chrome OS und Windows gut zusammenarbeiten. Das klappt zum Beispiel über eine gemeinsame Zwischenablage, über die man Texte und Bilder in beide Richtungen teilen kann. Auch ein gemeinsames Nutzerprofil gibt es, sodass wichtige Windows-Ordner, etwa für Dokumente und Downloads, auch direkt unter Chrome OS bereitstehen, wenn Windows nicht läuft. Auch Cloud-Ordner wie Google Drive oder OneDrive werden gemeinsam genutzt.

Grundfunktionen: Damit die Arbeit mit Windows unter Chrome OS nicht in Frust ausartet, hat Parallels wichtige Grundfunktionen implementiert, etwa eine dynamische Auflösung für das Windows-Fenster. Nutzer ziehen sich den Windows-Desktop einfach auf die gewünschte Größe und die Auflösung passt sich automatisch an. Auf Wunsch klappt auch der Betrieb im Vollbildmodus. Links lassen sich entweder in Chrome OS oder auch mit Windows-Browsern öffnen, ebenso integrieren sich Windows-Programme auch als Standardanwendungen unter Chrome OS. Auch wichtig: Drucker auf beiden Systemen lassen sich gegenseitig ansprechen.

Wer Chrome OS noch nie live erlebt hat, kann sich übrigens mit CloudReady das verwandte Chromium OS auf einem PC oder Notebook installieren.

Hohe Anforderungen: Vorerst nicht für Privatnutzer

Der größte Dämpfer für Nutzer, die sich schon auf günstige Chromebooks mit Windows-Support gefreut haben, dürfte sein, dass vorerst nur Firmen zum Zug kommen. Das liegt unter anderem an hohen Einstiegshürden für Hardware und Software. So empfiehlt Parallels Chromebooks mit Core i5 oder i7 mit 16 GByte RAM und 128 GByte großer SSD, etwa Google Pixelbook oder HP Elite c1030 Chromebook Enterprise. Diese Enterprise Chromebooks sind wesentlich teurer als die günstigen Schüler-Chromebooks.

Auch eine entsprechende Windows 10-Lizenz ist nötig, dazu die Google Admin Konsole zur Verteilung. Parallels selbst verlangt pro Jahr für die Virtualisierung rund 60 Euro für jeden Nutzer. Auf Nachfrage von CHIP, ob und wann man denn mit einem Angebot für Privatnutzer rechnen könne, zeigte sich Parallels wenig auskunftsfreudig. Erst wolle man den Markt für Unternehmen angehen, für Privatnutzer müsse man auch noch Dinge wie 3D-Performance verbessern, damit man vernünftig Games zocken könne. Auch die Frage, wie man Windows 10 auf Chrome OS für Privatnutzer installiert, müsse man beantworten.

Erstes Notebook mit diskreter Intel-Xe-GPU zeigt sich

Bisher verwendet Intel die erste Xe-GPU auf Basis der sparsamen Xe-LP-Architektur nur in den mobilen Tiger-Lake-Prozessoren. In den GPU-Benchmarks zeigt sich eine Verdopplung der Leistung gegenüber dem Vorgänger. Wie auch bei AMDs Renoir-Prozessoren bedeutet eine derart starke integrierte Grafikeinheit, dass die langsamen diskreten Kombilösungen damit überflüssig werden.

Bereits bekannt ist, dass Intel die DG1 (Discrete Graphics 1) in ein Endkundenprodukt überführen will. Diese existiert bislang nur als Software Development Vehicle (SDV) oder eben in integrierter Forum in den Tiger-Lake-Prozessoren. Nun gibt es erste konkrete Hinweise dazu. ASUS hat die Produktseite des Vivobook Flip 14 online gestellt. Auf dieser ist die Rede von “First Intel Discrete Graphics”. Die genaue Produktbezeichnung lautet Iris Xe Max.

Im ASUS Vivobook Flip 14 wird die Iris Xe Max mit den Tiger-Lake-Modellen Core i5-1135G7 oder Core i7-1165G7 kombiniert. Verbaut sind zudem 8 oder 16 GB an LPDDR4X. Üblicherweise nutzt die integrierte Grafikeinheit ebenfalls diesen Speicher, der mit 64 GB/s an die Xe-LP-Architektur angebunden ist. Diese Bandbreite ist einer der Gründe, warum die Iris-Xe-Grafik doppelt so schnell wie der Vorgänger ist.

Für die Iris-Xe-Max-Variante bekommt die GPU aber eigenen Speicher spendiert. ASUS spricht hier konkret von 4 GB an Videospeicher. Dabei dürfte es sich um GDDR6 handeln, den Intel im kommenden Jahr auch für die größere Xe-HPG-Variante verwenden will. Damit dürfte auch die Speicherbandbreite höher ausfallen, wenngleich wir keinerlei Informationen über die breite des Speicherinterface haben.

Genauere technische Details zur Iris-Xe-Max-GPU gibt es nicht. Bisherigen Informationen zufolge kommt hier die gleiche Ausbaustufe mit 96 EUs zum Einsatz, wie bei den schnellsten Tiger-Lake-Prozessoren. Allerdings dürfte eine dedizierte GPU bei gleicher Ausbaustufe wesentlich höher takten, da sie eine ebenso höhere Leistungsaufnahme und Abwärme produzieren darf. Bei den Tiger-Lake-Prozessoren haben wir für einen Core i7-1185G7 bei einem Takt von 1,35 GHz eine Leistungsaufnahme maximal 14 W gemessen – nur für die integrierte GPU. Die dedizierte Variante dürfte sich deutlich mehr genehmigen dürfen, ohne das CPU-Package zu kompromittieren.

Ob und wann Intel die Iris Xe Max offiziell vorstellen wird, ist aktuell nicht bekannt. Offen ist auch die Frage, ob ASUS mit dem Vivobook Flip 14 nur vorgeprescht ist und ob bzw. wann es auch weitere Modelle geben wird.

Radeon RX 6000: Zweitschnellste GPU mit 2.400 MHz Game Clock und 255 Watt?

Sollte eine große GPU wirklich so hoch takten? Gerüchte des Leakers Patrick Schur bringen Navi 21 XT mit einem Game Clock von rund 2.400 MHz in Verbindung. Bei AMD steht der Game Clock für die typischerweise in Spielen anliegenden Taktraten, also nicht den maximalen Boost-Takt. Dieser könnte also noch mal eine Spur höher sein. Zum Vergleich: Beim Referenzdesign der Radeon RX 5700 XT, einem Modell der oberen Mittelklasse, beträgt der Game Clock 1.755 MHz und der maximale Boost 1.905 MHz. Custom-Karten nehmen auch schon mal die 2,0-GHz-Schwelle. Allerdings sieht ein anderer bekannter Leaker erst den Boost-Takt der Navi 21 XT bei 2,2-2,4 GHz.

Navi 21 XT wird als zweitschnellste RDNA2-GPU gehandelt. Jüngsten Gerüchten nach sei sie aber nur fünf bis zehn Prozent langsamer als eine Geforce RTX 3080, während “Big Navi” in seiner maximalen Ausbaustufe als Navi 21 XTX angeblich auf dem Niveau des genannten Modells von Nvidia liegt. Vor dem Hintergrund liest sich eine weitere Zeile aus dem von Patrick Schur verbreiteten Gerücht interessant: Die Total Graphics Power liege bei “nur” 255 Watt.

Gemeint ist also der Gesamtstromverbrauch der Karte, nicht nur jener der GPU selbst. Dazu gesellen sich laut Leak 16 GiByte GDDR6-Speicher. Die TGP einer Geforce RTX 3080 liegt mit 320 Watt also deutlich oberhalb der mutmaßlichen TGP eine Navi 21 XT-GPU. Dabei hat die Geforce lediglich 10 GiByte (GDDR6X) zu versorgen. Da Navi 21 XTX ihre kleine Schwester laut Gerüchten nicht um Welten, sondern nur um etwa 10 Prozent überflügeln soll, kann man vermuten, dass auch das kommende Radeon-Flaggschiff in Summe nicht mehr als 300 Watt zieht. Alles natürlich unter dem Vorbehalt, dass in den Gerüchten ein wahrer Kern steckt.

Patrick Schur bezieht sich in einem Leak übrigens auf ein Custom-Modell mit Verbrauch und Frequenzen oberhalb eines Referenz-Designs. Ein solches könnte einen Game Clock von 2.300 MHz in die Waagschale legen – bei einer TDP von vielleicht nur 240 bis 250 Watt. Ob diese Annahmen zutreffen oder auch zu optimistisch sind, wird sich natürlich erweisen müssen. Die Vorstellung der RX-6000-Serie plant AMD jedenfalls für den 28. Oktober. Sollte man sich an das gleiche Schema wie bei den Ryzen-5000-Prozessoren halten, was aktuell nur eine Vermutung ist, würden entsprechende Karten aber erst am 25. November in den Handel kommen.