Die Latitude-5000-Reihe steht für Business-Notebooks der Mittelklasse. Uns liegt mit dem Latitude 5310 das aktuelle 13,3-Zoll-Modell der Serie vor. Gegenüber dem Vorgängermodell hat sich wenig geändert. Dell ersetzt primär die Whiskey-Lake-Prozessoren durch Comet-Lake-Modelle. Zu den Konkurrenten zählen Geräte wie das HP EliteBook 830 G7, das Fujitsu Lifebook U939, das Dynabook Portégé X30L-G und das Lenovo ThinkPad X13.
Gehäuse – Das 5310 kommt mit einem schicken Metallgehäuse
Die Technik des 5310 ist in ein schickes Metallgehäuse verpackt, das ohne Schnörkel daherkommt. Das Chassis ist in einem hellen Silbergrau gehalten. Eine Ausnahme stellt der schwarze Displayrahmen dar. Dell setzt durchgehend auf matte Oberflächen. Der Akku ist fest verbaut. Eine Wartungsklappe gibt es nicht. An die Innereien gelangt man nach Demontage der Unterschale – dazu später mehr.
Das Latitude zeigt sich gut verarbeitet. Die Spaltmaße stimmen, es sind keine Materialüberstände und/oder scharfe Kanten zu spüren. Luft nach oben besteht bei der Stabilität. So lässt sich die Baseunit neben der rechten und der linken Seite der Tastatur durchbiegen. Auch kann die Baseunit etwas verdreht werden. Das Ganze bewegt sich aber noch gerade im Rahmen. Gleiches gilt für den Deckel. Druck auf die Deckelrückseite führt nicht zu Bildveränderungen. Die straffen Scharniere halten den Deckel fest in Position. Eine Ein-Hand-Öffnung ist mit ein wenig Finger-Hand-Arm-Akrobatik möglich. Der maximale Öffnungswinkel liegt bei 180 Grad.
Innerhalb unseres Vergleichsfeldes stellt das Latitude eines der kompaktesten Geräte dar. In Sachen Gewicht liegt es weitgehend gleichauf mit den meisten Konkurrenten. Das Portégé X30L und das Lifebook U939 fallen aus der Reihe und bringen deutlich weniger Gewicht auf die Waage als die Konkurrenz.
Ausstattung – Latitude ohne Thunderbolt 3
Dell hat dem 13,3-Zöller die nötigsten Schnittstellen spendiert. Die zwei Typ-A-USB-Steckplätze arbeiten nach dem USB-3.2-Gen-1-Standard. Der Typ-C-USB-Steckplatz (USB 3.2 Gen 2) unterstützt Power Delivery und Displayport per USB-C. Somit verfügt das Notebook zusammen mit dem HDMI-Anschluss über zwei Videoausgänge. Das Notebook kann sowohl über den Typ-C-USB-Anschluss als auch über den proprietären Dell-Netzteil-Steckplatz mit Energie versorgt werden. Optional bietet Dell statt eines USB-3.2-Gen-2-Steckplatzes einen Thunderbolt-3-Anschluss.
SDCardreader
Der verbaute MicroSD-Speicherkartenleser zählt mit Transferraten von 191 MB/s (Kopieren großer Datenblöcke) bzw. 145 MB/s (Übertragung von 250 jpg-Bilddateien zu je rund 5 MB) zu den pfeilschnellen Vertretern seiner Art. Wir ermitteln die Datenraten mittels einer Referenzkarte (Toshiba Exceria Pro M501 microSDXC 64GB).
Kommunikation
Der WLAN-Chip (AX201) der Firma Intel unterstützt die WLAN-Standards 802.11a/b/g/n/ac/ax. Die unter optimalen Bedingungen (keine weiteren WLAN-Geräte in der näheren Umgebung, geringer Abstand zwischen Notebook und Server-PC) ermittelten Übertragungsgeschwindigkeiten fallen hervorragend aus. Für drahtgebundene Netzwerkverbindungen ist ein Gigabit-Controller (I219-LM) zuständig, der ebenfalls von Intel stammt. Dieser erledigt seine Aufgaben reibungslos.
Dell hält für das Latitude optional ein LTE-Modem bereit – unser Testgerät kommt ohne Modem. Es könnte aber nachgerüstet werden. LTE-Antennen und SIM-Karten-Schlitz sind vorhanden.
Webcam
Die Webcam (0,9 MP; max. 1.280 x 720 Bildpunkte) produziert keine überzeugenden Bilder – genau wie die Kameras der Konkurrenz. Zudem hapert es bei der Farbgenauigkeit. Mit einer Abweichung von fast 33 wird das Soll (Delta-E kleiner 3) mehr als deutlich verfehlt.
Sicherheit
Die uns zur Verfügung gestellte Ausstattungsvariante des 5310 bringt einen Smartcard- sowie einen Fingerabdruckleser zur biometrischen Zugangssicherung mit. Der Fingerabdruckleser ist in den Einschaltknopf eingelassen. Zudem befindet sich ein Trusted Platform Module (2.0) an Bord.
Zubehör
Dem Notebook liegen die üblichen Dokumente bei: eine Schnellstartanleitung und Garantieinformationen. Dell hält allerdings diverses kostenpflichtiges Zubehör bereit. Besitzer des Latitude dürften die verschiedenen Dockinglösungen wie beispielsweise das Dell Dock WD19 am interessantesten finden. Zu einem Preis von etwa 160 Euro kann das Latitude um viele Schnittstellen erweitert werden.
BIOS
Das BIOS des Rechners bietet umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten bezüglich Sicherheit, Verwaltung, Hardware und Energie. So kann beispielsweise die Anzahl der aktiven CPU-Kerne festgelegt werden. Zudem besteht die Möglichkeit, die maximale Displayhelligkeit sowohl für den Netz- als auch den Akkubetrieb festzulegen.
Wartung
An die Hardware gelangt man nach der Demontage der Unterschale. Dazu werden alle Schrauben auf der Geräteunterseite gelöst. Anschließend kann die Unterschale mit Hilfe eines flachen Spatels abgehebelt werden. Es empfiehlt sich, im Bereich der Scharniere zu beginnen. Anschließend besteht Zugriff auf die Arbeitsspeicherbänke, die SSD, den Akku, das WLAN-Modul und den Lüfter.
Garantie
Das Latitude ist mit einer einjährigen Vor-Ort-Garantie ausgestattet. Dell bietet umfangreiche Erweiterungsmöglichkeiten an. So ist ein vierjähriger ProSupport mit Vor-Ort-Service am nächsten Arbeitstag für etwa 371 Euro (zum Testzeitpunkt ist das Paket zeitlich begrenzt auf etwa 178 Euro rabattiert) zu haben.
Eingabegeräte – Eine Tastenbeleuchtung ist vorhanden
Tastatur
Dell stattet das Latitude mit einer beleuchteten Chiclet-Tastatur aus. Die konkav gewölbten, glatten Tasten bieten einen mittleren Hub und einen deutlichen Druckpunkt. Dazu gesellt sich ein angenehmer Tastenwiderstand. Während des Tippens gibt die Tastatur bestenfalls minimal nach. Als störend hat es sich nicht erwiesen. Die “Enter”- sowie die Pfeiltasten dürften etwas größer ausfallen. Die Tastenbeleuchtung bietet zwei Helligkeitsstufen, die mittels einer Funktionstaste gewählt werden. Die Tastatur hat alles in allem einen guten Eindruck hinterlassen.
Touchpad
Als Mausersatz dient ein multitouchfähiges Touchpad, das eine Fläche von etwa 10 x 5,3 cm belegt. Somit steht viel Platz zur Nutzung der Gestensteuerung bereit. Das Pad reagiert auch in den Ecken auf Eingaben. Die glatte Oberfläche macht den Fingern das Gleiten leicht. Die zwei separaten Maustasten besitzen einen kurzen Hub und einen deutlichen Druckpunkt.
Display – Dell verbaut ein IPS-Panel
Der matte 13,3-Zoll-Bildschirm des Latitude arbeitet mit einer nativen Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten. Helligkeit (293,1 cd/m²) und Kontrast (927:1) gehen in Ordnung, sollten – gemessen am Preisniveau des Notebooks – aber deutlich besser ausfallen. Wir sehen Werte jenseits von 300 cd/m² bzw. 1000:1 als gut an. Die Konkurrenten haben durchgehend hellere, kontrastreichere Bildschirme an Bord. Positiv: Das Display zeigt kein PWM-Flimmern.
Der Bildschirm zeigt im Auslieferungszustand eine akzeptable Farbdarstellung. Mit einer Delta-E-2000-Farbabweichung von knapp 7 wird das Soll (Delta-E kleiner 3) aber verfehlt. Unter einem Blaustich leidet das Display nicht. Die Farbräume AdobeRGB (59 Prozent) und sRGB (93 Prozent) werden nicht vollständig abgebildet.
Dell bestückt das 5310 mit einem blickwinkelstabilen IPS-Panel. Somit ist der Bildschirm aus jeder Position heraus ablesbar. Im Freien ist ein Ablesen des Displays möglich, wenn die Sonne nicht allzu hell strahlt.
Leistung – Genug für Office und Internet
Das Dell Latitude 5310 zählt zu den 13,3-Zoll-Business-Notebooks der Mittelklasse. Der verbaute Prozessor bietet genug Rechenleistung für Office- und Internetanwendungen. Unser Testgerät ist für knapp 1.300 Euro zu bekommen. Andere Ausstattungsvarianten sind verfügbar.
Prozessor
Der kleine Dell-Rechner hat einen Core-i5-10310U-Vierkernprozessor an Bord, der auf Intels Comet-Lake-Architektur basiert. Die CPU arbeitet mit einer Basisgeschwindigkeit von 1,7 GHz. Mittels Turbo ist eine Steigerung auf 4 GHz (vier Kerne) bis 4,4 GHz (ein Kern) möglich. Hyperthreading (zwei Threads pro Kern) wird unterstützt.
Die Multi-Thread-Tests der Cinebench-Benchmarks bearbeitet der Prozessor für kurze Zeit mit 3,4 bis 4 GHz. Dann sinkt der Takt schrittweise auf 3,2 bis 3,3 GHz. Die Single-Thread-Tests werden mit 4 bis 4,4 GHz durchlaufen. Im Akkubetrieb liegen die Taktraten bei 1,8 bis 2,8 GHz (Multi-Thread) bzw. 1,4 bis 1,8 GHz (Single-Thread).
Ob der CPU-Turbo im Netzbetrieb dauerhaft zum Einsatz kommt, überprüfen wir, indem wir den Multi-Thread-Test des Cinebench-R15-Benchmarks für mindestens 30 Minuten in einer Schleife laufen lassen. Die Resultate verbleiben durchgehend auf relativ konstanter Höhe. Der CPU-Turbo kommt auf mittlerem Niveau zum Einsatz.
System Performance
Das System arbeitet flink und flüssig. Der Prozessor stellt genug Leistung für Office- und Internetanwendungen bereit. Eine leichte Steigerung der Gesamtleistung wäre durch die Aktivierung des Dual-Channel-Modus zu erreichen. Dazu müsste ein zweites Arbeitsspeichermodul in das Notebook eingebaut werden.
DPC-Latenzen
In unserem standardisierten Latency-Monitor-Test (Websurfen, 4k-Videowiedergabe, Prime95 High-Load) konnten wir Auffälligkeiten bei den DPC-Latenzen beobachten. Das System scheint nicht für Video- und Audiobearbeitung in Echtzeit geeignet zu sein.
Massenspeicher
Als Systemlaufwerk dient eine NVMe-SSD (M.2-2280) der Firma SK Hynix, die insgesamt 512 GB Speicherplatz zur Verfügung stellt. Die Transferraten fallen gut aus. Platz für weitere Massenspeicher bietet das Notebook nicht.
Grafikkarte
Für die Grafikausgabe ist Intels UHD-Graphics-620-Grafikkern zuständig. Die GPU unterstützt DirectX 12 und arbeitet mit Geschwindigkeiten zwischen 300 und 1.150 MHz. Die 3D-Mark-Resultate bewegen sich auf einem normalen Niveau für die GPU. Eine Leistungssteigerung wäre durch die Aktivierung des Dual-Channel-Modus zu erreichen.
Gaming Performance
Die Hardware kann einige der Spiele, die sich in unserer Datenbank befinden, flüssig auf den Bildschirm bringen – mit niedrigen Auflösungen und geringen Qualitätseinstellungen. Das umfasst Titel, die nur moderate Anforderungen an die Hardware stellen. Eine Steigerung der Bildwiederholraten wäre durch den Einbau eines zweiten Arbeitsspeichermoduls (= Dual-Channel-Modus aktiv) zu erreichen. Aber auch dann wären aktuelle, leistungshungrige Kracher wie Mafia Definitive Edition nicht spielbar.
Emissionen – Lärm- und Wärmeentwicklung auf akzeptablem Niveau
Geräuschemissionen
Im Leerlauf und bei geringer Last steht der Lüfter oftmals still und es herrscht Lautlosigkeit. Unter Last dreht er auf. So registrieren wir während des Stresstests einen maximalen Schalldruckpegel von 41,2 dB(A).
Temperatur
Unseren Stresstest (Prime95 und Furmark laufen für mindestens eine Stunde) bearbeiten CPU bzw. GPU für einige Sekunden mit 1,8 bis 2,8 GHz bzw. 1.150 MHz. Dann sinken die Geschwindigkeiten auf 1,4 GHz (CPU) bzw. 1.050 MHz (GPU) und verbleiben auf diesem Niveau. Das gilt für den Netz- und den Akkubetrieb. Der Stresstest stellt ein Extremszenario dar, welches so im Alltag nicht auftritt. Wir überprüfen mit diesem Test, ob das System auch bei voller Auslastung stabil läuft.
Übermäßig stark erwärmt sich das Latitude nicht. Während des Stresstests registrieren wir an einigen Messpunkten Temperaturen jenseits von 40 Grad Celsius. Im Alltagsbetrieb liegen die Werte durchweg im grünen Bereich.
Lautsprecher
Die Stereolautsprecher haben ihren Platz im vorderen Bereich der Geräteunterseite gefunden. Sie produzieren insgesamt einen ordentlichen Klang. Die Maximallautstärke fällt recht gering aus.
Energieverwaltung – Das Latitude bietet hervorragende Akkulaufzeiten
Energieaufnahme
Auffälligkeiten bezüglich des Energiebedarfs bestehen nicht. Im Leerlauf messen wir eine maximale Leistungsaufnahme von 6,9 Watt. Während des Stresstests (Prime95 und Furmark laufen für mindestens eine Stunde) steigt der Wert für wenige Sekunden auf bis zu 58 Watt. Die Nennleistung des Typ-C-USB-Netzteils beträgt 65 Watt.
Akkulaufzeit
Die Akkulaufzeiten fallen hervorragend aus. Unseren WLAN- (Aufruf von Webseiten mittels eines Skripts) bzw. Videotest (Kurzfilm Big Buck Bunny (H.264-Kodierung, FHD) läuft in einer Schleife) beendet der 13,3-Zöller nach 12:40 h bzw. 17:06 h. Die ermittelte Maximallaufzeit liegt bei etwas über 26 Stunden.
Fazit
Das Latitude stellt einen ausdauernder Begleiter für den Arbeitsalltag dar. Eine Akkuladung sollte das Gerät durch den Tag bringen. Energie könnte durch das mitgelieferte Typ-C-USB-Netzteil oder ein proprietäres Dell-Netzteil nachgetankt werden.
Der verbaute Core-i5-Prozessor stellt mehr als genug Rechenleistung für Office- und Internetanwendungen bereit. Wärme- und Lärmentwicklung bewegen sich auf einem akzeptablen Niveau.
Der CPU stehen 8 GB Arbeitsspeicher (1x 8 GB, Single-Channel-Modus, max. 32 GB) zur Seite. Hier bietet sich der Einbau eines zweiten Arbeitsspeichermoduls an, um so den Dual-Channel-Modus zu aktivieren. Eine NVMe-SSD (512 GB) sorgt für ein flink und flüssig werkelndes System. Ein Tausch der SSD gegen ein schnelleres und/oder großkapazitiveres Modell wäre machbar. Aufrüst- und Wartungsmaßnahmen erfordern eine Demontage der Unterschale.
Der Bildschirm (FHD, IPS) punktet mit matter Oberfläche, stabilen Blickwinkeln, akzeptabler Farbdarstellung und ordentlicher Farbraumabdeckung. Helligkeit und Kontrast gehen grundsätzlich in Ordnung. Nichtsdestotrotz gebietet das Preisniveau des Notebooks mehr. Dell hält für das Latitude optional ein LTE-Modem bereit. Unser Testgerät kann kein Modem vorweisen. Es könnte aber nachgerüstet werden. LTE-Antennen und SIM-Karten-Schlitz sind vorhanden.
