Wer heute ein neues Smartphone sucht, muss nicht automatisch 800 oder 1.000 Euro ausgeben. Der aktuelle Vergleich von Smartphones bis 300 Euro zeigt eindrucksvoll, dass bereits in der unteren Mittelklasse Geräte mit OLED-Display, 5G, leistungsfähigen Kameras und ausdauernden Akkus erhältlich sind.
Besonders interessant: Mehrere günstige Smartphones erreichen im Test ein gutes Gesamturteil. Das Motorola Edge 70 Fusion kommt beispielsweise auf die Testnote 1,8 und verbindet ein großes OLED-Display mit ordentlicher Leistung, schneller Ladefunktion und einem vergleichsweise leichten Gehäuse.
Doch ein Punkt wird bei der Kaufentscheidung häufig unterschätzt: der Akku. Ein Smartphone kann nach einigen Jahren noch technisch völlig ausreichend sein, während die Akkukapazität deutlich nachlässt. Deshalb lohnt es sich schon beim Kauf, auf die langfristige Möglichkeit eines Handy-Akkus beziehungsweise eines späteren Ersatzes zu achten.
Was leisten Smartphones für weniger als 300 Euro?
Die Preisklasse unter 300 Euro hat sich stark verändert. Früher mussten Käufer bei günstigen Geräten häufig deutliche Kompromisse bei Display, Kamera oder Verarbeitung akzeptieren. Heute sieht die Situation anders aus.
Im aktuellen Vergleich schneiden mehrere Smartphones bis 300 Euro beim Display sogar mit „sehr gut“ ab. OLED-Technik ist längst nicht mehr ausschließlich den teuren Premium-Modellen vorbehalten.
Auch bei der Akkulaufzeit können günstige Smartphones überzeugen. Das Motorola Edge 70 Fusion erreicht im Test unter LTE und bei 60 Hz rund 19 Stunden und 29 Minuten. Das Xiaomi Poco M8 Pro kommt sogar auf gut 20 Stunden.
Damit wird deutlich: Wer hauptsächlich soziale Netzwerke, Streaming, Navigation, Messenger und normale Alltagsanwendungen nutzt, muss nicht zwangsläufig zu einem High-End-Smartphone greifen.
Motorola Edge 70 Fusion: Der ausgewogene Testsieger
Das Motorola Edge 70 Fusion ist in diesem Vergleich die Top-Empfehlung. Mit einem Preis ab etwa 271 Euro bietet das Gerät ein auffällig umfangreiches Gesamtpaket.
Das 6,8 Zoll große OLED-Display gehört zu den großen Stärken. Die hohe Bildwiederholrate von bis zu 144 Hertz sorgt für flüssige Bewegungen, während die hohe Helligkeit die Nutzung im Freien erleichtert.
Beim Prozessor setzt Motorola auf den Snapdragon 7s Gen 3. Dieser Chip ist zwar kein Performance-Monster, bietet für typische Smartphone-Aufgaben aber ausreichend Reserven.
Interessanter ist die Kombination aus Akku und Ladegeschwindigkeit. Der 5.200-mAh-Akku ermöglicht im Test eine Laufzeit von fast 19,5 Stunden. Gleichzeitig lässt sich das Gerät kabelgebunden innerhalb von 30 Minuten auf rund 64 Prozent laden.
Die Kamera arbeitet ebenfalls ordentlich. Einen optischen Telezoom gibt es allerdings nicht. Bei genauer Betrachtung können außerdem Bildrauschen und teilweise zu stark geglättete Details auffallen.
Xiaomi Poco M8 Pro: Besonders stark bei Display und Laufzeit
Mit einer Testnote von 1,8 gehört auch das Xiaomi Poco M8 Pro zu den interessantesten Smartphones bis 300 Euro.
Das OLED-Display ist eine der größten Stärken des Geräts. Dazu kommen eine solide Alltagsleistung, eine brauchbare Dual-Kamera und eine lange Akkulaufzeit.
Im Test erreicht das Poco M8 Pro rund 20 Stunden und 2 Minuten. Damit eignet es sich insbesondere für Nutzer, die ihr Smartphone intensiv verwenden und möglichst selten eine Steckdose suchen möchten.
Allerdings gibt es auch Einschränkungen. Eine eSIM wird nicht unterstützt, ein optischer Zoom fehlt und kabelloses Laden ist ebenfalls nicht vorhanden. Zudem kann die Software mit Werbung auffallen.
Redmi Note 15 Pro 5G: Solides Gesamtpaket
Das Xiaomi Redmi Note 15 Pro 5G erreicht eine Testnote von 1,9 und positioniert sich damit ebenfalls weit vorne.
Das 6,8 Zoll große OLED-Panel wird mit „sehr gut“ bewertet. Hinzu kommen eine ordentliche Alltagsp-Leistung und eine gute Akkulaufzeit von 17 Stunden und 1 Minute.
Bei der Kamera zeigt sich allerdings ein typischer Kompromiss dieser Preisklasse: Die Ausstattung ist grundsätzlich überzeugend, bei Dämmerlicht können Fotos jedoch unnatürlich wirken.
Auch beim Laden wäre mehr möglich. Wer besonders schnelles Laden oder Wireless Charging erwartet, findet hier nicht die optimale Lösung.
Samsung Galaxy A37 5G: Langfristig interessant
Eine weitere interessante Option ist das Samsung Galaxy A37 5G. Das Modell erreicht ebenfalls die Testnote 1,9 und punktet vor allem mit seinem großen OLED-Display, einer Triple-Kamera und einem langen Updateversprechen.
Besonders bemerkenswert ist die Software-Unterstützung bis 2032. Für Käufer, die ihr Smartphone mehrere Jahre verwenden möchten, kann dieser Faktor wichtiger sein als ein etwas schnellerer Prozessor.
Die Akkulaufzeit liegt im Test bei 18 Stunden und 6 Minuten. Ein optischer Kamerazoom fehlt allerdings, und auch kabelloses Laden gehört nicht zur Ausstattung.
Nothing Phone (3a): Gute Kamera für die Mittelklasse
Das Nothing Phone (3a) landet mit einer Testnote von 2,0 ebenfalls in der Spitzengruppe.
Das Smartphone besitzt ein 6,8-Zoll-OLED-Display und bietet eine für die Mittelklasse interessante Triple-Kamera mit Telezoom. Gerade beim Fotografieren kann diese Ausstattung gegenüber vielen anderen günstigen Smartphones einen praktischen Vorteil darstellen.
Auch die Kombination aus Laufzeit und Ladegeschwindigkeit überzeugt.
Allerdings wirkt die Ausstattung in einigen Punkten bereits etwas älter. Zudem fehlt ein vollständiger Wasserschutz. Die ungewöhnlich platzierte Funktionstaste kann ebenfalls gewöhnungsbedürftig sein.
Samsung Galaxy A56 5G: Großes Display und lange Unterstützung
Das Samsung Galaxy A56 5G erreicht im Vergleich die Note 2,1. Zu seinen Stärken gehören das 6,7 Zoll große OLED-Display, lange Akkulaufzeiten und eine gute Triple-Kamera.
Samsung verspricht Sicherheitsupdates bis 2031. Damit ist das Galaxy A56 5G auch für Nutzer interessant, die ihr Gerät nicht nach zwei Jahren austauschen möchten.
Der fehlende optische Zoom und das nicht vorhandene kabellose Laden gehören dagegen zu den Nachteilen.
Der Akku wird nach dem Kauf immer wichtiger
Bei der Bewertung eines Smartphones sollte nicht nur die Akkulaufzeit im Neuzustand berücksichtigt werden.
Lithium-Ionen-Akkus verlieren mit zunehmender Anzahl von Ladezyklen schrittweise an Kapazität. Nach mehreren Jahren kann sich das deshalb deutlich auf die tatsächliche Laufzeit auswirken.
Genau hier wird die Möglichkeit eines späteren Ersatzakkus interessant.
Ein Smartphone, das ursprünglich 18 oder 20 Stunden durchhält, kann nach einigen Jahren deutlich früher wieder an die Steckdose müssen. Wenn das Gerät ansonsten noch schnell genug ist, aktuelle Apps unterstützt und Software-Updates erhält, kann ein neuer Akku wirtschaftlich sinnvoller sein als der komplette Neukauf.
Für Besitzer unterschiedlicher Marken lohnt sich deshalb ein Blick auf ein Sortiment wie Batteriewelt. Dort sind Ersatzakkus für zahlreiche Smartphone-Marken und Modelle zu finden.
Nicht nur auf den Prozessor schauen
Der Vergleich zeigt außerdem, dass die reine Prozessorleistung nicht automatisch über die Qualität eines Smartphones entscheidet.
Alle sechs vorgestellten Geräte werden bei der Leistung lediglich mit „befriedigend“ bewertet. Trotzdem erreichen mehrere Modelle insgesamt gute Testnoten.
Das liegt daran, dass im Alltag weitere Faktoren entscheidend sind:
- Qualität und Helligkeit des Displays
- Akkulaufzeit
- Ladegeschwindigkeit
- Kameraqualität
- Software-Unterstützung
- Verarbeitung und Gewicht
- Wasserschutz
- Funkstandards
- langfristige Wartungsmöglichkeiten
Wer ein Smartphone mehrere Jahre nutzen möchte, sollte daher neben dem Kaufpreis auch die langfristigen Betriebskosten berücksichtigen.
Welches Smartphone unter 300 Euro ist die beste Wahl?
Die Antwort hängt stark vom persönlichen Schwerpunkt ab.
Das Motorola Edge 70 Fusion ist besonders interessant, wenn ein leichtes Gehäuse, ein hochwertiges OLED-Display, gute Akkulaufzeit und schnelles Laden im Mittelpunkt stehen.
Das Xiaomi Poco M8 Pro eignet sich für Nutzer, die vor allem ein gutes Display und maximale Laufzeit für ihr Geld suchen.
Das Redmi Note 15 Pro 5G bietet ein ausgewogenes Gesamtpaket.
Das Samsung Galaxy A37 5G punktet mit langer Software-Unterstützung und einem vielseitigen Kamerasystem.
Das Nothing Phone (3a) ist interessant für Nutzer, die Wert auf Kamera und Telezoom legen.
Das Samsung Galaxy A56 5G wiederum kombiniert ein großes OLED-Display mit guter Kamera und langfristiger Sicherheitsunterstützung.
Fazit: Günstig kaufen, langfristig denken
Der aktuelle Vergleich macht deutlich, dass Smartphones bis 300 Euro längst keine Notlösung mehr darstellen. OLED-Displays, gute Kameras, lange Akkulaufzeiten und moderne Funkstandards sind mittlerweile auch in dieser Preisklasse zu finden.
Die günstigen Smartphones zeigen allerdings auch, dass Käufer genau auf die jeweiligen Schwächen achten sollten. Kabelloses Laden, Telezoom, eSIM oder besonders leistungsfähige Prozessoren sind beispielsweise nicht selbstverständlich.
Wer dagegen ein Gerät für mehrere Jahre anschaffen möchte, sollte zusätzlich den Handy-Akku im Blick behalten. Eine gute Akkulaufzeit ist beim Neukauf wichtig – die Möglichkeit, später einen passenden Ersatzakku zu finden, kann aber genauso entscheidend sein.
Denn ein Smartphone muss nicht automatisch ausgedient haben, nur weil der Akku nach einigen Jahren schwächer wird. Mit einem passenden Akku-Ersatz kann sich die Nutzungsdauer eines ansonsten noch leistungsfähigen Geräts unter Umständen deutlich verlängern.
Kurzüberblick
| Modell | Testnote | Display | Akkulaufzeit | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Motorola Edge 70 Fusion | 1,8 | 6,8″ OLED | 19:29 h | Leicht, schnell, 144 Hz |
| Xiaomi Poco M8 Pro | 1,8 | 6,8″ OLED | 20:02 h | Sehr lange Laufzeit |
| Redmi Note 15 Pro 5G | 1,9 | 6,8″ OLED | 17:01 h | Starkes Gesamtpaket |
| Samsung Galaxy A37 5G | 1,9 | 6,7″ OLED | 18:06 h | Updates bis 2032 |
| Nothing Phone (3a) | 2,0 | 6,8″ OLED | 16:21 h | Triple-Kamera mit Telezoom |
| Samsung Galaxy A56 5G | 2,1 | 6,7″ OLED | 17:05 h | Sicherheitsupdates bis 2031 |
