Neues Windows 10-Build startet “Multi-Apps-Erfahrung” für Android

Microsoft hat eine weitere Vorschau-Version im Windows 10 Insider-Programm veröffentlicht. Dabei testet man im Dev-Channel jetzt die vor einiger Zeit angekündigte Option, mehrere Android-Apps gleichzeitig auf dem Windows-Desktop zu nutzen.

Das hat Windows-Manager Brandon LeBlanc jetzt in einem Blogbeitrag für die Windows Insider bestätigt. Die Möglichkeit, mit einem Samsung-Smartphone, der Begleiter-App “Ihr Smartphone” und einer Windows 10 Vorschau-Version Android-Apps auf dem PC zu nutzen, ist eines der interessantesten neuen Funktionen, an denen Microsoft derzeit arbeitet.

“Multi-Apps-Erfahrung” gestartet

Mit dem neuen Windows 10 Insider Preview-Build 20257 (FE_RELEASE) kann man nun auch mit mehreren Android-Apps gleichzeitig auf dem Windows-PC arbeiten. Die “Multi-Apps-Erfahrung” kann damit nun von allen Insidern, die sich für den Dev Channel entschieden haben, ausprobiert werden. Die Anwendungen werden dazu in separaten Fenstern gestartet, so dass Sie mit mehreren Anwendungen gleichzeitig interagieren können. Die “Ihr Smartphone”-App muss dabei im übrigen nicht geöffnet sein.

Die Multi-Apps-Funktion ist auf unterstützten Samsung Galaxy-Handys (Note20 5G, Note20 Ultra 5G, Z Fold2 5G, Z Flip, Z Flip 5G), auf denen Android 10 mit Link to Windows (LTW)-Integration läuft, verfügbar. Die nötigen Änderungen wurden dafür bereits in der vergangenen Woche serverseitig gestartet.

Neben der Neuerungen bringt das Insider-Update eine Vielzahl an Fehlerbehebungen. Ganz ausgemerzt ist die lange Liste an Problemen aber nicht.

Zu den weiteren bekannten Problemen gehört:

Wir prüfen Berichte über den Aktualisierungsprozess, die über längere Zeiträume hängen, wenn versucht wird, ein neues Build zu installieren.

Live-Vorschauen für angeheftete Sites sind noch nicht für alle Insider aktiviert, so dass Sie möglicherweise ein graues Fenster sehen, wenn Sie mit der Maus über die Miniaturansicht in der Taskleiste fahren. Wir arbeiten weiter daran, dieser Erfahrung den letzten Schliff zu geben.

Wir arbeiten daran, die neue Taskleisten-Erfahrung für bestehende angeheftete Sites zu aktivieren. In der Zwischenzeit können Sie die Site aus der Taskleiste lösen, sie von der Seite edge://apps entfernen und dann neu anheften.

Wir untersuchen Berichte, dass einige Benutzer den Fehler 0x80070426 sehen, wenn sie sich mit ihrem Microsoft-Konto bei verschiedenen Anwendungen anmelden. Wenn er bei Ihnen auftritt, kann ein Neustart Ihres PCs dies beheben.

Wir untersuchen ein Problem, bei dem nach diesem Build keine Laufwerke unter Einstellungen > System > Speicher > Laufwerke und Volumes verwalten angezeigt werden. Als Workaround können Sie Ihre Datenträger mit dem klassischen Datenträgerverwaltungstool verwalten.

Wir untersuchen Berichte, dass einige Bildschirme fälschlicherweise schwarzen Text auf dunklen Hintergründen anzeigen, wenn das Dunkle Theme aktiviert ist.

Resume on Reboot: Google vereinfacht OTA-Installationen über Nacht

Egal ob iOS oder Android, wenn ihr ein Betriebssystemupdate installiert, müsst ihr nach Installation das Smartphone entsperren, erst dann werden Apps wieder richtig funktionieren und Benachrichtigungen eintrudeln. Sollten Updates in der Nacht automatisch installiert werden und ihr vergesst das Entsperren, gehen euch möglicherweise wichtige Nachrichten flöten.

Support Resume on Reboot When an OTA is downloaded, the RecoverySystem can be triggered to store the user’s lock screen knowledge factor in a secure way using the IRebootEscrow HAL. This will allow the credential encrypted (CE) storage, keymaster credentials, and possibly others to be unlocked when the device reboots after an OTA.

Google arbeitet nun anscheinend an einer Funktion namens „Resume on Reboot“, die genau dieses Problem beheben soll. Dieser Mechanismus sichert den eingeloggten Status des Systems in das Recovery System und kann so nach erfolgreicher OTA-Installation automatisch wieder in den zuletzt vorhandenen Stand des Smartphones zurückgehen. Durch die technischen Voraussetzungen der Lösung wird das Ganze aber nicht für jedes Smartphone verfügbar sein, auf jeden Fall aber für das Pixel 4. Mit welchem Android-Release diese Funktion verteilt wird, ist aber noch nicht klar.

Android Updates sollen künftig viel schneller erfolgen

Google will die Update-Probleme von Android mit einer neuen Strategie beheben. Teil davon sind Vereinfachungen für Entwickler, die an Android arbeiten.

Android OS, das auf Linux basiert, bietet jede Menge Vorteile, unter anderem die Modularität des Frameworks. Allerdings liegt genau darin auch ein zentrales Problem von Android begründet: nämlich die Fragmentierung der verschiedenen Android-Versionen.

Weil viele unterschiedliche Smartphone-Hersteller ihre Geräte mit angepassten Android-Versionen ausstatten, müssen sie von Google ausgelieferte Updates erst für die jeweilige Hardware anpassen. Und das kann teilweise ganz schön lange dauern – vor allem, weil es sich auch finanziell nicht mehr auszahlt, je älter die Smartphones werden. Aber selbst Besitzer neuer Smartphones warten oft Monate auf ein Android-Update, das Google längst veröffentlicht hat.

Um diesem seit Jahren vorherrschenden Ärgernis von Android OS zu begegnen, hat Google mittlerweile verschiedene interne Projekte am Start, die Abhilfe schaffen sollen. Wie von GoogleWatchBlog zusammengefasst handelt es sich dabei um Project Treble, Project Mainline und ein neuer Linux-Kernel:

Project Treble gibt es seit Android Oreo und teilt Android in mehrere Layer auf. Dadurch müssen Smartphone-Hersteller nur noch das obere Layer anpassen – alles andere lässt sich mit Googles Standardversion updaten.

Project Mainline existiert seit Android 10 und basiert auf Project Treble und teilt das Betriebssystem in einzelne Module auf, die Google größtenteils selbst und herstellunabhängigüber den Play Store mit Updates versorgen kann.

Ganz neu ist die Info, dass der Android-Kernel künftig vollständig auf den Linux-Kernel setzen soll und damit Anpassungen überflüssig macht. So kann Google einfach den aktuellsten Linux Stable Kernel nutzen und erforderliche Anpassungen der Chipsatz-Hersteller sollen über separate Module erfolgen.

Google setzt ergänzend dazu auf einen Update-Zwang für alle Hersteller, die Android nutzen wollen. Dieser Zwang fällt allerdings ziemlich zahm aus. Zwar verpflichtet Google die Hersteller zu Sicherheitsupdates und Android-Updates für mindestens zwei Jahre nach Verkaufsstart der Smartphones oder Tablets. Wann die Hersteller diese Updates aber innerhalb des Zeitrahmens ausrollen, bleibt ihnen selbst überlassen.

Trotzdem dürften die Vereinfachungen und die Umstrukturierung von Android insgesamt den Update-Prozess deutlich erleichtern. Weil Google jetzt mehr Einfluss auf die Versorgung der Geräte mit Android-Updates besitzt, werden Android-Nutzer künftig schneller in den Genuss entsprechender Aktualisierungen kommen.

Google will Android neu aufstellen: Betriebssystem soll umgebaut werden

Android-Nutzer wissen: Es dauert ewig, bis auf ihrem Smartphone das neue Systemupdate verfügbar ist. Wenn es um Systemupdates auf lange Sicht geht, zieht Android gegenüber seinem großen Rivalen iOS nach wie vor stets den Kürzeren. Doch dieses und einige weitere Probleme möchte Google nun angehen und muss das gesamte Betriebssystem dabei von innen heraus neu aufstellen.

Das Android-System baut auf einem ziemlich stark von Google modifizierten Linux-Kernel auf. Dieser Kernel ist dabei eines der wichtigsten Bestandteile der Software, denn es fungiert als eine Art zentrales Modul während der Nutzung von Smartphones: Als Schnittstelle zwischen der auf dem Handy installierten Software und der verbauten Hardware (Touchscreen, CPU, …) könnte man den Kernel als eine Art “Kern des Systems” bezeichnen. Dementsprechend spielt er für die Entwicklung neuer Android-Versionen auch stets eine wichtige Rolle: Mit einer neuen Version des Betriebssystems geht immer auch eine neue Kernel-Version einher. Passen Kernel und Software nicht zusammen, kann das massive Folgen bis hin zum vollständigen Defekt des Gerätes haben.

Da Hersteller viel Geld in die Entwicklung einer neuen Kernel-Version mit jedem Update stecken müssen, wird der Support von Systemupdates vieler Android-Geräte bereits nach zwei Jahren eingestellt. Low-Budget-Devices werden nicht selten sogar nur mit einem größeren Systemupdate versorgt. Dieses und einige weitere, kleinere Probleme möchte Google mit einem drastischen Schritt und einer riesigen Mammut-Aufgabe nun verändern.

CPU-Hersteller sollen Kernel erweitern können

In Zukunft möchte Google für sein mobiles Betriebssystem auf einen neuen Kernel setzen, der vollständig auf Linux basiert und nicht mehr wie bisher so stark von Google bearbeitet wird. Dennoch möchte der US-Gigant weiterhin ermöglichen, den Linux-Kernel anzupassen: Statt eines direkten Zugriffs in den Quellcode des Kernels sollen Chipset-Hersteller, darunter Qualcomm, Snapdragon, Huawei und Co, den Linux-Kernel einfach erweitern können. Somit soll ein längerer Support eines Kernels für das Android OS ermöglicht werden, da pro Update weniger Mühen in die Weiterentwicklung gesteckt werden muss.

Bisher sind diese Pläne noch sehr theorie-lastig. Allen Anschein nach sind interne Pläne von Google allerdings bereits weiter fortgeschritten. Womöglich lassen sich daher bereits ab Android 11 R erste Veränderungen im Kernel finden. Auf Dauer könnte das zu einem längeren Support aller Android-Smartphones mit Systemupdates führen. Vor allem mit Project Treble hat Google bereits eine gute Arbeit geleistet, den Herstellern das Importieren neuer Android-Versionen zu erleichtern. Auch das Android-One-Programm schlägt positives Feedback: Garantierte Systemupdates über mindestens zwei Jahre und Sicherheitsupdates über drei Jahre geben dem User eine gewisse Zukunftssicherheit vor dem Kauf – auch, wenn die Update-Politik noch nicht an die von Apple heranreicht.