GeForce RTX 3080: EVGA lässt die FTW3 Ultra mit 450-Watt-BIOS von der Leine

Während Käufer noch immer auf eine breite Verfügbarkeit der GeForce-RTX-3000-Serie warten, hat EVGA ein neues BIOS für die GeForce RTX 3080 FTW3 Ultra freigegeben und lässt die Grafikkarte mit 450 Watt TDP noch weiter von der Leine. Bereits im Auslieferungszustand ist diese mit 400 Watt durchaus großzügig bemessen.

EVGA schärft Ampere-Gaming nach

Vor wenigen Stunden hat der EVGA-Support über das offizielle Forum des Unternehmens bekanntgegeben, dass die GeForce RTX 3080 FTW3 Ultra insgesamt zwei neue BIOS-Versionen für das Dual-BIOS der Ampere-Grafikkarte erhält. Beide Versionen wurden auch bereits im Forum von EVGA als Beta freigegeben.

Die neuen BIOS-Versionen tragen die Kennung 94.02.24.48.88 und ersetzen das BIOS mit der Kennung 94.02.26.80.2C. Das neue reguläre BIOS ersetzt das alte BIOS, wenn sich der BIOS-Switch auf „Normal“ befindet, das neue OC-BIOS tritt an die Stelle des alten BIOS, wenn der Schalter auf „OC“ steht.

Zur Installation der neuen BIOS-Versionen gibt EVGA den Nutzern entsprechende Instruktionen mit auf den Weg:

BIOS Instructions (Windows Installation): Download the correct .zip file below for your graphics card below.

Extract the files to a location on disk.

Make sure no programs are running in the background, and double click Update.exe

Press “Y” to begin the update.

After update, restart PC.

NOTE: There are 2 BIOS’s, one is for the BIOS when switched to the normal stock position, the other if switched to the OC position

Hersteller empfiehlt ein Netzteil mit mindestens 850 Watt

Wie Asus zuvor, empfiehlt auch EVGA für die mit höherer TDP versehenen Grafikkarten der GeForce-RTX-3000-Serie besonders leistungsstarke Netzteile.

Im Falle der EVGA GeForce RTX 3080 FTW3 Ultra mit neuem OC-BIOS empfiehlt der Hersteller mindestens ein Netzteil mit 850 Watt Leistung und einer Gold-Zertifizierung nach 80Plus.

GeForce RTX 3080: Inhaber berichten vermehrt von Abstürzen in Spielen

Viele Interessenten warten noch auf die Möglichkeit, eine GeForce RTX 3080 überhaupt kaufen zu können, da berichten erste Inhaber von Problemen. Sie sollen sich über Abstürze bei Taktraten von über 2,0 GHz äußern, die den Spieler zurück auf den Desktop werfen. Meldungen liegen ganz unterschiedliche Varianten zu Grunde.

Abstürze bei mehr als 2,0 GHz Takt

Bereits am Freitag vergangener Woche hatte ein Anwender bei LinusTechTips von Abstürzen in Spielen mit der Zotac GeForce RTX 3080 Trinity berichtet, am Dienstag folgten Inhaber der MSI GeForce RTX 3080 Ventus 3X OC in einem inzwischen viel diskutierten Beitrag im Forum von Overclockers.co.uk. Mittlerweile gibt es auch im Forum von ComputerBase derartige Meldungen. Die gemeldeten 2,0 GHz liegen höher als der typische GPU-Takt der GeForce RTX 3080 in Spielen.

Bei einem Boost-Takt von 2,00 bis 2,05 GHz kommt es demzufolge bei den betroffenen Besitzern vermehrt zu einem CTD (Crash to Desktop) in Spielen und deren Integrierten Benchmarks wie beispielsweise Assassin‘s Creed Odyssee (Test).

Die Karte boostet mit Default-Settings in Spielen nach nur wenigen Sekunden mit bis zu 2.040 MHz deutlich zu hoch, was dann natürlich einen Crash verursacht.

R-47, Community-Mitglied

Auch im offiziellen Nvidia-Forum mehren sich vergleichbare Meldungen, die darauf schließen lassen, dass es sich hierbei nicht um eine Eintagsfliege handelt und eine Vielzahl an Spielen, aber auch Grafikkarten betroffen sind: Auch Inhaber von EVGA-Modellen sowie der Gaming-(X-)Trio-Variante von MSI melden ein vergleichbares Verhalten. Im Forum von TomsHardware, Reddit und Tweakers.net finden sich weitere „Hilferufe“.

Liegt es am Netzteil oder Treiber?

Die Inhaber der Grafikkarten haben sie nach eigenen Angaben nicht übertaktet, die genutzten Netzteile sind oft 750 Watt stark oder stärker. Ein klares Bild ergeben die vielen Beiträge in den verschiedensten Foren aber noch nicht. Die Bandbreite der genannten Modelle lässt auch ein Treiberproblem wahrscheinlich erscheinen. ComputerBase konnte das Verhalten in der Redaktion mit der Founders Edition, der MSI Gaming X Trio sowie der Asus TUF Gaming OC bisher kein einziges Mal nachvollziehen – und der Testparcours ist umfangreich und beinhaltet auch längere Volllastphasen. Das Netzteil ist 1.500 Watt stark.

Offset sorgt vorerst für Abhilfe

Hersteller haben sich bisher noch nicht zu den gemeldeten Problemen geäußert, die Redaktion steht seit heute im Kontakt. Nutzer haben sich in der Zwischenzeit selbst „geholfen“.

Ein negatives Offset von mindestens 100 MHz beim GPU-Takt kann vorerst Abhilfe schaffen, auch steht das Windows-10-Feature „Hardware-beschleunigte GPU-Planung“ im Verdacht, die Probleme im aktivierten Zustand zu verstärken. Diese kann unter Windows 10 über „Einstellungen > System > Anzeige > Grafikeinstellungen“ deaktiviert werden.

Die Boost-Frequenzen selbst, die seit Pascal verschlüsselt im BIOS der Grafikkarte hinterlegt sind, lassen sich nicht direkt bearbeiten – ein entsprechender Offset für den GPU-Takt lässt sich allerdings über den MSI Afterburner einstellen.

Um den Takt der Ampere-Generation entsprechend anzupassen, wird der MSI Afterburner 4.6.3 Beta 2 benötigt, der auch über das Download-Archiv von ComputerBase heruntergeladen werden kann.

Die Redaktion dankt Community-Mitglied „R-47“ für seinen Hinweis zu dieser Meldung.