Dell überholt Apple: MacBook Pro gleich dreimal geschlagen

Diese Niederlage schmerzt besonders: Gegenüber dem neuen Dell XPS 13 muss sich das MacBook gleich dreimal geschlagen geben. Hat Apple etwa den technischen Anschluss verloren?

Dass Apple in seinen MacBooks nicht immer die neueste Technik verbaut, ist ein offenes Geheimnis. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Brandneue Technologien sind teuer und oft auch mit Kinderkrankheiten behaftet. Sich etwas in Geduld zu üben, kann sich also durchaus lohnen. Zu lange sollte man aber auch nicht warten, wie das neue Dell XPS 13 beweist.

Neues Dell XPS 13 bietet bessere Hardware als MacBook Pro

Wie gewohnt bietet Dell das XPS 13 in zwei Varianten an: Einmal als klassisches Notebook und einmal als 2-in-1-Covertible. Beiden Ausführungen ist sowohl die 13-Zoll-Displaydiagonale gemein als auch die Tatsache, dass sie die MacBook-Pro-Konkurrenz in gleich drei wichtigen Ausstattungsmerkmalen überholen:

Prozessoren: Die neuen XPS-13-Notebooks haben Intel-Prozessoren der 11. Generation (Tiger Lake) an Bord. Aktuelle MacBooks müssen sich mit der 10. Generation zufrieden geben.

Anschlüsse: Teil der Tiger-Lake-Prozessoren ist auch Thunderbolt 4. Bei den MacBooks von Apple ist bereits bei Thunderbolt 3 Schluss.

Displays: Optional bietet Dell die XPS-13-Reihe mit 4K-Displays an. Darauf müssen MacBooks verzichten.

Die neuen Dell XPS 13 sollen Ende September in den USA und Kanada auf den Markt kommen, berichtet The Verge. Weitere Länder folgen in den kommenden Wochen. Preislich beginnen die Geräte bei 999 US-Dollar, Europreise wurden noch nicht kommuniziert.

Kommen noch neue MacBooks mit Intel-Prozessoren?

Wer jetzt einwendet, dass Apple mit dem Wechsel auf eigene Prozessoren ohnehin keinen Grund mehr hat, neue Intel-Chips zu verbauen, könnte sich irren. Die Übergangsphase soll laut Apple zwei Jahre dauern. Denkbar ist also, dass der Konzern noch neue MacBook Pros mit Tiger-Lake-Chips und Thunderbolt 4 in der Pipeline hat – nur eben erst Monate später nach der Konkurrenz von Dell und Co. Zumindest aktuell scheint Apple also etwas den Anschluss verloren zu haben.

Das Display des XPS 13 9300 kann um 20 Prozent heller sein als Dell angibt, allerdings sind dafür ein paar Klicks erforderlich

Dell hat die neue XPS-13-9300-Reihe im klassischen Muschelschalendesign, die im Vergleich zur XPS-13-7390-Reihe aus dem Vorjahr ein komplett neues Design besitzt, vor kurzem auf den Markt gebracht. Bei der neuen Generation haben potenzielle Käufer die Wahl zwischen einem FHD+- und einem 4K-UHD+-Display, deren Helligkeit jeweils mit 500 cd/m² angegeben ist. Wie unsere Messungen bei zwei separaten FHD+-Konfigurationen gezeigt haben, kann die Helligkeit mit ca. 600 cd/m² jedoch sogar noch höher ausfallen.

Der Haken ist, dass die maximale Helligkeit des Displays im Batteriebetrieb automatisch von 600 auf die angegebenen 500 cd/m² fällt. Den Umgebungslichtsensor in den Anzeigeeinstellungen von Windows zu deaktivieren schafft hier keine Abhilfe, was für diejenigen, die ihren Laptop oft im Freien verwenden möchten, frustrierend sein kann.

Um die vollen 600 cd/m² auch im Batteriebetrieb abrufen zu können, muss man zusätzlich zum Umgebungslichtsensor in der vorinstallierten Intel-Graphics-Command-Center-Software noch weitere Energiesparoptionen deaktivieren. Dazu öffnet man die Intel-Software, klickt in der linken Spalte auf ‘System’, dann auf den Tab ‘Power’, aktiviert anschließend ‘Display Power Savings’ und deaktiviert dort wie im Screenshot unten gezeigt ‘Enhanced Power Saving’. Nur dann verbleibt die Grenze für die Bildschirmhelligkeit unabhängig von der Stromquelle bei 600 cd/m².

Die Tatsache, dass man sich durch einige schwer zu findende Einstellungen hangeln muss, um die automatische Helligkeitssteuerung zu deaktivieren ist etwas irritierend, vor allem, da es hierfür keine Anleitung gibt. Das Intel Graphics Control Center ist erst wenige Monate alt und bietet schon jetzt mehr Anpassungsmöglichkeiten als das Intel Graphics Control Panel, das es im Laufe der Zeit ersetzen soll. Daher empfehlen wir Nutzern, sich schon jetzt mit der neuen Software vertraut zu machen, da sie in nächster Zeit höchstwahrscheinlich auf allen neuen Intel-Ultrabooks vorinstalliert sein wird.

Precision 5540: Dell Workstation bietet gute Akkulaufzeit trotz 4K-Panel

In unserem gerade veröffentlichten Test zu Dells Precision 5540 zeigt sich die Workstation mit einem sehr ansprechenden Design und hochwertiger Verarbeitung. Die Anschlussvielfält fällt dabei zwar etwas gering aus, aber dafür steht ein Thunderbolt-3-Port bereit, mit dem sich viele Schnittstellen per Adapter realisieren lassen. Das Kernstück des Precision 5540 ist der Intel Core i9-9980HK, der sich dank offenem Multiplikator auch zum Übertakten eignet. Ob das wiederum angebracht ist bleibt fraglich, da die Leistung der CPU ohnehin schon etwas niedriger liegt als wir es erwartet hätten. Hinzu kommt eine deutliche Erwärmung des Gehäuses, die sich in der Cinebench-R15-Dauerschelife auch bei der Leistung widerspiegelt.

Das OLED-Panel der 4K-Option zeigt sich hingegen von seiner besten Seite. Die Leuchtkraft ist angemessen und die gläserne Bildschirmoberfläche ist erfreulich resistent gegen Spiegelungen. Zudem ist das Panel ab Werk bereits sehr gut kalibriert, sodass unsere eigene CalMAN-Messung nur eine sehr geringe Verbesserung erwirken konnte. Im Großen und Ganzen ist das Dell Precision 5540 eine sehr hochwertig verarbeitete Workstation mit guten Wartungsmöglichkeiten, sehr guten Eingabegeräten und einem hervorragenden Display. In der FullHD-Option dürfte die Laufzeit nochmal deutlich länger ausfallen, die tendenziell eher zu starke Erwärmung sollten Kaufinteressenten aber im Hinterkopf behalten. Für mehr Details lohnt sich ein Blick in unseren Testbericht.