Windows 11 ohne Installation starten

Windows 11 müssen Sie nicht zwingend installieren, um das Betriebssystem zu starten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie dieses Kunststück mit Live11 schaffen.
Was ist Live11?
NTDEV ist ein Entwickler, der unter anderem Tiny11 bereitgestellt hat: eine Variante von Windows 11, die um zahlreiche Features gekürzt wurde. Jetzt hat NTDEV noch einmal Hand angelegt und Live11 präsentiert. Diese Live-Variante von Windows 11 startet, ohne dass Sie das Betriebssystem auf einer Festplatte installieren müssen. Der Start erfolgt stattdessen von einer DVD, die Sie selbst erstellen können.

Dieses Prinzip ist von zahlreichen Linux-Distributionen bekannt, die ähnliche Systeme verwenden, um das Betriebssystem live zu starten. Die Vorteile liegen auf der Hand: So können Sie ein neues Betriebssystem einfach nur testen, ohne es aufwendig installieren zu müssen. Ebenso können Sie es für die Fehlersuche verwenden, falls Ihr eigentlich installiertes OS aus irgendeinem Grund nicht mehr startet.

Live11 stellt diese Möglichkeiten nun für Windows 11 bereit (und ist völlig legal).

Was brauche ich?
Windows 11 wird in der Live11-Variante komplett in den Arbeitsspeicher geladen. Entsprechend muss dieser ordentlich dimensioniert sein, NTDEV empfiehlt mindestens 8 GB. Mehr sollte helfen, damit Sie auf der sicheren Seite sind.

Insgesamt ist das Image von Live11 etwa 4 GB groß und basiert zu großen Teilen auf den Daten, die bereits in Tiny11 vorhanden waren. In diesem Fall ist die Größe bedeutend, denn auf eine normale DVD passen 4,7 GB Daten. Ein Browser ist ebenfalls vorinstalliert, dafür kommt Firefox zum Einsatz. Nach dem Start können Sie also wählen, ob Sie mit Firefox oder Microsoft Edge im Internet unterwegs sein möchten.

Was funktioniert nicht?
Ein Projekt dieser Größenordnung kann nicht von einem einzigen Entwickler auf Fehler untersucht werden. Es kann daher gut sein, dass Sie auf Fehler stoßen, die im normalen Betrieb von Windows 11 nicht auftauchen. Daher weist NTDEV auch darauf hin, dass Live11 nur experimentell vorliegt. Booten kann das System zum Beispiel nur auf Geräten mit BIOS und Master Boot Record – UEFI-Geräte sind also außen vor. Auch VMs von VirtualBox funktionieren nicht, während VMware sehr wohl unterstützt wird.

Motorola launcht Moto g14 in Deutschland

Die Lenovo-Tochter stellt mit dem neuen Moto g14 ein günstiges Smartphone für den Consumer-Markt vor, dem es jedoch nicht an Exklusivität und Funktionen mangelt.

Die deutsche Niederlassung der Motorola Mobility LLC in Oberursel hat die Markteinführung des neuesten Mitglieds der Moto g-Familie angekündigt. Das neue Moto g14 sei ein preiswertes Gerät, das eine Vielzahl von Premium-Funktionen bietet und sich von anderen Mittelklasse-Smartphones auf dem Markt abhebt, wirbt der Hersteller. Tatsächlich werden zwei Gehäusevarianten mit jeweils zwei Farben angeboten. In Steel Gray und Sky Blue kommen sie mit einer Rückseite aus Glas und bei den Farben Butter Cream oder Pale Lilac mit “veganem Leder”.

Günstig und doch vielseitig
“Mit dem neuen Moto g14 stellen wir heute das erste Gerät in der Moto g-Familie vor, welches über eine vegane Rückseite verfügt und somit Stil und herausragende Haptik mit einem fairen Preis kombiniert”, sagt Björn Simski, Director und General Manager von Motorola Deutschland und Österreich. “Die Entscheidung für eine vegane Rückseite bei der Moto g-Familie ist ein bedeutender Schritt in unserer Bemühung, eine breitere Palette von Farb- und Haptikvariationen für unsere Nutzer in allen Preiskategorien anzubieten.”

Als Beleg für das gute Preis-Leistungsverhältnis bringt das Moto ein 6,5-Zoll großes Full HD+-Display bei einem Seitenverhältnis von 20:9 mit, das für mehr und schärferen Bildinhalt steht. Das Hole-in-Display (HiD)-Design und schmale Ränder bieten mehr Platz zum Arbeiten und Spielen. Die Stereolautsprecher mit Dolby Atmos-Technologie und Motorolas Spatial Sound versprechen Bässe und Stimmen ohne Störgeräusche bei multidimensionalem Raumklang.

Das Moto g14 ist mit einem 50-MP-Sensor ausgestattet, der auch bei schlechten Lichtverhältnissen detaillierte Fotos ermöglicht. Das Hauptkamerasystem verfügt über Quad-Pixel-Technologie mit einer vierfach höhere Lichtempfindlichkeit für schärfere Bilder. Ebenfalls ist eine spezielle Macrovision-Kamera integriert, um auch kleinste Motive detailliert abbilden zu können. Die 8-MP-Frontkamera kommt mit dem heutzutage wohl unvermeidlichen Face Beauty-Modus, der Fotos automatisch für Social Media aufhübscht.

Zuverlässige Leistung mit starkem Akku
Für die nötige Power hat das vor Spritzwasser geschützte Moto g14 einen Octa-Core-Prozessor unter der Haube, der mit 4 GB RAM Videochats und die erweiterten KI-Fotofunktionen leicht erledigt. Bei 128 GB integriertem UFS2.2-Speicher, der sich schnellen Lese- und Schreibgeschwindigkeiten verspricht, gehen die Installation und das Öffnen von Apps flott von der Hand. Über MicrosSD lässt sich der Speicher mit Modulen bis zu einem Terabyte erweitern. Das Akku mit 5000 mAh hält auch Streamserien und längere Videochats durch. Wenn es geladen werden muss, sorgt die 15 Watt TurboPower-Technologie für ein schnelles Aufladen.

“Entertainment-Fans, Freizeitfotografen und Serienfans kommen mit dem Moto g14 voll auf ihre Kosten und können sich dank der leistungsstarken Batterie stundenlang auf ihre Lieblingsaktivitäten konzentrieren”, verspricht Simski ergänzend.

Preise und Verfügbarkeit
Das Moto g14 ist in Steel Gray bei Media Markt und Saturn bereits für 149,99 Euro unverbindliche Preisempfehlung inklusive Mehrwertsteuer erhältlich. Die Modelle in den Farben Sky Blue und Butter Cream folgen im Laufe des Monats August. Die gesamte Palette einschließlich dem Moto g14 in Pale Lilac ist ebenfalls zum gleichen Preis im Motorola-Webshop verfügbar. Noch mehr Informationen und Spezifikationen zu den Modellen verrät Motorola unter diesem Link.

Huawei mit Umsatz- und Gewinnwachstum im ersten Halbjahr 2023

Huawei gab seine Geschäftsergebnisse für das erste Halbjahr 2023 bekannt. Insgesamt entsprachen die Geschäftszahlen den Prognosen.

Im ersten Halbjahr 2023 erwirtschaftete Huawei einen Umsatz in Höhe von umgerechnet* 42,9 Milliarden US-Dollar, mit einem Anstieg von 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und einer Nettogewinnmarge von 15,0 Prozent. Das IKT-Infrastrukturgeschäft des Unternehmens trug 23 Milliarden Dollar zum Umsatz bei, das Verbrauchergeschäft 14,3 Milliarden Dollar, das Cloud-Geschäft 3,3 Milliarden Dollar, der Geschäftsbereich Digital Power 3,3 Milliarden Dolar und das Geschäft mit intelligenten Automobillösungen (IAS) 137,8 Millionen Dollar.

“Ich möchte unseren Kunden und Partnern für ihre kontinuierliche Unterstützung danken”, sagte Sabrina Meng, Huawei’s Rotating Chairwoman. “Ich möchte auch dem gesamten Huawei-Team für seine Solidarität und sein Engagement danken. Huawei hat stark in Grundlagentechnologien investiert, um die Trends in den Bereichen Digitalisierung, Intelligenz und Dekarbonisierung zu nutzen, und sich darauf konzentriert, Werte für unsere Kunden und Partner zu schaffen. In der ersten Hälfte des Jahres 2023 blieb unser IKT-Infrastrukturgeschäft solide und unser Verbrauchergeschäft erzielte Wachstum. Unsere Geschäftsbereiche Digital Power und Cloud verzeichneten beide ein starkes Wachstum, und unsere neuen Komponenten für intelligente, vernetzte Fahrzeuge gewinnen weiter an Wettbewerbsfähigkeit.”

Bei den hier veröffentlichten Finanzdaten handelt es sich um ungeprüfte Zahlen, die in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards erstellt wurden.

*Wechselkurs Ende Juni 2023: 1 US Dollar = 7,2543 CNY (chinesiche Renminbi)

Huawei Technologies ist einer der weltweit führenden Anbieter von Informationstechnologie und Telekommunikationslösungen (IKT). Mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung und mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung nutzt direkt oder indirekt Technologie von Huawei. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Shenzhen hat weltweit 207.000 Mitarbeiter und ist mit seinen drei Geschäftsbereichen Carrier Network, Enterprise Business und Consumer Business in 170 Ländern tätig.

Huawei beschäftigt über 114.000 Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung und betreibt weltweit 16 Forschungs- und Entwicklungscluster sowie gemeinsam mit Partnern 28 Innovationszentren. In Deutschland ist Huawei seit 2001 tätig und beschäftigt über 2.000 Mitarbeiter an 18 Standorten. In München befindet sich das größte europäische Forschungszentrum von Huawei.

Altes Smartphone bei Google in Zahlung geben

Was tun mit dem ausgedienten Smartphone? Über den Google-Store können alte Mobiltelefone beim Kauf eines neuen Pixel-Smartphones eingetauscht werden.

Was kann und soll man mit der ausgedienten Hardware tun, wenn man sich etwas Neues kauft? Weil das Anbieten und Verkaufen auf Ebay oder Ebay Kleinanzeigen mit Aufwand verbunden und der Ertrag ungewiss ist, lassen viele Menschen ihre alten Geräte einfach zu Hause in der Schublade oder im Schrank liegen.

In einer Umfrage des IT-Branchenverbandes Bitkom gaben 87 Prozent der Befragten an, mindestens ein ungenutztes Smartphone zu besitzen. Insgesamt summieren sich die ausrangierten Mobiltelefone in Deutschland auf mehr als 200 Millionen Stück, hinzu kommen noch beinahe 50 Millionen Notebooks und 26 Millionen Tablets.

Eine Alternative zum selbst organisierten Verkauf stellen professionelle Ankaufdienste dar: Dort beschreibt man kurz das Gerät inklusive Zustand und bekommt daraufhin einen ersten Schätzwert. Wenn man die Ware anschließend nach dem Löschen aller Daten zum Verkaufen einschickt, wird sie geprüft und man bekommt das “finale Angebot”. Das kann durchaus deutlich unter dem ersten liegen, denn schließlich müssen gewerbliche Dienste auch bei gebrauchter Ware die gesetzliche Gewährleistung bieten.

Schlechte Erfahrungen haben wir etwa bei Mediamarkt gemacht, als die Handelskette in einigen Filialen Automaten für die Rücknahme aufgestellt hatte: Alle dem Automaten angebotenen und voll funktionstüchtigen Smartphones waren der Analyse zufolge “wertlos”: “Leider kann ich dir für dein Telefon kein Geld mehr anbieten.”

Positiv überrascht hat uns dagegen Google: Der Internetkonzern bietet Ihnen beim Neukauf eines Pixel-Smartphones über seinen Store gleichfalls die Möglichkeit, ein altes Mobiltelefon einzutauschen. Dabei beschränkt sich die Rücknahme nicht auf die eigenen Modelle, sondern gilt auch für Geräte von Apple, Samsung und weitere Hersteller.

Ausprobiert haben wir es mit zwei Geräten: Ein betagtes Google Pixel 3 funktionierte zwar noch einwandfrei, wurde jedoch bereits seit über einem Jahr nicht mehr mit Sicherheits-Updates versorgt, war also nicht ohne Risiko nutzbar. 100 Euro stellte Google nach der positiven Antwort auf die beiden Fragen in Aussicht, ob man das Smartphone einschalten könne und ob es frei von Beschädigungen sei.

Inkludiert bei der Schätzung war der Hinweis: “Den tatsächlichen Wert deines Smartphones erfährst du per E-Mail, nachdem es geprüft wurde. PCS Wireless schickt dein Smartphone zurück, wenn sich der Wert auf weniger als 75 Prozent des Schätzwerts beläuft”.

Lässt man sich darauf ein, bekommt man ein Etikett für den kostenlosen Versand, schickt es ein und erhält nach gut einer Woche eine E-Mail über die Gutschrift: In unserem Fall tatsächlich über den vollen Betrag, der dann innerhalb von wenigen Tagen auf dem Konto eintraf. Das zweite Gerät war ein Pixel 4a, für das der Support mit Sicherheits- Updates in diesem Sommer ausläuft: Hierfür bezahlte Google 150 Euro.

Apple leidet weniger als die Konkurrenz

Der internationale Tablet-Absatz ist gehörig unter Druck. Unter den Top-Marken kann sich noch am ehesten Apple behaupten. Die Analysten von IDC haben dafür eine erstaunliche Erklärung.

Das Geschäft mit Tablets ist derzeit kein großer Spaß für die Produzenten: Laut Zahlen der Marktforschungsexperten von IDC wurden im zweiten Quartal 2023 nur knapp 30 Millionen Stück verkauft. Im Vorjahresquartal waren es noch über 40 Millionen. Damit gingen die Stückzahlen weltweit um 29,9 Prozent zurück.

Vergleichsweise glimpflich kommt noch Marktführer Apple weg. Mit einem Rückgang der Stückzahlen von knapp 17 Prozent konnte man insgesamt den Marktanteil gegenüber dem Vorjahr ausbauen. “Trotz des Rückgangs ist Apple besser positioniert als seine Konkurrenten, da das Unternehmen üblicherweise eher wohlhabende Nutzer bedient”, meinen die IDC-Analysten. Diese seien möglicherweise weniger vom wirtschaftlichen Abschwung betroffen.

Xiaomi holt auf
Auf dem zweiten Platz folgt Samsung. Die Koreaner schlugen sich mit einem Rückgang von 18,3 Prozent auch besser als der Durchschnitt und bauten ebenfalls ihren Marktanteil aus. Lenovo musste mit einem Minus von 39,8 Prozent ordentlich Federn lassen, kann sich aber auf dem dritten Platz vor Huawei auf dem vierten Platz behaupten.

Gegen den Trend stemmt sich Xiaomi: Der chinesische Hersteller schafft es im Q2/2023 mit einem Zuwachs von 41,6 Prozent bei den Stückzahlen in die Riege der fünf Top-Produzenten. Damit konnte Xiaomi den Marktanteil von 1,8 auf 3,6 Prozent verdoppeln. Im Vergleich zu den 37 Prozent von Apple oder den gut 20 Prozent von Samsung ist das aber noch ein vergleichsweise kleiner Anteil. Gut ein Viertel der produzierten Tablets geht auf das Konto anderer Hersteller.

Bessere Nachfrage in Schwellenländern
Den Höhenflug von Xiaomi führt IDC auf strategische Markteinführungen mit Umtauschangeboten und Frühbucherrabatten insbesondere auf dem asiatischen Markt zurück. Jitesh Ubrani, Research Manager bei IDC Mobility and Consumer Device Trackers, beobachtet eine Zweiteilung des Tablet-Marktes: “iPads erobern das obere Segment und Marken wie Xiaomi und Lenovo breiten sich im unteren Ende aus”, stellt er fest. Dies sei eine Herausforderung für das mittlere Segment, da Verbraucher immer mehr zu besonders hohen oder extrem niedrigen Preisen tendieren.

Senior Analyst Anuroopa Nataraj verweist aber auch auf die gesteigerte Leistungsfähigkeit und Ausstattungsvielfalt auch im Billigsegment: “Preisgünstige Produkte, die trotzdem über viele Funktionen verfügen, werden vor allem in Schwellenländern gut angenommen, da sie einen hohen Nutzwert haben”, erläutert sie. Hier konnte sich eine Reihe neuer Anbieter etablieren. Daher haben Schwellenländer gegenüber den Industriestaaten derzeit “eine relativ höhere Wachstumsrate”, meint die IDC-Expertin.

48 Stunden im Cyber-Kriegsgebiet

Ich bin Jens Decker. In meiner Rolle als Berater, Unternehmer und Geschäftsführer mehrerer IT-Unternehmen habe ich mich auf die Vorbereitung von Unternehmen auf Cyberangriffe spezialisiert und helfe ihnen dabei, solche Vorfälle zu bewältigen. Was ich hier schildere, ist kein Theorieszenario, sondern eine Erfahrung, die ich persönlich gemacht habe.

Es war ein später Märzabend im Jahr 2022. Nach einem langen Tag, der gegen sechs Uhr morgens begonnen hatte, war ich endlich in meinem Hotelzimmer. Als ich einen Anruf erhielt, dass mit den IT-Systemen einer meiner Kunden etwas nicht stimmte und sie teilweise unerreichbar waren, war mir klar, dass es noch eine lange Nacht werden würde.

Ich machte mich umgehend auf den Weg in die Firma, die nur fünf Minuten vom Hotel entfernt war. Dort traf ich mich mit einem Kollegen und wir gingen direkt in die Serverräume. Unsere erste Priorität war es, nach offensichtlichen Fehlern zu suchen – war die Serverhardware eingeschaltet? Gab es einen Fehler im Speicher? Gab es einen Stromausfall oder war eine Netzwerkkomponente ausgefallen? Aber soweit wir feststellen konnten, lief alles wie es sollte.

So begann um etwa 23:30 Uhr unsere tiefergehende Suche nach einem möglichen Fehler. Wir versuchten vergeblich, per Remote Desktop auf einen der Domain Controller zuzugreifen und entschieden uns ein physisches Terminal anzuschließen. Wir sahen beim Einschalten des Bildschirms ein normales Login-Fenster, doch der Login funktionierte nicht. Langsam keimte in uns der Verdacht auf, dass wir es mit etwas Ernsthaftem zu tun hatten.

Wir wollten uns einen Überblick verschaffen und gingen mit dem Terminal die ESXi Hosts durch. Bei jedem Host, an den wir uns anschlossen, sahen wir nur einen weißen Text auf einem schwarzen Bildschirm “Hypervisor not found”. Der Verdacht wuchs mit jedem Host den wir uns ansahen.

Um 23:50 Uhr war uns dann endgültig klar, dass etwas Ernsthaftes vor sich ging. Wir zogen sofort alle Stecker und trennten alle Serverkomponenten in beiden Rechenzentren vom Strom, um den laufenden Angriff zu stoppen. Um 0:10 Uhr war alles aus und es stellte sich die Frage: “Wie geht es weiter?”. Wir waren uns aber sicher, dass wir den Angriff zumindest aufgehalten hatten. Dies war der Moment, um kurz innezuhalten.

Wir gingen nach draußen, zündeten uns eine Zigarette an und überlegten uns die nächsten Schritte. Das Wichtigste war jetzt, Ruhe zu bewahren und überlegt zu handeln. Es wurde uns bewusst, dass wir uns auf eine schlaflose Nacht einstellen mussten, auch die nächsten Tage würden eher einem Marathon gleichen und ganz sicher kein Spaziergang werden.

Die Uhr zeigte 0:45 Uhr, als wir begannen, die wichtigsten Stellen im Unternehmen zu informieren. Unsere Kollegen in der IT waren sofort wach und gefühlt noch während dem Gespräch auf dem Weg zu uns. Wir brauchten jetzt alle Mann an Deck. Dann informierten wir die Inhaber der Firma und wichtige Entscheidungsträger. Die Rufbereitschaft sprach zunächst von einem größeren IT-Ausfall, der sich bis zum nächsten Tag hinziehen wird, um die Informationshoheit den Inhabern zu überlassen.

Die folgenden Stunden waren von intensiven Gesprächen und Entscheidungen geprägt. Gegen drei Uhr morgens hatten wir die wichtigsten Personen informiert und es war allen klar, dass wir uns inmitten eines Cyberangriffs befanden. Um 3:30 Uhr stand dann auch endgültig fest, was passiert war: Die Backups waren verschlüsselt, die Systeme zum Teil betroffen und ausgeschaltet. Wir waren wieder in der “Steinzeit” angekommen. Es war nichts mehr da außer ein Block Papier und ein Bleistift.

In den frühen Morgenstunden bildete sich ein spontaner Krisenstab. Bis 5 Uhr gab es immer wieder Abstimmungen zwischen IT und Krisenstab, um Systeme und Kunden zu priorisieren. Wir überlegten, wie wir die Systeme am besten wieder online nehmen sollten. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war allen Beteiligten klar, dass wir den operativen Betrieb für die nächsten Tagen einstellen müssen. Die Konsequenzen waren, das mehrere Tausend Mitarbeiter nicht zur Arbeit kommen konnten, hunderte Partner und Kunden keine Waren / Dienstleitungen bekamen. Die Firma stand am Rande des Abgrunds, wir hatten somit nur wenige Tage Zeit die IT wieder zum “Laufen” zu bekommen.

Rückblickend verloren wir leider bis acht Uhr morgens wertvolle Zeit damit, einen Plan zu erstellen, den wir besser bereits “in der Schublade” gehabt hätten. Erst ab 9 Uhr konnte die IT damit beginnen, die ersten Systeme in einer Notfallumgebung wieder aufzubauen. Hierfür hatten wir inzwischen auch unsere IT-Partner mit ins Boot geholt. Zum Glück hatten wir bereits ein wirkliches gutes Netzwerk an Partnern, auf die wir uns verlassen konnten.

Parallel dazu entschied der Krisenstab, die Darknet-Adresse zu öffnen, die wir in einer Datei auf nahezu allen Systemen gefunden hatten. Keine gute Idee, wie sich herausstellen sollte. Mit dem Öffnen der Adresse begann ein Chat mit dem “Kundenservice” der Angreifer, die freundlichen “Mitarbeiter” setzen uns sofort ein Ultimatum von 24 Stunden. Sie forderten ein Lösegeld in siebenstelliger Euro Höhe in Bitcoin und boten uns im Gegenzug die Herausgabe der Entschlüsselungssoftware inklusive Passwort an. Sie versprachen, die exfiltrierten Daten zu löschen und nicht zu veröffentlichen, wenn wir das Lösegeld bezahlen würden. Wir haben nicht bezahlt. Die ersten Daten wurden nach 24 Stunden veröffentlicht.

Gemeinsam mit unseren Partnern gelang es uns, um 22 Uhr des Folgetages die Basis-Komponenten der Infrastruktur neu aufzusetzen. Um 3 Uhr nachts waren die ersten Schichten geplant, der Krisenstab war aufgeteilt und 24h besetzt, die Techniker schliefen im Konferenzraum unter den Tischen, immer mal wieder für ein paar Stunden.

Endlich, um vier Uhr morgens – fast 48 Stunden nach meinem letzten Schlaf – konnte ich mich ein paar Stunden hinlegen. Die nächsten Wochen würden eine Herausforderung sein, wie ich sie zuvor nur in wenigen Situationen erlebt hatte. Wir brauchten technisches Wissen, Architekturwissen, Wissen über die “alte” Infrastruktur und Zusammenhänge, Führungsfähigkeit, Entscheidungskraft, Teamfähigkeit und vor allem starke Nerven.

Rückblickend wurde mir klar, dass die beste Waffe gegen Cyberangriffe die Vorbereitung ist. Es ist entscheidend, im Vorfeld eine gute Beziehung zu Dienstleistern aufzubauen und klare Krisenpläne zu erstellen. Es gibt keine Garantie, dass Sie einen Cyberangriff verhindern können, aber mit der richtigen Vorbereitung können Sie sicherstellen, dass Sie bereit sind, wenn er kommt.

Huawei Watch 4 Pro im Test

Die Huawei Watch 4 Pro bietet eine breite Palette von Gesundheits- und Sport-Tracking-Funktionen und eine gute Akkulaufzeit. Allerdings ist die recht große Smartwatch nicht für schmale Handgelenke geeignet.
Anfang des Jahres hat Huawei mit den Watch Buds seinen ersten Hybrid aus Kopfhörer und Smartwatch vorgestellt. Jetzt erweitert der Hersteller sein Wearable-Angebot mit dem nächsten Flaggschiff seiner Smartwatch-Reihe.

Es gibt zwei Modelle in der 4er-Generation: die Watch und die Watch Pro. Das entspricht der Namenskonvention der Watch 3-Serie. Wir haben die Watch 4 Pro getestet. Sie ist die hochwertigere Variante mit einem Titangehäuse und einem stärkeren Akku.

Design & Verarbeitung
Leder- und Titanarmband zur Auswahl

65 g Gewicht

Wasserdichtigkeit von 5 ATM

Huawei hat sich bei der 4er-Version der Watch an die Tradition gehalten. Das große runde Zifferblatt erinnert an einen klassischen Zeitmesser. Die Smartwatch hat die gleiche 3D-Drehkrone und die dazugehörige Taste auf der rechten Seite für die Steuerung und Navigation.

Für die Huawei Watch 4 Pro stehen drei verschiedene Armbänder zur Auswahl: ein silbernes Titanarmband, ein blaues Verbundarmband oder ein dunkelbraunes Lederarmband. Wenn Sie sich für die günstigere Watch 4 entscheiden, erhalten Sie nur ein schwarzes Kautschukarmband.

Wir haben die Smartwatch mit dem Lederarmband getestet, die mit einem silbernen Titanium-Gehäuse kombiniert ist. Die Armbänder besitzen alle einen Schnellverschluss, sodass man sie gegen jedes kompatible 22-mm-Armband austauschen kann.

Die Watch 4 Pro sieht nicht nur gut aus, sondern fühlt sich auch so an. Damit wird sie ihrem hohen Preis gerecht. Sie können sie problemlos im Büro oder bei einem Drink tragen, genauso wie beim Joggen im Park – falls Sie größere Handgelenke haben, versteht sich.

Als zierliche Frau mit schlanken, spindeldürren Armen sorgen das Gewicht von 65 g und das klobige Design dafür, dass die Uhr nach längerer Zeit unangenehm zu tragen ist. In dieser Größe bietet die Watch 4 Pro Platz für einen großen Akku und mehr Sensoren.

Abgesehen von der Ästhetik besitzt die Huawei Watch 4 Pro eine Wasserdichtigkeit von 5 ATM (bis 50 m) und eine IP68-Einstufung. Im Test funktionierte sie unter Wasser einwandfrei. Die Bedienelemente reagierten auch nach dem Eintauchen noch gut. Sie hat auch ein paar Stöße und Schläge ohne Probleme überstanden, ist also robust und widerstandsfähig.

Auf der Rückseite gibt es eine Reihe von Sensoren, darunter ein optischer Herzfrequenzsensor, ein Umgebungslichtsensor, ein Temperatursensor, ein EKG-Sensor und ein Tiefensensor. Nicht alle Wearables bieten eine solche Fülle an Funktionen zur Gesundheitsüberwachung. Daher ist die Ausstattung ein großes Plus für die Huawei Watch 4 Pro.

Display & Audio
1,5-Zoll-AMOLED-Display

Always-on-Option

Lautsprecher und Mikrofon

Die klobige Bauweise der Watch 4 Pro hat auch Vorteile. Der Bildschirm ist groß, hell und wirklich beeindruckend. Es handelt sich um ein 1,5-Zoll-AMOLED-Display mit einer Auflösung von 466 × 466 Pixeln und 310 ppi, das von Saphirglas bedeckt ist. Wir konnten die Smartwach ohne Probleme unter hellem Sonnenlicht verwenden – allerdings ist das Display anfällig für Fingerabdrücke.

Die Smartwatch reagiert schnell, ohne Verzögerung beim Wischen zwischen verschiedenen Bildschirmen und Apps. Es gibt auch eine Option, um ein einfaches Always-on-Display zu aktivieren. Es zeigt die Uhrzeit und das Datum an. Beachten Sie allerdings: Die Akkulaufzeit kann dann dramatisch um bis zu 50 Prozent sinken.

Die Uhr hat außerdem eine Aufweckfunktion. Falls Sie Ihr Handgelenk auf Augenhöhe heben, wird der Bildschirm automatisch aufgehellt. Die Helligkeit wird von Haus aus automatisch eingestellt und passt sich gut an die Umgebung an.

Die Watch 4 Pro ist mit einem integrierten Lautsprecher ausgestattet. Standardmäßig liest die Uhr nach dem Training Ihre Statistiken vor. Wenn Ihnen das (wie mir) während einer Trainingsstunde peinlich ist, können Sie dies im Einstellungsmenü deaktivieren. Achtung: Die Stimme ist überraschend laut.

Sie können Musik von Ihrem Smartphone auf die Smartwatch laden. Allerdings ist der Lautsprecher nicht annähernd gut genug, um die Tiefe und den Klang eines Lautsprechers oder Kopfhörers zu reproduzieren.

Die Watch 4 Pro hat ein Mikrofon eingebaut, mit dem man Anrufe entgegennehmen kann. Das ist allerdings auch schon alles, wofür man den Lautsprecher verwenden sollte. Meine Stimme war während eines Anrufs offenbar ziemlich klar, außer wenn ich herumgerutscht bin. Ich konnte auch die andere Person gut hören.

Haushalt sieht mehr Geld für IT-Dienstleister vor

In der Debatte um die künftige Finanzierung der Verwaltungsdigitalisierung hat das Bundesfinanzministerium auf den eigenen Haushaltsplan verwiesen.

Das Ministerium werde 2024 zusätzliche Mittel mobilisieren, sagte ein Sprecher am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Der vom Kabinett verabschiedete Haushaltsentwurf sehe im Budget des Finanzministeriums im Vergleich zur bisherigen Finanzplanung zusätzliche 600 Millionen für das ITZ-Bund vor, so der Sprecher. “Das ITZ-Bund ist zentraler IT-Dienstleister und Partner des Bundes auf dem Weg zum E-Government. Es berät und unterstützt Behörden bei der Digitalisierung von Verwaltungsprozessen.”

Nach dem Anfang Juli vom Kabinett beschlossenen Entwurf für den Bundeshaushalt sind für das kommende Jahr für den Bereich “Digitalisierung der Verwaltung und Verwaltungsdienstleistungen” des Bundesinnenministeriums statt bisher 377 Millionen nur noch 3,3 Millionen Euro eingeplant. Mit einer Reform des Onlinezugangsgesetzes (OZG) macht die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP nun einen neuen Anlauf, damit Bürger künftig mehr Behörden-Dienstleistungen online nutzen können.

Die sinkenden Mittel hatten Kritik ausgelöst. Das Bundesinnenministerium erklärte daraufhin, dank nicht ausgegebener Gelder aus den Vorjahren werde die Differenz größtenteils aufgefangen. Zudem seien die Extra-Ausgaben des Bundes immer nur zeitlich befristet eingeplant gewesen.

Rechtsbeistand von Musk für Job-Probleme durch Twitter-Posts

Elon Musk ergreift Partei für Twitter-Nutzer, denen beruflich Nachteile aus Aktivitäten auf der Plattform entstanden sind. Er bietet die Übernahme sämtlicher Anwaltskosten an.
Tech-Milliardär Elon Musk will nach eigenen Worten Anwaltskosten von Nutzern übernehmen, wenn ihnen wegen Aktivitäten auf der Twitter-Plattform Nachteile im Job entstanden sind. “Keine Obergrenze”, versprach der für seine rechten Ansichten bekannte Musk auf der von ihm in X umbenannten Twitter-Plattform.

“Und wir werden nicht nur klagen. Es wird extrem laut und wir werden auch die Verwaltungsräte der Unternehmen ins Visier nehmen”, ergänzte Musk später. Er fand auch gleich einen ersten unterstützungswürdigen Fall: eine Frau, die behauptet, dass sie nach Äußerungen in der Debatte darüber, ob Transfrauen Damen-Toiletten nutzen dürfen, ihren Job verloren habe.

Musk trat zuletzt verstärkt mit rechten Positionen in Erscheinung. So wettert er regelmäßig gegen das “Woke-Gehirnvirus”, das die Gesellschaft zerstöre. Er mischt sich damit unter diejenigen, die behaupten, dass das Engagement gegen verschiedene Arten von Diskriminierung zu weit gehe. In der Vergangenheit warf Musk Medien vor, sie seien “rassistisch” gegenüber Weißen – und behauptet derzeit, die “New York Times” unterstütze Aufrufe zum Genozid an Weißen in Südafrika. Er schrieb abermals, der jüdische Finanzier George Soros hasse die Menschheit, und kritisierte “das aggressive juristische Vorgehen” gegen Ex-Präsident Donald Trump als “nicht richtig”.

“Wir” werden die Rechtskosten übernehmen
Der Tech-Milliardär trat beim Kauf von Twitter für rund 44 Milliarden Dollar im Herbst 2022 mit dem Versprechen “absoluter Redefreiheit” an. In den Wochen danach wurden mehrere Twitter-Mitarbeiter entlassen, nachdem sie ihm bei dem Dienst widersprachen.

Musk schrieb, “wir” werden die Rechtskosten übernehmen und signalisierte damit, dass das Geld von der Online-Plattform kommen soll. Er räumte jüngst ein, dass die Werbeerlöse nach wie vor nur halb so hoch seien wie vor der Übernahme – und dass das Unternehmen mehr ausgebe als es einnehme. In den Monaten nach der Übernahme machte Twitter mehrfach mit unbezahlten Rechnungen von sich reden.

Google lässt Anwender sexuell explizite Fotos löschen

Private Fotos oder gar sexuell explizite Bilder in Googles Suchergebnissen – bislang war es für Nutzer recht aufwendig, dagegen vorzugehen. Nun bietet Google mehrere öschfunktionen an.
Google hat drei Datenschutzmaßnahmen vorgestellt, mit denen Anwender weltweit mehr Kontrolle über die Auffindbarkeit von persönlichen Daten bis hin zu sehr privaten Fotos bekommen. Das kündigte der IT-Riese am Donnerstag in Mountain View an. Künftig können Nutzerinnen und Nutzer auch die persönlichen, sexuell expliziten Bilder aus der Google Suche entfernen, wenn sie nicht mehr möchten, dass sie dort sichtbar sind. Bislang gab es eine Lösch-Option nur für nicht einvernehmliche explizite Bilder – also Fotos, die gegen den Willen der Betroffenen aufgenommen wurden.

Der Konzern verwies darauf, dass mit einer Löschung aus der Google-Suche die unerwünschten Bilder nicht völlig aus der Welt sind. So könnten sie weiter in anderen Suchmaschinen auffindbar oder im Internet zu sehen sein. Die Löschanfrage kann man über ein Webformular im Support-Bereich von Google stellen.

Automatisch unscharf
Google kündigte weiter an, eine Funktion von “SafeSearch” (sichere Suche) standardmäßig zu aktivieren, mit der anstößige Fotos in den Google-Suchergebnissen automatisch unscharf gemacht werden. Damit möchte Google vor allem Kinder vor Pornografie und Gewalt schützen, aber auch Erwachsene vor Überraschungen bewahren. Dies betreffe jugendgefährdende oder gewalttätige Inhalte wie Fotos von Unfallopfern oder Kriegshandlungen. Wer diesen Schutz nicht haben möchte, kann ihn jederzeit deaktivieren. Eltern oder Administratoren von Schulnetzwerken können allerdings unterbinden, dass Kinder und Jugendliche diese Schutzmaßnahme ausschalten.

Die dritte Datenschutzfunktion, die Google am Donnerstag eingeführt hat, soll eine bessere Kontrolle über die eigenen Daten ermöglichen, die irgendwo im Web auftauchen. Google hatte vor einem Jahr das Tool “Suchergebnisse über dich” eingeführt, mit dem man das Entfernen von Suchergebnissen beantragen kann, die die eigene persönliche Telefonnummer, Privatadresse oder E-Mail-Adresse enthalten. Künftig kann man sich aktiv benachrichtigen lassen, wenn die persönlichen Kontaktinformationen in der Google Suche neu auftauchen. Das Tool ist zunächst in den USA in englischer Sprache verfügbar. Google arbeite daran, es bald in weiteren Sprachen und Regionen anzubieten.