Warum sich das Warten wirklich lohnt

Im September 2022 kommt das iPhone 14 mit Features auf den Markt, die wir uns für das iPhone 13 gewünscht hätten. Warum sich das Warten also lohnt.

Während wir beim iPhone 13 einige Features vermissen, die überaus praktisch gewesen wären und die Android-Nutzer schon lange kennen, bringt Apple mit dem iPhone 14 zumindest ein paar Funktion, die das Warten auf das neue Handy wert sind. Bereits in Anfang/Mitte September 2022 wird Apple das iPhone 14 vorstellen. Interessant ist vor allem, dass sich die Standard-Modelle stärker als zuvor von den Pro-Versionen unterscheiden werden.

iPhone 14 statt Notch mit Loch und Pille
Wer das iPhone sieht, erkennt es sofort – denn es hat eine besonders dicke und auffällige Notch. Die meisten aktuellen Android-Handys setzen hingegen auf ein Punch-Hole-Design, bei dem nur die kleine Frontkamera im Display ausgespart wird. Aktuell besagen einige Gerüchte, dass Apple zumindest beim iPhone 14 Pro und 14 Pro Max tatsächlich die klassische Notch entfernt und stattdessen auf eine Mischung aus Punch-Hole und Pillenform der Frontkamera setzt. Die kleine kreisrunde Aussparung soll dabei Sensoren für die Face-ID enthalten und im Pillen-Ausschnitt soll die Selfie-Cam mit weiteren Elementen der Gesichtserkennung untergebracht sein.

Blicken wir auf den jüngsten Leak von Ice Universe auf Twitter, dann scheinen die Display-Aussparungen am oberen Bildschirmrand sehr groß auszufallen. Hersteller von Android-Handys versuchen hingegen, die Aussparrung für die Frontkamera so klein und so wenig störend wie möglich unterzubringen. Die Standard-Modelle des iPhone 14 sollen hingegen weiterhin mit Notch kommen. Vermutlich würde die dann wieder etwas kleiner werden gegenüber der Notch im iPhone 13.

iPhone 14 mit komplett neuem Design?
Zwar gab es einige Gerüchte, dass das Design neu werden und in Teilen an ein altes Apple-Handy (iPhone 4) erinnern könnte. Doch das scheint nun eher nicht der Fall zu sein. Optisch wird die iPhone-14-Generation stark der iPhone-13-Reihe ähneln, auch wenn es Unterschiede in den Details gibt. Etwa die Front mit dem Notch-Ersatz. Rendering-Bilder des iPhone 14 Pro basierend auf CAD-Dateien zeigen, dass das Kamera-Setup weiterhin aus dem Gehäuse hervorragt. Sogar 0,7 Millimeter weiter als es beim iPhone 13 Pro der Fall ist. Zu erklären ist das mit dem Kamera-Update, das das nächste iPhone erhalten wird.

Viele Kamera-Verbesserungen: 48-Megapixel, Periskop, 8K-Videos
Nicht nur beim Notch-Design werden sich die iPhone-Modelle unterscheiden, sondern auch bei der Kamera. Speziell die beiden Pro-Modelle werden einen bedeutenden Sprung in Sachen Kamera-Features und -Qualität machen. So werden wohl das iPhone 14 Pro und Pro Max Videos in 8K aufnehmen können, wie aktuell auch Samsungs Galaxy-S22-Reihe.

Auch soll sich Apple bei den Pro-Modellen endlich von der 12-Megapixel-Auflösung verabschieden und auf 48 Megapixel bei der Hauptkamera mit größerem Bildsensor setzen, wie unter anderem Macrumors berichtete, die sich auf den Analysten Jeff Pu beziehen. Generell ist es aber möglich, dass die Kameras standardmäßig weiterhin Fotos mit 12 Megapixeln knipsen. Wie bei vielen Android-Geräten könnte Apple einen Algorithmus verwenden, der aus den 48-Megapixeln-Rohdaten ein 12-Megapixel-Bild mit mehr Lichtinformationen erstellt. So werden quasi vier Pixel zu einem Pixel, die mit 2,5 Mikrometern deutlich größer wären als die 1,7-Mikrometer-Pixel des iPhone 13. Die beiden Standard-Modelle iPhone 14 und 14 Max sollen wie gewohnt mit einer 12-Megapixel-Kamera ausgestattet sein.

Es gab Gerüchte, dass Apple endlich eine Periskop-Kamera für besseren optischen Zoom verbauen könnte. Dieses Feature werden wir aber wohl erst im iPhone 15 sehen. Eine Periskop-Kamera findet sich bereits in so manchem Android-Handy von Huawei, Samsung und Oppo. Allerdings beschreibt Apples Patent eine etwas andere Technik, die wir in diesem Artikel genauer berichten.

120-Hertz-Display in jedem iPhone-14-Modell?
Apple hängt primär bei der Bildwiederholrate seiner Displays stark der Konkurrenz hinterher, die mittlerweile nicht nur im Flaggschiff-Bereich bei 120 Hertz und teils sogar 144 Hertz angelangt ist, während die iPhones bis zum iPhone 13 nur 60 Hertz boten. Immerhin setzen die aktuellen Pro-Modelle jetzt auf 120 Hertz, die kleineren Standard-Versionen schauen in die Röhre.

Lange hielten sich die Gerüchte, dass 2022 alle vier iPhone-Modelle ein ProMotion-Display mit 120 Hertz erhalten würden. Aktuellen Berichten zufolge wird das jedoch nicht der Fall sein. Wie The Elec berichtet (Artikel aktuell nicht aufrufbar), werden die Pro-Modelle das bessere OLED-Display erhalten, das von Samsung geliefert wird. Es wird die LTPO-Technik zum Einsatz kommen, um etwa eine adaptive Bildwiederholrate von 1 bis 120 Hertz zu ermöglichen.

Vermutlich wird erst die iPhone-15-Generation komplett auf 120 Hertz umsteigen. Unserer Meinung nach ist das den Kunden über schon fast eine Frechheit, bieten doch sogar schon 300-Euro-Android-Handys diese hohe Bildwiederholrate, die in der Praxis smoothes Bedienen des Smartphones möglich macht.

iPhone 14 Pro mit schnellerem Chip
Natürlich wird die nächste iPhone-Generation wieder schneller werden. Um deutlich mehr Performance als bei den iPhone-13-Modellen zu erhalten, müssen Sie aber zu einem der beiden Pro-Modelle des iPhone 14 greifen, denn nur die bekommen den neuen A16-Chip. Die beiden Standard-Modelle iPhone 14 und 14 Max werden mit dem A15 ausgestattet sein, den Sie vom iPhone 14 kennen.

iPhone 13 ohne Touch-ID im Display – erst im iPhone 14?
Lange hielten sich die Gerüchte, dass die Touch-ID mit dem iPhone 13 auch im High-End-Bereich zurückkehren könnte – diesmal aber nicht in Form eines physischen Buttons wie beim aktuellen iPhone SE 3 (im Test), sondern unter dem Display-Glas, wie Sie es bereits von Android-Handys wie dem aktuellen Galaxy S22 (alle Infos) kennen.

Dass ein Fingerabdrucksensor neben der Gesichtserkennung über Face-ID in Zeiten der Pandemie als Entsperrmethode praktisch ist, steht außer Frage. Deshalb hoffte man bis zuletzt, dass Apple die Touch-ID zurückbringt. Ob wir im iPhone 14 eine Touch-ID im Display sehen werden, bleibt weiterhin offen. Denn hier sind sich die Gerüchte aktuell noch nicht einig. Während vor einigen Monaten noch die Rede davon war, dass die Touch-ID kommen soll, spricht man aktuell eher davon, dass Apple diese wohl erst 2023 bringen könnte.

iPhone 14 Max: Das bislang günstigste 6,7-Zoll-iPhone?
Nach dem iPhone 12 Mini und 13 Mini soll beim iPhone 14 auch schon wieder Schluss sein mit der kleinen Version. Grund soll unter anderem der mäßige Erfolg des aktuellen Mini-iPhones sein. Stattdessen werden wir laut dem bekannten Apple-Analysten Ming-Chi Kuo vom iPhone 14 folgende vier Modelle zu sehen bekommen:

iPhone 14 (6,1 Zoll)

iPhone 14 Max (6,7 Zoll)

iPhone 14 Pro (6,1 Zoll)

iPhone 14 Pro Max (6,7 Zoll)

Kein Mini mehr, dafür ein Max-Modell der Standard-Version. Das könnte auch bedeuten, dass die Preise sinken – zumindest soll laut Kuo – wie 9to5Mac berichtete – das iPhone 14 Max das günstigste 6,7-Zoll-iPhone in der Apple-Geschichte werden. Er geht von unter 900 US-Dollar aus. Wie es um die weiteren Preise steht, können wir zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht sagen. Wir gehen aber davon aus, dass dadurch auch der Preis für das Standard-Modell iPhone 14 gegenüber dem iPhone 13 sinken könnte und der Einstieg in die neueste Generation günstiger wird.

Einschätzung
Die Neuerungen des iPhone 13 gegenüber den aktuellen 12er-Modellen fallen nicht so gewaltig aus, als dass Sie auf jeden Fall upgraden müssen, wie Sie auch in unserem Vergleich detailliert nachlesen können. Bei der iPhone-14-Generation aber – wenn die Features denn so kommen – sieht das schon etwas anders aus. Das Warten lohnt sich vor allem auf die Pro-Modelle, denn die werden die wahren Highlights erhalten, die beiden Standard-Modelle werden eher ein sehr kleines Update gegenüber den aktuellen iPhone-Geräten werden. Dadurch soll aber auch der Einstiegspreis sinken, was auch ein wichtiger Punkt für viele Käufer sein wird. Unsere Euphorie wäre aber noch größer, wenn auch 120 Hertz in allen Modellen und der Fingerabdrucksensor im Display als Feature integriert werden würden, aber das wird dieses Jahr wohl eher nicht zu erwarten sein.

Insgesamt schlägt Apple mit der iPhone-14-Generation eine neue Richtung ein und differenziert deutlich und mehr als zuvor zwischen den Standard- und Pro-Modellen. Dadurch lässt sich auch der höhere Preis für ein Pro-Gerät besser argumentieren. Doch Apples Strategie könnte sich tatsächlich auszahlen. Denn genau da kommt das iPhone 14 Max ins Spiel. Auch wenn es den gleichen Prozessor und das gleiche Design hat wie das iPhone 13, ist das 14 Max ein neuer Zugang für Apples Einsteiger-Modelle und wird das Fehlen anderer Funktionen viel leichter verkraften lassen. Und es dient auch als Einstieg in die Pro-Reihe, wenn nicht mit dem iPhone 14, dann mit dem 15 oder 16.

“Festival der Games”: Gamescom startet wieder mit Publikum

Sie ist wieder da, allerdings nicht ganz so wie zuvor: In Köln treffen sich Spielerinnen und Spieler wieder auf der Gamescom. Ein paar prominente Aussteller fehlen.
Nach zwei Ausgaben ohne Publikum beginnt heute in Köln wieder die Videospielmesse Gamescom. Den Startschuss gab bereits am Abend zuvor die “Opening Night Live”. In der zweistündigen Show wurden Details zu kommenden Titeln angekündigt, darunter “Dead Island 2”, “Hogwarts Legacy”, “Return to Monkey Island”, “Sonic Frontiers” und “Killer Klowns From Outer Space”.

Die Messe beginnt um 9.00 Uhr wie gewohnt mit dem Fachbesuchertag, zu dem nur Medien und Branchenpublikum sowie ab 13 Uhr Menschen mit einer sogenannten Wildcard zugelassen werden. Von Donnerstag bis Sonntag ist die Gamescom dann für alle geöffnet. Veranstalterangaben zufolge ist der Samstag bereits ausverkauft.

Digital-analoges Mischevent
Ausgefallen ist die Gamescom 2020 und 2021 nicht – als rein digitale Veranstaltung lebte sie in den ersten Corona-Jahren im Netz weiter. Nun gibt es die Messe wieder als echtes Event in Köln, “das weltgrößte Festival der Games”, wie es bei den Veranstaltern, der Kölnmesse und dem Spiele-Branchenverband Game, heißt.

Angekündigt ist die Gamescom als digital-analoges Mischevent, teils in den Messehallen und teils im Netz. “Mit den digitalen Komponenten können wir nun ergänzen, was die letzten zwei Jahre leider auf der Strecke geblieben ist: Das geliebte Festival-Feeling der Gamescom in Köln”, sagte Gerald Böse, Geschäftsführer der Kölnmesse.

1100 Aussteller aus 53 Ländern
Rund 1100 Aussteller sind angekündigt, aus 53 Ländern und auf 220.000 Quadratmetern – ein paar große Unternehmen wie Sony, Nintendo und Electronic Arts, die früher gerne mal halbe Hallen füllten, fehlen jedoch. Einige Spiele-Blockbuster für Weihnachten und das kommende Jahr, die Fans sehnsüchtig erwarten, werden daher in Köln gar nicht zu sehen sein.

Die Besuchermassen aus der Vor-Corona-Zeit, als 2019 zum Beispiel 370.000 Menschen nach Köln kamen, werden wohl nicht wieder erreicht. Die Veranstalter machen zur Zahl der erwarteten Besucher keine Angaben. Felix Falk, Geschäftsführer beim Verband Game, sieht den Neustart im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur aber positiv. “Die Gamescom entwickelt sich immer weiter, aber gerade in diesem schwierigen Jahr ist das schon jetzt ein beachtlicher Neustart.”

Zahl der Spielerinnen und Spieler steigt
Denn natürlich sind der Krieg und andere Krisen an der Games-Welt nicht spurlos vorübergegangen – Lieferengpässe und schlechte wirtschaftliche Aussichten weltweit machen auch Spieleherstellern zu schaffen. Die Zahl der Spielerinnen und Spieler steigt jedoch weiter: Nach einer Umfrage des IT-Verbands Bitkom spielen 54 Prozent der Menschen in Deutschland ab 16 Jahren wenigstens hin und wieder, 4 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr.

Das rasante Wachstum der ersten Corona-Jahre hat sich aber deutlich verlangsamt, wie Daten der Marktforscher GfK und Data.ai zeigen. Im ersten Halbjahr 2022 stiegen die in Deutschland verbuchten Umsätze der Spielehersteller demnach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur noch um 2 Prozent auf rund 4,55 Milliarden Euro, nach einem Plus von 22 Prozent im ersten Halbjahr 2021.

An den Zahlen zeigt sich auch, wo es in der Branche gerade hapert: So sind etwa Hardware-Umsätze gesunken – ein Ausdruck davon, dass zum Beispiel Sony nach wie vor Probleme damit hat, genug Playstation-5-Geräte zur Deckung der hohen Nachfrage herzustellen. Für einige Geschäftsfelder ging es jedoch kräftig nach oben. “An den Umsatzzahlen der Branche kann man gut ablesen, dass neue Geschäftsmodelle und Technologien im Aufwind sind”, sagte Game-Geschäftsführer Falk.

Spiele-Abos und In-Game-Käufe immer beliebter
So sind zum Beispiel die Umsätze mit Gebühren für Online-Dienste gestiegen. Darunter fallen etwa Spiele-Abos wie Microsofts Game Pass und Apple Arcade. Dieses Jahr hat Sony mit Playstation Plus Extra nachgezogen, auch bei Netflix gibt es als Teil des Streaming-Abos inzwischen Zugriff auf Smartphone- und Tablet-Spiele. Nutzerinnen und Nutzer erhalten mit den Abos für eine Monatsgebühr unbegrenzt Zugriff auf Spiele, je nach Dienst oft Hunderte teils neue Titel.

Und auch mit sogenannten In-Game-Käufen wird den Angaben nach mehr umgesetzt. Dabei gibt es für echtes Geld zum Beispiel virtuelle Kostüme oder neue Spielmöglichkeiten in bestehenden Games kaufen. Fachleute sprechen mit Blick auf solche Trends von “Games as a Service” (Deutsch etwa: “Spiele als Dienstleistung”) – also dem Versuch, die Lebensdauer einzelner Titel durch immer neue, oft kostenpflichtige Inhalte, zu verlängern.

Spielerinnen und Spieler solcher “Games as a Service”-Titel bleiben oft sehr lange bei einem einzelnen Spiel und kaufen weniger neue Titel – quasi das Gegenstück zu Spiele-Abonnenten, die sehr viel ausprobieren können, aber kaum ein Spiel mehr direkt kaufen müssen.

“Generell ist die Vielfalt auf dem Spielemarkt einfach sehr groß” sagte Falk. Auch den klassischen Spielekauf, per Download oder auf Disc, gebe es nach wie vor. “Aber es ist auch klar, dass andere Modelle wie “Games as a Service” immer wichtiger werden.” Die Bitkom-Umfrage belegt das: 51 Prozent der Spielerinnen und Spieler haben demnach inzwischen wenigstens ein Spiele-Abo. Für den Kauf einzelner Spiele hat dagegen weniger als die Hälfte der Gamer innerhalb der vergangenen zwölf Monate Geld ausgegeben. 37 Prozent haben im gleichen Zeitraum für Ingame-Käufe bezahlt.

Festival für die Gaming-Gemeinschaft
Eine Gamescom, die sich weniger als Blockbuster-Leistungsschau versteht und eher als Festival für die immer größere Gaming-Gemeinschaft, passt da vielleicht ganz gut. Zumindest die Zeit, in der Fans den ganzen Tag in Warteschlangen verbrachten, um am Ende drei Spiele ausprobiert zu haben, soll vorbei sein, sagte Falk – gerade bei kleineren, unabhängigen Spiele-Anbietern, die diesmal sehr zahlreich vertreten sind, soll es viel mehr zu spielen geben. “Inzwischen stehen aber auch die Community-Aspekte, also das Erleben von Spielewelten und das Treffen mit Freunden, viel mehr im Mittelpunkt.”

Sicherheitslücken: Apple-User sollten ihre Betriebssysteme updaten

Wer seine Apple-Geräte in den letzten Tagen nicht upgedatet hat, sollte das dringend nachholen. Andernfalls bestehen Sicherheitsrisiken. Diese Versionen sollten Apple-User nun haben.
In den Betriebssystemen von Apple-Geräten hat sich eine eklatante Sicherheitslücke offenbart. Der IT-Riese hat bereits gegengesteuert und entsprechende Updates für alle seine Geräte veröffentlicht. Wer sie noch nicht installiert hat, sollte sich umgehend darum kümmern. Das Wichtigste zu Apples jüngstem Software-Fix.

Durch die Lücke in Apples Betriebssystem können Kriminelle Schadsoftware auf Apple-Geräte spielen, während Userinnen und User andernfalls harmlose Webseiten besuchen. Angreifer können sich dadurch Zugang zu Apple-Geräten verschaffen und sensible Daten abgreifen. Der Konzern selbst beschreibt das Problem so: “Die Verarbeitung von in böser Absicht erstellten Webinhalten kann zur Ausführung eines willkürlichen Codes führen.”

Automatische Updates schützen vor Schadsoftware
Um das Problem zu beheben, sollten User von iPhones (iOS) und iPads (iPadOS) ihre Systeme auf die iOS-Version 15.6.1 aktualisieren, wenn sie es noch nicht getan haben. Bei Macs und Macbooks ist ein Update auf macOS Monterey 12.5.1 notwendig, um die Sicherheitslücke zu schließen. Sinnvoll ist außerdem, wenn Apple-User ihren Geräten erlauben, Updates automatisch zu installieren, um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben und sich auch in Zukunft vor derlei Schwachstellen zu schützen.

Apple zufolge kam der Hinweis auf die beiden Sicherheitslücken CVE-2022-32894 und CVE-2022-32893 von einem “anonymen Forscher”. Große IT-Konzerne, darunter auch Apple, bezahlen für Hinweise auf solche Schwachstellen eine Belohnung. Im Zweifel kommen sie damit lukrativen Angeboten des Schwarzmarkts zuvor. Denn dort sind sensible Informationen über Sicherheitslücken wertvoll für Kriminelle sowie staatliche und private Hacker, die die Schwachstellen im Code für ihre Zwecke nutzen.

WhatsApp: So schützen Sie sich gegen Kontodiebstahl

Mit einigen technischen Tricks ist der Diebstahl kompletter Konten bei WhatsApp möglich. Wir zeigen, wie es geht und was die Mobilfunkanbieter dazu sagen.

WhatsApp-Kontendiebstahl: wirklich so einfach?
Die aktuelle Sicherheitslücke wurde zuerst vom Sicherheitsmagazin Bleeping Computer in den USA bekanntgemacht. Entdeckt hat sie hingegen Rahul Sasi, CEO von CloudSEK, einer IT-Sicherheitsfirma. Durch Ausnutzung der Sicherheitslücke können Angreifer ein WhatsApp-Konto komplett übernehmen und so beispielsweise Zugriff auf persönliche Nachrichten oder Kontaktlisten bekommen – mit allen relevanten Daten wie Telefonnummern und E-Mail-Adressen.

Aber: Ganz so einfach geht es in der Realität nicht. Um den Trick umzusetzen, ist die Kenntnis der Telefonnummer des Opfers nötig. Außerdem muss das Opfer in gewisser Weise mitspielen.

Überzeugungsarbeit durch Angreifer
In der Praxis läuft der Angriff in etwa so ab:

Der Angreifer ruft das Opfer an. Anschließend muss das Opfer dazu gebracht werden, eine andere Telefonnummer anzugreifen, die mit einem MMIC (Man Machine Interface Code) beginnt.

MMIC wird normalerweise von Mobilfunkanbietern genutzt, um Anrufe weiterzuleiten – etwa, wenn ein Anschluss nicht erreichbar ist. Ein MMIC kann aber manipuliert werden, sodass Anrufe an ein anderes, nicht autorisiertes Endgerät weitergeleitet werden.

Das Opfer ruft nun eine zehnstellige Nummer an, die entweder mit * oder # beginnt. Diese Nummer gehört dem Angreifer. Durch den Anruf stimmt das Opfer zu, dass alle eingehenden Anrufe in Zukunft an eine andere Nummer geleitet werden.

Der Angreifer startet jetzt auf dem eigenen Gerät die Registrierung für ein WhatsApp-Konto mit der Nummer des Opfers. Der Verifizierungscode, der via Anruf zum Opfer kommt, wird weitergeleitet an den Angreifer.

Der Angreifer hat nun vollen Zugriff auf das WhatsApp-Konto des Opfers. Auch Sicherheitsfeatures wie ein 2FA-Code können nun vom Angreifer eingerichtet werden. Dadurch ist ein Zugriff auf das Konto durch das Opfer nicht mehr möglich.

Hürden für den Angreifer
Das erwähnte Magazin Bleeping Computer konnte diesen Angriff bei den US-amerikanischen Providern Verizon und Vodafone erfolgreich durchführen. Ganz so einfach sieht es in der Praxis aber nicht aus. Zuerst muss der Mobilfunkanbieter einen MMIC verwenden, der Anrufe in jedem Fall immer weiterleitet und nicht nur dann, wenn zum Beispiel die Leitung besetzt ist. Sonst müsste der Angreifer es schaffen, ein Opfer am Telefon zu halten, bis der gesamte Angriff vollzogen ist. Dies würde funktionieren, da das Telefon des Opfers im Moment besetzt ist, da es schließlich mit dem Angreifer telefoniert.

Rechtmäßige Kontenbesitzer erhalten außerdem sofort eine Nachricht, wenn das eigene WhatsApp-Konto auf einem anderen Gerät registriert wird. Normalerweise wird bei einer Anrufweiterleitung außerdem eingeblendet, dass diese aktiviert ist, was den Angriff ebenfalls erschwert.

Einen einfachen Schutz gibt es übrigens, indem Sie einfach 2FA aktivieren. Sobald diese Autorisierungsmethode eingeschaltet ist, haben Angreifer in keinem Fall eine Chance. Außerdem gilt natürlich: Rufen Sie niemals irgendwelche Nummern an, die Ihnen Unbekannte am Telefon mitteilen. Stellen Sie Fragen, sobald eine Aufforderung kommt, die Sie nicht verstehen. Im Zweifelsfall legen Sie einfach auf. Denn: Nichts ist so wichtig, dass Sie nicht einen Augenblick überlegen oder sich informieren können. Menschen, die am Telefon Druck auf Sie ausüben, sollten Sie auf keinen Fall vertrauen.

Statements der Telekom und von Telefónica/O2
Zwei große Mobilfunkanbieter in Deutschland haben sich inzwischen zu der Sicherheitslücke geäußert und zumindest zwischen den Zeilen weitgehend Entwarnung gegeben.

Die Telekom sagt, dass dieser Angriff prinzipiell zwar möglich ist, aber dass ihnen ein realer Fall noch nicht untergekommen ist. Die große Einstiegshürde (die wir soeben im vorherigen Abschnitt erwähnt haben) ist für die Telekom ein Grund, warum die Angriffswahrscheinlichkeit eher als gering eingestuft wird. Wahrscheinlicher aus Sicht der Telekom ist ein Angriff, bei dem eine unbedarfte Person ihr Smartphone für einen Moment an vermeintlich hilfsbereite Dritte übergibt, damit diese ein angebliches Problem beheben können. In dieser Zeit wäre auch die Deaktivierung der 2FA-Methode denkbar.

Telefónica/O2 äußert ähnliche Bedenken. Auch hier sieht man das Potenzial für eine Ausnutzung der Lücke in freier Wildbahn als eher gering an. Dennoch schließt Telefónica/O2 nicht aus, dass ein solcher Angriff erfolgreich sein könnte. Das Unternehmen rät daher dazu, Anweisungen von Unbekannten keine Folge zu leisten und Informationen aus unsicheren Quellen generell skeptisch gegenüberzustehen. Zusätzlich rät Telefónica/O2 dazu, wie von uns bereits beschrieben, 2FA im eigenen WhatsApp-Konto zu aktivieren. Dies würde auch laut diesem Dienstleister dazu führen, dass ein (erfolgreicher) Angriff so gut wie unmöglich wird.

Was erlaubt ist – und was nicht

Die Nutzung von Smartphones ist beim Autofahren streng geregelt. Bei Verstößen drohen empfindliche Strafen. Hier lesen Sie, was Sie am Steuer mit dem Handy tun dürfen – und was verboten ist.

Navigation, Telefonie, Facebook: Viele Autofahrer greifen auch am Steuer zum Smartphone. Aus gutem Grund gelten für die Handynutzung im Straßenverkehr aber strenge Regeln, schließlich kann eine unachtsame Nutzung das Unfallrisiko erheblich erhöhen – auch für andere Verkehrsteilnehmer. Weil die Gesetzgebung dabei viele Facetten hat und teils saftige Strafen drohen, haben wir uns für Sie schlau gemacht: Hier lesen Sie, was Sie am Steuer mit Ihrem Handy tun dürfen, welche Strafen drohen und worauf Sie achten sollten.

Zahlreiche Zwischenfälle und viele Verbote
Wer am Steuer mit dem Handy hantiert, bringt sich und andere in Gefahr. Rechtlich gehört die „Aufnahme und Nutzung mobiler Endgeräte“ zu den Ordnungswidrigkeiten und ist mit Bußgeld belegt. Laut einer offiziellen Statistik kam es in Deutschland im Jahr 2020 zu immerhin 413.277 solcher Handyverstöße im Straßenverkehr. Seit 2017 ist der Gesetzgeber im Umgang mit Delinquenten dabei strenger geworden, die Bußgelder sind gestiegen. Neben Telefonieren mit dem Handy am Ohr sind beim Autofahren heute auch viele weitere Funktionen der mobilen Geräte tabu.

Das ist verboten – da ist erlaubt
Unter Verbot fällt das Schreiben von Textnachrichten, aber auch das Ablehnen von Anrufen und sogar das Ablesen der Uhrzeit vom Display. Das klingt zunächst etwas drakonisch, soll Handysünder aber wohl auch einer effektiven Ausrede berauben: Wer mit dem Smartphone in der Hand erwischt wird, kann sich nicht mehr so leicht herausreden.

Verboten ist natürlich auch das Surfen im Internet, das Halten des Handys ans Ohr und das Bedienen von Navigationsdiensten. Erlaubt ist wiederum das Telefonieren via Freisprechanlage oder mit einem Headset. An sich ist auch die Nutzung eines Navis in Ordnung, solange das Smartphone dabei nicht in der Hand gehalten oder auch nur berührt wird. Steckt das Handy also in einer Halterung, dürfen Sie die Wegfindung ablesen, das Display aber nicht bedienen, denn es sind nur „kurze“ Blickzuwendungen gestattet. Eine aktive Bedienung des Smartphones oder längeres Hinsehen sind also in keinem Fall erlaubt. Das Gerät darf weder „aufgenommen noch gehalten“ werden ( § 23 Abs. 1a StVO). Das schließt auch Musik-Apps mit ein.

Nutzer einer Smartwatch müssen ebenfalls aufpassen. Das kurze Ablesen der Uhrzeit ist hier in Ordnung, die Uhr muss aber am Handgelenk getragen werden. Sprachbefehle oder die Vorlesen-Funktion sind dabei ebenfalls gestattet. Die Bedienung mit der anderen Hand oder längeres Ablesen (etwa von Textnachrichten) sind hier aber ebenso tabu wie bei einem Smartphone.

Die gleichen Regeln gelten übrigens auch für Fahrradfahrer. Die Ausnahme: Das Fahrrad steht. Auch wenn das Auto sich nicht bewegt und der Motor abgeschaltet ist, dürfen Fahrer nach Lust und Laune elektronische Geräte bedienen. Dabei gibt es aber eine Ausnahme: Nutzen Sie ein Start-Stopp-System, müssen Sie dabei die Finger von Smartphone und Co. lassen.

Bei der Handynutzung am Steuer drohen empfindliche Strafen
Aktuell unterscheidet der Gesetzgeber bei der Handynutzung am Steuer zwischen drei Fällen, bei denen unterschiedliche Strafen drohen.

Werden elektronische Geräte beim Autofahren rechtswidrig genutzt (dazu gehört auch das Telefonieren ohne Freisprechanlage), sind 100 Euro Bußgeld fällig. Dazu gibt es einen Punkt in Flensburg.

Kommt es dabei zusätzlich zu einer Gefährdung, steigt das Bußgeld auf 150 Euro, es hagelt zwei Punkte und ein einmonatiges Fahrverbot.

Findet dann auch noch eine Sachbeschädigung statt, müssen Delinquenten 200 Euro zahlen, erhalten zwei Punkte und dürfen ebenfalls einen Monat lang nicht fahren.

Zur Info: Ordnungswidrigkeiten mit einem Punkt verfallen nach zweieinhalb Jahren. Werden Ordnungswidrigkeiten mit zwei Punkten bestraft, dann bleiben sie fünf Jahre erhalten.

Wer in der Probezeit mit dem Smartphone am Steuer erwischt wird, muss übrigens nicht nur ein Bußgeld zahlen und einen Punkt in Flensburg in Kauf nehmen. Bei Fahranfängern verlängert sich auch die Probezeit von ursprünglich zwei auf vier Jahre und sie müssen ein kostenpflichtiges Aufbauseminar besuchen.

Achtung: Ist durch die Nutzung elektronischer Geräte am Steuer der Tatbestand grober Fahrlässigkeit erfüllt (was schnell passieren kann), so können sich bei einem Unfall sowohl Teil- als auch Vollkaskoversicherung weigern, den entstandenen Schaden zu übernehmen. Das kann dann richtig teuer werden.

Verbote gelten nicht nur für Handys
Vorschriften und Strafen gelten übrigens längst nicht nur für Smartphones oder Handys allein. Die Handhabe von allen elektronischen Geräten, die „der Kommunikation, Information oder Organisation“ dienen, ist in Deutschland beim Autofahren in gleicher Art geregelt. So steht es im § 23 der Straßenverkehrsordnung.

Diese Strafen erwarten Handysünder im europäischen Ausland
Auch im europäischen Ausland werden Autofahrer für verbotene Handynutzung am Steuer zur Kasse gebeten. Die Strafen fallen aber sehr unterschiedlich aus. Einer Aufstellung des ADAC haben wir folgende Top 5 und Bottom 5 entnommen:

Top 5:

Estland bis 400 €

Großbritannien ab 235 €

Spanien: ab 200 €

Dänemark: 200 €

Italien: ab 165 €

Bottom 5:

Lettland: 15 €

Bulgarien: ab 25 €

Island 30 €

Tschechien ab 40 €

Ungarn: ab 40 €

Kuriose Urteile rund ums Handy am Steuer
Rund um die Handynutzer am Steuer kam es in der Vergangenheit zu einigen interessanten Urteilen der deutschen Rechtsprechung. Eine Auswahl:

Wer das Ladekabel beim Autofahren ins Handy steckt, erfüllt den Tatbestand der unerlaubten Handynutzung. (OLG Oldenburg vom 07.12.2015 Aktenzeichen: 2 Ss (OWi) 290/15 DAR 2016, 151)

Fahrlehrer dürfen als Beifahrer telefonieren, wenn der Fahrschüler im fortgeschrittenen Ausbildungsstand ist. (BGH vom 23.09.2014 – Az. 4 StR 92/14)

Das Einklemmen des Handys zwischen Ohr und Schulter gilt als unzulässiges Halten . (OLG Köln, Urteil vom 20.1.2021, Az.: III-1 RBs 347/20)

Auch die Bedienung elektronischer Fahrzeugschlüssel, sogenannter “Smart Keys” ist während der Fahrt verboten. (OLG Hamm, 4. Strafsenat, Beschluss vom 03.11.2020 – 4 RBs 345/20, NJW 2021, 99)

Fazit
Eine strenge Regelung und ordentliche Strafen für Handysünder sind sicher sinnvoll: Schließlich will niemand überfahren werden, weil ein Autofahrer gerade Katzenvideos guckt. Typisch für die deutsche Gesetzgebung ist aber auch hier der Regelwust: Variable Strafen, Sonderfälle und kuriose Rechtsprechungen machen die Lage für Laien manchmal unübersichtlich. Im Grunde lässt sich dieses Problem aber ganz einfach umgehen: Indem man beim Autofahren vom Smartphone eben die Finger lässt.

25 Jahre Netflix: Der Streaming-König schwächelt

Vor einem Vierteljahrhundert wurde Netflix als DVD-Verleih gegründet – einer verlegten Videokassette sei Dank. Heute dominiert das Unternehmen den Streaming-Markt, tut sich dabei aber immer schwerer.
Mit Serien wie “House of Cards” hat Netflix das Fernsehen ins Internet gebracht und so die Unterhaltungsbranche revolutioniert. Die Firma entwickelte sich vom DVD-Verleih im Netz zum Maß aller Dinge im boomenden Streaming-Geschäft. Doch die Konkurrenz wird immer stärker. Zuletzt verlor Netflix Kunden, während Rivalen wie Disney kräftig zulegten. An seinem 25. Geburtstag am 29. August steht der Streaming-Marktführer unter Druck wie selten zuvor. Darum setzt Netflix auf neue Strategien und bricht mit seinen Traditionen. Für viele Nutzer könnte dies schon bald unangenehme Folgen haben.

So will Netflix im kommenden Jahr damit beginnen, strikter gegen Kunden vorzugehen, die ihre Login-Daten mit anderen teilen. Das Unternehmen geht davon aus, dass über die zuletzt knapp 221 Millionen regulären Abonnenten hinaus noch mehr als 100 Millionen Haushalte den Streaming-Dienst unbefugt mitnutzen. Bislang verfolgte Netflix hier eine lockere Linie, doch damit soll jetzt Schluss sein. Aber lassen sich die Trittbrettfahrer so einfach in zahlende Kunden verwandeln? “Netflix muss vorsichtig vorgehen, um Nutzer nicht zu vergraulen”, meint Experte Simon Baker vom Geldhaus Société Générale. US-Umfragen deuteten auf eine relativ hohe Abwanderungsbereitschaft hin.

Netflix verliert Kunden – Konkurrenz wächst
Nachdem der Streaming-Boom zu Beginn der Pandemie noch für einen Abonnentenansturm gesorgt hatte, verlor Netflix im ersten Halbjahr 2022 mehr als eine Million Kunden. Besonders im angesichts zahlreicher Konkurrenzangebote zunehmend übersättigten Heimatmarkt Nordamerika klinkten sich zuletzt viele Nutzer aus. Nach Jahren als Börsenliebling hat Netflix mittlerweile auch an der Wall Street einen schweren Stand: Die Aktie ist in diesem Jahr um knapp 60 Prozent gefallen – deutlich stärker als der Gesamtmarkt. Und ausgerechnet jetzt kommt auch noch die Konkurrenz in Fahrt.

Der vor weniger als drei Jahren als Netflix-Jäger gestartete Rivale Disney+ gewann in den drei Monaten bis Ende Juni – nicht zuletzt dank der “Star Wars”-Serie “Obi-Wan Kenobi” – rund 14,4 Millionen Abos hinzu und liegt nun schon bei gut 152 Millionen Nutzerkonten. Zählt man Disneys weitere Streaming-Dienste Hulu und ESPN+ hinzu, so hat der Hollywood-Riese schon in etwa mit Netflix gleichgezogen. Allerdings half Disney in den vergangenen Jahren auch kräftig mit Rabatten und Sonderangebote nach. Zudem sind die Zahlen nur bedingt vergleichbar, da Disney viele Nutzer mit Kombi-Deals lockt. Ob der Micky-Maus-Konzern sein starkes Wachstum beibehalten kann, muss sich auch erst zeigen. Dennoch sieht Netflix momentan geschwächt aus.

Günstigere Netflix-Version mit Werbung geplant
Um wieder in die Spur zu finden, gab Gründer Reed Hastings sogar bei einem seiner größten Tabus klein bei. Netflix startet angesichts der mauen Entwicklung der Nutzerzahlen eine günstigere Version seines Streaming-Dienstes mit Werbeclips. Eigentlich hatte Hastings dies stets entschieden abgelehnt. Die Werbevariante soll 2023 anlaufen, zunächst in “einer Handvoll Märkten”. Wird sie den erhofften Schwung bringen? “Das Abo-Wachstum dürfte von der günstigeren Version mit Werbung zunächst profitieren”, heißt es in einer Studie von Barclays. Jedoch bestehe das Risiko, dass viele Altkunden zum billigeren neuen Angebot wechseln.

Von einem anderen Markenzeichen hat sich Netflix bereits verabschiedet. So brachte der Online-Videodienst bei den jüngsten Staffeln von “Stranger Things” und “Ozark” nicht mehr wie üblich alle Folgen auf einmal heraus. Damit gibt Netflix seine Tradition auf, den Stoff für das auf Englisch “Binge Watching” genannte Marathonglotzen neuer Serienstaffeln zu liefern. Das Kalkül der Reform: Kunden länger bei der Stange halten – Serienfans können nun nicht mehr alles in einem Rutsch schauen und ihr Abo wieder abbestellen. Während es in der klassischen TV-Branche üblich ist, nur eine Folge wöchentlich zu veröffentlichen, bricht Netflix damit seine langjährigen Standards.

Anfänge als DVD-Verleih
Immerhin: Mit der Anpassung seiner Geschäftsmodelle hat das Unternehmen viel Erfahrung – und in der Vergangenheit auch viel Erfolg gehabt. Denn ursprünglich war Netflix ein DVD-Verleih. Der Legende nach begann die Geschichte der Firma mit einem Leihvideo. Gründer Hastings verlegte eine Kassette mit dem Film “Apollo 13” – ärgerlich, denn bei der Videothek sammelten sich deshalb 40 Dollar Gebühren an, wie er später erzählte. Auf dem Weg ins Fitnessstudio ging Hastings ein Licht auf: Für 40 Dollar im Monat kann man dort so viel trainieren, wie man will. Damit stand die Idee für das Abo-Modell von Netflix: Für eine monatliche Gebühr konnte man sich so viele DVDs per Post kommen lassen wie man im Monat schaffte.

Aber anders als etwa der Videotheken-Gigant Blockbuster – der im Jahr 2000 die Übernahme von Netflix zum heute geradezu lächerlich gering wirkenden Preis von 50 Millionen Dollar ablehnte – erkannte Hastings die Zeichen der Zeit. DVDs spielen für Netflix seit Jahren schon keine Rolle mehr, seit 2007 dreht sich alles ums Streaming. Während Blockbuster 2010 Insolvenz anmeldete, wurde Netflix als Pionier der Online-Videodienste zum großen Schreck des Kabel-TVs. Inzwischen schlägt das Imperium aber zurück – nicht nur Disney, auch die großen US-Medienkonzerne Comcast, Paramount und Warner Bros. Discovery setzen voll aufs Streaming. Die Tech-Riesen Amazon, Apple und Google rüsten ihre Services ebenso auf – für Netflix wird es immer schwerer.

Apple schließt Sicherheitslücken

Apple hat mit einer Serie von Software-Updates für seine Geräte zwei Sicherheitslücken geschlossen, die möglicherweise bereits ausgenutzt wurden.

Eine der Schwachstellen steckte in Apples WebKit-Software, mit deren Hilfe Inhalte in Webbrowsern dargestellt werden. Präparierte Websites könnten die Lücke nutzen, um einen beliebigen Software-Code ausführen zu lassen, erläuterte Apple.

“Einfach gesagt, könnte ein Cyberkrimineller Schadsoftware auf ihrem Gerät platzieren, wenn sie sich nur eine ansonsten harmlose Webseite angeschaut haben”, warnte danach die IT-Sicherheitsfirma Sophos am Donnerstag.

Durch diese Schwachstelle waren iPhones und iPads noch stärker bedroht als Mac-Computer: Denn auf den mobilen Geräten laufen alle Browser mit WebKit und nicht nur das hauseigene Programm Safari. Die zweite Sicherheitslücke befand sich im sogenannten Kernel, dem zentralen Teil des Betriebssystems. Ein Angreifer, der sich bereits Zugriff auf das Gerät verschaffte, könne damit alle möglichen Daten abgreifen, betonte Sophos.

Solche Sicherheitslücken gelten als sehr wertvoll und werden meist von Geheimdiensten und Entwicklern von Überwachungssoftware gezielt ausgenutzt. Bekannt wurde vor allem die Software Pegasus der israelischen Spionagesoftware-Firma NSO, die auch Schwachstellen auf Apple-Geräten ausnutzte.

Hinweise eines anonymen Forschers
Apple verwies bei den jetzt gestopften Sicherheitslücken auf Hinweise eines anonymen Forschers. Der iPhone-Konzern vergibt wie auch andere Unternehmen Belohnungen für Informationen über entdeckte Schwachstellen. In den vergangenen Jahren gab Apple wiederholt Sicherheitslücken bei der Veröffentlichung von Updates bekannt.

Bei den Software-Updates müssen Nutzer selbst aktiv werden, um sie zu installieren. Die aktuellen Betriebssystem-Versionen sind iOS 15.6.1 beim iPhone und iPadOS 15.6.1 bei den Tablets sowie macOS Monterey 12.5.1 bei Apples Computern.

So wird das iPhone 14 schneller

Es muss nicht immer eine neue CPU sein: Mehr RAM und ein schnelleres Modem sollen das iPhone 14 voranbringen.

Auf das iPhone 14 müssen wir nur noch rund sechs Wochen warten – und schon jetzt wissen wir sehr viel über die neue Generation. Glaubwürdige Berichte besagen, dass es eine größere Max-Größe und eine bessere Kamera geben wird. Die meisten der Verbesserungen werden jedoch dem iPhone 14 Pro vorbehalten sein, einschließlich des A16-Chips, der exklusiv für Apples Pro-Handys sein wird – diesen Unterschied machen sie das erste Mal.

Von Jahr zu Jahr schneller
Das bedeutet aber nicht, dass das iPhone 14 nicht schneller wird als das iPhone 13. Apple wird wahrscheinlich nicht damit werben, dass der diesjährige Prozessor der gleiche ist wie der aus dem letzten Jahr. Sie können also die üblichen Diagramme und Grafiken erwarten, die zeigen, dass das iPhone 14 das iPhone 13 in direkten Tests übertrifft.

Es beginnt mit dem Chip selbst. Beim iPhone 13 verwendete Apple eine Version des A15 in den Pro-Modellen, die fünf GPU-Kerne hatte, während die Einsteiger-Modelle 4 GPU-Kerne hatten. Außerdem verfügte es über 6 GB RAM, während das Einsteiger-Modell 4 GB hatte. In unseren Tests hat das iPhone 13 Pro damit etwa 20 Prozent mehr Grafikleistung als das iPhone 13.

Da erwartet wird, dass das iPhone 14 die gleiche Version des A15 wie die “Pro”-Modelle des iPhone 13 nutzen wird, würde es diesen zusätzlichen GPU-Kern und 2 GB RAM erhalten. Das wird dazu beitragen, dass Apps schneller geladen werden, da das iPhone mehr Speicherplatz zur Verfügung hat, ohne andere Prozesse zu verlangsamen. Das iPhone 14 sollte also besser abschneiden als das iPhone 13, aber nicht unbedingt besser als das iPhone 13 Pro.

Mehrere Komponenten erneuert
Ferner wird erwartet, dass alle iPhone-14-Modelle das 5G-Modem X65 von Qualcomm eingebaut bekommen, das im Vergleich zum X60 “eine deutlich bessere Leistung durch neue stromsparende Technologien” bietet. Und laut dem Leaker ShrimpApplePro auf Twitter wird das iPhone 14 ein “neues internes Design” haben, das auch eine “allgemeine Leistungssteigerung gegenüber der iPhone-13-Serie” mit sich bringt” – das klingt aber ziemlich vage.

Alles in allem könnte das iPhone 14 immer noch einen respektablen Leistungszuwachs gegenüber dem iPhone 13 ohne Pro bringen, der es zu einem überzeugenden Upgrade macht, wenn auch nicht annähernd so beeindruckend wie der A16-Chip im iPhone 14 Pro. Wir rechnen mit der Vorstellung der neuen iPhone-Generation bei einem Special Event in der ersten Septemberhälfte.

Windows 11: Was wird jetzt aus Windows 10?

Windows 11 bekommen längst nicht alle, die es haben wollen. Und nicht alle, die es bekommen können, wollen damit arbeiten. Bis 2025 wird Windows 10 noch unterstützt. Und dann? Ein Überblick.

Bildershow: Das bringt Windows 11 >>

Die erste Veröffentlichung von Windows 10 erfolgte vor fast sieben Jahren. Für weitere drei Jahre wird es von Microsoft noch Sicherheits-Updates für die Version 10 geben. Das wird Nutzer freuen, die nicht zum neuen Betriebssystem wechseln können oder den Umstieg (noch) nicht durchführen wollen.

Doch Achtung: Von Windows 10 sind bis heute zwölf verschiedene Versionen erschienen, was unterschiedliche Ablauftermine zur Folge hat. Letztmalig wird ein Funktionsupgrade im Zeitraum der Windows-11-Veröffentlichung kommen. Es handelt sich dabei um die Version 21H2 (Build 19044). Außerdem wird es noch eine LTSC-Version (Long-Term Servicing Channel) geben. Diese basiert auf dem 21H2-Update und wird an Unternehmenskunden ausgeliefert. Damit erhalten diese fünf Jahre lang Support.

Das ist neu bei Windows 11:

Das Startmenü macht alles neu

Sehr auffällig für alle, die Windows 11 zum ersten Mal aktivieren, ist das neue Startmenü. Es bringt neue Farben und Schriftarten mit, präsentiert überarbeitete Hintergrunddesigns und alle Fenster sind ab jetzt abgerundet. Das Startmenü klappt nicht mehr unten links auf – was ein mehrere Jahrzehnte altes Design ist -, sondern in der Mitte und schwebt nun frei. Kacheln sind nun gestrichen, dafür gibt es nun aber eine gute sichtbare Suchleiste im oberen Bereich des Startmenüs. Direkt darunter finden Sie alle automatisch oder manuell angepinnten Apps, die somit einem Schnellzugriff ähneln.

Im “Empfohlen”-Bereich sammeln sich Links und Icons zu den zuletzt geöffneten Dateien. Diese können sich entweder auf dem PC befinden oder in Cloud-Speichern à la OneDrive. Klicken Sie auf “Mehr”, vergrößert sich das Startmenü und gibt den Blick auf alle anderen Programme frei. Ebenfalls vorhanden sind Optionen für den Neustart oder das Herunterfahren, auch der Ruhezustand ist hier zu finden. Eine übersichtliche Sammlung aller Anwendungen ist noch immer enthalten, der dazugehörige Button heißt nun “Alle Apps”.

Elegant und modernisiert

Insgesamt macht das neue Startmenü einen guten Eindruck und erweckt allein schon mit der mittigen Platzierung einen frischen Look. Die meisten Inhalte werden dynamisch präsentiert, statische Listen wie “Alle Apps” gibt es nur noch über einen Extraklick. Pauschal besser ist das nicht, Sinn oder Unsinn dieser Veränderung hängen von den eigenen Nutzungsgewohnheiten ab. Übrigens können Sie bei Bedarf das Startmenü auch nach unten links verschieben – wofür allerdings ein Umweg in den Optionen notwendig ist. Nach oben können Sie die Taskleiste nun jedoch gar nicht mehr verschieben.

Anheften häufig genutzter Inhalte

Im Startmenü befindet sich im Bereich angepinnter Apps nun ein zentraler Platz, um alle wichtigen Applikationen zu sortieren. Nachteil: Sie erhalten nur Platz für 18 Icons (auch auf 4K-Monitoren). Sobald es mehr Programme sind, müssen Sie mit dem Mausrad durch die Liste scrollen. Es kann gut sein, dass Microsoft dies in Zukunft noch überarbeitet. Um für Übersicht zu sorgen, lassen sich die einzelnen Icons mit der Maus hin und her verschieben. So sortieren Sie die Anwendungen so, dass Sie sie schnell wiederfinden.

Ein neues Programm, das Sie sehr häufig verwenden, können Sie mit zwei Klicks sofort nach oben auf die Liste befördern. Dazu reichen ein Rechtsklick und dann ein Klick auf “Ganz nach oben” aus. Die Anwendung drängelt sich dann an den anderen Icons vorbei auf die Top-Position. Sie können diese Symbole auch anders sortieren oder deinstallieren, wofür ebenfalls der Rechtsklick zum Einsatz kommt. Ordner oder Laufwerke können Sie dort jedoch (noch?) nicht anpinnen.

Automatisch oder manuell?

Normalerweise analysiert Windows 11 Ihre Nutzungsgewohnheiten und pinnt die wichtigsten Apps automatisch an. Dies klappt sogar zu einem gewissen Grad schon während der Installation: Dort fragt Sie das Betriebssystem, wofür Sie den PC vorrangig verwenden werden – wie “Kreativität” oder “Gaming”. Entscheiden Sie sich für “Familie” werden zum Beispiel Einrichtungen von Twitter, Instagram oder Photoshop Elements nach oben geschoben. Mit einem Klick auf das Symbol wird die App dann heruntergeladen.

Einige andere Funktionen wurden hingegen komplett entfernt. Die Gruppierungen von thematisch ähnlichen Apps mussten weichen, außerdem können Sie nun keine Ordner mehr direkt erstellen. Ob das schlecht ist oder nicht, müssen Sie selbst entscheiden.

Zentrale Taskleiste mit etwas Dynamik

Ebenso, wie das neue Startmenü in der Standardeinstellung zentriert angelegt ist, befinden sich auch die Symbole in der Taskleiste nun in zentraler Position. Eine feste Position für Icons entfällt damit: Sobald Sie ein neues Programm öffnen, verschieben sich alle Elemente ein wenig, damit alles weiterhin zentriert bleibt. Dies bringt gewisse Vorteile: Von der Mitte des Bildschirms aus lassen sich jetzt alle Programme, relativ gesehen, in derselben Entfernung erreichen.

Ein Nachteil am neuen System ist, das “angestammte” Positionen für Icons auf der Taskleiste entfallen. Unter Umständen müssen Sie also einen kurzen Augenblick nachschauen, wo sich welches Symbol gerade befindet. Öffnen Sie im Laufe der Session vielleicht fünf, sechs oder sieben Programme, verschiebt sich der Windows-Button immer ein Stück nach links. Dies erfordert ein wenig Umdenken – ob das in der Praxis wichtig ist, entscheiden Sie selbst.

Größen und Skalierung

Sie können die neue Taskleiste in insgesamt drei Größen anzeigen lassen. Die Symbole werden dabei mit skaliert. In der Vorschauversion müssen Sie dazu in der Registry bestimmte Werte ändern, später wird dies aus Windows 11 heraus selbst möglich sein. Rechts wird außerdem etwas Platz gespart, denn der Info-Bereich mit Uhrzeit, Netzwerk & Co. fällt nun kompakter aus. Das “Kontakte”-Symbol wurde ebenfalls gestrichen.

Noch sehr viel deutlicher wird die Verschlankung im Kontextmenü der Taskleiste. Klicken Sie jetzt mit der rechten Maustaste auf diesen Bereich, finden Sie nur noch den Punkt “Taskleisteneinstellungen”. In Windows 10 bekommen Sie dort noch insgesamt 15 Einträge mit dem neuesten Update zu sehen. Hinter dem besagten Punkt in Windows 11 finden Sie nun die Einstellungen, die sie auch über “Personalisierung” und “Taskleiste” erreichen. Dort sind viele der Optionen, die in Windows 10 vorhanden waren, zu erreichen.

Administration noch immer vorhanden

Via Windows-Button + X rufen Sie das Administrationsmenü auf, alternativ funktioniert auch ein Rechtsklick auf den Windows-Button. Dort bekommen Sie, wie in Windows 10, Zugriff auf diverse Optionen wie den Windows Explorer, den Geräte-Manager, die Energieoptionen oder auch die Systemsteuerung. Letztere ist übrigens auch in Windows 11 noch immer in ihrer mittlerweile sehr alten Optik vorhanden, wenngleich der durchschnittliche Nutzer damit wahrscheinlich selten in Kontakt kommt – und es daher auch nicht schlimm ist.

Im selben Menü ist auch der Eintrag für den Start des Task-Managers versteckt. Dies ist auch notwendig, da Microsoft den Eintrag in Windows 11 aus dem Taskleistenmenü, wie bereits erwähnt, gestrichen hat.

Personalisierung des neuen Startmenüs

Der “Einstellungen”-Button aus dem Startmenü ist nun nicht mehr als Zahnradsymbol vorhanden, Sie müssen beim Wechsel auf Windows 11 also ein wenig suchen. Sie finden die App stattdessen im Startmenü oben unter den angepinnten Apps. Möglicherweise müssen Sie, bei sehr vielen Apps, also kurz ein wenig blättern, um das Programm zu finden. Das gefällt Ihnen nicht? Die folgende Anleitung schafft Abhilfe:

  1. Gehen Sie in die Einstellungen von Windows 11 und dann auf “Personalisierung”, “Start” und “Ordner”. Aktivieren Sie dort den Schalter hinter “Einstellungen”.
  2. Jetzt wird das Zahnrad-Symbol wieder neben dem Button für das Herunterfahren und Neustarten angezeigt. Verfolgen Sie den soeben beschriebenen Weg noch einmal, und aktivieren Sie dort auch Schalter wie “Dokumente” oder “Downloads”. Insgesamt richten Sie das neue Startmenü damit so ein, wie es unter Windows 10 (zu gewissen Teilen) aussah.

Neuer Look und Dark-Mode in Windows 11

Als erstes Windows erhält die elfte Ausgabe einen echten Dark-Mode. Sobald Sie ihn aktivieren, wird ein dunkleres Farbschema aktiviert, das an das dunklere Umgebungslicht bei Ihnen angepasst ist. Jenes Design nutzt viele blau-schwarze Farbverläufe und Gradienten, diverse Schattierungen und einen bei Dunkelheit angenehmen Kontrast. Transparenzeffekte und Farben erblühen jedoch auch im normalen Design zu neuem Leben. Vier unterschiedliche Designs stehen dafür zur Auswahl, die Namen wie “Fluss” oder “Aufgezeichnete Bewegung” tragen.

Das Design des Kontextmenüs nach einem Rechtsklick auf den Desktop wurde ebenfalls geändert. Windows 10 zeigte dort noch alle verfügbaren Optionen an, doch Windows 11 reduziert dieses Menü auf die notwendigsten Einträge. Erst, wenn Sie auf “Weitere Optionen anzeigen” klicken, wird das Menü komplett sichtbar. Für neue Nutzer dürfte dies eine Hilfe sein, da weniger verwirrende Einträge sichtbar sind. Veteranen können dieses Verhalten wahrscheinlich mit einem Registry-Eintrag ändern.

Neue runde Fenster und überarbeitetes Nachrichtencenter

Alle Fenster in Windows 11 sind rund. Ausnahmen bestehen nur dann, wenn ein Fenster maximiert wird – denn dann wird es natürlich an die eckigen Displays von Monitoren angepasst. Auch bei zwei nebeneinander liegenden, angepinnten Fenstern wird die eckige Variante bevorzugt, damit die Fenster komplett schließen. Virtuelle Desktops sind noch immer mit dabei und lassen sich so einfach wie in Windows 10 verwenden. Außerdem wurde der Windows Explorer mit einer neuen Befehlsleiste beglückt, zu viele Verbesserungen sind dort aber nicht zu erwarten.

Sounds feiern in Windows 11 ein Comeback: Unspektakuläre, sanfte Töne melden den Systemstart und diverse Benachrichtigungen. Diese ändern sich sogar, wenn Sie den Dark Mode verwenden.

Sehr viel mehr hat sich am Benachrichtigungsfenster geändert: Der bis jetzt kombinierte Bereich aus Nachrichten und Schnelleinstellungen wird getrennt. Helligkeit, Lautstärke, WLAN & Co. können Sie jetzt beispielsweise mit Windows-Taste + A schnell aufrufen. Diese Icons sind nun etwas anders angeordnet und sehen deutlich ansprechender aus. Falls Videos oder Musikdateien laufen, erscheint oben rechts außerdem ein kleines Fenster, um die Wiedergabe zu steuern. Unten rechts erfolgt weiterhin der Weg in die Einstellungen. Die neuen Nachrichten rufen Sie über Windows-Taste + N auf. Der freie Platz – weil die Schnelleinstellungen fehlen – wird nun von einem Kalender gefüllt.

Emojis mit an Bord

Ob man sie nutzt oder nicht: Emojis sind ein weiteres Kommunikationsmittel unserer Zeit. Diese Sonderzeichen und auch animierte GIFs lassen sich nun durch ein neues Emoji-Fenster einfügen. Öffnen lässt es sich durch Windows-Taste + Punkt-Taste. Dort finden Sie diverse Symbole und Emojis und auch einige “seriöse” Icons wie Euro- oder Dollar-Zeichen. Die intuitive Suche hilft: Geben Sie im Suchfeld etwa “hund” ein, werden Ihnen alle hundeähnlichen Emojis angezeigt.

Überarbeitete Fensteranordnung

Eine der besten Änderungen an Windows 10 im Vergleich zu Windows 7 waren die Fenster, die sich an den Bildschirmrand anpinnen lassen. Windows 11 verbessert diese Funktion noch weiter. So können Sie ein vorgefertigtes Layout einstellen, an dem sich neue Programmfenster orientieren. Wählen Sie etwa einen gevierteilten Bildschirm, füllen neue Fenster automatisch die definierten Bereiche, anstatt wahllos auf dem Desktop zu erscheinen. Überlappungen gehören damit der Vergangenheit an. Vor allem große Monitore mit hohen Auflösungen sind hier stark im Vorteil.

Ein Beispiel aus dem Alltag: Teilen Sie den Bildschirm in eine linke Hälfte und zwei rechte Viertel ein. Word schnappt sich automatisch das linke Feld mit halber Monitorgröße. Oben rechts pinnen Sie hingegen eine E-Mail-App an und unten rechts holen Sie sich Informationen für Ihr Dokument aus einer Excel-Tabelle.

Bislang mussten Sie die die Schappfunktion für Fenster durch Ziehen der Fenster an die Ränder aktivieren. In Windows 11 hingegen ist dies fester Bestandteil von jedem Programmfenster. Halten Sie den Mauszeiger auf den altbekannten Minimieren- oder Maximieren-Buttons eines Fensters, wird die neue Option eingeblendet. Mit Windows-Taste + Z erreichen Sie dasselbe Ziel. Die verschiedenen Layouts werden dann automatisch eingeblendet.

Wenn Sie sich ein Layout aussuchen, bekommen Sie auch eine Vorschau. Bestätigen Sie sie, damit die Programme an die neue Position wandern. Mit wenigen Klicks füllen Sie Ihren Monitor dann genau so, wie Sie es sich für Ihre Arbeit wünschen. Layouts speichern können Sie in der Vorschauversion von Windows 11 noch nicht, das sollte sich aber bis zum Release ändern.

Neue Einstellungen, aber…

Noch einmal eine wesentliche Überarbeitung hat die Einstellungen-App von Windows 11 erfahren. Die Menüpunkte sind anders sortiert – intuitiver – und haben ein neues Design bekommen. Die linke Spalte für die Navigation bietet nun Menüpunkte für häufig genutzte Einstellungen an. Falls Auflösung und Monitorgröße es zulassen, bleibt diese Spalte nun immer sichtbar und verschwindet nicht mehr automatisch.

Rechts finden Sie wie immer die aktuellen Einstellungen für Ihre Auswahl und neue Symbole. Das Durcheinander, das Windows 10 hier teilweise angeboten hat, ist Geschichte: Alles ist gut strukturiert und nicht mehr in unzählige Optionen und Schalter verwürfelt. Einstellungen lassen sich im Praxistest schneller erreichen – ein klarer Schritt nach vorne

… nicht ganz konsequent

Komplett entfernt Microsoft die Altlasten von Windows 10 aber nicht. Noch immer ist die alte Systemsteuerung, die teilweise in ihrem Design an Windows NT erinnert, mit an Bord. Die Datenträgerverwaltung etwa sieht fast genauso aus wie vor 20 Jahren. Auch der Geräte-Manager ist noch immer in seiner alten Form vorhanden. Einerseits ist dies praktisch, da diese Anwendungen gut funktionieren – andererseits wirkt es jedoch etwas altbacken.

Die Rückkehr der Widgets

Microsoft, Apple, Google: Alle großen OS-Anbieter feiern die Rückkehr der Widgets. Bei Windows 11 sind Sie ebenfalls wieder mit an Bord. Auf dem Desktop blenden Sie damit zum Beispiel das Wetter oder den Status anderer Geräte ein, ohne Programme dafür öffnen zu müssen. Aktuell sind typische Widgets für Sportergebnisse, Kalender, To-Do-Listen, OneDrive, Aktienkurse oder eben den Wetterbericht vorhanden. Theoretisch steht die Funktion für alle Entwickler offen, mehr Widgets werden daher wohl nicht lange auf sich warten lassen.

Auf der Taskleiste gibt es dafür einen neuen Button, der Widgets einblenden kann. Alternativ nutzen Sie die Tastenkombination Windows-Taste + W. Halb transparent schwebt der Bereich dann auf dem Desktop, dort können Sie ihn auch mit der Maus erreichen und dann durchscrollen. Ganz oben befindet sich eine kleine Leiste, in der eine Websuche integriert ist. Unterhalb der Widgets ist außerdem ein Nachrichtenbereich integriert. Dessen Inhalte stammen aus der normalen News-App von Microsoft.

Neue Suche in Windows 11

Ein Suchfeld werden Sie in Windows 11 vergeblich in der Nähe des Startbuttons suchen. Stattdessen befindet es sich ganz oben im Startmenü. Sobald Sie darauf klicken, öffnet sich der Suchdialog, den Sie auch aus Windows 10 schon kennen. Die Lupe in der Taskleiste erfüllt denselben Zweck – oder alternativ das Kürzel aus Windows-Taste + S. Wenn Sie das Startmenü öffnen und einfach etwas schreiben, wird auch dies als Suchanfrage gewertet – also wie in Windows 10.

Ob Windows 11 besser suchen wird als der Vorgänger, bleibt abzuwarten. Apps und Einstellungen findet das System meist sehr schnell – wie immer. Bei der Suche nach anderen Dateien legt Windows den Fokus jedoch meist auf die Bibliotheken. Speichern Sie Dokumente woanders, werden diese meist nicht oder sehr spät gefunden.

Möchten Sie dies ändern, können Sie über die Einstellungen im Bereich “Datenschutz & Sicherheit” nach “Windows durchsuchen” gelangen. Dort können Sie “Suchorte anpassen”. So bringen Sie Windows 11 dazu, den ganzen PC zu indexieren. Dies ist leistungshungriger, aber liefert damit zuverlässige Suchergebnisse. Damit alles übernommen wird, müssen Sie den Suchmodus im selben Fenstern noch von “Klassisch” auf “Erweitert” ändern.

Millionen von PCs benötigen weiterhin Windows 10
Laut den Angaben von Microsoft läuft Windows 10 auf weltweit ca. 1,3 Milliarden PCs. Wie viele Rechner davon beim Windows-11-Upgrade nicht mehr dabei sind, lässt sich nur grob schätzen. Unsere Annahme berücksichtigt die Anzahl verkaufter PCs in den Jahren von 2013 bis 2017. Hier kommen wir auf rund 900 Millionen Einheiten. Wir gehen davon aus, dass davon etwa noch 30 % betrieben werden. Beim größten Teil der noch in Betrieb befindlichen Windows-10-PCs aus dem vorgenannten Zeitraum dürfte das Upgrade an der fehlenden Hardware-Unterstützung scheitern. Das bedeutet: Diese Rechner bekämen demnach kein Windows 11. Es handelt sich hierbei um rund 200 Millionen Geräte weltweit.

Die große Unbekannte ist die Zahl der Nutzer, die ihren veralteten Rechner durch ein aktuelles Modell mit Windows 11 ersetzen werden. Ebenso weiß niemand, wie viele Nutzer über einen Workaround Windows 11 installieren werden, ohne Supportleistungen von Microsoft in Anspruch zu nehmen. Eines ist jetzt schon klar: Windows 10 wird uns noch eine ganze Weile lang begleiten.

Windows 10 wird nicht der einzige Veteran unter den dann noch genutzten Windows-Versionen sein. Auch Windows 7 hat noch viele Freunde unter den Nutzern. Mit rund acht Prozent hält dieser Windows-Klassiker immer noch einen beachtenswerten Anteil auf Deutschlands Windows-Rechnern.

ISO-Image von Windows 10 für Neuinstallationen
Wer das Setup-Medium für die Windows-10-Version weiterhin laden möchte, dem steht mit dem Media Creation Tool eine passende Software von Microsoft zur Verfügung. Nach dem Download können Sie damit einen bootfähigen USB-Stick erstellen oder eine bootfähige DVD brennen. Bei Bedarf können Sie Windows 10 also neu installieren, ohne dass eine neue Lizenz hierfür nötig wäre. Alternativ steht Ihnen der Windows ISO Downloader zur Verfügung. Damit können Sie die gewünschte Version des Betriebssystems in einer Sprache Ihrer Wahl auswählen. Danach müssen Sie nur noch das ISO-Image von den Microsoft-Servern herunterladen.

Windows-10-Verweigerer müssen nicht mit Zwangs-Upgrade rechnen
Microsoft musste sich immer wieder den Vorwurf gefallen lassen, mithilfe von Werbeprogrammen zu aufdringlich für einen Umstieg auf Windows 10 getrommelt zu haben. Davon waren vor allem Nutzer von Windows 8.1 und Windows 7 betroffen, die mit einem Windows-10-Update umworben wurden. Manchmal erfolgte eine Installation des Upgrades sogar ohne die ausdrückliche Einwilligung des Nutzers, weil die Beschreibung Ungenauigkeiten enthielt.

Microsoft scheint daraus gelernt zu haben. In seinem Blog in englischer Sprache zu Windows 11 kündigten die Redmonder an, auf einen Upgrade-Zwang verzichten zu wollen. Wenn eine Upgrade-Benachrichtigung in Windows 10 auftaucht, kann jeder Nutzer selbst entscheiden, ob er auf Windows 11 upgradet oder weiterhin mit Windows 10 arbeitet. Er kann das Upgrade also ablehnen.

Auch ein Downgrade von Windows 11 auf Windows 10 ist möglich
Haben Nutzer den Umstieg von der Version 10 auf die Version 11 vollzogen, können sie dieses Upgrade in der App “Einstellungen” für einen Zeitraum von zehn Tagen wieder rückgängig machen. Laut Microsoft bleiben alle Daten und Dateien die von 10 zu 11 umgezogen sind, dabei erhalten.

Diese Android-Apps sollten Sie sofort löschen

Schon wieder haben Sicherheitsexperten verseuchte Android-Apps im Google Play Store entdeckt. Diese Apps sollten Sie sofort löschen.

Der Google-Play-Store kommt nicht zur Ruhe, schon wieder haben Sicherheitsexperten Malware entdeckt, die Android-Smartphones und -Tablets infiziert. Dieses Mal sind es Mitarbeiter des Sicherheitsunternehmens McAfee, die die verseuchten Android-Apps im Google Play Store aufgespürt haben.
Apps laufen im Hintergrund und starten Werbung
Wie immer in solchen Fällen tarnen sich die fiesen Apps als nützliche Tools, beispielsweise als Cleaner-Apps, die nicht mehr benötigte Dateien entfernen oder auch die Akku-Laufzeit verbessern. Doch tatsächlich blenden diese Apps fortlaufend variierende Werbung auf den Androidgeräten ein und starten hierzu bei der Installation automatisch bösartige Dienste, ohne die App überhaupt auszuführen. Wer also glaubt, die Malware würde erst nach dem Starten der App aktiv, der irrt! Allein durch die Installation der verseuchten Apps startet man die Malware-Routinen auf dem Smartphone, wie die Forscher betonen. Um sich zu tarnen, verwenden die Apps nach der Installation auf dem Android-Bildschirm vertraut wirkende Icons und Bezeichnungen wie “Google Play” oder “Setting” (Einstellung).

Die Cybergangster verbreiten die infizierten Apps über Werbeseiten auf Facebook. Innerhalb von Android nutzen die Malware-Programmierer die Funktion “Contact Provider”. Die technischen Hintergründe erklärt McAfee hier.

Deutsche Nutzer bisher nicht im Fokus
Jede der verseuchten Apps wurde zwischen 100.000 und über 1 Million Mal installiert, insgesamt sind es rund 7,3 Millionen Downloads. Allerdings liegt der Fokus der Infektionen in Asien und Südamerika, zudem gibt es im Nahen Osten vermehrt Infektionen. Deutsche Nutzer scheinen bisher die besagten Apps nicht heruntergeladen zu haben.

Diese Apps sofort deinstallieren
McAfee hat Google bereits informiert und Google hat alle betroffenen Apps bereits aus dem Google Play Store entfernt. Sollten Sie aber doch schon eine der folgenden Apps installiert haben, dann sollten Sie diese sofort deinstallieren und danach einen aktuellen Virenscanner Ihr Androidgerät scannen lassen ( Die besten Antivirus-Programme 2022 für Android):

So schützen Sie sich
Grundsätzlich sollten Sie immer vor der Installation einer neuen Android-App deren Bewertungen genau lesen und die Zahl der Downloads prüfen: Sind die Bewertungen frei von Hinweisen auf Schadsoftware und hat die Apps viele Downloads? Gut! Fragen Sie sich: Machen die von der App angeforderten Berechtigungen Sinn für den Zweck der App? Falls die Apps aber ungewöhnliche viele Rechte möchte, die gar nicht mit ihrem Zweck zusammenhängen: Verzichten Sie auf die App. Prüfen Sie zudem, ob der Anbieter der App bekannt und seriös ist.