iPhone SE 3 vs. iPhone 11

Das neue iPhone SE 3 ist nun das günstigste iPhone im Apple-Portfolio. Doch was spricht dafür, für ein über zwei Jahre altes iPhone 11 mehr auszugeben – und was dagegen?

Apple verkauft zwei iPhones, die in der Basisausstattung weniger als 600 Euro kosten: das iPhone 11 (inzwischen zwei Generationen alt) ab 579 Euro und das gerade veröffentlichte iPhone SE der dritten Generation für 519 Euro aufwärts. Man könnte versucht sein, das neue iPhone SE zu kaufen… schließlich ist es neuer, billiger und hat einen besseren Prozessor.

Aber so einfach ist das nicht! Die Telefone sind tatsächlich sehr unterschiedlich, und viele Teile des iPhone SE sind sogar viel älter als das iPhone 11. Welches Gerät Ihnen am besten passt, hängt von Ihren Prioritäten ab. Dieser Leitfaden soll Ihnen bei der Kaufentscheidung helfen.

iPhone SE vs. iPhone 11: Größe
Das iPhone 11 ist definitiv ein größeres Telefon, allerdings würden es die meisten Menschen nach heutigen Maßstäben wohl nicht als “groß” bezeichnen. Während das Gehäuse des iPhone SE etwas kleiner ist und besser in der Hand liegt, ist das Display dank der großen Ränder über und unter dem Display viel kleiner.

Das iPhone 11 ist einen halben Zoll höher und einen halben Zoll breiter, aber das Display misst in der Diagonale 6,1 Zoll, deutlich mehr als die 4,7 Zoll des iPhone SE. Das ist ein gewaltiger Unterschied in der Bildschirmfläche. Ob Sie ein kleines Telefon so sehr bevorzugen, dass Sie das winzige Display in Kauf nehmen, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks, aber Sie sollten sich beide Geräte persönlich ansehen, um eine Entscheidung treffen zu können.

Bei beiden Displays handelt es sich um LCDs von ähnlicher Qualität (P3-Farbe, True Tone, 625 nits maximale Helligkeit), sodass es hier nur darauf ankommt, wie viel Bildschirm Sie wollen.

iPhone SE vs. iPhone 11: Farben
Das iPhone SE gibt es in drei Farben: Weiß (“Polarstern”), Schwarz (“Mitternacht”) und Product Red, während das iPhone 11 in sechs Farben erhältlich ist: Weiß, Schwarz, Product Red, Lila, Gelb und Grün.

Das sind die gleichen Farben wie beim iPhone SE, plus drei weitere. Wenn Sie auf einen der drei exklusiven Töne stehen, fällt hier die Entscheidung leicht.

iPhone SE vs. iPhone 11: Prozessor und technische Daten
Das iPhone SE hat einen besseren Prozessor, ganz klar. Der A15 ist extrem schnell… an sich schneller, als es die meisten Aufgaben erfordern. Der A13 im iPhone 11 ist immer noch sehr gut… sogar so gut wie der Prozessor in den meisten Premium-Android-Handys. Ansonsten verfügen beide Telefone über 4 GB RAM, einen Lightning-Anschluss zum Aufladen, Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.0.

Bei einem preisgünstigen Handy werden Sie im Alltag wahrscheinlich keinen wirklichen Unterschied zwischen den beiden Geräten feststellen. Aber in drei oder vier Jahren werden Sie vielleicht feststellen, dass der A15 noch von den neuesten iOS-Updates unterstützt wird, der A13 hingegen nicht. ( Immerhin: Das erste iPhone SE aus dem Jahr 2016 mit A10 kann immer noch das jetzt aktuelle iOS 15 ausführen, Anm. d. Red.)

iPhone SE vs. Phone 11: Touch-ID vs. Face-ID
Einige Leute bevorzugen Touch-ID, andere bevorzugen Face-ID. Es besteht kein Zweifel daran, dass Face-ID viel bequemer ist, wenn Sie in einem Klima leben, in dem Sie oft Handschuhe tragen müssen. Die meisten Nutzer bevorzugen Face-ID (oder kommen zumindest nach einer kurzen Eingewöhnungsphase gut damit zurecht), aber es gibt auch eingefleischte Touch-ID-Nutzer, die einfach kein iPhone mehr ohne Touch-ID haben möchten. Wenn Sie Touch-ID und einen physischen Home-Button bevorzugen, ist das iPhone SE das letzte iPhone mit Touch-ID und das einzige, das Sie kaufen sollten. ( Das Argument, mit Mund-Nasen-Schutz könne man das iPhone per Face-ID nicht ohne Apple Watch entsperren,gilt ab iOS 15.4 nicht mehr. Anm. d. Red.)

iPhone SE vs. iPhone 11: Kameras
Der neuere Prozessor des iPhone SE bedeutet bessere rechnergestützte Fotofunktionen (wie Deep Fusion und fotografische Stile), aber es hat immer noch eine 12-MP-Kamera auf der Rückseite und eine 7-MP-Frontkamera – Relikte der Ära des iPhone 8. Sie können dank Prozessorunterstützung Porträts und 4K-Videos aufnehmen.

Das iPhone 11 hat ein viel neueres Dual-Kamera-System, das eine 12-MP-Weitwinkel-Linse mit einer weiteren 12-MP-Ultra-Weitwinkel-Linse mit 2-fachem optischem Zoom kombiniert, sowie eine weitaus bessere 12-MP-Frontkamera, die 4K-Videos aufnehmen kann. Außerdem unterstützt es den hervorragenden Nachtmodus von Apple, den das iPhone SE nicht bietet. Wenn Sie also viele Fotos machen, ist die Wahl klar.

iPhone SE vs. Phone 11: Akkulaufzeit
Wir haben noch keine endgültigen Testergebnisse für die Batterielaufzeit des neuen iPhone SE, aber wir können mit Sicherheit sagen, dass das iPhone 11 viel länger durchhält. Apple stimmt dem zu: Das iPhone 11 soll bei der Videowiedergabe 17 Stunden durchhalten, während das iPhone SE 15 Stunden durchhält.

In unseren Tests hat das iPhone 11 unseren intensiven Batterie-Rundown-Test 333 Minuten lang durchlaufen – das sind etwa 5,5 Stunden. Das iPhone SE der zweiten Generation lief nur 217 Minuten oder 3,6 Stunden. Selbst wenn das iPhone SE der dritten Generation 20 Prozent länger hält als sein Vorgänger, wird es nicht an die Batterielaufzeit des iPhone 11 herankommen.

iPhone SE vs. iPhone 11: Mobilfunkkonnektivität
Einfach ausgedrückt: Das neue iPhone SE hat 5G, das iPhone 11 nicht. Mit 5G erhalten Sie zwar eine höhere Bandbreite, aber das LTE des iPhone 11 wird nicht so weit zurückliegen.

iPhone SE vs. iPhone 11: Weitere Merkmale
Beide Telefone unterstützen das kabellose Qi-Laden mit bis zu 7,5 Watt und laden mit einem 20-Watt-Netzteil in 30 Minuten bis zu 50 Prozent auf. Keines der beiden Telefone unterstützt Magsafe für magnetisch befestigtes Zubehör und schnelleres kabelloses Laden.

Das iPhone 11 unterstützt Dolby Atmos-Audiowiedergabe, das iPhone SE dagegen nicht. Es verfügt außerdem über einen U1 Ultra Wideband Chip, der es ihm ermöglicht, Airtags präzise zu orten oder zu erkennen, wenn es sich direkt neben einem Homepod Mini befindet. Es hat auch eine etwas bessere Wasserbeständigkeit: IP68 (bis zu 2 Meter für 30 Minuten untergetaucht) vs. IP67 (bis zu 1 Meter für 30 Minuten untergetaucht).

iPhone SE vs. Phone 11: Unsere Empfehlung
Das iPhone SE hat einen schnelleren Prozessor, aber im täglichen Gebrauch werden Sie wahrscheinlich keinen großen Unterschied bemerken. Es ist auch ein wenig kleiner, wenn Sie wirklich Wert auf ein kleines Telefon legen, und hat Touch ID, wenn Sie Face ID nicht ausstehen können. Und es hat 5G.

Das iPhone 11 bietet ein viel größeres Display, Face-ID, bessere Kameras (vor allem auf der Vorderseite), eine längere Akkulaufzeit und eine Handvoll anderer kleiner Features wie den U1-Chip und mehr Farboptionen. Jetzt, wo das iPhone SE ab 519 Euro kostet, ist der Preisunterschied zwischen ihm und dem 579 Euro teuren iPhone 11 nicht mehr allzu groß, und wir denken, dass die meisten Leute mit dem etwas teureren, wenn auch älteren Modell viel glücklicher wären.

Das neue Apple iPad Air im Test: Lohnt sich die Pro-Variante noch?

Ein neues iPad Air steht ab dem kommenden Freitag in den Apple-Regalen. Kann es die neue Variante mit deutlich mehr Power jetzt sogar mit den großen Brüdern der Pro-Reihe aufnehmen?
Apple serviert seinem bislang etwas schmalbrüstigen iPad Air eine Runderneuerung. Ab Freitag, den 18. März, wird die 5. Generation des Tablets in den Stores dieser Welt angeboten. Die Nachrichtenagentur spot on news hatte vor dem Verkaufsstart die Gelegenheit, die neueste Version aus Cupertino ausgiebig zu testen. Obwohl sich optisch nichts verändert hat, bringt das Tech-Unternehmen das Innenleben auf den neuesten Stand. Wie groß ist da überhaupt noch der Abstand zum iPad Pro?

Bereits seit der 4. Generation, die im Herbst 2020 vorgestellt wurde, verabschiedete sich das iPad Air von seiner optischen Verwandtschaft zum Einsteigermodell und orientiert sich seitdem am großen Bruder iPad Pro. Hier ändert sich bei der 5. Generation des Apple-Mittelklasse-Tablets nichts: Die seit einiger Zeit von neueren iPhones gewohnte Optik mit härteren Kanten wurde komplett beibehalten. Auf den ersten Blick unterscheidet sich die Air-Variante von der 11-Zoll-Pro-Variante eigentlich nur aufgrund der etwas einsam wirkenden Kamera auf der Rückseite.

M1 Chip jetzt auch im iPad Air
Bei den inneren Werten legt das iPad Air hingegen einen Quantensprung hin. Wie bei den Pro-Varianten wurde der aktuelle, äußerst potente und auch vom 13-Zoll-MacBook Pro bekannte M1 Chip verbaut, der bezüglich der Rechenleistung keinerlei Wünsche mehr offen lässt. Eine echte Frischzellenkur für die Air-Variante, die in den ersten Tests über 50 Prozent mehr Leistung erzielte als die Vorgängermodelle. Auch wegen der identischen WLAN-Geschwindigkeit und des jetzt integrierten 5G-Standards gibt es im Prinzip keinerlei Performance-Unterschiede mehr zwischen Pro und Air.

Auch ansonsten nur kleine Abweichungen
Wie bereits erwähnt, gibt es beim iPad Air nur eine Kamera auf der Rückseite, jetzt ein Weitwinkel-Objektiv mit zwölf Megapixeln. Das iPad Pro setzt auf eine zusätzliche Ultraweitwinkel-Kamera mit zehn Megapixeln. Das Air-Display ist erneut ein Liquid-Retina-Display mit einer 27,69 Zentimeter Diagonale, das eine Auflösung von 2.360 x 1.640 Pixeln bei 264 ppi erreicht. Zum Vergleich: Das iPad Pro mit elf Zoll schafft bei fast identischer Diagonale eine zu vernachlässigend höhere Auflösung von 2.388 x 1.668 Pixeln.

Diese Varianten kommen auf den Markt
Das iPad Air gibt es in den Farben Space Grau, Rosè, Violett, Blau und Polarstern (weiß) mit den Speicherkapazitäten 64 oder 256 Gigabyte jeweils in den Ausführungen Wi-Fi-only oder Wi-Fi mit Cellular. Preislich liegt es zwischen 679 und 1.019 Euro. Auch hier lohnt sich der Blick zum großen Bruder: Das 11-Zoll-Pro gibt es ab 879 Euro. Die stärkste Variante mit 2 Terabyte Speicherplatz und Cellular-Option kostet stolze 2.259 Euro.

Lohnt sich ein Kauf?
Fazit: Jeder, der sich für ein 11-Zoll-Modell interessiert, sollte sich das iPad Air genauer ansehen. Wenn man auf extrem viel Speicherplatz verzichten kann – und das Tablet nicht zum Fotografieren benutzt -, kann man sich ruhigen Gewissens gegen das Pro entscheiden und vorerst zur Mittelklasse-Variante aus dem Hause Apple greifen. Zu marginal sind die technischen Unterschiede. Alles in allem schließt das iPad Air der 5. Generation die Lücke zu den großen Pro-Brüdern fast in Gänze. Das iPad-Einsteigermodell fällt hingegen deutlich zurück und sollte schleunigst aufholen, um nicht überflüssig zu werden.

Notebooks mit Windows 11: Alle Neuheiten im Überblick

Vor einigen Monaten hat Microsoft Windows 11 veröffentlicht. Wir zeigen die neuesten Notebooks der wichtigsten Hersteller mit dem Betriebssystem.

Windows 11: Was ist neu?
Windows 11 markiert einen recht großen Sprung: Der Unterbau basiert zwar noch immer auf Windows 10, optisch und auch funktionell gibt es jedoch deutliche Facelifts. Um den Kauf neuer Geräte kommen interessierte Nutzer dabei oft kaum herum, was an den Hardwareanforderungen liegt:

Windows 11 setzt zwingend die Unterstützung von UEFI Secure Boot voraus, was viele ältere Computer und Notebooks nicht mitbringen.
TPM 2.0 muss ebenfalls integriert sind, was wiederum von vielen ebenfalls älteren Mainboards nicht unterstützt wird.
Zusätzlich spielt die CPU eine Rolle, denn viele Modelle, die älter als drei bis vier Jahre sind, fallen heraus. Die Leistung, um Windows 11 anzuzeigen, ist auf diesen CPUs zwar vorhanden, diverse für Microsoft wichtige Softwarefeatures fehlen aber. Ob dies der richtige Weg seitens Microsofts ist oder nicht, sei dahingestellt. Er ist aber Realität und die Nutzerinnen und Nutzer müssen sich damit abfinden.

Wir möchten außerdem davor warnen, sich ein neues Notebook zu kaufen, nur um Windows 11 nutzen zu können. Erstens wird der Support von Windows 10 noch bis mindestens Oktober 2025 weiterlaufen. Somit müssen Sie sich keine Gedanken um die Sicherheit machen. Zweitens ist das Betriebssystem eben nur der Unterbau. Die wirklich wichtigen Dinge erledigen Sie sehr wahrscheinlich in separaten Anwendungen bzw. Ihrem Browser – und die laufen natürlich auch unter Windows 10.

Ziehen Sie einen kompletten Neukauf daher am besten nur dann in Betracht, wenn Sie ohnehin gerade über den Kauf eines neuen Notebooks nachgedacht haben.

Windows 11 auf Notebooks: Modelle, Tipps und Tricks
Sinnvolle Hardwarebeschränkungen

Die CPU-Schwelle, die für die meisten Personen die größte Hürde darstellen sollte, ist von Microsoft recht klug gewählt. Denn: Nach drei bis vier Jahren kommt ohnehin irgendwann der Zeitpunkt, an dem die Hardware mit der fortschreitenden Software nicht mehr mithalten kann. Selbst die Nutzung eines einfachen Internetbrowsers kann dann schwierig werden. Ob Sie auf einem älteren Gerät überhaupt Windows 11 installieren sollten, ist daher eine gute Frage – die Microsoft offenbar für uns beantwortet hat.

Einen Grund, Windows 11 bei einem Neukauf nicht in Betracht zu ziehen, gibt es übrigens nicht. Das Betriebssystem fühlt sich mit moderner Hardware wie CPUs mit vielen Kernen, NVMe-SSDs und hochauflösenden Displays sehr wohl und steht Windows 10 in nichts nach. Wir stellen Ihnen jetzt einige Notebooks und andere Geräteklassen genauer vor und hoffen, Ihnen damit bei der Kaufentscheidung unter die Arme greifen zu können.

Neue Hardwarefunktionen von Windows 11
Die eingangs bereits erwähnt, klettern die Hardwareanforderungen von Windows 11 im Vergleich zum Vorgänger beträchtlich. Dies ist allerdings keine sinnfreie Spielerei, denn das Betriebssystem bringt einige neue Funktionen mit, die nun einmal mit Hardwarehunger verbunden sind. Besonders stechen die folgenden Merkmale heraus:

Direct Storage: Diese Funktion kommt auch auf den aktuellen Xbox-Konsolen zum Einsatz. Damit können Daten direkt vom Arbeitsspeicher zum Grafikspeicher fließen (oder umgekehrt). Die CPU wird somit umgangen, was 3D-Anwendungen wie Spiele deutlich beschleunigen kann. Allerdings setzt die Technik auch eine ansprechende Hardware voraus: Es muss eine NVMe-SSD mit mindestens 1 TB Kapazität vorhanden sein, die GPU muss DirectX 12 Ultimate unterstützen. Das sind alle GeForce-GPUs ab RTX 2000 und die Radeon-Serie ab RX6000. Spiele müssen Direct Storage außerdem explizit anbieten.
Auto-HDR: High Dynamic Range (HDR) ist eine Technik, die Farben und Kontraste entweder wirklichkeitsnäher oder bewusst überzeichnet darstellt. Dies kann den Realismus in 3D-Anwendungen verbessern oder bewusst kreativ eingesetzt werden. Eine lebendigere Darstellung ist das Resultat. Allerdings: Das eingesetzte Display muss HDR ebenfalls unterstützen.
Wi-Fi 6E: An Bord befinden sich bei Windows 11 die Treiber für den Support von Geräten mit Wi-Fi 6E. Router sind bislang Mangelware. Wenn es so weit ist, wird dieser Standard aber dafür sorgen, dass Daten in Haushalten (oder Büros) wesentlich schneller von A nach B fließen. Selbst Ultra-HD-Videostreams wären dann möglich, ohne dass ein Kabel gelegt werden müsste.
Snap: Die bereits genannte Snap-Funktion stellt ebenfalls Anforderungen an Ihre Hardware. Um sie vollumfänglich zu nutzen, brauchen Sie ein Display mit mindestens Full-HD-Auflösung. Andernfalls werden Sie eine in ihren Ausmaßen beschränkte Snap-Anwendung erhalten.
Schnelleres Windows 11 – aber wie?
Microsoft verspricht im Vergleich zu Windows 10 Performancesteigerungen. Ob Sie dies in der Praxis bemerken werden, ist eine andere Sache, aber in der Theorie sorgen die folgenden Verbesserungen für mehr Geschwindigkeit:

Windows 11 kann aktiven Apps im Vordergrund mehr Ressourcen zuweisen als Windows 10. Programme werden daher schneller starten und reagieren, selbst wenn das System aktuell stark ausgelastet ist. Je älter das Gerät, desto eher sollten Sie diesen Unterschied bemerken.
Das Aufwachen aus dem Standby-Modus wird in Windows 11 schneller vonstattengehen. Das liegt daran, dass nun mehr Ressourcen der CPU für diese Funktion bereitgestellt werden.
Im Edge-Browser ist nun eine bereits vorher integrierte Funktion standardmäßig aktiviert: “Tabs im Ruhezustand”. Nicht aktive Browserfenster belegen damit weniger RAM und werden auch nicht mehr aktualisiert. Dies wird die CPU entlasten, was den praktischen Nebeneffekt hat, dass die Akkulaufzeit unterwegs steigen sollte.
Auf einem ohnehin neuen Gerät werden Sie diese Unterschiede weniger stark bemerken, da dort – zumindest aktuell – ohnehin genügend Ressourcen vorhanden sind.

App soll Ukraine-Flüchtlingen bei Orientierung helfen

Bislang sind offiziell mehr als 135.500 Menschen aus dem Krieg in der Ukraine nach Deutschland geflüchtet. Eine App soll ihnen nun bald einen Überblick über Hilfsangebote ermöglichen.
Ein neues Internet-Portal für Ukraine-Flüchtlinge soll noch in dieser Woche an den Start gehen.

Auf der Plattform mit dem Namen “Germany4Ukraine” sollen sich Geflüchtete auf Deutsch, Englisch, Ukrainisch und Russisch über Hilfsangebote informieren können, wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums der Deutschen Presse-Agentur sagte. Betroffene sollen dort Angaben zu Unterkunft oder medizinischer Versorgung finden.

Innenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte das Projekt zuvor in der ZDF-Sendung “Berlin direkt” angekündigt. Es soll nach ihren Worten “eine Plattform, eine App vielleicht” sein. In Polen gebe es bereits eine ähnliche App.

Hinter dem Vorhaben stehen dem Sprecher zufolge neben dem Bundesinnenministerium unter anderem das Gesundheitsministerium, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf), die Bundesagentur für Arbeit (BA), das Deutsche Rote Kreuz, die Deutsche Bahn und die Website unterkunft-ukraine.de.

Im ZDF sagte Faeser auf die Frage, ob der Bund die Kommunen finanziell entlasten und die Kosten für Unterbringung und medizinische Versorgung übernehmen werde: “Natürlich wird es eine Form von Ausgleich dafür geben. Das muss es ja auch. Die Kosten können nicht bei den Kommunen hängen bleiben.” Wenn das Zusammenspiel gut sei, würden kommunale, Landes- und Bundesebene gleichermaßen für die Geflüchteten sorgen.

Es gebe aktuell eine “starke Belastung von Berlin, Hamburg, München, Bremen”, sagte Faeser. Viele Ukrainer wollten weiterreisen, sowohl innerhalb Deutschlands als auch Europas. Dafür müsse man Möglichkeiten schaffen.

Die Bundespolizei hat bislang mehr als 135.500 ukrainische Kriegsflüchtlinge registriert. Da es keine festen Grenzkontrollen gibt, dürfte die tatsächliche Zahl der Ankömmlinge weit höher liegen.

Die besten Tools für Ihre PDF-Dateien

Wenn es um elektronische Dokumente geht, dann kann das PDF-Format durchaus als Standard bezeichnet werden. Es gibt aber zum bekannten Adobe Acrobat-Reader eine Menge an Alternativen – wir stellen Ihnen in diesem Artikel die besten Programme vor.

Bildershow: Die besten PDF-Tools >>

Das PDF-Format wurde im Jahr 1993 von Adobe Systems entwickelt, und nahezu jeder hat täglich mit wenigstens einem PDF-Dokument zu tun. Die Daten werden ohne Konvertierungsprobleme und plattformübergreifend in gleicher Qualität dargestellt. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Readern im Netz, und auch die entsprechenden Browsererweiterungen erfreuen sich großer Beliebtheit.

Allerdings ist zumeist nach dem Öffnen der Datei Schluss, obwohl PDF-Dateien auch problemlos befüllt, konvertiert oder geschützt werden könnten. Der Adobe Acrobat Reader, das Standardprogramm, liegt nicht jedem. Mitunter wird er als zu langsam beschrieben, andere User vermissen wichtige Funktionen. Daher haben wir beschlossen, in unserer Bildershow eine Übersicht über praktikable Programme, die mit PDF-Dateien bestens zurechtkommen, zusammenzustellen.

Warnung: PDF-Dateien als Viren-Schleuder
PDF-Dateien sind weit verbreitet, und daher nutzen sie auch Kriminelle, um Schadsoftware auf den Rechner zu schmuggeln. Bevor Sie also eine PDF-Datei aus einer unbekannten Quelle öffnen, sollten Sie sich mit einem Schutzprogramm wappnen oder das Öffnen überhaupt bleiben lassen. Wenn Sie zum Beispiel von Amazon oder Paypal eine Rechnung erhalten, die Ihnen unbekannt ist, dann sollten Sie sich direkt an den Support der jeweiligen Plattform wenden. So können Sie die Falle, die Ihnen Dritte vermutlich stellen möchten, schnell enttarnen.

Apple lässt Muskeln als Chip-Entwickler spielen

Die Mac-Computer von Apple erlebten in der Corona-Pandemie einen Aufschwung. Nun will der iPhone-Konzern den Lauf mit einem Super-Chip fortsetzen, der Intel-PCs in den Schatten stellen soll.
Apple trumpft mit einem weiteren leistungsstarken Prozessor für seine Computer auf und verstärkt damit den Druck auf den Chip-Riesen Intel.

Der Konzern bezeichnet den neuen Chip M1 Ultra als den leistungsstärksten, der je für Personal Computer entwickelt worden sei – “ein Monster von einem Chip”. Er kommt zunächst in den neuen Rechner Mac Studio, der ebenfalls am Dienstag in einer Videopräsentation vorgestellt wurde.

Für den M1 Ultra werden zwei kleinere M1-Max-Chips zusammengeschaltet – mit einer ebenfalls bei Apple entwickelten Verbindungstechnologie. Auch das ist ein Schlag gegen Intel: Der Chip-Primus ist besonders stolz auf seine sogenannten Packaging-Techniken, mit denen Teile von Prozessoren verbunden werden.

Mac-Studio-Computer deutlich schneller
Der kompakte Mac-Studio-Computer wurde bei dem Event in einer ähnlichen Wortwahl als “absolutes Monster” bezeichnet. Er sei 80 Prozent schneller als das bisherige Top-Modell Mac Pro in der Spitzen-Konfiguration. Der Mac Pro ist der einzige Apple-Computer, der noch in der Intel-Welt steckt. Auch er werde einen Apple-Chip bekommen, sagte Hardware-Chef John Ternus – “aber das ist für einen anderen Tag”.

Der Mac Studio hat seinen Preis: Schon mit dem einfacheren Max-Chip sind es mindestens 2299 Euro in Europa – mit dem Ultra-Prozessor klettert der Einstiegspreis auf 4599 Euro. Der Computer ist damit eher für Profi-Nutzung etwa für Video- oder Fotobearbeitung als für den Verbraucher-Alltag gedacht.

Apple stellt seine Mac-Computer nach und nach von Intel-Prozessoren auf Chips aus eigener Entwicklung um. Damit kann der Konzern von einer gemeinsamen technischen Basis bei seinen Geräten von iPhone über iPad bis hin zum Mac profitieren. Alle Apple-Prozessoren laufen auf Architekturen des britischen Chip-Designers Arm und sind damit nicht direkt mit der Intel-Welt kompatibel. Der Chip-Konzern Qualcomm will inzwischen verstärkt Arm-Prozessoren auch in Windows-Computer anderer Hersteller bringen.

Zum Mac Studio bietet Apple erstmals seit Jahren auch wieder einen etwas günstigeren eigenen Computermonitor an. Das Studio Display mit einer Bildschirmdiagonalen von 27 Zoll wird in Deutschland ab 1749 Euro verkauft. Bisher hatte der Konzern nur ein auf professionelle Nutzer ausgerichtetes Display zu Preisen ab rund 5500 Euro im Angebot.

Nachfrage in Pandemie gestiegen
Seit der Corona-Pandemie verkaufen sich die Mac-Computer besser denn je. Weil verstärkt von Zuhause aus gearbeitet und gelernt wird, schaffen mehr Unternehmen und Haushalte Notebooks an.

Ebenfalls vorgestellt wurden am Dienstag neue Versionen seines Einstiegs-Smartphones iPhone SE und des Tablets iPad Air. Sie werden wie gewohnt mit neuen Chips und Funktionen ausgerüstet. So kann das iPhone SE nun auch Netze des superschnellen 5G-Datenfunks nutzen. Den Preis setzt Apple im Vergleich zu vielen Android-Konkurrenen weiter relativ hoch bei 519 Euro an.

Apple-Chef Tim Cook äußerte sich bei der aufgezeichneten Präsentation nicht zum russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Er trug aber dezent Farben der ukrainischen Nationalflagge: blauer Pullover, gelbes Armband für seine Apple Watch. Apple stellte bereits vergangene Woche Lieferungen seiner Produkte nach Russland und einige Dienste in dem Land ein.

Im Streaming-Wettbewerb mit Netflix und anderen Diensten setzt Apple erstmals auch auf Sport. Bei Apple TV+ werden freitags in mehreren Ländern zwei Spiele der amerikanischen Baseball-Profiliga MLB zu sehen sein, wie Cook bekanntgab. Der Zeitpunkt der Ankündigung ist nicht ganz glücklich für Apple: Nach dem Scheitern von Tarifverhandlungen beginnt die Saison in der Major League Baseball nicht zum geplanten Termin am 31. März.

Bei Apple TV+ soll “Friday Night Baseball” zunächst in den USA, Kanada, Australien, Brasilien, Großbritannien, Japan, Mexiko, Puerto Rico und Südkorea verfügbar sein. Weitere Länder sollen später folgen, hieß es. Von den Streaming-Konkurrenten zeigt zum Beispiel Amazon in seinem Prime-Service Fußball-Spiele der Champions League. Zu Apple TV+ sind keine Nutzerzahlen bekannt, aber Marktbeobachter gehen davon aus, dass der Dienst deutlich hinter Rivalen wie Netflix, Disney+ oder Amazon Prime Video liegt.

(K)ein Virenscanner fürs iPhone

Antivirus-Software ist fürs iPhone nicht verfügbar, dafür hat Apple einige gute Gründe. Wir klären, wie sicher iOS denn nun wirklich ist und ob man VPN-Software benötigt.

Fast täglich liest man von gestohlenen Benutzerinformationen, Hackerangriffen oder Spion-Programmen. Selbst die Daten von US-Behörden, Journalisten oder die iPhones amerikanischer IT-Milliardäre wie Jeff Bezos sind anscheinend nicht mehr sicher.

Mit Pegasus ist eine iOS-Spyware berühmt geworden, die von Behörden weltweit eingesetzt wird. Dies sogar in weit größerem Umfang, als man anfangs dachte und neben dem Hersteller NSO sind noch weitere Anbieter aktiv. Manch iPhone-Besitzer fragt sich mittlerweile, ob die iOS-Plattform denn wirklich so viel sicherer ist als die Android-Plattform. Als Schutzmöglichkeiten denken viele Anwender wohl zuerst an einen Virenscanner, immer häufiger wird aber auch eine VPN-Software gekauft.

Die Haltung von Apple zu diesem Thema ist allerdings eindeutig: Virenscanner für das iOS seien Unsinn. Schon im März 2015 hatte Apple deshalb alle Antiviren-Apps rigoros aus dem App Store verbannt. Das hatte gute Gründe und ist keine Folge des ” Reality Distortion Fields”.

Virus Barrier und Avira Antivirus für iOS

Ein Blick zurück: Es ist nicht so, als hätte es nie Antivirensoftware für das iPhone und das iPad gegeben. Unter anderem hatten Intego und Avira Malware-Scanner für Apples Mobilsystem im Angebot. Ihr Wert war aber von Anfang an gering. Unter iOS sind Sicherheitstools nämlich durch das Sandboxing des Systems stark behindert. Dieses Schutzsystem schirmt Apps und das System vor den Zugriffen anderer Apps ab, also auch einen iOS-Virenscanner, der das System auf Malware scannen will. Auch Kaspersky hat den Sinn eines Virenscanners für iOS bestritten.

Eine Antivirensoftware ist also unter iOS weit weniger sinnvoll, als auf einem Windows oder Android-System. Sie könnte schließlich die Installation von Malware-Apps sowieso nicht verhindern, allenfalls nach vorhandener Malware-Apps suchen. Als iOS-Anwender kann man sich außerdem darauf verlassen, dass Apple den App Store frei von Malware hält – oder zumindest ebenso schnell reagiert wie ein Hersteller von Antiviren-Software.

Ein kleiner Schönheitsfehler bleibt: Ist eine App installiert, bleibt sie ungeprüft auf dem iPhone. Angesichts der sehr seltenen iOS-Malware-Apps spricht sich dies aber schnell herum und eine schädliche App bleibt nicht lange unentdeckt. Trotzdem hätten sich Antiviren-Apps im App Store vermutlich ganz gut verkauft: Es gibt einfach zu viele Windows-Anwender, die durch Viren-Attacken schon mal richtigen Ärger hatten. Vermutlich um auch diese Anwender zu überzeugen, verbannte Apple die Antivirensoftware aus dem App Store: Allein ihre Existenz widersprach schließlich dem Versprechen, iOS sei ein sicheres Betriebssystem.

Antivirensoftware für Android hat so gut wie jeder Antivirensoftware-Hersteller im Angebot – hier ist sie auch wirklich nötig. Android-Nutzer können nämlich problemlos Apps aus anderen Quellen installieren, selbst die App Stores von Amazon und Google Play sind nicht völlig frei von Schadsoftware. Google hat zwar bereits mit Google Play Protect einen eigenen Scanner eingeführt, laut Tests von AV-Test ist dieser Scanner aber keineswegs ausreichend.

Ein großer Vorteil von iOS: Apple liefert regelmäßig Sicherheitsupdates aus und unterstützt auch ältere Modelle sehr lange. So ist das neue System iOS 15 sogar noch mit dem iPhone 6S kompatibel. Viele Hersteller von Android-Handys liefern dagegen nur ein oder zwei Jahre Updates für ihr Gerät – das ohne Updates immer mehr Sicherheitslücken aufweist.

Jailbreak macht iPhones unsicher

Genau genommen gibt es zwei Methoden, wie man iOS-Apps ohne den App Store installiert: Unternehmen können auf ihre iOS-Geräte eigene Apps installieren, theoretisch auch Schadsoftware. Über diesen Weg ist ein Malware-Befall aber noch unwahrscheinlicher als per App Store. Völlig anders sieht es nach einem so genannten Jailbreak eines iOS-Gerätes aus: Nach diesem Betriebssystem-Eingriff ist eine freie Installation von Software möglich – leider auch die von Malware. Dezember 2015 trat beispielsweise der Trojaner TinyV auf, der sich über illegale Versionen von iOS-Spielen verbreitete. Grundsätzlich können wir deshalb einen Jailbreak nicht empfehlen. Eine App, die das iPhone auf einen Jailbreak überprüft, ist etwa die 3 Euro teure App iVerify.

Behörden stehen mit Tools wie Pegasus Überwachungs-Tools zur Verfügung, mit denen sie kompletten Zugriff auf ein iPhone erhalten. Dabei wird die Spionsoftware offenbar meist nur im Arbeitsspeicher vorgehalten, hinterlässt also kaum Spuren. Möglich ist dies oft erst nach einem Jailbreak, das Tool nutzt eine Datenverbindung um ein iPhone ferngesteuert zu “öffnen”. Dann kann es unter Ausnutzung von Systemschwachstellen, Spyware installieren. Bekannt wurde dies durch das Abhören eines regierungskritischen Journalisten, dessen iPhone nachweislich gekapert wurde. Zumindest vor der NSA oder dem BND ist also auch ein iPhone nicht sicher, das gilt offenbar auch für anderen Behörden mit guten Kontakten zu den USA.

Das Prinzip könnte natürlich auch von versierten Hackern verwendet werden, setzt aber sehr hohes Fachwissen voraus. Ein durchschnittliches Handy eines Privatanwenders ist diese Mühe wohl einfach nicht wert. Traut man dem Frieden nicht, kann man sein iPhone übrigens mit einem Tool wie iMazing auf Pegasus-Befall prüfen.

Nutzerdaten werden von Apps mehr oder weniger offen ausgeforscht

Dass eine im App Store bezogene App plötzlich anfängt, Nutzerdaten zu verschlüsseln oder Daten löscht, ist unwahrscheinlich. Ein größeres Problem als Malware sind für den Heimanwender Apps, die Nutzerdaten ausspähen. Hier sind die Grenzen zwischen Spyware und Marktforschung oft fließend. Bei jedem Update hat Apple deshalb den Sicherheitsstatus des Systems weiter erhöht und den Schutz privater Daten verbessert. Was soziale Dienste wie WhatsApp aber auch Foto-Dienste fast schon selbstverständlich einfordern, ist ein Einblick in Ihr Adressbuch “um nach Freunden im Netzwerk zu suchen“. Sehr wichtig ist für Marktforscher übrigens die Ortungsfunktion, um Bewegungsdaten zu sammeln. Was mit diesen Kontaktdaten aber zusätzlich geschieht ist nicht immer ganz klar.

Folgerichtig ist das Auslesen des Adressverzeichnisses seit Jahren nur noch nach Bestätigung des Nutzers möglich. Einfach machtlos ist Apple aber, wenn eine Social-Media-App ausdrücklich um den Zugriff auf das Adressbuch bittet oder per GPS nahe Freunde anzeigen will. Hier ist beim Nutzer ganz einfach gesunder Menschenverstand gefragt. Der Dienst kann dann sofort eine Liste von Freunden, Kollegen oder Verwandten anzeigen, die den Dienst bereits nutzen.

Gut: Bei fast allen neueren Apps sieht man im App Store jetzt den Eintrag “Datenschutz” und kann sich schon vor der Installation über die Datenzugriffe der App informieren.

Browser als Schwachstelle
Safari ist wohl der kritischste Bereich des iOS, ist das Web doch eine große Gefahrenquelle. Ein Browser weist zwar immer wieder Sicherheitslücken auf, die Hacker für Angriffe nutzen könnten, in der Praxis ist die Gefahr aber gering. Sicherheitslücken konnte Apple bisher immer durch Sicherheitsupdates schließen, bevor es zu größeren Attacken kam.

Kaum eine Verteidigung hilft dagegen vor plumpen Javascript-Attacken, bei denen sich Betrüger als „BKA“ oder andere Behörde ausgeben und über ein Popup-Fenster Geld verlangen. Allerdings hat sich die Harmlosigkeit dieser so genannten Scareware längst herumgesprochen – man sollte die Popups einfach ignorieren. Download von Malware ist unter iOS so gut wie ungefährlich – kann man doch auf diese Weise keine Programme ausführen.

Gut: Seit iOS 9 unterstützt Safari die Integration von Content Blockern. Diese schützen nicht nur vor Ads sondern auch vor Trackern, Analytics- und Sharing-Funktionen. Über diese Schnittstelle könnte man aber nicht nur Werbung blocken, sondern auch den Schutz vor Spam-Seiten verbessern. Wie die Desktop-Version von Safari blockt die iOS-Version bereits bekannte Malware- und Phishing-Seiten – die Option „Betrugswarnung“ findet man in den Einstellungen von Safari. Malware- und Phishing-Seiten, auf deren Seite man per E-Mail oder Werbebanner gelockt wird, sind jedoch oft erst wenige Stunden alt. Kein Schutzsystem kann sie deshalb zuverlässig erkennen. Auch hier ist der Nutzer gefragt: Er muss einfach misstrauisch werden, wenn die heimische Sparkasse per E-Mail Anmeldedaten anfordert oder er angeblich gerade einen 7er-BMW gewonnen haben soll.

Messenger als Problem
Bei den letzten Sicherheitslücken von iOS spielte leider Apples Messenger immer wieder eine unrühmliche Rolle. Immer wieder gelang es Hackern, Schwachstellen in der Apple-App zu finden und für Angriffe auszunutzen. Apple hat zwar mit iOS 14 sein Chat-Programm stark abgesichert, weiterhin sollte aber für Nutzer eine merkwürdige Messenger-Nachricht ein Warnsignal sein. Auch iChat gilt unter Sicherheitsprofis als eher unsicher, viele empfehlen deshalb einen anderen Messenger wie Telegram zu verwenden.

SMS und Telefon: Lieber nicht zurückrufen

Was uns persönlich auf dem iPhone statt einer Antivirensoftware fehlt, ist eine einfache Sperrung von Telefonnummern: manuell und per Blocklist. Auf der Android-Plattform helfen hier Tools wie Calls Blacklist beim Abblocken von Gewinnspiel-Automaten und Energieberatern. Ist doch das iPhone nicht nur Surfgerät, sondern auch Telefon und Gebührenabzocke per SMS und Anruf eine immer größere Plage. Besser als jede Blocklist ist vermutlich aber simple Vorsicht: Erhält man eine unbekannte SMS oder einen unbekannten Telefonanruf, sollte man einfach nicht zurückrufen – ist es doch zu wahrscheinlich, dass für den Rückruf teure Telefongebühren anfallen. Nach unserer Meinung sind bei dieser Telefonie-Pest aber eher Telekom und Co die richtigen Ansprechpartner. Immerhin lassen sich seit iOS 7 bekannte Kontakte sperren. Haben Sie also einen verdächtigen Anruf erhalten, nehmen Sie die Nummer in Ihre Kontakte auf und sperren Sie anschließend den Anrufer

VPN: Sinnvoller als Antivirensoftware?

Es gibt außer Antivirensoftware aber noch andere iOS-Tools, die die Sicherheit eines iPhone verbessern. Um in einem Internet-Café sicher zu surfen, ist eine VPN-Lösung eine interessante Möglichkeit. Diese schützt wie eine zusätzliche Schutzschicht ein- und ausgehende Datenverbindungen. Das kostet allerdings den Betreiber des Servers Gebühren, kostenlose VPN-Dienste bieten deshalb meist nur wenige hundert MB an Datenvolumen.

Wobei sich hier übrigens der Kreis zur Antivirensoftware schließt: Immer mehr Antivirensoftwarehersteller bieten nämlich neben ihren Malware-Scannern auch VPN-Dienste an. Bei einigen Diensten ist mittlerweile sogar der Antivirenscanner kostenlos, aber der VPN-Dienst kostenpflichtig. Fast jeder Antivirensoftware-Hersteller hat mittlerweile eine VPN-App für iOS im Angebot.

Geht es einem um mehr Sicherheit, ist der Dienst von Cloudflare 1.1.1.1 eine interessante Lösung, Man kann hier zwar keinen Standort in den USA oder UK vortäuschen, dafür surft man sicherer und kostenlos.

Ein völlig anderes Thema ist VPN bei Firmen: Bei Firmen-Nutzern ist VPN längst Standard und ermöglicht dem Home Office-Nutzer sicheren Zugriff auf das Firmennetz.

Fazit

Apple erlaubt keine Antivirensoftware im App Store, das ist auch gerechtfertigt. Will man unterwegs mehr Datensicherheit, wäre als Zusatzversicherung eine VPN-Lösung ein Möglichkeit. Um das Erkennen von Bauernfänger-E-Mails und den Schutz seiner persönlichen Daten muss sich am Ende doch jeder Nutzer selbst kümmern – dies nimmt einem auch auf Mac und PC keiner ab.

Samsung stoppt Lieferungen nach Russland

Der Elektronikriese Samsung hat wegen des russischen Einmarsches in die Ukraine die Ausfuhr seiner Produkte nach Russland gestoppt.

Der südkoreanische Konzern ist Marktführer bei Speicherchips, Smartphones und Fernsehern. In Russland sind seine Geräte stark gefragt. Bei Smartphones etwa lag Samsungs Marktanteil nach Zahlen der Analysefirma IDC bei 34 Prozent.

Mit Samsung und Apple verlassen die Anbieter von rund der Hälfte der in Russland verkauften Smartphones den Markt. Apples iPhone kam nach IDC-Zahlen im vergangenen Jahr auf 16 Prozent Marktanteil. Der chinesische Anbieter Xiaomi war die Nummer zwei im Markt mit 28 Prozent.

“Angesichts der aktuellen geopolitischen Entwicklungen wurden die Auslieferungen nach Russland ausgesetzt”, teilte Samsung Electronics in einer am Samstag, de5. März 2022, verschickten Erklärung mit. Samsung beobachte weiter aktiv “diese komplexe Situation, um unsere nächsten Schritte zu beschließen”, hieß es.

Samsung will eigenen Angaben zufolge zudem die humanitären Bemühungen in der betroffenen Region einschließlich der Hilfe für Flüchtlinge unterstützen. Das Unternehmen spende zu diesem Zweck sechs Millionen Dollar. Davon werde eine Million Dollar für Produkte der Unterhaltungselektronik gespendet.

Gesundheitliche Risiken durch Smartphones, Notebooks & Tablet-PCs vermeiden

Smartphones, Tablets und Notebooks können ernste gesundheitliche Probleme verursachen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie trotzdem gesund bleiben.

Verbringen Sie auch nur fünf Minuten an einer belebten Straßenkreuzung und Sie werden ihnen begegnen: Leuten, die ihr Tablet oder Smartphone so benutzen, dass sie sich selbst in Gefahr bringen. Zum Beispiel diejenigen, die ihr Smartphone am Steuer eines PKWs bedienen. Doch Ablenkung während der Fahrt ist längst nicht die einzige Gefahr, die hinter der Benutzung von Smartphones, Tablets und Co. lauert.

Weniger dramatisch aber nicht minder gefährlich sind die Risiken, von denen die meisten Nutzer nicht einmal wissen, dass sie existieren. Ergonomie-Risiken beispielsweise sind Computernutzern nicht neu. Notebooks hingegen, die den Desktop-PC in puncto Verkaufszahlen mittlerweile überholt haben, bergen ihre ganz eigenen gesundheitlichen Gefahren. Und auch durch Touchscreens drohen gesundheitliche Risiken.

Gesundheitliche Risiken für PCs, Notebooks, Tablets
Medizin-Experten haben drei Kategorien von Computer-basierten Krankheiten herausgearbeitet, die sowohl für die Nutzung traditioneller Desktop-PCs gelten, als auch für die neueren, mobilen Touchscreen-Geräte:

Verletzungen durch ständig wiederholte Bewegungen
Diese Krankheit ist auch bekannt als RSI: Repetitive Stress Injuries, also “(sich) wiederholende Stress-Verletzungen”. RSI resultiert aus immer wiederkehrenden großen und kleinen Bewegungen, die Gelenke, Muskeln, Sehnen und Nerven belasten. Menschen, die etwa regelmäßig ihre beiden Daumen benutzen, um an einem Smartphone Kurznachrichten zu tippen, entwickeln manchmal das Quervain-Syndrom – eine schmerzhafte Krankheit, die die Sehnen befällt, die für die Bewegung des Daumens zuständig sind.

Krankheiten durch unnatürliche Haltung und Krafteinwirkung
Diese Krankheitsstörungen treten auf, wenn Menschen ihren Körper auf eine Weise benutzen, die physischen Stress bedeutet – etwa, wenn sie ihre Handgelenke beim Tippen unnatürlich stark drehen und neigen, oder sie dabei zu fest anspannen. Das Karpaltunnel-Syndrom – das wohl bekannteste Krankheitsbild dieser Kategorie – entsteht zum Beispiel durch zu starken, lang anhaltenden Druck auf den Medianus-Nerv im Handgelenk.

Augenkrankheiten
Wer damit zu kämpfen hat, Texte auf einem Bildschirm zu entziffern – sei es, weil die Schrift zu klein ist, oder weil Spiegelungen oder ähnliches die Sicht erschweren – riskiert Augenleiden, die von ärgerlich und lästig bis hin zur Arbeitsunfähigkeit reichen. Die Symptome, oft als “Computer Vision Syndrome” zusammengefasst, umfassen unter anderem Augenschmerzen und Rötungen, getrübte oder gedoppelte Sicht, sowie Kopfschmerzen.

Viele Menschen sind zudem über die Strahlung besorgt, die sowohl alte CRT-Monitore als auch Smartphones, Tablets und WLAN-Geräte ausstrahlen. Die Forschung lieferte hierzu bislang allerdings widersprüchliche Ergebnisse. Wie es scheint, ist das Risiko aber gering, sofern Sie den Richtlinien des Herstellers für den sicheren Gebrauch des Gerätes folgen.

Touchscreens und Notebooks bergen neue Risiken
Dank diverser Gesundheitsorganisationen und Aufklärungsstrategien sind viele Menschen heutzutage besser mit den Möglichkeiten vertraut, um sich vor bestimmten Risiken zu schützen, als es noch vor 10 oder 15 Jahren der Fall war. Verkäufer von Computern, Peripherie-Geräten und Büro-Möbeln heben ergonomische Vorteile ihrer Produkte besonders stark hervor und Handbücher und Bedienungsanleitungen geben Hinweise darüber, wie man mit dem Produkt sicher und gesundheitsschonend arbeitet. Unglücklicherweise ist das Bewusstsein über Risiken und Gefahren, wie man sie aus dem PC- Bereich kennt, aber noch nicht so richtig in den Bereich neuerer Touchscreen-Geräte und Notebooks vorgedrungen. Wir wollen sie Ihnen im Folgenden aufzeigen:

Gesundheitsrisiken bei der Notebook-Nutzung
Jahrelang waren Notebook-Nutzer gezwungen, auf Leistung zu Gunsten der geringeren Gewichts zu verzichten. Mittlerweile stechen aber Notebooks mitunter sogar Desktop-PCs in puncto Geschwindigkeit und Speicherplatz aus. Aus diesem Grund erfüllen Notebooks oft beide Zwecke: Arbeiten von unterwegs und zu Hause, beziehungsweise im Büro und am Arbeitsplatz. Leider schränkt ihre Bauform die Notebooks ergonomisch ziemlich ein. Weil Bildschirm und Tastatur direkt aneinander haften, können Sie sie beispielsweise nicht optimal für Ihre Bedürfnisse positionieren.

Perfekt vorm Notebook sitzen
Als Ersatz für einen Desktop-PC und längere Arbeitsstunden am Laptop sollten Sie deshalb über einen externen Monitor nachdenken. So können Sie die Tastatur Ihres Notebooks auf Desktop-PC-Höhe positionieren – also so, dass Ihre Ellbogen in einem 90-Grad-Winkel auf dem Schreibtisch aufliegen – und gleichzeitig den Bildschirm auf Augenhöhe ausrichten. Wenn Ihnen diese Anschaffung zu kostspielig ist, besorgen Sie sich ein erhöhtes Standpult für Ihren Laptop-Bildschirm und dazu eine separate Tastatur. Beides richten Sie dann genauso aus, wie eben beschrieben.

Externe Tastatur für Notebook verwenden
Notebooks bergen aber noch mehr Gefahren, wenn Sie sie an bequemen oder ungewohnten Orten benutzen, etwa an einem Guest-Desk im Büro oder am Schreibtisch eines Hotelzimmers. Dort ist es umso schwieriger, eine Position zu finden, die Nacken, Schultern, Arme, Handgelenke und Hände schont. Wenn Sie viel von unterwegs arbeiten, tragen Sie am besten immer eine leichte, externe Tastatur und Maus bei sich. Und verschaffen Sie dem Laptop mit einem darunter gelegten Buch oder einem ähnlichen Hilfsmitteln eine erhöhte Arbeitsposition.

Notebook im Bett verwenden
Wenn Sie darauf bestehen, Ihren Laptop im Bett oder während des Fernsehens auf dem Sofa zu benutzen, widerstehen Sie wenigstens der Versuchung, auf der Seite zu liegen und Ihren Kopf mit einem Arm abzustützen: das schädigt Ihren Nacken und macht es zudem nahezu unmöglich, in einer halbwegs natürlichen Position die Tastatur zu bedienen. Im Bett sollten Sie mit einem aufrechten Rücken sitzen, unterstützt von einem festen Kissen.

Stopfen Sie zudem ein weiteres Kissen unter Ihre Knie und richten Sie den Bildschirm Ihres Laptops so aus, dass etwaige Lichtquellen hinter Ihnen nicht vom Display reflektiert werden. Selbst wenn Sie diese Vorsichtsmaßnahmen treffen, sollten Sie Ihren Laptop in solchen Positionen nicht länger als 5 bis 10 Minuten am Stück verwenden, ohne eine Pause einzulegen. Müssen Sie länger als eine halbe Stunde am Laptop arbeiten, wechseln Sie besser zu einem Schreibtisch – auch wenn der vielleicht weniger kuschelig und bequem erscheint.

Gesundheitliche Risiken durch Smartphones und Tablets
Wo Notebooks bereits Leute dazu verführen, sie an den unmöglichsten Orten zu verwenden, setzen Smartphones und Tablets nochmal eins drauf. Denn sie können tatsächlich überall verwendet werden und außerdem in nahezu jedweder Körperhaltung – von denen die meisten nicht unbedingt gesundheitsfördernd sind. Ihr Nacken und die Halswirbelsäule reagieren höchst empfindlich auf Fehlhaltungen.

Auf Dauer kann das auch zu Quetschungen oder Überdehnungen derjenigen Nervenbahnen führen, die durchs Rückenmark verlaufen. Verzichten Sie auf vermeintlich wohltuende Dehnungen des Kopfes nach vorn oder hinten, sowie auf Drehungen und Neigungen zur rechten und linken Seiten. Machen Sie stattdessen lieber regelmäßige Pausen von der Bildschirmarbeit. Fühlen Sie Schmerzen, Taubheit oder ein Kribbeln, hören Sie mit dem, was Sie gerade tun, sofort auf und nehmen Sie wieder eine komfortablere Position ein.

Gesund arbeiten mit Touchscreens
Tablets besser horizontal verwenden
Im Gegensatz zu Laptops funktionieren Tablets wie Apples iPad und E-Reader wie Amazons Kindle sowohl horizontal als auch vertikal. Die horizontale Benutzung ist in aller Regel schonender, sofern sich das Tablet in einer komfortablen Position für Ihre Arme und Hände befindet – hier gilt in etwa die gleiche Regel wie für die Benutzung einer Tastatur am Desktop-PC. Dadurch, dass sich das Tablet aber normalerweise auf Höhe des Schoßes befindet, ist eine Überstreckung des Nackens quasi unabdingbar – was wiederum zu Haltungsschäden führen kann.

Nutzen Sie Touchscreens nicht vertikal
Vertikal benutzte Touchscreens sind rein ergonomisch im Nachteil. Sie beanspruchen die großen Muskeln in Schultern und Armen auf eine Art und Weise, die die Muskeln schneller erschöpfen lässt. Auch der ehemalige Apple-CEO Steve Jobs stellte auf einer Pressekonferenz im Oktober 2010 klar: “Touch-Oberflächen wollen nicht vertikal benutzt werden!” Je senkrechter der Bildschirm also aufgebaut ist, desto mehr müssen Sie Ihr Handgelenk zum Tippen beugen – eine Haltung, die von Anatomen als “Dorsalflexion” bezeichnet wird. Diese Dorsalflexion übt deutlich mehr Druck auf den Medianus-Nerv und andere Strukturen im Karpaltunnel des Handgelenkes aus.

Vertikal ausgerichtete Touchscreen-Monitore verlangen, dass Sie Ihren Arm ausstrecken und entgegen der Schwerkraft anheben, um den Bildschirm zu benutzen, was Ihre Muskeln extrem schnell erschöpft. In gewissem Maße passiert das auch, wenn Sie eine Maus oder ein Trackpad bedienen und zu weit vom Schreibtisch weg sitzen. Da wäre die Lösung allerdings simpel: setzen Sie sich einfach näher ran.

Im Gegensatz zu Desktop-PCs, bei denen es sogar gut ausgearbeitete Richtlinien darüber gibt, wie man sie ergonomisch vorteilhaft benutzt, sind solche Empfehlungen für Touchscreen-Nutzer eher spärlich und sogar widersprüchlich – denn sie sind abhängig davon, welche Arbeit genau Sie am Touchscreen verrichten. Wenn Sie nur etwas lesen, sollten Sie das Gerät am besten so positionieren, dass Sie den kompletten Bildschirm klar und deutlich erkennen können. Das ist in aller Regel ein leicht geneigter, nicht ganz 90 Grad erreichender Winkel auf Ihrer Augenhöhe. Kurz gesagt: eben die Ausrichtung eines Standard-Desktop-Monitors. Zum Tippen und Navigieren sind hingegen flache Winkel mit etwa 30 Grad am besten.

Handgelenke werden durch Touchscreens belastet
Die Position Ihrer Handgelenke hängt eng damit zusammen, ob Sie sich bei einer Multitouch-Geste eine Verletzung zuziehen oder nicht. Alan Hedge, Direktor des “Human Factors and Ergonomics”-Labors an der Universität Cornell meint, je mehr man das Handgelenk “dorsalflektiere”, desto größer sei das Risiko einer Verletzung. Er fügt aber auch hinzu, dass die meisten Gesten auf einem Touchscreen kaum Druckstärke benötigen – Sie sind also auf der sicheren Seite, sofern Sie Ihr Handgelenk nicht absichtlich überstrecken oder Gesten zu schnell und hektisch hintereinander wiederholen.

Taktiles Feedback fehlt bei Touchscreens
In der Theorie bergen die Onscreen-Tastaturen von Tablets und Smartphones die gleichen Risiken für RIS und verwandte Verletzungen wie physische Tastaturen. Aktuell ist das größte Problem der virtuellen Tastaturen jedoch ihr fehlendes, taktiles Feedback. Im Gegensatz zu mechanischen Tasten, die sich bewegen und Widerstand geben, reagieren virtuelle Tasten nicht, wenn sie gedrückt werden. Als Ersatz erlauben viele Hersteller das Hinzuschalten hörbarer Klick-Laute, was aber nicht immer effektiv ist – insbesondere nicht in lauten Umgebungen.

Das Resultat, sagt Hedge, ist, dass Nutzer virtuelle Tasten bis zu acht Mal kraftvoller anschlagen als physische. Und das kriegen Finger, Handgelenke und Unterarme zu spüren. Wenn Sie also regelmäßig mehr als ein paar Sätze auf Tablet oder Smartphone tippen müssen, denken Sie über die Anschaffung einer Bluetooth- oder einer anderen, externen Tastatur nach. Gleichzeitig haben virtuelle Tastaturen aber auch gewisse Vorteile; etwa die Möglichkeit, eigene Tastenlayouts anzulegen. Unglücklicherweise setzen noch nicht allzu viele Hersteller auf diese Bonus-Funktion.

Muskeln werden ständig angespannt
Große Krafteinwirkung kann auch dann zum Problem werden, wenn Ihre Finger gerade gar nicht auf die Tastatur einhämmern. Sie in ständiger, krampfhafter Erwartung auf den nächsten Tipper zu halten, erfordert sogenannte “isometrische Spannung”, die Muskeln und Sehnen stark beansprucht. Machen Sie doch mal ein kleines Experiment: lassen Sie Ihren Arm in völliger Entspannung einfach locker zur Seite hängen, entspannen Sie Ihre Finger. Nun behalten Sie die Armposition bei und bringen Ihre Hand aber in die Position, die sie beim pausierten Tippen auf der Tastatur einnimmt. Spüren Sie den Unterschied? Sowohl für kleine als auch für große Muskeln gilt: je entspannter sie sind, desto besser.

Augenprobleme
Es scheint eine Binsenweisheit zu sein, dass Ihre Augen desto mehr leiden, je mehr sie sich anstrengen müssen, um etwas auf einem Touchscreen zu erkennen. Ein ähnliches Phänomen eben, wie wenn man im Halbdunkel über Stunden ein Buch zu lesen versucht. Das führt nicht selten zu Kopfschmerzen, Augenschmerzen und anderen Leiden. Auch wenn die physischen Mechanismen hinter diesen Leiden erstaunlich obskur sind, sind ihre Symptome doch nicht minder real.

Grob gesagt hängt das Risiko von Augenproblemen durch Tablets und Smartphones direkt von drei Attributen des Displays ab: der Auflösung (und damit der Schärfe des Bildes), dem Kontrast (also wie hell oder dunkel Buchstaben und Bilder im Vergleich zum Hintergrund sind), und der Helligkeit (also wie viel Licht das Display abgibt). Seit den ersten Schritten mit schummrigen, niedrig aufgelösten PDA-Displays, hat die Technologie in allen drei Bereichen große Fortschritte gemacht. Mittlerweile sind scharfe, helle Displays wie das in Apples iPhone und Samsungs Galaxy-Smartphones glücklicherweise die Norm.

Immer kleinere Darstellung
Doch neuere, hochauflösende Bildschirme bergen ihre ganz eigenen Risiken. Da sie immer mehr Pixel auf einen Quadrat-Zoll packen, können sie auch Schriften immer kleiner und kleiner darstellen. Ebenso wie kleine Schriftgrößen bei gedruckten Texten, sind auch kleine Schriftgrößen bei virtuellen Dokumenten schwer lesbar und verursachen Augenprobleme – selbst, wenn Sie die Helligkeit des Bildschirms auf ein Maß hochschrauben, das perfekt auf die Umgebungsbeleuchtung abgestimmt ist. Smartphones mit Touchscreens, die Multitouch-Zoom unterstützen, helfen Ihnen zwar bei Schriften, die zu klein zum Lesen sind; doch die ständige Scrollerei im herangezoomten Dokument ist schnell ebenso erschöpfend. Spezielle Brillen zum Lesen von Tablet-Displays können helfen – vor allem, wenn Ihre Sehkraft altersbedingt bereits nachgelassen hat.

Umweltfaktoren spielen ebenso eine Rolle bei der Verstärkung gewisser visueller Beschwerden. Im Gegensatz zu Desktop-PCs, wo es in aller Regel nicht schwer ist, einen Platz für den Monitor zu finden, wo sich nichts auf dem Display spiegelt, werden Mobilgeräte oft an Orten eingesetzt, wo sich die Umgebung ständig verändert. Ähnlich wie beim Laptop sollten Sie also darauf achten, was sich in Ihrer Umgebung befindet, um Spiegelungen und störende Reflektionen auf dem Display zu vermeiden. Und weil trockene Umgebungsluft einige Symptome fördert, vermeiden Sie trockene, überhitzte Orte oder fragen Sie Ihren Optiker nach speziellen Feuchtigkeits-Augentropfen.

Virtuelle Tastaturen mit taktilem Feedback
Über Gesundheitsprobleme, ausgelöst durch den Gebrauch von Laptops und Mobilgeräten, wird selten berichtet. Zum Teil, weil die Leute oft nicht darüber Bescheid wissen und bestimmte Symptome eher anderen Ursachen zuordnen. In den 1990er Jahren führte das erhöhte Bewusstsein der Bevölkerung über Computer-basierte Krankheiten zu einer Flut von Beschwerden und rief eine Industrie ins Leben, die es sich auf die Fahne geschrieben hat, leidenden Desktop-Computer-Nutzern zu helfen.

Auch, wenn es unwahrscheinlich ist, dass wir heutzutage nochmals eine ähnliche Reaktion der Öffentlichkeit erleben, arbeiten Hersteller bereits an Lösungen, die unserer Gesundheit dienen – etwa virtuelle Tastaturen mit taktilem Feedback. Vielleicht dürfen wir in Zukunft sogar mit Geräten rechnen, die uns warnen, wenn wir sie falsch oder gesundheitsgefährdend benutzen. Bis dahin müssen Sie allerdings selbst auf sich aufpassen und möglichen Risiken mit unseren Tipps entgegenwirken.

Revolution auf TikTok: Videos bis zu zehn Minuten möglich

TikTok verändert die eigenen Spielregeln massiv: Auf der Plattform, die einst durch 15-sekündige Videoschnipsel berühmt wurde, können die Nutzer seit neuestem Videos von bis zu zehn Minuten hochladen.
Ganz neue Töne auf TikTok: Die Videoplattform, die mit 15-sekündigen Videos zur großen Konkurrenz für Instagram und Co. geworden ist, ändert ihre eigenen Spielregeln.

Videos, die bisher höchstens drei Minuten lang sein konnten, können neuerdings bis zu zehn Minuten dauern. Einige Nutzer wurden per Direct Message bereits über das neue Feature informiert, der Rest sollte bald folgen.

Die Möglichkeit für längere Videos kann man als direkten Angriff auf YouTube deuten, das seinerseits derzeit immer mehr auf die Short-Sektion setzt – also TikTok kopiert.

Mehr Möglichkeiten für Content-Kreatoren
Für die Content-Kreatoren bietet die längere Laufzeit ihrer Videos viele Chancen: Sie haben nun – im Vergleich zu vorher – reichlich Zeit, ihre Themen ganz anders zu bearbeiten. So können sie bei Erklärvideos etwa mehr Wissen vermitteln. Das hätte das Potenzial, der Plattform thematisch mehr Tiefe zu gehen.

Für die Ersteller der Videos bietet die Funktion auch finanzielle Vorteile: Mehr Zeit bedeutet auch mehr Geld mit Werbung zu machen. Zudem gibt es nun mehr Möglichkeiten, um die Videos zu monetarisieren – also ähnlich wie bei YouTube auch vor, mitten oder nach den Videos Werbung zu schalten.

Verliert TikTok sein Alleinstellungsmerkmal?
Allerdings könnte TikTok durch die Möglichkeit von zehnminütigen Videos auch genau das verlieren, weshalb sich so viele User auf der Plattform stundenlang aufhalten: Kurze, knackige Videos, die den Nutzer zum end- und gedankenlosen Scrollen durch den Feed animieren.

Ob die neue Zehn-Minuten-Funktion auf TikTok die User also dazu bringen wird länger oder kürzer auf TikTok zu verweilen, das ist die große Frage, die in den nächsten Wochen beantwortet werden wird.