Influencerin in China muss 186 Millionen Euro zahlen

Influencer generieren Milliardenumsätze in Chinas Internet. In der Kampagne gegen das Showgeschäft knüpfen sich die Steuerbehörden jetzt die Stars der Branche vor. Hohe Strafen dienen der Abschreckung.

Peking (dpa) – Chinas “Livestream-Königin” Huang Wei muss wegen Steuervergehen umgerechnet 186 Millionen Euro zahlen.

Die drastische Strafe für die Influencerin, die unter dem Namen Viya im Internet für Produkte wirbt, dürfte “Schockwellen” in der Online-Shopping-Branche auslösen, wie es am Dienstag in Kommentaren hieß. Das kommunistische Parteiorgan “Volkszeitung” sprach von einer “Warnung” für andere berühmte Persönlichkeiten des E-Commerce-Geschäfts, “dass ihre Webauftritte nicht außerhalb des Rechts stattfinden”.

Die 35-Jährige habe 643 Millionen Yuan an Steuern hinterzogen, indem sie Einkommen verschwiegen oder über zwei Jahre falsch deklariert habe, teilte das Steueramt in Hangzhou mit. In der ostchinesischen Stadt liegt der Hauptsitz des Online-Riesen Alibaba, der die Handelsplattform Taobao mit 500 Millionen registrierten Nutzern betreibt, auf der Huang Weis Livestream verfolgt werden kann. Die Finanzbehörde kündigte an, auch gegen Steuervergehen anderer Prominenter der Online-Branche vorgehen zu wollen.

Rekordsumme für einen Livestream-Star

Huang Weis Steuerbuße und Nachzahlungen in Höhe von insgesamt 1,34 Milliarden Yuan sind die bisher höchsten für einen Livestream-Star. Das Ausmaß übersteigt auch die 884 Millionen Yuan (heute 122 Millionen Euro), die die berühmte Schauspielerin Fan Bingbing 2018 an die Steuerbehörden zahlen musste. In einem ähnlichen Fall musste die Schauspielerin Zheng Shuang Ende August wegen Steuerdelikten 299 Yuan Millionen (41 Millionen Euro) an den Fiskus abgeben.

Das Vorgehen ist Teil einer “Säuberungskampagne” gegen Prominente und das Showgeschäft in China. Der ausufernde Rummel um die extrem gut verdienenden Stars und ihre enthusiastischen Fan-Gemeinden ist der kommunistischen Führung ein Dorn im Auge. In der zunehmenden Ideologisierung unter Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping, der die “große Erneuerung der chinesischen Nation” verfolgt, verstärkt die Partei ihren Griff über Internet, Showgeschäft und Kultur.

Mit Zig-Millionen Followern in sozialen Medien ist Huang Wei der Star der Influencer-Gemeinde, da sie bis zu zehn Millionen Zuschauer für eine ihrer Online-Werbeshows mobilisieren kann. Nach Schätzungen von Branchenkennern soll sie 2020 mehr als 31 Milliarden Yuan (4,3 Milliarden Euro) an Umsätzen generiert haben – mehr als jede andere Internetgröße. Bisher hatten sich die modernen Geschäftsfelder ohne große Aufmerksamkeit der Aufsichtsbehörden entwickeln können.

Entschuldigung auf Weibo

“Dieser Vorfall sollte jeden alarmieren, dass er einen hohen Preis zahlen muss, wenn er das Recht herausfordert und Steuern hinterzieht”, kommentierte die “Volkszeitung”. Huang Wei und ihr Ehemann Dong Haifeng akzeptierten die Strafe und entschuldigten sich in einer Mitteilung im Kurznachrichtendienst Weibo auch bei ihren Fans: “Wir haben einen großen Fehler gemacht.”

Mit der Pandemie hat die Livestream-Industrie in China noch zusätzlich an Schwung gewonnen. In diesem Jahr sollen die Umsätze nach Schätzungen von Marktforschern 1,2 Billionen Yuan (166 Milliarden Euro) erreichen – vor vier Jahren waren es erst 19 Milliarden Yuan.

Am ersten Tag des in China berühmten Singles-Day-Shopping-Festivals am 20. Oktober hatten Huang Wei und ihr Team in einem 14-stündigen Livestream allein für 8,5 Milliarden Yuan (1,18 Milliarden Euro) an Waren verkauft, wie die “South China Morning Post” berichtete. Das entspreche dem Umsatz einer der größten chinesischen Kaufhausketten, der Wangfujing-Gruppe, im gesamten vergangenen Jahr.

Fujitsu setzt beim neuen Lifebook U9311A voll auf AMD

Beim neuen Lifebook hat sich Fujitsu für Prozessoren und Chips von AMD entschieden. Das 13,3-Zoll-Notebook ist zudem ein echtes Leichtgewicht.

Fujitsu hat ein neues Lifebook vorgestellt, das komplett auf AMD-Chips basiert. Das neue Notebook ist mit einem 13,3 Zoll großen Bildschirm ausgestattet. Es wiegt nach Angaben des Herstellers in der am einfachsten ausgestatteten Variante gerade einmal 885 Gramm und ist damit ein echtes Leichtgewicht. Die Gehäusemaße betragen 307 x 197 x 15,5 mm.

Der Hersteller bietet das U9311A in verschiedenen Konfigurationen an. Zur Wahl stehen entweder der AMD Ryzen 5 4500U oder der Ryzen 7 4700U sowie 8 oder 16 GByte RAM. Die Kapazität der enthaltenen SSD beträgt 256 oder 512 GByte beziehungsweise 1 TByte. Um die Grafik kümmert sich ein Radeon-Chip, der ebenfalls von AMD stammt.

Das entspiegelte Full-HD-Display ist mit einer LED-Hintergrundbeleuchtung und Anti-Glare-IPS ausgestattet. Es sorgt laut Fujitsu für eine blendfreie Sicht. Der Laufzeit des integrierten Akkus beträgt nach Angaben des Herstellers mehr als 10 Stunden. Des Weiteren ist das Notebook mit einem 10/100/1000-Ethernet-Anschluss, zwei Dual-Band-WLAN-Antennen und optional mit zwei LTE-Antennen für Mobilfunkempfang ausgestattet.

Als Betriebssystem installiert Fujitsu derzeit noch Windows 10 Professional. Ob und wann auch Windows 11 angeboten wird, ist nicht bekannt. Dafür hat das Unternehmen mitgeteilt, dass das Lifebook U9311A ab sofort zu einem Preis ab 1.100 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer erhältlich ist. Als Bezugsquelle listet die Handelsvergleichsplattform ITscope unter anderem everIT, Octo IT, Cyperport, COS Computer, pilot, api und ALSO auf.

Leckeres Weihnachten: Rezepte finden per App

Aus den Küchen duftet es vor und an Weihnachten nach Zimt und Schokolade. Mit diesen Apps finden Sie die besten Rezepte.

Die Advents- und Weihnachtszeit bringt Genuss wie keine andere. Besonders Selbstgemachtes sorgt für Freude bei Verwandten und Kollegen, jedenfalls mit dem richtigen Rezept. Mit diesen fünf Apps finden Weihnachtsbäcker und -köche garantiert die besten Leckereien zum Nachmachen.

Chefkoch
Die größte deutschsprachige Rezept-App hat für jede Jahreszeit etwas im Angebot, natürlich auch für Weihnachten. Fast 14.000 Rezepte finden sich unter dem Stichwort “Weihnachten”, rund 19.000 unter “Plätzchen”. Hier ist etwas für jeden Gaumen dabei. Die Anwendung funktioniert nicht nur auf Tablets oder Smartphones, sondern auch auf Streamingboxen. So können Weihnachtsbäcker sich von Amazons Alexa oder dem Google Assistant beim Backen anleiten und sich die Rezepte vorlesen lassen. “Chefkoch” gibt es für Android und iOS als kostenlose Basisversion oder als werbefreies “Pur”-Jahresabo für 14,99 Euro.

Eat Smarter
Die Macher des Magazins “Eat Smarter” legen ihren Fokus auf gesundes Essen: Mehr als 100.000 Rezepte sind in der kostenlosen App hinterlegt, die weitere Funktionen bietet. Hat man ein leckeres Rezept gefunden, lassen sich die nötigen Zutaten mit einem Klick einer integrierten Einkaufsliste hinzufügen. Außerdem erklärt “Eat Smarter” bei jedem der kuratierten Gerichte, was seine gesundheitlichen Vorteile sind. Die App ist kostenlos für Android und iOS verfügbar.

Sallys Welt
Die Rezept-Sammlung der Koch- und Backinfluencerin Saliha “Sally” Özcan (33) ist in der App “Sallys Welt” gebündelt. Unter der Kategorie “Weihnachten” finden User in der App jede Menge Inspiration, von Cheesecake-Sticks als Christmas-Variante über Schokoladenmandeln mit Zimt bis zu bunten Winter-Eintöpfen. Eine klassische Weihnachtsgans finden Hobbyköche aktuell in “Sallys Welt” zwar nicht, dafür viel Süßes und auch das ein oder andere winterliche Fleischrezept. “Sallys Welt” ist kostenlos für Android und iOS verfügbar.

Springlane
Eigentlich ist Springlane ein Hersteller von Küchengeräten. Dass das Unternehmen eine Rezeptsammlung anbietet, ohne dabei an allen Ecken und Enden Werbung für die eigenen Produkte zu machen, verdient ein besonderes Lob. Stattdessen fokussiert sich die gleichnamige App auf kuratierte Rezepte, die Expertinnen und Experten mit einem kurzen Text kommentieren. In der umfangreichen Sammlung findet sich jede Menge Inspiration für die Advents- und Weihnachtszeit. Springlane gibt es gratis für Android und iOS.

Tasty
Wer Lust auf internationale Weihnachtsküche hat, wird in der Rezeptsammlung von “Tasty” fündig. Die englischsprachige App ist eine der weltweit am häufigsten heruntergeladenen Anwendungen für Rezepte aller Art. Unter der Kategorie “Weihnachten” findet sich Süßes und Deftiges, mehrere Filter wie Zubereitungsdauer oder Schwierigkeit helfen dabei, das richtige Rezept zu finden. “Tasty” gibt es kostenlos für Android und iOS.

Acer frischt die begehrten Swift 3-Modelle auf

Mit einer Preisaktion bis Ende März 2022 überrascht die deutsche Acer-Niederlassung kurz vor Weihnachten mit einer Sonderedition ihrer Swift 3-Modelle.

Zwei seiner beliebtesten Notebooks aus der Swift 3-Serie präsentiert der taiwanische Hersteller Acer in besonders attraktiver Ausstattung und in unterschiedlichen Farben. Wer bei der Wahl seines Rechners Wert auf starke Leistung und elegantes Design legt, sollte einen Blick auf die leichten 14- und 16,1-Zoll-Notebooks im Aluminium-Gehäuse werfen.

Zwei Größen und Farben für jeden Geschmack
Das größere Modell mit der Bezeichnung SF316-51 ist in Steel Gray verfügt über ein 16,1 Zoll Full HD IPS-Display. Mit dem Intel Core i7-11370H Prozessor der H-Serie mit an Bord ist eine leistungsstärkere Version an Bord, die Nutzern eine ausgezeichnete Performance bietet. Dazu kommen mit 16 GB Arbeitsspeicher und einer 1.000 GB PCIe SSD jede Menge Speicherkapazität.

Das 14 Zoll-Modell des Swift 3 mit SF314-511 ist ein Intel Evo Laptop mit einem Intel Core i5, einer Intel Iris Xe Grafik-Einheit, 512 GB PCIe SSD und ebenfalls 16 GB Arbeitsspeicher. Mit einer Akkulaufzeit von bis zu 18 Stunden unterstützt das Gerät auch anspruchsvolle Nutzer unterwegs mit der notwendigen Power. Dieses Modell ist in den eleganten Farben Steam Blue, Pure Silver und Berry Red erhältlich.

Alle Sondermodelle werden nur mit Windows 11 Home ausgeliefert, verfügen über einen integrierten Fingerabdruck-Scanner mit dem Windows Hello-Unterstützung. Zusätzlich verfügen die Swift 3-Geräte über eine hintergrundbeleuchtete Tastatur, die das Tippen auch bei dunklerem Umgebungslicht komfortabel möglich macht.

Das Acer Swift 3 im 14-Zoll-Format und in den Farben Steam Blue, Pure Silver und Berry Red ist ab sofort zum unverbindlich empfohlenen Aktionspreis von 799 Euro inklusive Steuer bei ausgewählten Online-Versendern verfügbar, für die 16-Zoll-Ausführung in Steel Gray sieht Acer 999 Euro vor.

Warum Sie die neuesten Apple-Updates brauchen

Die neuesten Software-Updates von Apple beheben kritische Sicherheitsprobleme, bringen verbesserte Datenschutz-Tools und beinhalten die SharePlay-Funktion. Universal Control fehlt aber noch immer.

Nutzen Sie Mac und iPad, ist die Enttäuschung vermutlich groß, dass Apple die im Sommer vorgestellte Funktion Universal Control, in Apple-Deutsch “Nahtlose Bedienung” genannt, nun erst im Frühjahr 2022 bringen will. Nichtsdestotrotz gibt es sehr gute Gründe, die neuesten Apple-Updates – iOS 15.2, iPadOS 15.2 und macOS 12.1. – zu installieren.

Das Update, das das Internet reparierte
Letzte Woche wurde eine bösartige Sicherheitslücke in der Apache Log4j Software-Bibliothek entdeckt, die leicht dazu benutzt werden kann, Daten von Webdiensten zu stehlen und Software auf Servern zu installieren, auf denen auf denen Log4j läuft.

Was diesen Hack so schwerwiegend macht, ist, dass Log4j allgegenwärtig ist und Millionen von Online-Diensten und -Anwendungen verwendet wird, darunter AWS, Steam und iCloud. Apple scheint nun iCloud gegen den Angriff gesichert zu haben, behauptet Eclecticlight. Offenbar konnte die Sicherheitslücke auf iCloud online noch am am 9. und 10. Dezember ausgenutzt werden, wurde aber am 11. Dezember behoben. Es handelt sich um eine serverseitige Schwachstelle, die in den nächsten Wochen (hoffentlich) auf Millionen von Websites und Diensten behoben wird.

Die neuesten Updates beheben auch eine Reihe anderer Sicherheitslücken, einschließlich:

einen Fehler, durch den Macs, auf denen Monterey läuft, über die Bluetooth-MAC-Adresse geortet werden können;

einer Schwachstelle in iPhones, iPads, Macs und WatchOS, die es einer maliziösen Audio- oder Bilddatei ermöglich, beliebigen Code auszuführen.

einer bösartige Audiodatei, die auf allen Apple-Plattformen läuft und zur Offenlegung von Benutzerinformationen führen konnte.

Diese und andere Sicherheitslücken sind inzwischen alle behoben. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass die Software-Aktualisierung auf die jüngste Entscheidung von Apple folgt, den Anbieter der Pegasus Spyware, die israelische NSO Group, zu verklagen.

Die Sache mit dem Datenschutz
Eine weitere wichtige Neuerung in diesem Update ist der nun verfügbare App-Datenschutzbericht. Dieser zeigt an, welche Apps in den letzten sieben Tagen welche Ressourcen auf dem Gerät nutzten, einschließlich Mikrofon und Kamera. Außerdem werden die Netzwerkaktivitäten angezeigt, wodurch Sie möglicherweise erkennen können, dass Apps unerlaubt Daten nach Hause senden. Aktiviert wird die Funktion unter: Einstellungen – Datenschutz – App-Datenschutzbericht. Die Funktion kann allerdings bestenfalls als ein Anfang gesehen werden. Für die Zukunft bleibt zu hoffen, dass Apple Entwickler, die sich nicht an die Datenschutzvereinbarungen halten, aus dem App Store wirft.

Auch im Enterprise ist die verbesserte Sichtbarkeit nicht unerheblich: Unternehmen können anhand der Informationen aus dem App-Datenschutzbericht festlegen, welche Collaboration-Tools Mitarbeiter auf der firmeneigenen Hardware nutzen dürfen und welche nicht.

Inhalte über SharePlay teilen
Eine wichtige Neuerung in der neuesten Softwareversion von Apple – zumindest in Hinblick auf die anstehenden Feiertage – ist SharePlay. Mit dem Feature, das jetzt auch auf dem Mac unterstützt wird, können Sie Fernsehsendungen, Musik, Filme und andere Inhalte mit anderen über einen FaceTime-Anruf teilen. Im Business-Umfeld eignet sich SharePlay auch dazu, gemeinsam Dokumente zu bearbeiten. Derzeit wird diese Funktion allerdings nur in den Apple-Anwendungen Keynote und Pages unterstützt.

Digitales Erbe – ohne iTunes-Altlasten
Die neuen Softwareversionen bringen auch die von Apple versprochenen Digital Legacy Tools. Mit diesen wird sichergestellt, dass Ihre E-Mails, Fotos und andere persönliche Daten für diejenigen verfügbar sind, die sie im Falle Ihres Ablebens benötigen.

Was Sie leider nicht ohne Grund vererben können, sind Ihre digitalen Musik- oder Filmsammlungen, es sei denn, Sie haben sie von der Festplatte gerippt oder online gestohlen. Ihre iTunes-Sammlung können Sie dagegen nicht an Ihre Erben weitergeben.

iOS 15.2 jetzt verfügbar

Nach knapp anderthalb Monate in der Beta-Phase hat Apple gestern Abend die endgültige Version von iOS 15.2 veröffentlicht.

Apple hat wie erwartet die finale Version von iOS 15.2 veröffentlicht. Neben den Funktionen, die sich bereits in den vorherigen Betas gefunden haben, hat der Entwickler noch zahlreiche Fehler in Car Play, Siri und Bildverwaltung behoben. Die Liste der behobenen Sicherheitslücken ist ebenfalls für einen Punktupdate ungewöhnlich lang – fast vierzig Einträge finden sich auf der entsprechenden Seite. Allein deswegen lohnt sich das Update. So wurde etwa ein Bug im Schlüsselbund behoben, wobei eine Dritt-Person mit dem Zugang zum Gerät Einblick auf die Passwörter ohne vorherige Authentifizierung erlangen könnte. Vier bis fünf Fehler wurden bei Kernel und einer Bildschirm-Steuerungseinheit ( IOMobileFrameBuffer) geschlossen, solche Lücken sind gute Kandidaten für Jailbreaks, aber auch für die Spionage-Software wie Pegasus.

Diese neuen Funktionen von iOS 15.2 waren in der Beta nicht dabei:

“Wo ist?” kann das Gerät noch fünf Stunden lang finden, wenn es im Stromsparmodus ist

In “Aktien” kann man die Entwicklung einer Aktie seit genau des Jahresbeginns überprüfen

Die Bearbeitung von Pro-Raw-Fotos in Dritt-Programmen wurde verbessert, diese erschienen überbelichtet

Gestreamte Videos werden besser auf iPhones 13 geladen

In Car Play gibt es verbesserte Städtekarten für ausgewählte Städte mit Abbiegespuren, Mittelstreifen, Fahrradwegen und Fußgängerübergängen

Homekit-Szenen mit dem Garagen-Tor sind besser auf Car Play abgestimmt

Siri-Stimmerkennung auf Homepods auf Deutsch
Bereits 2020 hat Apple für Homepods eine Funktion vorgestellt, die unterschiedliche Stimmen der Hausbewohner erkennen kann und nach der erkannten Person ihre Befehle, Lieblingslieder etc. vorspielen kann. Da die Funktion wie fast alles auf dem Homepod auf Siri basiert, mussten sich die Nutzer außerhalb der USA noch gedulden. Die ersten Hinweise auf Mehr-Benutzer-Steuerung auf Deutsch haben wir noch im vergangenen Frühling in einem Support-Dokument gefunden. Nun bestätigen unsere Leser, dass die Funktion mit dem Release Candidate von iOS 15.2 für alle Tester aktiviert ist. So kann man seine Homepods im Wohnzimmer mit mehreren Nutzern bei der Bedienung teilen.

Apple Music Voice
Apple hat sein neues Abo für Apple Music auf der letzten Keynote im Oktober angekündigt, zusammen mit der Vorstellung von den bunten Homepods Mini und den Airpods der dritten Generation. Neue Abonnenten können das Abo eine Woche lang ausprobieren, das Abo verlängert sich nicht automatisch. Die Voice-Variante ist eigentlich das abgespeckte Apple Music zum halben Preis: Die Nutzenden müssen auf die Songtexte und neue Formate wie Apple Lossless und 3D-Audio verzichten. Bei Voice setzt Apple die Betonung auf die Bedienung mit Siri, die Apple-Music-App wird sich mit dem Abo von der herkömmlichen App unterscheiden. Mit Apple Music Voice werden sich die Nutzer auf die smarte (oder eben nicht) Empfehlungen der Algorithmen verlassen müssen, die anhand des gesuchten Songs eine ganze Liste zusammenstellen. Übrigens funktioniert dies schon jetzt mit herkömmlichen Apple Music recht gut. Selbst eine recht spezielle Anfrage wie “Ukrainische Weihnachtslieder” liefert passende Ergebnisse.

Zusammenfassung der Reparaturen und Ersatzteile in iPhones
Ab iOS 15.2 kann man nachschauen, ob das eigene iPhone bereits in Reparatur war und ob das Gerät einige Bestandteile ausgetauscht bekommen hat. Das neue System wird den Batterietausch in den iPhones XS und XR und neuer erkennen, ab dem iPhone 11 wird das neue Display erkannt, ab iPhone 12 – die Ersatz-Kamera. Apple hat mit jeder Generation des iPhones beginnend ab dem iPhone XR die grundlegenden Bestandteile des Geräts mit den Zusatz-Chips mit dem einzigartigen Code versehen.

Dieser Code wird wohl auf den Servern von Apple registriert, eben deswegen kann iOS 15.2 die Originale bestätigen. 2018 kam ein “Secure Memory Key” für die Batterie ( wir haben berichtet), 2019 – für das Display ( wir haben berichtet), 2020 – für die Kamera ( wir berichteten). Bestätigt das System die Originalteile, kann man in den weiteren Einstellungen nachsehen, wann genau das Gerät repariert wurde.

Wenn das iOS jedoch einen “unbekannten Teil” moniert, kann dies bedeuten, dass der Ersatzteil nicht von Apple stammt, oder dass die Installation vom Original-Teil nicht zu Ende durchgeführt wurde, oder dass der Ersatzteil nicht wie erwartet funktioniert. Apple hat im letzten Jahr seine Reparaturprogramme etwas ausgeweitet, neben einem iPhone-Programm für Dritt-Reparateure gibt es nun ein vergleichbares Programm für Mac. Apple hat es zudem versprochen, einige Anleitungen, Werkzeuge und Original-Teile direkt an die Endkunden zu verkaufen. Doch dafür muss man sich bis 2022 gedulden.

Suche in den Wiedergabelisten in der Musik-App
Mit der dritten Beta-Version von iOS 15.2 kann man nun nach Songs, Künstler und Künstlerinnen, deren Alben etc. innerhalb einer Wiedergabeliste suchen. Bislang kann man die Listen nur durchscrollen, was bei langen Playlists unübersichtlich werden kann. Es gibt in der Musik-App noch einen bekannten Fehler, der den Akku saugt. Wenn der Nutzer seine Titel streamt, steigt in einigen Fällen die Prozessor-Auslastung, was sich auf die Batterielaufzeiten negativ auswirken kann.

Tags in Erinnerungen auf einmal bearbeiten
Die Erinnerungen-App erlaubt es jetzt, mehrere Tags auf einmal zu bearbeiten und zu löschen.

iCloud Private Relay
Die Einstellungen zu iCloud Private Relay erscheinen nun nicht nur in der Apple-ID-Abteilung der Einstellungen, sondern auch bei “Wlan” und “Mobilfunk”. Dort kann man ebenfalls eigene IP-Adresse beim Surfen durch Private Relay verbergen. Bislang hieß der Regler etwas missverständlich “Private Relay”, was neue Nutzer verwirren konnte.

Neuer Makro-Schalter in der Kamera-App
Mit iOS 15.1 hat Apple für die iPhone-13-Modelle einen Schalter zum automatischen Aktivieren des Makro-Modus in den Einstellungen hinzugefügt. Die neue Version erlaubt es dem Nutzer, den Makro-Modus der Kamera manuell zu aktivieren. Das kleine Blumen-Symbol taucht in der App auf, wenn man sich einem Motiv bis auf eine sehr kurze Entfernung nähert. Es erscheint aber offenbar nur, wenn der Auto-Makro-Modus in den Einstellungen deaktiviert ist.

Daten-Übersicht der genutzten Apps
In der Einstellungen-App unter “Datenschutz” und weiter unter “Datenschutzbericht der Apps” kann man eine Zusammenfassung aktivieren, welche Apps welche iPhone-Daten wie oft nutzen. Die Nutzenden können einsehen, welche Apps die Daten des Smartphones auslesen, auf welche Sensoren sie zugreifen und wie oft diese App online gehen. Eine App erscheint in dieser Auswertung, wenn sie zumindest einmal genutzt wurde. Achtung: Diese Funktion müssen Sie nach dem Update aktiv einschalten. Dafür wechseln Sie in die Einstellungen-App zum Reiter “Datenschutzbericht” und dort zu der Zeile “App-Datenschutzbericht” (ganz unten).

Neues SOS-Vorgehen
Den Notruf kann man nun mit zwei Methoden tätigen: Entweder drückt man die Seiten-Taste zusammen mit dem Lauter- oder Leiser-Button, oder man drückt die Seitentaste in schneller Abfolge fünfmal oder mehr. Apple hat hier bis zum Notruf den Countdown von acht bis eins etwas verlangsamt, sodass so ein Notruf noch rechtzeitig abgebrochen wird, wenn die Tasten zufällig getätigt wurden.

Missbrauchswarnung in iMessage
Noch im Sommer hat Apple angekündigt, einige Schritte gegen Kindermissbrauch in iOS und weiteren Systemen zu implementieren. Dies führte zu einer Diskussion unter der Nutzer und Experten, sodass Apple diese Pläne zurückstellte. In iOS 15.2 kommt ein Teil der angekündigten Neuerungen: Die Eltern können für ihre Kinder den Missbrauchsschutz einstellen: Verdächtige Bilder werden nur verschwommen angezeigt, erst nach dem Einverständnis werden sie komplett geladen. Die Eltern oder ein Elternteil kann noch eine Benachrichtigung erhalten, dass das Kind über iMessage seltsame Bilder erhält.

Nachlasskontakte
Eine Option für Nachlasskontakte hat Apple schon länger angekündigt, sie wird ab iOS 15.2 aktiv. In der Einstellungen-App im Bereich eigener Apple-ID kann man unter “Passwort und Sicherheit” einen Nachlasskontakt einrichten.

Mails anonym versenden
Das klingt erst mal etwas paradox, denn bei einer versendeten Mail ist immer die E-Mail-Adresse des Absenders mit dabei. Wer iCloud+ abonniert hat, hat nun eine Möglichkeit, eigene Mail-Adresse hinter anonymisierten Zahlen- und Buchstabenabfolge als Alias verstecken. Dafür muss man beim Ersteller der Mail auf das Feld “Von” tippen.

Oppo zeigt ausfahrbare Smartphone-Kamera

Der Elektronik-Hersteller Oppo arbeitet an einer neuen Smartphone-Kamera, die sich bei Bedarf ein- und ausfahren lässt.

Oppo hat in dieser Woche ein neues Smartphone-Kamera-Konzept vorgestellt. In einem kurzen Video-Clip zeigt das Unternehmen eine „selbst entwickelte ausfahrbare Kamera“, die in ausgefahrenem Zustand aus dem Smartphone-Gehäuse an der Rückseite herausragt – ähnlich wie das Zoom-Objektiv einer Digitalkamera. Im Video ist außerdem zu sehen, dass das Kamera-Design wasserdicht ist und sich automatisch ins Gehäuse zurückzieht, wenn das Smartphone fallen gelassen wird.

Neues Kamera-Design erlaubt größeren Sensor
Die Kennzeichnung als 50-mm-Objektiv deutet darauf hin, dass es sich bei dem Design nicht um ein Zoom-Objektiv für Smartphones handelt. Das Hin- und Herbewegen auf der Z-Achse könnte sich jedoch positiv auf die Bildqualität im Telebereich auswirken. Aus den Bezeichnungen des Kameramoduls im Video lassen sich zudem weitere technische Details ableiten. So ist der Sensor 1/1,56 Zoll groß und das Objektiv bietet eine Anfangsblende von f/2.4. Der Sensor ist somit sehr viel größer als bei herkömmlichen Smartphone-Telelinsen. Möglicherweise wird dieser Umstand durch die zusätzliche Höhe, die der Ausfahr-Mechnanismus erlaubt, begünstigt.

Weitere Details im Rahmen der Inno Days 2021
Das Video zur neuen Smartphone-Kamera veröffentlichte Oppo im Vorfeld seiner Inno Days. Die Veranstaltung findet am 14. und 15. Dezember statt und wird von dem Unternehmen genutzt, um neue Konzepte und Technologie vorzustellen. Im vergangenen Jahr waren das unter anderem eine Augmented-Reality-Brille und ein rollbares Smartphones. Es bleibt abzuwarten, welche neuen Entwicklungen Oppo neben der Smartphone-Kamera noch vorstellen wird.

Meta-Jahresrückblick 2021: Die Top-Themen auf Facebook und Instagram

Was waren die größten Themen für Facebook- und Instagram-User 2021? Mutterkonzern Meta verrät es in seinem Jahresrückblick.

Die Bundestagswahl, die Fußball-Europameisterschaft und die nicht enden wollende Corona-Pandemie: Auch auf Instagram und Facebook waren das die Top-Themen des Jahres 2021. Das hat der Mutterkonzern Meta in seinem Jahresrückblick bekanntgegeben.

Die wichtigsten Themen
Das Nummer-eins-Thema 2021 war für Facebook- und Instagram-User die “Bundestagswahl”. Dazu kamen sechs Landtagswahlen und zwei Kommunalwahlen, die dem politischen Geschehen Platz eins in Metas sozialen Medien bescheren. Auf Platz zwei folgt der “DFB-Pokal”, der vor allem durch die 0:5-Rekordniederlage des FC Bayern gegen Borussia Mönchengladbach einen Schub bekommen hat. Auf Platz drei hat es der Hauptstadt-Flughafen geschafft: “Flughafen BER” ist seit seiner Öffnung unter den Top-Themen. “Fußball-Europameisterschaft”, “Impfen”, “Jahrhunderthochwasser”, “LGBTIQ+”, “Umweltschutz”, “Wahlrecht” und “Wincent Weiss” komplettieren die Liste.

Die wichtigsten Hashtags
Bei den Hashtags spiegeln sich die stärksten Themen nur bedingt wider. Stattdessen landet in Deutschland #love auf Platz eins, gefolgt von #photography und #instagood. #nature, #art, #autumn, #photooftheday, #herbst, #germany und #picoftheday komplettieren die Top Ten.

Die Top-Songs
Der am 2021 am häufigsten erwähnte Song auf Facebook und Instagram war “B.I.B.O.” des Rappers Dardan (24). “Au volant” vom belgischen Duo Elsa & Emilie landet auf Platz zwei, “Poison” von Rita Ora (21) auf Platz drei. Auf den weiteren Plätzen folgen Amaarae mit “Sad Girlz Luv Money”, “love nwantiti (feat. Dj Yo! & AX’EL)” von CKay, “Babel” von Gustavo Bravetti, “2 Gesichter” von Rosc, “Lovely” von Bleedingxheart, “Not Around in Codeine” von skrr liam und “paris freestyle” von Pashanim.

Lenovo Yoga Tab 13: Was kann das Multimedia-Tablet?

Mit dem Lenovo Yoga Tab 13 präsentiert der Tech-Spezialist ein Tablet für den Multimedia-Einsatz. Was hat das Gerät zu bieten?

Edles Design und ein großes Display: Das Lenovo Yoga Tab 13 in der Farbe “Shadow Black” ist ein echter Hingucker. Der Hersteller preist das Tablet als ultimatives Gerät fürs Home-Entertainment an. Lohnt es sich für Verbraucherinnen und Verbraucher aber auch, genauer hinzusehen?

Ein bunter Spaß?
Erst einmal ausgepackt, fühlt sich das Tablet in der Hand hochwertig an. Das liegt nicht nur an einem recht hohen Gewicht, sondern auch daran, dass die obere Hälfte der Rückseite mit Alcantara-Stoff überzogen ist. Das ungewöhnliche aber ansprechende Design sticht daraufhin ebenso ins Auge wie das im Vergleich zu vielen anderen Tablets sehr große 13-Zoll-Display. Dieses erstrahlt beim Abspielen von Inhalten zwar in bunten Farben und stellt Serien, Filme oder auch Games mit einer Auflösung von 2.160 x 1.350 ansehnlich dar, ganz so scharf wie etwa beim iPad Pro ist das Ganze aufgrund einer geringeren Pixeldichte allerdings nicht.

Eine weitere Besonderheit ist ein fest verbauter, stabiler Bügel, mit dem Nutzerinnen und Nutzer das Gerät aufstellen oder auch etwa an einem Haken aufhängen können – zum Beispiel in der Küche, damit das Tablet keinen Platz auf der Arbeitsplatte wegnimmt. Zudem bietet das Lenovo Yoga Tab 13 einen USB- und einen Micro-HDMI-Anschluss, über den das Tablet etwa mit einem Laptop verbunden und als zusätzlicher Monitor genutzt werden kann.

Alles flüssig?
Ein Qualcomm Snapdragon 870 Prozessor und acht Gigabyte Arbeitsspeicher sorgen unterdessen dafür, dass das Tablet mit einem flüssigen Bedientempo und dem zuverlässigen Abspielen sämtlicher Inhalte punkten kann. Userinnen und User können auch anspruchsvollere Games darauf spielen. Dank eines kapazitätsstarken Akkus von 10.000 mAh hält das Tablet bei stundenlangen Gaming-Sessions oder einem Serien-Marathon durch. Und sollte doch zwischendurch Power-Nachschub benötigt werden, ist das Yoga Tab 13 über eine Schnellladefunktion bald wieder aufgeladen.

Für viel Spaß bei alldem sorgt auch ein im Vergleich zu anderen Tablets überraschend mächtiger Klang. Lenovo verbaut in dem Premium-Tablet gleich vier Lautsprecher der Audiospezialisten von JBL. Im Zusammenspiel mit dem großen Display können dadurch Inhalte wie Netflix-Serien, YouTube-Videos und Games durchaus beeindruckend für Unterhaltung sorgen.

Auch flüssiges und schnelles Surfen sowie Texte, Comics oder eBooks zu lesen, macht auf dem Yoga Tab 13 Spaß. Ein im Vergleich zu kleineren Tablets deutlich höheres Gewicht von mehr als 800 Gramm und die Größe erschweren es allerdings, das Gerät auf Dauer in den Händen zu halten, wenn man beispielsweise im Bett noch eine Geschichte lesen möchte. Nicht umsonst ist der bereits erwähnte Klappständer verbaut.

Nur für das Zuhause?
Leider besitzt das Tablet keinen Einschub für SIM-Karten und keine Kamera auf der Rückseite. Per 8-Megapixel-Frontkamera können Nutzerinnen und Nutzer allerdings Selfies knipsen oder das Gerät für Videochats nutzen. Dass es weder eine rückseitige Kamera noch eine Unterstützung für mobiles Internet gibt, bestätigt, dass das Tablet vor allem für den Einsatz zuhause gedacht ist. Dort dient das Lenovo Yoga Tab 13 aber als zuverlässige und effektive Entertainment-Maschine für einen Preis von rund 750 Euro.

5G soll bei Wartung und Instandhaltung von Gebäuden helfen

Ob Fabriken oder Denkmäler: Virtuelle Abbilder realer Objekte sollen bei der Wartung und Instandhaltung helfen. Durch die digitalen Zwillinge können kleinteilige Kontrollen vor Ort wegfallen.

Düsseldorf (dpa) – Der Kölner Dom in Düsseldorf: Rund 50 Kilometer rheinabwärts zeigt das Bauwerk seine ganze Pracht mit Türmen, Statuen und Verzierungen. “Fantastisch”, sagt Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter und genießt den Blick auf das Kölner Wahrzeichen.

Begeistert ist der Manager vor allem von der Technik, die den Blick auf den Dom ermöglicht. Denn das Gotteshaus steht natürlich weiter in der rheinischen Nachbarstadt. Es ist nur ein digitales Abbild, das über das 5G-Mobilfunknetz auf eine Leinwand in der Vodafone-Zentrale übertragen wird. Mit einer Virtual-Reality-Brille bestimmt Ametsreiter, wo der digitale Rundflug um den Dom lang geht.

Rasanter technischer Fortschritt

Es ist eine bemerkenswerte Vorführung dieses digitalen Zwillings, die den rasanten technischen Fortschritt in Sachen 5G verdeutlicht. Denn das mit Drohnenaufnahmen gespeiste 3D-Modell, das Reparaturarbeiten am Dom erleichtern soll, ist zwar schon länger am Markt. Neu ist aber, dass die Anwendung des 50 Gigabytes großen Programms über Mobilfunk möglich ist – und nicht nur an einem Standort mit Server vor Ort. Damit gewinnt 5G für die Industrie an Bedeutung. Denn auch Fabriken und Maschinen gibt es längst als digitale Zwillinge, um Wartungsarbeiten besser zu planen, Verschleiß zu antizipieren und um die Produktion effizienter zu machen. Durch 5G werden ihre Einsatzmöglichkeiten nun aber deutlich erweitert und vereinfacht.

Allerdings reicht hierfür nicht generell der neue Funkstandard aus, sondern eine fortgeschrittene Version. Im Frühjahr begann Vodafone mit “5G Standalone”, bei dem ausschließlich 5G-Technik und keine 4G-Hybridlösungen mehr genutzt werden. Nun macht Vodafone mit dem “Multi-Access Edge Computing” den nächsten Schritt. Hierbei wird der Übertragungsweg durch neue Rechenzentren deutlich verkürzt – Daten werden nicht mehr in Cloud-Servern in Irland, den USA und weiteren Staaten abgerufen, sondern sie können in der eigenen Region verarbeitet werden. Vodafone hat nun drei “Multi Access Edge Computing”-Server in Dortmund, Berlin und München, weitere sollen folgen.

Netz wird sehr viel leistungsfähiger

“Die Edge Cloud steht jetzt an der Kante unseres Netzes, der Weg ist also sehr kurz – dadurch wird das Netz sehr viel leistungsfähiger als vorher”, erklärt Telekommunikationsmanager Ametsreiter. “Vodafone bietet das erste Mal in Deutschland 5G im Zusammenspiel mit Multi-Access Edge Computing an – damit öffnen wir die Tür zu industriellen Anwendungen mit sehr hohen Rechenleistungen zu jeder Zeit und von jedem Ort aus.” Er schwärmt vom “Beginn einer softwaregetriebenen Revolution in der Industrieproduktion”. Vodafone arbeitet zusammen mit Amazon Web Services (AWS) und nutzt deren “Wavelength”-Technologie, mit der jetzt Cloud-Daten in Echtzeit direkt am Rand des Mobilfunknetzes abgerufen werden können.

Vodafones Wettbewerber Deutsche Telekom und Telefónica (O2) entwickeln ihr 5G-Netz ebenfalls weiter, auch damit der Funkstandard für digitale Zwillinge anwendbar wird. So hat das Start-up Haltian im Münchner 5G-Technologie-Labor von Telefónica ein digitales Abbild eines Bürogebäudes entwickelt. Sensoren messen dabei die Raumtemperatur, Luftqualität und Bewegung in den Räumen in Echtzeit und bilden dies im digitalen Zwilling ab. Edge Computing wiederum war bei einem Gaming-Test von Telefónica im Sommer in München wichtig – dank des Echtzeit-Mobilfunks war die datenintensive Anwendung mit Virtual-Reality-Headsets gut zu spielen.

Digitale Zwillinge

Was genau 5G für die flexible Anwendung von digitalen Zwillingen so wichtig macht, erklärt der Entwickler Silas Fuchs, von dessen Firma Northdocks das Digitalmodell des Kölner Doms kommt. Er zeigt auf das Headset, das bei der VR-Anwendung verwendet wird: “Dieses kleine Headset wäre mit der Datenmenge ohne 5G komplett überfordert, sowohl was den Speicher, aber vor allem was die Rechenleistung angeht.” Griffe man bei der Übertragung nur auf 4G zurück oder auf WLan, so wäre die Übertragung ruckelig oder sie bräche sogar ab. Auch bei 5G ohne Edge Computing wäre die Übertragung schlecht, sagt er.

Die Firma Northdocks verkauft neben der Virtual-Reality-Anwendung des Kölner Doms auch digitale Zwillinge von Fabriken und Wasserwerken sowie Übungsprogramme für die Feuerwehr. Bisher sind für die Nutzung solcher Programme Server vor Ort nötig, sie sind also standortgebunden. Durch 5G können sie auch anderswo zum Einsatz kommen – aus Sicht von Projektmanager Fuchs ein riesiger Vorteil. “Die Flexibilität, die uns VR-Streaming mit 5G und Edge Computing bietet, macht daher eine ungeheure Menge von Industrie-Anwendungen überhaupt erst möglich”, sagt er.

Und was sagt die Industrie? Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) sieht das Thema 5G und Edge Computing ebenfalls positiv. Es ergäben sich “komplett neue Anwendungsmöglichkeiten”, etwa bei der ortsunabhängigen Bedienung und Analyse von Maschinen über Ländergrenzen hinweg via Tablets, sagt Gunther Koschnick vom ZVEI-Fachverband Automation. “5G wird immer mehr wichtiger Bestandteil moderner Industrieanlagen, was nur zusammen mit der Verwendung des digitalen Zwillings möglich ist.”