Umfangreicher Datendiebstahl bei Streaming-Plattform Twitch

Twitch ist vor allem bekannt als Plattform, auf der Gamer live ihren Videospielverlauf übertragen. Ein großes Datenleck könnte den von Amazon gekauften Dienst vor schwerwiegende Probleme stellen.

Seattle (dpa) – Die Streaming-Plattform Twitch ist Opfer eines großen Datendiebstahls geworden. Ein Unbekannter veröffentlichte im Netz ein Datenpaket, das nach seinen Angaben auch den gesamten Programmiercode des Dienstes enthält.

Die Amazon-Tochterfirma räumte ein, dass sie den Abgriff selbst verschuldet habe: Daten seien durch einen Fehler in der Server-Konfiguration ungeschützt aus dem Internet erreichbar gewesen.

Twitch wird vor allem von Gamern dafür genutzt, den Verlauf von Videospielen live zu übertragen. Die Plattform brachte eigene Stars hervor, die viele Zuschauer haben.

Zu den veröffentlichten Daten gehören auch Listen mit den angeblichen Einkünften der Twitch-Streamer. Vor allem könnte aber die Enttarnung der kompletten technischen Plattform gefährliche Folgen haben. “Da auch Quelltexte geleakt wurden, ist davon auszugehen, dass diese nun von weiteren Cyberkriminellen nach weiteren Schwachstellen durchsucht werden”, sagte Rüdiger Trost von der IT-Sicherheitsfirma F-Secure. “Es ist zu erwarten, dass wahrscheinlich weitere Hacks der Plattform folgen werden”, warnte er deshalb.

Login-Daten offenbar nicht betroffen

Twitch betonte zugleich, man habe aktuell keine Hinweise darauf, dass auch Login-Daten der Nutzer betroffen seien. Auch würden von der Plattform generell nicht die kompletten Kreditkarten-Nummern gespeichert und könnten damit auch nicht abgegriffen worden sein. Die Plattform setzte dennoch – “als Vorsichtsmaßnahme” – die sogenannten Stream Keys zurück, mit denen sie eingehende Liveübertragungen einzelnen Nutzern zuordnen kann. Das dürfte verhindern, dass Twitch-Kanäle von anderen gekapert werden können.

Die veröffentlichten Daten zeigten unter anderem ein großes Einkommensgefälle zwischen den prominentesten Twitch-Streamern, die demnach zum Teil Hunderttausende Dollar verdienen, und weniger populären Nutzern. Mehrere Streamer bestätigten bei Twitter, dass die geleakten Informationen zu ihren Einkünften korrekt seien.

Der veröffentlichte Programmiercode enthielt auch Hinweise auf einen noch unveröffentlichten Konkurrenz-Dienst für die populäre Spieleplattform Steam und sogar interne Software-Werkzeuge, mit denen bei Twitch Hacker-Angriffe simuliert werden. “Jeff Bezos hat 970 Millionen Dollar dafür bezahlt”, schrieb die Person hinter dem Leak auf der Plattform 4Chan mit einem Seitenhieb gegen den Amazon-Chef. “Bei uns gibt es das kostenlos.”

Das Blog “Platformer” befragte nach dem Leak frühere Twitch-Entwickler. Sie berichteten unter anderem, dass es bei der Plattform intern kaum Vorkehrungen gegen das Herunterladen großer Mengen Software-Codes durch Mitarbeiter gegeben habe. Obwohl Amazon, das für starke IT-Sicherheit bekannt ist, Twitch bereits 2014 gekauft habe, sei die Plattform noch mit ihren eigenen Sicherheitsvorkehrungen betrieben worden, hieß es auch.

iPhone 13 Pro – Fazit nach 7 Tagen

Das iPhone 13 Pro steckt voll mit der besten Technik, die Apple aktuell zu bieten hat. Nach einer Woche Praxistest stellt unser Autor fest: Das iPhone 13 Pro überzeugt nur in wenigen Punkten.

Vorweg sei gesagt: Das iPhone 13 Pro ist ein großartiges Smartphone. Es liegt hervorragend in der Hand, aufgrund seines höheren Gewichts von 203 Gramm (das iPhone 12 Pro wiegt nur 187 Gramm) fühlt es sich noch hochwertiger an und die Benutzung bereitet jede Menge Spaß. Aber: Das neue Pro-Modell unterscheidet sich nur marginal von seinem Vorgänger: Apple selbst bewirbt das iPhone 13 Pro mit folgenden neuen Features:

Eine bessere Kamera

120-Hz-Display

Kleinere Notch

Besserer Chip und Akku

Auf dem Papier sieht das nach einem großen Update aus, doch hat der Praxistest gezeigt, dass manche dieser Features im Alltag gar nicht wirklich zur Geltung kommen.

Kamera
Einen ausführlichen Kamera-Test finden Sie hier, doch möchte ich auch in diesem Artikel kurz die Vor- und Nachteile des neuen Kamera-Systems ansprechen. Die Kamera des iPhone 13 Pro ist in jederlei Hinsicht deutlich besser geworden. Dafür ist das Kamera-Modul auf der Rückseite deutlich größer geworden, doch das nimmt man für die neuen Kamera-Features billigend in Kauf: Der Makro-Modus ermöglicht ganz neue Aufnahmen, die in der Form in keinem anderen iPhone (außer dem iPhone 13 Pro Max) möglich sind. Die lichtstärkeren Objektive sorgen für noch bessere, rauschfreiere Bilder und auch die Teleobjektive wurden im Vergleich zum iPhone 12 Pro verbessert: Anstatt 2x optisches Zoomen ist nun ein 3x optischer Zoom möglich. Wer sein iPhone viel zum Fotografieren nutzt, für den lohnt sich auch ein Upgrade vom iPhone 12 Pro. Der neue Kino-Modus ist zwar ganz nett, funktioniert aber nicht perfekt und ist daher eher eine nette Spielerei als ein ernst zunehmender Grund für ein Upgrade.

Display
Das Display hat gleich zwei neue Features, die Apple als Verkaufsargument liefert. Da wäre etwa das neue adaptive 120-Hz-Display. Und das haut einen wirklich um – sofern man als Nutzer den Unterschied überhaupt wahrnimmt. Wenn man diesen aber erkennt und erstmal ein iPhone mit einer solch hohen Bildwiederholrate in den Händen gehalten hat, möchte man nicht mehr auf ein iPhone wechseln, welches “nur” 60 Hertz bietet. Die adaptiven 120 Hertz sind ein wirklich tolles Feature, die ein Upgrade aus meiner Sicht rechtfertigen.

Die kleinere Notch liefert für mich jedoch keinen Grund, weshalb ich von einem älteren iPhone mit Notch auf ein iPhone 13 Pro wechseln sollte. Die Notch ist zwar um 20 Prozent geschrumpft, doch fällt dies im Alltag kaum auf. Wen die Notch schon früher gestört hat, wird sich auch bei der neuen iPhone-13-Generation davon gestört fühlen. Dass die Notch tatsächlich geschrumpft ist, nimmt man nur im direkten Vergleich zu einem älteren Modell wahr. Auch die Notch ist für mich daher kein wirklich guter Grund, von einem älteren iPhone-Modell auf die neueste Generation zu wechseln.

Chip und Akku
Apple verspricht mit dem A15 Chip den “schnellsten Smartphone-Chip der Welt”. Im Alltag merkt man davon nicht wirklich viel. Ja, das iPhone 13 Pro ist schnell. Verdammt schnell, sogar, aber nicht unbedingt schneller als das iPhone 12 Pro. Nun bin ich aber auch kein klassischer Pro-Nutzer, der seinem iPhone komplexe Aufgaben abverlangt. Ich bezweifle aber, dass die meisten Nutzer eines iPhone 13 Pro auch tatsächliche Pro-Aufgaben auf ihrem iPhone verrichten. Als Fazit kann man ziehen, dass man als Durchschnittsnutzer nicht unbedingt merklich von dem neuen A15-Chip profitiert. Im Hintergrund verrichtet er natürlich trotzdem fleißig seine Arbeit, etwa beim Fotografieren oder Filmen. Im Alltag ist der Generationensprung vom A14 auf den A15 nicht groß spürbar.

Gleiches gilt für den Akku. Apple verspricht, dass das iPhone 13 Pro 1,5 Stunden länger durchhält als noch der Vorgänger, beim iPhone 13 Pro Max sind es sogar 2,5 Stunden. Apple sieht sich seit einigen Jahren mit dem Vorwurf konfrontiert, dass die Konkurrenz deutlich leistungsfähigere Akkus verbaut. Das iPhone 13 Pro hat einen solch starken Akku, dass dieser sogar rund eineinhalb Tage hält. Der Akku vom iPhone 12 Pro war auch schon nicht schlecht, doch im iPhone 13 hat Apple nochmal etwas nachlegen können. Doch auch dieser Unterschied dürfte tatsächlich nur selten bemerkbar sein.

Fazit
Ein Upgrade auf das iPhone 13 Pro von dem Vorgänger lohnt sich nur dann, wenn man wirklich viele Fotos schießt und die Vorteile eines adaptiven 120-Hz-Displays genießen möchte. Dass die Notch um 20 Prozent verkleinert wurde, fällt im Alltag so gut wie kaum auf. Da sich das Design ansonsten nicht großartig verändert hat, lohnt sich bei älteren iPhone-Modellen aber auch ein Upgrade auf ein iPhone 12 Pro. Der Akku hält noch länger durch, was für Power-User wohl interessant sein dürfte, die unglaubliche Leistung des A15-Chips spüren Durchschnittsnutzer im Alltag neben der leicht verbesserten Akku-Laufzeit ebenfalls nur selten.