Das Asus ROG Strix G17 G712LWS zählt zu den 17,3-Zoll-Gaming-Notebooks der Oberklasse. Der Rechner wird von einem Core-i7-10750H-Prozessor und einem GeForce-RTX-2070-Super-Grafikkern angetrieben. Es handelt sich hierbei um das baugleiche Schwestermodell des bereits von uns getesteten Asus ROG Strix G GL731GU. Zu den Konkurrenten zählen Geräte wie das Schenker XMG Pro 17, das MSI GL75 10SFR, das Lenovo Legion Y740-17IRHg und das Acer Predator Helios 300 PH317-54.
Da das G712LWS und das GL731GU baugleich sind, gehen wir nicht weiter auf das Gehäuse, die Ausstattung, die Eingabegeräte und die Lautsprecher ein. Entsprechende Informationen sind dem Testbericht zum Asus ROG Strix G GL731GU zu entnehmen.
Display – 144-Hz-IPS
Das matte 17,3-Zoll-Display arbeitet mit einer nativen Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten. Helligkeit (300 cd/m²) und Kontrast (1.042:1) gehen in Ordnung. Darüber hinaus liefert das 144-Hz-Panel kurze Reaktionszeiten. Positiv: Der Bildschirm zeigt kein PWM-Flimmern.
Schon im Auslieferungszustand zeigt der Bildschirm eine sehr ordentliche Farbdarstellung. Mit einer Delta-E-2000-Farbabweichung von 3,01 wird das Soll (Delta-E kleiner 3) haarscharf verfehlt. Unter einem Blaustich leidet das Display nicht. Mittels einer Kalibrierung werden Verbesserungen erreicht: So sinkt die Farbabweichung auf 1 und die Graustufen werden ausgewogener dargestellt. Die Farbräume AdobeRGB (66 Prozent) und sRGB (90 Prozent) werden nicht vollständig abgebildet.
Das Notebook ist mit einem blickwinkelstabilen IPS-Panel bestückt. Somit ist der Bildschirm aus jeder Position heraus ablesbar. Im Freien ist ein Ablesen des Displays möglich, wenn die Sonne nicht allzu hell strahlt.
Leistung – Genug für die nächsten Jahre
Asus hat mit dem ROG Strix G17 G712LWS ein 17,3-Zoll-Gaming-Notebook im Sortiment, das jedes aktuelle Spiel flüssig auf den Bildschirm bringt. Für unser Testgerät werden knapp 2.000 Euro fällig. Andere Ausstattungsvarianten sind verfügbar.
Testbedingungen
Das vorinstallierte Armoury-Crate-Kontrollcenter ermöglicht die Wahl eines Energieprofils. Wir haben unseren Test bei aktivem Profil “Leistung” durchgeführt. Einige Benchmarks haben wir zusätzlich unter dem “Turbo”-Profil durchlaufen lassen. Für die Akkutests nutzten wir die Windows-Energieschemata.
Prozessor
Asus stattet das Strix mit einem Core-i7-10750H-Sechskernprozessor (Comet Lake) aus. Die CPU arbeitet mit einer Basisgeschwindigkeit von 2,6 GHz. Per Turbo kann der Takt auf 4,3 GHz (sechs Kerne) bis 5 GHz (ein Kern) gesteigert werden. Hyperthreading (zwei Threads pro Kern) wird unterstützt.
Den Multi-Thread-Test des Cinebench-R15-Benchmarks bearbeitet der Prozessor mit 4,2 GHz. Der Single-Thread-Test wird mit 4,3 bis 4,6 GHz durchlaufen. Im Akkubetrieb liegen die Taktraten bei 2,6 bis 2,8 GHz (Multi-Thread) bzw. 3,2 bis 3,5 GHz (Single-Thread).
Ob der CPU-Turbo im Netzbetrieb dauerhaft genutzt wird, überprüfen wir, indem wir den Multi-Thread-Test des Cinebench-R15-Benchmarks für mindestens 30 Minuten in einer Schleife laufen lassen. Die Resultate fallen vom ersten zum dritten Durchlauf hin leicht ab und verbleiben dann auf relativ konstanter Höhe. Der Turbo kommt auf hohem Niveau zum Einsatz. Etwas höhere Taktraten werden bei der Nutzung des Armoury-Crate-Profils “Turbo” erreicht.
System Performance
Das System arbeitet rund und flüssig. Problemen sind wir nicht begegnet. Die guten PC-Mark-Resultate verraten, dass der Rechner über mehr als genug Leistung für alle gängigen Anwendungsbereiche bietet – und das über die nächsten Jahre hinweg.
DPC-Latenzen
In unserem standardisierten Latency-Monitor-Test (Websurfen, 4K-Videowiedergabe, Prime95 High-Load) konnten wir Auffälligkeiten bei den DPC-Latenzen beobachten. Das System scheint nicht für Video- und Audiobearbeitung in Echtzeit geeignet zu sein.
Massenspeicher
Als Systemlaufwerk dient eine NVMe-SSD (M.2-2280) der Firma Intel, die 1 TB Speicherplatz bereitstellt. Die SSD liefert insgesamt gute Transferraten. Zu den Spitzenmodellen zählt sie nicht. Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Das Notebook bietet Platz für zwei weitere M.2-2280-SSDs. RAID 0 wird unterstützt.
Grafikkarte
Der GeForce-RTX-2070-Super-Grafikkern gehört der GPU-Oberklasse an. Er kann auf schnellen GDDR6-Grafikspeicher (8.192 MB) zurückgreifen. Der im Prozessor integrierte UHD-Graphics-630-Chip ist aktiv, und das Notebook arbeitet mit Nvidias Umschaltgrafiklösung Optimus.
Nvidia sieht für diese DirectX-12-GPU einen Taktbereich zwischen 1.140 MHz (Basis) und 1.380 MHz (Boost) vor. Höhere Geschwindigkeiten sind machbar, wenn die GPU eine festgelegte Temperatur- und/oder Energieschwelle nicht erreicht. So registrieren wir ein Maximum von 1.994 MHz. Der Witcher-3-Test wird mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 1.525 MHz bzw. 1.596 MHz (Turbo) durchlaufen.
Die Resultate in den 3D-Mark-Benchmarks bewegen sich auf einem normalen Niveau für die hier verbaute GPU. Das Armoury-Crate-Turbo-Profil lässt die Werte leicht steigen.
Gaming Performance
An der Gaming-Front bestehen keine Probleme. Die verbaute CPU-GPU-Kombination bringt alle aktuellen Spiele in Full-HD-Auflösung und mit maximalen Qualitätseinstellungen flüssig auf den matten Bildschirm. Auch Auflösungen jenseits von Full HD sind bei Anschluss eines entsprechenden Monitors möglich. Das Armoury-Crate-Profil “Turbo” bewirkt einen leichten Anstieg der Bildwiederholraten.
Um zu überprüfen, ob die Bildwiederholraten über einen längeren Zeitraum weitgehend konstant bleiben, lassen wir das Spiel “The Witcher 3” für etwa 60 Minuten mit Full-HD-Auflösung und maximalen Qualitätseinstellungen laufen. Die Spielfigur wird nicht bewegt. Ein Einbruch der Bildwiederholraten ist nicht festzustellen.
Emissionen – Das Strix wird laut unter Last
Geräuschemissionen
Die Lüfter arbeiten im Leerlauf überwiegend mit niedrigen Geschwindigkeiten. Die dabei entstehende Geräuschkulisse fällt akzeptabel aus. Unter Last drehen die Lüfter auf. So registrieren wir einen maximalen Schalldruckpegel von 53 dB(A) (Stresstest). Ohne ein Headset macht das Spielen keinen Spass.
Temperatur
Unseren Stresstest (Prime95 und Furmark laufen für mindestens eine Stunde) absolvieren CPU und GPU mit 2,5 GHz bzw. 1.470 MHz. Der Stresstest stellt ein Extremszenario dar, welches so im Alltag nicht auftritt. Wir überprüfen mit diesem Test, ob das System auch bei voller Auslastung stabil läuft.
Das G17 erwärmt sich spürbar, aber nicht übermäßig stark. Während des Stresstests registrieren wir an zwei Messpunkten Temperaturen oberhalb von 50 Grad Celsius. Etwas geringer fällt die Erwärmung bei der Durchführung des Witcher-3-Tests aus. Im Alltagsbetrieb liegen die Werte im grünen Bereich.
Energieverwaltung – Die Akkulaufzeiten des G712LWS gehen in Ordnung
Energieaufnahme
Im Leerlauf registrieren wir eine maximale Leistungsaufnahme von 25 Watt. Der Stresstest lässt den Bedarf auf bis zu 230 Watt steigen. Während der Durchführung unseres Witcher-3-Tests messen wir eine Leistungsaufnahme von durchschnittlich 186 Watt. Die Nennleistung des Netzteils beträgt 230 Watt.
Akkulaufzeit
Das Strix liefert sehr ordentliche Akkulaufzeiten. Unseren WLAN-Test (Aufruf von Webseiten mittels eines Skripts) bzw. Videotest (Kurzfilm Big Buck Bunny (H.264-Kodierung, FHD) läuft in einer Schleife) beendet der 17,3-Zöller nach 5:30 h bzw. 7:06 h.
Fazit
Die leistungsfähige Hardware des Strix G17 bringt alle aktuellen Computerspiele flüssig auf den Bildschirm. Kompromisse bezüglich Auflösung und Qualitätsniveau müssen nicht eingegangen werden.
Der Hingucker des Notebooks findet sich in der LED-Leiste, die drei Seiten der Unterschale umfasst. Das Farbschema kann individuell an die eigenen Wünsche angepasst werden.
Das Speicherplatzangebot (1 TB) kann erweitert werden. Zusätzlich zu der vorhandenen NVMe-SSD finden noch zwei weitere M.2-Modelle Platz. RAID 0 wird unterstützt. Auch der Arbeitsspeicher (2x 8 GB, Dual-Channel-Modus) kann ausgebaut werden. Allerdings ist laut der Asus-Webseite bei 32 GB Schluss. Viele Konkurrenten unterstützen bis zu 64 GB.
Wartungs- und Aufrüstmaßnahmen erfordern eine Demontage der Unterschale. Dies ist grundsätzlich machbar. Allerdings ist die Unterschale über zwei Flachbandkabel mit der Hauptplatine verbunden. Es muss also mit Vorsicht vorgegangen werden. Die Kabel lassen sich mit etwas Fingerspitzengefühl lösen und wieder befestigen.
Der Full-HD-Bildschirm (IPS, 144 Hz) punktet mit matter Oberfläche, stabilen Blickwinkeln, ausreichender Helligkeit, gutem Kontrast, kurzen Reaktionszeiten und einer sehr ordentlichen Farbdarstellung.
Das runde Schnittstellenangebot umfasst drei Typ-A-USB-3.2-Gen-1-Steckplätze, die alle an der linken Gehäuseseite zu finden sind. Zumindest einen Anschluss hätte Asus an der rechten Seite verbauen sollen. Ein Thunderbolt-3-Anschluss zählt nicht zur Ausstattung. Es gibt nur einen Typ-C-USB-3.2 Gen-2-Steckplatz, der Displayport per USB-C unterstützt.