Rekordakku und 48-MP-Kamera – das ist Samsungs neues Protz-Handy

OLED-Display, monströser Akku, hochauflösende Kamera: Das Samsung Galaxy M30s ist ein deutlicher Fortschritt der Südkoreaner zu einem starken Einstiegspreis. Doch dafür müssen Käufer gleich auf mehrere Funktionen verzichten.

Das Samsung Galaxy M20 wurde seinerzeit als zeitlich begrenztes Experiment angekündigt. Schnell wurde aus dem Versuch mit der Galaxy-M-Serie eine andauernde Erfolgsgeschichte. Seit Verkaufsstart ist das Galaxy M20 nicht mehr aus den Amazon-Bestsellern wegzubekommen.

Mit Recht: Obwohl der Preis weit unterhalb der Grenze liegt, gehört das M20 zu den besten Handys unter 300 Euro. Im Vergleichstest verblüffte es mit einer überragenden Ausdauer und dominierte fortan die Handys mit der besten Akkulaufzeit.

Der Test von „Computer Bild“ zeigt, dass Samsung mit dem Galaxy M30s noch eine Schippe nachgelegt hat.

Design und Verarbeitung des Samsung Galaxy M30s

Das Galaxy M30s ist relativ groß, aber nicht so klobig, wie man vielleicht angesichts der Akkukapazität befürchtet. Rückseite und Rand sind mit einem umlaufenden, glatten Kunststoff bedeckt. Auf Fotos wirkt es so, als würde das blaue Modell über einen holografischen Effekt verfügen, der das Licht changieren lässt.

Die Wirklichkeit ist aber simpler, denn es handelt sich einfach um einen vertikalen Farbübergang von Blau zu Türkis. Dazu kommen kleine Glitzerflakes. Geschmackssache – unser ist es nicht unbedingt. Aber es gibt ja auch noch die dezenteren Modelle in Schwarz und Weiß.

Die Verarbeitung ist ordentlich, aber dennoch besteht nie die Gefahr, das M30s mit einem Oberklassehandy wie dem Galaxy S10 zu verwechseln. Letztlich steckt im M30s mehr, als die Hülle verspricht – und das ist ja besser als andersherum.

Samsung Galaxy M30s mit OLED-Display

Das Galaxy M30s hat im Gegensatz zum LCD-Bildschirm des Galaxy M20 ein OLED-Display. Eine Verbesserung, da OLED-Displays stärkere Kontraste und bessere Schwarzwerte haben. Dass die Diagonale um 0,1 auf 6,4 Zoll zulegt, spielt nur eine Nebenrolle.

Wichtiger ist, dass die Schärfe passt. Und das ist bei 2340×1080 Pixeln gegeben. Im Labor punktet das M30s mit einer starken Helligkeit von 826 Candela pro Quadratmeter und einem sehr guten Kontrastverhältnis von 154.410:1. (Zum Vergleich: Das M20 brachte es auf 600 Candela und 11.474:1.)

Bei Abmessungen von 159×75,1 Millimetern bleibt relativ wenig Rand um das Display. In der tropfenförmigen Notch steckt die Frontkamera.

Samsung Galaxy M30s hat Kamera mit 48 MP

Auf der Rückseite sitzt die Triple-Kamera, die aus einer 48-MP-Kamera (F2.0), einer 8-MP-Weitwinkelkamera (F2.2) und einer 5-MP-Kamera für Tiefenschärfe-Effekte („Bokeh“) besteht. Bei Tageslicht war die Fotoqualität noch gut, aber bei schlechter Beleuchtung rauschte es kräftig und langte nur noch zu einem „Ausreichend“ im Sichttest.

Videos sahen gut aus, maximal nimmt das M30s Videos mit 3840×2160 Pixeln auf. Trotz nominell guter Auflösung von 16 Megapixeln fehlte es den Bildern der Frontkamera etwas an Details. Unterm Strich eine ordentliche Kameraausstattung, die ihre Aufgaben angemessen erledigt und durch die Bank weg etwas besser abschneidet als das M20.

Der Arbeitsspeicher beträgt 4 Gigabyte (GB). Der interne Speicher ist 64 GB groß und kann per MicroSD-Karte erweitert werden. Das klappt übrigens selbst dann, wenn Sie das M30s im Dual-SIM-Betrieb mit zwei SIM-Karten betreiben. Das ist auf jeden Fall praktischer als der verbreitete Hybridschachtmurks.

Rekordakku im Galaxy M30s

Im Samsung Galaxy M30s steckt mit 6000 Milliamperestunden Kapazität ein extrem großer Akku. Trotzdem ist das Handy mit 9 Millimeter Dicke nicht zu fett, und die Kameras verschwinden nahezu bündig auf der Rückseite. Im Vergleich zum Galaxy M20, dem bisher amtierenden König unter den Handy-Dauerläufern, sind das noch einmal 1000 Milliamperestunden mehr.

Trotzdem steigt das Gewicht nur um 1 Gramm auf 188 Gramm. Das M30s lässt sich mit 15 Watt recht flott nachladen, falls doch mal der Saft ausgeht. Doch das kann dauern, denn das Galaxy M30s liefert im Ausdauertest eine Glanzleistung ab und setzte mit 21,5 Stunden bei typischer Nutzung den neuen Bestwert (vorher: Galaxy M20 mit 19,6 Stunden).

Bei gemäßigter Nutzung ermittelte das Labor 66,5 Stunden – 6,5 mehr als beim M20. Wenn man dem Akku eines ankreiden will: Er lässt sich nicht drahtlos laden, aber diese Funktion ist meist deutlich teureren Handys vorbehalten.

Prozessor und Tempo des Samsung Galaxy M30s

Ein Exynos 9611 der zweiten Generation erledigt die geforderten Berechnungen. In Benchmarks lässt es das M30s etwas ruhiger angehen. Im Antutu-8-3D-Benchmark liegt das Glalaxy M30s praktisch gleichauf mit Honor 9X, Xiaomi Mi A3, Motorola One Zoom oder Redmi Note 7.

Das gleiche Bild ergibt sich beim Geekbench 5. Ambitionierte Gamer müssen bei rechenintensiven Spielen aber Kompromisse eingehen. Eine Rakete ist das M30s nicht, aber im Alltag lässt es sich schnell bedienen und erhält sogar noch ein „Gut” in der Tempowertung.

In einigen Kategorien musste das M30s Punktabzüge in Kauf nehmen: Bei schlechter Beleuchtung sind Fotos verrauscht. Die Rückseite ist kratzempfindlich, und das Gerät ist nicht wasserdicht. Es sind keine Kopfhörer im Lieferumfang, und induktives Laden ist nicht möglich.

Nicht alle Punkte sind für jeden relevant, aber in Summe sorgen sie für die Endnote 2,4. Ohne diese Versäumnisse wäre eine bessere Note möglich gewesen, und der Abstand von nur einem Zehntel zum M20 wäre größer ausgefallen.

Samsung Galaxy M30s: Preis, Farben, Verfügbarkeit

Das Samsung Galaxy M30s ist über Amazon bestellbar. Es erscheint in Schwarz, Weiß und Blau. Die UVP liegt bei 259 Euro. Das Android-Handy ist seit 5. November 2019 verfügbar.

AWS stellt eigene 7-nm-CPU mit 64 Kernen vor

Mit dem Graviton2 baut AWS sein Cloud-Angebot mit selbst entwickelten ARM-Prozessoren aus: Die EC2-Instanzen mit 7-nm-CPUs liefern die siebenfache Performance ihrer A1-Vorgänger, die Chips haben 64 statt 16 Kerne. Eine Graviton2-Instanz schlägt daher eine aktuelle Xeon-Instanz.

Amazon Web Services (AWS) hat die zweite Generation eigener ARM-Prozessoren und mehrere EC2-Instanzen damit angekündigt: Die Graviton2 genannten Chips haben 64 CPU-Kerne und basieren auf ARMS aktuellem Serverdesign, die Fertigung erfolgt mit 7-nm-Technik für mehr als 30 Milliarden Transistoren. Die C6g-, M6g- und R6g-Instanzen sollen verglichen zu den bisherigen A1-Instanzen mit dem ersten Graviton-Prozessor eine bis zu siebenfache Geschwindigkeit erreichen.

Die Graviton2 stellen eine Variante von Neoverse N1 (Ares) dar: Dabei handelt es sich um modifizierte Cortex-A76, wobei AWS auf 64 Kerne von möglichen 128 setzt. Diese nutzen ein MByte L2-Cache pro Core, zudem 32 MByte L3-Puffer und sie weisen acht DDR4-3200-Speicherkanäle auf, zudem gibt es 64 PCIe-Gen4-Lanes für unter anderem NVMe-SSDs. Die bisherigen Graviton1 sind 16-nm-Chips mit nur 16 Kernen basierend auf Cortex-A72. Pro Core soll Graviton2 die doppelte Gleitkomma-Leistung aufweisen.

2020 sollen die C6g (Compute mit 128 GByte DDR4), M6g (General mit 256 GByte DDR4) und R6g (Memory mit 512 GByte DDR4) genannten Instanzen verfügbar sein, vorerst startet die M6g als Preview. Zudem gibt es noch C6gd-, M6gd- und R6gd-Versionen, wobei das d-Suffix lokale NVMe-SSDs kennzeichnet. Der Arbeitsspeicher ist mit AES-256 verschlüsselt, die Instanzen sind mit 25-GBit/s-Ethernet angebunden.

Der Vergleich zu M5-Instanzen mit 24-kernigen Xeon Platinum 8175: Hier liegt eine 64-kernige Graviton2-Instanz zwischen 24 und 54 Prozent in Front, egal ob Integer- oder Float-Leistung, beispielsweise x264-Video-Encoding. Durchschnittlich soll der Performance-Vorteil bei 40 Prozent liegen, wobei die Mietkosten für Nutzer laut AWS zudem 20 Prozent geringer ausfallen.

Lenovo baut das erst vierte Chrome OS-Tablet

Chromebooks gibt es heute wie Sand am Meer von zig Herstellern, doch die Offensive mit Chrome OS-Tablets ging mächtig nach hinten los. International bieten nur Acer und ASUS jeweils ein Gerät an, das Pixel Slate von Google hat Amerika eigentlich kaum verlassen. Ganz über Bord wurde diese Idee aber nicht geworfen, bestätigt Lenovo in diesen Tagen sogar schon vorab offiziell.

Lenovo hat Tester für Chrome OS-Tablet gesucht

In einer öffentlichen Anzeige hat Lenovo nach Leuten gesucht, die gerne ein neues Chrome OS-Tablet testen würden. Inzwischen ist die Anzeige aus dem Netz weg, denn Lenovo hat sich Leute ausgesucht und wird diese entsprechend kontaktieren. Zumindest sah es danach kurzzeitig aus, bis sich Lenovo erneut dazu äußerte. Man sei sich aktuell nicht sicher, wer für das Angebot verantwortlich gewesen ist und beendet das Programm vorerst.

Wir hatten vor, den Beitrag danach erneut zu genehmigen, aber am Ende stellte sich heraus, dass die Dinge nicht mit Lenovo übereinstimmten und das Programm abgebrochen wird. Diejenigen, die sich beworben haben, sollten ebenfalls per E-Mail mit diesen Informationen kontaktiert werden.

Nach einer Absage für das besagte Tablet klingt das aber nicht, womöglich erblickt es zu den ersten Messen im Januar oder Ende Februar das Licht der Welt. Chromebooks mit Touch gibt es schon viele, reine Tablets mit Chrome OS sind an einer Hand abzählbar.

G493UCX: AOC bringt extrem breiten Gaming-Monitor

Der AGON G493UCX misst in der Diagonale 49 Zoll und ist mit einem VA-Panel ausgestattet. Dieses löst mit 5.120 x 1.440 Pixeln auf, wobei die MPRT-Reaktionszeit auf nur eine Millisekunde spezifiziert wird. Die Bildwiederholfrequenz liegt bei 120 Hz und sowohl FreeSync als auch G-Sync sollen unterstützt werden.

AOC gibt die Helligkeit mit 550 cd/m² an, die DisplayHDR 400-Spezifikationen werden so erreicht. Das VA-Panel selbst ist bei der Auslieferung bereits kalibriert und soll den sRGB-Farbraum zu 121 Prozent abdecken. Lautsprecher und ein USB-Hub sind eingebaut, Bildsignale können auch via Typ C-Anschluss auf das Gerät gelangen.

Aktuell liegen noch keine Informationen zum Preis oder dem genauen Veröffentlichungstermin vor, Philips bietet bereits einen Monitor in dem Format und mit der Auflösung an – für knapp 1.000 Euro.

Das Huawei Mate 30 verzichtet komplett auf US-Komponenten

Das geht zumindest aus einem neuen Bericht vom Wall Street Journal hervor. Der Analyse zufolge konnte Huawei für sämtliche Bauteile Alternativen finden. So wurde zum Beispiel der Soundchip vom niederländischen Unternehmen NXP statt wie bisher von Cirrus Logic zugekauft, die Chips für Wi-Fi und Bluetooth stammen komplett von der hauseigenen Marke HiSilicon statt von Broadcom. Einige Komponenten wurden auch durch Murata aus Japan oder MediaTek aus Taiwan geliefert.

Laut einem Statement von Huawei an das Wall Street Journal würde der Konzern es bevorzugen, einige Komponenten von seinen Partnern in den USA zu erwerben, da das zur Zeit durch die Entscheidungen der US-Regierung aber unmöglich ist, bleibt dem Unternehmen keine andere Wahl, als alternative Anbieter zu finden.

Damit verzichtet Huawei aber nicht komplett auf Bauteile aus den USA. Das teuerste Mate 30 Pro 5G kommt laut einem Bericht von TechInsights nach wie vor mit Chips von Texas Instruments und Qualcomm. Huawei hat angegeben, dass viele kritische Bauteile in großen Massen auf Lager genommen wurden, um für die aktuelle Situation vorzusorgen, dementsprechend könnte der Konzern hier lediglich seine Lagerbestände leeren.

Dass Huawei versuchen würde, seine Versorgungskette unabhängig von den USA zu gestalten, ist keine Überraschung. Dass es dem Technologie-Giganten aber schon jetzt gelingt, ein Smartphone komplett ohne amerikanische Komponenten zu bauen, ist durchaus aufschlussreich. 

Qualcomm Snapdragon 865, 765 und 765G sind offiziell

Qualcomm hat die nächste Generation seiner Prozessoren gezeigt. Die gezeigten Modelle hören auf den Namen Snapdragon 865, 765 und 765G, zuletzt genanntes Modell soll dann in Smartphones Einsatz finden, die Gaming-orientiert sind. Konkrete Details zu den einzelnen Prozessoren will Snapdragon noch im Laufe seines Events teilen, bislang heißt es, und das verwundert sicherlich keinen unserer Leser – dass die neue Generation leistungsstärker ist.

Der Snapdragon 765, die obere Mittelklasse, stellt Qualcomms ersten System-on-a-Chip mit integriertem 5G dar und erspart Herstellern den Einsatz separater, stromfressender Modems. Vermutlich wirkt sich so etwas auch auf den Preis aus und auch die Akkulaufzeit könnte davon positiv partizipieren. Mehrere Hersteller haben bereits bestätigt, dass man auf den Snapdragon 865, der übrigens kein 5G integriert hat und weiterhin auf das X55-Modem als Sidekick setzt, setzen wolle und bereits im ersten Quartal 2020 werden wir diese Modelle im Handel sehen. Nokia bestätigte ebenso, dass man einige Modelle mit dem 765er ausstatten wird. Wir wissen ja: die CES und der Mobile World Congress stehen vor der Tür.

WhatsApp: Neues Feature löst Nachrichten in Luft auf

WhatsApp-Nutzer dürfen sich über ein neues Feature für den Messenger-Dienst freuen. Aktuell arbeiten die Entwickler daran, dass sich Nachrichten automatisch nach einer bestimmten Zeit aus dem Chat-Verlauf löschen. Wie Sie das Feature schon jetzt ausprobieren können, erklären wir Ihnen im Video.

Einige andere Messenger-Dienste bieten es schon länger an, doch WhatsApp zieht erst jetzt langsam hinterher: User bekommen wohl schon bald die Möglichkeit, Nachrichten im Messenger mit einem Timer zu versehen. Läuft die gewählte Zeit ab, werden die Texte automatisch aus den Chats gelöscht, ohne weiteres Eingreifen der WhatsApp-User. Ein Feature, das in vielen Lagen hilfreich sein kann.

Laut der Seite WABetaInfo befindet sich dieses Feature für WhatsApp aktuell in einer Testphase. Die Beta-Version 2.19.348 für Android wurde bereits mit den “Selbstzerstörungsnachrichten” versehen. Die Einstellungen finden sich – insofern die Beta-Version auf dem Gerät installiert wurde – unter den Kontaktinfos oder in den Gruppeneinstellungen. In letzterer sind allerdings nur Admins damit betraut, einen Timer einzustellen.

WhatsApp: Was bringen die automatischen Löschungen?

WhatsApp-Nachrichten lassen sich durch das neue Feature nach einer Stunde, einem Tag, einer Woche, einem Monat oder einem Jahr automatisch löschen. Eine eigens definierbare Zeitspanne bietet WhatsApp nicht. Gerade für diejenigen, die Wert auf Datenschutz legen, dürfte die Option sehr interessant sein. Werden sensible Daten über WhatsApp versendet, lässt sich direkt ein Timer einstellen, damit diese automatisch wieder entfernt werden.

Der Empfänger hat dennoch genug Zeit, um sie zu lesen. Auch Gruppen profitieren davon, indem Chats deutlich aufgeräumter gehalten werden können. Wer allerdings Wert darauf legt, alte Gesprächsfetzen wieder hervorzukramen, wird die neue Funktion wohl eher verteufeln. Auch User mit begrenztem Speicherplatz auf dem Smartphone werden das Feature Willkommen heißen. WhatsApp gilt vor allem bei solche, die haufenweise Bilder, Sprachnachrichten und Videos verschicken und gesendet bekommen als Speicherplatz-Fresser. Die Neuerung hat also für alle den ein oder anderen Vorteil.

So können Sie das neue WhatsApp-Feature testen

Die aktuelle Version der WhatsApp-Beta finden Sie natürlich auf CHIP. Durch den manuellen Download müssen Sie sich auch nicht in die Warteliste des Messengers einreihen. Allerdings handelt es sich hier um eine Beta-Version, die durchaus Bugs beinhalten kann.

Wann die automatisch gelöschten Nachrichten in einer finalen Version für WhatsApp erscheinen, ist aktuell nicht bekannt. Da sie aber in der Beta-Version bereits mit dem beliebten Dark Mode funktionieren, dürfte dieses Feature schon in einer weit fortgeschrittenen Phase sein.

Gerüchte zu Intel Xe: Entwicklung stagniert und Effizienz schlechter als bei Konkurrenz

Intels erste dedizierte Grafikkarten Xe sollen bereits Mitte 2020 erscheinen. Gerüchte sehen jedoch deutliche Verzögerungen und technische Probleme.

Mit der Xe-Architektur will Intel im Markt für dedizierte Grafikprozessoren Fuß fassen. Schon 2020 sollen unter Leitung von Chief-Architect Raja M. Koduri erste Modelle auf Basis der hauseigenen 10nm-Fertigung für den Desktop, mobile Anwendungen, Workstations und Datacenter erhältlich sein. Nur ein Jahr später werden 7nm-Xe-Chips für Exascale-Server mit Codenamen Ponte Vecchio prognostiziert.

Glaubt man aktuellen Gerüchten, scheint es, als seien Intels Fortschritte bei der Entwicklung der Xe-GPUs ins Stocken geraten. Und auch die Effizienz der Chips soll deutlich unter der der Konkurrenz liegen.

Intel mit Schwierigkeiten bei der Xe-Architektur?

Die Informationen stammen dabei vom Forenmitglied »wjm47196« der chinesischen Website Chiphell.com (via Wccftech). Woher dieser die Angaben bezogen hat, ist nicht ersichtlich, jedoch scheinen einige davon sehr vage und oberflächlich, andere wiederum sind detaillierter. Wir fassen die Kernaussagen in Stichpunkten zusammen:

Die Arbeiten an den Xe-GPUs scheinen nicht gut zu laufen

Ponte Vecchio kommt höchstwahrscheinlich nicht innerhalb der nächsten zwei Jahre

Gegenwärtig ist die Effizienz der Xe-Architektur relativ gering, verglichen mit der Konkurrenz

Vorerst gibt es keine Pläne für Custom-Modelle der Xe-Grafikkarten

Treiber benötigen viel Zeit zur Verbesserung

Eine offizielle Stellungnahme von Intel liegt zum Zeitpunkt des Erstellens der Nachricht nicht vor und es ist auch fraglich, ob es eine solche geben wird. Denn zuletzt rückte Intel seine Zukunftspläne auf der Supercomputing 2019 (SC19) in ein sehr positives Licht. 2021 soll beispielsweise der Supercomputer Aurora auf Basis von Ponte Vecchio seinen Dienst aufnehmen.

Pro und Kontra halten sich die Waage

Vor wenigen Wochen tauchte zudem ein erstes Sample einer GPU mit der Bezeichnung »Graphics gfx-driver-user-feature_dg1_poweron-27723 DCH ReleaseInternal« in der Benchmark-Datenbank von GFXBench auf. Dabei handelte es sich um einen sogenannten Power-On-Test, also die erstmalige Inbetriebnahme ohne eigentliche Benchmarks, was von vielen als gutes Zeichen für den Entwicklungsstand gewertet wurde.

Allerdings machte Intel in den letzten Jahren immer wieder durch Probleme und Verzögerungen beim Umstieg auf die 10nm-Fertigung von sich reden. Und ganz scheinen die Schwierigkeiten auch noch nicht überwunden, denn abgesehen von Ice Lake für Low- und Ultra-Low-Voltage-Geräte, sind 10-nm-Desktop-CPUs noch nicht oder nur sehr vage in Sicht.

Apple iPad Pro: Neue Displaytechnologie ab 2020

Apple soll laut Ming-Chi Kuo, dem bekannten Analyst mit guten Insider-Quellen bei Apple, beim neuen iPad Pro mit 12,9 Zoll auf ein Display mit Mini-LEDs setzen. Er erwähnt das normale iPad Pro mit 11 Zoll nicht, daher wäre es möglich, dass Apple hier weiterhin auf ein normales LC-Display setzen wird.

Es wurde immer mal wieder vermutet, dass Apple nach dem iPhone auch beim iPad zu OLED wechseln könnte, dem wird aber wohl nicht so sein. Mini-LEDs sind noch keine Micro-LEDs, wie sie zum Beispiel Samsung in Zukunft bei den TVs einsetzen möchte. Die Zukunft wird aber erst zeigen, wie groß der Unterschied zwischen OLED, Mini-LED und Micro-LED ist. Mal schauen, wie wir die LEDs in Zukunft nennen, denn mLED würde ja irgendwie auf beide zutreffen.

Apple soll jedenfalls nicht nur dem iPad Pro ein solches Display spendieren, auch das MacBook Pro mit 16 Zoll, welches jetzt erst auf den Markt kam, ist 2020 an der Reihe. Allerdings erste Ende 2020, also vermutlich in einem Jahr. Und auch hier wird die kleinere Version nicht erwähnt, das kleine iPad Pro und MacBook Pro könnten also vielleicht auch erst ab 2021 ein neues Display bekommen.

Intel Core i9-9900KS in Laptops langsamer als Core i9-9900K

Intel hat den neuen Flaggschiff-Prozessor Core i9-9900KS erst vor einigen Wochen für Desktops vorgestellt. Natürlich haben wir den Prozessor sofort in einem Laptop getestet, um zu sehen, wie es um dessen mobile Leistung steht. Das Ergebnis? Nicht schlecht, es könnte jedoch definitiv besser sein.

Eurocom bietet als einer der ersten Vertriebspartner den Core i9-9900KS in seiner leistungsorientierten Clevo-Laptopfamilie an. In unserem Test haben wir herausgefunden, dass der Prozessor im 15,6 Zoll großen Eurocom Sky X4C in den ersten 30 Sekunden unter Volllast mit 4,7 GHz und bei einer Kerntemperatur von 95 °C arbeitet. Anschließend fallen diese Werte auf 4,4 GHz bzw. 88 °C. Offensichtlich gibt es also über den 4,0-GHz-Basistakt hinaus nicht viel Spielraum zum Übertakten.

In unserem Cinebench-R15-Multithread-Schleifentest fällt die Leistung im Laufe der Zeit um 7 bis 8 Prozent ab, da die anfängliche Turbo-Boost-Taktfrequenz von 4,7 GHz nicht dauerhaft aufrechterhalten werden kann – außer wenn man den Prozessor dauerhaft bei 95 °C betreiben möchte. Daher schlägt der “langsamere” Core i9-9900K in Gaming-Laptops wie dem MSI GT76 Titan, Dell Alienware Area-51m und Eurocoms eigenem Sky X7C den i9-9900KS in unserem Sky X4C. Man muss jedoch auch beachten, dass es sich bei allen drei dieser Beispiele um sehr große 17,3-Zoll-Systeme mit deutlich leistungsfähigeren Kühllösungen als der in unserem 15,6 Zoll großen Sky X4C handelt.

Für Anwender, die auf der Suche nach einem sehr leistungsfähigen Laptop mit einer entsperrten Core-i9-CPU sind, ist der Core i9-9900K vermutlich die bessere Wahl.