Darf Facebook wegen Hassrede Nutzerkonten sperren?

Diskriminierende Inhalte und Falschnachrichten bekämpft Facebook mit Löschungen und Sperren. Was erlaubt ist und was nicht, legt das Netzwerk selbst fest. Der BGH steht vor einem Urteil.

Karlsruhe (dpa) – Facebook-Nutzerinnen und -Nutzer müssen sich an die “Gemeinschaftsstandards” halten, sonst droht ihnen die Sperrung – aber darf das Netzwerk einfach selbst festlegen, welche Inhalte erwünscht sind und welche nicht? Für Deutschland entscheidet das bald der Bundesgerichtshof (BGH).

Das Urteil soll in ein bis drei Wochen verkündet werden, wie der Vorsitzende Richter Ulrich Herrmann heute nach der Verhandlung zweier Fälle in Karlsruhe sagte.

Geklagt haben eine Nutzerin und ein Nutzer, die nach abschätzigen Äußerungen über Muslime und Zugewanderte zeitweise gesperrt wurden. Was sie geschrieben hatten, wurde von Facebook gelöscht.

Die Gemeinschaftsstandards sind Regeln, die das Netzwerk weltweit aufgestellt hat, um etwa diskriminierende oder anstößige Inhalte zu verhindern. Niemand soll sich auf der Plattform ausgegrenzt oder bedroht fühlen, so die Philosophie. Nicht alle Äußerungen, die gelöscht und geahndet werden, verstoßen gegen deutsches Recht. Die Frage ist, ob Facebook damit zu weit geht und die grundgesetzlich geschützte Meinungsfreiheit seiner Nutzerinnen und Nutzer verletzt.

Wer sich über Facebook vernetzen will, muss den Nutzungsbedingungen mit den Gemeinschaftsstandards zustimmen. Der entscheidende Punkt sei, ob die Nutzer unangemessen benachteiligt würden, sagte Herrmann.

Die BGH-Richter gehen davon aus, dass sich Facebook als privates Unternehmen ebenfalls auf Grundrechte berufen kann – etwa auf die Berufsfreiheit. Denn wenn der Umgangston auf der Plattform verroht, besteht die Gefahr, dass sich Nutzer und Werbepartner abwenden. Herrmann sagte, der Senat neige daher dazu, Facebook grundsätzlich das Recht zuzugestehen, Beiträge zu löschen. Das würde bedeuten, dass es im Einzelfall immer auf die konkreten Umstände ankommt.

Keine vorherige Anhörung der Betroffenen

Sehr kritisch hinterfragten die obersten Zivilrichter, dass es zwar nachträglich die Möglichkeit zur Beschwerde gibt, aber keine vorherige Anhörung der Betroffenen. Sie warfen die Frage auf, ob das nicht zumindest vor einer drohenden Sperre vorgesehen sein müsste.

“Das ist vollständig unpraktikabel”, sagte der Vertreter von Facebook, BGH-Anwalt Christian Rohnke. Tag für Tag gebe es Hunderte Fälle, und jede neue Beleidigung ermutige Gleichgesinnte. Ein drohender Shitstorm müsse ganz schnell gestoppt werden können.

Der BGH-Anwalt der beiden Kläger, Herbert Geisler, sagte, es müsse die Gelegenheit geben, sich zu verteidigen. Eine Verrohung wolle niemand, aber das obliege nicht Privaten aufgrund ihrer marktbeherrschenden Stellung. “Dafür ist der Gesetzgeber da.”

In Deutschland gibt es seit 2017 das Netzwerkdurchsetzungsgesetz, um Hasskriminalität und Falschnachrichten wirksamer zu bekämpfen. Es verpflichtet die Betreiber sozialer Netzwerke, gegen strafbare Inhalte vorzugehen. Dazu gehören zum Beispiel Volksverhetzung und üble Nachrede. Maßstab ist also das deutsche Strafgesetzbuch. Vor dem BGH geht es um Facebooks eigene Regeln (Az. III ZR 179/20 u.a.).

Zoom will stärker zur App-Plattform werden

Zoom zählt zu den großen Gewinnern der Corona-Pandemie. Online-Video-Schalten stehen hoch im Kurs, auch Privatleute entdecken die neuen Möglichkeiten. Jetzt will sich der Dienst breiter aufstellen.

San Jose (dpa) – Der Videokonferenzdienst Zoom will durch die vertiefte Integration anderer Apps relevanter für seine Kunden werden.

Zum breiten Start der Plattform Zoom Apps sind 50 Anwendungen dabei. Darunter sind etwa die Bürokommunikations-App Slack und die Online-Speicherdienste Box und Dropbox. Die Liste soll mit der Zeit ausgebaut werden, zunächst kommen nur ausgewählte Partner in das Programm, wie der zuständige Zoom-Manager Ross Mayfield zur Ankündigung am Mittwoch sagte.

Dabei wolle Zoom den Entwicklern verlässliche Rahmenbedingungen bieten, betonte Mayfield. Aktuell wird unter anderem großen Smartphone-Plattformen vorgeworfen, sie hebelten mit neuen Funktionen zum Teil mit Leichtigkeit Geschäftsmodelle von App-Entwicklern aus. Zoom versuche, den App-Anbietern eine klare Vorstellung davon zu geben, in welchen Bereichen man als Plattform-Anbieter selbst aktiv sein wolle, sagte Mayfield. Der Videokonferenzdienst überlässt es den App-Anbietern selbst, Geld für Bezahlfunktionen zu kassieren – und versucht auch nicht, eine Kommission zu nehmen.

Zusammen mit der App-Offensive startet Zoom eine Plattform für Online-Events, auf der auch kostenpflichtige Veranstaltungen organisiert werden können.

Zoom ist einer der großen Gewinner der Corona-Krise. In der Pandemie nahm aber nicht nur die Nutzung in Firmen zu: Auch Privatleute greifen zu Zoom für alle möglichen Gelegenheiten – von Familientreffen bis zu Yoga-Stunden.

Geld verdient Zoom aber nach wie vor im Geschäft mit größeren Unternehmen. Dort fokussiert die Firma aus dem Silicon Valley auch den Ausbau des Geschäfts. So will Zoom die starke Position bei Videokonferenzen nutzen, um Firmen auch mit Telefonie-Diensten zu versorgen. Die Pläne bei Apps und Events sind ein weiterer Baustein.

Neue Autobahn-App des Bundes

Die neue Autobahngesellschaft des Bundes hatte einen schwierigen Start. Nun sollen Autofahrer von der Reform profitieren. Ziel sind verlässliche Informationen zu den deutschen Autobahnen.

Berlin/Köln (dpa) – Autofahrer können über eine neue Service-App der bundeseigenen Autobahngesellschaft mehr und bessere Informationen über die Verkehrslage bekommen. Die Gesellschaft stellte die Anwendung für Smartphones am Dienstag in Köln vor. Die App soll keine Konkurrenz sein zu Google Maps & Co. – sondern eine Ergänzung.

Die Autobahn GmbH verspricht viel Mehrwert, die Rede ist von “exklusiven Daten”. So würden Verkehrs- und Infrastrukturinformationen sowie weitere Daten rund um die Autobahnen erstmalig gebündelt in einer Anwendung geliefert. Nutzer sollen sich über Hunderte Webcams entlang der Autobahnen selbst ein Bild über die Verkehrslage machen können.

Autofahrer sollen außerdem besser über Umleitungen informiert werden und darüber, wann Baustellen oder Unfallstellen wieder aufgelöst werden. Die Autobahngesellschaft komme als erste an die entsprechenden Informationen und gebe sie über die App weiter, früher als etwa Google Maps, sagte Strategiechef Albrecht Klein. In einer geplanten weiterentwickelten Version sollten sich Autofahrer außerdem Wochen vor einer Reise darüber informieren können, wo es auf einer bestimmten Strecke Baustellen gibt und wann welche geplant sind.

Eine eigenständige Zielführung soll nicht möglich sein, wie es in einem Papier der Autobahn GmbH heißt: “Die Autobahn-App ist keine Navigations-App und konkurriert somit nicht mit etablierten Navigationsanbietern.” Es erfolge eine Übergabe der Route, das bedeutet von Start und Ziel, an die von Nutzern verwendete Navigations-App – in der Startversion sind dies Apple Karten und Google Maps.

Wie bei anderen Apps zeigt die der Autobahn GmbH Staus entlang der Route an. Sie soll außerdem darstellen, wo und welche Art von Ladesäulen es für Elektroautos gibt und wo Park- und Rastplätze. Lkw-Fahrern sollen Parkplatzdaten angezeigt werden, neben Standorten auch Informationen darüber, ob es eine Dusche, einen Shop oder WLAN gibt. Nutzerbezogene Standortinformationen sollen laut Papier nur dann erhoben werden, wenn sich ein Nutzer beim Routen-Check für die Kartenansicht aktiv orten lassen möchte.

“Die Autobahn-App spricht Nutzerinnen und Nutzer an, die zusätzlich zu den Möglichkeiten ihrer verwendeten Navigations-App weitere verlässliche Informationen zu den Autobahnen suchen”, sagte Stephan Krenz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autobahn GmbH. “Unser Ziel ist, die Autobahnfahrt mit der App für alle noch komfortabler zu machen.”

Der FDP-Verkehrspolitiker Oliver Luksic sagte, die App biete den Autofahrern einige praktische Hinweise zu Verkehrsaufkommen oder E-Ladesäulen, biete aber wenig Mehrwert im Vergleich zu bestehenden Angeboten. “In Sachen digitale und dynamische Verkehrssteuerung sollte bald noch mehr möglich sein.”

Laut einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbandes Bitkom nutzen lediglich 19 Prozent der Menschen, die mit einem Auto, Motorrad oder Wohnmobil unterwegs sind, Smartphone-Programme. Um Staus zu entgehen, informierten sich die allermeisten noch immer über das Radio oder nutzten ein klassisches Navigationsgerät.

Eine Google-Sprecherin sagte zur App der Autobahn GmbH: “Es gibt viele verschiedene Kartendienste, und wir begrüßen das, denn es treibt Innovationen voran und sorgt letztendlich für bessere Produkte und Erfahrungen für die Menschen, die diese Dienste nutzen. Wir bei Google konzentrieren uns weiterhin auf die Herausforderung, der wir uns bereits vor über 15 Jahren gestellt haben: die Welt in Google Maps zu erfassen.”

Die App der Autobahn GmbH ist kostenlos und werbefrei und steht für die Systeme iOS und Android zur Verfügung. Sie sei eine Weiterentwicklung der Informationsapp “Meine Autobahn” – Grundlage waren laut Autobahn GmbH Funktionalitäten der App “Verkehr.NRW”.

Die Länder waren bis zum Jahresende 2020 für den Betrieb, den Erhalt und den Ausbau der Autobahnen zuständig, seit Anfang 2021 ist es der Bund. Ziel der Großreform: zügiger bauen und weniger Staus. Denn gebaut werden muss weiter viel auf den Fernstraßen des Bundes, es gibt einen hohen Sanierungsbedarf bei Straßen und Brücken.

Mit der Neuaufstellung sollen Baufirmen den gleichen Ansprechpartner haben, Ausschreibungen und Regeln sollen vereinheitlicht, Projekte aus einer Hand geplant werden. Es geht um ein Autobahnnetz von 13 000 Kilometern.

An der neuen Autobahngesellschaft hatte es immer wieder Kritik gegeben, etwa weil die Kosten gestiegen sind oder es Verzögerungen bei IT-Systemen gab. Und eigentlich sollte die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs und -bau GmbH in die Autobahn GmbH integriert werden – das aber wurde angesichts rechtlicher Bedenken gestoppt. Nun geht die App an den Start und soll zeigen, was die Autobahn GmbH kann.

USA, EU und Verbündete prangern Hackerangriffe Chinas an

Die USA und Verbündete werfen China Cyberangriffe vor. Auch für einen Angriff auf das E-Mail-Programm von Microsoft sollen Chinas Hacker verantwortlich sein. Der Ton verschärft sich.

Washington (dpa) – Die US-Regierung und mehrere Verbündete machen China für “unverantwortliche böswillige Cyberaktivitäten” wie Hackerangriffe verantwortlich.

Die Europäische Union, Großbritannien, die NATO und weitere Partner werfen dem kommunistischen China gemeinsam “bösartige Cyberaktivitäten” vor, wie das Weiße Haus am Montag erklärte. Unter anderem machen die USA China für den Angriff auf die E-Mail-Software Exchange Server vom US-Konzern Microsoft im März verantwortlich. Chinas “Muster unverantwortlichen Verhaltens” sei nicht mit Pekings Anspruch zu vereinbaren, in der Welt als verantwortungsbewusste Führungsmacht gesehen zu werden, hieß es.

Das chinesische Ministerium für Staatssicherheit (MSS) setze auch kriminelle Hacker für Cyberangriffe ein, erklärte das Weiße Haus. In einigen Fällen hätten die mit der Regierung verbundenen Hacker auch sogenannte Ransomware-Angriffe gegen Unternehmen durchgeführt, mit denen Hacker Millionen Dollar erpressen wollten. Auch der Diebstahl von geistigem Eigentums und Kryptowährungen gehöre zum Repertoire von Chinas Cyberkriminellen. Chinas Weigerung, die Aktivitäten seiner Auftragshacker zu stoppen, koste Regierung und Unternehmen wegen gestohlener Daten, Erpressungen und Gegenmaßnahmen Milliarden Dollar.

Die US-Regierung und die Verbündeten kündigten jedoch zunächst keine Konsequenzen wie Sanktionen gegen China an. US-Präsident Joe Biden wirbt bei den Verbündeten seit seiner Amtsübernahme für einen möglichst harten Kurs gegenüber China, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Biden sagte am Montag, China führe die Angriffe nicht selbst aus, “aber sie schützen jene, die es machen und unterstützen sie vielleicht”. Gegen Russland hat Bidens Regierung in der Vergangenheit wegen Hackerangriffen bereits Sanktionen verhängt.

Basierend auf Erkenntnissen der Geheimdienste geht die US-Regierung davon aus, dass Hackern mit MSS-Verbindungen für den Angriff auf den Microsoft Exchange Server verantwortlich waren. Dabei seien “Zehntausende Computer und Netzwerke” kompromittiert worden. Die US-Regierung habe in Gesprächen mit führenden Politikern in China deswegen ihre Bedenken kommuniziert, hieß es weiter.

Das Justizministerium kündigte am Montag eine Anklage gegen vier MSS-Hacker an. Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, jahrelang geistiges Eigentum in den Bereich der kommerziellen Luftfahrt, der Verteidigung und der Entwicklung von Medikamenten gestohlen zu haben. Auch die Formel für die von einem US-Hersteller produzierten Impfung gegen Ebola wollten die Hacker der Anklageschrift zufolge stehlen.

“Diese strafrechtliche Anklage zeigt einmal mehr, dass China weiterhin Angriffe mit Cyberfähigkeiten nutzt, um zu stehlen, was andere Länder herstellen – in krassem Widerspruch zu seinen bilateralen und multilateralen Verpflichtungen”, erklärte die stellvertretende Justizministerin Lisa Monaco. Das Ausmaß von Chinas Cyber-Angriffen gegen zahlreiche Branchen und Länder zeige, “dass kein Land und keine Industriezweig sicher ist”, erklärte sie.

Auch der Europäische Rat in Brüssel prangerte die “böswilligen Cyberaktivitäten” Chinas an, wie es am Montag hieß. Diese hätten erhebliche Auswirkungen auf Regierungsinstitutionen und politische Organisationen der EU-Mitgliedstaaten sowie auf europäische Schlüsselindustrien gehabt. Die EU fordere China auf, sich an internationale Normen zu halten und entschlossen gegen Cyberangriffe vorzugehen, erklärte der Rat.

Biden: Corona-Fakenews auf Facebook “bringen Menschen um”

Gerüchte und Falschinformationen können sich im Internet wie Lauffeuer verbreiten. Die US-Regierung fordert soziale Medien auf, mehr dagegen zu tun. Präsident Biden findet drastische Worte.

Washington (dpa) – Falschinformationen in sozialen Medien wie Facebook zum Coronavirus und den Impfungen sind nach Ansicht von US-Präsident Joe Biden für den Tod vieler Menschen verantwortlich.

Auf die Frage eine Reporters, welche Botschaft er angesichts der Verbreitung von Falschinformationen für Plattformen wie Facebook habe, sagte Biden: “Sie bringen Menschen um”. Die Pandemie in den USA sei zu einer “Pandemie unter Ungeimpften” geworden, sagte Biden am Freitag (Ortszeit) im Garten des Weißen Hauses. Facebook wies Bidens Vorwurf umgehend als grundlos zurück.

Die US-Regierung macht Falschinformationen in sozialen Netzwerken mitverantwortlich für die abwartende oder ablehnende Haltung vieler Amerikaner gegenüber den Corona-Impfstoffen. In den USA ist die Zahl der Neuinfektionen zuletzt in Gebieten mit niedrigerer Impfquote wieder rasant angestiegen, angetrieben von der besonders ansteckenden Delta-Variante. Die Impfkampagne macht dagegen nur noch langsam Fortschritte. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC haben bislang gut 185 Millionen Menschen mindestens die erste Corona-Impfung bekommen – das entspricht rund 56 Prozent der gesamten Bevölkerung.

Facebook wehrte sich gegen Bidens Kritik. “Wir werden uns nicht von Vorwürfen ablenken lassen, die nicht von Fakten gedeckt sind”, erklärte ein Unternehmenssprecher. Es sei eine Tatsache, dass mehr als zwei Milliarden Menschen wichtige und akkurate Informationen zum Coronavirus auf Facebook gefunden hätten. Zudem hätten 3,3 Millionen Amerikaner Facebooks Funktion genutzt, mit der Nutzer herausfinden können, wie und wo sie geimpft werden können. “Die Tatsachen zeigen, dass Facebook hilft, Leben zu retten. Punkt”, erklärte der Sprecher.

Die US-Regierung verschärfte ihre Kritik an sozialen Medien diese Woche. Facebook müsse schneller Beiträge entfernen, die gegen die Richtlinien verstießen und falsch seien, sagte etwa die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki. Einige Beiträge würden tagelang online bleiben. “Das ist zu lange, Informationen verbreiten sich zu schnell”, so Psaki. Etwa zwei Drittel der Falschinformation gehe nur auf ein Dutzend Konten zurück, weswegen Facebook leicht dagegen vorgehen könnte, argumentierte Psaki. Gegen falsche Behauptungen wie das Gerücht, wonach Corona-Impfungen angeblich zu Unfruchtbarkeit führen könnten, müsse vorgegangen werden, forderte sie.

Der oberste Gesundheitsbeamte der US-Regierung, Vivek Murthy, erklärte die Falschinformationen am Donnerstag offiziell zu einem Gesundheitsrisiko. “Wir leben heute in einer Welt, in der Fehlinformationen eine unmittelbare und heimtückische Bedrohung für die Gesundheit unserer Nation darstellen”, sagte er. Während der Pandemie hätten Falschinformationen etwa dazu geführt, dass Menschen keine Masken getragen hätten. Nun würden sich Menschen aufgrund dessen entscheiden, sich nicht impfen zu lassen. Moderne Technologieunternehmen hätten es ermöglicht, dass “Fehlinformationen unsere Informationsumgebung vergiften”, klagte er.

Im Durchschnitt verzeichneten die USA nach CDC-Angaben zuletzt gut 26 000 Neuinfektionen pro Tag, was gegenüber der Vorwoche einem Anstieg von fast 70 Prozent entspricht. Auch die Zahl der Menschen, die mit Covid-19 ins Krankenhaus eingewiesen werden, und die Zahl der pro Woche gemeldeten Toten stiegen zuletzt wieder. “Wir sehen Ausbrüche von Fällen in Teilen des Landes, die eine niedrige Impfquote aufweisen”, sagte CDC-Chefin Rochelle Walensky. In Regionen, in denen viele Menschen geimpft seien, sei die Lage viel besser. “Dies wird zu einer Pandemie der Ungeimpften”, warnte sie.

Das richtige Equipment: So werden Sie zum Hobby-Home-DJ

Sehnsucht nach Clubnächten, Festivals oder einfach Lust auf ein neues Hobby? Home-DJing liegt, erst recht seit Beginn der Corona-Pandemie, voll im Trend. Dieses Zubehör erleichtert den Einstieg zum Hobby-Home-DJ.

Die letzte Disco-Nacht ist bei den meisten – der Corona-Pandemie sei Dank – vermutlich schon etwas länger her. Wer sich etwas Nachtclub- oder Festival-Feeling in die eigenen vier Wände holen oder einfach mal ein neues Hobby ausprobieren will, für den könnte Home-DJing etwas sein. Dafür ist die richtige Ausstattung wichtig. Vom DJ-Controller über die Kopfhörer bis hin zu den Kabeln: Diese Hardware gehört zur Grundausstattung von DJ-Neulingen.

Den richtigen DJ-Controller finden
Sogenannte DJ- oder MIDI-Controller sind Steuerungsgeräte, an denen DJs aus verschiedenen Musikquellen ihren persönlichen Mix zusammenstellen. Professionelle DJs kombinieren ihre Mischpulte oft nach dem eigenen Geschmack aus verschiedenen Modulen. Für Einsteiger lohnt sich ein bereits zusammengestellter DJ-Controller, wie etwa der DDJ-200 von Pioneer DJ (159 Euro). Um diesen 2-Deck-Controller steuern zu können, ist ein Anzeigegerät nötig: Je nach Vorliebe sind Laptop, Tablet und Smartphones kompatibel. Eigene App-Tutorials erleichtern die ersten Schritte in der DJ-Welt.

Controller mit zwei Decks erlauben es dem DJ, zwei Songs aus unterschiedlichen Kanälen gleichzeitig zu spielen und sie mithilfe des sogenannten “Crossfaders” zu überblenden. Der DDJ-200 bietet neben dem Crossfader auch die sogenannte “Phrase Sync”-Funktion, die die Zusammenstellung verschiedener Tracks analysiert und den Übergang zwischen zwei Songs “natürlicher” klingen lässt. Welche Wahl die richtige ist, hängt auch vom Genre ab, das ein DJ auflegt: Während der “Crossfader” für Hip-Hop-DJs unverzichtbar ist, lassen Techno-DJs von ihm die Finger.

Kopfhörer und Lautsprecher: DJ-Zubehör für Einsteiger
Kopfhörer dürfen am DJ-Pult auf keinen Fall fehlen. Welche Lauscher die richtigen sind, hängt zwar vom persönlichen Geschmack ab, doch was die Kopfhörer definitiv können sollten, ist die Geräuschumgebung gut isolieren. Ein Modell von sehr gutem Ruf, speziell unter DJs, ist der Sennheiser HD 25 (145 Euro). Seine Vorteile liegen auf der Hand: Neben der hohen Maximallautstärke von 120 Dezibel ist eine der beiden Ohrmuscheln schwenkbar, außerdem führt ein 3,5-mm-Klinkenkabel direkt in den Kopfhörer. Sinnvoll, denn das Kopfhörerkabel ist häufig die am schnellsten verschlissene Komponente. Ein ähnliches Preis-Leistungs-Verhältnis liefert der TMA-2 des Herstellers AIAIAI (160 Euro).

Eine gute Beschallungsanlage ist mindestens genauso wichtig: Hier lohnt es sich durchaus, etwas tiefer ins Portemonnaie zu greifen, denn die Lautsprecher liefern die Musik und somit die Stimmung vom Mischpult in die Menge. Zu beachten bei der Wahl einer Anlage für Einsteiger: Das Material sollte möglichst robust sein. Wo das Gerät zum Einsatz kommen soll, ist ebenfalls wichtig: In überschaubaren, kleineren Räumen reichen etwa schon zwei 300-Watt-Anlagen, für größere Räume, Säle oder Clubs sind mindestens zwei 1000-Watt-Anlagen notwendig.

Kabelsalat mit Plan und digitales Vinyl
Eine wichtige Rolle bei der Klangqualität spielt außerdem die Verkabelung. Egal, ob ein DJ im Club oder zu Hause auflegt: Nichts ist ärgerlicher, als sich die Gerätschaften angeschafft zu haben, nur um dann wegen qualitativ nicht einwandfreier Kabel bei schlechterem Sound zu landen. Einen High-End-Hersteller für die Verkabelung gibt es auch in Deutschland: Das Unternehmen Cordial ist in Dachau bei München ansässig und beliefert DJs in aller Welt. Speziell die CEON-Serie richtet sich an Diskjockeys, nicht zuletzt dank der grellen Farben der Kabel, die dafür sorgen, dass die Musiker auch im Dämmerlicht eines Clubs die Übersicht behalten.

Wer eine Plattensammlung sein Eigen nennt, ist nicht auf Laptop, Smartphone oder Tablet als Soundquelle angewiesen. Stattdessen schicken in der Regel zwei Plattenspieler ihr Audiosignal an das Mischpult, wo der DJ sich ans Werk macht. Wer keine echten Vinylplatten besitzt, aber trotzdem beispielsweise scratchen möchte, kann die Anschaffung eines DVS (Digital Vinyl System) ins Auge fassen. Die hier verwendeten Timecode-Schallplatten (25 Euro) empfangen ein digitales Signal, beispielsweise aus dem Laptop oder von einem USB-Stick, und wandeln es für die Blanko-Vinyl-Scheiben um. Damit das funktioniert ist ein “Übersetzer” notwendig, wie ihn beispielsweise der Hersteller Native Instruments (250 Euro) anbietet.

Indien verbietet Mastercard die Ausstellung neuer Karten

Der US-Kreditkartenanbieter Mastercard bekommt Probleme in Indien. Die Behörden sehen einen Verstoß des Unternehmens gegen Regeln.

Neu Delhi (dpa) – Die Landeszentralbank Indiens hat es Mastercard verboten, neue Debit-, Kredit- und Prepaidkarten an indische Kundinnen und Kunden auszustellen. Der Grund: Die US-Firma verstoße gegen 2018 in Kraft getretene Datenspeicherungsvorlagen, teilte die Bank am Mittwoch mit.

Demnach müssten Bezahldaten in Indien lokal gespeichert werden, damit es einen ungehinderten Zugang der Aufsicht gebe. Das Kartenausstellungsverbot trete am Donnerstag kommender Woche in Kraft, hieß es in der Mitteilung. Bisherige Mastercard-Kundinnen und -Kunden seien von der Weisung nicht betroffen. Kürzlich erst hatte es die Landeszentralbank unter anderem auch American Express verboten, neue Karten auszustellen.

iPhone komplett löschen

Vor dem Verkauf eines iPhones muss man seine Daten mit “Inhalte & Einstellungen löschen” komplett löschen.

Es gibt mehrere Gründe, warum man sein iPhone komplett löschen will: Vor dem Verkauf sollte man seine persönlichen Daten entfernen und es in Auslieferungszustand versetzen. Der neue Besitzer kann dann problemlos seine Apple-ID eingeben und seine Daten übertragen.

Auch bei lästigen Systemproblemen kann es sinnvoll sein das iPhone, Apple TV oder iPad komplett zu löschen und aus einem Backup wiederherzustellen. Wahlweise können Sie dabei nur das System löschen oder alle Daten inklusive System komplett entfernen.

iPhone komplett löschen
Wollen Sie ein iPhone komplett löschen, ist dies über einen angeschlossenen Mac oder direkt über iOS möglich. Wir empfehlen das Löschen über das Gerät selbst, das geht schneller und einfacher.

Vorbereitung
Achtung: Vor dem Löschen ist ein Backup bzw. die Aktualisierung eines Backups notwendig, um ihre Daten zu sichern. Das ist wahlweise über iCloud oder einen Mac möglich. Ab Big Sur ist für diese iPhone-Backups nicht mehr iTunes, sondern der Finder zuständig. Vor dem Löschen sollten Sie außerdem die Funktion „Wo ist?“ deaktivieren. Diese finden Sie unter Einstellungen > („Ihr Name“) > „Wo ist?“.

Gerät komplett löschen
Das iPhone bietet seine Löschfunktion unter der Systemeinstellung „Allgemein“ > „Zurücksetzen“ > „Alle Inhalte & Einstellungen löschen“. Starten Sie diese Funktion. Vor dem Löschen werden Sie automatisch auf ein nicht aktuelles Backup und aktivierte “Wo ist”-Funktion hingewiesen. Auch Ihren Code müssen Sie vorab eingeben.

Das Löschen selbst ist sehr schnell und dauert nur wenige Minuten. Dass es erfolgreich war, zeigt das Display: Sie sollten nun den gleichen Begrüßungsbildschirm sehen, wie beim ersten Einschalten eines neu gekauften iPhones sehen.

So ist eine Fernlöschung möglich
Sie haben das iPhone verschenkt und vergessen es zu löschen – oder es wurde gestohlen? Dann können Sie es per iCloud löschen. Öffnen Sie Ihre iCloud-Seite unter iCloud.com und klicken auf „iPhone-Suche“. Sie können nun unter „Alle Geräte“ ihr iPhone auswählen. Nach dem Antippen des Gerätes sehen Sie die Option „iPhone“ löschen. Bei der nächsten Verbindung mit dem Internet erhält das iPhone dann einen Löschbefehl und setzt sich zurück.

Diese Fernlöschung ist auch über die neue App „Wo ist“ aufrufbar, die es für iOS und macOS gibt.

Nur das System löschen, Daten behalten
Wiederherstellungsmodus nutzen
Ein gezieltes Löschen und Neuaufspielen von iOS ist ebenfalls möglich, das ist oft hilfreich um Systemfehler oder Probleme mit Safari zu lösen. Dazu versetzt man das iPhone in den sogenannten Wiederherstellungsmodus. Zuerst muss man das Gerät per USB-Kabel mit einem Mac verbinden. Bei neueren iPhones ohne Home-Taste drückt man nun schnell nacheinander erst die Taste „Lauter“, dann „Leiser“ und hält dann die Standby-Taste gedrückt. Das Gerät startet neu und zeigt Symbolbilder eines Macs und eines Kabels an. (Bei älteren Geräten müssen Sie andere Tasten drücken)

Auf dem Mac zeigt der Finder nun ein Fenster mit zwei Optionen: „Aktualisieren“ oder „Wiederherstellen“.

Bei der Wahl von „Aktualisieren“ erhält das iPhone ein neues System, bei „Wiederherstellen“ werden die Inhalte gelöscht und aus einem Backup neu übertragen. Achtung: Gibt es kein solches Backup, wird das Gerät in den Auslieferungszustand zurückversetzt und alle Daten gelöscht.

Die komplette Prozedur kann beim “Aktualisieren” einige Zeit dauern, da erst eine Systemdatei aus dem Netz geladen wird.

Löschen und zurücksetzen per Apple Configurator 2
Dieses Neuaufspielen des Systems bietet auch der Apple Configurator 2, nennt die Funktion aber „Reparieren“. Auch bei diesem „Reparieren“ wird ein neues System installiert, die Nutzerdaten werden nicht verändert. Dazu muss man das gewünschte Gerät in dem Dienstprogramm auswählen, und wählt nun oder über „Aktionen“ > „Erweitert“ > „Gerät reparieren“.

Werden wirklich alle Daten gelöscht?
Das Löschen eines iPhones erfolgt sehr schnell, mancher fragt sich da, ob die Daten wirklich gelöscht wurden – kann man doch auch Daten von einer Festplatte wiederherstellen. Da besteht aber keine Gefahr: Ab dem iPhone 4 werden Daten über eine interne Datenverschlüsselung geschützt. Nach einem Löschvorgang sind diese Daten nicht mehr wiederherstellbar.

Europäische Verbraucherschützer: Beschwerde gegen WhatsApp

Die neue Datenschutzrichtlinie von WhatsApp war und ist ohnehin umstritten. Nun werfen Verbraucherschützer dem Messengerdienst vor, die Nutzer bei den neuen Regeln unter Druck gesetzt zu haben.

Brüssel (dpa) – Ein europäischer Verbraucherverband wirft WhatsApp in einer Beschwerde vor, Nutzer auf unlautere Weise zur Annahme der neuen Datenschutzregeln gedrängt zu haben.

Zum einen nimmt die Verbaucherschutz-Organisation Beuc die per Benachrichtigung verschickten Aufforderungen, die geänderten Richtlinien anzunehmen, ins Visier. Sie hätten die Nutzer unter Druck gesetzt und damit die EU-Regeln gegen unlautere Geschäftspraktiken verletzt, argumentierte der Verband in seiner Beschwerde unter anderem bei der EU-Kommission am Montag.

Zum anderen kritisiert Beuc, die neuen Regeln seien so unklar formuliert, dass die Nutzer nicht verstehen könnten, welche Folgen für ihre Daten eine Annahme hat. Auch dies verletze europäische Verbraucherschutz-Gesetze, die klare und transparente Kommunikation einforderten.

WhatsApp entgegnete wie schon zu früherer Kritik, die Beschwerde basiere auf einem Missverständnis der Ziele und Folgen der neuen Regeln. Das Update erkläre die Möglichkeiten zur Kommunikation mit Unternehmen über WhatsApp und mache transparenter, wie Daten gesammelt und verwendet würden.

Der zu Facebook gehörende Chatdienst hatte nach der Kritik an den im Januar angekündigten Regeln einen Rückzieher gemacht. Ursprünglich sollten Nutzer, die dem Update nicht zustimmen, mit der Zeit den Zugriff auf Grundfunktionen verlieren. Inzwischen drohen ihnen keine Konsequenzen mehr. Nur die neuen Funktionen zur Kommunikation mit Unternehmen wird man lediglich nach Zustimmung zum Update nutzen können. WhatsApp zufolge waren sie der zentrale Grund für die Änderung der Nutzungsbedingungen.

Auslöser für die Kritik war die Einschätzung, dass mit dem Mitte Mai in Kraft getretenen Update mehr Daten mit der Konzernmutter Facebook geteilt werden sollen. WhatsApp weist dies zurück. Zugleich wird betont, dass die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, mit der auch der Dienst selbst keinen Zugang zu Inhalten habe, nicht aufgeweicht werde. WhatsApp hat mehr als zwei Milliarden Nutzer.

WhatsApp-Chef Will Cathcart räumte vor einigen Wochen Fehler bei der Ankündigung der neuen Regeln ein. “Wir müssen klar kommunizieren, was wir machen und warum.” Dies habe WhatsApp verpasst. “Wir wurden erst klarer, als wir die Verwirrung sahen. Das geht auf unsere Kappe”, sagte er. Ein Großteil der Nutzer akzeptiere die neuen Regeln, betonte Cathcart.

Autobahn-App des Bundes geht am 20. Juli an den Start

Alles auf einer App: Routen, Staus und Baustellen sowie Elektro-Ladestationen an den Autobahnen – und zwar vom Bund. Die Autobahn-App soll ab dem 20. Juli verfügbar sein.

Berlin (dpa) – Die Autobahngesellschaft des Bundes bringt am 20. Juli eine Service-App für Fahrten auf deutschen Autobahnen heraus. Dies wurde der Deutschen Presse-Agentur am Samstag aus dem Umfeld des Projekts bestätigt. Zuvor hatten die Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft (Samstag) darüber berichtet.

Nach diesem Bericht soll die Anwendung auf dem Smartphone Routen, Staus und Baustellen sowie Elektro-Ladestationen an den Autobahnen anzeigen. Dies gehe aus internen Unterlagen der bundeseigenen Autobahn GmbH hervor. Zudem sollen Nutzer Zugriff auf Webcams entlang der Route haben, hieß es. Lastwagenfahrer könnten sich darüber informieren, ob es freie Stellplätze gibt und ob Raststätten mit Toiletten, Duschen und einem Restaurant ausgestattet sind. Routenplaner für Autofahrer gibt es bereits seit einigen Jahren etwa von Google, TomTom und Apple.