Spiegelreflexkamera Nikon D780: Allrounder mit Vollformatchip

Nikon startet mit der Vollformat-Spiegelreflex D780 ins neue Jahr. Beim Autofokus orientiert sie sich an den spiegellosen Systemkameras.

Die erste Nikon-Kamera des neuen Jahres hat einen Spiegel: Die D780 gehört zu den Vollformat-DSLR und richtet sich an erfahrene Fotografen, die einen robuste und vielseitige Kamera mit hoher Bildqualität suchen. Sie folgt auf die 2014 eingeführte D750 (ab 949 €) und bietet wie diese eine Auflösung von 24 Megapixeln.

Optisch setzt sie sich mit einem kantigeren Design vom Vorgänger ab. Nachgearbeitet hat Nikon aber vor allem bei den inneren Werten. So bietet die Neue nun ein Hybrid-Autofokussystem bei LiveView-Aufnahmen über das Display, welches Phasen- und Kontrastmethode miteinander kombiniert. Laut Nikon stammt es aus der spiegellosen Schwester Nikon Z6 (ab 1399 €). Wer über den optischen Sucher fotografiert, arbeitet mit einem Autofokussystem mit Phasenerkennung und 51 Messfeldern (15 Kreuzensoren). Es kam bereits in der Vorgängerin zum Einsatz.

Höhere Serienbildrate im LIveView

Das neue Autofokussystem bringt außerdem eine höhere Serienbildrate. Im LiveView und im Modus “Stille Auslösung” sollen nun zwölf Bilder pro Sekunde bei nachgeführter Belichtungs- und Autofokusmessung möglich sein. Über den optischen Sucher schafft die D780 laut Nikon etwa sieben Bilder pro Sekunde. Außerdem schrumpft die kürzeste Verschlusszeit von 1/4000 s auf 1/8000 s.

Dazu hat Nikon auch die Auflösung seines rückseitigen Monitors nach oben geschraubt. Dar 3,2 Zoll große Touchscreen bietet nun 2,36 Mio. Pixel (1024 × 768 Bildpunkte) – XGA statt VGA. Und auch beim Video sind die Zahlen gewachsen. Die D780 beherrscht nun 4K-Aufnahmen (3840 × 2160) mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde. Beide Kartenfächer der Kamera sollen außerdem UHS-II-kompatibel sein.

Bereits Ende Januar wird die Nikon D780 voraussichtlich in den Handel kommen und dann knapp 2500 Euro kosten.

Corsair A500: Großer CPU-Luftkühler für 250 Watt geht RAM aus dem Weg

Ergänzend zum inzwischen breiten Portfolio von AiO-Wasserkühlern bringt Corsair einen Luftkühler für Prozessoren auf den Markt. Beim A500 geht der Hersteller in die Vollen: Der knapp 17 cm hohe Turm-Kühler mit zwei individuell arretierbaren Lüftern bringt es auf fast 1,5 Kilogramm. Bis zu 250 Watt TDP sollen bewältigt werden.

Corsair A500 markiert Rückkehr in den CPU-Luftkühlermarkt

Von einer „triumphalen Rückkehr in den Luftkühlungsmarkt“ spricht Corsair beim A500 stolz, nachdem der Hersteller in diesem Segment mit eher unscheinbaren Produkten kaum aufgefallen war, und in der Tat wecken die Eckdaten hohe Erwartungen an die Kühlleistung. Inklusive der beiden 120-mm-Lüfter bringt es der CPU-Kühler auf Abmessungen von 173 × 143,5 × 168,7 mm (L×B×H) und ein Gewicht von 1,482 kg.

Damit ist der A500 alles andere als kompakt, geht aber durch ein Gimmick zumindest Inkompatibilitäten mit sehr hohen RAM-Riegeln aus dem Weg: Die Lüfter lassen sich wie auf Schienen in variabler Höhe platzieren (oder ganz herausnehmen) und können bei überhohen Speicherriegeln nach oben ausweichen. Allerdings muss dafür entsprechend Platz im Gehäuse sein, das dann mehr als 17 cm Kühler-Höhe erlauben muss. Die beiden PWM-Lüfter vom Typ ML120 sollen ein Magnetschwebelager besitzen und im Drehzahlbereich von 400 bis 2.400 U/min agieren.

Beim Radiator setzt Corsair auf vier Wärmeleitröhren mit direktem Kontakt zur CPU über die Bodenplatte. Die beiden äußeren Heatpipes sind 6 mm stark, während die inneren beiden einen Durchmesser von 8 mm besitzen und erst bei hitzigen Prozessoren ihr Potenzial entfalten sollen. Corsair verspricht, dass CPUs mit einer TDP von bis zu 250 Watt gekühlt werden können.

Das würde für alle Prozessoren für die unterstützten Sockel AMD FM1, FM2, AM3, AM4 sowie Intel LGA 115x, 2011(-3) und 2066 ausreichen und noch Raum für Übertaktungen bieten. AMD Threadripper auf Sockel TR4 oder TRX4 wird nicht unterstützt, diese erreichen in jüngster Generation aber auch bis zu 280 Watt TDP, weshalb Corsair für diese stattdessen eine leistungsstarke AiO-Wasserkühlung empfiehlt.

Ein Preis der Spitzenklasse

Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von rund 100 Euro setzt Corsair auch beim Preis hoch an. In diesem Punkt liegt der A500 auf Augenhöhe mit dem Noctua NH-D15 chromax.black. Abzuwarten bleibt, ob der Corsair-Kühler auch bei der Leistung mit dem Dual-Tower-Boliden von Noctua mithalten kann, der zu den stärksten Luftkühlern im Markt zählt.

Lenovos Yoga 5G nutzt einen Snapdragon 8cx

Mit dem Yoga 5G hat Lenovo ein erstes Convertible, das 5G beherrscht. Auf dem Snapdragon-System mit Touchscreen und Stiftunterstützung läuft Windows 10 on ARM, die Akkulaufzeit soll 24 Stunden betragen.

Lenovo hat auf der Elektronikmesse CES 2020 das Yoga 5G vorgestellt, ein 14-Zoll-Convertible. In Nordamerika wird das Gerät als Flex 5G verkauft, der frühere Codename lautete Project Limitless. Das Yoga 5G ist indirekt der Nachfolger des Yoga C630, welches in Deutschland aber schlussendlich nie verkauft wurde.

Im Yoga 5G steckt Qualcomms passiv gekühlter Snapdragon 8cx samt LTE-Modem, hinzu kommt (optional) ein Snapdragon X55 als 5G-Baseband. Das Convertible unterstützt mmWave- und Sub-5-GHz-Frequenzen für weltweite Verbindungen, zudem gibt es Bluetooth 5. Der Akku weist 60 Wattstunden auf und soll das Gerät bis zu 24 Stunden mit Energie versorgen. Es misst 321,4 x 215 x 14,7 mm bei rund 1,3 kg, typisch für einen 14-Zöller.

Anschlussseitig gibt es rechts einen Power-Button, eine Audioklinke und einen Schiebeschalter, um zwischen Drahtloskonnektivität und Flugmodus zu wechseln. Links verbaut Lenovo zwei Type-C-Buchsen mit USB-3.2-Gen1-Geschwindigkeit, Power Delivery und Displayport. Rechts neben der Tastatur befindet sich ein Fingerabdrucksensor, die Webcam hat Infrarotunterstützung für Windows Hello. Das IPS-Touch-Panel löst mit 1080p auf, es soll eine gute Helligkeit von 400 cd/m² erreichen und arbeitet mit dem Lenovo Pen zusammen.

Das Yoga 5G hat immer 8 GByte LPDDR4X-RAM, es wird zudem mit 256 GByte oder 512 GByte an UFS-3.0-Festspeicher ausgestattet. Eine eSIM ist integriert, auch hat das Convertible noch Platz für eine Nano-SIM. Lenovo will das Yoga 5G im zweiten Quartal 2020 ab 1.300 Euro in Deutschland in den Handel bringen. Das bisher einzige Gerät mit Snapdragon 8cx und Windows 10 on ARM ist das Surface Pro X von Microsoft, das samt Tastatur ebenfalls 1.300 Euro kostet, aber nur 128 GByte hat und kein 5G unterstützt.

Acer: Neue Convertibles der Spin-Produktserie vorgestellt

Zu den Produktneuheiten von Acer auf der diesjährigen CES in Las Vegas gehört auch die neue Generation der Spin-Convertibles Spin 3 und Spin 5. Beide verfügen über einen schnell aufladbaren Acer Active Stylus mit Wacon AES 1.0, WiFi 6 und USB-Typ-C-Anschlüssen. Das verwendete Scharnier sorgt dafür, dass die Tastatur im Notebook-Modus leicht angehoben und somit besser zugänglich wird.

Das Spin 5 besitzt ein 13,5-Zoll-Touchdisplay (2.256 × 1.504 Pixel), ist 14,9 mm hoch und verfügt über einen 7,8 mm schmalen Displayrahmen. Das 3:2-Seitenverhältnis soll im Vergleich zu einem 16:9-Display für einen 18 Prozent größeren sichtbaren Bildausschnitt sorgen, so Acer. Das Chassis besteht aus einer Magnesium-Aluminium-Legierung und macht das Gerät mit 1,2 kg recht leicht. Der integrierte Fingerabdrucksensor erlaubt die Anmeldung über Windows Hello. Das Spin 5 unterstützt den optional erhältlichen Acer Active Stylus mit Wacom AES 2.0 Technologie, der dann im Ladedock verwahrt und geladen werden kann.

Beim Spin 3 ist das FHD-Touchscreen-Display 14 Zoll groß und ist im Gegensatz zum Spin 5 im 16:9-Format gehalten. Der Displayrahmen ist 7,82 mm schmal, das Gerät kommt dank Aluminiumgehäuse auf ein Gewicht von 1,5 kg und eine Höhe von 16,9 mm.

Beide Geräte sind mit Intel-i7-Prozessoren der zehnten Generation ausgestattet und setzen auf integrierte Intel-Iris-Plus-Grafikkarten. Im Spin 5 können bis zu 1 TB SSD-Speicher verwendet werden, zudem bis zu 16 GB RAM. Das Spin 3 kann optional sogar mit zwei SSDs ausgestattet werden und verfügt ebenfalls über bis zu 16 GB RAM. Der Akku des Spin 3 soll bis zu 12 Stunden durchhalten, der des Spin 5 sogar bis zu 15 Stunden. Durch Schnellladetechnologie können beide binnen 30 Minuten mit bis zu vier Stunden Laufzeit versorgt werden.

Am Spin 5 befinden sich zwei USB-Typ-C-Anschlüsse mit Thunderbolt-3-Unterstützung und zwei USB-3.2-Gen1-Ports, wovon einer eine Offline-Lade-Funktion besitzt. Zudem ist ein HDMI-Anschluss und ein MicroSD-Kartenleser dabei. Im Spin 3 findet ihr einen USB-Typ-C-Anschluss mit Thunderbolt-3-Unterstützung, zwei USB-3.2-Gen1-Ports (ebenfalls einer mit Offline-Lade-Funktion), einen HDMI-Anschluss und einen MicroSD-Kartenleser. Zudem dabei: Dual-Band-Intel Wi-Fi 6 (Gig+) AX201 (802.11ax), Zweifach-Lautsprecher und Acer True Harmony, Doppelmikrofone für Chats und Videokonferenzen.

Das Spin 5 soll aller Voraussicht nach ab April dieses Jahres ab 699 Euro erhältlich sein, das Spin 3 schon ab Februar ab 1.099 Euro.

Ryzen 4000: AMD startet Großangriff auf Intel im Notebook

2020 ist es so weit: AMD Renoir bringt Zen 2 in 7 nm ins Notebook. Schon in der 15-Watt-Klasse sind damit in Zukunft 8-Kern-Prozessoren verfügbar, bei Intel gibt es bisher nur eine 6-Kern-CPU in diesem Segment, die aber kaum zum Einsatz kommt. ComputerBase liefert alle Details aus einem umfangreichen NDA-Briefing.

Sonntagabend, 20:30 Uhr Ortszeit in Las Vegas. AMD hat kaum mehr als eine Handvoll Pressevertreter kurzfristig vorab in die Details zur neuen AMD-Notebook-Prozessor-Generation mit dem Codenamen Renoir eingeweiht. Ein kleiner exklusiver Kreis, um mögliche Leaks vor der großen Pressekonferenz zu verhindern. Grobe Informationen pfiffen die Spatzen bereits seit Wochen von den Dächern, doch echte Details waren bis heute Mangelware und einige Gerüchte auch falsch – obwohl im Hintergrund bereits ein großer Start mit vielen Partnern vorbereitet wird.

2020 startet mit einem Knall im mobilen Segment

Mit dem großen Erfolg von Ryzen im Desktop und dem stetig wachsenden Marktanteil auch bei Epyc konnte das Notebook-Segment bei AMD bisher nicht mithalten. Die in diesem Fall wesentlichen APUs wurden eher stiefmütterlich behandelt und waren immer eine Generation hinten dran, sowohl bei der Technik als auch beim Termin. Doch Anfang 2020 ist damit Schluss. „Nur“ ein halbes Jahr ist es her, dass Zen 2 in 7 nm als Ryzen 3000 im Desktop das Licht der Welt erblickte, in Kürze soll die Technik auch im Notebook zum Einsatz kommen – kombiniert mit einem Vega-Grafikchip. Bisher hatte Intel in diesem Bereich nichts zu fürchten, doch dieses Jahr schickt sich AMD dazu an, daran etwas zu ändern.

Renoir bietet zwei Mal mehr Leistung pro Watt

Zen 2 und die 7-nm-Fertigung bilden wie bei Ryzen 3000 das Fundament der Ryzen-4000-Produktpalette auf Basis von Renoir. Die Mischung lässt diese Serie eine zwei Mal höhere Leistung pro Watt als beim Vorgänger abrufen, wobei 30 Prozent von der höheren IPC von Zen 2 sowie Designänderungen kommen, während weitere 70 Prozent durch die 7-nm-Fertigung von TSMC ermöglicht werden, die laut AMD-CEO Lisa Su derzeit die beste der Welt sei.

Ein Kritikpunkt bei Raven Ridge und Picasso war die stets zu hohe Leistungsaufnahme im Vergleich zu Intel. Renoir geht dieses Problem nicht nur mit Zen 2 an. Auch Unterstützung für den stromsparenden LPDDR4X-4266-Arbeitsspeicher ist erstmals mit dabei. Der gesamte Komplex rund um die Power States wurde gegenüber dem Vorgänger zudem komplett überarbeitet, viel schnellere und aggressivere Wechsel in niedrige States sollen zusammen mit weiteren Änderungen für eine deutlich geringere Leistungsaufnahme sorgen.

Ein monolithischer Chip mit 8 Kernen und 8 Vega-CUs

Renoir ist dabei am Ende noch einmal ein klassischer Prozessor geworden, der CPU (maximal 8 Kerne mit SMT) und GPU mit vielen weiteren I/O-Komponenten und dem Speichercontroller in einem einzigen Die vereint. Das mit Zen 2 bei Ryzen 3000 und Epyc 2 eingeführte Chiplet-Design dürfte sich AMD im Notebook also für den Nachfolger aufheben.

Interessanterweise hat AMD die Grafikeinheit in dieser Generation geschrumpft: Nur noch 8 statt der möglichen 11 Compute Units (CUs) der überarbeiteten Vega-Lösung sind mit von der Partie – hier lagen die Gerüchte falsch. Dafür takten die Shader mitunter deutlich höher.

AMDs Entscheidung passt letztendlich aber zum Markt: Im U-Segment (15 Watt) der dünnen Notebooks reicht in der Regel jede integrierte Lösung, oder aus Marketing-Gründen wird eh eine winzige GeForce verbaut, während in der H-Serie (45 Watt) für Gaming-Laptops die dedizierte GPU gesetzt ist. Richtig viel GPU-Power von der APU will der Kunde also selten.

SmartShift ist dabei so etwas wie Optimus, welches bei Nvidia seit Jahren verfügbar ist. Ein gemeinsames Powermanagement soll die zur Verfügung stehende Gesamtleistung je nach Bedarf der CPU, integrierten GPU oder auch der diskreten Lösung zur Verfügung stellen. SmartShift wird als erstes im Dell G5 ab Anfang Q2 erhältlich sein, das die H-Serie mit einer RX 5600M kombiniert.

Erstmals 15-Watt-CPU mit 16 Threads

Das Aushängeschild bei Ryzen 4000 ist die U-Serie. Bei 15 Watt nomineller TDP, die von OEMs wie üblich auch im Bereich von 12 bis 25 Watt konfiguriert werden kann, gibt es nun erstmals eine CPU, die acht Kerne und 16 Threads bietet. Die Aufteilung der zum Start im ersten Quartal verfügbaren fünf Produkte ist logisch und klar differenziert, etwas, das AMD im Desktop vermissen ließ. Und so erklärte AMD gegenüber ComputerBase, dass es deshalb einen Ryzen 9 als APU erst einmal nicht gibt, da er sich zu wenig von den anderen Varianten abheben würde.

Das U-Flaggschiff nimmt es mit Intel Ice Lake auf

16 Threads und bis zu 4,2 GHz lassen AMD schnellsten Prozessor Ryzen 7 4800U auch gegenüber Intels aktuellster CPU Ice Lake gut dastehen. Laut AMD-Benchmarks hilft der etwas höhere Takt zu einem Gewinn auch im Single-Thread-Bereich, im Multi-Core-Test bietet AMD 90 Prozent mehr Leistung. Viele Anwendungsbereiche liegen dazwischen, oft sind es 30, 40 oder auch 50 Prozent Leistungszuwachs im Vergleich Intel Core i7-1065G7 zu AMD Ryzen 7 4800U – in Hersteller-Benchmarks, wohlgemerkt. Die unabhängige Gegenprobe steht noch aus.

Die integrierte Grafik ist trotz der Streichung von zwei CUs schneller geworden, das bessere Zusammenspiel mit den modernen Zen-2-Kernen und der höhere Takt zahlen sich offensichtlich aus. AMD sieht die eigene integrierte Grafik je nach Test in Spielen zwischen fünf und 30 Prozent vor Intels bester integrierter Ice-Lake-Grafik Iris Plus.

H-Serie mit 35 und 45 Watt für Gaming-Notebooks

Renoir ist aber nicht nur für 15 Watt gedacht, sondern auch für große Notebooks und TDP-Klassen von 35, 45 und, wenn es der Kunde denn wünscht, mit spezieller maximaler Konfiguration auch bis zu 55 Watt. Die Basis sind jedoch 45 Watt, der gängige Standard in der Branche. Die dreimal höhere maximale Verlustleistung für die H-Klasse zeigt sich dann in erster Linie beim Basistakt, der deutlich über den 15-Watt-Modellen rangiert. Auch der Mehr-Kern-Turbo unter Last wird deutlich höher liegen. AMD verzichtet in dieser Klasse auf ein Modell mit vier Kernen oder Varianten ohne SMT, sodass es zum Start sehr übersichtlich wird – mit einer Ausnahme.

Zusammen mit Asus bietet AMD einen „Spezial-Ryzen“ an, der nahezu die gleichen Spezifikationen wie das Flaggschiff aufweist, aber vorkonfiguriert auf 35 Watt ist. Dieser wird exklusiv 6 Monate lang nur für Asus zur Verfügung stehen, danach aber auch anderen Partnern. Eine solche Exklusivvereinbarung gibt es bei Intel des Öfteren, beispielsweise sind viele CPUs mit anderen Spezifikationen in MacBooks zuerst und eine Weile nur dort zu finden, bis auch andere darauf Zugriff haben.

Acht Kerne von AMD schlagen sechs von Intel

Erst kürzlich hatte Intel die 6-Kern-CPU Core i7-9750H mit 45 Watt TDP als überlegen gegenüber dem Angebot der Konkurrenz gezeigt, gegen AMDs neuen Spieler auf dem Platz sieht das aber ganz anders aus. Am Ende werden zwar erst unabhängige Benchmarks handfeste Resultate liefern, aber wie Intel sieht sich heute AMD auf Basis eigener Messungen vorne. Denen zufolge fällt nicht nur Intels Vormachtstellung in Multi-Core-Benchmarks, sondern auch die Single-Core-Dominanz, denn ein Ryzen 7 4800H mit maximal 4,2 GHz ist in Cinebench R20 1T fünf Prozent schneller als ein Core i7-9750H mit 4,5 GHz – dass das durchaus realistisch ist, hat Zen 2 bereits im Desktop gezeigt. Im Multi-Core-Betrieb wächst der Vorsprung auf 46 Prozent, in 3DMark FireStrike Physics sind es noch 39 Prozent. In vielen weiteren Anwendungen sind es um die 30 Prozent mehr Leistung. Die Ergebnisse können, anders als im Desktop, allerdings von Notebook zu Notebook stark abweichen.

AMD betont, dass sich die verglichenen Modelle preislich im Markt begegnen werden, Intel natürlich aber auch noch teurere Acht-Kern-CPUs hat. Dort dürfte es in einigen Bereichen eher auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen hinauslaufen oder Intel je nach Szenario auch der Platzhirsch bleiben. Dies ist sicherlich ein Grund, weshalb Intel vor wenigen Stunden bereits explizit mehr Acht-Kern-CPUs in der H-Serie mit Comet Lake-H für die nahe Zukunft angekündigt hat.

Noch einige Details bis zum Start offen

Offizieller Starttermin für die Renoir-Produkte ist das erste Quartal. AMD nannte auf der Showbühne Februar als Termin der ersten Geräte, das Gros dürfte aber erst zum Frühjahr verfügbar werden. Über 100 Designs sollen es bis Ende 2020 sein.

Auch gibt es zur Präsentation noch offene Punkte, die AMD erst später klären will. Zum Beispiel wie es um die Plattform-Ausstattung bestellt ist, oder was es für native Schnittstellen gibt. PCI Express 4.0 gibt es bei Renoir definitiv nicht, verriet AMD schon einmal, im Notebook ist das im Jahr 2020 aber sicherlich kein großer Verlust.

Lenovo Legion 300: Rubberdome-Tastatur hat hohes Key-Rollover

„Schnarch, nicht schon wieder“ wäre eine instinktive Reaktion auf die Vorstellung einer schlanken Gummimembran-Tastatur mit bunter Zonenbeleuchtung – denn davon gibt es unzählige Vertreter am Markt. Lenovo weckt als Ausnahme dieser Regel das Interesse aber durch das erhöhte Key-Rollover der Legion 300.

Untypischerweise nennt Lenovo vergleichsweise genaue Spezifikationen der Rubberdome-Technik in den Datenblättern. Ausgelöst wird bei der Legion 300 bei einem Widerstand von 55 Gramm, wenn die Tasten 1,1 Millimeter eingedrückt werden.

Ein halber(!) Millimeter wird allerdings als Spielraum angegeben – solche Unterschiede treten bei mechanischen Tastaturen als deutlich spürbare Unterschiede in der Abstimmung hervor, sind für gummibasierte Signalerfassungen aber nicht untypisch. Maximal können die Tasten vier Millimeter heruntergedrückt werden, was sie bei dieser Art Taster in der Regel auch weitgehend müssen. Die Tasten sollen eine Lebensdauer von 20 Millionen Auslösungen erreichen.

Key-Rollover als Joker

Ungewöhnlich ist allerdings, dass Lenovo per Datenblatt garantiert, dass die Legion 300 mindestens 24 gedrückte Tasten gleichzeitig korrekt verarbeiten kann (24-KRO). Normalerweise sind Rubberdome-Tastaturen lediglich in der Lage, mindestens zwei Tastensignale gleichzeitig korrekt zu übertragen, wobei die Mindestangabe als solche zu verstehen ist; vier bis sechs Signale sind in der Regel möglich.

Zusätzliche Tasten oder besondere Extras besitzt die Tastatur ansonsten nicht. Bunte Beleuchtung ist vorhanden, sie kann aber nur in fünf Zonen und nicht pro Taste gewählt werden. Auch dies ist typisch für die Technik: Aus Kostengründen werden mehrere Tasten gleichzeitig von einer LED (indirekt) beleuchtet, sodass naturgemäß „Zonen“ entstehen.

Die Beleuchtungsbereiche können über Lenovos Legion Accessory Software konfiguriert werden. Dort lassen sich auch Tastenbelegungen ändern und ein „Spiele-Modus“ aktivieren, der die Windows-Taste deaktiviert. Diese Funktionen setzen den Betrieb der Software im Hintergrund voraus.

Preis als Knackpunkt

Für die Legion 300 setzt Lenovo eine Preisempfehlung von rund 50 Euro an. Wenn die Tastatur im zweiten Quartal 2020 zu diesem Kurs bei Händlern verfügbar sein wird, trifft sie allerdings auf Konkurrenz: Die besser ausgestattete Sharkoon Skiller SGK5 macht keine Einschränkungen beim Key-Rollover und ist mit rund 40 Euro günstiger. Gleichzeitig sind für rund 50 Euro bereits erste mechanische Tastaturen erhältlich. Um konkurrenzfähig zu werden, müssen Marktpreise ein Stück unter der Preisempfehlung liegen.

Asus ROG Swift 360Hz: Nvidia zeigt ersten Monitor mit G-Sync und 360 Hz

Zur CES 2020 hievt Nvidia G-Sync erneut auf eine höhere Stufe und hat dieses Mal den Bereich des eSports im Visier. Hierfür stellt Nvidia neue G-Sync-Monitore mit einer variablen Bildwiederholfrequenz von 360 Hz vor. Der Asus ROG Swift 360Hz wird der erste Monitor mit dieser neuen Technik sein.

360 Hz auf 24,5 Zoll mit Full HD

Asus und Nvidia haben nach eigenen Angaben eng bei der Entwicklung dieses ersten Monitors mit einem 24,5 Zoll großen Display zusammengearbeitet, der bei 360 Hz alle 2,8 Millisekunden einen neuen Frame darstellt. Abstriche müssen für diese schnelle Bildwiederholfrequenz wie schon in der Vergangenheit bei der Auflösung gemacht werden, denn der Monitor verfügt nur über ein Full-HD-Panel mit einer Auflösung von 1.920 × 1.080 Pixeln. Um das Potenzial der 360 Hz des Monitors in Gänze ausnutzen zu können, muss aber ohnehin auch der PC im Zusammenspiel mit der Grafikkarte im Spiel bestenfalls 360 Bilder pro Sekunde berechnen können, was bei höheren Auflösungen noch schwieriger würde.

Nvidia selbst gibt an, dass sich in internen Tests die Rate der Treffer bei sogenannten Flick-Shots bei 360 Hz um weitere 4 Prozentpunkte (+37 Prozent vs. 60 Hz) im Vergleich zu 240 Hz (+33 Prozent vs. 60 Hz) verbessert. Den größten Sprung könne man beim Wechsel von 60 auf 120 Hz verzeichnen, was die Trefferrate um 28 Prozent steigere. Der Schritt von 120 auf 240 Hz erhöhe sie hingegen auch nur noch um weitere 5 Prozentpunkte auf ein Plus von besagten 33 Prozent.

Neues Panel von AU Optronics

Der Lieferant dieses neuen Panels mit 360 Hz ist nach Angaben von Nvidia AU Optronics. Abseits der hohen Bildwiederholfrequenz sorgt G-Sync durch die synchronisierte, variable Bildwiederholrate dafür, dass ein Flackern, Stocken und Tearing, also das Zerreißen des Bildes durch die asynchrone Ausgabe mehrerer Frames, bevor das Bild vollständig vom Display dargestellt wurde, verhindert wird.

Als Teil der ROG-Familie setzt der ROG Swift 360Hz auf das bekannte Design der Marke, das unter anderem einen gedrehten Standfuß mit drei Beinen beinhaltet, wie ihn beispielsweise auch schon der Asus ROG Strix XG35VQ (Test) aufweist. Asus nennt je einmal HDMI 2.0 und DisplayPort 1.4 als Anschlüsse.

Einen Preis und den Veröffentlichungstermin für den ROG Swift 360Hz haben zum Auftakt der CES 2020 weder Asus noch Nvidia genannt.

Microsoft Windows: Open-Source-Tool hilft beim Bezug der Extended Security Updates

Nischen-News für unsere mitlesenden Administratoren. Der Support von Microsoft Windows 7 und Server 2008/R2 läuft am 14. Januar komplett ab. Danach bekommen zahlende Kunden nur noch bestimmte Updates, nämlich die Extended Security Updates. Um diese in Anspruch zu nehmen, müssen die Kunden einen MAK-Key auf die betroffenen Systeme verteilen und aktivieren. Wie das im besten Fall vonstattengehen soll, beschreibt Microsoft in der TechCommunity, allerdings seht ihr da auch Nutzer, bei denen dies nicht klappt. Für genau diese Kunden gibt es eine Open-Source-Lösung, welche deren Herausforderungen berücksichtigt und ihnen das bestmögliche Erlebnis bei der Verteilung und Aktivierung der MAK -Schlüssel bietet. Die Lösung nennt sich ActivationWs und ist auf diesem GitHub-Repository zu finden.

Acer Predator CG552K: OLED-UHD-Monitor mit 55 Zoll, 144 Hz, 0,5 ms und VRR

Mit dem Predator CG552K zeigt Acer einen OLED-Monitor mit einer Bilddiagonale von 55 Zoll und einer Auflösung von 3.840 × 2.160 Bildpunkten, der auch Adaptive Sync und Variable Refresh Rate (VRR) über HDMI unterstützt. Mit einer Farbabweichung von Delta E <1 soll er dabei auch hohen Ansprüchen an die Farbtreue gerecht werden.

Schnelle Reaktionszeit und DisplayHDR 400

Um von Adaptive Sync und VRR profitieren zu können, unterstützt der Monitor eine Bildwiederholfrequenz von bis zu 144 Hz. Die Reaktionszeit gibt Acer mit nur 0,5 ms (GTG) an – einer der Vorteile von OLED-Displays ist die gegenüber LC-Displays wesentlich geringere Reaktionszeit.

Der Predator CG552K ist zudem VESA-zertifiziert nach DisplayHDR 400, bietet also eine punktuelle Helligkeit von mindestens 400 cd/m². Acer verspricht zudem eine Abdeckung des DCI-P3-Farbraums von 98,5 Prozent. Ein Sensor erfasst die Lichtverhältnisse im Raum und passt die Displayhelligkeit automatisch an, was auch der Energieeinsparung dient. Gleiches gilt für den in den Monitor integrierten Näherungssensor, der Bewegungen vor dem Display erfasst und das Display automatisch vom Power- in den Standby-Modus versetzt, wenn keine Person vor dem Bildschirm erkannt wird.

Anschlüsse sowohl für PCs als auch Konsolen

Zu den Anschlussmöglichkeiten des Acer Predator CG552K, der nicht nur für das Spielen am Desktop-Computer, sondern vor allem auch Konsolenspieler ansprechen soll, gehören drei HDMI-2.0-Anschlüsse, zwei DisplayPorts, ein USB-Typ-C-Anschluss sowie zwei USB-2.0- und USB-3.0-Ports. Zwei 10-Watt-Lautsprecher ermöglichen eine Ausgabe des Audiosignals über den Monitor. Um das Design für Spieler zu unterstützen, sind an der Vorderseite zudem kleine, anpassbare Lichtleisten untergebracht.

Noch kein Preis und Termin für den Predator CG552K

Zur CES 2020 nennt Acer für den 55-Zoll-OLED-Monitor Predator CG552K allerdings weder einen Preis noch eine geplante Verfügbarkeit, so dass sich diese durchaus noch einige Monate hinziehen könnte.

Lenovo Legion Y740S: Gaming-Notebook ohne GPU

Unter dem Markennamen Legion verkauft Lenovo leistungsstarke, auffällig gestaltete Systeme für Gamer, und das neue 15,6-Zoll-Notebook Y740S fällt da nicht aus der Reihe. So gibt es ein markantes, nach vorne versetztes Deckelscharnier; die beleuchtete Tastatur gefällt mit abgesetztem Cursor-Block. Im Y740S stecken Prozessoren bis hinauf zum Achtkerner Core i9-9880H. Bei einem Gewicht von gerade einmal 1,7 Kilogramm und einer Dicke von nur 1,5 Zentimeter wird man allerdings stutzig – da muss doch was fehlen…

Tatsächlich kommt das Notebook ohne den für flotte 3D-Grafik obligatorischen Zusatz-Grafikchip daher. Stattdessen setzt Lenovo auf eine per Thunderbolt angebundene eGPU: In der BoostStation stecken ein 500-Watt-Netzteil und eine Desktop-Grafikkarte, die für flotte Bilder auf dem Notebook-Bildschirm sorgt. Gleichzeitig versorgt die BoostStation das Notebook mit bis zu 100 Watt, dient sich mit Buchsen für USB, Netzwerk und Monitore als Dockingstation an und stellt über einen internen SATA-Schacht zusätzlichen Speicherplatz zur Verfügung. Laut Lenovo funktionieren alle aktuellen Grafikkarten inklusive des derzeitigen Topmodells GeForce RTX 2080 SUPER.

Y740S und BoostStation sollen im zweiten Quartal in den Handel kommen. Lenovo will das Notebook konfigurierbar zu Preisen ab 1300 Euro anbieten; die BoostStation kostet separat und ohne Grafikkarte 350 Euro. Lenovo plant allerdings auch Varianten, die bereits mit AMD Radeon RX 5700 XT oder Nvidia GeForce RTX 2060 bestückt sind, sowie Bundles aus Notebook und eGPU.