Test Motorola Moto G8 Smartphone – 200-Euro-Handy mit flexibler Kamera

Motorolas Moto-G-Serie steht schon seit Jahren für zuverlässige Smartphones in der Mittelklasse. Das Moto G8 ist günstiger als sein Vorgänger und bringt erstmals eine Zoom-Kamera mit. Klingt nach einem guten Angebot, oder?

Den Großteil seiner Moto G8-Serie hat Motorola schon vor einigen Monaten in den Handel gebracht, nur das Kernstück, das klassische Moto G8 hat etwas länger auf sich warten lassen. Sowohl das Moto G8 Plus als auch das Moto G8 Power haben wir bereits getestet und fanden beide gut. Das Moto G8 Plus besaß allerdings ein etwas ungewöhnliches Kamerakonzept, bei dem die Weitwinkelkamera um 90° gedreht war und nur als Action-Cam nutzbar. Das war eine nette Idee, wer aber gerne Weitwinkelfotos aufnimmt, der guckte in die Röhre.

Beim Moto G8 ist das Kamerakonzept klassischer und auch ansonsten wirkt das Moto G8 angenehm unspektakulär: Ein dedizierter Fingerabdrucksensor an der Rückseite, ein 3,5mm-Audioport an der Oberseite und ein recht klassisches Design, das allerdings auf das ikonische runde Kameramodul der früheren Motorola-Smartphones verzichtet.

Dann schauen wir mal, ob das Motorola Moto G8 für knapp 200 Euro Herstellerpreis ein guter Deal ist.

Gehäuse – Stabiler Kunststoff

Das Motorola Moto G8 kommt mit einem klassischen Kunststoffgehäuse in Weiß oder Blau, jeweils mit leichter Struktur unter der Oberfläche. Das Gehäuse wirkt hochwertig, obwohl es kein Metall oder Glas an der Rückseite gibt, durch die abgerundete Form der Kanten liegt das Smartphone zudem sehr gut in der Hand. Um den Bildschirm auf der Vorderseite gibt es einen klar sichtbaren Rand, oben links ist die Frontcam als Punchhole-Kamera im Display verbaut.

Das Gehäuse ist stabil, Druck kommt nicht zum Bildschirm durch und verwinden lässt sich das Gerät kaum, was sehr zum Qualitätseindruck beiträgt. Mit 188 Gramm ist das G8 deutlich schwerer als sein Vorgänger.

Ausstattung – Bluetooth 5.0 an Bord

In Sachen Ausstattung zeigt sich Motorola zurückhaltend und liefert ein Mittelklassegerät, wie man es in dieser Preisklasse erwarten würde, mit modernem Bluetooth 5.0 und USB-C-Port als kleinen Highlights.

Zwei SIM-Slots bringt unser Testgerät mit, einen davon kann man auch opfern, um eine microSD-Karte einzulegen, die maximal 521 GB fasst.

Software – Recht pures Android 10

Motorola ist bekannt dafür, auf ein recht pures Android zu setzen, mit nur wenigen zusätzlich installierten Apps. Das ist auch beim Moto G8 so, hier ist Android 10 vorinstalliert mit Sicherheitspatches von Anfang März 2020, was zum Testzeitpunkt noch einigermaßen aktuell ist.

Mit Moto GameTime bietet der Hersteller mittlerweile auch Einstellungen an, die sich explizit an Gamer richten: So kann man Benachrichtigungen während eines Spiels stummschalten oder die Helligkeitsanpassung abschalten.

Kommunikation und GPS – Nur WiFi 4

In Sachen WLAN ist WiFi 4 an Bord, das Motorola Moto G8 kann in unserem standardisierten Test mit dem Referenzrouter Linksys Nighthawk AX12 allerdings nicht viel rausholen: Unter den Vergleichsgeräten bietet es zusammen mit dem Xiaomi Redmi 8 die langsamsten Übertragungsraten. Das mag daran liegen, dass das Moto G8 das 5-Ghz-Band nicht nutzen kann.

Bei der maximalen LTE-Geschwindigkeit zeigt sich das Motorola-Handy recht flott und bietet bis zu 400 MBit/s. Der Empfang ist im städtischen Bereich und im gut ausgebauten deutschen D2-Netz recht gut, auch in Gebäuden haben wir in unserem Testzeitraum zumindest halben Empfang. Die Anzahl der unterstützten LTE-Netzwerke ist durchschnittlich, bei Reisen in exotischere Länder könnte es also passieren, dass das Moto G8 sich nicht in das lokale LTE-Netz einwählen kann.

In unserem Praxistest, einer Fahrradrunde zu der wir als Vergleichsgerät das Garmin Edge 520 mitnehmen, schlägt sich das Moto G8 passabel, besonders auf der Brücke und bei der Rückkehr zum Startpunkt fällt aber auf, dass das Gerät uns nicht exakt auf der Fahrbahn verordnet. Andererseits meistert das Smartphone die Fahrt durch enge Altstadtgassen recht gut. Wer keine absolute Präzision von seinem Navigationsgerät verlangt, der sollte mit dem Moto G8 zurechtkommen.

Telefonfunktionen und Sprachqualität – Distanzierter Mikroklang

Motorola nutzt die Standard-Telefonapp von Google. Diese ist übersichtlich zu bedienen und bietet den Vorteil, dass Nutzer sie vielleicht von anderen Android-Smartphones schon kennen.

Der Ohrhörer des Smartphones überträgt die Stimme unseres Gegenübers mit ordentlicher Qualität, die maximale Lautstärke ist hoch, dann ist allerdings ein leichtes Dröhnen vernehmbar. Stellt man die Lautstärke etwas runter, so wird der Klangeindruck besser. Das Mikrofon gibt unsere Stimme verständlich weiter, wir klingen aber nach dem Eindruck des Gegenübers recht weit entfernt und unsere Stimme klingt auch nicht sonderlich warm. Per Lautsprecher wird unser Gegenüber ebenfalls nur mit durchschnittlicher Klangqualität wiedergegeben, unserer Stimme wird vom Freisprechmikrofon ebenfalls wieder sehr weit entfernt wiedergegeben, zudem darf man nicht zu leise sprechen, sonst kommt nichts beim Gegenüber an.

Kameras – Vier Cams im Motorola-Smartphone

Mit einer 16-Megapixel-Kamera ist das Moto G8 gut aufgestellt für seine Preisklasse, zudem bietet es mit Makrokamera und Weitwinkelobjektiv weitere Möglichkeiten der Bildgestaltung. Zwischen Weitwinkel- und Standardobjektiv ist ein direkter Zoom möglich, das Makroobjektiv muss man dediziert auswählen.

Unter normalen Lichtbedingungen macht das Motorola Moto G8 durchaus gute Fotos mit ordentlicher Schärfe und Detailtiefe. Bei wenig Licht und hohen Kontrasten allerdings gehen Details schnell verloren.

Videos lassen sich maximal in 4K und 30 fps aufzeichnen. Während der Aufnahme kann man nicht zwischen den Objektiven wechseln und 4K-Videos lassen sich ohnehin nur mit dem Hauptobjektiv aufzeichnen. Die Bildqualität ist ordentlich, auch bei etwas weniger Licht. Man sollte auch hier keine High-End-Videos erwarten, aber für private Aufnahmen ist die Kamera durchaus ausreichend.

An der Vorderseite besitzt das Smartphone eine 8-Megapixel-Linse. Diese macht ganz ordentlicht Aufnahmen, die schön aufgehellt sind, Details wirken aber schnell verwaschen.

Bildervergleich

Wählen Sie eine Szene und navigieren Sie im ersten Bild. Ein Klick ändert die Position bei Touchscreens. Ein Klick auf die vergrößerten Bilder öffnet das Original in einem neuen Fenster. Das erste Bild zeigt das skalierte Foto, welches mit dem Testgerät aufgenommen wurde.

Auch im Labor muss sich die Hauptkamera beweisen. Das Testchart wird gut, aber ab und an mit abfallendem Kontrast wiedergegeben. Dadurch geht auch die Farbbrillanz an manchen Stellen verloren. Bei 1 Lux Helligkeit wird ein sehr körniges Bild aufgenommen, auf dem man immerhin noch einige Details erkennen kann.

Farben werden unter perfektem Licht recht gut wiedergegeben.

Zubehör und Garantie – Bumper in der Packung

In der Packung findet sich neben dem Smartphone auch ein Ladegerät, ein USB-Kabel, ein Silikonbumper und ein SIM-Tool.

Motorola bietet in Mitteleuropa 24 Monate Garantie auf seine Smartphones, das kann aber je nach Land variieren.

Eingabegeräte & Bedienung – Dedizierter Fingersensor

Das System lässt sich meist flüssig bedienen, bei aufwändigeren Apps kommt es aber zu Rucklern und leichten Verzögerungen. Der Touchscreen funktioniert zuverlässig, auch in den Ecken und an den Rändern. Die Standby-Taste ist leicht geriffelt und lässt sich dadurch sicher und leicht ertasten.

Der Fingerabdrucksensor an der Rückseite entsperrt das Smartphone zuverlässig und mit nur minimaler Verzögerung.

Display – Weniger Auflösung beim Moto G8

Das Display löst mit 1.560 x 720 Pixel auf, das ist ein deutlicher Rückschritt gegenüber dem Vorgänger, bei dem bereits 2.270 x 1.080 Pixel bereitstanden. Auch die Helligkeitsverteilung ist diesmal etwas ungleichmäßig, die Helligkeit ist insgesamt aber auf recht ähnlichem Niveau wie beim Vorgänger und damit auf üblichem Niveau für die Preisklasse.

Die Darstellung auf dem Bildschirm ist klar, aber Farben wirken nicht sonderlich kräftig.

Der Schwarzwert ist recht gering und so ergibt sich ein ordentlicher Kontrastwert, der bei der Unterscheidung feiner Farbnuancen hilft.

In unserem Test mit dem Spektralfotometer und der Software CalMAN ergeben sich mäßige Farbabweichungen, beim Samsung Galaxy A30s gibt es allerdings noch bessere Werte. Bei den Graustufen wiederum ist die Abweichung mit bloßem Auge kaum erkennbar, wir sehen erfreulicherweise auch keinen Blaustich.

Im Freien kann man das Motorola Moto G8 auch an helleren Tagen verwenden, bei direkter Sonneneinstrahlung reicht die Helligkeit des Bildschirms aber höchstens für einen ungefähren Bildeindruck.

Die Blickwinkel sind nicht zu bemängeln.

Leistung – Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Der Qualcomm Snapdragon 665 ist ein kräftiger Mittelklasse-Prozessor für Smartphones, der insgesamt acht Kerne mitbringt, die in zwei Cluster unterteilt sind: Einen für aufwändige Aufgaben mit viel Rechenpower und einen für weniger anspruchsvolle Tätigkeiten mit geringem Stromverbrauch.

Das Moto G8 schafft es mit diesem SoC die ähnlich teure Konkurrenz klar hinter sich zu lassen. Auch im Vergleich zum Vorgänger ist das Mehr an Power mit etwa 15 – 20 % spürbar. Auch in Sachen Grafikpower ist das Moto G8 etwas leistungsstärker, als man das in dieser Klasse erwarten müsste.

Beim Surfen im Internet kommt das Motorola-Handy auf mittlere Positionierungen im Vergleich mit anderen Smartphones der Preisklasse. In der Praxis muss man beim Aufbau von Websites ab und an etwas warten und beim Scrollen dauert es etwas, bis neue Inhalte und vor allem Bilder geladen werden.

In Sachen Speicher zeigt sich das Moto G8 vergleichsweise flott, das Honor 9X mit UFS-2.1-Speicher kann es aber nicht schlagen.

microSD-Karten werden problemlos gelesen, die Geschwindigkeit ist hier gerade noch OK, wie wir im Test mit unserer Referenzkarte Toshiba Exceria Pro M501 feststellen.

Spiele – 30 fps gibt es nicht immer

Mit Gamebench messen wir die Frameraten von einigen beliebten Mobile Games: PUBG Mobile und Arena of Valor. Asphalt 9 versagt leider den Dienst. Ganz hohe Einstellungen lassen sich in PUBG mit diesem Smarpthone nicht auswählen, in der Einstellung “Balanced” ergeben sich knapp 20 fps, das Spiel erlaubt auch hier keine höhere Bildrate. Nur in “Smooth”, also mit minimalen Einstellungen kann man die Bildrate auf circa 30 fps bringen. Arena of Valor hingegen hat kein Problem damit, die 30 fps bereitzustellen.

Die Steuerung gefällt uns in unserem Test gut, der Touchscreen und der Lagesensor funktionieren zuverlässig.

Emissionen – Kein Drosseln

Temperatur

Unter Last erwärmt sich das Motorola Moto G8 auf maximal 41,6 °C. Diesen Wert messen wir an der Rückseite im oberen Bereich, an der Vorderseite ist die Erwärmung etwas geringer. Das ist eine spürbare Erwärmung, die aber noch nicht problematisch ist und auch im Sommer nicht allzu unangenehm werden sollte. Bei sehr geringer Belastung erwärmt sich das Gerät nur leicht.

Mit dem GFXBench Akkutest können wir überprüfen, ob die Leistung auch bei längerer Last konstant bleibt, dies ist beim Motorola-Handy der Fall.

Lautsprecher

Der kleine Monolautsprecher an der Unterkante ist nicht ganz so laut wie beim Vorgänger, liefert aber immer noch sauberen Klang, der auf maximaler Lautstärke ein wenig zu höhenlastig ist. Dies ist aber deutlich weniger ausgeprägt als bei vielen anderen Smartphones und man hört auch noch ein paar tiefe Mitten, sodass der Klang insgesamt recht ausgewogen ist.

Audioenthusiasten werden wohl dennoch den Anschluss von Kopfhörern oder Lautsprechern bevorzugen, das geht per 3,5mm-Anschluss an der Oberseite oder per Bluetooth 5.0. Beide Wege liefern sauberen Klang.

Akkulaufzeit – Das reicht lange aus

Energieaufnahme

Ein ausgesprochener Energiesparmeister ist das Motorola Moto G8 nun nicht gerade, es braucht etwas mehr Energie als der Vorgänger und deutlich mehr Power als das Xiaomi Redmi 8 oder das Galaxy A30s. Das Honor 9X ist allerdings nochmal deutlich energiehungriger. In allen Szenarios ist der Energieverbrauch im Vergleich zu den anderen Geräten erhöht, dabei sollte man aber natürlich auch bedenken, dass das Moto G8 deutlich leistungsfähiger ist, als einige der Vergleichsgeräte.

Akkulaufzeit

Trotz der recht hohen Verbrauchswerte profitiert das Moto G8 klar vom deutlich kapazitätsstärkeren Akku im Gegensatz zum Vorgänger: 4.000 mAh stehen nun zur Verfügung, das ist mittlerweile in dieser Preisklasse auch üblich. Das Xiaomi Redmi 8 bietet nochmal 1.000 mAh mehr, und kann entsprechend auch noch längere Laufzeiten bieten. Mit 16:28 Stunden in unserem WLAN-Test schlägt sich das Motorola Moto G8 aber sehr gut, im Alltag sollte das auch mal für drei Tage mäßige Nutzung ausreichen.

Geladen wird das Smartphone über das mitglieferte TurboPower-Ladegerät mit 10 Watt maximaler Ladeleistung. Da dies mittlerweile die übliche Ladeleistung darstellt, sprechen wir nicht mehr von Schnellladen, hier gibt es deutlich schnellere Technologien. Um die 2 Stunden sollte man für eine volle Ladung mindestens einberechnen.

Fazit – Kamera mit echtem Mehrwert

Das Motorola Moto G8 ist ein gutes Mittelklasse-Smartphone für den eher kleinen Geldbeutel. Im Vergleich zum Moto G8 Plus bietet es ein wesentlich konventionelleres Kamera-Setup, dass dadurch aber auch im Alltag eher brauchbar ist. Die Kameras machen ordentliche Fotos für die Preisklasse und man kann Zoomen, der Kontrast ist aber ab und an zu niedrig.

Gut gefallen uns auch die Akkulaufzeiten, die überdurchschnittlichen Leistungswerte und das stabile Gehäuse. Auch der physische Fingerabdrucksensor macht Spaß. Die Erwärmung ist nicht zu hoch und der Lautsprecher ist zu gebrauchen.

Das Motorola Moto G8 ist recht günstig und bietet mehrere Kameraobjektive mit echtem Mehrwert.

Dass das Motorola Moto G8 etwas günstiger ist als sein Vorgänger, merkt man am niedriger auflösenden Bildschirm, der aber immer noch eine ordentliche Darstellung bietet. Im Rahmen der Vergleichsgeräte sticht das Moto G8 vor allem durch seine flexible Kamera heraus, das mag aber auch daran liegen, dass viele Mittelklasse-Smartphones des Jahres 2020 erst noch kommen. Für den günstigen Preis bietet Motorola aber auf jeden Fall ein gutes Gesamtpaket ohne größere Schwächen.

ThinkPad X1 Extreme Gen 2: Lenovo löst den Tastatur-Bug

Wenn ThinkPads für etwas bekannt sind, dann vor allem für ihre Eingabegeräte. TrackPoint und insbesondere die Tastatur genießen immer noch einen hervorragenden Ruf. In der Zeit immer kürzerer Tastenwege haben ThinkPads oft wesentlich mehr Tastenhub und den ThinkPad-typisch definierten Druckpunkt.

Das Lenovo ThinkPad X1 Extreme Gen 2 stellt da keine Ausnahme dar. Dennoch gab es einige Beschwerden über die Tastatur des teuren Multimedia-Laptops: Tastenanschläge wurden manchmal einfach nicht erkannt. Ein sehr frustrierendes Problem, über das sich seit Ende 2019 zahlreiche Nutzer im Lenovo-Forum beschwert haben. Wir haben darüber auch in unserem ausführlichen Review zum Lenovo ThinkPad X1 Extreme Gen 2 berichtet. Ebenfalls betroffen: Der baugleiche Workstation-Ableger Lenovo ThinkPad P1 Gen 2.

Nach monatelanger Wartezeit will Lenovo das Problem nun behoben haben: Die neue UEFI-BIOS-Version 1.29 in Verbindung mit einem Embedded-Controller-Update auf Version 1.22 soll das Problem beheben. Laut Changelog ist der Fix (“Fixed an issue where keystroke might missing.”) die einzige Änderung dieses Firmware-Updates.

Uns würde es interessieren, von Besitzern des Lenovo ThinkPad X1 Extreme Gen 2 oder ThinkPad P1 Gen 2 zu hören. Behebt das neue Update tatsächlich das Problem, oder gibt es immer noch fehlerhafte Eingaben bei diesen ThinkPad Laptops?

Windows 7/8/10: Löschtaste funktioniert nicht richtig – so beheben Sie das

Es wirkt wie verhext: Sie tippen zweimal dasselbe Zeichen auf der Tastatur, doch es erscheint nur einmal. Beispielsweise wollen Sie “Aal” oder “CCleaner” schreiben – und das Betriebssystem verschluckt das zweite “a”/”C”. So lauten die Begriffe irrtümlich “Al” und “Cleaner”. Ein weiteres Problem: Zum Entfernen getippter Buchstaben drücken Sie mehrfach die Löschtaste oder halten sie gedrückt – doch Windows entfernt nur ein einziges Zeichen. Möglich ist, dass dahinter eine im Hintergrund laufende Software steckt, die sich auf das Tippen auswirkt; womöglich finden Sie sie als Symbol im Infobereich neben der Windows-Uhr. Wenn Sie in jüngster Zeit neue Software installiert haben, suchen Sie nach so einer Anwendung und beenden Sie sie. Hat kürzlich jedoch kein neues Programm den Weg auf die Platte gefunden, sollten Sie bei der Windows-Systemsteuerung ansetzen und eine Einstellung kontrollieren.

Die kritische, zu checkende Windows-Funktion heißt “Anschlagsverzögerung”. Das nachfolgende Vorgehen entstört Windows 7, 8.1 und 10 (getestet mit Version 1909).

Löschen-Taste reparieren

Falls die Anschlagsverzögerung von Windows der Übeltäter ist, beheben Sie das Problem über einen Unterbereich der Systemsteuerung. Öffnen Sie sie mit Windows-R und dem Befehl control. Begeben Sie sich im erscheinenden Fenster in den Abschnitt “Erleichterte Bedienung > Funktionsweise der Tastatur ändern”. Hier schauen Sie, ob ein Häkchen vor der Einstellung “Anschlagverzögerung aktivieren” gesetzt ist. Falls ja, schaffen Sie wahrscheinlich durch das Entfernen des Hakens Abhilfe. Nachdem Sie die Einstellung auf diese Weise geändert haben, speichern und verlassen Sie das Fenster, indem Sie auf “Übernehmen > OK” klicken und anschließend Alt-F4 drücken.

Windows Anschlagverzögerung deaktivieren

Die problematische Anschlagverzögerung spüren Sie nicht nur – Sie sehen sie zudem: in Form eines Infobereich-Symbols. Das Icon rechts in der Taskleiste ist als Uhr-Symbol dargestellt – und versprüht visuell einen Hauch von Langsamkeit. Eventuell verbirgt sich das Tray-Icon hinter einem Pfeil im Infobereich. Per Klick auf den Pfeil blenden Sie die versteckten Symbole gegebenenfalls ein. Klicken Sie doppelt auf das Verzögerungssymbol, erreichen Sie ebenso wie mit den oben beschriebenen Schritten die Systemsteuerung, worin Sie die Funktion per zu entfernendem Haken abschalten.

Lenovo kündigt ThinkPad E14 & E15 mit AMD Ryzen 4000 an

Lenovos Ryzen-Lineup wächst, heute um zwei ThinkPads: Das Lenovo ThinkPad E14 und das Lenovo ThinkPad E15 erscheinen nun auch mit AMD Ryzen 4000.

ThinkPad E14 und ThinkPad E15 erschienen schon Anfang des Jahres, allerdings nur mit Intel-Prozessoren. Die günstigen ThinkPad Laptops waren 2019 auch schon mit AMD-Prozessoren erhältlich, damals noch unter dem Namen ThinkPad E495 und ThinkPad E595.

Aufgrund des bisherigen Fehlens von AMD-Versionen von E14 und E15 gab es schon Spekulationen, dass Lenovo diese Serie einstellen wird. Dem schiebt Lenovo mit der Ankündigung einen Riegel vor.

Wie die Intel-Versionen haben auch die E14 AMD und E15 AMD im Vergleich zum E495 und E595 ein überarbeitetes, kompakteres Design. Dafür verlieren beide allerdings auch einen RAM-Slot, sodass der maximale RAM-Ausbau nur noch 32 statt 64 GB beträgt. Zudem läuft der Arbeitsspeicher dadurch nur im Single-Channel-Modus.

ThinkPad E14 und ThinkPad E15 haben wir schon als Intel-Versionen getestet, wobei wir beim E14 die Version ohne dedizierte GPU und beim E15 die Version mit Grafikchip getestet haben. Die AMD Ryzen ThinkPads werden vom Kühlsystem vermutlich der iGPU-Version entsprechen. Als stärksten Prozessor bei Lenovo ThinkPad E14 und E15 wird der AMD Ryzen 7 4700U angeboten.

Das ThinkPad E14 AMD und das ThinkPad E15 AMD sollen schon im Juni auf den Markt kommen. Das kleinere 14-Zoll-Modell soll 716 Euro kosten, während das Lenovo ThinkPad E15 einen Grundpreis von 705 Euro hat.

Sony Xperia 10 II: Offizieller Euro-Preis & Kamera-Samples machen die iPhone SE-Alternative noch attraktiver

Mit dem iPhone SE (ab 479 Euro auf Amazon) hat Apple vor einigen Wochen den Mittelklasse-Markt angegriffen. Das Gerät ist vor allem deswegen spannend, weil es mit dem A13 Bionic SoC ausgestattet ist, den man so auch im sehr viel teureren iPhone 11 Pro (ab 1.092 Euro auf Amazon) findet. Der Qualcomm Snapdragon 665 kann da zwar nicht ganz mithalten, dafür bietet das Sony Xperia 10 II eine spannende Ausstattung.

Das Gerät kommt mit einem 6 Zoll OLED-Display im 21:9-Format mit einer Auflösung von 2.520 x 1.080 Pixel, 4 GB Arbeitsspeicher, 128 GB Flash-Speicher und einem MicroSD-Kartenleser. Der Akku fasst 3.600 mAh, auch ein Kopfhöreranschluss ist mit dabei. Dazu gibt’s gleich drei Kameras auf der Rückseite: Eine 12 MP Hauptkamera, die auch 4K-Videos aufnehmen kann, sowie jeweils eine 8 MP Ultraweitwinkel- und Tele-Kamera. 

Die ersten Sample-Fotos dieser Kameras, die unten eingebettet zu sehen sind, werden aber keine Preise gewinnen: Der Weißabgleich wirkt inkonsistent, helle Bereiche enthalten kaum Details und der Nachtmodus vermag im Jahr 2020 kaum zu beeindrucken. Für viele Nutzer dürfte die Qualität in Anbetracht der praktischen Ausstattung aber ausreichend sein.

Besonders spannend ist nämlich auch der Preis: Das Gerät kostet in Deutschland und Österreich 369 Euro – durchaus konkurrenzfähig im Hinblick auf die Ausstattung. Das Sony Xperia 10 II soll in den nächsten Wochen auf den Markt kommen, wobei das Startdatum für spezifische Regionen noch nicht bekannt ist.

Qualcomm Snapdragon 875: Erste Specs des kommenden High-End-Chips

Aktuell ist der Qualcomm Snapdragpn 865 das aktuelle SoC-Flaggschiff des Herstellers. Und so wie der Snapdragon 865 dem 855 nachfolgte, wird logischerweise der Snapdragon 875 den Snapdragon 865 beerben. Nun sind technische Daten zum neuen High-End-Chip für mobile Endgeräte durchgesickert. Es soll sich dabei um Qualcomms ersten Chip aus dem 5-Nanometer-Verfahren handeln.

Allein dadurch wird natürlich die Effizienz bereits zunehmen. Zudem soll der Chip die GPU Adreno 660 sowie das 5G-Modem X60 integrieren. Wie stark sich die Leistung gegenüber dem aktuellen Qualcomm Snapdragon 865 erhöhen wird, ist noch offen. Als Codename des neuen Chips gilt SM8350. Damit lehnt man sich aber kaum aus dem Fenster, denn der Vorgänger trug den Codenamen SM8250.

Basieren soll die CPU auf Kernen der Reihe Kryo 685 und zudem werden laut den Gerüchten eine Adreno 665 als VPU, eine Adreno 1095 als DPU, ein Qualcomm Secure Processing Unit (SPU250) die Spectra 580 zur Bildverarbeitung, die Snapdragon Sensors Core Technology sowie Wi-Fi 802.11 ax, 2×2 MIMO und „Bluetooth Milan“ an Bord sein. LPDDR5-RAM als Quad-Channel-Package-on-Package sowie ein Compute-Hexagon-DSP mit Hexagon Vector eXtensions und dem Hexagon Tensor Accelerator sind ebenfalls genannt. Zudem sei ein Audio-Subsystem mit Aqstic Audio Technologies WCD9380 und WCD9385 als Audio-Codecs zu erwarten.

Was dran ist, muss man mal abwarten – etwa kann ich mir unter „Bluetooth Milan“ erst einmal nichts vorstellen, sodass die Specs sicherlich mit einiger Vorsicht zu genießen sind. Die offizielle Vorstellung des Qualcomm Snapdragon 875 soll, keine Überraschung, wieder im Dezember erfolgen.

HP: Neue Gaming-Systeme mit Erweiterungsmöglichkeiten und optionaler Wasserkühlung vorgestellt

HP ist nicht nur als Hersteller von Komplettsystemen, Monitoren und Druckern für Geschäftskunden bekannt, sondern bietet unter der Omen-Marke auch ein umfangreiches Produkt-Portfolio für Gamer an.

Konkret handelt es sich beim Omen 25L und Omen 35L um leistungsstarke Komplettsysteme für Videospieler. Das 30-Liter-Modell ist dabei mit einer Front und einem Seitenteil aus Hartglas ausgestattet, wobei das System dem ATX-Format entspricht.

Die Modelle sind sowohl mit Intel- als auch AMD-Prozessoren verfügbar, in der besten Ausstattungsvariante kommt ein Intel Core i9-10900K respektive AMD Ryzen 9 3900 zum Einsatz. Der Arbeitsspeicher misst maximal 64 Gigabyte, wobei XMP-kompatibler RAM von HyperX mit einer Taktfrequenz von 3.200 MHz und RGB-Beleuchtung zum Einsatz kommt.

Als Grafikkarte kommt – wiederum in der Top-Konfiguration – eine GeForce RTX 2080 Ti oder AMD Radeon RX 5700 XT zum Einsatz, eine bis zu zwei Terabyte große PCIe-SSD aus dem Hause Western Digital verspricht kurze Ladezeiten. Eine SATA-HDD kann verbaut werden.

Optional ist eine Wasserkühlung erhältlich, standardmäßig verbaut ist neben WiFi auch Gigabit-Ethernet, mehrere USB Typ C-Schnittstellen und eine Herstellerangaben zufolge umfangreich konfigurierbare RGB-Beleuchtung. Mitgeliefert werden eine Tastatur und Maus.

Der HP Omen 25L soll ab Mai zu Preisen ab 1.199 Euro verfügbar sein, der große Bruder mit dem 30-Liter-Gehäuse startet für 400 Euro mehr. Die genauen Preise der einzelnen Ausstattungsvarianten wurden noch nicht kommuniziert.

Microsoft: Windows 10X kommt zuerst für klassische Laptops

Vor einem halben Jahr hat Microsoft die weltweite Tech-Community mit dem Surface Duo und dem Surface Neo positiv überrascht, da es im Vorfeld der Ankündigung so gut wie keine Leaks zu den beiden Geräten gab. Dabei handelt es sich bei letzterem um ein faltbares Gerät mit zwei Displays auf dem auch klassische Windows-Applikationen laufen sollen. Um das zu gewährleisten hat der Konzern zusätzlich gleich ein neues Windows 10X vorgestellt, das deutlich flexibler als das klassische Windows sein und insbesondere faltbare Geräte besser unterstützen soll.

Jetzt hat das Unternehmen offiziell in einem Blogeintrag bekannt gegeben, dass das neue Windows 10X erst mal auf klassischen Notebooks mit einem Display erscheinen wird. Dabei gibt es leider noch keine Informationen, wann dies der Fall sein wird und wann die ersten faltbaren Geräte erscheinen werden. Diese Ankündigung kommt allerdings nicht vollkommen überraschend, da es in der Vergangenheit immer mal wieder Gerüchte darüber gab, dass das Betriebssystem auch für normale Notebooks erscheinen wird. Es bleibt auf jeden Fall weiterhin spannend, was uns Microsoft dann am Ende mit der neuen Software präsentieren wird, da es hierzu noch relativ wenige konkrete Informationen gibt.

(K)Eine Überraschung: Windows 10 20H2 wieder nur ein kleines Update

Microsoft wird allem Anschein nach auch in diesem Jahr wieder ein “kleines” und ein “großes” Windows 10-Feature-Update herausgeben. Das geht aus einem Medienbericht hervor. Das kleine Update ist demnach für den Herbst geplant.

Dieser Plan soll zudem nicht erst gefasst worden sein, nach dem das Windows Insider-Team sich durch die Corona-Pandemie auf die Weiterentwicklung des Windows-Updates im Home-Office umgestellt hat. Das berichtet Mary Jo Foley bei ZDNet. Sie hatte zuvor schon aus internen Quellen erfahren, dass Microsoft die Freigabe für das Windows 10 Mai 2020 Update auf die letzte Mai-Woche verschoben hat. Nun berichtet Foley, dass Microsoft wie schon im vergangenen Jahr die zwei geplanten Windows-Versionen so aufteilt, dass im Frühjahr neue Funktionen erscheinen, während der Herbst-Release nur bestehende Funktionen verbessert und erweitert.

Im Herbst dann nur Verbesserungen

Dabei hatte sich Microsoft im vergangenen Jahr dahingehend geäußert, dass das Herbst-Update 2019 eine Art Ausnahme gewesen sei. Das Windows 10 November Update war dabei das erste halbjährliche Update von Windows 10, das kaum Neuerungen mitgebracht hat. Viele Nutzer ärgerten sich darüber und erwarteten entsprechend viele Änderungen in den kommenden Versionen.

Stattdessen haben wir nun die Situation, dass neue Funktionen nicht mehr Versions-gebunden erscheinen, sondern zumindest teilweise zu einem bestimmten Termin dann aber auch für ältere Windows 10-Versionen starten. Für den Endverbraucher wird es damit immer undurchsichtiger, was er von den großen halbjährlichen Updates zu erwarten hat. Entsprechend gering ist auch der Anreiz, zu aktualisieren bevor es unbedingt nötig wird (also zum Support-Ende).

Der neue/alte Update-Plan

Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr hatte sich das Windows-Entwicklerteam wie folgt geäußert. Eine der Fragen, die während der Präsentation gestellt wurden, war:

“Werden wir diesen Zyklus jetzt jedes Jahr sehen? Major Feature Update in H1, mehr kleinere Feature Update in H2, ein kumulatives Update für beide?”

Microsoft beantwortete das wie folgt:

“Die Bereitstellung des 19H2 Feature-Updates durch ein kumulatives Update und ein Aktivierungspaket ist ein Pilotprojekt. Es gibt keinen formalen Plan, um zukünftige Versionen auf die gleiche Weise zu liefern. Wir beobachten das Feedback aufmerksam und hoffen, aus dieser Art von Veröffentlichung zu lernen, um unsere Zukunftspläne zu beeinflussen.”

Die eigentliche Frage wurde nicht beantwortet – vielleicht war man sich damals auch noch nicht im Klaren darüber. Wenn sich jetzt die Informationen von ZDNet bewahrheiten, ist die Antwort für das Jahr 2020 schon einmal “Ja”.

Windows 10: Neuer Insider-Build erlaubt Musiksteuerung per Your-Phone-App und mehr

Ein neuer Insider-Build mit der Versionsnummer 19619 befindet sich ab sofort für alle Insider im Fast Ring in der Verteilung. Dieser implementiert unter anderem auch das neue Covid-19-Feature, das euch direkt über die Suche unten in der Startleiste nützliche Informationen zu aktuellen Zahlen und Themen rund um das Coronavirus liefern kann. Zudem gibt es aber auch schon wieder Neuerungen für die Your-Phone-App. Dort dürft ihr nun nämlich problemlos die Steuerung von Musik und Medien, die auf eurem verbundenen Smartphone (ab Android 7.0) abgespielt werden, übernehmen und steuern. Die beiden Geräte bleiben dabei natürlich synchron miteinander. Die jeweiligen Medien-Apps müssen zudem über eigene Steuerungsoptionen innerhalb der Android-Benachrichtigungen verfügen, wie beispielsweise bei Spotify, Pandora, Amazon Music, Google Play Music, YouTube Music oder bei Google Podcast. Natürlich verfügt der aktuelle Build auch über allerhand andere Verbesserungen, behobene Fehler und mehr.