Coop-Filialen in Schweden öffnen nach Hackerangriff

Die Kassensysteme der Supermarktkette in Schweden funktionierten am Freitagabend nach einem Hackerangriff nicht mehr. Inzwischen sind 550 der rund 800 Läden wieder geöffnet.

Stockholm (dpa) – Nach einem umfassenden Hackerangriff auf etliche Unternehmen sind Hunderte Läden der hart getroffenen schwedischen Supermarktkette Coop mittlerweile wieder offen.

Wie aus einer Auflistung des Unternehmens hervorging, waren am Dienstagvormittag noch etwa 250 der rund 800 Coop-Filialen in dem skandinavischen Land dicht und etwa 550 wieder geöffnet. In vielen der geöffneten Läden konnten die Verbraucher allerdings zunächst nur per App bezahlen, während Techniker vielerorts dabei waren, die Kassensysteme wieder zum Laufen zu bringen.

Coop zählt in Schweden zu den führenden Supermarktketten. Die Kassensysteme etlicher Coop-Läden waren am Freitagabend Opfer eines Hackerangriffs geworden, der auch Hunderte andere Unternehmen betroffen hatte. Coop musste wegen des Angriffs am Wochenende fast alle Läden schließen. Am Sonntag gelang es dem Unternehmen, zumindest in einem Teil der Märkte auf die Zahlung per hauseigener “Scan & Pay”-App umzustellen. Coop hat mittlerweile Anzeige erstattet.

Der Angriff mit einer Erpressungssoftware richtete sich nicht direkt gegen Coop, sondern gegen den amerikanischen IT-Dienstleister Kaseya. Die Hacker nutzten eine Schwachstelle bei Kaseya aus, um Kunden der IT-Firma mit einem Programm zu attackieren, das Daten verschlüsselt und Lösegeld verlangt. Eine Hackergruppe fordert 70 Millionen US-Dollar in der Digitalwährung Bitcoin für einen Generalschlüssel zu allen betroffenen Computern.

Technik-Premiere mit 5G: TV-Live-Interviews ohne Kabel

Der neue 5G-Mobilfunk-Standard wird seit 2019 ausgerollt. Nun wurde er erstmals in einer Live-Schalte in einem deutschen Fernsehprogramm genutzt.

Düsseldorf/Köln (dpa) – Im deutschen Fernsehen ist erstmals eine Live-Schalte mit professioneller Sendetechnik über das neue öffentliche Mobilfunknetz “5G Standalone” übertragen worden.

Im Rahmen eines Thementags zu 5G bei n-tv sendeten am Freitagvormittag TV-Kameras in Düsseldorf die Bilder von Live-Interviews über das komplett eigenständige 5G-Netz von Vodafone in die Sendezentrale von RTL.

In der Live-TV-Berichterstattung haben Mobilfunkstrecken bislang nur eine untergeordnete Rolle gespielt, da die Bandbreite von LTE (4G) dafür nicht zuverlässig ausreichte. Außerdem gab es kein technisches Verfahren, bei größeren Menschenansammlungen eine feste Bandbreite für die Live-Übertragung zu garantieren. Auf Großdemonstrationen wie bei dem G20-Gipfel 2017 in Hamburg versuchten Reporter, die Live-Verbindungen mit Hilfe von mobiler Technik aufrecht zu erhalten, die die Kapazität verschiedener Mobilfunknetze bündelte.

Die Technik-Premiere in Nordrhein-Westfalen fand im 5G-Standalone-Netz statt. Bei dieser Variante der fünften Generation des Mobilfunks werden nicht 4G und 5G gemischt verwendet. Es basiert im Antennen- und im Kernnetz komplett auf einer eigenständigen 5G-Infrastruktur. Vodafone hatte 5G Standalone kürzlich als erster Anbieter in Deutschland kommerziell gestartet und so für Privat- und Industriekunden nutzbar gemacht. Das Verfahren wird in absehbarer Zeit aber auch von den anderen drei 5G-Providern (Deutsche Telekom, Telefónica und 1&1) angeboten.

Telefónica übertrug mit seiner Marke O2 bereits Anfang Dezember ein Handball-Bundesligaspiel über sein 5G-Netz und nutzte dabei Smartphones – dies ohne Network Slicing, was damals unkritisch war, schließlich waren kaum Zuschauer in der Halle. Künftig wird das Network Slicing – also gewissermaßen das Herausschneiden von Spektrum, um es für Firmenkunden zu reservieren – allerdings notwendig, um den Medienkunden auch vor vollen Rängen und entsprechendem Netzbedarf der Zuschauer eine Leistung zu garantieren.

In der Sportberichterstattung experimentiert derzeit auch der Pay-TV-Sender Sky mit 5G-Technik, um bei seinen Live-Übertragungen aus der Fußball-Bundesliga neue journalistische Formate auszuprobieren. Sky will die garantierte Bandbreite im 5G-Netz vor allem nutzen, um zusätzliche mobile Kameras im Stadion einzusetzen, die nicht an ein Glasfaserkabel für die Übertragung der TV-Signale angeschlossen sind.

Slack kündigt neue Funktionen an

Slack will seine Funktionen noch mehr dem zunehmend digitalen Arbeitsalltag anpassen. Dazu stellt der Instant-Messenger-Dienst neue Funktionen vor.

San Francisco (dpa) – Der Bürokommunikations-Anbieter Slack will mit neuen Funktionen den Arbeitsalltag in einem digitalen Arbeitsumfeld nachempfinden. Die US-Firma stellte am Mittwoch unter anderem die Möglichkeit vor, Kollegen und Kolleginnen informell anzusprechen.

Die Idee dabei sei, als würde man deren Schreibtisch im Büro vorbeikommen. In einer anderen Funktion können Mitarbeitende bis zu drei Minuten lange Videos mit Ideen oder Vorschlägen mit Kollegen und Kolleginnen teilen.

Die Neuerungen gingen auch darauf zurück, dass man bei der Firma in der Corona-Pandemie selbst verstärkt die eigenen digitalen Arbeitswerkzeuge genutzt habe, sagte Slack-Managerin Katherine Kelly. Es gehe mit dem Wandel der Arbeitswelt mehr darum, eine Balance zwischen Produktivität und Flexibilität zu finden.

Slack wird gerade für 28 Milliarden Dollar (aktuell rund 23,6 Mrd Euro) vom SAP-Rivalen Salesforce übernommen. Auch Salesforce setzt stark auf eine Zukunft mit hybridem Arbeiten aus dem Büro und von Zuhause aus.

Neuer Intel-Chip für Rechenzentren nun erst 2022

Beim neuen Prozessors mit dem Codenamen “Sapphire Rapids” kommt es zu terminlichen Verzögerungen. Eine Managerin des US-Halbleiterherstellers nennt in einem Blog die Gründe.

Santa Clara (dpa) – Beim Halbleiter-Riesen Intel kommt erneut ein wichtiger Chip später als ursprünglich geplant auf den Markt. Diesmal geht es um das lukrative Geschäft mit Rechenzentren, in dem Intel verstärkt Konkurrenz bekommt.

Die Produktion des neuen Prozessors mit dem Codenamen “Sapphire Rapids” solle nun im ersten Quartel 2022 beginnen und im Vierteljahr darauf hochgefahren werden, schrieb die zuständige Managerin Lisa Spelman in einem Blogeintrag in der Nacht zum Mittwoch. Ursprünglich war “Sapphire Rapids” noch für dieses Jahr angekündigt worden.

Die zusätzliche Zeit sei angesichts der Tiefe der Innovationen in der Prozessor-Generation notwendig, argumentierte Spelman und verwies unter anderem auf zwei Beschleunigungs-Technologien.

Der Konzern hatte zuletzt bereits mit Verzögerungen beim Produktionsstart einer neuen Prozessor-Technologie zu kämpfen gehabt. Intel hatte im Sommer vergangenen Jahres ankündigen müssen, dass sich neue Prozessoren mit Strukturbreiten von 7 Nanometern weiter verzögern und erst Ende 2022 oder Anfang 2023 auf den Markt kommen werden. Grund ist ein Fehler im Produktionsverfahren, der zu einem überhöhten Anteil unbrauchbarer Chips führte. Das Problem sei entdeckt worden und werde behoben, hieß es.

Das Geschäft mit Rechenzentren machte im vergangenen Quartal gut ein Viertel des Intel-Umsatzes aus. Vor allem der kleinere Erzrivale AMD konnte zuletzt dank neuer Prozessoren seinen Marktanteil deutlich ausbauen. Zudem kündigte der Grafikkarten-Spezialist Nvidia, der stark im Geschäft mit Rechenpower für künstliche Intelligenz ist, auch den Einstieg in den Markt für Server-Prozessoren an.

In der Corona-Pandemie war der Bedarf an Technik für Rechenzentren mit der erhöhten Nutzung von Videokonferenzen und Streaming-Diensten stark gewachsen. Zugleich verzeichnete Intel zuletzt eine Abschwächung in dem Geschäft und erklärte dies damit, dass der Markt das Wachstum der vergangenen Monate nun erst verdauen müsse.

Richter weist US-Wettbewerbsklagen gegen Facebook ab

Mit der Klage, die eine Abspaltung von Instagram und WhatsApp von Facebook forderte, sorgte die US-Regierung im vergangenen Jahr für Schlagzeilen. Jetzt wies ein Richter den Vorstoß zunächst ab.

Washington (dpa) – Die US-Regierung hat einen schweren Rückschlag bei ihrem Versuch erlitten, vor Gericht die Zerschlagung von Facebook zu erreichen. Ein Richter in der Hauptstadt Washington wies eine entsprechende Klage der Handelsbehörde FTC ab.

Die FTC habe nicht belegt, dass Facebook ein Monopol im Markt für soziale Netzwerke habe, argumentierte er in seiner am Montag veröffentlichten Entscheidung. Allerdings ließ er der Behörde noch die Möglichkeit offen, binnen 30 Tagen eine aktualisierte Klage einzureichen. Eine ähnliche Klage von mehr als 40 Bundesstaaten wies der Richter hingegen komplett ab.

Die FTC warf Facebook in der im Dezember eingereichten Klage unfairen Wettbewerb vor und wollte die Abspaltung von Instagram und WhatsApp erreichen. Facebook habe die Foto-Plattform und den Chatdienst gekauft, um seine Dominanz vor den Rivalen zu schützen, lautet ihr Argument. Die Bundesstaaten untermauerten die Vorwürfe mit einer eigenen Klage.

Harsche Kritik an FTC

Eine zentrale Frage ist nun, wie die Regierung von Präsident Joe Biden mit dem Fall verfahren will – die Klage stammt noch aus der Zeit seines Vorgängers Donald Trump. Allerdings wurde zur neuen FTC-Chefin jüngst Lina Khan ernannt – eine bekannte Kritikerin der Wettbewerbsposition großer Tech-Konzerne. Die Klage hatten der von Trump ernannte damalige FTC-Chef Joseph Simons und die beiden Kommissionsmitglieder der Demokratischen Partei auf den Weg gebracht, während die beiden Republikaner dagegen stimmten.

Der Richter hatte harsche Kritik für die Juristen der Behörde übrig. “In der Klage der FTC steht fast nichts Konkretes darüber, wie viel Macht Facebook in einem angemessen definierten Produktmarkt hatte und immer noch hat”, schrieb er. “Es ist als wollte die Behörde, dass das Gericht einfach nur die allgemeine Überzeugung abnickt, dass Facebook ein Monopolist sei.” Der rechtliche Begriff einer Monopol-Position sei aber präzise definiert und beziehe sich auf einen klar abgegrenzten Markt.

Facebook-Aktie profitiert

Facebook hatte beim Gericht im März die Zurückweisung der FTC-Klage beantragt – unter anderem weil die Behörde den Markt, in dem Facebook aktiv sei, zu vage umrissen habe. Die Facebook-Aktie schloss nach Bekanntwerden der Entscheidung des Richters um gut vier Prozent im Plus – und überschritt dadurch beim Börsenwert erstmals die Marke von einer Billion Dollar (838 Mrd Euro). Im vorbörslichen Handel am Dienstag legte der Kurs leicht weiter zu.

Facebook kaufte Instagram 2012 für etwa eine Milliarde Dollar und WhatsApp 2014 für am Ende rund 22 Milliarden Dollar. Beide Dienste haben inzwischen deutlich mehr als eine Milliarde Nutzer. Die US-Wettbewerbshüter gaben seinerzeit die Übernahmen von Instagram und WhatsApp frei. Die Klage der Bundesstaaten wies der Richter ab, weil sie seit den Übernahmen zu viel Zeit hätten verstreichen lassen.

Facebook begrüßte die Entscheidung des Richters – weil er auf die Fehler in den Klagen eingegangen sei. “Wir stehen jeden Tag in fairem Wettbewerb um die Zeit und die Aufmerksamkeit der Menschen”, sagte ein Sprecher.

Forderung nach schärferen Gesetzen

Schon in der Vergangenheit hatte es Forderungen gegeben, Instagram und WhatsApp wieder aus Facebook herauszulösen. Der Konzern hat in den vergangenen Jahren die Infrastruktur hinter der Plattform seines Online-Netzwerks sowie Instagram und WhatsApp enger zusammengeführt. Das würde eine Aufspaltung technisch erschweren.

Nach der Entscheidung des Richters wurden im US-Kongress umgehend Forderungen nach schärferen Gesetzen gegen die Technologie-Riesen laut. Im Repräsentantenhaus bekräftigten der Chef des Rechtsausschusses Jerrold Nadler und der Vorsitzende des Kartell-Unterausschusses Davon Cicilline, dass Facebook aus ihrer Sicht eine Monopol-Position habe. Sie verwiesen auf die Gesetze zum Wettbewerb in der Tech-Branche, die die Demokraten vor wenigen Tagen auf den Weg gebracht hatten.

Der Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW Mannheim), Achim Wambach, sagte, die Kritik des Richters werfe “ein ungünstiges Licht” auf die Vorbereitung der Klage. “Sie zeigt aber auch, wie schwer es ist, in der digitalen Welt zur Bestimmung von Marktmacht die Märkte sauber voneinander abzugrenzen.”

Philips Beatmungsgeräte haben einen weiteren Unfall. 4 Millionen Geräte werden weltweit wegen möglicher Krebserkrankungen zurückgerufen

Nach Angaben des US-Magazins “Forbes” ruft der Medizintechnik-Gigant Philips bis zu 4 Millionen Beatmungsgeräte zurück, vor allem weil ein in diesen Geräten verwendetes Schaumstoffmaterial schädliche und möglicherweise krebserregende Stoffe abbauen und freisetzen kann.

   Dieser Rückruf betrifft 3 bis 4 Millionen Maschinen, von denen sich mehr als die Hälfte in den USA befindet. 80 % dieser Geräte werden verwendet, um Patienten mit Schlafapnoe-Problemen zu helfen, und der Rest sind lebenserhaltende mechanische Beatmungsgeräte.

Und dies ist nicht das erste Mal, dass Philips in diesem Jahr auf Beatmungsgeräte „floppt”.

   berichtete, dass Philips nach Beschwerden einer kleinen Anzahl von Patienten besorgt war, dass ein Schaumstoffmaterial zur Unterdrückung von Maschinengeräuschen in Partikel zerfallen könnte, die vom Benutzer verschluckt oder eingeatmet werden könnten. Diese Partikel können Kopfschmerzen oder Atembeschwerden verursachen, Krebs verursachen und auch das vom Schaum freigesetzte Gas kann schädlich sein. Philips sagte, es habe keine Berichte über Todesfälle aufgrund dieser Probleme erhalten.

Als Reaktion darauf antwortete Philips dem Reporter von Blue Whale Finance und sagte, dass Philips bisher Millionen von Bi-Level-PAP-, CPAP- und mechanischen Atemschutzgeräten hergestellt habe, die schallabsorbierenden PE-PUR-Schaum verwenden. Obwohl die Reklamationsrate sehr gering ist (0,03 % im Jahr 2020), hat Philips aufgrund von Tests festgestellt, dass diese Art von Schaum Benutzerrisiken verursachen kann. Daher kündigte Philips an, aktive Rückrufmaßnahmen zu ergreifen, um die Patientensicherheit zu gewährleisten.

Die State Food and Drug Administration gab am 17. Juni außerdem bekannt, dass Respironics Medical Products (Shenzhen) Co., Ltd. den Rückruf von mehr als 20.000 nicht-invasiven Beatmungsgeräten von Dorma 500 Auto bekannt gegeben hat. Respironics Medical ist der Hersteller von Philips Beatmungsgeräten im asiatisch-pazifischen Raum, einer der Stützpunkte.

Die Rückrufebene Chinas beträgt zwei. Je nach Schwere des Medizinproduktdefekts bedeutet der sekundäre Rückruf, dass die Verwendung des Medizinprodukts eine vorübergehende oder reversible Gesundheitsgefährdung verursachen kann oder hat.

   Philips teilte dem Blue Whale Financial Reporter mit, dass Philips mit Kunden zusammenarbeitet, um Lösungen zu finden, einschließlich aktualisierter Anweisungen und der Bereitstellung eines umfassenden Reparatur- und Austauschplans für die betroffenen Geräte. Darüber hinaus verhandelt Philips mit der chinesischen Regulierungsbehörde (National Medical Products Administration) über einen aktiven Rückrufplan und entsprechende Lösungen auf dem chinesischen Markt, um die Patientensicherheit zu gewährleisten.

Tatsächlich hat Philips am gleichen Tag, an dem das Beatmungsgerät zurückgerufen wurde, auch das Röntgen-Computertomographiegerät freiwillig zurückgerufen, da während des Installationsprozesses festgestellt wurde, dass der Montageschaft der Monitorhalterung stark abgenutzt ist Ursache Die Monitorhalterungsbaugruppe hat sich vom Aufhängungsarm gelöst.

Technologie für effizientere 5G-Datennetze gestartet

Die fünfte Mobilfunkgeneration 5G lockt Anwender bislang vor allem mit hohen Bandbreiten und kurzen Datenlaufzeiten. Auf der Mobilfunk-Messe MWC rückt aber eine weitere 5G-Innovation in den Focus.

Barcelona (dpa) – Auf der Mobilfunk-Messe Mobile World Congress wurde am Montag die weltweit erste Implementierung einer neuen 5G-Mobilfunkfunktion verkündet, mit der Netzanbieter ihren Kunden eine Servicegarantie geben können.

Die Umsetzung des sogenannten “End-to-End (E2E) Network Slicing” wurde von der Deutschen Telekom, dem Netzwerk-Ausrüster Ericsson und Samsung Electronics mit einem im Handel erhältlichen Smartphone (Samsung Galaxy S21 5G) umgesetzt.

Beim “Network Slicing” wird das Mobilfunknetz in spezialisierte Segmente unterteilt, um unterschiedlichste Anforderungen an Datenraten, Geschwindigkeiten und Kapazitäten erfüllen zu können. Das Netz wird bildlich in “Scheiben” geschnitten. Daher rührt der Ausdruck Network-Slices. Die Schichten passen sich dabei jeweils an die Erfordernisse der Anwendungen an. Im Verkehr könnte die Technik beispielsweise den Passagieren eine Netzschicht mit hoher Bandbreite für das Streamen von Videos bereitstellen, während eine andere Schicht die Daten besonders reaktionsschnell liefert, um die Fahrfunktionen von Autos zu vernetzen.

Die Demonstration der Weltpremiere fand allerdings nicht auf dem Messegelände in Barcelona statt, sondern wurde im Bonner Labor der Deutschen Telekom umgesetzt. Das Verfahren könne auch für Online-Spiele genutzt werden, die auf Cloud-Streaming basieren, teilten die drei beteiligten Unternehmen mit. Für das beste Spielerlebnis könne eine speziell optimierte Netzwerk-Scheibe für sehr kurze Reaktionszeiten bereitgestellt werden. Gleichzeitig könne in derselben Funkzelle parallel ein Geschäftskunde eine sicherheitskritische Anwendung auf einem separaten Slice nutzen. “Beide Kunden bekommen eine garantierte Dienstqualität.”

Claudia Nemat, Telekom-Vorstand Technologie und Innovation, sagte, das neue Netzwerk-Feature bilde die Grundlage für die Schaffung neuer Serviceangebote für Privat- und Unternehmenskunden. Ericsson-Technologiechef Erik Ekudden erklärte, Network Slicing sei ein wichtiges Instrument, um mit 5G Umsätze zu erwirtschaften. “Mit der Technologie, die softwaredefinierte virtuelle Netze mit spezifischen Eigenschaften ermöglicht, werden neue digitale Services für Verbraucher und Unternehmen Realität.”

Die Mobilfunk-Branche wird in den kommenden Jahren massiv Geld in den schnellen 5G-Datenfunk stecken. Von den bis 2025 weltweit veranschlagten Investitionen von 900 Milliarden Dollar (rund 754 Mrd Euro) sollen rund 80 Prozent in den 5G-Netzausbau fließen, sagte der Generaldirektor der Branchenvereinigung GSMA, Mats Granryd, am Montag. Die Corona-Pandemie habe den Aufbau der 5G-Netze nicht aufgehalten, betonte Granryd in Barcelona.
Den Angaben nach nutzen aktuell 3,8 Milliarden Menschen keine schnellen Internet-Verbindungen. Nur rund 500 Millionen von ihnen lebten dabei in Gebieten, in denen kein Mobilfunk-Breitband verfügbar sei. Für die restlichen 3,3 Milliarden gebe es bereits Netzabdeckung, aber sie könnten sich das schnelle mobile Internet entweder nicht leisten oder wollten es nicht nutzen. Sie online zu bringen, sei eine zentrale Aufgabe für die Mobilfunk-Anbieter, sagte Granryd.

“Zum Jahr 2030 wird Konnektivität ein Menschenrecht sein”, sagte Deutsche-Telekom-Chef Tim Höttges, der per Video nach Barcelona zugeschaltet war. Die Internet-Versorgung müsse dabei auf die Bedürfnisse des einzelnen Nutzers zugeschnitten sein – denn etwa Gamer oder Autofahrer hätten jeweils unterschiedliche Anforderungen. “Die Gewinner werden diejenigen sein, die die Kontrolle über die Datenströme und die Identität der Kunden haben”, betonte Höttges.

Können Nutzer Instagram-Bilder bald auch am PC veröffentlichen?

PC-User sollen künftig eine grundlegende Instagram-Funktion bekommen, die bisher nur über das Smartphone nutzbar ist – das Veröffentlichen von Bildern und Clips.

Viele Menschen nutzen Instagram nicht nur am Smartphone sondern auch am PC. Eine entscheidende Funktion fehlt Anwendern dort bisher aber: Ohne Umwege lassen sich derzeit keine Bilder oder Videos veröffentlichen. Die Inhalte müssen weiterhin über die Smartphone-App gepostet werden, wenn User beispielsweise nicht auf zusätzliche Tools zurückgreifen möchten. Das soll sich allerdings ändern.

Sprecherin bestätigt erste Tests

“Wir wissen, dass viele Leute Instagram von ihrem Computer aus aufrufen”, erklärt eine Sprecherin von Facebook im Gespräch mit “Bloomberg”. Instagram gehört seit 2012 zu Facebook. Um diesen Anwendern die Nutzung zu erleichtern, werde momentan die Funktion getestet, Beiträge über den Browser zu veröffentlichen, erklärt die Sprecherin. Wann das Feature womöglich für alle User verfügbar sein wird, ist derzeit nicht bekannt.

Social-Media-Berater Matt Navarra, der einer der ersten war, der die neue Funktion entdeckt hat, erklärt dem Medienunternehmen, dass dies vor allem Influencer und professionelle Nutzer “sehr glücklich” stimmen dürfte. Er glaube, dieser Schritt sei Teil “eines viel größeren Plans” für die Zukunft der Plattform. Womöglich könnte Instagram laut des Berichts an weiteren Funktionen arbeiten, um Content Creator von Konkurrenten wie YouTube oder TikTok zu sich zu holen.

Microsoft gibt ersten Ausblick auf neues Windows 11

Die weitaus meisten Laptops und Desktop-Computer laufen nach wie vor mit Microsoft Windows. Der Konzern zeigt nun eine neue Generation des Betriebssystems.

Redmond (dpa) – Microsoft hat nach sechs Jahren eine neue Generation seines PC-Betriebssystems Windows vorgestellt. Eine der Neuerungen bei Windows 11 ist, dass Microsofts Teams-Software für Videokonferenzen und Zusammenarbeit im Büro direkt integriert wird.

Eingebaut wird über eine neue Xbox-App auch das hauseigene Spiele-Abo Games Pass. In der Pandemie ist die Nutzung von Videokonferenzen und Computer-Spielen stark gestiegen.

Neben Windows-Programmen wird man auf den Computern auch Apps für das Google-Betriebssystem Android nutzen können, wie der Konzern am Donnerstag ankündigte. Sie kommen über Amazons Android-Store auf die Plattform und werden mit Hilfe von Technologie des Chipkonzerns Intel zum Laufen gebracht. Mit Windows 11 werden auch diverse Bedienelemente neu entworfen – darunter der Start-Button und die dazugehörigen Menüs, die jetzt standardmäßig in der Mitte der Taskleiste statt am Rand zu finden sind.

Die weitaus meisten Laptops und Desktop-Computer weltweit laufen auf Windows, auch wenn Apple mit seinen Mac-Computern zuletzt zulegte. Das Mitte 2015 eingeführte Windows 10 hat inzwischen ältere Versionen weitgehend verdrängt und läuft laut Marktforschern auf rund 80 Prozent der Windows-Computer.

Branchenanalyst J.P. Gownder von Forrester Research verwies darauf, dass das neue Windows in einer Ära des hybriden Arbeitens von Büro und Homeoffice aus auf den Markt kommt. Die neue Bedienung gebe der Software eine Chance, sich hervorzuheben. Zugleich begrüßte er, dass der grundlegende Software-Code noch von Windows 10 stamme – das mindere das Risiko, dass bisherige Programme und Geräte-Treiber wie einst bei Windows Vista nicht mehr funktionierten.

Anders als Apple hält Microsoft daran fest, Windows-Geräte sowohl mit Tastatur als auch über Touchscreens bedienen zu lassen. Der iPhone-Konzern verzichtet bei seinen Mac-Computern dagegen konsequent darauf, die Steuerung per Bildschirm zu erlauben.

App-Entwickler können auf der Windows-Plattform ihre eigenen Bezahlwege integrieren, und Microsoft werde keine Abgabe dafür erheben, betonte der Konzern. Microsoft-Chef Satya Nadella setzte in einem Schlusswort große Ziele für das neue Windows. “Die Welt braucht heute eine offenere Plattform. Eine, die es Apps erlaubt, selbst zu Plattformen zu werden”, sagte er. Microsofts Anspruch sei, dass Windows 11 zur Plattform für das nächste Web oder eine bahnbrechende neue Software-Kategorie werde.

Nadellas Aufrufe zu mehr Offenheit und Auswahl haben besondere Bedeutung angesichts der aktuellen Debatte um das Geschäftsmodell von Apple und Google rund um Apps. Als Entwickler der beiden verbliebenen Smartphone-Plattformen nehmen sie eine Abgabe von 15 bis 30 Prozent auf digitale App-Erlöse. Der Spieleanbieter Epic Games (“Fortnite”), der einen eigenen App Store auf dem iPhone betreiben will, zog dagegen vor Gericht. Ein Urteil steht nach dem jüngst abgeschlossenen Prozess in Kalifornien noch aus. Epic hatte in dem Verfahren Schützenhilfe von Microsoft bekommen.

Zugleich öffnet Microsoft mit der Integration von Teams selbst eine Flanke für Kritik von konkurrierenden Anbietern. Schließlich beschwerte sich der Rivale Slack schon vor einem Jahr bei der EU-Kommission über die Bündelung von Teams mit Office-Büroprogrammen. Mit der Einbettung ins Betriebssystem geht Microsoft nun noch einen Schritt weiter. Microsoft-Manager Yusuf Mehdi versicherte in einem Interview des Finanzdienstes Bloomberg, dass Konkurrenzdienste wie Slack oder Zoom von allen neuen Funktionen von Windows 11 ebenfalls profitieren würden.

In den 90er Jahren stand Microsoft im Visier von Wettbewerbsverfahren nach der Bündelung des Webbrowsers Internet Explorer mit Windows. Der vorinstallierte Microsoft-Browser ließ die Nutzung der Vorreiter-Software von Netscape einbrechen. Microsoft wurde wegen der Vorwürfe beinahe zerschlagen und agierte seitdem sehr vorsichtig in Wettbewerbsfragen.

Ein konkreter Erscheinungstermin für Windows 11 wurde nicht genannt – gerechnet wird damit im Herbst, zusammen mit neuen Geräten von PC-Herstellern, auf denen das Betriebssystem bereits vorinstalliert ist.

“WhatsAppitis”: Warum das Smartphone auch krank machen kann

Schon einmal von “WhatsAppitis” oder “Handy-Daumen” gehört? Wer Schmerzen im Handgelenk verspürt, könnte zu viel Zeit am Smartphone verbringen.

Ein Leben ohne Smartphone? Besonders viele jüngere Menschen können sich dies wohl nur noch schlecht vorstellen. Es ist immer dabei und hilft beispielsweise während der Corona-Pandemie, mit seinen Liebsten und Freunden in Kontakt zu bleiben. Die Nutzung von Messenger-Diensten wie WhatsApp, Signal oder Threema ist für viele ein absolutes Muss. Doch bei übermäßigem Gebrauch können Nutzer auch ihre Gesundheit gefährden.

Wie viel tippen die Deutschen?
Die überwiegende Mehrheit der Anwender in Deutschland, die ein Smartphone besitzen, nutzt Messenger-Apps. Laut einer aktuellen Umfrage des Branchenverbandes Bitkom unter 1.003 Personen ab 16 Jahren, benutzen 88 Prozent auch einen Messenger. Das entspreche etwa 50 Millionen Bürgerinnen und Bürgern. In der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen gaben 100 Prozent an, entsprechende Dienste zu verwenden – bei den 30- bis 49-Jährigen 96 Prozent. Selbst bei den 50- bis 64-Jährigen sind es 88 Prozent und bei den ab 65-Jährigen noch 45 Prozent.

Nach einer Hochrechnung basierend auf einer weiteren Erhebung aus dem Januar gehen alleine auf Smartphones und Handys deutscher Nutzer ab 16 Jahren am Tag mehr als 810 Millionen Kurznachrichten ein. Im Jahr 2021 werden es voraussichtlich etwa 300 Milliarden sein. Ein Nutzer bekommt täglich durchschnittlich 13 Nachrichten. 25 Prozent der Anwender gaben dabei an, jeden Tag mehr als 20 Kurznachrichten zu bekommen.

Was ist “WhatsAppitis”?
Bereits 2018 berichteten Experten von einer neuen Zivilisationskrankheit mit dem Namen “WhatsAppitis” – oder auch “Handy-Daumen”. Dabei handelt es sich um eine Überbeanspruchung des Daumens durch die übermäßige Nutzung eines Smartphones – etwa durch das gehäufte Nutzen von Messenger-Apps und Social-Media-Plattformen. Eigentlich solle der Daumen das Greifen der Hand unterstützen. Ein Faustschluss sei beispielsweise eine typische Bewegung, “eine Dehn- oder Abspreiz-Bewegung auf Dauer aber nicht”, heißt es in einer Mitteilung des Universitätsklinikums Leipzig von Mitte 2018. Damals nahm die Anzahl an jungen Patienten schon zu.

Prof. Dr. Stefan Langer, Bereichsleiter Plastische, Ästhetische und spezielle Handchirurgie an der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie des Universitätsklinikums Leipzig, erklärt weiter: “Beim einhändigen Bedienen des Smartphones wird der Daumen überbeansprucht.” Eine “fortgesetzte Daumenbewegung in Richtung kleiner Finger strengt an und führt zu Schmerzen im daumenseitigen Handgelenk.” Im Gegensatz zu früher sei ein typischer Patient mittlerweile noch jung – etwa 15 bis 25 Jahre alt.

Wie kann eine “WhatsAppitis” behandelt werden?
Bei einer älteren Dame könne man beispielsweise eine Kortisonspritze setzen, bei jüngeren Menschen gestalte sich das jedoch problematisch. “Dem jungen Handy-User kann ich guten Gewissens kein Kortison geben: Der Patient beziehungsweise die Sehne hat noch das ganze Leben vor sich”, meint Langer. Es könnten später “noch echte medizinische Probleme” auftreten, bei denen dann eine Behandlung mit Kortison “unverzichtbar” werden könnte. Zudem gebe es für eine Operation nicht wirklich einen Anlass. Langer: “Ich kann den jungen Patienten nur raten: Handy weglassen. Mit etwas Geduld lassen die Schmerzen nach einer Woche nach.”

“Ich rate den Handy-Tippern, beide Daumen zugleich einzusetzen”, meint Ergo- und Physiotherapeutin Norina Weisenbilder. So müssten die Daumen auf dem Display des Smartphones geringere Entfernungen zurücklegen, “werden also nicht überdehnt. Und generell sollte die Spielerei am Handy im Rahmen bleiben. Dann tut auch der Daumen nicht weh.”