Lenovo Legion 300: Rubberdome-Tastatur hat hohes Key-Rollover

„Schnarch, nicht schon wieder“ wäre eine instinktive Reaktion auf die Vorstellung einer schlanken Gummimembran-Tastatur mit bunter Zonenbeleuchtung – denn davon gibt es unzählige Vertreter am Markt. Lenovo weckt als Ausnahme dieser Regel das Interesse aber durch das erhöhte Key-Rollover der Legion 300.

Untypischerweise nennt Lenovo vergleichsweise genaue Spezifikationen der Rubberdome-Technik in den Datenblättern. Ausgelöst wird bei der Legion 300 bei einem Widerstand von 55 Gramm, wenn die Tasten 1,1 Millimeter eingedrückt werden.

Ein halber(!) Millimeter wird allerdings als Spielraum angegeben – solche Unterschiede treten bei mechanischen Tastaturen als deutlich spürbare Unterschiede in der Abstimmung hervor, sind für gummibasierte Signalerfassungen aber nicht untypisch. Maximal können die Tasten vier Millimeter heruntergedrückt werden, was sie bei dieser Art Taster in der Regel auch weitgehend müssen. Die Tasten sollen eine Lebensdauer von 20 Millionen Auslösungen erreichen.

Key-Rollover als Joker

Ungewöhnlich ist allerdings, dass Lenovo per Datenblatt garantiert, dass die Legion 300 mindestens 24 gedrückte Tasten gleichzeitig korrekt verarbeiten kann (24-KRO). Normalerweise sind Rubberdome-Tastaturen lediglich in der Lage, mindestens zwei Tastensignale gleichzeitig korrekt zu übertragen, wobei die Mindestangabe als solche zu verstehen ist; vier bis sechs Signale sind in der Regel möglich.

Zusätzliche Tasten oder besondere Extras besitzt die Tastatur ansonsten nicht. Bunte Beleuchtung ist vorhanden, sie kann aber nur in fünf Zonen und nicht pro Taste gewählt werden. Auch dies ist typisch für die Technik: Aus Kostengründen werden mehrere Tasten gleichzeitig von einer LED (indirekt) beleuchtet, sodass naturgemäß „Zonen“ entstehen.

Die Beleuchtungsbereiche können über Lenovos Legion Accessory Software konfiguriert werden. Dort lassen sich auch Tastenbelegungen ändern und ein „Spiele-Modus“ aktivieren, der die Windows-Taste deaktiviert. Diese Funktionen setzen den Betrieb der Software im Hintergrund voraus.

Preis als Knackpunkt

Für die Legion 300 setzt Lenovo eine Preisempfehlung von rund 50 Euro an. Wenn die Tastatur im zweiten Quartal 2020 zu diesem Kurs bei Händlern verfügbar sein wird, trifft sie allerdings auf Konkurrenz: Die besser ausgestattete Sharkoon Skiller SGK5 macht keine Einschränkungen beim Key-Rollover und ist mit rund 40 Euro günstiger. Gleichzeitig sind für rund 50 Euro bereits erste mechanische Tastaturen erhältlich. Um konkurrenzfähig zu werden, müssen Marktpreise ein Stück unter der Preisempfehlung liegen.

Ryzen 4000: Angeblich 20 Prozent mehr Leistung als Ryzen 3000

Verschiedene Quellen berichten über deutliche Leistungszugewinne bei Ryzen 4000 – von 17 Prozent mehr IPC und 100 bis 200 MHz höherem Takt ist die Rede.

Auf AMDs erfolgreiche Zen-2-Architektur alias Ryzen 3000 soll Ende 2020 Zen 3 folgen und ein deutlich größeres Performance-Plus bieten als bislang angenommen. Das berichtet RedTechGaming (via 3DCenter.org) in Berufung auf mehrere unabhängige Quellen. Demnach ist nicht, wie bisher vermutet, von einer Steigerung der Leistung pro Takt (IPC, Instructions per Cycle) von 8 Prozent auszugehen, sondern von ganzen 17 Prozent.

Damit könnte die Zen-3-Architektur, auf der die vermutlich Ryzen 4000 genannten Desktop-Prozessoren basieren werden, in Sachen Generationen-übergreifenden IPC-Gewinnen besser abschneiden als Zen 2 (Ryzen 3000). Gegenüber Zen+ (Ryzen 2000) versprach AMD 15 Prozent mehr IPC, was im Wesentlichen auch eingehalten werden konnte.

Ryzen 4000: Mehr von allem…

Laut RedTechGaming dreht AMD dafür an mehreren Stellschrauben: Die Integer-Performance (Ganzzahl-Berechnungen) werde um 10 bis 12 Prozent gesteigert, während die FPU-Performance (Gleitkomma-Berechnungen) um bis zu 50 Prozent zulegen soll.

Gleichzeitig werden auch leicht höhere Taktraten erwartet. Von 100 bis 200 MHz ist die Rede, die zusammen mit der um 17 Prozent gesteigerten IPC ein Kern-normiertes Leistungsplus von rund 20 Prozent gegenüber Zen 2 vermuten lassen.

Ermöglicht scheint dies durch das 7-nm-EUV(Extreme Ultraviolet)-Verfahren von Auftragsfertiger TSMC und der laut AMD völlig neuen Architektur zu werden. Zen 3 soll im Übrigen die letzte Generation für den betagten AM4-Sockel sein.

…bis auf Kerne

Trotz der vermeintlichen Leistungssteigerungen könnte der Sprung von Zen 2 auf Zen 3 nicht so groß ausfallen wie der von Zen+ auf Zen 2. Denn AMD soll mit Zen 3 erneut auf ein Design aus einem I/O- und maximal acht Core-Chiplets zu höchstens je acht Kernen setzen – für den Mainstream-Desktop scheinen 16 Kerne (32 Threads) wie für den Ryzen 9 3950X also der vorläufige Höhepunkte zu bleiben.

Grafikchips: AMDs Chefin für Semi-Custom-SoCs wechselt zu Intel

Die nunmehr ehemalige Chefin von AMDs Semi-Custom-SoC-Sparte hat die Lager gewechselt. Seit Anfang Dezember ist Masooma Bhaiwala für Intel tätig. Dort bekleidet sie nun die Position als Vice President, discrete GPU SoCs.

Intel hat AMD abermals Personal aus der GPU-Abteilung abgeluchst. Dieses Mal handelt es sich um Masooma Bhaiwala, die mehr als 15 Jahre für AMD tätig war und zuletzt als eine der Führungspersönlichkeiten im SoC-Bereich fungierte.

Bhaiwala zeichnete für die SoC-Entwicklungen im Semi-Custom-Bereich verantwortlich. Zu ihren Projekten zählten damit auch die Chips für die kommenden Next-Gen-Konsolen von Microsoft und Sony. Auf LinkedIn heißt es von ihr, dass sie im Laufe ihrer AMD-Karriere wahrhaften Spaß und ein großartiges Team gehabt habe. Man habe “echt coole Chips” gebaut, wie es im Zitat auf techpowerup.com heißt.

Bereits seit Anfang Dezember ist Bhaiwala für Intel tätig und in der dortigen GPU-Abteilung untergebracht. Gemäß ihres LinkedIn-Profils bekleidet sie bei der nun ehemaligen Konkurrenz den Posten des “Vice President, discrete GPU SoCs” und arbeitet unter Intels Graphics and Throughput Computing Hardware Engineering-Abteilung die von dem ebenfalls ehemals zu AMD zugehörigen Raja Koduri geleitet wird.

Der soll Intel und die Xe-Architektur unter anderem erfolgreich in den Wettbewerb im Markt für Desktop-Grafikkarten führen. Bereits ab Mitte des kommenden Jahres will sich das Unternehmen hier mit AMD und Nvidia messen. Zuletzt machten allerdings Berichte die Runde, die von möglichen Verzögerungen sprachen. Aus der Gerüchteküche heißt es, dass Intel mittlerweile hinter dem Zeitplan liege. Die Entwicklung ginge nur schleppend voran und die Effizienz sei vergleichsweise schlecht. Wie viel an den Behauptungen wirklich dran ist, wird wohl einzig die Zeit zeigen.

Nvidia: RTX 2080 soll schneller als Next-Gen-Konsole sein

Auf der GTC China 2019 zeigte Nvidias CEO eine Folie, die einer RTX 2080 im Notebook eine höhere Leistung als einer Next-Gen-Konsole attestiert. Im Vergleich zur Xbox Series X dürfte es die RTX 2080 Super allerdings gerade auf Augenhöhe schaffen, ein Notebook-Ableger hätte hier keine Chance.

Während der GTC China 2019 sprach Nvidias CEO Jensen Huang über Leistungsfähigkeit der eigenen Grafikkarten und verglich sie auf einer Folie die RTX 2080 für den Notebook-Einsatz mit einer Next-Gen-Konsole. Demnach soll eine RTX 2080 im Lenovo Y740 mehr Grafikleistung bieten als eine der kommenden Konsolen (Im Video ab 20:15).

Eine gewagte Aussage

Die Aussage ist dabei recht schwammig, schließlich gibt es mehrere Next-Gen-Konsolen: Die Xbox Series X, die abgespeckte Lockhart-Variante und die Playstation 5. Mit der langsameren Lockhart wäre der Vergleich einfach zu gewinnen, denn diese dürfte deutlich langsamer als die Xbox Series X und die Playstation 5 sein.

Die Xbox Series X ist die einzige Next-Gen-Konsole, zu der momentan Leistungsdaten vorhanden sind. Laut Microsoft soll die Konsole rund doppelt so viel Grafikleistung wie die Xbox One X bieten, die es auf sechs Gigaflops schafft. Die Xbox Series X sollte dementsprechend auf rund 12 Gigaflops kommen – aufgrund der effizienteren Navi-Architektur womöglich etwas weniger. Die von Jensen Huang herangezogene RTX 2080 bewegt sich hingegen unter 11 Gigaflops, und auch die RTX 2080 Super schafft die 12 Gigaflops nicht – schon gar nicht in einem Notebook.

Aus diesem Grund dürfte sich Jensen Huang wohl auf eine andere Konsole beziehen, die weniger Leistung hat als die Xbox Series X. Rein rechnerisch dürfte diese nämlich durchaus einen Gleichstand mit der RTX 2080 (Desktop) schaffen. Das gilt insbesondere dann, wenn man die starke Optimierung von Konsolenspielen bedenkt. Für Nvidia wäre eine solche Grafikleistung in einer Konsole bedrohlich, schließlich dürfte eine einzelne RTX 2080 Super mit 700 Euro deutlich mehr kosten als eine gesamte Xbox Series X.

CPU-Gerüchte: Viel Comet Lake, dazu Tiger Lake und Jasper Lake

Intels wichtigste CPU-Plattform ist in diesen und auch kommenden Tagen Comet Lake. Nach dem Start in der U-Serie wird die Plattform großflächig in allen anderen Bereiche ausgeliefert. Das echte Next-Gen-Produkt Tiger Lake wird indessen schneller und auch Jasper Lake für den Einstieg wurde mehrfach gesichtet.

10-nm-CPU Jasper Lake für das Einstiegssegment

Jasper Lake ist der Codename für die neue Einsteigerplattform, die auf Apollo Lake und Gemini Lake sowie dem neuen Gemini Lake Refresh folgen wird. Auch dort soll die 10-nm-Fertigung für die neuen Tremont-CPU-Kerne und Gen11-Grafik zum Einsatz kommen, aber bis diese auf den Markt kommen, dürfte noch einige Zeit vergehen, weshalb Intel erst im letzten Monat noch einen 14-nm-Refresh nachgelegt hat. Lauffähige Samples sind jedoch im Umlauf, laut Datenbankeinträgen auf Github liegt zudem schon das B0-Stepping vor, die erste größere Fehlerkorrektur ist demnach bereits vollzogen worden. Wie bei aktuellen Ice-Lake-Mobilprozessoren wird auch Jasper Lake großflächig auf LPDDR4 setzen, vier Kerne werden vermutlich wie bisher das Maximum bleiben – zumindest für Jasper Lake. Elkhart Lake für den Profi-Bereich dürfte auch darüber hinaus gehen können.

Tiger Lake soll deutlich schneller werden – und höher takten

Ein Problem der ersten 10-nm-Prozessoren der Ice-Lake-Familie ist der zu geringe Takt. Tiger Lake soll laut aktuellen Berichten zumindest schon einmal wieder auf bis zu 4,3 GHz kommen, was einem Plus von zehn Prozent gegenüber dem aktuellen 15-Watt-Flaggschiff entspricht – Comet Lake hingegen taktet bis zu 4,9 GHz. Erste angebliche Benchmarks aus Asien zeigen in Integer-Anwendungen bei gleicher TDP 17 Prozent mehr Leistung, bei Fließkommaberechnungen sind es bis zu 32 Prozent. Wird das TDP-Fenster erneut auf bis zu 28 Watt geöffnet, soll die Leistung weiter deutlich ansteigen.

Dass Tiger Lake durchaus Potenzial für mehr hat, wurde in den vergangenen Monaten bereits mehrfach angedeutet. Eine geänderte Cache-Architektur und weitere Optimierungen am Ice-Lake-Design sollen einen großen Leistungssprung bringen. Auch Benchmarkwerte in Geekbench haben einen 35-Prozent-Sprung in gewissen Teilen gegenüber aktuellen Produkten gezeigt.

Comet Lake kommt in alle Bereiche

Nach dem Start im Sommer als U-Serie wird Comet Lake in Kürze in alle weiteren Bereiche entlassen. Bis zu zehn Kerne im Desktop stehen bereits seit einiger Zeit fest, doch auch als potente Notebook-CPU der H-Serie und als Xeon werden die Prozessoren eintreffen. Am interessantesten dürfte jedoch die Neupositionierung bei Intel werden. Die Core i5 werden demnach allesamt Hyper-Threading bekommen, um gegen die kleinen AMD Ryzen 3000 (Test) bestehen zu können. Das könnte exakt in diesem Bereich am einfachsten gelingen, bei den CPUs mit mehr Kernen hat AMD schnell einen großen Vorteil.

MSI GeForce RTX 2080 Ti Gaming X Trio – die schnellste GeForce Grafikkarte im Test

Im High-End-Bereich gibt es derzeitig nur eine Option und die heißt Nvidia. Wer zudem nicht auf das Geld achten muss, orientiert sich meistens im Leistungssegment ganz oben. Hier findet sich auch unser Testsample von MSI wieder. Die MSI GeForce RTX 2080 Ti Gaming X Trio basiert auf dem TU102 Chip welcher in 12 nm gefertigt wird. Nur die Nvidia Titan RTX bekommt den gleichen Chip verpasst, welcher dort allerdings im Vollausbau mit 4.608 Recheneinheiten zu Einsatz kommt. Bei der RTX 2080 Ti sind es mit 4.352 Shadern allerdings nur geringfügig weniger. Um diesen Nachteil etwas zu kompensieren hat MSI die Leistungsgrenzen der GeForce RTX 2080 Ti Gaming X Trio etwas erhöht. Im Vergleich zur Founders Edition wurde die maximale Leistungsaufnahme der Grafikkarte um 40 Watt erhöht. Satte 300 Watt darf sich die GeForce RTX 2080 Ti Gaming X Trio unter maximaler Belastung gönnen, weshalb auch ein starkes Netzteil von mindestens 650 Watt empfohlen wird. Dass es sich bei der GeForce RTX 2080 Ti Gaming X Trio um keine gewöhnliche RTX 2080 Ti handelt, wird schnell klar, wenn man sich die Grafikkarte im Detail näher anschaut.

Als Erstes fällt die enorme Größe der Grafikkarte auf, welche im Gehäuse drei Slots belegt. So sollte vor dem Kauf geprüft werden, ob dieses Monster überhaupt in das Gehäuse passt. Auch die Länge von 32,7 Zentimetern sollte nicht unterschätzt werden.

Zum Testzeitpunkt ist die MSI GeForce RTX 2080 Ti Gaming X Trio ab 1.289 Euro zu bekommen. Damit gehört dieses Exemplar zu den teureren Vertretern der RTX 2080 Ti Serie. Im Vergleich dazu kostet die KFA2 GeForce RTX 2080 Ti EX ca. 150 Euro weniger und die Founders Edition von Nvidia kostet mit 1.259 Euro nicht viel weniger als unser, ab Werk übertaktete Testsample von MSI. Wer zum Modell von MSI greift, wird mit einer hochwertig verarbeiteten Grafikkarte belohnt, welche auch optisch mit der eingebauten RGB-Beleuchtung die Blicke auf sich zieht.

Anschlussseitig bietet das Topmodell von MSI alles, was man braucht. Dreimal DisplayPort, einmal HDMI und einmal USB C sind heutzutage schon fast Standard. Somit eignet sich die GeForce RTX 2080 Ti Gaming X Trio ebenfalls bestens für ein Multi-Monitor-Setup. Intern verlangt die 300-Watt-Platine nach drei Stromsteckern (1x 6 Pin, 2x 8 Pin).

Unser Testsystem mit AMD Ryzen 9 3900X als Basis

Als Testsystem dient eine aktuelle AMD-Plattform auf Basis des MSI MEG X570 Godlike. Die CPU (AMD Ryzen 9 3900X) bietet eine gute CPU-Leistung und als Kühlung nutzen wir eine AIO (Alphacool Einsbear 280mm). Der 16-GB-Arbeitsspeicher stammt von G-Skill und taktet mit 3.600 MHz. Als Monitor nutzen wir den Acer Predator XB321HK. Dieser schränkt uns aufgrund der UHD-Tauglichkeit nicht ein. Ein großer Dank geht an dieser Stelle an AMD für die Bereitstellung der Testplattform.

Für die folgenden Benchmarks und Tests nutzen wir folgendes System:

Corsair Carbide Air 540 ATX Cube

AMD Ryzen 9 3900X

MSI GeForce RTX 2080 Ti Gaming X Trio (Treiber Nvidia 441.66)

MSI MEG X570 Godlike (BIOS 1.20, Default Settings, XMP 1 für DDR4-3600 CL16)

Corsair RM1000X 1000-Watt-Netzteil

G-Skill Trident Z Royal gold DDR4-3600 Speicherkit 2 x 8 GB, eingestellt auf DDR4-3600 CL16-16-16-36

Corsair MP600 2TB M.2 PCIe-4.0-SSD

Crucial MX500 2TB (für Spiele)

Die Taktraten der MSI GeForce RTX 2080 Ti Gaming X Trio

Der Basistakt der MSI GeForce RTX 2080 Ti Gaming X Trio ist im Vergleich zum Referenzmodell mit 1.350 MHz unverändert. Gleichwohl fällt der Boost-Takt mit 1.755 MHz deutlich höher aus, was auch mit einer erhöhten Leistungsaufnahme einhergeht. 50 Watt mehr als die Vorgaben von Nvidia muss der mächtige Kühlkörper abführen. Beim VRAM gibt es keine Unterschiede. Auch die MSI GeForce RTX 2080 Ti Gaming X Trio bietet 11 GB GDDR6 mit einem Takt von mit 1.750 MHz (effektiv 14 GHz). In Verbindung mit dem Speicherbus von 352 Bit liegt die Speicherbandbreite bei 616 GB/s.

Das Power-Limit der Grafikkarte lässt noch um weitere 10 Prozent erhöhen. Somit kann sich die Grafikkarte allein maximal 330 Watt genehmigen. Welche Vorteile sich daraus ergeben, werden wir beim Thema Übertakten ansprechen.

Synthetische Benchmarks

Die synthetischen Benchmarks offenbaren schon einmal, welches Potenzial in dieser Grafikkarte steckt. Den Vergleich gegen das Modell von KFA2 gewinnt die MSI GeForce RTX 2080 Ti Gaming X Trio knapp. An der schnelleren Nvidia Titan RTX beißt sich aber auch unser Testsample die Zähne aus.

Mit den Facelift-Modellen der RTX-Familie hat die MSI GeForce RTX 2080 Ti Gaming X Trio leichtes Spiel. Die Nvidia GeForce RTX 2080 Super ist hier im Vergleich rund 20 Prozent langsamer. AMD kann in dieser Leistungsklasse nicht mithalten. Die schnellste AMD Grafikkarte ist die AMD Radeon VII. Diese duelliert sich allerdings mit einer Nvidia GeForce RTX 2070 Super.

Spiele-Benchmarks

Bei unseren Spielebenchmarks schneidet die MSI GeForce RTX 2080 Ti Gaming X Trio erwartungsgemäß sehr gut ab. Nahezu alle Spiele lassen sich mit dieser Grafikkarte problemlos mit maximaler Detailstufe darstellen. Selbst in 4K erzeugt der Pixelbeschleuniger noch ordentliche Frameraten, wenngleich Anno 1800 und Red Dead Redemption 2 hier die Grafikkarte ordentlich in die Knie zwingen. Mit 36 respektive 42 FPS ist aber gerade noch flüssiges Spielen möglich.

Bei den Frametimes und dem Frameverlauf verhält sich unser Testsample eher unauffällig. Zwischendurch gibt es immer wieder mal Spitzen, sowohl nach oben als auch nach unten. Diese sind aber nur von sehr kurzer Dauer, woraus kein Ruckeln beim Spielen resultiert. Ermittelt haben wir die Daten mit dem Spiel The Witcher 3 (Ultra-Preset). Der Frameverlauf zeigt das Leistungsverhalten der Testkarte bei Dauerbelastung. Hier ist nach einiger Zeit ein geringer Leistungsverlust zu erkennen. Von anfänglichen 140 Bildern pro Sekunde pendelt sich die Leistung der GeForce RTX 2080 Ti Gaming X Trio bei durchschnittlich 135 FPS ein. Das ist immer noch ein Top-Ergebnis, was bedeutet, dass ruckelfreies Spielen auch bei ausgedehnten Spielesessions kein Problem ist.

Compute Performance

Aufgrund der höheren Boost-Taktraten kann sich die MSI GeForce RTX 2080 Ti Gaming X Trio gegen das Modell von KFA2 durchsetzen. Wie zuvor ist aber die Nvidia Titan RTX hier teilweise mit großem Abstand Spitzenreiter. Perfekte Leistungen bieten allerdings nur Treiberoptimierte Quadro- oder Firepro-Grafikkarten. 

Emissionen der MSI GeForce RTX 2080 Ti Gaming X Trio

Die MSI GeForce RTX 2080 Ti Gaming X Trio hält sich nicht genau an die Spezifikationen von Nvidia. Das wird nicht nur beim verwendeten Kühldesign klar, sondern spiegelt sich auch bei den Verbrauchswerten wieder. Anders als die Founders Edition verbaut MSI auf der GeForce RTX 2080 Ti Gaming X Trio gleich drei Axiallüfter.

Bei der Stromaufnahme benötigt die Grafikkarte unter Last maximal 300 Watt. Das sind 40 Watt mehr als bei der Founders Edition, für die Nvidia 260 Watt angibt. Das Power-Target (PT) lässt sich in unserem Fall um 10 Prozent erhöhen. Damit steht der Grafikkarte maximal 330 Watt zur Verfügung. 

Beim Stromverbrauch messen wir im Leerlauf einen Energiebedarf von 87,8 Watt. Gleichwohl steigt dieser unter Last und beim Stresstest deutlich an und wir notieren rund 439 Watt für das Testsystem ohne Monitor. GPU-Z bestätigt dies und gibt ca. 300 Watt unter Last alleine für die GPU an. Bei erhöhtem PT kommen wir unter Last auf 330 Watt, was GPU-Z uns ebenfalls bestätigt. Dieser Wert schwankt jedoch immer wieder. Mit der entstehenden Abwärme hat der großzügig dimensionierte Kühler leichtes Spiel. Unter Last klettert diese auf maximal 72 °C, wenngleich wir bei erhöhter Last nur einen Anstieg um 3 °C beobachten konnten. 

Alle Tests wurden außerdem in einem geschlossenen Gehäuse durchgeführt, um ein möglichst reales Einsatzfeld zu simulieren.

Overclocking – Mit 330 Watt noch reichlich Reserven

Wer trotz der brachialen Leistung der MSI GeForce RTX 2080 Ti Gaming X Trio noch nicht zufrieden ist, kann diese Grafikkarte noch weiter Übertakten. Mit den maximalen 330 Watt lässt sich die Grafikkarte zudem sehr gut übertakten und die Leistung konnte um ca. 10 Prozent erhöht werden.

Bei unserem Modell konnten wir den GPU-Takt um 150 MHz erhöhen, wenngleich der VRAM ein Plus von 800 MHz ermöglichte.

Natürlich ist die Grafikkarte schon im Auslieferungszustand sehr schnell, sodass man an dieser Stelle nicht auf die zusätzlichen Reserven angewiesen ist. Es tut aber gut, noch ein paar Leistungsreserven in der Hinterhand zu haben.

Fazit – Top Model mit Top Leistung

Auf der Suche nach der schnellsten Grafikkarte wird man früher oder später bei der GeForce RTX 2080 Ti landen. Mit der MSI GeForce RTX 2080 Ti Gaming X Trio haben wir hier ein sehr schnelles Modell der Serie im Test und MSI konnte die Leistung in alles Tests bestätigen. Mit knapp 1.300 Euro ist solch eine Grafikkarte extrem teuer, aber immer noch deutlich preiswerter als die Nvidia Titan RTX, welche sich jedoch nicht primär an Gamer richtet.

MSI verpackt die Grafikkarte unter einem sehr ausladenden Kühlkörper und drei Axiallüftern. Diese verrichten ihre Arbeit sehr gut, denn selbst die maximalen 330 Watt können problemlos abgeführt werden. Zudem gibt es RGB, damit auch das Auge nicht zu kurz kommt.

MSI bietet mit der GeForce RTX 2080 Ti Gaming X Trio eine sehr schnelle Grafikkarte für den kompromisslosen High-End-Gamer an.

Trotz allem wird es die MSI GeForce RTX 2080 Ti Gaming X Trio schwer haben die Kunden zu erreichen, denn der Preis ist ein klares Gegenargument. Preiswertere Modelle der GeForce RTX 2080 Ti beginnen schon bei knapp 1.000 Euro. Ob die Optik und die werksseitige Übertaktung diesen Aufpreis rechtfertigen muss allerdings jeder für sich beurteilen.

Insgesamt lieferte die MSI GeForce RTX 2080 Ti Gaming X Trio eine sehr gute Spieleleistung und wer vorrangig in 4K zockt wird um solch eine Grafikkarte nicht herumkommen. Die 36-Monatige-Garantie ab Kauf wollen wir hier noch lobend erwähnen. Alle Benchmarks und Testwerte der RTX 2080 Ti finden Sie auf der Grafikkartenseite der GeForce RTX 2080 Ti (laufend aktualisiert).

Ryzen Threadripper 3960X: der8auer köpft den 1.500 Euro teuren 24-Kerner

Der bekannte Übertakter der8auer hat untersucht, ob man den über 1.500 Euro teuren Ryzen Threadripper 3960X zwecks besserer Kühlung köpfen kann. Im Video klappt das tatsächlich – brachte aber Probleme mit sich.

Durch das sogenannte Köpfen von Prozessoren kann man am Taktlimit bessere Temperaturen erreichen. Ganz unproblematisch ist das Verfahren allerdings nicht, weshalb es eher im Bereich des professionellen Overclockings zum Einsatz kommt. Roman “der8auer” Hartung ließ sich vom Risiko, den Prozessor unbrauchbar zu machen, auch im Hochpreissegment nicht abschrecken. Kurzerhand köpfte er einen Ryzen Threadripper 3960X – der aktuell für fast 1.500 Euro den Besitzer wechselt.

Der Influencer ging dabei zunächst wie gewohnt vor. Erst wurde der Kleber am Rande des Heatspreaders vorsichtig mit einem Cutter-Messer eingeschnitten. Anschließend wanderte der HEDT-Prozessor in den Ofen, damit sich das Indium-Lot zwischen den CPU-Dies und dem Heatspreader verflüssigt. Nun konnte der der8auer den Heatspreader mit einer speziellen Vorrichtung recht mühelos abnehmen.

Weiteres Video geplant

Probleme bereitete ihm allerdings das Montagesystem des Mainboards. Damit er seinen Wasserkühlkörper, einen Heatkiller IV Pro, auf dem Asus ROG Strix TRX40-E befestigen konnte, musste er die Haltevorrichtung erst mit dem Dremel bearbeiten. Der Wasserblock ließ sich im Anschluss tatsächlich montieren, saß aber recht locker. Entsprechend schlecht fielen beim anschließenden Benchen die Temperaturen der CPU aus. Eine dicke Schicht Flüssigmetall brachte zwar eine Verbesserung. Letztlich führte sie aber nur zu Temperaturen, wie man sie schon im Ausgangszustand hatte.

Und so lautet das vorläufige Fazit: Köpfen funktioniert zwar, bringt aber im aktuellen Zustand keinen Nutzen. Roman “der8auer” Hartung hat allerdings schon angekündigt, sich weiter mit dem Thema zu befassen. Im nächsten Video könnte er möglicherweise schon eine Lösung für das Kühlerproblem gefunden haben.

APU-Gerüchte: Grafik-Konfigurationen von AMD Renoir im Gespräch

Renoir heißt die Notebook- und Desktop-APU im Jahr 2020 von AMD. Handfeste, offizielle Informationen gibt es noch keine, doch die Gerüchte sehen bis zu acht Zen-2-Kerne und eine Vega-Grafikeinheit. Zu letzterer sind nun mögliche Kombinationen aufgetaucht, die einen Maximalausbau von 13 CUs vorsehen.

Bereits im Product Master vor einigen Monaten waren erste Details wie Namen und TDPs aufgetaucht, der Bootcamp-Treiber im Dezember liefert weitere kleine Einblicke, die in einem reddit-Posting aufgearbeitet wurden. Sie drehen sich jedoch allesamt nur um den Vega-Grafikteil, der je nach Klasse 3 oder 4, 6, 8 oder 9, 10 oder 11 und 12 oder 13 CUs vorsieht – ein Plus von maximal zwei CUs gegenüber den letzten beiden Generationen bei gleicher Architektur. Weitere, erstmals auch offizielle Details, dürften im Idealfall zur CES 2020 erwartet werden.

Ryzen 9 3900X und Core i9-9920X: 12-Kerner mit neuen Overclocking-Rekorden

Der australische Übertakter jordan.hyde99 hatte am Samstag einen neuen Overclocking-Rekord mit seinem AMD Ryzen 9 3900X erreicht – wurde aber kurz darauf von einem ebenfalls mit 12 Kernen bestückten Intel Core i9-9920X übertroffen. 5.625 und 6.105 MHz standen am Ende auf dem Tacho.

Zwei Overclocker haben am Wochenende ihre 12-Kerner zu neuen Höchstleistungen angetrieben. Der australische Übertakter jordan.hyde99 ging vergangenen Samstag zunächst mit seinem Ryzen 9 3900X in Führung. Mit 5.625 MHz brauchte er nur 35 Sekunden und 517 Millisekunden für wPrime 1024M. Doch die Freude über den Weltrekord währte nur kurz. Einen Tag später stieß Splave den Australier mit 35 Sekunden und 95 Millisekunden nämlich wieder vom Thron. Der US-Amerikaner sicherte sich den Sieg mit einem Core i9-9920X für Intels HEDT-Plattform, musste ihn dazu aber auf 6.105 MHz treiben.

Zuvor stand Karta mit einem Ryzen 9 3900X einige Wochen auf Platz 1. Sein System absolvierte den Benchmark Ende November in 35 Sekunden und 818 Millisekunden, wobei die CPU auf 5.575 MHz beschleunigt wurde. Interessanterweise kam erst in den letzten Wochen Bewegung in die Disziplin der 12-Kern-Prozessoren. Dancop hatte im September 2017 seinen Intel Core i9-7920X auf 5.805,7 MHz getrieben und das Ranking mit 36sec 516ms bis vergangenen August dominiert.

In allen Fällen wurde die CPU selbstredend mit Flüssigstickstoff gekühlt, unter Wasser oder gar Luft lassen sich diese Taktraten kaum bewerkstelligen. Details zu den jeweiligen Ergebnissen finden Sie bei Hardware-Bot. Wir haben sie in der jeweiligen Nennung als Link hinterlegt.

Derartiges Overclocking ist selbstredend nicht alltagstauglich, hat sich in den letzten Jahren aber zu einer Art Sport unter Hardware-Enthusiasten entwickelt. Hersteller haben das Thema längst als Marketingfeld entdeckt. Hohe, wenngleich alltagsuntaugliche Taktraten werden immer wieder als Gütesiegel für das eigene Portfolio herangezogen. Asrock etwa warb zum Launch des Ryzen 9 3950X mit Taktrekorden auf dem X570 Aqua.

AMD über Prozessoren: “Wir sind in allen Bereichen führend”

AMD äußert sich ungewohnt markant zum derzeitigen Server-Prozessor-Markt. “Mit Rome haben wir die Führung in so ziemlich allen Bereichen”, sagte AMDs Server-Chef Forrest Norrod im Hinblick auf den Leistungsstand der Epyc-7002-Prozessoren im Vergleich mit Intels Xeon-Familie. “Es gibt nichts, wo wir uns verstecken müssten, außer vielleicht bei Workloads, die akribisch auf Intels Architektur optimiert wurden”, erklärte der AMD-Manager in der vergangenen Woche auf einer Konferenz in San Francisco.

Als die CPU-Architektur Zen vor vier Jahren fertiggestellt wurde, seien die Ingenieure froh gewesen, einen gleichwertigen Fertigungsprozess wie Intel einsetzen zu können, führte Narrod weiter aus. Durch eine bessere CPU-Architektur hoffte AMD auf einen kleinen Leistungsvorsprung gegenüber modernen Intel-Prozessoren. Von Intels Problemen mit der 10-Nanometer-Fertigung und den daraus resultierenden Verzögerungen neuer Prozessoren habe man seinerzeit nicht zu träumen gewagt, verriet Norrod auf der Konferenz Barclays Global Technology.

“Wir brechen Naturgesetze”

“Es war wie das vierte Gesetz der Physik in der Halbleiterindustrie: Intel hat einen Vorteil beim Fertigungsprozess”, erzählte Norrod. “Wir waren vor vier Jahren aufgeregt, weil wir dachten, wir könnten [beim Fertigungsprozess] gleichziehen. Wir träumten nicht, dass wir führen würden. Das geht über den architektonischen Vorteil hinaus, den wir eingeplant hatten.”

“Mit Rome haben wir nicht nur die Führung bei durchsatzlastigen Workloads, nicht nur im High-Performance-Computing (HPC) in der Cloud und bei großflächiger Virtualisierung, […] sondern so ziemlich in allen Bereichen, wenn man sich unsere 16- oder 24-Kerner gegen Intels CPUs Thread gegen Thread anschaut. Wir liefern wesentlich mehr Leistung und Effizienz. Es gibt nichts, wo wir uns verstecken müssten, außer vielleicht bei Workloads, die akribisch auf Intels Architektur optimiert wurden. Wir denken, dass wir eine großartige Führungsrolle haben, besser, als wir früher planten”, führt Norrod aus.

Intels Ice Lake-SP verspätet sich

Eigentlich sollte Intel längst die Ice-Lake-SP-Prozessoren mit bis zu 38 Rechenkernen und verbesserter Leistung pro Takt für Server vorgestellt haben. Wegen der schlecht laufenden 10-nm-Fertigung gibt es bisher aber nur Cascade Lake-SP mit maximal 28 Rechenkernen in 14 nm. Die Doppel-Prozessoren mit zwei CPU-Dies auf einem Träger setzt wegen der hohen Kosten kaum jemand ein.

AMD bietet dagegen schon 64-Kerner an, die pro Thread mindestens genauso schnell sind wie Intels Xeon-Modelle und bei TSMC mit Strukturbreiten von 7 nm gefertigt werden – elektrisch vergleichbar mit Intels 10-nm-Prozess.