5 Gründe gegen eine Apple Watch

Die Apple Watch zählt zu den besten Smartwatches auf dem Markt. Perfekt ist sie aber längst nicht. Diese fünf Gründe sprechen gegen den Kauf.

Apple hat derzeit drei Apple-Watch-Modelle im Angebot. Während die Apple Watch Series 8 und die Apple Watch SE der zweiten Generation im letzten Herbst nur dezente Weiterentwicklungen ihrer Vorgängermodelle waren, wagte Apple mit der Apple Watch Ultra mal einen etwas größeren Wurf. Die Uhr bietet sich für Extremsport in den Bergen und unter Wasser an, der größere Formfaktor erlaubt einen Akku, der die Uhr länger durchhalten lässt – im Stromsparmodus sogar bis zu 60 Stunden.

Was Series 8 und Ultra gemeinsam haben, ist die automatische Unfallerkennung, der Akku lässt sich schon seit der Series 7 schneller laden als zuvor. Diesen relativ kleinen Fortschritten stehen aber auch bei den aktuellen Modellen bekannte Nachteile gegenüber.

Aus diesen fünf Gründen sollten Sie sich die Anschaffung einer Apple Watch gut überlegen – mal ganz davon abgesehen, dass Apple schon im September neue Modelle zeigen wird.

  1. Kurze Laufzeit
    Es ist das Problem vieler Smartwatches, bei Apple zeigt es sich aber besonders extrem: Der verbaute Akku macht schnell schlapp und das Gerät muss an die Ladestation zurück, der Stromsparmodus hilft nur bedingt weiter. Laden geht per Induktion zwar auch kabellos, das ständige An- und Ablegen nervt aber auf Dauer.

unktionen wie die Schlafanalyse werden dadurch auch erschwert: Legt man die Uhr vor dem Schlafen auf die Ladestation, kann sie kaum den Schlaf überwachen. Auch auf Reisen oder bei mehrtägigen Outdoor-Touren verwandelt sich die Apple Watch schnell vom Hightech-Gefährten zum nutzlosen Hand-Ballast – allenfalls die Apple Watch Ultra zeigt sich dafür bedingt geeignet. Die ist aber recht teuer.

Immerhin lässt sich nun ein Stromsparmodus aktivieren, hier müssen Sie aber auf WLAN und Mobilfunk verzichten und andere Einschränkungen in Kauf nehmen. Bei der Apple Watch Series 8 verspricht Apple immerhin eine Verlängerung von 18 auf 36 Stunden, die Apple Watch Ultra soll 60 statt 36 Stunden durchhalten – aber eben mit eingeschränkten Funktionen. Ganz ehrlich: Wer trägt schon eine Smartwatch, um dann auf smarte Funktionen zu verzichten?

  1. Ablenkungsgefahr und viel Marketing um lange Feature-Liste
    Die Apple Watch 8 misst den Blutsauerstoff und hat eine EKG-App an Bord. Auch ältere Modelle verfügen über reichlich Health-Funktionen: Wer einen unregelmäßigen Herzrhythmus hat, wird von der Apple Watch ebenso gewarnt wie Personen, die plötzlich einen besonders hohen oder niedrigen Puls aufweisen.

Dazu kommen Kalorien- sowie Schrittzähler, intelligentes Sport-Tracking und sogar eine Achtsamkeits-App. Die soll gestressten Uhrenträgern Ruhe und innere Kraft spenden. Selbst Sturzmesser und Notrufdienste sind an Bord. Es bleibt die Frage: Wer braucht das alles?

Als Verkaufsargument macht sich die lange Liste mit Gesundheitsfunktionen natürlich prima, zumal Apple im Health-Bereich offenbar neue Marktsegmente im Auge hat. Nur weil eine Funktion technisch beeindruckend ist, heißt das aber noch lange nicht, dass man sie auch braucht – oder nutzt. Bevor Sie sich also von den vielen beeindruckenden Health-Features blenden lassen, sollten Sie sich überlegen, ob Sie diese im Alltag überhaupt einsetzen würden.

Mit den vielen Benachrichtigungen, der mitunter überraschenden Workout-Erkennung und den automatischen Funktionen, verlangt die Apple Watch vom Nutzer auch viel Aufmerksamkeit. Wer sich davon leicht ablenken lässt, ist mit der Smartwatch womöglich schlecht beraten. Nicht nur im Straßenverkehr droht Abgelenkten schließlich Unfallgefahr. Zwar lassen sich viele aufdringliche Funktionen auch deaktivieren, viel “Smart” ist in der Watch dann aber nicht mehr drin. Die Apple Watch ist daher nicht gerade Nutzern zu empfehlen, die sich schnell ablenken lassen – und sich daran stören.

  1. Hoher Preis und ein integriertes Ökosystem
    Die Apple Watch Series 8 kostet in ihrer Basisversion (ohne LTE) 499 Euro in der 41-mm-Variante, die 45-mm-Uhr kostet 539 Euro, die Apple Watch SE kostet mit 299 respektive 339 Euro auch noch einen stattlichen Preis, von der 999 Euro teuren Apple Watch Ultra ganz zu schweigen (jeweils Apples Preise). Das ist nicht wenig, für diese Preise bekommt man auch einen schönen Kurzurlaub oder ein neues Fahrrad. Selbst ältere Modelle spielen noch im gehobenen Preissegment.

Zwar lassen sich die hohen Kosten gut erklären, denn Apple verbaut hochwertige Komponenten aus Titan und Keramik. Zudem investiert der Konzern große Summen, um das mobile Betriebssystem immer weiter zu verbessern. Trotzdem sind die Anschaffungskosten einer Apple Watch kein Taschengeld und müssen sich am Ende des Tages auch rechtfertigen lassen.

Dazu kommt die alte Apple-Philosophie, Nutzer möglichst fest ans eigene Ökosystem zu binden – die Apple Watch ist da ein exemplarischer Fall. Die Smartwatch harmoniert vorbildlich mit dem iPhone und vielen Apple-Diensten. Das zeigt sich schon, wenn Nachrichten eingehen: Die werden nur einmal auf dem Gerät gemeldet, dass man gerade an oder in der Hand hat. Meldet sich die Uhr, schweigt das iPhone. Trägt man hingegen die Smartwatch nicht, zeigt das Handy die Meldung an.

Nerviger Doppelalarm gehört also der Vergangenheit an. Jenseits vom Apple-Ökosystem wird aber jeder Dienst verweigert. Die Uhr ist ausschließlich mit dem iPhone kompatibel.

Ob man sich eine Apple Watch zulegen sollte, geht also auch immer mit einer wichtigen Frage einher: Wie tief möchte man in das Apple-Ökosystem einsteigen? Denn so ominös das klingt: Mit jedem Schritt hinein, kommt man schwerer wieder heraus.

  1. Die Apple Watch ist schnell “veraltet”
    Bei der Apple Watch kann man sich genau wie beim iPhone darauf verlassen, dass einmal im Jahr ein neues Modell erscheint. Aber ist das für den Endkunden überhaupt ein Vorteil? Ob man sich ein Produkt im gehobenen Preissegment zulegen möchte, das spätestens nach einem Jahr schon wieder zur “alten” Modellreihe gehört, sollte man sich gut überlegen.

Dazu kommen umweltbezogene Bedenken, denn mit jedem neuen Release entsteht auch immer der Anlass, alte Modelle abzustoßen oder zu entsorgen. Wie bereits erwähnt: Apple wird im Herbst mit Sicherheit eine Apple Watch Series 9 herausbringen und womöglich schon eine zweite Generation der Apple Watch Ultra.

  1. Nichts für Liebhaber analoger Uhren
    Liebhaber klassischer Analoguhren können mit der Apple Watch kaum glücklich werden. Zwar ist es kein Problem, für eine analoge Uhr das Gleiche auszugeben, wie für eine neue Apple Watch. Dem klassisch dezenten, statischen und kultivierten Look einer hochwertigen Analoguhr steht die Apple Watch aber so gegensätzlich gegenüber, wie man sich das nur vorstellen kann.

Statt Ruhe gibt es hier dynamische und bunte Animationen. Statt Zurückhaltung und Zuverlässigkeit verlangt die Smartwatch ständig nach Aufmerksamkeit und will täglich (oder mindestens alle zwei Tage) abgelegt und aufgeladen werden.

Und obwohl Smartwatches längst einen großen Marktanteil ergattert haben, umgibt sie nach wie vor eine Aura von jugendlicher Verspieltheit statt bewährter Seriosität. Wer eine smarte Uhr im Look einer analogen Armbanduhr tragen möchte, dem empfehlen wir die Withings Scanwatch. Apple könnte von dieser Uhr noch jede Menge lernen.

Fazit
Mit sehr guter Verarbeitung, zuverlässiger Integration ins Apple-Ökosystem und mit starken Health-Funktionen gibt es gute Gründe, eine Apple Watch zu kaufen. Auch ältere Modelle können sich dank Upgrade auf watchOS 9 noch prima im Alltag behaupten. Eine wirklich spannende Innovation oder den nächsten großen Wurf suchen wir aber sowohl bei der Apple Watch 8 als auch im watchOS 9 vergeblich und die Apple Watch Ultra ist einfach teuer. Dazu kommen die fünf hier genannten Gründe, von der Apple Watch besser die Finger zu lassen. Doch natürlich hat alles seine zwei Seiten. Wenn Sie noch auf der Suche nach guten Gründen sind, die für die Apple Watch sprechen, dann wollen wir Ihnen diese nicht vorenthalten. In diesem Beitrag nennen wir fünf gute Gründe für die Apple Watch.

Von wegen faltbares iPhone

Apple forscht seit Langem an einer besonderen Art der faltbaren Displays – an einem rollbaren Bildschirm.

“Patently Apple” hat mal wieder ein interessantes Patent von Apple entdeckt: Das Unternehmen hat bei der US-Patentbehörde USPTO ein rollbares Display rechtlich sichern lassen.

Darin beschreiben die Erfinder:innen Que Anh S Nguyen und Christopher Jones ein flexibles Display, das sich in manchen Szenarios von einer oder von den beiden Seiten aufrollen lässt. Als Grundlagentechnologie sollte entweder eine Art OLED oder gleich Micro-LED dienen, dafür werden auf einer biegsamen Unterlage aus einem Polymer, einer Kunststoffgruppe mit hoher chemischen Beständigkeit, die Licht emittierenden Diode aufgedruckt.

In einer anderen Variante wird dafür ein biegsames Glas benutzt, die Erfinder sehen dafür vor, dass die Stärke der Glasbeschichtung auf der Innenseite sich vom Rand in die Mitte verjüngt, sodass das Glas fürs Rollen noch geschmeidiger wird. Die Erfindung wird nicht nur einem Smartphone vorbehalten, die Erfinder sprechen auch von einem Tablet oder einem tragbaren elektronischen Gerät, also einem iPad oder eben Macbook.

Die Patentschrift ist relativ kurz und umfasst zwölf Seiten, doch das ist nur ein Eintrag aus der ganzen Serie. So wurde erst zwei Tage früher ein Patent namens “Interne Beschichtung für Glasstrukturen in elektronischen Geräten” genehmigt, daran hat eine:r der Autor:innen des ursprünglichen Patents gearbeitet.

Que Anh S Nguyen figuriert als Hauptautor:in von mindestens zwölf Patenten bei Apple, immer zu dem gleichen Thema rund um biegsame und faltbare Displays. Das früheste Patent ist von USPTO am 23.03.2017 genehmigt worden und trägt die Überschrift “Durchsichtige Übergangsschicht zum Biegsamkeitserhalt vom beschichteten Glas”.

Hinweis der Redaktion: Ein Patent gewährt zwar ein Blick in die Zukunft Apples, gibt aber noch keine Garantie, dass ein solches Produkt definitiv kommen soll. Apple forscht in unterschiedliche Richtungen und lässt seine Erfindungen rechtlich sichern, selbst wenn unmittelbar keine entsprechende Produktlinie geplant ist.

Neue EU-Regeln für Batterien sind in Kraft

In Deutschland und den anderen 26 EU-Staaten sind neue Regeln für umweltfreundlichere und sicherere Batterien in Kraft getreten.

Wie die Europäische Kommission am Donnerstag mitteilte, sehen sie unter anderem Zielvorgaben für die Recyclingeffizienz vor.

So muss spätestens bis zum 31. Dezember 2025 eine Aufbereitung und Wiederverwendung von 75 Prozent des durchschnittlichen Gewichts von Blei-Säure-Batterien sichergestellt werden. Bei Lithium-Batterien sollen es 65 Prozent sein und bei Nickel-Cadmium-Batterien 80 Prozent. Noch strengere Vorgaben müssen dann bis Ende 2027 beziehungsweise bis Ende 2030 umgesetzt werden.

Zudem regelt die neue Batterienverordnung, dass Akkus in zahlreichen Geräten wie Handys und Laptops künftig von Verbrauchern selbst austauschbar sein müssen. Diese neue Vorgabe gilt ab dem 18. Februar 2027 und soll dazu beitragen, die Lebensdauer von Produkten zu verlängern.

Hintergrund der neuen Regeln ist unter anderem die große Nachfrage nach Batterien wegen der Elektrifizierung des Verkehrs. Nach Angaben der EU-Kommission wird erwartet, dass die Nachfrage bis 2030 weltweit um das 14-fache steigen wird, wobei 17 Prozent dieser Nachfrage auf die EU entfallen könnten. Die jetzt in Kraft getretene Verordnung war auf Grundlage eines Vorschlags der Kommission erarbeitet und im Juli von den EU-Staaten final beschlossen worden.

Wenn Smartphones ein zweites Leben erhalten

Smartphones und Laptops sind für viele Menschen ständige Begleiter geworden. Oft soll es das neueste Modell sein. Doch das schadet der Umwelt und dem Geldbeutel.

Es wird geputzt, gelöscht und geschraubt – schließlich soll das einst gebrauchte Smartphone top aussehen, wenn es beim neuen Besitzer ankommt. Immer mehr Anbieter haben sich auf Refurbishment spezialisiert, sie kaufen also gebrauchte Geräte, überholen sie und verkaufen sie weiter. Ein Trend, der bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern oft noch auf Skepsis stößt. Das Label gebraucht hat oft einen unangenehmen Beigeschmack: Was kann alte Technik noch leisten und kann die Qualität mithalten?

Die Firma Interzero aus Berlin und Köln will gebrauchte Geräte genau aus dieser “Schmuddelecke” holen. “Gebrauchte Technik zu kaufen, soll ein Erlebnis wie neu sein”, sagt Dirk Krolikowski, Leiter Betrieb, Technik und Prozesse. “Nur dann entsteht der Effekt des Weitererzählens.”

Refurbished statt neu kaufen
Portale, auf denen gebrauchte Technik angeboten wird, gibt es inzwischen viele. Sie werben mit Slogans wie “Gut für dein Karma, gut für den Geldbeutel – refurbished statt neu kaufen”. Der Preis spielt dabei eine entscheidende Rolle, berichtet die Verbraucherschutzzentrale. Aus Umfragen wisse man, dass die Mehrheit gar nicht auf die neusten Innovationen schaue. “Stattdessen ist oft der Preis wichtiger. Wer gebraucht kauft, spart Geld und Ressourcen.” Bis zu 50 Prozent Ersparnis gegenüber einem Neukauf seien möglich.

Aus Sicht der Verbraucherschutzzentrale muss jedoch genau hingeschaut werden. So sollen Verbraucherinnen und Verbraucher checken, ob es Qualitätsprozesse gibt, die ein Smartphone oder Laptop beim Anbieter für Refurbishment durchlaufen muss. Auch die Bebilderung könne ein Hinweis sein. “Ist sie vom angebotenen Produkt im aktuellen Zustand oder ein Katalogfoto?”.

Gut erhaltene Firmengeräte
Bei Interzero ist es ein aufwendiger Weg vom abgegebenen Laptop oder Tablet zum generalüberholten Gerät. “Zunächst werden die Geräte ausgepackt und identifiziert und inventarisiert”, sagt Krolikowski. “Firmen behandeln ihre Technik weniger schrebblig als die Leute zu Hause”, berichtet er. Die meisten Geräte kommen hier aus Unternehmen an und nur manche aus Privatgebrauch.

Zuhause landet das alte Smartphone doch oft nur in der Schublade. Nach Angaben des Digitalverbandes Bitkom lagerten im vergangenen Jahr rund 210 Millionen Alt-Handys in Haushalten in Deutschland. Insgesamt 87 Prozent der Bürger hatten demnach mindestens ein ausrangiertes Handy. Seit 2015 habe sich diese Zahl mehr als verdoppelt.

Gründe dafür gibt es viele. Verbraucherinnen und Verbraucher haben etwa Angst um ihre gespeicherten Daten auf den alten Geräten. Datensicherheit spielt daher eine große Rolle beim Refurbishment.

Daten löschen
“Die Daten werden sicher gelöscht”, berichtet Krolikowski in Berlin. “Es gibt Geräte, die stehen 18 bis 20 Stunden und die Festplatte wird immer wieder neu überschrieben”. Auf Kundenwusch können Datenträger auch ausgebaut und geschreddert werden. Diese geschredderten Teile werden dann geschmolzen und können weiter verwendet werden, beispielsweise als Baumaterial für Geländer.

Bei der Löschung werde auch geschaut, was das Gerät für technische Daten habe und wie der äußere Zustand sei. Also ob beispielsweise das Display kaputt ist oder Sticker entfernt werden müssen. Laut Krolikowski sind es etwa 3.800 Smarthphones in der Woche, die in Berlin aufbereitet werden und Interzero geht davon aus, dass es künftig noch mehr werden.

Aus ökologischer Sicht wäre das gut. Gebrauchte Geräte weiter zu benutzen, ist ressourcenschonend und spart Klimagase. Doch nach Ansicht der Deutschen Umwelthilfe reicht das nicht. “Es braucht eine Pflicht zur Prüfung auf Wiederverwendbarkeit bei der Sammlung und Erfassung von Elektro-Altgeräten”, sagte Thomas Fischer, DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft. Dabei sieht er die Bundesregierung in der Pflicht. “Wir haben zur Wiederverwendung von den Geräten keine gesetzlichen Vorgaben und Pflichten. Das heißt, da wird versagt.”

Gedanken zum Recht auf Reparatur
Bundesverbraucherschutzministerin Steffi Lemke (Grüne) hatte sich Ende Juni zusammen mit ihren Amtskollegen der Länder für ein Recht auf Reparatur ausgesprochen. Dazu soll ein Reparaturgesetz erarbeitet werden, mit dem Hersteller dazu verpflichtet werden, Verbrauchern und Verbraucherinnen sowie fachlich kompetenten Reparateuren kostenlos und transparent Reparaturinformationen bereitzustellen.

Zudem soll noch dieses Jahr das Förderprogramm “Reparieren statt Wegwerfen” auf den Weg gebracht werden. Es sei in Ressortabstimmung und werde somit weiter innerhalb der Bundesregierung beraten, sagt ein Sprecher des Ministeriums auf Anfrage.

Aus Sicht der Umwelthilfe wären das zwar richtige Schritte, doch die Pläne seien noch zu unkonkret. “Es gibt keinen konkreten Zeitplan”, sagt Fischer. “Und das, was da angesprochen worden ist, reicht am Ende auch nicht aus.” Es müsse noch stärker daran gearbeitet werden, die Reparatur ökonomisch attraktiver zu machen.

Die Umwelthilfe fordert daher, Reparaturen beispielsweise durch einen niedrigeren Mehrwertsteuersatz attraktiver zu machen. “Das heißt also, Arbeit und Reparatur muss finanziell grundsätzlich besser gestellt werden als der Neukauf von Produkten”, sagt Fischer.

Windows 11 ohne Installation starten

Windows 11 müssen Sie nicht zwingend installieren, um das Betriebssystem zu starten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie dieses Kunststück mit Live11 schaffen.
Was ist Live11?
NTDEV ist ein Entwickler, der unter anderem Tiny11 bereitgestellt hat: eine Variante von Windows 11, die um zahlreiche Features gekürzt wurde. Jetzt hat NTDEV noch einmal Hand angelegt und Live11 präsentiert. Diese Live-Variante von Windows 11 startet, ohne dass Sie das Betriebssystem auf einer Festplatte installieren müssen. Der Start erfolgt stattdessen von einer DVD, die Sie selbst erstellen können.

Dieses Prinzip ist von zahlreichen Linux-Distributionen bekannt, die ähnliche Systeme verwenden, um das Betriebssystem live zu starten. Die Vorteile liegen auf der Hand: So können Sie ein neues Betriebssystem einfach nur testen, ohne es aufwendig installieren zu müssen. Ebenso können Sie es für die Fehlersuche verwenden, falls Ihr eigentlich installiertes OS aus irgendeinem Grund nicht mehr startet.

Live11 stellt diese Möglichkeiten nun für Windows 11 bereit (und ist völlig legal).

Was brauche ich?
Windows 11 wird in der Live11-Variante komplett in den Arbeitsspeicher geladen. Entsprechend muss dieser ordentlich dimensioniert sein, NTDEV empfiehlt mindestens 8 GB. Mehr sollte helfen, damit Sie auf der sicheren Seite sind.

Insgesamt ist das Image von Live11 etwa 4 GB groß und basiert zu großen Teilen auf den Daten, die bereits in Tiny11 vorhanden waren. In diesem Fall ist die Größe bedeutend, denn auf eine normale DVD passen 4,7 GB Daten. Ein Browser ist ebenfalls vorinstalliert, dafür kommt Firefox zum Einsatz. Nach dem Start können Sie also wählen, ob Sie mit Firefox oder Microsoft Edge im Internet unterwegs sein möchten.

Was funktioniert nicht?
Ein Projekt dieser Größenordnung kann nicht von einem einzigen Entwickler auf Fehler untersucht werden. Es kann daher gut sein, dass Sie auf Fehler stoßen, die im normalen Betrieb von Windows 11 nicht auftauchen. Daher weist NTDEV auch darauf hin, dass Live11 nur experimentell vorliegt. Booten kann das System zum Beispiel nur auf Geräten mit BIOS und Master Boot Record – UEFI-Geräte sind also außen vor. Auch VMs von VirtualBox funktionieren nicht, während VMware sehr wohl unterstützt wird.

Motorola launcht Moto g14 in Deutschland

Die Lenovo-Tochter stellt mit dem neuen Moto g14 ein günstiges Smartphone für den Consumer-Markt vor, dem es jedoch nicht an Exklusivität und Funktionen mangelt.

Die deutsche Niederlassung der Motorola Mobility LLC in Oberursel hat die Markteinführung des neuesten Mitglieds der Moto g-Familie angekündigt. Das neue Moto g14 sei ein preiswertes Gerät, das eine Vielzahl von Premium-Funktionen bietet und sich von anderen Mittelklasse-Smartphones auf dem Markt abhebt, wirbt der Hersteller. Tatsächlich werden zwei Gehäusevarianten mit jeweils zwei Farben angeboten. In Steel Gray und Sky Blue kommen sie mit einer Rückseite aus Glas und bei den Farben Butter Cream oder Pale Lilac mit “veganem Leder”.

Günstig und doch vielseitig
“Mit dem neuen Moto g14 stellen wir heute das erste Gerät in der Moto g-Familie vor, welches über eine vegane Rückseite verfügt und somit Stil und herausragende Haptik mit einem fairen Preis kombiniert”, sagt Björn Simski, Director und General Manager von Motorola Deutschland und Österreich. “Die Entscheidung für eine vegane Rückseite bei der Moto g-Familie ist ein bedeutender Schritt in unserer Bemühung, eine breitere Palette von Farb- und Haptikvariationen für unsere Nutzer in allen Preiskategorien anzubieten.”

Als Beleg für das gute Preis-Leistungsverhältnis bringt das Moto ein 6,5-Zoll großes Full HD+-Display bei einem Seitenverhältnis von 20:9 mit, das für mehr und schärferen Bildinhalt steht. Das Hole-in-Display (HiD)-Design und schmale Ränder bieten mehr Platz zum Arbeiten und Spielen. Die Stereolautsprecher mit Dolby Atmos-Technologie und Motorolas Spatial Sound versprechen Bässe und Stimmen ohne Störgeräusche bei multidimensionalem Raumklang.

Das Moto g14 ist mit einem 50-MP-Sensor ausgestattet, der auch bei schlechten Lichtverhältnissen detaillierte Fotos ermöglicht. Das Hauptkamerasystem verfügt über Quad-Pixel-Technologie mit einer vierfach höhere Lichtempfindlichkeit für schärfere Bilder. Ebenfalls ist eine spezielle Macrovision-Kamera integriert, um auch kleinste Motive detailliert abbilden zu können. Die 8-MP-Frontkamera kommt mit dem heutzutage wohl unvermeidlichen Face Beauty-Modus, der Fotos automatisch für Social Media aufhübscht.

Zuverlässige Leistung mit starkem Akku
Für die nötige Power hat das vor Spritzwasser geschützte Moto g14 einen Octa-Core-Prozessor unter der Haube, der mit 4 GB RAM Videochats und die erweiterten KI-Fotofunktionen leicht erledigt. Bei 128 GB integriertem UFS2.2-Speicher, der sich schnellen Lese- und Schreibgeschwindigkeiten verspricht, gehen die Installation und das Öffnen von Apps flott von der Hand. Über MicrosSD lässt sich der Speicher mit Modulen bis zu einem Terabyte erweitern. Das Akku mit 5000 mAh hält auch Streamserien und längere Videochats durch. Wenn es geladen werden muss, sorgt die 15 Watt TurboPower-Technologie für ein schnelles Aufladen.

“Entertainment-Fans, Freizeitfotografen und Serienfans kommen mit dem Moto g14 voll auf ihre Kosten und können sich dank der leistungsstarken Batterie stundenlang auf ihre Lieblingsaktivitäten konzentrieren”, verspricht Simski ergänzend.

Preise und Verfügbarkeit
Das Moto g14 ist in Steel Gray bei Media Markt und Saturn bereits für 149,99 Euro unverbindliche Preisempfehlung inklusive Mehrwertsteuer erhältlich. Die Modelle in den Farben Sky Blue und Butter Cream folgen im Laufe des Monats August. Die gesamte Palette einschließlich dem Moto g14 in Pale Lilac ist ebenfalls zum gleichen Preis im Motorola-Webshop verfügbar. Noch mehr Informationen und Spezifikationen zu den Modellen verrät Motorola unter diesem Link.

Huawei mit Umsatz- und Gewinnwachstum im ersten Halbjahr 2023

Huawei gab seine Geschäftsergebnisse für das erste Halbjahr 2023 bekannt. Insgesamt entsprachen die Geschäftszahlen den Prognosen.

Im ersten Halbjahr 2023 erwirtschaftete Huawei einen Umsatz in Höhe von umgerechnet* 42,9 Milliarden US-Dollar, mit einem Anstieg von 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und einer Nettogewinnmarge von 15,0 Prozent. Das IKT-Infrastrukturgeschäft des Unternehmens trug 23 Milliarden Dollar zum Umsatz bei, das Verbrauchergeschäft 14,3 Milliarden Dollar, das Cloud-Geschäft 3,3 Milliarden Dollar, der Geschäftsbereich Digital Power 3,3 Milliarden Dolar und das Geschäft mit intelligenten Automobillösungen (IAS) 137,8 Millionen Dollar.

“Ich möchte unseren Kunden und Partnern für ihre kontinuierliche Unterstützung danken”, sagte Sabrina Meng, Huawei’s Rotating Chairwoman. “Ich möchte auch dem gesamten Huawei-Team für seine Solidarität und sein Engagement danken. Huawei hat stark in Grundlagentechnologien investiert, um die Trends in den Bereichen Digitalisierung, Intelligenz und Dekarbonisierung zu nutzen, und sich darauf konzentriert, Werte für unsere Kunden und Partner zu schaffen. In der ersten Hälfte des Jahres 2023 blieb unser IKT-Infrastrukturgeschäft solide und unser Verbrauchergeschäft erzielte Wachstum. Unsere Geschäftsbereiche Digital Power und Cloud verzeichneten beide ein starkes Wachstum, und unsere neuen Komponenten für intelligente, vernetzte Fahrzeuge gewinnen weiter an Wettbewerbsfähigkeit.”

Bei den hier veröffentlichten Finanzdaten handelt es sich um ungeprüfte Zahlen, die in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards erstellt wurden.

*Wechselkurs Ende Juni 2023: 1 US Dollar = 7,2543 CNY (chinesiche Renminbi)

Huawei Technologies ist einer der weltweit führenden Anbieter von Informationstechnologie und Telekommunikationslösungen (IKT). Mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung und mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung nutzt direkt oder indirekt Technologie von Huawei. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Shenzhen hat weltweit 207.000 Mitarbeiter und ist mit seinen drei Geschäftsbereichen Carrier Network, Enterprise Business und Consumer Business in 170 Ländern tätig.

Huawei beschäftigt über 114.000 Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung und betreibt weltweit 16 Forschungs- und Entwicklungscluster sowie gemeinsam mit Partnern 28 Innovationszentren. In Deutschland ist Huawei seit 2001 tätig und beschäftigt über 2.000 Mitarbeiter an 18 Standorten. In München befindet sich das größte europäische Forschungszentrum von Huawei.

Altes Smartphone bei Google in Zahlung geben

Was tun mit dem ausgedienten Smartphone? Über den Google-Store können alte Mobiltelefone beim Kauf eines neuen Pixel-Smartphones eingetauscht werden.

Was kann und soll man mit der ausgedienten Hardware tun, wenn man sich etwas Neues kauft? Weil das Anbieten und Verkaufen auf Ebay oder Ebay Kleinanzeigen mit Aufwand verbunden und der Ertrag ungewiss ist, lassen viele Menschen ihre alten Geräte einfach zu Hause in der Schublade oder im Schrank liegen.

In einer Umfrage des IT-Branchenverbandes Bitkom gaben 87 Prozent der Befragten an, mindestens ein ungenutztes Smartphone zu besitzen. Insgesamt summieren sich die ausrangierten Mobiltelefone in Deutschland auf mehr als 200 Millionen Stück, hinzu kommen noch beinahe 50 Millionen Notebooks und 26 Millionen Tablets.

Eine Alternative zum selbst organisierten Verkauf stellen professionelle Ankaufdienste dar: Dort beschreibt man kurz das Gerät inklusive Zustand und bekommt daraufhin einen ersten Schätzwert. Wenn man die Ware anschließend nach dem Löschen aller Daten zum Verkaufen einschickt, wird sie geprüft und man bekommt das “finale Angebot”. Das kann durchaus deutlich unter dem ersten liegen, denn schließlich müssen gewerbliche Dienste auch bei gebrauchter Ware die gesetzliche Gewährleistung bieten.

Schlechte Erfahrungen haben wir etwa bei Mediamarkt gemacht, als die Handelskette in einigen Filialen Automaten für die Rücknahme aufgestellt hatte: Alle dem Automaten angebotenen und voll funktionstüchtigen Smartphones waren der Analyse zufolge “wertlos”: “Leider kann ich dir für dein Telefon kein Geld mehr anbieten.”

Positiv überrascht hat uns dagegen Google: Der Internetkonzern bietet Ihnen beim Neukauf eines Pixel-Smartphones über seinen Store gleichfalls die Möglichkeit, ein altes Mobiltelefon einzutauschen. Dabei beschränkt sich die Rücknahme nicht auf die eigenen Modelle, sondern gilt auch für Geräte von Apple, Samsung und weitere Hersteller.

Ausprobiert haben wir es mit zwei Geräten: Ein betagtes Google Pixel 3 funktionierte zwar noch einwandfrei, wurde jedoch bereits seit über einem Jahr nicht mehr mit Sicherheits-Updates versorgt, war also nicht ohne Risiko nutzbar. 100 Euro stellte Google nach der positiven Antwort auf die beiden Fragen in Aussicht, ob man das Smartphone einschalten könne und ob es frei von Beschädigungen sei.

Inkludiert bei der Schätzung war der Hinweis: “Den tatsächlichen Wert deines Smartphones erfährst du per E-Mail, nachdem es geprüft wurde. PCS Wireless schickt dein Smartphone zurück, wenn sich der Wert auf weniger als 75 Prozent des Schätzwerts beläuft”.

Lässt man sich darauf ein, bekommt man ein Etikett für den kostenlosen Versand, schickt es ein und erhält nach gut einer Woche eine E-Mail über die Gutschrift: In unserem Fall tatsächlich über den vollen Betrag, der dann innerhalb von wenigen Tagen auf dem Konto eintraf. Das zweite Gerät war ein Pixel 4a, für das der Support mit Sicherheits- Updates in diesem Sommer ausläuft: Hierfür bezahlte Google 150 Euro.

Apple leidet weniger als die Konkurrenz

Der internationale Tablet-Absatz ist gehörig unter Druck. Unter den Top-Marken kann sich noch am ehesten Apple behaupten. Die Analysten von IDC haben dafür eine erstaunliche Erklärung.

Das Geschäft mit Tablets ist derzeit kein großer Spaß für die Produzenten: Laut Zahlen der Marktforschungsexperten von IDC wurden im zweiten Quartal 2023 nur knapp 30 Millionen Stück verkauft. Im Vorjahresquartal waren es noch über 40 Millionen. Damit gingen die Stückzahlen weltweit um 29,9 Prozent zurück.

Vergleichsweise glimpflich kommt noch Marktführer Apple weg. Mit einem Rückgang der Stückzahlen von knapp 17 Prozent konnte man insgesamt den Marktanteil gegenüber dem Vorjahr ausbauen. “Trotz des Rückgangs ist Apple besser positioniert als seine Konkurrenten, da das Unternehmen üblicherweise eher wohlhabende Nutzer bedient”, meinen die IDC-Analysten. Diese seien möglicherweise weniger vom wirtschaftlichen Abschwung betroffen.

Xiaomi holt auf
Auf dem zweiten Platz folgt Samsung. Die Koreaner schlugen sich mit einem Rückgang von 18,3 Prozent auch besser als der Durchschnitt und bauten ebenfalls ihren Marktanteil aus. Lenovo musste mit einem Minus von 39,8 Prozent ordentlich Federn lassen, kann sich aber auf dem dritten Platz vor Huawei auf dem vierten Platz behaupten.

Gegen den Trend stemmt sich Xiaomi: Der chinesische Hersteller schafft es im Q2/2023 mit einem Zuwachs von 41,6 Prozent bei den Stückzahlen in die Riege der fünf Top-Produzenten. Damit konnte Xiaomi den Marktanteil von 1,8 auf 3,6 Prozent verdoppeln. Im Vergleich zu den 37 Prozent von Apple oder den gut 20 Prozent von Samsung ist das aber noch ein vergleichsweise kleiner Anteil. Gut ein Viertel der produzierten Tablets geht auf das Konto anderer Hersteller.

Bessere Nachfrage in Schwellenländern
Den Höhenflug von Xiaomi führt IDC auf strategische Markteinführungen mit Umtauschangeboten und Frühbucherrabatten insbesondere auf dem asiatischen Markt zurück. Jitesh Ubrani, Research Manager bei IDC Mobility and Consumer Device Trackers, beobachtet eine Zweiteilung des Tablet-Marktes: “iPads erobern das obere Segment und Marken wie Xiaomi und Lenovo breiten sich im unteren Ende aus”, stellt er fest. Dies sei eine Herausforderung für das mittlere Segment, da Verbraucher immer mehr zu besonders hohen oder extrem niedrigen Preisen tendieren.

Senior Analyst Anuroopa Nataraj verweist aber auch auf die gesteigerte Leistungsfähigkeit und Ausstattungsvielfalt auch im Billigsegment: “Preisgünstige Produkte, die trotzdem über viele Funktionen verfügen, werden vor allem in Schwellenländern gut angenommen, da sie einen hohen Nutzwert haben”, erläutert sie. Hier konnte sich eine Reihe neuer Anbieter etablieren. Daher haben Schwellenländer gegenüber den Industriestaaten derzeit “eine relativ höhere Wachstumsrate”, meint die IDC-Expertin.

48 Stunden im Cyber-Kriegsgebiet

Ich bin Jens Decker. In meiner Rolle als Berater, Unternehmer und Geschäftsführer mehrerer IT-Unternehmen habe ich mich auf die Vorbereitung von Unternehmen auf Cyberangriffe spezialisiert und helfe ihnen dabei, solche Vorfälle zu bewältigen. Was ich hier schildere, ist kein Theorieszenario, sondern eine Erfahrung, die ich persönlich gemacht habe.

Es war ein später Märzabend im Jahr 2022. Nach einem langen Tag, der gegen sechs Uhr morgens begonnen hatte, war ich endlich in meinem Hotelzimmer. Als ich einen Anruf erhielt, dass mit den IT-Systemen einer meiner Kunden etwas nicht stimmte und sie teilweise unerreichbar waren, war mir klar, dass es noch eine lange Nacht werden würde.

Ich machte mich umgehend auf den Weg in die Firma, die nur fünf Minuten vom Hotel entfernt war. Dort traf ich mich mit einem Kollegen und wir gingen direkt in die Serverräume. Unsere erste Priorität war es, nach offensichtlichen Fehlern zu suchen – war die Serverhardware eingeschaltet? Gab es einen Fehler im Speicher? Gab es einen Stromausfall oder war eine Netzwerkkomponente ausgefallen? Aber soweit wir feststellen konnten, lief alles wie es sollte.

So begann um etwa 23:30 Uhr unsere tiefergehende Suche nach einem möglichen Fehler. Wir versuchten vergeblich, per Remote Desktop auf einen der Domain Controller zuzugreifen und entschieden uns ein physisches Terminal anzuschließen. Wir sahen beim Einschalten des Bildschirms ein normales Login-Fenster, doch der Login funktionierte nicht. Langsam keimte in uns der Verdacht auf, dass wir es mit etwas Ernsthaftem zu tun hatten.

Wir wollten uns einen Überblick verschaffen und gingen mit dem Terminal die ESXi Hosts durch. Bei jedem Host, an den wir uns anschlossen, sahen wir nur einen weißen Text auf einem schwarzen Bildschirm “Hypervisor not found”. Der Verdacht wuchs mit jedem Host den wir uns ansahen.

Um 23:50 Uhr war uns dann endgültig klar, dass etwas Ernsthaftes vor sich ging. Wir zogen sofort alle Stecker und trennten alle Serverkomponenten in beiden Rechenzentren vom Strom, um den laufenden Angriff zu stoppen. Um 0:10 Uhr war alles aus und es stellte sich die Frage: “Wie geht es weiter?”. Wir waren uns aber sicher, dass wir den Angriff zumindest aufgehalten hatten. Dies war der Moment, um kurz innezuhalten.

Wir gingen nach draußen, zündeten uns eine Zigarette an und überlegten uns die nächsten Schritte. Das Wichtigste war jetzt, Ruhe zu bewahren und überlegt zu handeln. Es wurde uns bewusst, dass wir uns auf eine schlaflose Nacht einstellen mussten, auch die nächsten Tage würden eher einem Marathon gleichen und ganz sicher kein Spaziergang werden.

Die Uhr zeigte 0:45 Uhr, als wir begannen, die wichtigsten Stellen im Unternehmen zu informieren. Unsere Kollegen in der IT waren sofort wach und gefühlt noch während dem Gespräch auf dem Weg zu uns. Wir brauchten jetzt alle Mann an Deck. Dann informierten wir die Inhaber der Firma und wichtige Entscheidungsträger. Die Rufbereitschaft sprach zunächst von einem größeren IT-Ausfall, der sich bis zum nächsten Tag hinziehen wird, um die Informationshoheit den Inhabern zu überlassen.

Die folgenden Stunden waren von intensiven Gesprächen und Entscheidungen geprägt. Gegen drei Uhr morgens hatten wir die wichtigsten Personen informiert und es war allen klar, dass wir uns inmitten eines Cyberangriffs befanden. Um 3:30 Uhr stand dann auch endgültig fest, was passiert war: Die Backups waren verschlüsselt, die Systeme zum Teil betroffen und ausgeschaltet. Wir waren wieder in der “Steinzeit” angekommen. Es war nichts mehr da außer ein Block Papier und ein Bleistift.

In den frühen Morgenstunden bildete sich ein spontaner Krisenstab. Bis 5 Uhr gab es immer wieder Abstimmungen zwischen IT und Krisenstab, um Systeme und Kunden zu priorisieren. Wir überlegten, wie wir die Systeme am besten wieder online nehmen sollten. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war allen Beteiligten klar, dass wir den operativen Betrieb für die nächsten Tagen einstellen müssen. Die Konsequenzen waren, das mehrere Tausend Mitarbeiter nicht zur Arbeit kommen konnten, hunderte Partner und Kunden keine Waren / Dienstleitungen bekamen. Die Firma stand am Rande des Abgrunds, wir hatten somit nur wenige Tage Zeit die IT wieder zum “Laufen” zu bekommen.

Rückblickend verloren wir leider bis acht Uhr morgens wertvolle Zeit damit, einen Plan zu erstellen, den wir besser bereits “in der Schublade” gehabt hätten. Erst ab 9 Uhr konnte die IT damit beginnen, die ersten Systeme in einer Notfallumgebung wieder aufzubauen. Hierfür hatten wir inzwischen auch unsere IT-Partner mit ins Boot geholt. Zum Glück hatten wir bereits ein wirkliches gutes Netzwerk an Partnern, auf die wir uns verlassen konnten.

Parallel dazu entschied der Krisenstab, die Darknet-Adresse zu öffnen, die wir in einer Datei auf nahezu allen Systemen gefunden hatten. Keine gute Idee, wie sich herausstellen sollte. Mit dem Öffnen der Adresse begann ein Chat mit dem “Kundenservice” der Angreifer, die freundlichen “Mitarbeiter” setzen uns sofort ein Ultimatum von 24 Stunden. Sie forderten ein Lösegeld in siebenstelliger Euro Höhe in Bitcoin und boten uns im Gegenzug die Herausgabe der Entschlüsselungssoftware inklusive Passwort an. Sie versprachen, die exfiltrierten Daten zu löschen und nicht zu veröffentlichen, wenn wir das Lösegeld bezahlen würden. Wir haben nicht bezahlt. Die ersten Daten wurden nach 24 Stunden veröffentlicht.

Gemeinsam mit unseren Partnern gelang es uns, um 22 Uhr des Folgetages die Basis-Komponenten der Infrastruktur neu aufzusetzen. Um 3 Uhr nachts waren die ersten Schichten geplant, der Krisenstab war aufgeteilt und 24h besetzt, die Techniker schliefen im Konferenzraum unter den Tischen, immer mal wieder für ein paar Stunden.

Endlich, um vier Uhr morgens – fast 48 Stunden nach meinem letzten Schlaf – konnte ich mich ein paar Stunden hinlegen. Die nächsten Wochen würden eine Herausforderung sein, wie ich sie zuvor nur in wenigen Situationen erlebt hatte. Wir brauchten technisches Wissen, Architekturwissen, Wissen über die “alte” Infrastruktur und Zusammenhänge, Führungsfähigkeit, Entscheidungskraft, Teamfähigkeit und vor allem starke Nerven.

Rückblickend wurde mir klar, dass die beste Waffe gegen Cyberangriffe die Vorbereitung ist. Es ist entscheidend, im Vorfeld eine gute Beziehung zu Dienstleistern aufzubauen und klare Krisenpläne zu erstellen. Es gibt keine Garantie, dass Sie einen Cyberangriff verhindern können, aber mit der richtigen Vorbereitung können Sie sicherstellen, dass Sie bereit sind, wenn er kommt.