Ratgeber PCs: Homeschooling & Zocken ab 150€?

Die Schule ist zu, jetzt muss schnell ein zusätzlicher PC fürs Homeschooling her. TechStage zeigt, was Systeme ab 150 Euro können und worauf man beim Kauf achten sollte.

Wenn mehr als eine Person plötzlich von zu Hause arbeiten soll, werden die Arbeitsplätze schnell knapp. Ein Laptop reicht nicht, wenn ein Erwachsener im Homeoffice ist und die Kinder von zu Hause am Unterricht teilnehmen sollen. Wer hier schnell mehr Kapazitäten schaffen will, der hat mehrere Möglichkeiten. Wird nur im Web gearbeitet, bieten sich Chromebooks als ein einfaches und verhältnismäßig günstiges Update an. Sobald aber Programme lokal installiert werden sollen, kommt man kaum um Windows 10 herum. Es gibt auch hier günstige Notebooks, im unteren Preisbereich machen aber auch kleine und kompakte Komplett-PCs diesen Systemen Konkurrenz.

Der große Vorteil: Sie sind deutlich flexibler als Notebooks. Das Display oder die Eingabegeräte kann man selbst wählen, zudem lassen sie sich meist zumindest im kleinen Rahmen aufrüsten. In dieser Marktübersicht zeigen wir die unterschiedlichen Preisklassen und deren Hardware. Wir geben zudem Einschätzungen darüber, für welche Aufgaben sich die jeweiligen Systeme eigenen.

Prozessoren

AMD und Intel unterteilen ihre CPU-Familien in mehrere Zweige, die sich jeweils in Leistung, Stromaufnahme und Zielgruppe unterscheiden. Bei AMD ist der Einsteiger-Bereich die Athlon-Serie. Die kommt mit einer On-Board-Grafik, deren Leistung ist aber begrenzt. Je nach Ausführung besitzen die Athlon-CPUs bis zu vier Rechenkerne.

Deutlich schneller sind die Ryzen-Prozessoren. Die einzelnen Serien sind Ryzen 3, Ryzen 5, Ryzen 7 und Ryzen 9. Der Unterschied besteht vor allem im Takt, den verfügbaren CPU-Kernen und den Threads. Während ein Ryzen 3 3100 maximal 4 Kerne und 8 Threads bei 3,6 GHz Basistakt schafft, kommt ein aktueller Ryzen 7 5800X auf 8 CPU-Kerne, bis zu 16 Threads und einen Basistakt von 3,8 GHz. Einfach gesagt: Je höher die Ryzen-Zahl, desto schneller ist die CPU, desto mehr Strom benötigt sie aber.

Bei Intel ist die Aufteilung noch größer. Hier gibt es die großen Familien Atom, Celeron, Core und Pentium. Atom-Prozessoren sind vor allem für den Einsatz in Systemen gedacht, die wenig Leistung bringen müssen und eine möglichst geringe Stromaufnahme besitzen sollen. Sie kommen etwa in den Intel Compute Sticks oder bei Chromebooks zum Einsatz. Celerons dürfen dagegen deutlich mehr Strom benötigen, sie bringen eine höhere Leistung als vergleichbare Atom-CPUs, müssen aber aktiv gekühlt werden. Die Pentium-Systeme sind oberhalb der Celeron-CPUs angesiedelt. Sie haben meist mehr Rechenkerne und können höhere Taktraten fahren. Die Core-Reihe sitzt ganz oben, hier handelt es sich um die aktuell schnellsten (und stromhungrigsten) CPUs von Intel, aufgeteilt in Core-i3, Core-i5, Core-i7 und Core-i9.

Core-i3 ist vor allem für PCs mit Standard-Aufgaben vorgesehen. Man sieht sie oft in günstigeren Notebooks. Core-i5 und Core-i7 sind für klassische Desktop-PCs gedachte und liefern gute Leistung. Der Core-i9 ist für High-End-Nutzer und deren Systeme gedacht.

Formfaktoren

Drei große Formfaktoren beherrschen den Komplett-PC-Markt: Der Stick, der 1-Liter-PC und das klassische Gehäuse. Der Stick ist dabei exotisch und vor allem bei den günstigen Produkten zu finden. Deutlich häufiger ist der 1-Liter-PC. Der Name kommt daher, dass das Gehäuse so klein ist, dass es weniger als 1 Liter Volumen belegen. Intel und seine NUC-Produkte sind die Paradebeispiele dafür, inzwischen haben aber viele andere Hersteller entsprechende Produkte. Sie sind meist so klein, dass sie auf dem Schreibtisch fast verschwinden, meist lassen sie sich auch direkt hinten an einen Monitor schrauben. Die letzte Bauform ist das klassische Gehäuse. Es hat den Vorteil, dass es genügend Platz für eine aktive Lüftung bietet und sich oft besser aufrüsten lässt.

Intel NUC8I7BEH Kit (5 Bilder)

Die Vorderseite des NUC-Kits.

Eine inzwischen eher seltene Sonderform sind die All-in-One-Geräte. Sie integrieren den PC in einen Monitor. Das kann sehr elegant aussehen, die Apple iMacs sind dafür gute (und teure) Beispiele. Gleichzeitig macht es die PCs aber schwer aufrüstbar.

Grafik

Die meisten Rechner im unteren und mittleren Preissegment bieten eine On-Board-Grafik von Intel oder AMD, analog zu den Grafikkarten in vielen Notebooks. Die Onboard-Grafik reicht für die klassischen Aufgaben wie Textverarbeitung oder das Surfen im Internet. Problematisch wird es, wenn 3D-Anwendungen wie Spiele hinzukommen oder Videos mit hoher Auflösung wiedergegeben werden sollen.

Ab der oberen Mittelklasse werden die PCs größer und setzen meist auf eine echte Grafikkarte. Diese sind den On-Board-Lösungen normalerweise klar überlegen, auch, weil sie über mehr eigenen Grafikspeicher verfügen. Wer den PC nicht nur zum Arbeiten, sondern auch zum Spielen nutzen will, der sollte auf ein eher großes System mit einer dedizierten Grafikkarte setzen.

Speicher

Windows 10 braucht viel Speicher, das muss klar sein. Konkret ist es so, dass weniger als 32 GByte Speicher zu Problemen bei Updates führen kann, wenn mehrere zusätzliche Programme installiert sind. So wenig Datenspeicher ist nur dann zu gebrauchen, wenn alle Aufgaben in einem Browser erledigt werden. Möglich ist das mit Google Docs und Co, man sollte es nur vorher wissen. Der Speicher lässt sich oft aufrüsten, allerdings kann es bei sehr kompakten Geräten sein, dass sie ein fest verlötetes Speichermodul besitzen.

Beim Thema Arbeitsspeicher sollten die Systeme mindestens 4 GByte mitbringen. Darunter kann es eng werden, wenn viele Browser-Fenster offen sind. Vor allem Chrome ist ein wahrer Speicherfresser, der Browser (und alle auf ihm basierenden Programme) ist berüchtigt. Aber auch Applikationen wie Teams benötigen vergleichsweise viel Arbeitsspeicher. Ein Tipp, wenn der RAM eng wird: Messenger-Lösungen wie Teams oder Skype kann man wunderbar am Smartphone nutzen. Die freien Ressourcen des PCs sind dann für Browser und andere Programme verwendbar.

Zocken: Cloud statt lokal?

Wer auf dem Gerät nicht nur arbeiten, sondern auch spielen will, dessen Anforderungen schrauben sich nach oben. Es sollte dann eine CPU vom Typ Coren oder Ryzen sein, dazu braucht man für aktuelle Spiele eine dedizierte Grafikkarte. Die meisten der kleinen, kompakten PCs fallen dann aus der Auswahl heraus. Es gibt aber mehrere Möglichkeiten, mit diesen kleinen Systemen dennoch ordentlich zu spielen. Die erste Möglichkeit sind ältere Spiele, gerade aus der frühen Windows- oder späten DOS-Ära. Viele alte Spiele sind mit einem Emulator ohne große Probleme auf aktuellen Systemen spielbar. Wer möglichst wenig Aufwand möchte, der sollte beim Anbieter Good Old Games (GOG) vorbeisurfen. Dort gibt es zahlreiche Retro-Games zum Kauf, die mit wenigen Klicks auf aktuellen Systemen laufen. Dabei sind auch Highlights dabei, etwa Warcraft II oder viele Lucas-Arts-Spiele.

Eine andere Möglichkeit ist, die Spiele direkt in der Cloud zu spielen und auf die Endgeräte zu streamen. Was vor ein paar Jahren noch eine Bastelei für Nerds war, lässt sich jetzt einfach als App kaufen. Zwei populäre Lösungen sind Nvidia Geforce Now und Shadow. Bei beiden Lösungen muss man die Spiele bereits selbst besitzen. Die Nivida-Lösung streamt dann alle Produkte, die bereits in den Katalog aufgenommen wurden. Der wächst regelmäßig und beinhaltet neben neuen Spielen auch populäre ältere Titel. Nvidia bietet den Dienst kostenlos an, dann allerdings mit Einschränkungen bei der Auflösung und der Spielzeit am Stück. Wer monatlich 5,50 Euro zahlt, kann dauerhaft spielen und bekommt die RTX-Features aktiviert.

Bei Shadow bekommt man einen kompletten Windows-PC in der Cloud. Darauf kann man jedes Spiel installieren und anschließend auf ein Endgerät streamen. Damit ist die Lösung etwas aufwändiger, bietet aber große Freiheit bei der Spiele-Auswahl und erlaubt zudem die Installation von Mods. Shadow kostet monatlich ab knapp 13 Euro.

Komplett-PCs bis 150 Euro

Die Preisklasse bis zu 150 Euro sind extrem günstige Komplettsysteme. Hier darf man nicht zu viel erwarten, bekommt aber schon Geräte, die ein vollwertiges Windows mitbringen und sich per USB erweitern lassen. Hier herrschen günstige CPUs wie Atom oder Celeron vor, von denen man auch nicht zu viel erwarten kann. Besonders spannend in diesem Umfeld sind die Compute Sticks von Intel. Sie sehen aus wie übergroße USB-Sticks, haben aber einen HDMI- statt eines USB-Anschlusses. Die Compute Sticks werden direkt in einen Monitor oder einen TV gesteckt, zudem verfügen sie über WLAN und mehrere USB-Anschlüsse. Die USB-C-Anschlüsse werden dabei meist für die Stromversorgung genutzt, mit einem aktiven USB-C-Dock (Ratgeber) kann man hier noch mehr Anschlüsse nachrüsten.

Die Compute Sticks bergen deutlich mehr Leistung, als man ihnen auf den ersten Blick zutraut. Die Kollegen der c’t haben die Vorgänger der aktuellen Geräte im Artikel Windows am Stiel genauer angesehen. Ihr Fazit ist, dass sie eine gute Allround-Leistung bieten, sie allerdings unter Last deutlich hörbar sind. Auch sind RAM und lokaler Speicher für Windows 10 sehr knapp bemessen.

Komplett-PCs bis 250 Euro

Wer um die 200 Euro für ein Komplettsystem ausgeben möchte, der hat die Auswahl zwischen zahlreichen Mini-PCs. Dabei handelt es sich um sehr kompakte Geräte, die viele Anschlüsse bieten. Hier dominiert der Celeron-Prozessor, allerdings bekommt man auch bereits die ersten Geräte mit Core-i3-CPUs.

Die meisten der Geräte dürften in den Bereich „OK für den Alltag, schlecht für höhere Lasten” fallen. Ein konkretes Beispiel ist der Minix Neo N42C-4 (Testbericht). Der kompakte PC mit Windows 10 kostet um die 240 Euro. Im Test gefiel uns damals gut, dass der kleine Minix-PC alle notwendigen Anschlüsse mitbringt, neben HDMI hat er auch genügend USB-Anschlüsse um Maus, Tastatur und einen Webcam anzuschließen. Bei der Leistung steht der Rechner gut für die komplette Preiskategorie: Während er bei normalen Büroaufgaben gut abschneidet, ist die Grafikleistung im 3D-Bereich und bei Videos mit höherer Auflösung viel zu gering.

Ein Nachteil ist der Speicher: Das Minix-Gerät hat etwas wenig RAM und vor allem fast zu wenig Platz für Daten. Weniger als 64 GByte Festplattenspeicher sind für Windows 10 problematisch, bei der Nutzung des Gerätes hatten wir beispielsweise mit größeren Updates Probleme. Meist kann man hier allerdings NVMe-Datenspeicher einfach nachrüsten.

Komplett-PCs bis 500 Euro

Hier kommt man langsam in den spannenden Preisbereich. Bei bis zu 500 Euro gibt es neben den Mini-PCs auch die erste Mini- und Midi-Tower. Die belegen zwar mehr Platz, haben aber auch ein besseres Aufrüstpotential. So lassen sich einfach günstige SSDs nachrüsten oder mehr RAM. Dazu kommen häufig CD/DVD-Laufwerke (auch wenn man diese heute nur noch selten braucht).

Die meisten Produkte setzen auf Intel CPUs, Core i3 und Core i5 sind weitverbreitet. Damit geht eine etwas stärkere Grafikleistung einher, auch wenn man hier keine großen Sprünge in der 3D Leistung erwarten darf. Die meisten dieser PCs sind vergleichbar mit durchschnittlichen Notebooks. Sprich, man kann damit gut arbeiten und hat einfache Multimedia-Funktionen, wer zocken möchte, der ist aber auf Retro-Klassiker oder einfache Spiele mit wenigen Details beschränkt. Interessant ist aber, dass es ab etwa 350 Euro die ersten All-in-One-Geräte gibt, also eine Kombination aus Rechner und Monitor. Hier sind die technischen Daten aber sehr eng gefasst, Wunder sollte man hier keine erwarten. Um aber schnell einen zusätzlichen Arbeitsplatz einzurichten, der vor allem mit Textverarbeitung zu tun hat, könnten die Geräte aber spannende Alternativen sein.

In diesem Preisbereich kann man sich auch überlegen, selbst einen PC zu bauen. Für weniger als 600 Euro bekommt man ein Gerät, mit dem man nicht nur arbeiten, sondern auch gut spielen kann. Sogar VR ist hier schon möglich. Allerdings hat der Eigenbau meist kein Windows 10 mit an Bord. Wer sich dafür interessiert, dem empfehlen wir unseren Artikel „VR-tauglichen PC für weniger als 600 Euro bauen”. Ein Tipp hier: Es spricht zu Beginn nichts dagegen, nur mit der On-Board-Grafik zu arbeiten und eine dedizierte Grafikkarte später nachzurüsten. Dann muss man nur darauf achten, dass CPU und Mainboard die Karte unterstützen und den entsprechenden Anschluss, meist HDMI oder Display-Port, besitzen.

Komplett-PCs bis 1000 Euro

Wer zwischen 500 und 1000 Euro in die Hand nimmt, der bekommt einen sehr guten PC für Alltagsaufgaben. Hier ist es meist auch so, dass eine dedizierte Grafikkarte verbaut ist. Die können zwar nicht mit den aktuellen High-End-Karten mithalten, für ein gelegentliches Spielen in Full-HD ist aber genügend Power da. Wer in diesem Bereich einen Rechner sucht, der sollte direkt zu einem mit einer Core- oder einer Ryzen-CPU greifen. Bei der Grafikkarte sollte es mindestens eine Radeon RX 580 oder eine Geforce GTX 1660 Super sein.

Apple-Fans können ebenfalls langsam mitlesen. Hier gibt es die ersten Mac Minis, sie beginnen preislich ab etwa 830 Euro. Ob man die allerdings jetzt noch holen sollte, ist eine Frage. Apple will künftig auf ARM-Chips aus eigener Herstellung setzen (heise+ Apples Mac: Was der Wechsel auf ARM-CPUs bedeutet) und hat wohl im November noch ein Event (mac & i: Apple kündigt Special Event an) geplant. Fans von Mac OS sollten unserer Meinung nach abwarten, was es da an Produkten gibt.

Komplett-PCs über 1000 Euro

Wie immer ist nach oben der Preis offen. Über 1000 Euro bekommt man sehr gute Komplettsysteme mit einer Core-i5/Ryzen-5-CPU oder besser. Eine dedizierte Grafikkarte ist ebenfalls an Bord, so dass man mit diesen Systemen problemlos Zocken kann. Allerdings fällt das Preis-Leistungs-Verhältnis gegenüber einem Eigenbau hier massive ab. Kurz gesagt: Wer seinen PC selbst zusammenschraubt, der bekommt hier fast immer mehr Leistung, Platz, Flexibilität oder Grafik als wenn man zu einem fertigen System greift. Einzige Ausnahme sind die iMacs von Apple.

Monitore

Wenn man nicht gerade einen iMac oder ein All-in-One-Gerät kauft, dann benötigt man neben dem PC mindestens noch einen Monitor. Für den Notfall tut es dabei auch ein Fernseher, allerdings sorgt deren große Bildschirmdiagonale oft dafür, dass Inhalte wie Texte unscharf wirken. Wer einen dedizierten Monitor sucht, der hat die Qual der Wahl. Grundsätzlich würden wir dazu raten, nicht unter eine Auflösung von 1920 × 1080 Pixeln zu gehen. Beim Seitenverhältnis kommt es darauf an, wozu der PC genutzt wird. Wer mehrere Dokumente oder Webseiten zeitgleich darstellen möchte, der sollte eher breite Monitore nehmen, beispielsweise 16:9, 16:10 oder 21:9.

Es mag verlockend sein, gleich zu einem großen UHD-Monitor zu greifen. Dann allerdings muss man ein paar Dinge beachten. Gerade die einfachen Onboard-Grafiken können zwar theoretische UHD-Auflösungen darstellen, es bringt die Systeme aber gehörig ins Schwitzen. Full-HD oder WQHD (2560 × 1440 Pixel) sind hier meist eine bessere Lösung. Zudem setzen billige UHD-Monitore oft auf TN-Panels. Diese haben einen sehr begrenzten Blickwinkel und sollten nicht mehr genutzt werden. Mehr dazu im Artikel „Ratgeber: Günstigste UHD-Monitore und ihre Haken”.

Zubehör

Zu jedem PC gehört eine Tastatur und eine Maus. Viele der fertigen Systeme haben neben WLAN auch Bluetooth an Bord, so dass man die Eingabegeräte kabellos anschließen kann. Ansonsten benötigt man unter Umständen einen USB-Hub. Maus und Tastatur brauchen nicht viel Bandbreite, sie können meist problemlos an einem USB-Hub betrieben werden.

Für Video-Calls unerlässlich ist eine Webcam. Anders als bei Smartphones haben die Komplett-PCs meist keine eingebaut, von All-in-One-Geräten abgesehen. Dazu kommt, dass selbst billige Webcams meist besser sind als die integrierten. Mehr dazu haben wir im Artikel Webcams ab 35 Euro im Vergleich aufgeschrieben.

Noch mehr praktisches Zubehör, darunter USB-C-Docks, Schreibtischleuchten oder Headsets zeigen wir in unserem großen Artikel rund um das perfekte Homeoffice.

Fazit

Unsere Empfehlung ist vergleichsweise einfach: Wer mehr als 600 Euro ausgibt und nicht gerade einen Mac möchte, der sollte den PC selbst zusammenbauen oder zumindest darauf achten, dass sich das Komplettsystem nachträglich aufrüsten lässt. Darunter findet man im Bereich zwischen 300 und 400 Euro inzwischen sehr viele gute und kompakte Rechner. Die kann man an Monitor oder TV anschließen und hat eine solide Grundlage, um zu Arbeiten. Bei Spielen sollte man nicht zu viel erwarten. Doch alte Klassiker laufen auch darauf und mit einem Cloud-Gaming-System kann man auf diesen Geräten überraschend gut zocken.

Unterhalb von 150 Euro wird es sehr eng mit brauchbaren Systemen. Die Compute Sticks sind hier eine Ausnahme, allerdings muss man sich hier klar sein, wo die Grenzen dieser kleinen Sticks liegen. Dennoch, um schnell einen zusätzlichen Arbeitsplatz zu schaffen, könnten sie sich gut eigenen.

Amazon leakt das erste Notebook mit AMD Ryzen 5000

AMD hat die aktuellen Ryzen 4000 Notebook-APUs im Januar dieses Jahres offiziell vorgestellt, die nächste Generation könnte ebenfalls pünktlich zum Beginn nächsten Jahres vorgestellt werden, zumindest wenn man einem neuen Angebot bei Amazon Italien glaubt. 

Denn dabei wird ein Acer Aspire 5 A515-45 angeboten, das mit einem AMD Ryzen 7 5700U ausgestattet ist. Ein Fehler seitens Amazon lässt sich nicht vollends ausschließen, die Auslieferung soll allerdings am 1. Februar 2021 beginnen, was zum voraussichtlichen Launch-Datum der Ryzen-APUs der nächsten Generation passt. Amazon nennt leider kaum Details zum Chip, abgesehen von einer Taktfrequenz von 1,8 GHz. Zum Vergleich: Der AMD Ryzen 7 4700U kommt mit einem Basistakt von 2,0 GHz und mit acht Kernen, die geringere Taktfrequenz des neuen Chips könnte ein Indiz darauf sein, dass dieser mit mehr Kernen als sein Vorgänger ausgestattet ist.

Das neue Acer Aspire 5 bietet darüber hinaus ein 15,6 Zoll großes 1.080p-Display, eine 512 GB fassende PCIe NVMe SSD, 8 GB DDR4-Arbeitsspeicher, Wi-Fi 6 und Bluetooth 5, die Akkulaufzeit wird genau wie beim älteren Modell mit zehn Stunden spezifiziert. Ebenfalls vielversprechend: Das Notebook kostet mit 779 Euro inklusive Mehrwertsteuer in etwa so viel wie sein Vorgänger – ein Hinweis darauf, dass die Ryzen-APUs der nächsten Generation nicht deutlich teurer werden.

Apples ARM-Macs kommen: Viele Modelle sind ausverkauft, ein Leaker deutet auf eine immense Performance der Nachfolger

Erst kürzlich hat die Beta von macOS 11.0.1 Hinweise auf drei neue Mac-Modelle geliefert, die noch in diesem Jahr veröffentlicht werden sollten, nun verzögern sich die Lieferungen diverser Macs um teils bis zu sechs Wochen – in der Vergangenheit waren diese längeren Lieferzeiten häufig ein zuverlässiger Hinweis darauf, dass der Launch von neuen Modellen unmittelbar bevorsteht. In Deutschland sehen die Lieferzeiten derzeit folgendermaßen aus:

13 Zoll MacBook Pro: 2 – 5 Wochen

16 Zoll MacBook Pro: 2 – 3 Wochen

13 Zoll MacBook Air: 1 – 2 Wochen

21,5 Zoll iMac: 1 – 5 Wochen

27 Zoll iMac: 0 – 4 Wochen

iMac Pro: 5 – 6 Wochen

Mac Mini: Auf Lager

Mac Pro: 5 – 7 Werktage

Nachdem Apple vor einigen Wochen bereits selbst aus Versehen einen Hinweis auf ein neues 16 Zoll MacBook Pro geliefert hat scheint der Release dieses Modells besonders wahrscheinlich. Der Konzern hat bereits im Sommer zur WWDC offiziell bestätigt, dass der erste Mac auf Basis eines intern entwickelten ARM-Chips noch in diesem Jahr vorgestellt werden soll, Gerüchte sprachen dabei regelmäßig von einem Einsteiger-MacBook.

Noch ist unklar, ob es sich dabei um ein neues MacBook Air, um ein 13 Zoll MacBook Pro oder aber um ein 12 Zoll MacBook handelt. In jedem Fall spricht der Leaker @LeaksApplePro im unten eingebetteten Tweet davon, dass der Prototyp bereits eine enorme Performance erzielt. Informationen zur Technik sind noch rar, zumindest hat ein Leaker davon gesprochen, dass das Gerät mit einer angepassten Version des Apple A14 Bionic ausgestattet sein wird, Kunden sollen zwischen acht und zwölf Prozessorkernen wählen können. Die offizielle Präsentation der ARM-Macs wird am 10. November erwartet.

LGs neuer 27GN800-Gaming-Monitor mit Nano IPS und Bildwiederholraten von 144 Hz

Mit der kürzlich erfolgten Einführung des 27GN800 erweitert der südkoreanische Unterhaltungselektronikhersteller LG Electronics seine Display-Palette um einen weiteren 27-Zoll-WQHD-Gaming-Monitor. Ähnlich des 27GL83A, soll der neuste Spross der 27-Zoll-Familie über ein Nano-IPS-Panel mit hoher Bildwiederholfunktion und Pfeilschnellen Reaktionszeiten verfügen. Darüber hinaus verspricht LG eine 99-prozentige sRGB-Farbraumabdeckung sowie FreeSync Premium und G-Sync-kompatibles Adaptive-Sync.

Das 27-Zoll-Nano-IPS-Panel des Gaming-Bildschirms arbeitet demnach mit einer Bildwiederholfrequenz von 144 Hz, einer Reaktionszeit von 1 ms (Grau zu Grau) und einer Auflösung von 2.560 x 1.440 Bildpunkten. Das Kontrastverhältnis beträgt 1.000:1 mit einer Farbtiefe von 10 Bit (8 Bit + FRC), die sRGB-Abdeckung soll wie bereits erwähnt 99 % betragen, das ganze unter Einhaltung einer Leuchtdichte von 350 cd/m².

Um Spiele in bester Qualität Ruckel- und Tearingfrei genießen zu können, unterstützt das Gerät laut LG neben FreeSync Premium, bzw. G-Sync-kompatibles Adaptive-Sync auch eine Blaulichtfilterung und flimmerfreies Backlight. Zudem soll sich via OSD ein Schwarzstabilisator zuschalten lassen, der dunkle Bereiche in Spielen zusätzlich aufhellen kann.

Zwei HDMI-Eingänge, einen DisplayPort 1.4 und eine 3,5-mm-Audiobuchse nennt der 27GN800 sein Eigen, dabei lässt sich das Gerät mit dem mitgelieferten Standfuß nur 15 Grad nach oben sowie 5 Grad nach unten neigen. Wem dies zu wenig ist, der kann für den 5,6 kg schweren Monitor die implementierte 100-x-100 mm-VESA-Aufnahme nutzen und diesen an die Wand montieren.

LG hat sich weder zum Verkaufspreis noch zu einem Erscheinungstermin geäußert, ließ aber durchblicken, dass der 27GN800 noch in diesem Jahr in den Handel kommen soll.

Dell Latitude 7410 Chromebook Enterprise (Core i5-10310U, 16 GB RAM) Bericht

In der Vergangenheit waren die Chromebooks von Dell oft Low-End-Geräte mit einigen großen Nachteilen (man denke nur an das Chromebook 11 3181 ). Diese zielten jedoch häufig auf den Bildungsbereich ab, wobei der Schwerpunkt auf niedrigen Kosten lag.

Dieses Ethos nahm mit dem Inspiron 7486 Chromebook 14, einem 2-in-1-Chromebook für Geschäftskunden, eine drastische Wende. Dell möchte diesen Weg mit seinen neuesten Chromebooks, dem Latitude 7410 und Latitude 7410 2-in-1, fortsetzen.

Heute werden wir uns das standardmäßige Latitude 7410 Chromebook Enterprise ansehen, ein Chromebook mit Kohlefaser-Mehrschalengehäuse, das viele Anregungen aus der Latitude Linie von Dell aufgreift. Das Latitude 7410 Chromebook ist für ein Chromebook gut spezifiziert: ein Intel Core i5-10310U, 16 GB DDR4 RAM und eine 128-GB-NVMe-SSD (1.523 US-Dollar in unserer Konfiguration). Ist das Comet-Lake-basierte Chromebook seinen hohen Preis wert?

Wir werden das Dell Latitude 7410 Chromebook Enterprise mit dem anderen Premium-Chromebook von Dell vergleichen, mitunter mit dem älteren Inspiron 7486 Chromebook 14, sowie dem HP Chromebook x360 14 G1, dem Lenovo Yoga Chromebook C630 und dem Acer Chromebook 715

Gehäuse und Konnektivität

Die Verarbeitungsqualität des Latitude 7410 Chromebook ist ausgezeichnet. Die Bodenplatte besteht aus Aluminium und der Rest des Gehäuses ist mit einer schönen Soft-Touch-Beschichtung versehen, die an das XPS 13 von Dell erinnert. Das Latitude 7410 Chromebook 7410 ist entweder mit dem von Dell bekannten Karbonfasermuster oder mit einem Aluminiumgehäuse erhältlich

Der Deckel des Chromebooks ist starr, obwohl eine gewisse Verwindung möglich ist. Die Scharniere sind stabil und halten das Display bei normalem Gebrauch in Position. Das Tastaturdeck ist ein Schwachpunkt; es lässt sich leicht durchbiegen, selbst beim Tippen. Dies lenkt nicht ab, aber es ist spürbar.

Ein großer Vorteil des Latitude 7410 Chromebook ist sein geringes Gewicht. Mit 1,4 kg ist es eines der leichtesten 14-Zoll-Chromebooks auf dem heutigen Markt

Das Gerät verfügt über zwei USB 3.2 Gen 1 (5 Gbps) Typ-A-Anschlüsse und zwei USB 3.2 Gen 1 Typ-C-Anschlüsse. Das Latitude 7410 Chromebook lässt sich über einen der beiden USB-C-Anschlüsse aufladen, die auch DisplayPort 1.2 unterstützen. In Verbindung mit dem HDMI 2.0-Anschluss kann das Chromebook theoretisch an drei externe Monitore angeschlossen werden

Eingabegeräte

Die Tastatur des Latitude 7410 Chromebook ist vielleicht der schwächste Teil des Geräts. Die Tasten haben einen angemessenen Abstand und der Tastenhub ist gut, aber das Feedback fühlt sich weich und matschig an. Ein Klappern ist fast nicht vorhanden. Die meisten Benutzer werden an der Tastatur der Latitude 7410 Chromebook-Tastatur wenig Fehler finden, aber erfahrene Tipper können sie als störend empfinden.

Das Clickpad ruft gemischte Gefühle hervor. Die glatte Oberfläche ermöglicht ein leichtes Gleiten und zufriedenstellendes Scrollen, und die Reaktionsgeschwindigkeit ist reaktionsschnell. Der linke Klick ist taktil und reagiert mit einem zufriedenstellenden Klickgeräusch, aber die rechte Seite des Pads hat einen sehr flachen Klick. Es kann schwierig sein, allein am Gefühl zu erkennen, ob ein Rechtsklick registriert wird. Das kann bei unserem Gerät ein Problem sein, aber angesichts der Kosten ist diese Inkonsistenz frustrierend.

Der Touchscreen, der optional erhältlich ist, funktioniert gut. Berührungen werden einheitlich registriert, und der Bildlauf ist reibungslos. 

Display

Die Full HD-Anzeige ist relativ hell mit einer ziemlich gleichmäßigen Hintergrundbeleuchtung. Mit 262 Nits ist es etwas dunkler als der durchschnittliche Laptop (300 Nits). Dies macht sich nur bei hellem Licht bemerkbar, was die Lesbarkeit des Latitude 7410 Chromebook-Displays erschweren kann. Glücklicherweise trägt die matte Oberfläche unseres Geräts dazu bei, Reflexionen zu verringern und die Lesbarkeit zu verbessern. Es wird PWM verwendet, aber bei 25.000 Hz ist es unwahrscheinlich, dass man es bemerkt.

Der Kontrast des Displays ist ausgezeichnet und beträgt etwa 1.400:1. Auch das Gamma ist mit 2,201 nahezu perfekt. Die Farbtemperatur ist mit 7.004 K etwas kühl (ideal sind 6.500 K). Allerdings sehen Weißtöne rein aus, ohne einen auffälligen Blaustich zu haben. Insgesamt ist die Anzeige ausgezeichnet, insbesondere bei den Chromebooks.

Dell bietet auch Non-Touch-Varianten und in einigen Regionen eine 4K-Option an

Die Farbwiedergabe ist ausgezeichnet. Mit einer durchschnittlichen DeltaE2000-Bewertung von 2,05 ist das Latitude 7410 Chromebook eines der farbgenauesten Chromebooks auf dem Markt. Auch die Farbvarianz ist gering. Graustufen und Schwarztöne erreichen eine durchschnittliche DeltaE2000-Bewertung von 3,8.

Die Betrachtungswinkel sind gut, wie bei einem IPS-Panel zu erwarten ist. Bilder dunkeln ein wenig ab, wenn sie aus 45° oder weiteren Winkeln betrachtet werden. Die Sichtbarkeit im Freien ist dank der matten Oberfläche gut. Der Bildschirm ist unter direkter Sonneneinstrahlung teilweise sichtbar. Im Schatten ist der Bildschirm vollständig lesbar. Wir haben festgestellt, dass es am oberen Rand des Bildschirms und in der linken unteren Ecke zu Lichthöfen kommt. Dies ist nur sichtbar, wenn der Bildschirm fast vollständig schwarz ist

Leistung

Das Chromebook Latitude 7410 ist mit einer Intel Core i5-CPU der 10. Generation ausgestattet, womit es den meisten anderen Chromebooks weit überlegen ist. Die Leistung des Chrome-Betriebssystems ist ausgezeichnet; das Latitude 7410 Chromebook kaut problemlos durch Web-Browsing und Office-Aufgaben. Allerdings ist die Android-Leistung etwas dem Glück überlassen.

Prozessor- und Systemleistung

Der Intel Core i5-10310U stammt aus der Comet Lake (CML-U)-Familie von Intel. Der Quad-Core-Hyperthreaded-Chip ist ein gutes Stück leistungsstärker als der üblicherweise in Chromebooks verwendete Dual-Core-Celeron- und Pentium-Silizium.

Das Chromebook Latitude 7410 hat wenig Probleme mit allgemeinen Web-Inhalten. Der Laptop ist eines der schnellsten Chrome-OS-Geräte, die wir getestet haben, und steht bei den meisten Browser-Benchmarks und Büroarbeiten (z.B. Google Docs and Sheets) an oder nahe der Spitze der Vergleichsgeräte.

Android-Leistung

Android-Apps auf dem Latitude 7410 Chromebook schneiden in CPU-orientierten Benchmarks fast genauso gut ab wie die leistungsstärksten Android-Handys auf dem Markt, wie das OnePlus 8T. Die grafische Leistung des Latitude 7410 Chromebook in Android-Benchmarks liegt auf dem Niveau anderer High-End-Chromebooks, konkurriert aber nur mit Smartphones der Mittelklasse. Dies ist wahrscheinlich auf Probleme entweder mit der Android-Emulation in Chrome OS oder auf die schlechte Unterstützung für die Intel UHD Graphics 620s in Android zurückzuführen

Wartung

Das Latitude 7410 Chromebook verwendet eine austauschbare NVMe-SSD (PCIe Gen 3) zur Speicherung, was bei Chromebooks unüblich ist. Jedes M.2 2230 kann dank des mitgelieferten Adapters in den Laufwerksschacht eingesetzt werden. Das Chromebook kann auch ein M.2 2280-Laufwerk verwenden.

Um das Laufwerk (sowie das WWAN-Modul) zu ersetzen, müssen acht Kreuzschlitzschrauben entfernt werden. Nach dem Entfernen der Schrauben müssen die Clips, die die Bodenplatte halten, gelöst werden. Benutzer können nur die WWAN-Karte und das Speicherlaufwerk austauschen; RAM, CPU und WiFi-Karte sind nicht herausnehmbar.

GPU-Leistung & Spiele

Die Intel UHD Graphics 620 iGPU ist für den Medienkonsum gut geeignet. Das Latitude 7410 Chromebook kann problemlos 4K-Videos mit 60 fps streamen. Leichte Foto- und Videobearbeitung ist ebenfalls möglich, obwohl die Renderzeiten etwas Geduld erfordern und das Scrollen der Timeline möglicherweise nicht reibungslos verläuft.

Spielen ist eine recht gemischte Angelegenheit. Spiele in Chrome OS laufen ohne Probleme. Android-Spiele sind jedoch in etwa vergleichbar mit einem Mittelklasse-Smartphone. Das Latitude 7410 Chromebook 7410 kann schwere Android-Spiele, wie Asphalt 9, bei mittleren Einstellungen ausführen und erreicht etwa 30 Bilder pro Sekunde. Das Hochdrehen von Details führt dazu, dass das Chromebook das Spiel mit etwa 20-25 fps mit mehreren Frame-Skips durchläuft.

Die Linux-Integration ermöglicht es Spielern, Steam über Linux laufen zu lassen und leichtere Titel wie Stardew Valley zu genießen. Anspruchsvollere 3D-Titel laufen nicht so gut. Chromebooks basieren auf OpenGL statt auf DirectX, so dass die begrenzten Spielefähigkeiten der Intel HD Graphics 620 iGPU noch weiter beeinträchtigt werden

Emissionen

Lüftergeräusche

Der Lüfter des Latitude 7410 Chromebook gibt ein kaum hörbares Flüstern in allen Arbeitsszenarien von sich. Im Leerlauf oder unter leichter Last bleibt der Lüfter völlig geräuschlos. Selbst unter hoher Last (Streaming eines 4K-Videos mit 60 fps in fünf separaten Registerkarten) bleibt der Lüfter bei ca. 30 dB(A). Seine niedrige Lautstärke trägt dazu bei, dass er sich noch besser an die Umgebungsgeräusche anpasst. 

Temperatur

Trotz des leisen (und meist stillen) Lüfters sind die Außentemperaturen gut geregelt. Das Tastaturdeck des Gerätes bleibt mit durchschnittlich ca. 30° C über die gesamte Oberfläche völlig kühl. Die Lüftungsschlitze an der Unterseite über der linken Seite der CPU und die Stromaufnahme sind die heißesten Bereiche unter Last, mit Spitzenwerten von etwa 45° C. Das Latitude 7410 Chromebook kann für die meisten Arbeiten bequem auf dem Schoß verwendet werden, aber eine stärkere Belastung kann durchaus zu erhitzten Oberschenkeln führen. 

Lautsprecher

Die Lautsprecher sind laut (~80 dB), aber ohne Bass und Mitten Die Lautsprecher feuern auch aus den Seiten der Bodenplatte nach unten auf die Oberfläche, auf der das Latitude 7410 Chromebook ruht. Dadurch wird der ohnehin schon dünne Klang weiter getrübt. Das resultierende Klangprofil klingt blechern und dumpf. Die Lautsprecher sind anständig genug für Sprachkonferenzen, aber Filme und Musik klingen enttäuschend. 

Leistungsaufnahme

Chromebooks sind für ihre Energieeffizienz bekannt. Das Latitude 7410 Chromebook ist nicht anders. Bei geringer Belastung verbraucht der Laptop 7 Watt oder weniger. Bei starker Belastung steigt die Leistungsaufnahme des Chromebooks auf 57 Watt, bevor sie schnell wieder auf etwa 15-25 Watt absinkt. Diejenigen, die über den Stromverbrauch besorgt sind, werden mit dem Latitude 7410 Chromebook zufrieden sein.

Batterielaufzeit

Aufgrund ihrer Effizienz sind Chromebooks für ihre ausgezeichnete Akkulaufzeit bekannt. Auch hier ist das Latitude 7410 Chromebook hervorragend. In unserem WiFi v1.3-Batterietest (Bildschirm auf 150 nits eingestellt, alle 30-40 Sekunden wird eine neue Webseite geladen), schafft das Latitude etwa 12,5 Stunden. Damit liegt es knapp über anderen Chromebooks der Business-Sparte, die sich etwa bei der 12-Stunden-Marke abschalten.

Fazit

Das Latitude 7410 Chromebook Enterprise von Dell soll die Spitze der Chromebook-Welt werden. Dies ist Dell größtenteils gelungen. Die hohe Tragbarkeit des Geräts, die ausgezeichnete Akkulaufzeit und der leise Betrieb eignen sich hervorragend für den Einsatz im Büro. Das Hinzufügen einer austauschbaren NVMe-SSD ist eine nette Möglichkeit.

Der Preis ist der größte Nachteil. Das Latitude 7410 Chromebook 7410 beginnt bei etwa 1.250-1.300 US-Dollar und steigt schnell im Preis. Wenn man bedenkt, dass Chromebooks für ihre Erschwinglichkeit bekannt sind, gibt es hier definitiv einen gewissen Aufkleber-Schock.

Der andere große Nachteil betrifft alle Chromebooks, unabhängig von Spezifikation oder Preis: Software-Beschränkungen. Chrome OS ist im Vergleich zu anderen Betriebssystemen immer noch eingeschränkt.

Test Microsoft Surface Laptop Go: Ein überteuertes Netbook

Ähnlich zum Surface Go Tablet, der kleineren, vereinfachten Version des normalen Surface Pro Tablets, ist das Surface Laptop Go die kleinere, vereinfachte Version des normalen Surface Laptop 3. Der Startpreis liegt bei rund 600 Euro für eine Konfiguration mit 65 GB Speicherplatz und einem 4-GB-RAM-Modul. Andere Konfigurationen mit der zweifachen RAM- und Speicherkapazität sind um bis zu 1.000 Euro zu haben. Alle Modelle sind aktuell mit dem Core i5-1035G1 und dem gleichen 3:2-1.536-x-1.024-Pixel-Touchscreen ausgestattet. 

Das Surface Laptop Go ist mit seiner einzigartigen Kombination aus 3:2-Seitenverhältnis und 12,4-Zoll-Display wirklich eine Klasse für sich. Nichtsdestotrotz kommt man kaum um einen Vergleich mit teureren 13-Zoll-Subnotebooks wie dem Huawei MateBook X Pro, dem Dell XPS 13, dem MacBook Pro 13, dem Asus ZenBook S UX393 oder Microsofts eigenem Surface Laptop 3 13 herum.

Gehäuse

Das Design des Surface Laptop passt gut zum 12,4-Zoll-Formfaktor. Das Metallgehäuse fühlt sich ebenso hochwertig an wie auf den 13- bzw. 15-Zoll-Modellen. Leider bedeutet diese Ähnlichkeit auch, dass unser Testgerät die gleichen Schwächen hat wie der große Bruder. Das sind etwa das nur durchschnittliche Scharnier und die Bodenplatte, die eine Wartung erschwert.

Ein großer Unterschied zwischen dem 12,4-Zoll-Modell und den größeren Versionen ist die leicht gummierte Basiseinheit. Dadurch fühlt sich die Oberfläche etwas anders an. Diese Änderung beeinflusst die Stabilität des Gehäuses nicht. Das Surface Laptop Go ist wahrscheinlich das luxuriöseste, qualitativste Gerät, das um 600 Euro zu haben ist.

Größe und Gewicht sind die deutlichsten Vorteile des Surface Laptop Go. Wahrscheinlich könnte diese Serie in Zukunft noch kleiner werden, da die Bildschirmränder aktuell etwas dicker sind als bei den meisten anderen Subnotebooks inklusive XPS 13 und Spectre 13.

Ausstattung

Wieder ist die Anschlussausstattung begrenzt. Zum Glück unterstützt das Gerät DisplayPort-über-USB-C, um den fehlenden HDMI-Anschluss auszumerzen.

Kommunikation

Das Intel-AX201-Modul ist standardmäßig mit Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.1 ausgestattet. Unser Testgerät verlor manchmal ohne ersichtlichen Grund die Verbindung mit unserem Netgear-RAX200-Router. Ein Neustart konnte das Problem aber scheinbar lösen.

Wartung

Blöderweise sind die Schrauben, die die Bodenplatte fixieren, von Gummifüßchen abgedeckt. Sollten Sie etwas so einfaches wie eine Speichererweiterung durchführen wollen, werden Sie dafür ein höheres Risiko in Kauf nehmen (Beschädigung des Geräts / Erlöschen der Garantie) als bei wartungsfreundlichen Subnotebooks wie dem XPS 13 oder dem ZenBook S.

Zubehör und Garantie

Abgesehen von einem Surface-Connect-Netzgerät wird das Gerät nur mit etwas Papierkram geliefert. Es gilt die standardmäßige Garantie von einem Jahr.

Eingabegeräte

Tastatur

Das Feedback der Tasten fühlt sich gleich an wie auf dem Surface Laptop 3 15, wenngleich einige Tasten am Rand jetzt kürzer sind, um in den kleineren Formfaktor zu passen. Das Gerät integriert einen Fingerabdruckleser in den Ein-/Ausschaltknopf, verliert aber die Möglichkeit zur Hintergrundbeleuchtung. Die F1-Taste fungiert jetzt als Such-Taste, während die gleiche Taste beim Surface Laptop 3 die Tastaturhintergrundbeleuchtung aktiviert hätte.

Touchpad

Die Oberfläche des Clickpads ist kleiner als beim Surface Laptop 3 15 (10 x 6,7 cm statt 11,5 x 7,6 cm). Das Gleiten ist allerdings auf dem Surface Laptop Go einfacher, da die Finger weniger stark auf der Oberfläche kleben bleiben. Die integrierten Maustasten bieten einen kurzen Hub mit akzeptablem Feedback und relativ leisem Click-Geräusch. Das Feedback scheint etwas fester und zufriedenstellender zu sein als beim Clickpad des XPS 13. 

Display

Das Display des Surface Laptop Go kommt von LG Philips, während die größeren 13- und 15-Zoll-Modelle des Surface Laptop 3 mit Panelen von Sharp ausgestattet sind. Der Kontrast, die Farben und die Schärfe unterscheiden sich zum Glück nicht weiter von den hervorragenden Panelen der größeren Modelle. Ein Aspekt ist auf dem Surface Laptop Go sogar besser: Die Reaktionszeiten sind kürzer, was zu weniger Ghosting führt. 

Der Farbraum deckt 60 Prozent des AdobeRGB- und fast den gesamten sRGB-Farbraum ab und ist somit für Hobby-Grafiker und -Videobearbeiter geeignet. Teurere Alternativen wie das MacBook Pro 13 oder das Asus ZenBook S bieten noch tiefere und genauere Farben.

Das Panel hat eine sehr gute Kalibrierung mit einem durchschnittlichen Graustufen-DeltaE-Wert von 1,2 bzw. einem Farbwert von 1,41. Nutzer müssen das Display also nicht nochmals kalibrieren. 

Das Display ist nicht nur dunkler als das des 13,5-Zoll-Surface-Laptop-3, es ist auch dunkler als die meisten Mittelklasse- bzw. Oberklasse-Subnotebooks wie dem ZenBook S, dem MacBook Pro 13, dem XPS 13 und dem MateBook X Pro. Auch im Schatten blendet das Display ein wenig.

Leistung

Im Gegensatz zu den meisten anderen Laptops unterscheiden sich die Konfigurationen des Surface Laptop Go durch die RAM- und Speichergröße, während der Prozessor (Core i5), die GPU (UHD Graphics G1) und die Displayauflösung gleich bleiben. Die preiswerteste Konfiguration bietet nur 4 GB RAM und 64 GB Speicherplatz, was eher nach einem preiswerten Tablet klingt. Das RAM-Modul ist bei allen Konfigurationen angelötet, weshalb wir mindestens 8 GB RAM empfehlen würden.

Prozessor

Die Multi-Thread-Leistung ist um etwa 15 Prozent langsamer als bei einem durchschnittlichen mit dem gleichen Core i5-1035G1 ausgestatteten Laptop. Dafür ist, wie man aus der CineBench-R15-xT-Schleife gut erkennen kann, der schwache Turbo verantwortlich. Hier fällt das ursprüngliche Ergebnis von 527 Punkten bereits in der zweiten Runde um fast 11 Prozent zurück. Das noch billigere AMD Ryzen 3 4300U kann die Leistung des Core i5-1035G1 in unserem Testgerät schlagen bzw. damit mithalten. Insgesamt ist die Leistung im Vergleich zu Core-i7-Prozessoren wie dem Core i7-10510U oder dem älteren Core i7-8565U dennoch recht gut. 

Systemleistung

Die PCMark-Ergebnisse sind durchgehend langsamer als der Durchschnitt der mit dem Core i5-1035G1 ausgestatteten Geräte in unserer Datenbank. Wir vermuten, dass die geringen PCMark-Ergebnisse sowohl auf die unterdurchschnittliche CPU als auch auf die langsame NVMe-SSD zurückzuführen sind.

DPC-Latenzen

Der LatencyMon zeigt minimale DPC-Latenzen beim Öffnen mehrerer Browsertabs. Der 4KUHD-Videoplayback mit 60 FPS auf YouTube verläuft gleichmäßig. Im einminütigen Test wurde nur ein Frame ausgelassen.

Massenspeicher

Das Surface Laptop Go nutzt die gleiche SK-Hynix-256-GB-NVMe-SSD wie das 13,5-Zoll-Surface-Laptop-3. Die sequenziellen Leseraten sind zwar gut, dafür sind die Schreibraten für diese Kategorie mit nur rund 500 MB/s langsam. Zum Glück sollte dies in Verbindung mit der Core-i5-CPU und der schwachen integrierten GPU zu keinem Engpass führen. Weitere Benchmark-Vergleiche finden Sie in unserer SSD/HDD-Tabelle.

Denken Sie daran, dass die Konfigurationen mit 64 GB Speicherplatz angelötete SSDs haben. Nutzer werden daher eine Konfiguration mit mindestens 128 GB Speicherplatz kaufen müssen, um eine austauschbare M.2-SSD zu erhalten.

Grafikkarte

Die Grafikleistung ist enttäuschend. Der 3DMark-Test positioniert die UHD Graphics G1 auf der gleichen Höhe wie die bereits einige Jahre alte UHD Graphics 620. Wenn Sie das meiste aus Ice Lake herausholen möchten, sollten Sie Laptops mit Core i5-1035G7 oder Core i7-1065G7 (wie etwa das Surface Laptop 3 15) in Erwägung ziehen. Hier ist die Grafikleistung gleich um 80 bis 90 Prozent schneller. Das Surface Laptop Go bietet nur den Core i5-1035G1. 

Emissionen

Geräuschemissionen

Der interne Lüfter ist in den meisten üblichen Nutzungsszenarien, wie etwa beim Surfen oder Schreiben von E-Mails, leise. Das Gerät schafft es sogar, in den ersten 90 Sekunden der zweiten Benchmark-Szene von 3DMark 06 lautlos zu bleiben. Nichtsdestotrotz steigt bei steigender CPU-Nutzung auch das Lüftergeräusch mit bis es maximal 44 dB(A) erreicht, was etwas lauter ist als uns gefällt. 

Temperatur

Die Temperaturentwicklung ähnelt dem Muster des 13,5-Zoll-Surface-Laptop-3, da beide Geräte an den gleichen Stellen Hotspots entwickeln. Die Bodenplatte wird unter ähnlich starker Belastung beim Surface Laptop Go mit über 50 °C sogar wärmer als beim 13,5-Zoll-Modell, wo nur 45 °C erreicht werden. Zusätzliche Lüftungsschlitze an der Unterseite hätten die Situation vermutlich verbessert. Microsoft wollte wohl einen “sauberen”, minimalistischen Look erreichen und hat sich deshalb gegen offensichtliche Schlitze entschieden. 

Stresstest

Läuft Prime95, steigert die CPU etwa 50 Sekunden lang ihre Taktrate auf 2,0 bis 2,4 GHz, bis eine Kerntemperatur von 87 °C erreicht wird. Der interne Lüfter schafft eine maximale Kerntemperatur von 85 °C. Nichtsdestotrotz fällt die Taktrate schnell auf 1,7 bis 1,8 GHz ab, um eine akzeptablere Kerntemperatur von 71 °C zu halten.

Der Akkubetrieb hat keinen Einfluss auf die Leistung. Ein Durchgang des 3DMark-11-Tests im Akkubetrieb ergibt Physics- und Graphics-Ergebnisse von 7.156 bzw. 2.411 Punkten, während im Netzbetrieb 5.453 bzw. 2.280 Punkte erreicht werden.

Energieverwaltung

Energieaufnahme

Die Energieaufnahme ist etwas geringer als beim 13,5-Zoll-Surface Laptop 3 unter Last und entspricht etwa der des Zenbook S UX393JA, obwohl dieser mit einem Core i7-1065G7 ausgestattet ist, der fast doppelt so viel Grafikleistung bietet wie unser Chip. Das Verhältnis der Leistung pro Watt ist daher nicht so gut wie erhofft. Wir konnten eine kurzfristige maximale Energieaufnahme von 51,6 W messen. Das inkludierte Netzgerät hat eine Nennleistung von 39 W und ist relativ klein (~8,5 x 9 x 2,2 cm). Allerdings ist das Surface Laptop Go auch mit den 65-W-Netzgeräten, mit der der 15-Zoll-Surface-Laptop-3 ausgestattet ist, kompatibel.

Akkulaufzeit

Die Akkukapazität ist mit 39 Wh kleiner als die des 13,5-Zoll-Surface-Laptop-3 (45 Wh). Dennoch erreicht unser Testgerät im realistischen WLAN-Akkutest die gleiche Laufzeit von etwa 8 Stunden. 

Das vollständige Aufladen des leeren Akkus geht mit knapp einer Stunde mit dem inkludierten Netzgerät relativ schnell. Das Gerät unterstützt die Aufladung über USB-C.

Fazit

Das Surface Laptop Go ist aus dem Gleichgewicht geraten. Einerseits ist es mit seiner Core-i7-CPU der 10. Generation, dem 3:2-Touchscreen und dem Metallgehäuse eines der besten Geräte, das man um 600 Euro finden kann. Gleichzeitig ist es aufgrund des 4 GB großen angelöteten RAM, des 64 GB SSD-Speichers, der schwierigen Wartung, der langsamen Grafikleistung und der fehlenden Ports für heutige Standards auch grottenschlecht. Die simplen Features und lächerlichen technischen Spezifikationen erinnern eher an ein billiges Acer Netbook von vor 5 Jahren.

Wenn Sie kein Problem damit haben, mit einem 4-GB-RAM-Modul festzusitzen, ist ein Interesse an einer der preiswerteren Konfigurationen durchaus nachvollziehbar, da man dafür immerhin ein tolles Display und Gehäuse erhält. Ansonsten sollten sich Interessierte eher an andere Ultrabooks wie das XPS 13, das Spectre 13, das ZenBook 13 oder das Lenovo IdeaPad Slim 7 wenden, welche alle Konfigurationen unter der 1.000-Euro-Marke mit einer ähnlichen Ausstattung aber mit besseren Features und besserer Ausdauer anbieten. 

Lenovo Legion 5: Günstiges Gaming-Notebook im Test

Können Spielefans bei Lenovo kräftig sparen? Für ein Gaming-Notebook ist das Legion 5 erstaunlich günstig. Was es draufhat, zeigt der Test.

Testfazit: Das müssen Sie wissen

Klar: Für 1.000 Euro gibt es kein Profi-Gamer-Notebook. Das Legion 5 ist in dieser Konfiguration aber ein interessanter Hybrid: schnell bei der Arbeit, gut für ein Game zwischendurch und für ein spieletaugliches Gerät recht mobil. Die mäßige Ausdauer und das maue Display kosten das Lenovo aber eine bessere Note.

Pro

Hohes Arbeitstempo

Speicher erweiterbar

Kontra

Mauer Bildschirm

Kurze Akkulaufzeit

Aktuelle Gaming-Notebooks sind zwar keine schlanken Leichtgewichte, praktisch können sie aber schon sein. Wer etwa als Student zwischen WG und Elternhaus pendelt, kann seinen Spiele-Rechner einfach zuklappen und mitnehmen. Das einzige Problem: Zum Studententarif gibt es die mobilen Höllenmaschinen normalerweise nicht. Preise von bis zu 2.000 Euro sind keine Seltenheit. Anders sieht es beim Lenovo Legion 5 (15ARH05) aus. Das ist online schon für um die 1.000 Euro zu haben.

Gaming-Notebook im Business-Dress

Für den günstigen Preis müssen Spielefreunde ein paar Abstriche beim Look machen. Normalerweise setzen die Hersteller eines Gaming-Notebooks auf ein ausgefallenes Gehäuse mit vielen Applikationen und aggressivem Design. Das ­Legion 5 kommt dagegen im schlichten Schwarz im Stil eines Business-Notebooks. Nur das Legion-Logo verrät, dass es sich hier nicht um ein braves ThinkPad handelt. Aber etwas Understatement ist ja nicht unbedingt von Nachteil. Nur weil übers Display ein Kampfjet jagt, muss das Notebook ja nicht wie einer aussehen. Außerdem fühlt sich das Gehäuse wertig an, mit 3,2 Zentimeter Dicke im geschlossenen Zustand ist das Legion 5 aber deutlich beleibter als ein Arbeits-Notebook.

Kein Neid, trotzdem blass

Einmal aufgeklappt, offenbart sich der 40 Zentimeter (15 Zoll) große Bildschirm. Der zeigt Inhalte in Full HD mit einer Bildrate von bis zu 120 Hertz an. Die Auflösung geht für den Preis in Ordnung. Wer 4K will, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen. Bei der Darstellung sollte für 1.000 Euro aber mehr drin sein. Zwar zeigt das Display kräftige Kontraste, die Farbwiedergabe stimmt aber nicht. Zudem ist das Bild etwas blass. Wer nur den Gegner und nicht sich selbst ins Visier nehmen will, sollte außerdem Lichtquellen im Rücken vermeiden, denn der Bildschirm des Legion 5 spiegelt.

Top-Prozessor mit viel Dampf

Stimmt dafür die Leistung? Das verrät der Blick ins Innere: Hier arbeitet mit dem Ryzen 7 4800H ein AMD-Prozessor der Renoir-­Serie. Gefertigt wurde der Chip im schlanken Sieben-Nanometer-Verfahren, das senkt den Energiebedarf. Aufgaben verteilt die CPU auf acht Rechenkerne, der Basistakt liegt bei 2,9 Gigahertz, in der Spitze schafft er 4,2 Gigahertz. Entsprechend mühelos und flink erledigt er Büroarbeiten. Auch Foto- oder Videobearbeitung stellen das Legion 5 nicht vor größere Probleme. Für die Bildberechnung kommt mit der Geforce GTX 1650 ein Einsteiger-Grafikchip von Nvidia zum Einsatz. Für aktuelle Games in Full-HD-Auflösung reicht der aber völlig aus, die bringt das Legion 5 mit bis zu 85 Bildern pro Sekunde auf den Schirm. Der Trend-Shooter “Fortnite” lief problemlos auf dem Notebook.

Wenn das Notebook aufdreht

Problematisch wird es erst, wenn Zocker statt auf dem mauen Display auf einem knackscharfen externen 4K-Monitor spielen wollen. Dann ruckeln die Spiele nur noch mit 28 Bildern pro Sekunde über den Screen. Und dabei lässt das Notebook den Nutzer unüberhörbar wissen, dass es hart arbeitet. Die Lüfter drehen dann auf gut hörbare 4,3 Sone auf. Zum Glück haben Gamer meist ein Headset auf. Im Office-Betrieb bleibt das Legion 5 mit 0,4 Sone dagegen sehr leise. Der Akku mit 2:52 Stunden Laufzeit wird allerdings ­etwas schnell leer.

Mit Raum für mehr

Etwas schnell voll wird dagegen der SSD-Speicher: Denn der ist mit 477 Gigabyte recht knapp bemessen. Aktuelle Spiele brauchen viel Platz. Den können Nutzer mit Bastler-Gen ­immerhin selbst schaffen: Ins Legion passt eine zusätzliche M2- oder 2,5-Zoll-SSD. Unglücklich: Weil der M2-Anschluss so platziert ist, dass nachträglich eingebauter Speicher in den 2,5-Zoll-Schacht hineinragt, müssen sich Nutzer für eine der beiden Varianten entscheiden. Für beide gleichzeitig ist es leider zu eng. Völlig unproblematisch lässt sich der Arbeitsspeicher aufrüsten. 16 Gigabyte DDR4 RAM verteilen sich auf zwei Steckplätze, 64 Gigabyte gehen rein. Das heißt aber auch: Wer das Maximum herausholen will, kann die beiden ursprünglich eingebauten Module nicht mehr verwenden – aber vielleicht auf Ebay & Co. gegen ­einen kleinen Zuschuss für ein Spiel loswerden.

Lenovo Legion 5 im Test: Fazit

Klar: Für 1.000 Euro gibt es kein Profi-Gamer-Notebook. Das Legion 5 ist in dieser Konfiguration aber ein interessanter Hybrid: schnell bei der Arbeit, gut für ein Game zwischendurch und für ein spieletaugliches Gerät recht mobil. Die mäßige Ausdauer und das maue Display kosten das Lenovo aber eine bessere Note.

Lenovo Legion 5: Testergebnisse

Tempo (Office / Videobearbeitung): sehr schnell (93,5 / 79,2 Prozent)

Tempo bei DX11-Spielen (Full HD): sehr flüssig (89 Bilder pro Sekunde)

Farbtreue / Kontrast / Bildwechsel (Reaktionszeit): sehr gering (90,2 Prozent) /
12761:1 / kurz (11,6 Millisekunden)

Tonqualität (Frequenzgang / Rauschen / Verzerrungen): gut (Abw. 0,11 Prozent /
95,51 Dezibel / 0,006 Prozent)

Akkulaufzeiten (Arbeiten / Video / Ladezeit): sehr kurz (2:52 / 3:33 / 2:23 Stunden)

Betriebsgeräusch (Video / Volllast bei Spielen): laut (0,5 / 4,1 Sone)

Bedienung der Tastatur / des Touchpads: knackiger Druckpunkt / angenehme Oberfläche

Bedienung des Touchscreens: nicht vorhanden

Apple leakt den geplanten Launch eines neuen 16 Zoll MacBook Pro noch vor Ende des Jahres

Die aktuelle Version des 16 Zoll MacBook Pro (ca. 2.374 Euro auf Amazon) wurde im November 2019 vorgestellt, es wird langsam aber sicher also Zeit für ein Update. Nun hat Apple selbst einen konkreten Hinweis auf das Launch-Datum des Nachfolgers geliefert: Atharva Kale hat im unten eingebetteten Tweet die Release Notes eines Boot Camp-Updates geteilt, laut denen ein Stabilitäts-Problem bei hoher CPU-Last behoben werden sollte, und zwar beim 2020er 13 Zoll MacBook Pro sowie beim 2019er und 2020er 16 Zoll MacBook Pro.

In diesem Jahr wurde allerdings noch kein 16 Zoll MacBook Pro eingeführt, sodass es sich dabei entweder um einen Fehler handelt, oder aber um einen handfesten Hinweis auf den bevorstehenden Launch eines neuen Flaggschiff-MacBooks. Apple hat im Juni zwar mit der AMD Radeon Pro 5600M einen leistungsstärkeren Grafikchip als Option eingeführt, das Notebook wird allerdings weiterhin als “16 Zoll MacBook Pro 2019” geführt.

Gerüchten zufolge plant Apple eine Pressekonferenz am Dienstag, dem 17. November, um den ersten Mac auf Basis eines intern entwickelten ARM-Chips vorzustellen. Bisherige Gerüchte deuteten darauf hin, dass es sich dabei um ein günstigeres MacBook handeln wird, also vermutlich um ein MacBook Air oder gar um ein 12 Zoll MacBook, das neue 16 Zoll MacBook Pro könnte daher erneut auf einen Intel-Prozessor in Kombination mit einem AMD-Grafikchip setzen – Comet Lake-H in Verbindung mit einer AMD Radeon RX 6000 GPU könnte dennoch ein spannendes Upgrade ergeben.

Acer TravelMate P4 und Spin P4: Zwei neue Business-Notebooks

Acer hat diese Woche auch noch seine Reihe an Business-Notebooks, die TravelMate, aufgestockt. Mit dabei ist das neue Convertible TravelMate Spin P4. Diesem Modell stellt man aber auch eine konventionellere Clamshell-Variante zur Seite. Bis auf die Convertible-Funktion, den Touchscreen und einen Stylus, ist die Hardware bei beiden Modellen identisch.

Was steckt also im Inneren? Nun, das sind Intel Core der 11. Generation mit Iris-Xe-Grafik, bis zu 32 GByte DDR4-RAM und PCI-SSDs mit bis zu 1 TByte. Als Akkulaufzeit nennt Acer bis zu 15 Stunden. Was das Display betrifft, so bieten die beiden TravelMate Spin P4 und P4 14 Zoll mit FHD als Auflösung. Auch ein Acer Active-Stylus ist integriert. Die Notebooks sind zusätzlich nach Militärstandard MIL-STD-810G zertifiziert.

Für unterwegs sind sie zudem eSIM-fähig und können dann über 4G LTE unabhängig von Wi-Fi-Netzwerken loslegen. Acer visiert mit den beiden Geräten Geschäftskunden, professionelle Anwender und den Education-Bereich an. Das TravelMate Spin P4 sei nur 1,53 kg leicht und komme auf 18 mm Bauhöhe. Das Gehäuse besteht aus Aluminium bzw. Aluminium-Magnesium. Als weitere Schnittstellen sind Wi-Fi 6, USB Typ-C mit Intel Thunderbolt 4 und Co. genannt.

Integriert ist für mehr Sicherheit auch ein Trusted Platform Module (TPM) 2.0. Zudem kann die Anmeldung via Windows Hello erfolgen. Dafür sind IR-Kameras und ein Fingerabdruckleser erkannt. Die Webcam der Notebooks verfügt über eine integrierte Abdeckung, sollte euch bei dem Gedanken unwohl sein, sie offenzulassen. Wie eingangs schon angedeutet: Das TravelMate P4 weicht dabei von der Spin-Version nur dadurch ab, dass es das 360°-Scharnier, die Touchscreen-Funktion und damit verbunden auch die Stifteingabe streicht. Dafür ist es dann auch 120 Euro günstiger.

Preise und Verfügbarkeit

Das Acer TravelMate Spin P4 ist voraussichtlich ab Dezember zu unverbindlich empfohlenen Endkundenpreisen ab 999 Euro verfügbar.

Das Acer TravelMate P4 ist voraussichtlich ab Dezember zu unverbindlich empfohlenen Endkundenpreisen ab 879 Euro verfügbar.

Das Lenovo Yoga Slim 7 14 ist mit der Nvidia-GPU besser zum Spielen

Das Yoga Slim 7 14 mit dem Ryzen 7 4800U-Prozessor hatten wir bereits im Test und wir waren vor allem von der sehr hohen CPU-Leistung überrascht. Allerdings gibt es bei diesem Prozessor nach wie vor Lieferschwierigkeiten. Alternativ bietet Lenovo noch langsamere Ryzen-CPUs oder auch Intel CPUs an. So auch bei unserem Testgerät, welches mit dem Core i7-1065G7 (Ice Lake, 10 nm). ausgerüstet ist. Die Leistungsentfaltung des Quad-Cores ist im Yoga Slim 7 ordentlich und bei der Single-Core-Performance sind AMD und Intel noch etwa gleichauf, doch in den Multi-Tests haben die Ryzen-CPUs einen deutlichen Vorteil.

Um die Grafikleistung noch zu steigern, kombiniert Lenovo den Intel-Prozessor mit einer dedizierten Grafikkarte von Nvidia. Die GeForce MX350 gehört zur unteren Mittelklasse und die neuen integrierten GPUs kommen schon recht nahe an dieses Leistungsniveau heran. Besonders die RX Vega 8 des Ryzen 7 4800U ist sehr schnell. Insgesamt ist die Kombination Intel/Nvidia in diesem Fall besser zum Spielen geeignet.

Allerdings hat die zusätzliche Grafikkarte auch negative Auswirkungen auf die Emissionen, denn einerseits wird der Lüfter unter Last deutlich lauter, andererseits sind auch die Oberflächentemperaturen deutlich höher. Bei den Akkulaufzeiten ist indes Gleichstand.

Wer viel spielen möchte, kann sich das Yoga Slim 7 14 mit der Kombination Intel/Nvidia ruhig ansehen, doch für die meisten Nutzer ist das AMD-Modell (auch mit dem etwas langsameren Ryzen 7 4700U) sicherlich der bessere Allrounder. Für alle weiteren Informationen zum Gerät verweisen wir an dieser Stelle auf unsere beiden ausführlichen Testberichte.