Huawei MateBook D 14 im Test: Eleganter Begleiter fürs mobile Arbeiten

Im Februar 2020 wurde das neue Huawei MateBook D 14 vorgestellt. Mittlerweile hat uns der chinesische Hersteller ein Testmuster zukommen lassen. Ich habe das Notebook ein wenig für meinen Arbeitsalltag beansprucht und konnte somit einige Eindrücke sammeln.

Das Huawei MateBook D 14 ist ein Notebook, das im Bezug auf das Innenleben wenig aus dem Rahmen fällt. So setzt Huawei auf den Prozessor AMD Ryzen 5 3500U und die integrierte GPU AMD Radeon Vega 8. Damit spielt man, was die Leistung betrifft, im Mittelklasse-Bereich, den Intel etwa mit seinen Core i5 ebenfalls beackert. Für Gamer ist dieser Laptop also definitiv nichts, so wird er aber auch nicht vermarktet. Die restlichen, technischen Daten könnt ihr der folgenden List entnehmen.

Technische Daten des Huawei MateBook D 14

Display: 14 Zoll,IPS- LCD, 1.920 x 1.080 Pixel

Betriebssystem: Windows 10 Home

Prozessor: AMD Ryzen 5 3500U

GPU: AMD Radeon Vega 8 Graphics

RAM 8 GByte DDR4

Speicherplatz: 512 GByte (SSD)

Akku: 56 Wh (aufladbar via USB Typ-C mit 65 Watt)

Abmessungen / Gewicht: 22,5 x 214,8 x 15,9 mm / 1.380 g

Schnittstellen: Wi-Fi 802.11 ac, HDMI 2.0b, zweimal USB Typ-C (3.2 Gen1), USB Typ-A (2.0), 3,5-mm-Audio, Bluetooth 4.1

Besonderheiten: Fingerabdruckscanner im Power-Button, Gehäuse aus Aluminium, Webcam mit 1 Megapixel, zwei Mikrofone und vier Lautsprecher

Lieferumfang: Notebook, Netzteil mit passendem Kabel, Kurzanleitung, Garantiekarte

Preis: 699 Euro

Das Huawei MateBook D 14 trägt eine Preisempfehlung von 699 Euro. Ok, Spieler schauen zur Seite, wie ich bereits erklärte. An wen wendet sich Huawei dann mit diesem Gerät? Nun, das schlanke, wertige Design sowie die ordentliche Leistung sollen Office- und Multimedia-Anwender überzeugen. Schauen wir uns also doch mal die Optik und Haptik genauer an.

Ausstattung und Verarbeitung

Huawei hat was auf dem Kasten, was das Design betrifft – da hatte Caschy ja auch viel Lob für das jüngst veröffentlichte P40 Pro übrig. Und auch das MateBook D 14 spielt da auf einem sehr hohen Niveau. Das Gehäuse aus Aluminium wirkt wie aus einem Guss – keine scharfen Kanten, keine unnötigen Spalte, sauber verarbeitete Anschlüsse. Sieht klasse aus und fühlt sich haptisch hochwertig an, kann man nicht anders sagen.

Auch die Tastatur gefällt mir insgesamt gut: An vielen Notebooks bekomme ich beim Tippen Probleme, weil mir die Keys zu eng beieinander liegen. Huawei setzt auf recht große Tasten, da habe ich selten daneben gegriffen. Allerdings ist der Anschlagsweg mir etwas zu kurz und die Oberfläche der Tasten fühlt sich für mich etwas zu weich an – Geschmackssache, ob man das mag. Das Touchpad ist ebenfalls funktional, auch wenn ich zum Arbeiten am Notebook immer eine Maus vorziehe.

Rechts sitzen am Gehäuse einer der beiden Ports für USB Typ-A sowie der Kopfhöreranschluss. Links findet ihr einen weiteren Anschluss für USB Typ-A plus den Port für USB Typ-C, der sowohl zum Laden als auch zum Übertragen von Daten verwendbar ist. Ebenfalls zu finden ist hier die HDMI-Schnittstelle. Eigentlich stört mich nur eines: der weiße Huawei-Schriftzug unter dem Screen, welchen ich mir etwas dezenter wünschen würde. Zudem werden einige Anwender am MateBook D 14 einen Slot für Speicherkarten schmerzlich vermissen.

Die Leistung im Alltag

Ich betone nochmals: Das Huawei MateBook D 14 eignet sich kaum zum Spielen: Das scheitert vor allem an der Grafikleistung aber auch an der Kühlung. In performanten Gaming-Notebooks ist viel mehr Raum vorhanden, um effizient zu kühlen. Das schlanke Notebook von Huawei setzt da andere Schwerpunkte mit den schmalen Belüftungsschlitzen an der Unterseite und dem fast geräuschlosen Betrieb.

Manch einer will vielleicht aber trotzdem einen Vergleichswert haben. Da kommen dann GFXBench und das allseits beliebte Cinebench ins Spiel. Unten findet ihr meine Testergebnisse:

Um es zu überschlagen: Die Ergebnisse zeigen, dass die GPU-Leistung der integrierten AMD Radeon Vega 8 Graphics in GFXBench in etwa auf einem Level mit einer GeForce GTX 460 aus dem Jahr 2010 spielt. Klingt erst einmal nicht so berühmt, bedenkt man aber, dass das vor zehn Jahren eine Desktop-Mittelklasse-Grafikkarte gewesen ist und wir hier über den integrierten Grafikchip einer APU sprechen, dann ist das schon in Ordnung.

Cinebench ist eher CPU-lastig und sagt uns, dass das Huawei MateBook D 14 da mit seinem AMD Ryzen 5 3500U beispielsweise einen Intel Core i5-3550 überflügelt – dabei handelt es sich allerdings um eine früher Desktop-CPU aus dem Jahr 2012. Generell ist die Leistung aber außerhalb des Gamings wirklich ausreichend.

Und im Alltag? Das MateBook D 14 lässt sich für Office- und Multimedia-Aufgaben nutzen und ist dabei unauffällig – was ich als Kompliment meine. Auch das gleichzeitige Arbeiten mit Office, Thunderbird Chrome, Todoist, Telegram, dem Adobe Acrobat Reader sowie Affinity Photo läuft einwandfrei – das ist für mich nämlich die typische Kombination geöffneter Anwendungen, wenn ich beim Arbeiten sitze. Kein Problem für Huaweis MateBook D14.

Ein Kompliment möchte ich dabei auch dem Display machen: Das IPS-LCD zeigt unter normalen Bedingungen und auch bei der Videowiedergabe keine Probleme mit Bleeding und bietet satte Farben und Kontraste. Gut, die Auflösung hätte ich mir höher gewünscht, aber man kann eben nicht alles haben. Genießt meine Meinung zum Bildschirm aber natürlich mit etwas Vorsicht, denn da kann es immer eine gewisse Serienstreuung geben.

Durch die Corona-Krise kann man sich nicht so unkompliziert wie sonst an die frische Luft zum Arbeiten setzen. Trotzdem stapfte ich im Testzeitraum einmal zur Kieler Förde, setzte mich vor den Landtag und schrieb ein wenig vor mich hin – immerhin ein Arbeitsvorgang. Auch bei Sonneneinstrahlung ist das Display sehr gut lesbar. Da passt alles.

Besonderheiten

Im Power-Button des MateBook D 14 sitzt ein Fingerabdruckscanner – damit kann man dann Windows 10 entsperren, statt sich seines Passworts oder PINs zu bedienen. Funktioniert super, die Erkennung ist schnell und genau. Interessant ist auch die Frontkamera untergebracht – wer sich das Notebook auf den ersten Blick betrachtet, sucht jene nämlich an den üblichen Positionen am Bildschirmrand vergeblich. Stattdessen ruht die Webcam in einer Taste des Keyboards.

Drückt ihr den Button, dann ploppt die Kamera nach oben. Nun hat das aber Vor- und Nachteile. Wer sich um seine Privatsphäre sorgt, wird die einklappbare Cam sicherlich begrüßen. Allerdings sorgt die Platzierung in der Tastatur dafür, dass ihr bei Videochats nicht gerade aus dem vorteilhaftesten Winkel abgelichtet werdet – schräg von unten. Deswegen kann man sich streiten, ob dieses Design wirklich so ausgereift ist.

Huawei verbaut im MateBook D 14 auch Lüfter, jene sind aber so gut wie nie wirklich hörbar. Selbst wer mal ein Gelegenheitsspiel zockt, wird sie kaum wahrnehmen. Trotzdem bleibt das System offenbar kühl genug, denn plötzliche Leistungseinbrüche durch aggressives Heruntertakten waren nicht zu verzeichnen. Ach ja, erwähnt sei auch, dass die Lautsprecher des MateBook D14, wie bei den meisten Notebooks dieser Art, eher zweckmäßig ausfallen – ein Headset sollte man also in der Regel griffbereit halten.

Akkulaufzeiten? Mit dem MateBook D 14 kann man gut über fast den ganzen Arbeitstag kommen, wenn man im Web hantiert, Office-Programme nutzt und ab und zu mal etwas Bildbearbeitung betreibt. Sechs Stunden hielt der mobile Kamerad bei mir stets in etwa durch. Natürlich weichen die Laufzeiten aber stark ab, je nachdem was ihr am Laptop so treibt und wie ihr z. B. auch die Helligkeit konfiguriert.

Bloatware? Nein, Huawei hat einzig und allein seinen PC-Manager vorinstalliert, der Treiber aktualisieren kann und auf mögliche Probleme hinweist. Letzteres ist eher sinnfrei, beispielsweise mahnte mich der Manager, ich solle doch automatische Treiber-Updates aktivieren und nannte das als Problem. Sonst halte ich derlei Software für die meisten Anwender für Unfug, kann aber manchem Laien vielleicht helfen sein System auf dem neuesten Stand zu halten.

Mein Fazit

Das Huawei MateBook D 14 ist ein haptisch wie optisch extrem hochwertiges Notebook, das mir in diesem Bezug sehr gut gefallen hat. Weniger begeistert bin ich von der Unterbringung der Webcam: Wer auf den Datenschutz achtet, freut sich zwar, doch da die ausklappbare Kamera auf der Tastatur sitzt und somit von schräg unten auf den Nutzer gerichtet ist, muss man hier selbst den letzten Rest Eitelkeit über Bord werfen, will man sich an einen Videochat wagen.

Für Spieler ist das MateBook D 14 nichts, so wird es aber auch nicht beworben. Was ich mir trotzdem gewünscht hätte, wäre eine höhere Auflösung als 1080p . Der Screen punktet jedoch mit stabilen Bickwinkeln, sattem Schwarz, guten Kontrasten und zeigt auch keine auffälligen Probleme mit Bleeding. Praktisch finde ich übrigens auch, dass sich das MateBook D 14 via USB Typ-C aufladen lässt.

Insgesamt handelt es sich beim Huawei MateBook D 14 meiner Ansicht nach um ein sehr elegantes und hochwertig verarbeitetes Notebook für Office- und Multimedia-Anwender, dessen Benutzung Spaß gemacht hat – von mir bekommt es eine Empfehlung.

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