Intel Core i9-9900KS in Laptops langsamer als Core i9-9900K

Intel hat den neuen Flaggschiff-Prozessor Core i9-9900KS erst vor einigen Wochen für Desktops vorgestellt. Natürlich haben wir den Prozessor sofort in einem Laptop getestet, um zu sehen, wie es um dessen mobile Leistung steht. Das Ergebnis? Nicht schlecht, es könnte jedoch definitiv besser sein.

Eurocom bietet als einer der ersten Vertriebspartner den Core i9-9900KS in seiner leistungsorientierten Clevo-Laptopfamilie an. In unserem Test haben wir herausgefunden, dass der Prozessor im 15,6 Zoll großen Eurocom Sky X4C in den ersten 30 Sekunden unter Volllast mit 4,7 GHz und bei einer Kerntemperatur von 95 °C arbeitet. Anschließend fallen diese Werte auf 4,4 GHz bzw. 88 °C. Offensichtlich gibt es also über den 4,0-GHz-Basistakt hinaus nicht viel Spielraum zum Übertakten.

In unserem Cinebench-R15-Multithread-Schleifentest fällt die Leistung im Laufe der Zeit um 7 bis 8 Prozent ab, da die anfängliche Turbo-Boost-Taktfrequenz von 4,7 GHz nicht dauerhaft aufrechterhalten werden kann – außer wenn man den Prozessor dauerhaft bei 95 °C betreiben möchte. Daher schlägt der “langsamere” Core i9-9900K in Gaming-Laptops wie dem MSI GT76 Titan, Dell Alienware Area-51m und Eurocoms eigenem Sky X7C den i9-9900KS in unserem Sky X4C. Man muss jedoch auch beachten, dass es sich bei allen drei dieser Beispiele um sehr große 17,3-Zoll-Systeme mit deutlich leistungsfähigeren Kühllösungen als der in unserem 15,6 Zoll großen Sky X4C handelt.

Für Anwender, die auf der Suche nach einem sehr leistungsfähigen Laptop mit einer entsperrten Core-i9-CPU sind, ist der Core i9-9900K vermutlich die bessere Wahl.

Cherry Keys: Software konfiguriert jede Maus und Tastatur

Cherrys neue Keys-Software kann zur Neukonfiguration von Maus und Tastaturen von beliebigen Herstellern genutzt werden, aber nicht viel. Das kostenlos angebotene Programm bleibt im Funktionsumfang vergleichsweise rudimentär und ist vielmehr ein Refresh des MX-Board-Software.

Keys erlaubt es, Tasten von Tastaturen und Mäusen mit Makros, Medienfunktionen, Textausgaben, die die Eingabe häufig genutzter Wendungen – bei Spielern „lol ez pz naps deinstall“, im Büro „Sehr geehrte Damen und Herren“ – erleichtern soll, Verknüpfungen zu Programmen oder Webseiten und Systemfunktionen wie „Abmelden“ oder „Kopieren“ neu zu belegen. Profile werden allerdings nicht unterstützt. Darüber hinaus erlaubt der Makro-Editor keine Aufnahme von Zeitabständen, eine Möglichkeit, Makros zu verwalten, existiert ebenfalls nicht – jedes Makro muss für jede Taste neu aufgenommen werden.

Programmiert werden kann lediglich ein Profil, also die primäre Tastenbelegung. Auf Tastaturen stehen die Tasten „F1“ bis „Pause“ zur Neubelegung zur Verfügung, bei Mäusen zwei Seitentasten sowie die Taste unter dem Mausrad. Dass die Software wie vom Anbieter behauptet „am besten“ mit Cherry-Produkten funktioniere, erklärt sich mit Blick auf das gezeigte Layout: Dort können zusätzlich zu den genannten auch Medientasten konfiguriert werden, die etwa die Cherry Stream besitzt. Welche Tasten eine abweichende Funktion erhalten haben, zeigt ein roter Rahmen an.

Die Erwähnung von all dem, was die Software im Vergleich zur den Varianten von Corsair, Razer, und Co nicht kann, verstellt allerdings leicht den Blick auf das, was sie kann: Einer Tastatur bequem zu Zusatzfunktionen verhelfen, die beim Arbeiten hilfreich sein können und die Einrichtung auch unerfahrenen Nutzern ermöglichen. Das konnte zwar genauso bereits die Software der MX Board, allerdings in sehr altbackener und unübersichtlicher Aufmachung im Stil der Jahrtausendwende. Diese weicht mit Keys einem schlichten, minimalistischen Look, der weitaus funktionaler ist.

Download und Alternative

Cherry Keys kann für Windows 10 auf der Keys-Homepage heruntergeladen werden. Wenn die begrenzten Funktionen der Software nicht ausreichen, stehen seit Jahren ebenfalls universelle Open-Source-Programme wie das mächtige AutoHotkey als Alternative zur Verfügung.

Microcode für X299-Platinen: MSI bereitet BIOS-Updates für höheren Takt mit CLX vor

MSI hat damit begonnen, für bereits erhältliche X299-Mainboards neue BIOS-Versionen bereit zu stellen. Der darin enthaltene Microcode von Intel soll auf allen Sockel-LGA-2066-Platinen für die HEDT-CPU-Familie Cascade Lake-X ein besseres Übertakten ermöglichen. Auch weitere Optimierungen für eine höhere Leistung sind enthalten.

Die von Intel jüngst enthüllten HEDT-Prozessoren der Generation Cascade Lake-X, zu denen auch das Flaggschiff Core i9-10980XE (Test) gehört, zeigen im Vergleich mit den direkten Vorgängern der Familie Skylake-X nur wenige Aufwertungen, was beispielsweise Fertigungsverfahren und Architektur betrifft. Daher sind die neuen Core-X-CPUs weiterhin zum aktuellen Sockel LGA 2066 der HEDT-Plattform auf Basis des X299-Chipsatz voll kompatibel, weshalb die bereits erhältlichen Mainboards schon vor dem Start von ASRock, Asus, EVGA, Gigabyte und MSI mit aktualisierten BIOS-Versionen versorgt wurden.

Mehr Overclocking-Potenzial per BIOS-Update

Intel hat nun den Mainboard-Herstellern eine optimierte Fassung des Microcode bereit gestellt, der nach Angaben von MSI auf der X299-Plattform und im Zusammenspiel mit Cascade-Lake-X-CPUs der Core i9-10xxx-Familie ein höheres Taktpotential ermöglicht.

To enhance the overclocking capability for the newly launched Intel® Core™ X-series Processors (Intel Core™ i9-10980XE, 10940X, 10920X, 10900X), Intel will provide a new microcode update.[…]Current BIOS versions have already been supportable for the Intel® Core-X i9 10000 series processors. To maximize the overall performance, MSI will release BIOS updates for all the MSI X299 motherboards soon.

MSI

Neue BIOS-Versionen mit dem überarbeiteten Microcode will MSI für die folgenden X299-Platinen in Kürze für die gesamte Produktpalette ausrollen:

Creator X299

X299 Pro 10G

X299 Pro

MEG X299 Creation

X299 XPower Gaming AC

X299 Gaming M7 ACK

X299 Gaming Pro Carbon AC

X299 Gaming Pro Carbon

X299 Tomahawk AC

X299 Tomahawk Arctic

X299 Tomahawk

X299 SLI Plus

X299 Raider

X299M Gaming Pro Carbon AC

Abseits davon haben die Mainboard-Hersteller auch neu aufgelegte Platinen mit dem X299-Chipsatz für Cascade Lake-X ins Portfolio genommen, die sich im Vergleich zu den direkten Vorgänger-Modellen jedoch nur marginal unterscheiden. Die gängigste Praxis – auch bei MSI – ist eine Aufwertung der Spannungsversorgung und teils die Unterstützung für den neuen und schnelleren USB-Standard USB 3.2 Gen 2×2 (20 GB/s) via Zusatz-Chip.

Playstation 5: PC-Build mit gleichem Preis und gleicher Leistung ist kaum möglich

Die Website PC Games N hat sich in einem Rechenbeispiel daran versucht, die Leistung einer Playstation 5 mit PC-Komponenten nachzubilden. Selbst ohne Windows-Lizenz lässt sich diese aber wohl kaum für denselben Preis erreichen. Überraschend ist das nicht: Die Playstation 5 wird in großen Stückzahlen produziert und bringt Sony zudem nachträglich noch Geld ein.

Konsolen anhand des Preises oder der Leistung mit dem PC zu vergleichen ist immer ein etwas heikles Thema. Die Konsolen werden in großen Stückzahlen hergestellt und bieten aufgrund der einheitlichen Plattform mitunter optimierte Software, während Computer wesentlich flexibler einsetzbar sind und dafür mehr Wartungs- bzw. Konfigurationsaufwand mit sich bringen.

500 Euro für PS5-Leistung?

Trotzdem ist ein Vergleich nicht ganz uninteressant, schließlich kauft man auch mit einer Konsole eine Rechenmaschine, die zudem seit der letzten Generation auf PC-Hardware setzt. Die Kollegen von PC Games N haben sich an dem Rechenspiel versucht und nachgerechnet, ob sie die voraussichtliche Leistung einer Playstation 5 mit aktuellen oder bis dahin verfügbaren Komponenten in einem PC unterbringen können.

Für die Playstation 5 wird ein Preis von 500 US-Dollar vermutet, während im Inneren ein SoC von AMD arbeiten soll. Dieser soll erneut acht Kerne bieten, aber auf Basis der aktuellen Zen-2-Architektur. Die Grafikkarte ist hingegen eine Unbekannte, denn die RDNA-2-Architektur ist bis jetzt noch nicht vorgestellt worden. PC Games N erwartet hierbei 8 Gibibyte GDDR6-RAM und ungefähr die doppelte Leistung einer Playstation 4 Pro, was ungefähr einer RX 5700 XT entspricht, wenn man rein die FLOPS vergleicht.

Passend zum Thema: Controller zur Playstation 5: Patent zeigt bekanntes Design und eine Neuerung

Der Ryzen 7 2700X kostet derzeit 190 US-Dollar, für den Ryzen 7 3700X dürfte man nächstes Jahr in etwa denselben Preis erwarten. Dieser taktet aber voraussichtlich deutlich höher als der SoC der Playstation 5, womöglich wäre man mit einem Ryzen 5 3600 (Der Vorgänger kostet aktuell 100 US-Dollar) also näher am Endergebnis.

Da es derzeit noch keine vergleichbare Grafikkarte gibt, ist dieser Punkt schwierig zu schätzen. PC Games N geht von optimistischen 200 US-Dollar aus, die durch die stärkere Konkurrenz von Nvidias Ampere-Grafikkarten und den daraus resultierenden Preiskampf ermöglicht werden soll. Somit bleiben nur noch 200 US-Dollar für Netzteil, Gehäuse, SSD, RAM, Mainboard, das Blu-Ray-Laufwerk sowie eine Windows-Lizenz.

Insgesamt kommt die Website somit auf knapp 600 US-Dollar, wenn man das Laufwerk und die Windows-Lizenz weg lässt. Wirklich verwunderlich ist das Verfehlen des Ziels aber nicht, schließlich lässt Sony die Playstation 5 in großen Mengen produzieren und erhält dementsprechend günstige Angebote. Wer nächstes Jahr also vor der Entscheidung steht, macht mit der Konsole aus Leistungssicht wohl keinen Fehler. Man sollte aber bedenken, dass beispielsweise Plattform-Gebühren das Bild wieder trüben können.

Ryzen 9 3950X vor Release: Preis für 3900X steigt weiter

In wenigen Tagen soll der Ryzen 9 3950X als AMDs neues CPU-Topmodell im Desktop-Segment erscheinen, doch anhaltende Preissteigerungen beim derzeitigen Spitzenreiter 3900X lassen hinsichtlich Preisen und Verfügbarkeit nichts Gutes vermuten.

Ursprünglich sollte der Ryzen 9 3950X mit seinen 16 Kernen bereits im September auf den Markt kommen und nun soll es nach der Verzögerung aufgrund “hoher Nachfrage” am 25. November endlich soweit sein. Dabei war auch das noch aktuelle Flaggschiff in Form des Ryzen 9 3900X mit 12 Kernen trotz Ankündigung im Juli lange Zeit kaum verfügbar, was sich selbst im Herbst nur vorübergehend entspannte und zuletzt Ende Oktober auch mit Preissteigerungen oberhalb der unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) von 529 Euro einherging.

Dieser Trend hat angehalten und mittlerweile ist der Ryzen 9 3900X im PCGH-Preisvergleich günstigstenfalls ab 578,99 Euro zuzüglich Versandkosten gelistet und lieferbar sogar erst ab 589 Euro, während die anderen Prozessoren der Ryzen 3000-Reihe weiterhin gut verfügbar sind und mit wenigen Ausschlägen unterhalb der jeweiligen UVP rangieren. Der neue Ryzen 9 3950X soll derweil offiziell für 819 Euro auf den Markt kommen, was sich angesichts der Lage des 3900X hinsichtlich Preis und Verfügbarkeit womöglich nicht so bald nach unten einpendeln wird.

Bei Intel zeigten in der jüngsten Vergangenheit unterdessen die Sockel 1151-Topmodelle Core i9-9900K für 498 Euro beziehungsweise dem Core i9-9900KS für rund 576 Euro keine nennenswerten Ausschläge, während auch die Konkurrenzprodukte des LGA 2066 seit starken Preissenkungen von Mitte Oktober aktuell stabil liegen. Abzuwarten bleibt nun, wo sich der Ryzen 9 3950X in Kürze einordnen wird. Derzeit gibt es im PCGH-Preisvergleich bei noch keinem Händler eine Listung von AMDs neuem “Rolls Royce”, der in unserem Test durchweg überzeugen konnte.

RX 5700 XT Liquid Devil: Wassergekühlte Navi-GPU mit Höchsttakt für 599 Euro

PowerColor hat mit der Radeon RX 5700 XT Liquid Devil die erste Navi-Grafikkarte mit Wasserkühlung nun offiziell vorgestellt. Die Grafikkarte wird mit hohen Taktraten zugleich als „schnellste RX 5700 XT der Welt“ beworben. Mit einem Preis von 599 Euro ist sie aber auch eine der teuersten.

Die heutige Vorstellung der Radeon RX 5700 XT Liquid Devil kommt nicht unerwartet, denn PowerColor hat es sich nicht nehmen lassen, im Vorfeld mehrfach auf das wassergekühlte Flaggschiff hinzuweisen. Jetzt liegen alle Details inklusive den vollständigen Spezifikationen, dem Preis und der Verfügbarkeit vor.

Wasserkühler von EK WaterBlocks

Das Kernstück der Liquid Devil ist die Wasserkühlung. Dabei handelt es sich nicht um eine gebrauchsfertige All-in-One-Lösung, sondern um einen Kühlblock des Herstellers EK Water Blocks, der über gängige Anschlüsse in eine vorhandene Wasserkühlung integriert wird. Die Basis besteht aus vernickeltem Kupfer, so PowerColor. Neben Montagematerial liegt der Packung mit dem „Liquid Devil Dye Pack“ ein Satz Färbemittel für die Kühlflüssigkeit bei.

Auf hohen Takt selektierte Navi-GPUs

Um sich den Titel der weltschnellsten RX 5700 XT auf die Fahne schreiben zu können, greift PowerColor nach eigenen Angaben auf speziell nach hohem Taktpotenzial und niedrigen Temperaturen selektierte Grafikchips zurück. Der Hersteller wirbt mit einem Boost-Takt von 2.070 MHz und übertrifft damit die bisherigen Spitzenreiter Asus ROG Strix OC und Sapphire Nitro+, die mit 2.035 MHz Boost angegeben sind. ASRock bewirbt die Taichi X OC+ zwar mit bis zu 2.040 MHz mit Hilfe der Tweak-Software, doch sind im BIOS maximal 2.025 MHz festgelegt. Zum Basis- oder Game-Takt macht PowerColor allerdings keine Angaben.

Erst über einen kleinen Schalter wird das zweite BIOS (Unleash) mit dem maximalen Takt aktiviert. In der Standardeinstellung (OC) sollen die Frequenzen jenen von übertakteten Modellen „wie Red Devil und Red Dragon“ entsprechen. Die Aussage könnte unpräziser nicht sein, arbeitet doch die Red Dragon mit 1.905 MHz im Boost und die Red Devil mit deutlich höheren 2.010 MHz.

Für hohe Frequenzen sei auch die 12-lagige Platine und das VRM-Design mit zehn Phasen ausgelegt, womit eine stabile Stromversorgung jenseits von 300 Watt kein Problem darstelle. Über den BIOS-Umschalter wird offenbar das Power Limit für Übertaktungen ausgehebelt, denn PowerColor spricht vom „Entfesseln“ des vollen Potenzials. Die beiden 8-Pol-Buchsen würden nach offiziellen Richtlinien zusammen mit dem PCIe-Steckplatz bis zu 375 Watt bereitstellen können.

Beim Speicher gibt es mit 8 GB GDDR6, der mit 7.000 MHz arbeitet, keine Besonderheiten. Das gleiche gilt für die Anschlüsse, die mit dreimal DisplayPort 1.4 und einmal HDMI 2.0b ebenfalls dem Standard bei Radeon RX 5700 XT entsprechen. Die steuerbare RGB-Beleuchtung ist in diesem Segment fast schon obligatorisch. Nicht nur optischen Zwecken dient die Backplate aus Aluminium, die die mit dem massigen Kühlblock besetzte Platine stabilisiert. Laut Hersteller misst die Liquid Devil 240 × 162 × 42 mm (L×B×T).

Preis und Verfügbarkeit

Ab der kommenden Woche (25. November) soll die PowerColor Liquid Devil im Handel erhältlich sein. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers lautet 599 Euro. Damit ist die Liquid Devil die derzeit teuerste Radeon RX 5700 XT, wenn man die limitierte Edition der Red Devil außen vor lässt – Exklusivität hat wie immer ihren Preis. Allerdings muss bedacht werden, dass ein vergleichbarer Wasserkühler für die RX 5700 XT bei EK Water Blocks schon allein rund 130 Euro kostet.

Ein früherer Artikel liefert ergänzende Informationen und Bildmaterial zur RX 5700 XT Liquid Devil. Mit der Einschätzung eines Preises jenseits von 600 Euro lag die Redaktion knapp daneben.

Intel MKL: Workaround erhöht Leistung auf AMD Ryzen signifikant

Die Programmbibliothek Math Kernel Library von Intel gilt für AMD Ryzen schlecht optimiert und notorisch langsam. Dies untermauert ein Workaround des Community-Mitglieds Ned Flanders für das Programm Matlab, das in der Wissenschaft für numerische Berechnungen genutzt wird. Mit dem „Trick“ rechnet AMD Ryzen erheblich schneller.

Workaround erzwingt AVX2 auf AMD Ryzen

Unter dem Titel „How-To force Matlab to use a fast codepath on AMD Ryzen/TR CPUs]How-To force Matlab to use a fast codepath on AMD Ryzen/TR CPUs“ veröffentlichte er im Reddit-Forum als Nedflanders1976 einen Workaround, der die Unterstützung der Befehlssatzerweiterung AVX2 durch die MKL in Matlab, eine Software des Unternehmens MathWorks, erzwingt. Dadurch ergeben sich teils signifikante Leistungssteigerungen unter Verwendung von Zen-, Zen+- und Zen2-CPUs von AMD.

Bis 400 Prozent mehr Leistung in Matlab

Standardmäßig fragt die Intel Math Kernel Library die Vendor-ID-Zeichenfolge des genutzten Prozessors ab. Wenn eine andere Zeichenfolge als „GenuineIntel“, wie beispielsweise „AuthenticAMD“, ausgelesen wird, greift die Bibliothek in einer Art Fallback-Modus auf gewöhnliches SSE zurück, ohne die von der CPU real unterstützten Befehlssatzerweiterungen zu beachten, was einen erheblichen Leistungsnachteil für Prozessoren vom Typ AMD Ryzen mit ihrer vollen SSE4-, AVX- sowie AVX2-Implementierung mit sich bringt.

Der Workaround zwingt Intels Programmbibliothek dazu, unabhängig vom Ergebnis der CPU-Vendor-ID-Abfrage, AVX2 zu verwenden. Mit dem auf diese Art erzwungenem AVX2 erreicht beispielsweise ein AMD Ryzen 5 2600X bis zu 258 Prozent mehr Leistung in Matlab. Ein Reddit User, der den Workaround auf einem Ryzen 7 3700X mit der neueren Zen-2-Architektur testete, berichtet gar von teilweise mehr als 400 Prozent Leistungssteigerung. Breitgefächerte Tests statt Stichproben dürften ein genaueres Bild liefern.

Mehr Leistung per Batchdatei

Die Lösung ist ein simpler vierzeiliger Code in einer Batch-Datei den der Autor ebenfalls im Reddit-Forum veröffentlicht hat. Zudem stellt er ein Benchmark-Skript zur Verfügung, welches die Auswirkungen von AVX2 auf die Leistung von AMD Ryzen hervorhebt.

Die Redaktion dankt den Community-Mitgliedern „Ned Flanders“ und „fanatiXalpha“, die als Quelle und Hinweisgeber für diese News mitverantwortlich zeichnen.

Auch NumPy für Python betroffen

Wie sich mittlerweile herausgestellt hat, ist auch NumPy, eine Programmbibliothek für die Programmiersprache Python von der eingangs geschilderten Problematik betroffen. Intern verwenden sowohl Matlab als auch NumPy die beiden Programmbibliotheken BLAS und LAPACK, die ihrerseits Bestandteil der Math Kernel Library sind, für eine effiziente Berechnung linearer Algebra.

Ein Test von Puget Systems zeigte bereits im August dieses Jahres ähnliche Auffälligkeiten wie die von Ned Flanders in Matlab aufgezeigten.

Apparently this trick does also some magic to pythons numpy on windows (std conda install that brings the mkl lib in and no way to change to openblas easily). The code shown in the article below took 64s on my Ryzen 3600 with the workaround and 266s without it!

Sammelthread im ComputerBase Forum

Da in Kürze mit Benchmarks und Ergebnissen zu weiteren betroffenen Programmen zu rechnen ist, haben die Forenmitglieder ZeroStrat und erneut Ned Flanders einen Sammelthread dazu ins Leben gerufen. ZeroStrat selbst hat mittlerweile bereits Ergebnisse für einen AMD Ryzen 9 3900X vorlegen können, welche die bisherigen Ergebnisse von Ned Flanders bestätigen. Die beiden rufen die Community dazu auf, sich zu beteiligen.

Gigabyte Aorus RGB: „Memory Boost“ hebt DDR4-RAM eine Taktstufe an

Mit einer automatischen Übertaktungsfunktion für Arbeitsspeicher, die unter der Bezeichnung „Memory Boost“ vermarktet wird, schickt Gigabyte neue 16-GB-Kits der Aorus-RGB-Serie der 2. Generation in den Endkundenhandel. Die Kits zu je zwei 8 GB sollen neben dem klassischen XMP-Profil noch ein schnelleres Setting bieten.

Ein XMP-Setting getarnt als „Memory Boost“

Anstatt der im XMP-Profil hinterlegten DDR4-3600 sollen die neuen Gigabyte-Aorus-RGB-Kits auf Mainboards des Herstellers eine zusätzliche Möglichkeit zur automatischen Taktsteigerung auf DDR4-3733 bieten.

Gigabyte Aorus RGB

Die „Memory Boost“ genannte Funktion der Aorus-RGB-Speicherpaare ist demnach nur eingeschränkt nutzbar und im Grunde Augenwischerei, denn lediglich in Kombination mit den Aorus-Z390- und Aorus-X570-Mainboards mit aktiviertem XMP im neuen BIOS, können Nutzer über das getarnte XMP-Setting die Frequenz auf bis zu 3.733 MHz steigern, ohne dafür Feineinstellungen an den Timings manuell vornehmen zu müssen. Die Latenzen bei DDR4-3600 gibt Gigabyte in der zweiten Generation mit CL18-19-19-39 an und verspricht darüber hinaus mit der dann via XMP-Profil auf 1,35 Volt angehobenen Versorgungsspannung die volle Kompatibilität zu AMD- und Intel-Plattformen.

Die überarbeiteten Gigabyte-Aorus-RGB-DIMMs sind eingebaut weiterhin 39 Millimeter hoch und verfügen außerdem über eine verbesserte Beleuchtung im Vergleich mit dem Vorgängermodell. Erreicht wird dieser Effekt über eine auf zwölf gestiegene Anzahl an verbauten LEDs und einem neuen „Wave2 Rainbow“ genannten zusätzlichen Beleuchtungseffekt. Der überarbeitete Heatspreader ist in der Neufassung Schwarz eloxiert anstatt wie beim Vorgänger in Silber gestaltet.

16-GB-Kit auch mit zwei Dummy-DIMMs

Gigabyte bietet auch die Neufassung der Aorus-RGB-Kits in zwei Varianten an. Einmal klassisch bestehend aus zwei 8 GB Modulen im 16-GB-Set und einer Ausführung mit zwei zusätzlichen RGB-Dummy-Modulen. Diese füllen bei Vier-Slot-Mainboards die zwei übrigen Steckplätze, um mittels der „RGB Fusion 2.0“-Software eine ausgefallenere Beleuchtung zu realisieren.

Zu welchen Preisen Gigabyte plant die neuen Gigabyte-Aorus-RGB-Kits in den Verkauf zu schicken, ist aktuell noch nicht bekannt. In Kürze soll zumindest die Auslieferung an den Handel beginnen. Die erste Generation der Aorus-RGB-DIMMs als Set mit 16 GB und DDR4-3200 wird derzeit für knapp 96 Euro angeboten.

AMD Radeon RX 5700 XT: Hersteller-Grafikkarten fallen unter 400 Euro

AMDs Grafikkarten-Topmodell für Spieler ist jetzt genauso teuer wie Nvidias GeForce RTX 2060 SUPER, dafür aber etwas schneller.

Seit der Vorstellung der Radeon RX 5700 XT im Juli 2019 haben Grafikkarten-Hersteller mehrere Dutzend eigene Modelle mit stärkeren Kühlern in den Handel gebracht. Gleichzeitig sind die Preise von AMDs empfohlenen 420 Euro auf teils deutlich unter 400 Euro gerutscht.

Am günstigsten ist Powercolors Einsteigermodell der Radeon RX 5700 XT (ab 379 €) mit zwei Axiallüftern. Aber auch MSI und XFX bieten mehrere Varianten zu ähnlichen Preisen an, zum Beispiel die XFX Radeon RX 5700 XT Thic II (ab 389 €) und MSI Radeon RX 5700 XT Mech OC (ab 398 €). XFX’ kürzlich vorgestellte Thic III Ultra (ab 429 €) stellt die günstigste Version mit drei Axiallüftern und 2,5 Slot Dicke dar.

Radeon RX 5700 vereinzelt günstiger

Die etwas schwächere Radeon RX 5700 (ohne XT-Kürzel) nähert sich vereinzelt der Marke von 300 Euro. Auch die günstigste Radeon RX 5700 (ab 319 €) stammt von Powercolor. Hier hat sich die Preissenkung aber noch nicht hersteller- und händlerübergreifend durchgesetzt.

Die Grafikkartenserie Radeon RX 5500 als Ablöse für die Radeon RX 590/580/570 erreicht voraussichtlich im Dezember den Handel. Bei ihr kommt die kleinere Navi-14- statt Navi-10-GPU zum Einsatz, ebenfalls mit 7-nm-Technik und RDNA-Architektur.

Nvidias GeForce-Karten sind preisstabil

Für den Preis einer Radeon RX 5700 XT bieten Nvidia und seine Partnerhersteller die GeForce RTX 2060 SUPER an, die seit ihrer Vorstellung ab knapp 400 Euro erhältlich ist. Die AMD-Grafikkarte rechnet durchschnittlich rund 5 bis 10 Prozent schneller, hat dafür aber keine dedizierten Rechenwerke für Raytracing-Grafikeffekte. Beide Modelle nutzen 8 GByte GDDR6-Speicher.

Die Radeon RX 5700 ist ebenfalls 5 bis 10 Prozent schneller als die ähnlich teure GeForce RTX 2060 (ohne SUPER-Anhängsel). Zudem hat das AMD-Modell 2 GByte GDDR6-Speicher mehr (8 statt 6 GByte). 

Seagate-SSDs: Ablöse und Modellpflege bei BarraCuda und FireCuda

Seagate räumt im SSD-Portfolio auf und um. Die SATA-SSDs der Serie BarraCuda erhalten mit der BarraCuda 120 eine Ablösung mit neuer Hardware. Bei den M.2-NVMe-SSDs der Serien BarraCuda 510 und FireCuda 510 steht ein Speicherupgrade mit neuen Modellen an.

BarraCuda 120 SSD ersetzt BarraCuda SSD

Eine Wachablösung steht bei den SATA-SSDs von Seagate an. Die Serie BarraCuda SSD wird durch die BarraCuda 120 SSD ersetzt. Wie Tom’s Hardware erfuhr, erhält die Einstiegsserie nicht nur einen neuen Namen und ein neues Gehäuse: Beim Controller soll ein Wechsel von Phison S10 auf den neueren Phison S12 erfolgen. Beim Speicher behalte sich Seagate vor, entweder 96-Layer-TLC-Flash (BiCS4) von Kioxia oder 64-Layer-TLC-NAND von Micron einzusetzen. Das Datenblatt (PDF) der BarraCuda 120 SSD nennt außerdem eine niedrigere Leistungsaufnahme und höhere Total Bytes Written gegenüber dem Vorgänger (PDF).

Unverändert bleiben die Speicherkapazitäten von 250 GB, 500 GB, 1 TB und 2 TB, die beworbene Leistung mit bis zu 560 MB/s lesend und 540 MB/s schreibend sowie die fünf Jahre Garantie.

Abzuwarten bleibt, ob die BarraCuda 120 auch preislich in die Fußstapfen des Vorgängers tritt. Erste Preisvorstellungen im Handel liegen deutlich darüber, sind aber Wochen oder Monate vor der Verfügbarkeit noch kein Maßstab. Für die neue SSD-Serie fehlt noch ein offizieller Termin für den Marktstart.

Modellpflege bei BarraCuda 510 und FireCuda 510

Bei einigen PCIe-SSDs im M.2-Formfaktor gibt es kleinere Anpassungen bei Seagate. Die BarraCuda 510 soll künftig ebenfalls mit BiCS4-Flash von Kioxia (früher Toshiba Memory) bestückt sein und gibt es künftig nicht nur mit 250 GB und 500 GB, sondern auch mit 1 TB Speicherplatz. Das neue 1-TB-Modell wird ab 299 Euro gelistet. Auch hier ist der Preis als nicht final und noch zu hoch anzusehen.

Die schnellere FireCuda 510 (Test) erhält neben dem gleichen Speicherupgrade auf 96-Layer-Flash ein neues 500-GB-Modell sowie eine schwarze Platine. Das neue 500-GB-Modell wird ab 142 Euro gelistet. Da bereits das schnellere Modell FireCuda 520 für weniger Geld zu haben ist, gilt aber auch dieser Preis vorerst nur als Platzhalter. Exakte Liefertermine sind ebenso noch nicht bekannt.

FireCuda 520 und Gaming Dock

Die neue FireCuda 520 mit PCIe 4.0 (Test) hat sich die Redaktion schon etwas näher angeschaut. Ohne Kühler war zu erwarten, dass die hohen Transferraten von bis zu 5.000 MB/s nicht dauerhaft zu schaffen sind.

Parallel hat Seagate in den USA das FireCuda Gaming Dock vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine externe Festplatte mit 4 TB, die über Thunderbolt 3 als Dockingstation für ein Notebook dient.