Netzbetreiber setzen bei 5G vorrangig auf Ericsson

Bedeutet Technik aus China ein Sicherheitsrisiko für das deutsche 5G-Netz? Die Politik lässt Huawei & Co. ein Türchen offen. Doch im Kernnetz soll nur europäische Technik zum Einsatz kommen.

Düsseldorf (dpa) – Beim Bau von 5G-Rechenzentren für die Datenübertragung bleiben chinesische Zulieferer wie Huawei und ZTE in Deutschland außen vor.

Vodafone hat heute einen Vertrag für das sogenannte Kernnetz mit dem schwedischen Konzern Ericsson bekannt gegeben, die Laufzeit beträgt fünf Jahre. Die anderen beiden deutschen Netzbetreiber Telefónica und die Deutsche Telekom setzen ebenfalls nicht auf Huawei.

Ausnahme beim Antennennetz

Im Antennennetz, das nur die Antennen umfasst und keine Datenverarbeitung beinhaltet, sieht das allerdings anders aus: Vodafone und die Deutsche Telekom arbeiten hier mit Ericsson und Huawei, Telefónica hat hier Verträge mit Nokia und Huawei.

Nach einer langen politischen Debatte um Sicherheitsbedenken gegen Huawei und andere Technologiekonzerne aus China hatte der Bund im vergangenen Jahr strenge Zertifizierungsauflagen festgelegt. Danach können auch chinesische Anbieter wie Huawei und ZTE beim 5G-Ausbau mitmachen. Bei der Zertifizierung durch deutsche Behörden gibt es aber ein Art politisches Veto-Recht. Das wurde in der Telekommunikationsbranche als Unsicherheitsfaktor für die Firmenpläne wahrgenommen.

Vodafone setzt auf Ericsson

Vodafone betont, dass die Entscheidung für Ericsson gefallen sei, weil der schwedische Anbieter die beste Leistung biete. Zudem wird darauf verwiesen, dass man schon lange mit Ericsson zusammen arbeite. Dem Vernehmen nach war neben weiteren Herstellern auch das finnische Unternehmen Nokia in der engeren Auswahl.

Beim 5G-Antennennetz von Vodafone wird Technik von Huawei und von Ericsson verbaut. Dieser Teil des Netzes gilt als weniger kritisch, weil Daten hier nur weitergeleitet und nicht verarbeitet werden. Allerdings wird bei 5G die klare örtliche Trennung zwischen Kernnetz und Antennennetz teilweise aufgehoben. Denn beim “Mobile Edge Computing” kommen Mini-Rechner zum Einsatz, die unweit der Antennen hängen, etwa in Fabrikhallen. Dadurch soll Echtzeit-Kommunikation ermöglicht werden: Daten werden nicht mehr in weit entfernte Rechenzentren geleitet, sondern zur Datenverarbeitung vor Ort.

Das ist für “Campusnetze” der Industrie wichtig, die dadurch einen abgeschirmten 5G-Mobilfunk haben. Funktional gehörten solche Minirechner zum Kernnetz, heißt es von Vodafone. Die Vereinbarung mit Ericsson betrifft aber nur das öffentliche Kernnetz, also die Rechenzentren. Ob Vodafone beim “Mobile Edge Computing” ebenfalls auf Huawei verzichtet, ist noch nicht beschlossen: Bisher gebe es das Edge Computing nur auf Projektbasis, in den meisten Fällen werde dabei Technik von Ericsson genutzt, sagt ein Vodafone-Sprecher. In diesem Segment gebe es eine Vielzahl von Anbietern.

Die Wettbewerber haben einen ähnlichen Kurs eingeschlagen. Telefónica mit seiner Marke O2 verbaut Technik von Ericsson im Kernnetz sowie Anlagen von Huawei und Nokia im Antennennetz. Die Deutsche Telekom setzt beim Kernnetz nach eigenen Angaben “auf europäische und amerikanische Hersteller” und beim Antennennetz auf Ericsson und Huawei. Die Wahl der Zulieferer beim Antennennetz begründet ein Telekom-Sprecher damit, dass bei der energiesparenden SRAN-Technologie 5G-Komponenten nur auf 4G-Komponenten desselben Herstellers aufgesetzt werden können.

Als vierter Mobilfunk-Netzbetreiber ist United Internet mit seiner Tochter 1&1 Drillisch in den Startlöchern. Der “Welt am Sonntag” hatte Konzernchef Ralph Dommermuth unlängst gesagt, dass man das neue Netz ohne chinesische Anbieter plane.

WhatsApp verspricht neue Privatsphärefunktionen

“Message Privately – Einfach privat chatten”: Unter diesem Motto hat WhatsApp eine neue Kampagne rund um das Thema Privatsphäre gestartet. Es sollen auch neue Funktionen für die App kommen.

Der Messenger WhatsApp hat in Deutschland und Großbritannien eine mehrstufige Kampagne gestartet, die den Titel “Message Privately – Einfach privat chatten” trägt. Mit dieser sollen Nutzerinnen und Nutzer darauf hingewiesen werden, wie sich WhatsApp für die Privatsphäre der User einsetzt. Laut Angaben von WhatsApp sollen im Verlauf der Kampagne auch “neue Innovationen” vorgestellt werden.

Zu diesen zählen auch selbstlöschende Nachrichten, bei denen Anwenderinnen und Anwender entscheiden können, für wie lange von ihnen versandte Messages in Chats lesbar bleiben sollen. Kürzlich hatte WhatsApp bestätigt, ein im vergangenen Sommer eingeführtes Feature für verschwindende Nachrichten im Sommer 2021 erweitern zu wollen.

“Ohne dass Unternehmen oder Dritte mithören”
“Wir glauben, dass Menschen ein Recht darauf haben, zu kommunizieren, ohne dass Unternehmen oder Dritte mithören und wir möchten, dass jeder weiß, welche Anstrengungen WhatsApp unternimmt, um die privaten Nachrichten seiner NutzerInnen zu schützen”, erklärt WhatsApp-Chef Will Cathcart unter anderem in einer Mitteilung.

Er betont darin auch: “Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt die Privatsphäre der persönlichen Momente, die wir jeden Tag teilen.” Diese Verschlüsselung ermöglicht es, dass Inhalte zwischen Sender und Empfänger privat bleiben und keine Dritten Zugriff darauf haben – auch nicht WhatsApp. Die Nachrichten können nur auf den entsprechenden Geräten der beiden Parteien gelesen werden. Zahlreiche Konkurrenten des Dienstes nutzen aber ebenso Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei der Übermittlung von Nachrichten.

Verwirrungen rund um neue Nutzungsbedingungen von WhatsApp hatten in den vergangenen Monaten für Aufsehen gesorgt und unter anderem auch zahlreiche Anwender zu Alternativen wie Signal oder Threema abwandern lassen. Im Gespräch mit der britischen “BBC” betont Cathcart nun unter anderem, dass man die Verantwortung für das Durcheinander übernommen habe. “Um es zu wiederholen: Nichts rund um die Privatsphäre von persönlichen Unterhaltungen der Menschen hat sich in unserem Update geändert”, erklärt er weiter.

Microsoft will über Xbox-App auf Fernsehern spielen lassen

“Als Unternehmen ist Microsoft voll und ganz auf Spiele ausgerichtet”, sagt Microsoft-Chef Satya Nadella. Der Konzern präsentiert Pläne fürs Gaming via TV-App.

Redmond (dpa) – Microsoft will per App den Fernseher zur Spielekonsole machen. Damit bräuchte man nur noch einen Controller zur Steuerung und eine schnelle Internet-Verbindung – denn die Spiele laufen dabei eigentlich auf Microsofts Servern im Netz.

Microsoft arbeite auch an eigenen Streaming-Geräten für dieses Cloud-Gaming, mit denen man komplett auf eine Konsole verzichten könne, hieß es in einem Blogeintrag.

Microsoft machte zunächst keine Angaben dazu, wie schnell die TV-App verfügbar sein werde. Man arbeite dafür mit Herstellern von Fernsehgeräten zusammen.

Die aktuelle Xbox-Konsole, die im Herbst auf den Markt kam, ist angesichts der globalen Halbleiter-Engpässe nach wie vor schwer zu bekommen. Microsoft setzt aber – genauso wie zum Beispiel Google und der Grafikkarten-Spezialist Nvidia – zusätzlich zum Konsolengeschäft auf das Cloud-Gaming übers Internet.

Trump-Sanktionen gegen Tiktok und WeChat aufgehoben

Der Versuch von Donald Trump, die Apps Tiktok und WeChat in den USA zu verbieten, ist offiziell gescheitert.

Washington (dpa) – US-Präsident Joe Biden stoppt den von seinem Vorgänger Donald Trump angestoßenen Versuch, die Apps Tiktok und WeChat zu verbieten.

Stattdessen unterzeichnete Biden am Mittwoch einen neuen Erlass, laut dem US-Behörden Software-Anwendungen mit Verbindungen zu gegnerischen Staaten überprüfen und wenn nötig gegen sie vorgehen sollen. Dies sei etwa geboten, wenn es durch sie Sicherheitsrisiken für die USA gebe, hieß es in einem vom Weißen Haus veröffentlichten Factsheet.

Speziell wolle man prüfen, ob Eigentümer der Apps Verbindungen zu geheimdienstlichen oder militärischen Aktivitäten gegnerischer Staaten haben. Ein Faktor sei auch, ob sensible persönliche Daten gesammelt werden

Die Trump-Regierung hatte die von chinesischen Besitzern kontrollierten Apps Tiktok und WeChat als Gefahr für Daten von Amerikanern und die nationale Sicherheit eingestuft und Verbote in den USA verfügt. Diese waren allerdings ohnehin schon gerichtlich mit einstweiligen Verfügungen gestoppt worden.

Tiktok gehört dem chinesischen Konzern Bytedance. Trump wollte mit der Verbotsdrohung einen Verkauf des US-Geschäfts von Tiktok an amerikanische Besitzer durchsetzen. China torpedierte dies aber im Herbst mit einer neuen Regel, die den Export von Software-Algorithmen ohne spezielle Erlaubnis verbietet. Danach war ein bereits eingefädelter Deal mit Beteiligung des Software-Konzerns Oracle nicht mehr durchsetzbar.

Zudem kam ein Richter zu dem Schluss, dass die Tiktok-Verbotsanordnungen von Trumps Regierung mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht ausreichend rechtlich gedeckt waren und gab deswegen einer einstweiligen Verfügung statt. Im Fall von WeChat beschlossen US-Richter, dass ein Verbot der App die Verfassungsrechte von Nutzern verletzten würde, die auf sie angewiesen seien.

Trump hatte noch kurz vor dem Ende seiner Präsidentschaft zudem den Smartphone-Anbieter Xiaomi ins Visier genommen. Auch hier setzte ein US-Richter die Strafmaßnahmen per einstweiliger Verfügung aus, weil er Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Vorgehens hatte. Bidens Regierung nahm Xiaomi jüngst wieder von der schwarzen Liste.

Zugleich erweiterte Bidens Regierung vergangene Woche aber ein Verbot für Amerikaner, in Aktien mehrerer Dutzend chinesischer Unternehmen mit angeblichen Militär-Verbindungen zu investieren. Biden bezeichnet China als größten Rivalen der USA, während Trump ihm im Wahlkampf wiederholt ohne Belege vorwarf, von Peking gekauft zu sein.

FaceTime für alle: Apple startet Angriff auf Zoom und Co.

Bisher konnte Apples Videodienst FaceTime ausschließlich auf Apple-Geräten angewendet werden. Zukünftig sind FaceTime-Calls aber auch für Android-Smartphones und Windows-Computern zugänglich.

Apple hat angekündigt, FaceTime künftig allen Betriebssystemen zur Verfügung zu stellen. Nach den Updates iOS15 und macOS12 können auch Windows- und Android-Nutzer den FaceTime-Videochats zugeschaltet werden. Apple-Nutzer können dafür einfach – wie bei Zoom – Einladungslinks per Mail, WhatsApp oder Kalender an ihre Kontakte schicken.

Damit macht Apple anderen Videoplattformen wie Zoom oder Skype nun mit etwas Verspätung Konkurrenz. Videotelefonie erlebte im letzten Jahr aufgrund der Pandemie und des Homeoffice-Trends einen großen Boom. Der Anbieter Zoom etwa hat seinen Gewinn mehr als verachtfacht. Dort ist man sich sicher, dass das Homeoffice auch nach Corona bestehen bleiben werde. Offenbar sieht auch Apple, das Videocalls, ob nun privat oder geschäftlich, bleiben werden.

Der Zoom-Boom könnte auch ein Stück weit daran gelegen haben, dass zur Video-Party oder auch der Besprechung über FaceTime bisher nur Menschen mit Apple-Geräten eingeladen werden konnten. Diese verpasste Chance will Apple nun offenbar aufholen. Wie bei anderen Videotelefonie-Anbietern soll es zudem eine neue Option für eine Rasteransicht geben und eine, den Hintergrund unscharf zu stellen. Zudem soll die Tonqualität optimiert werden. Die Firma betont, dass die FaceTime-Calls auch weiterhin Ende-zu-Ende-verschlüsselt seien.

SharePlay macht gemeinsames Streamen möglich
Für Apple-Nutzer gibt es auf FaceTime mit dem neuen Update noch weitere Funktionen: So führt Apple SharePlay ein, mit dem Freunde über FaceTime zusammen synchron Musik hören oder Filme sehen und sich darüber austauschen können. Die Funktion wird unter anderem für Disney+, TikTok, HBO oder Twitch verfügbar sein.

Apple bringt mehr Datenschutz und smarte Funktionen

Apple steht im Wettbewerb mit Android-Smartphones und Windows-Computern. Nun bricht der iPhone- und Mac-Hersteller an zwei Stellen bisherige Grenzen auf.

Cupertino (dpa) – Apple setzt im Konkurrenzkampf um Nutzer von Smartphones und Computern auf Datenschutz und smarte Funktionen.

Am Montag angekündigte neue iPhone-Software soll Text in Fotos auslesen können, auf den Geräten wird automatisches Übersetzen in andere Sprachen möglich, die Videochat-App Facetime wird nach dem Boom von rivalisierenden Diensten wie Zoom in der Corona-Krise deutlich ausgebaut. Zugleich stärkt Apple den Schutz der Privatsphäre mit neuen Funktionen wie neuen Funktionen gegen die Nachverfolgung des Nutzerverhaltens bei E-Mails und im Webbrowser Safari.

Dabei werden zwei Dienste, die bisher nur auf Apple-Geräten verfügbar waren auch für Nutzer von Technik anderer Anbieter zugänglich. Zum einen werden Hersteller von Hausgeräten die Sprachassistentin Siri integrieren können. Diesen Weg gehen bereits Amazon mit der Assistenzsoftware Alexa und Google mit seinem Assistant. Zum anderen werden sich Nutzer von Android-Smartphones und Windows-Computern künftig auch in Facetime-Videochats einwählen können. Dafür wird man Nutzer in einen Facetime-Chat auch über einen Link einladen können – so wie es etwa beim Videokonferenzdienst Zoom üblich ist.

Facetime bekam in der Präsentation zum Auftakt von Apples Entwicklerkonferenz WWDC am Montag ein weitreichendes Update. So wird man mit Hilfe der App künftig gemeinsam Musik hören und Video ansehen können, ohne den Chat zu unterbrechen. Die Funktion wird unter anderem für den Streaming-Dienst Disney+, aber auch für die Video-App Tiktok verfügbar sein. Man kann zum Beispiel gemeinsam mit Freunden, die an unterschiedlichen Orten sind, dieselbe Sendung über die Fernsehbox Apple TV auf dem Fernseher anschauen und sich über das Geschehen austauschen. Apple bessert Facetime auch mit der Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen und einem Porträt-Modus mit verschwommenem Hintergrund auf.

In einer aufsehenerregenden Neuerung lässt Apple nebeneinander positionierte Mac-Computer und iPad-Tablets mit Maus und Tastatur zu bedienen als wäre es ein Gerät, ohne sie dafür speziell verbinden zu müssen. Der Konzern nennt die Funktion “Universal Control”.

Siri kann zu Spracherkennung künftig ohne eine Internet-Verbindung auskommen. Bisher wurden die Aufnahmen dafür zur Verarbeitung an die Apple-Server und wieder zurück geschickt. Die Erkennung direkt auf dem Gerät steigert zum einen die Datensicherheit, macht die Software zum anderen auch schneller. Zu weiteren Datenschutz-Funktionen gehört das Blockieren von Nachverfolgungs-Pixeln in E-Mails. Auf diese Technologie greifen etwa Absender von Werbung zurück, um zu erfahren, ob und wo eine E-Mail geöffnet wurde.

Außerdem sichert Apple für Kunden seiner Abo-Dienste künftig die Datenübertragung mit zusätzlicher Verschlüsselung ab – ähnlich wie man das von VPN-Netzwerkdiensten kennt.

Bei den Gesundheitsfunktionen wird das iPhone künftig den Gang eines Nutzer analysieren können, um ihn vor einem erhöhten Fallrisiko zu warnen.

Während Apple mit einigen Funktionen wie “Universal Control” Neuland betritt, versucht der Konzern etwa mit der Spracherkennung in Fotos auf dem iPhone zu Google aufzuschließen. Bei dem Internet-Konzern gibt es das in dem Dienst Google Lens schon seit einigen Jahren.

Spiele in Lern-Apps: Harmlos oder Süchtigmacher?

Aufgaben erledigen, Münzen verdienen, Avatare einkleiden: Lern-Apps verknüpfen das Lernen häufig mit Spielen. Experten streiten, ob dieses Belohnungssystem sinnvoll ist. Oder bedenklich.

Berlin (dpa/bb) – Addieren, Subtrahieren oder Deutsch üben am Computer – schon vor der Pandemie waren Lern-Apps für Schüler eine Ergänzung zum Unterricht. In der Corona-Zeit wurden sie mitunter zum Unterrichtsersatz.

“Gerade als die Schulen von heute auf morgen geschlossen wurden, war “Anton” für mich die Rettung”, sagt eine Grundschullehrerin aus Berlin-Neukölln über die in Berlin entwickelte App, die als eine der meistgenutzten gilt. Schüler können damit zu Hause Aufgaben erledigen, die ihnen die Lehrer zugewiesen haben. Vielen macht das Lernen damit Spaß, denn für gelöste Aufgaben gibt es direkte Rückmeldungen und Belohnungen in Form von virtuellen Münzen, mit denen Computerspiele gespielt oder Avatare eingekleidet werden können.

Doch manche Eltern zweifeln an diesem Belohnungssystem. “Mein sechsjähriger Sohn hatte noch nie etwas mit Computerspielen zu tun. Ausgerechnet durch das Homeschooling hat er nun angefangen, Asteroiden abzuballern. Muss das sein?”, fragt sich eine Berliner Mutter. Ein Vater hält es für bedenklich, Kinder ständig zu belohnen. “Lernen sie nicht von selbst gern?”, meint er.

Kinder werden nicht motiviert, von sich aus zu lernen

Grundsätzlich sei alles positiv, was Kinder dazu bringe, sich auch außerhalb der Schule mit Schulthemen zu beschäftigen, sagt der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger. “Spiele sind allerdings keine intrinsische Motivation, die Kinder dazu bringen, von sich aus zu lernen.”

Der Gedanke, Lernen und Spielspaß zu verknüpfen, möge clever sein, sagt Christian Groß, Sprecher des Fachverbandes Medienabhängigkeit. “Kindern, die sowieso affin für Computerspiele sind, wird der Einstieg erleichtert.” Sie bekämen das Gefühl, dass das Spielen ganz normal sei, schließlich komme der Anreiz aus der Schule und könne deshalb nicht schlecht sein.

“Es sind einfache Mini-Spiele, die wir anbieten”, sagt David Hörmeyer, Geschäftsführer der Berliner Firma Solocode, die “Anton” entwickelt hat. Viele Spiele förderten die Konzentration und seien didaktisch wertvoll. “Wenn die Kinder richtig zocken wollen, dann machen sie das nicht bei “Anton””, argumentiert der Gründer. Aus seiner Sicht sind die Spiele eher ein kleiner Anreiz, der nicht für alle gleichermaßen interessant sei. Manche Kinder interessierten sich überhaupt nicht dafür.

Auch andere Lernprogramme funktionieren mit Belohnungen: “Duolingo” verspricht: “Verdiene virtuelle Münzen, schalte neue Level frei und verbessere deine Sprachkenntnisse, während du neue Wörter, Ausdrücke und Grammatik meisterst.” Bei der App “Kekula” können Kinder digitale Taler sammeln, die sie dann gegen Youtube-Videos einlösen können. Und die App “Scoyo” verspricht unter anderem Münzen als Belohnung und zum Tausch gegen Avatare oder Bastelbögen, Ranglisten und Wasser-Battles, die für gute Laune sorgen sollen.

“Langfristig kein gutes Modell”

“Jemand, der aus Interesse und Freude lernt, wird schnell darauf trainiert, für die Belohnung zu lernen”, gibt Suchttherapeut Groß zu bedenken. Wenn die Belohnung später nicht mehr stattfinde, könne das Frust erzeugen und im schlimmsten Fall sei man überhaupt nicht mehr bereit, zu lernen.

“Langfristig ist es überhaupt kein gutes Modell, junge Menschen an Leistung oder an Lernen heranzuführen. Da wäre es eher sinnvoller, gewisse Talente und eine Begeisterung zu fördern ohne eine ständige und sofortige Belohnung”, betont Groß.

Die Entwicklung der “Anton”-App wurde vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie durch die Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft kofinanziert. Laut Verwaltung ist sie eine der meistgenutzten Lern-Apps. Nutzerzahlen veröffentliche das Unternehmen nicht, so Hörmeyer.

Lehrerverbandspräsident Meidinger schätzt, dass mehrere Tausend Schulen mit Anton arbeiten. Er wünsche sich eine wissenschaftliche Bewertung der App, zumal die Entwicklung mit öffentlichen Mitteln gefördert wurde. Laut Hörmeyer sind Studien in Planung und Arbeit.

Hersteller weisen Kritik von sich

“Wir kriegen mit Abstand mehr positives als negatives Feedback”, betont Hörmeyer. Und wenn Lehrkräfte oder Eltern die Spiele kritisch sehen, gebe es die Möglichkeit, diese ganz abzustellen. “Manche Eltern berichten, dass ihre Kinder beim Lernen mit der App sehr motiviert sind. Wenn wir viel negatives Feedback bekämen, hätten wir den Spiele-Bereich schon ausgebaut.”

Auch die Lehrer hätten einen guten Blick darauf und könnten beurteilen, ob die Spiele ablenkend oder motivierend seien, ist Hörmeyer überzeugt. Die Neuköllner Lehrerin jedenfalls hat nichts dagegen: “Das Belohnungssystem mit dem Computerspiel ist sicherlich motivierend.”

“Spielerisches Lernen kann sehr hilfreich sein, und man lernt mitunter schneller und besser”, sagt Christian Groß. Er halte es aber für sinnvoller, Computerspiele zu entwickeln, in denen man sich in verschiedenen Lernwelten bewegen muss. So sei gleich klar, dass das Ganze ein Spiel sei, bei dem man lernen könne.

“Wir erwarten, dass nach den Schulöffnungen wieder weniger digital gelernt wird”, sagt Hörmeyer. Er glaube auch nicht, dass es das Richtige sei, den ganzen Tag vor dem PC zu sitzen. “Wir machen das nicht, um die Schule zu ersetzen, sondern es ist eine sinnvolle Ergänzung zu dem, was der größte Mehrwert an der Schule ist, und zwar der Kontakt unter den Schülerinnen und Schülern und den Lehrkräften”, betont er.

Die Berliner Mutter hat diese Erfahrung schon gemacht. Seit dem Start des Unterrichts nach dem Lockdown hat sich bei ihr die Lage entspannt, es gibt keine Diskussionen um PC-Spiele mehr: “Nach zwei Monaten ohne “Anton” und mit Wechselunterricht fragt er nicht mehr nach Spielen.”

Infineon: Chipfertigung in Europa “fast verlorene Industrie”

Nicht nur PCs, auch die Unterhaltungselektronik und vor allem die Autoindustrie ist von den kleinen Bauteilen zunehmend abhängig. Europa müsse in der Chipfertigung autonom werden, fordert ein Experte.

München (dpa) – Der Vorstandschef des Halbleiter-Herstellers Infineon, Reinhard Ploss, hat die Wettbewerbspolitik der EU kritisiert.

Europa sei bei Chips von Importen aus Asien abhängig, müsse aber autonom werden und eine “fast schon verlorene Industrie” wiedergewinnen, forderte Ploss am Freitag im Deutschlandfunk. Ohne diese Kompetenz würden nicht nur Autobauer und Industrie, sondern auch Umwelt- und Kllimaschutz geschwächt. “Aber derzeit verteilen wir sehr, sehr viele Stoppschilder in Europa”, sagte Ploss.

Die Ungleichheit der Wettbewerbsbedingungen nehme zu. Während China, Japan, Korea und die USA ihre Digitalindustrie förderten und Zusammenarbeit sogar gestalteten, werde in der EU gebremst. Europa und Deutschland sollten die Zusammenarbeit zwischen Mittelstand und Großindustrie gestalten und unterstützen: Das “könnte unserer Differenzierungfaktor sein”, sagte Ploss.

Auch der Datenschutz müsse pragmatischer gehandhabt werden. Den technischen Rückstand bei Mikrochips aufzuholen, sei eine sehr große Herausforderung. “Wer sich nur hinten reinstellt, der wird wahrscheinlich nicht der Sieger des nächsten Matches sein”, sagte Ploss. In der deutschen Autoindustrie gibt es seit Monaten Kurzarbeit wegen fehlender Chip-Lieferungen.

Amazon Prime Video: Serien und Filme auch offline genießen

Wer Inhalte von Amazon Prime Video anschauen möchte, muss diese nicht unbedingt streamen. Serien und Filme lassen sich herunterladen, damit diese auch angeschaut werden können, wenn die Internetverbindung lahmt.

Wie auch viele Konkurrenten, darunter Netflix, Apple TV+ und Disney+, bietet Amazon Prime Video die Möglichkeit, Serien und Filme herunterzuladen. Das ist beispielsweise praktisch, wenn man als Pendler sein Datenvolumen nicht strapazieren möchte oder daheim immer wieder mit Internetproblemen zu kämpfen hat und ein durchgängiges Streamen sich als problematisch erweist. Hier erfahren Nutzer, wie einfach das Ganze sowohl an Smartphone und Tablet als auch am PC funktioniert.

Filme und Serien auf Smartphone und Tablet herunterladen
Um die Funktion mobil nutzen zu können, benötigen Anwender ein Fire Tablet von Amazon oder die Prime-Video-App für iOS- beziehungsweise Android-Geräte. In der App können Verbraucher zunächst nach dem Film oder der Serie suchen, die sie interessiert. Dann einfach auf den entsprechenden Inhalt tippen und eine Übersichtsseite öffnet sich.

Unter dem “Play”-Button findet sich bei Filmen die “Download”-Funktion. Bei Serien können Nutzer hier direkt die komplette Staffel herunterladen. Wer nur einzelne Folgen downloaden möchte, kann nach unten scrollen. Neben jeder Episode gibt es einen weiteren Download-Button. Unter dem Punkt “Downloads” können User dann später die Inhalte finden, sobald sie heruntergeladen sind.

Inhalte am PC speichern
Das Feature steht auch PC-Nutzern zur Verfügung. User können bei Microsoft die Prime-Video-App für Windows 10 herunterladen. Einmal eingeloggt, funktioniert das Ganze ähnlich wie am mobilen Gerät. Ist eine Serie oder ein Film gefunden, kann auf der Übersichtsseite der entsprechende Inhalt heruntergeladen werden. Bei Serien ist auch hier wieder die Auswahl zwischen einer gesamten Staffel oder einzelnen Episoden geboten. Die Videos finden Anwender dann links unter dem Punkt “Downloads”.

Gebrauchtes verkaufen? Auf diesen Plattformen kein Problem

Wer gebrauchte Gegenstände zu Geld machen möchte, bekommt im Netz unterschiedlichste Alternativen geboten. Hier eine Auswahl an Möglichkeiten.

Die alte Spielekonsole liegt nur noch im Schrank, die CD-Sammlung verstaubt und den grünen Pulli hat man schon seit Monaten nicht mehr getragen. Warum also nicht einiges davon zu Geld machen, wenn man damit sowieso nichts mehr anfangen kann? Im Internet gibt es unterschiedlichste Plattformen, die den Verkauf ermöglichen.

“Im Netz gibt es nichts, was es nicht gibt – und für fast alles findet sich ein Abnehmer. Gebrauchte Sachen online zu verkaufen, macht mittlerweile kaum noch Aufwand und ist häufig kostenlos”, erklärt Dr. Christopher Meinecke, Leiter Digitale Transformation beim Branchenverband Bitkom, in einer Pressemitteilung. Ein passendes Angebot gebe es für “so gut wie jeden Artikel und jeden Bedarf […]. Die Plattformen und Portale haben das klassische Kleinanzeigen-Geschäft in Zeitungen mittlerweile fast komplett ersetzt.”

Es muss nicht immer Ebay sein
Seit vielen Jahren gilt der Online-Marktplatz Ebay als eine der beliebtesten Plattformen, um Gebrauchtes zu verkaufen. Es gibt jedoch auch zahlreiche Alternativen, wenn man das Angebot des US-Konzerns aus bestimmten Gründen nicht nutzen möchte. Neben Ebay und Ebay Kleinanzeigen gibt es beispielsweise auch lokale Marktplätze und alternative Kleinanzeigenportale wie “hood.de”, “quoka.de” und “markt.de”.

Auch spezielle Plattformen, die Produkte direkt von Privatpersonen ankaufen, können Verbraucher aufsuchen. Dazu zählen etwa Anbieter wie reBuy und Momox. Meist spezialisieren diese sich auf Produktkategorien wie Unterhaltungselektronik, Medien und Kleidung. Der Ankaufspreis kann oftmals je nach Zustand des Artikels unterschiedlich sein. Im Regelfall werden Produkte auch nur dann angenommen, wenn der Zustand entsprechenden Ankaufsbedingungen entspricht. Bei Büchern sollten etwa keine Seiten fehlen, DVDs oder CDs sollten nicht so verkratzt sein, dass sie nicht mehr abgespielt werden können.

Selbst über die sozialen Netzwerke verkaufen manche Nutzer gebrauchte Waren – etwa über den Facebook Marketplace. Außerdem sind Marktplätze verbreitet, die insbesondere auf ihre Smartphone-App setzen, darunter etwa Vinted und Shpock. Laut einer Auswertung von Bitkom von Anfang des Jahres ist übrigens besonders der Verkauf von Kleidung, Schuhen sowie Accessoires für Erwachsene und Kinder beliebt – gefolgt von Kinderspielzeug, Haushalts- und Dekoartikeln.