Samsung Odyssey G9: Monitor wird wegen Problem vorerst nicht mehr verkauft

Die schlechte Verfügbarkeit des neuen Monitor-Flaggschiffs Odyssey G9 von Samsung hat ihren Grund. Der Hersteller erklärte auf Nachfrage, dass noch nicht ausgelieferte Geräte einer erneuten Qualitätsprüfung unterzogen werden. Ein Händler spricht von einem potenziellen Problem, weshalb der Verkauf zunächst gestoppt wird.

US-Händler berichtet über potenzielles Problem

Unter anderem auf Reddit ist in der Antwort eines US-Händlers auf die Nachfrage eines Kunden zu lesen, dass Samsung den Shop über ein potenzielles Problem mit dem Produkt informiert und empfohlen habe, diesen zunächst nicht zu verkaufen. In den Kommentaren finden sich Hinweise, dass auch bei anderen Shops in Nordamerika der Verkauf des Monitors vorerst ruht.

Stellungnahme von Samsung

Auch in Deutschland ist der Monitor aktuell nicht erhältlich, aber zumindest noch vorbestellbar. Auf Nachfrage erhielt die Redaktion eine Stellungnahme, in der es heißt, dass seit gestern alle noch nicht ausgelieferten Odyssey G9 einer „erneuten Qualitätsprüfung unterzogen werden“, was die Engpässe im Handel erklärt. Der Marktstart war allerdings auch erst für Mitte Juli anvisiert worden.

Um die optimale Leistungsfähigkeit der Samsung Odyssey G9 Monitore sicherzustellen, hat Samsung den Produktionsprozess angepasst. Alle noch nicht ausgelieferten Geräte werden seit dem 15. Juli einer erneuten Qualitätsprüfung unterzogen, was zu einer verzögerten Verfügbarkeit führen kann.

Samsung

Welche Qualitätsmängel potenziell bestehen und eine Anpassung der Produktion erfordern, verrät Samsung allerdings nicht. Auf Reddit wird auf Berichte aus Korea hingewiesen, die laut maschineller Übersetzung von unerwünschtem Lichtaustritt am Bildschirmrand aufgrund einer defekten Blende sprechen. Wenn nähere Informationen vorliegen, wird der Artikel aktualisiert.

Lenovo ThinkStation P620: Mit Threadripper Pro ein neuer Maßstab für 1P-Workstations

In enger Kooperation mit AMD stellt Lenovo eine neue Workstation-Serie vor, die zugleich die exklusive Premiere für eine neue CPU-Familie darstellt: Die Lenovo ThinkStation P620 ist mit den neuen Ryzen Threadripper Pro bestückt, die ähnlich üppige Ausstattung wie bei AMD Epyc in das professionelle Workstation-Segment bringen.

ThinkStation P620 als High-End-1P-System mit PCIe 4.0

Im ThinkStation-Portfolio von Lenovo platziert sich die neue P620 (Codename „Project Stealth“) an der Spitze der 1-Sockel-Systeme (1P). Mit der neuen Plattform um Ryzen Threadripper Pro wird eine Leistung und Ausstattung geboten, die mit manchem 2-Sockel-System (2P) mithalten kann. Bis zu 64 CPU-Kerne und 128 Threads treffen auf acht Speicherkanäle für bis zu 2 TB DDR4-3200-Arbeitsspeicher. Bei der P620 sollen maximal 1 TB RAM möglich sein. In den PCIe-4.0-x16-Slots des Mainboards kommen bis zu zwei Profigrafikkarten vom Typ Nvidia Quadro RTX 8000 oder vier Quadro RTX 4000 zum Einsatz; professionelle Radeon-Grafikkarten von AMD stehen nicht zur Wahl.

Bei der Kühlung des Prozessors mit immerhin 280 Watt TDP spricht Lenovo von einer „einzigartigen luftgekühlten Lösung“ sowie einem „maßgeschneiderten Kühlkörper“, der zusammen mit AMD entworfen worden sei.

Auch beim Massenspeicher kann von PCIe 4.0 profitiert werden, indem entsprechend kompatible M.2-NVMe-SSDs eingesetzt werden. Lenovo zeigte beispielhaft einen Benchmark, in dem die bisher nicht vorgestellte SSD Samsung PM9A1 mit PCIe 4 die Samsung PM981a mit PCIe 3 beim sequenziellen Lesen und Schreiben klar hinter sich lässt. Zusätzlich können 3,5-Zoll-Festplatten für viel günstigen, aber langsamen Speicherplatz und in verschiedenen RAID-Konfigurationen eingesetzt werden. Insgesamt spricht Lenovo von acht möglichen Laufwerken und bis zu 20 TB Speichervolumen pro System.

10 GbE, 1.000-W-Netzteil und viel USB 3.2 Gen 2

Lokale Netzwerkverbindungen sind in Form eines Ethernet-Ports mit 10 Gbit/s möglich, beim Funknetzwerk wird auf das aktuelle WiFi 6 verzichtet, stattdessen gibt es WiFi 5 (ehemals 802.11ac) via Intel-Funkmodul mit externen Antennen. In dem Tower-Gehäuse mit rund 33 Liter Volumen und einem Gewicht von bis zu 24 kg bei maximaler Konfiguration steckt außerdem ein 1.000-Watt-Netzteil, das eine Effizienz von 92 Prozent bieten soll.

Zu den externen Anschlüssen gehören acht Mal USB 3.2 Gen 2 (10 Gbit/s) mit Steckertyp A oder C, diverse Audiobuchsen und zwei PS/2-Ports. Je nach Bestückung mit Grafikkarten stehen bis zu 16 Videoausgänge zur Verfügung. Optional lassen sich etwa ein SD-Kartenleser oder ein optisches Laufwerk im Slim-Format ausrüsten. Bei den Betriebssystemen stehen Microsoft Windows 10 Pro, Ubuntu Linux oder Red Hat Linux in der Enterprise-Version zur Auswahl.

Als Einsatzgebiete für die ThinkStation P620 werden anspruchsvolle Anwendungen in Bereichen wie Rendering, Simulation oder Visualisierung erwogen, die aber noch nicht nach Höchstleistung verlangen, wie sie mit dem Spitzenmodell P920 geboten werden soll, bei dem zwei CPUs und auch GPU-Beschleuniger vom Typ Nvidia Quadro GV100 eingesetzt werden. Die Kombination aus Threadripper Pro und Nvidia Volta gibt es vorerst also nicht.

Threadripper Pro exklusiv bei Lenovo

Vorerst wird es die Ryzen Threadripper Pro ausschließlich bei Lenovo geben. Doch lässt sich AMD ein Türchen für Produkte anderer Partner offen und schließt diese zu einem späteren Zeitpunkt nicht gänzlich aus. In diesem Segment ist AMD nun klar überlegen, denn Intels Workstation-Plattform um Xeon W der Cascade-Lake-Serie liefert deutlich weniger Kerne (maximal 28), weniger DDR4-Channel (6) und noch kein PCIe 4.0.

Preise für die neue Lenovo-Workstation P620 sollen zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden. Die Verfügbarkeit soll allerdings erst im Oktober 2020 gegeben sein.

Test MSI GE66 Raider 10SFS Laptop: Premiere für die RTX 2070 Super

Wer sich für das GE66 interessiert, hat die Qual der Wahl zwischen drei verschiedenen Grundvarianten. Während das Raider 10SF auf eine GeForce RTX 2070 zurückgreift, ist beim Raider 10SFS die Super-Version der RTX 2070 verbaut. Das obere Ende der Nahrungskette bildet das Raider 10SGS, welches von einer RTX 2080 Super Max-Q befeuert wird. Um die Bildwiedergabe kümmert sich – abhängig vom Modell – entweder ein Full-HD-Screen mit 144, 240 oder 300 Hz bzw. ein UHD-Screen mit 60 Hz. Als Prozessor werkelt ein Sechs- oder Achtkern-Chip aus Intels Comet-Lake-Serie. Abgerundet wird das Paket von maximal 64 GB DDR4-RAM und bis zu zwei M.2-SSDs.

Für unsere Testkonfiguration, die ein 240-Hz-Panel, einen Core i9-10980HK, eine GeForce RTX 2070 Super, 2x 8 GB DDR4-3.200-RAM und eine 1-TB-SSD enthält, müsste man derzeit knapp 2.700 Euro hinblättern.

Zu den Konkurrenten des GE66 Raider gehören andere 15-Zoll-Gamer auf Core i9- und RTX 2070-Basis wie das Asus Strix G531GW, das Eurocom Nightsky RX15 und das hauseigene GE65 Raider. Diese Notebooks tauchen in den Tabellen jeweils als Vergleichsgeräte auf.

Gehäuse

Optisch weicht das GE66 sehr stark von seinem 15-Zoll-Bruder GE65 ab. Form- und Designsprache orientieren sich eher am 17-Zoll-Boliden GT76 Titan, das 2019 ausgiebig von uns getestet wurde. Der graue Deckel hebt sich dabei schön von den restlichen Oberflächen ab, welche in einem deutlich dunkleren Farbton gestaltet sind.

Durch die zahlreichen Kanten/Kurven und Designelemente wirkt das GE66 verspielter als viele MSI Kollegen, was natürlich Geschmackssache ist. Als besonders auffällig entpuppt sich der LED-Streifen an der Notebookfront, der passend zur Tastatur in verschiedenen Farben leuchten kann (auf Wunsch deaktivierbar). Verarbeitung und Stabilität des Gehäuses geben – mit Ausnahme der etwas unsauber abschließenden LED-Leiste – kaum Anlass zur Kritik.

Qualitativ macht der 15-Zöller eine gute Figur. Neben dem Deckel (A-Cover) besteht auch die Oberseite der Baseunit (C-Cover) aus Metall. Das Gewicht rangiert mit rund 2,4 kg auf dem Level der Konkurrenz. Die Bauhöhe fällt derweil etwas geringer als bei den Gegenspielern aus. So kommt das GE66 nur auf 2,3 statt 2,5 bis 3,0 cm. Die Grundfläche siedelt sich im Mittelfeld an (35,8 x 26,7 cm). Dem aktuellen Trend folgend nutzt MSI ein Slim-Bezel-Design.

Ausstattung

Schnittstellen

Wenn man den fehlenden Thunderbolt-3-Port ausklammert, liegt die Anschlussausstattung auf einem guten Niveau. Als USB-Ports verbaut MSI drei Typ-A-Buchsen und zwei Typ-C-Buchsen. Von Letzteren unterstützt einer DisplayPort und der andere den modernen 3.2-Gen-2×2-Standard (bis zu 20 Gbit/s). Externe Bildschirme lassen sich auch am dedizierten Mini-DisplayPort oder dem HDMI-2.0-Ausgang (4K @60 Hz) anschließen. Dazu gesellen sich ein RJ45-Port, eine Audio-Buchse und ein Kartenleser.

Da sich die wichtigsten Schnittstellen auf der Rückseite befinden, müssen sowohl Links- als auch Rechtshänder bei der Nutzung einer Maus keine Bewegungseinschränkungen befürchten.

SDCardreader

Der eingebaute SD-Cardreader liefert eine sehr hohe Geschwindigkeit. Rund 200 MB/s im Test mit unserer Referenzkarte richten sich nach dem Eurocom Nightsky RX15. Das GE65 9SF ist angesichts von knapp 30 MB/s deutlich abgeschlagen (nur USB-2.0-Speed).

Kommunikation

Die WLAN-Geschwindigkeit fällt auch sehr überzeugend aus, wobei die Werte hier nicht mit der Konkurrenz vergleichbar sind (vor Kurzem haben wir unseren Router aktualisiert). Aus einem Meter Abstand erreichte das GE66 durchschnittlich 1.150 Mbit/s (Senden) respektive 1.670 MB/s (Empfangen). Kein Wunder, handelt es sich beim Killer Wi-Fi 6 AX1650i um ein topaktuelles Funkmodul. Für Kabelverbindungen ist mit dem E3100G ein ebenfalls sehr flottes Killer-Produkt verantwortlich.

Webcam

Wenngleich die Webcam etwas schärfere Bilder als bei vielen Kontrahenten erzeugt, wird die gebotene Qualität dem Notebookpreis nur bedingt gerecht.

Zubehör

Damit die High-End-Komponenten genügend Strom erhalten, legt MSI der Testkonfiguration ein mächtiges 280-Watt-Netzteil bei, das fast 0,9 kg wiegt und auf eine Größe von 18 x 8,5 x 3,5 cm kommt.

Wartung

Die Wartung erweist sich als recht kompliziert. Damit man den Gehäuseboden aus der Verankerung hebeln kann, müssen nicht nur 11 Schrauben gelöst, sondern auch die Kunststoffleiste hinter dem Deckel entfernt werden. Dieser Vorgang gestaltet sich etwas fummelig und ist unseres Erachtens unnötig. Schließlich zeigen diverse andere Gaming-Laptops (auch von MSI selbst) wie es einfacher geht.

Im Inneren des Gehäuses warten jedenfalls das Funkmodul, zwei SO-DIMM-Bänke und zwei M.2-Slots des Typs 2280 (1x frei). Das Kühlsystem setzt sich wenig überraschend aus zwei Lüftern und mehreren Heatpipes zusammen. Der vordere Bereich des GE66 wird vom riesigen Akku in Beschlag genommen.

Garantie

MSI gewährt auf den 15-Zöller eine 24-monatige Garantie mit Pick-up & Return-Service.

Eingabegeräte

Tastatur

Die auf Gamer zugeschnittene Tastatur bietet ein gutes und relativ klar definiertes Tippgefühl, das die meisten Käufer zufriedenstellen wird. Diskussionswürdig ist – wie so oft bei MSI – mal wieder das Layout. Zum einen weicht die Position mancher Tasten vom (deutschen) Standard ab (<>| & #‘). Zum anderen existieren ein paar ungünstige Kombinationen (F12 + Druck, Entf + Einfg). Das einzeilige Enter und der Verzicht auf einen dedizierten Nummernblock könnten Vielschreiber ebenfalls stören. Hinzu kommt, dass die Fn-Taste und das rechte Strg arg schmal geraten sind und förmlich zusammenkleben.

Ergo: Um sich an das Keyboard des GE66 zu gewöhnen, fällt jede Menge Einarbeitungszeit an. Pluspunkte gibt es derweil für die schicke RGB-Beleuchtung, welche sich individuell anpassen lässt (Farben, Modi etc.).

Touchpad

Mit einer Breite von 10,5 cm und einer Höhe von 6,5 cm ist das Touchpad für ein 15-Zoll-Gerät ordentlich dimensioniert. Das glatte Finish gewährleistet flotte Eingaben, die meist sauber und zuverlässig angenommen bzw. erkannt werden. Ähnliches gilt für den Multi-Touch-Support. Per Zwei-Finger-Geste kann man Inhalte komfortabel zoomen und scrollen. Da dedizierte Maustasten fehlen, werden Links- und Rechtsklicks über einen Druck der unteren Fläche ausgelöst.

Display

Wie eingangs erwähnt, trumpft die Testkonfiguration mit einem 240-Hz-Display auf. Im vorliegenden Fall hat sich MSI für das Sharp LQ156M1JW03 entschieden, welches beispielsweise auch im GE65 sein Werk verrichtet und dort bereits mit einer guten Vorstellung auf sich aufmerksam gemacht hat.

Das GE66 erbt die Stärken und Schwächen des 15-Zoll-Screens. Während die Leuchtkraft mit rund 280 cd/m² nur mittelprächtig ausfällt, knackt der Kontrast durch den relativ niedrigen Schwarzwert (0,25 cd/m²) die 1.000:1-Marke. Die Farbgenauigkeit muss sich ebenfalls nicht hinter der Konkurrenz verstecken. Dank der True-Color-Software (es wurde der Modus „sRGB“ getestet) liegen Graustufen und Farben im Idealbereich. Eine nachträgliche Kalibrierung kann man sich somit sparen.

Wenn es um die Blickwinkel geht, richtet sich das GE66 nach dem typischen IPS-Niveau. Passend zur hohen Bildfrequenz weiß auch die Reaktionszeit zu gefallen. Laut unseren Messungen kommt der 15-Zöller auf 10 ms black-to-white und 16 ms grey-to-grey.

Dass der Bildschirm bis zu einer Helligkeit von 19 % flackert, dürfte selbst für empfindliche Personen kein Problem darstellen (siehe Infofenster weiter unten). Allerdings müssen Käufer ohne die Bildverbesserung G-Sync leben. Für eine höhere Akkulaufzeit beherrscht das GE66 Optimus.

Testbedingungen

Tuning-Fans werden sich über das umfangreiche Dragon Center freuen, das MSI auf seinen Gaming-Laptops vorinstalliert. Erwähnenswert ist vor allem der Reiter „User Scenario“, welcher mehrere Profile beinhaltet. Unsere Tests wurden im Modus „User“ mit dem Leistungslevel „High“ und der automatischen Lüftergeschwindigkeit durchgeführt. In anderen Modi könnten die ermittelten Ergebnisse (Performance, Emissionen etc.) teils stark abweichen.

Leistung

Trotz seiner kompakten Abmessungen würden wir das GE66 Raider als waschechtes High-End-Notebook bezeichnen, das durchaus als Desktop-Replacement verwendet werden kann. Neben dem Achtkern-Prozessor sollten auch die 16 GB RAM und die NVMe-SSD nicht so schnell an ihre Leistungsgrenzen gelangen. Die GeForce RTX 2070 Super ist für Gamer ebenfalls eine überaus gute Option.

Prozessor

Die teureren Ausbaustufen des GE66 sind mit Intels derzeit stärkster Laptop-CPU, dem Core i9-10980HK bestückt. Das Octa-Core-Modell aus der Comet-Lake-Generation bietet 16 MB L3-Cache, einen offenen Multiplikator und wird dem (preislich weitaus attraktiveren) AMD-Achtkerner Ryzen 7 4800H gefährlich, der im 7- statt im 14-nm-Prozess entsteht. Per SMT können beide Chips bis zu 16 Threads parallel bearbeiten.

Als Basistakt nennt Intel für den Core i9-10980HK 2,4 GHz. Dank der Turbo-Boost-Funktion sind unter Last jedoch bis zu 5,3 GHz möglich. Was das GE66 aus dem vorhandenen Taktspielraum herausholt, haben wir mithilfe des Cinebench R15 überprüft. Während der Single-Core-Test mit 4,2 bis 5,0 GHz berechnet wird, schafft der Comet-Lake-Chip bei der Belastung aller Kerne zwischen 3,8 und 4,2 GHz.

Obwohl die Leistung im Verlauf des Cinebech-Loops – die meisten Laptops lassen grüßen – etwas abfällt, zieht das GE66 auf lange Sicht an den Konkurrenz-Geräten mit Core i9-9980HK bzw. Core i9-9880H vorbei. Insgesamt ist die Turboentfaltung des i9-10980HK weder besonders gut noch besonders schlecht.

System Performance

Die Systemleistung entspricht voll und ganz den Erwartungen. Nicht zuletzt dank des sehr schnellen Solid State Drives reagiert das Betriebssystem (Windows 10) äußerst flott.

DPC-Latenzen

Etwas nachbessern könnte MSI beim Thema Latenzen. Laut dem Tool LatencyMon sind die Werte suboptimal. Unser 4K-Youtube-Video lief dagegen einwandfrei durch.

Massenspeicher

SSDs auf PCIe- bzw. NVMe-Basis gehören bei Gaming-Laptops inzwischen fast zum Pflichtprogramm. Das im GE66 verbaute 1-TB-Drive von WDC kann sich beim CrystalDiskMark sehr gut gegen die Samsung- und Intel-Konkurrenz behaupten. Egal, ob Lesen oder Schreiben, große oder kleine Dateien: Die PC SN730 spielt ganz vorne mit.

Grafikkarte

Während die meisten bisher getesteten „Super-Notebooks“ auf einen stromsparenden Max-Q-Chip setzen, wartet das GE66 10SFS mit einer vollwertigen GeForce RTX 2070 Super auf. Im Vergleich zum alten Standard-Modell hat Nvidia beispielsweise die Menge der Shader-Einheiten erhöht. So sind es statt 2.304 jetzt 2.560 CUDA-Cores, was ein gewisses Leistungsplus verspricht. Der GDDR6-Videospeicher ist erneut 8 GB groß und per 256-Bit-Interface angebunden.

Im Benchmark-Parcours positioniert sich das GE66 durch die etwas schnellere GPU an der Spitze des Vergleichsfelds. Je nach Benchmark und Gerät beträgt der Vorsprung der Super-Variante zwischen 4 und 30 %.

Wie Sie anhand des unteren Graphen sehen können, bleibt die 3D-Leistung auch über längere Zeiträume ziemlich konstant. Im 60-Minuten-Check mit The Witcher 3 traten keinerlei Performanceeinbrüche oder dergleichen auf. Der Kerntakt der RTX 2070 Super pendelte sich im Schnitt auf ca. 1.560 MHz ein (Basistakt: 1.140 MHz).

Gaming Performance

Das GE66 Raider ist flott genug, um in der nativen Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080) alle aktuellen Games mit maximalen Details auf den Bildschirm zu zaubern. Selbst extrem rechenintensive Titel wie Red Dead Redemption 2 werden mit mehr als 40 FPS dargestellt.

Mit 2.560 x 1.440 Pixeln hätte die RTX 2070 Super meist auch keine Schwierigkeiten. Eng wird es nur im 4K-Bereich, also beim Einsatz von 3.840 x 2.160 Pixeln. Generell gilt: Der Leistungssprung von der RTX 2070 ist in Spielen messbar, aber nicht immer spürbar.

Emissionen

Geräuschemissionen

Kritik muss sich das GE66 für seine hohe Geräuschentwicklung anhören. Zwar arbeitet das System stellenweise lautlos, hin und wieder touren die Lüfter jedoch bereits im Idle-Modus kräftig auf (über 40 dB). 53 bis 55 dB unter Last sind ebenfalls eine Hausmarke und zwingen fast schon zur Nutzung von Kopfhörern. Allerdings sei zur Verteidigung von MSI gesagt, dass das Asus Strix G531GW und das Eurocom Nightsky RX15 im 3D-Modus ähnlich laut werden.

Temperatur

Zur Tempraturentwicklung des GE66 passt das Wort unspektakulär. Sowohl im Stresstest mit den Tools Furmark und Prime95 als auch in The Witcher 3 machten es sich CPU und GPU bei rund 70 bis 80 °C bequem (mit kurzen Ausreißern nach oben). Das Gehäuse wird ebenfalls nicht übertrieben heiß, wenngleich maximal 52 °C auf dem Gehäuseboden tendenziell gegen Gaming-Sessions auf dem Schoß sprechen. Der Handballenbereich bleibt in jeder Situation recht kühl (weniger als 35 °C).

Lautsprecher

Im Hinblick auf den Notebookpreis ist die Soundqualität etwas enttäuschend. Schon günstige externe Lösungen sollten einen besseren Klang liefern. Unsere Audio-Analyse sieht in nahezu jedem Segment (Tiefen, Mitten, Höhen) Verbesserungsbedarf. Speziell bei höheren Lautstärken neigen die Speaker, welche hinter den Seitenflächen angebracht sind, zum Ausfransen und einem blechernen Klangbild.

Energieverwaltung

Energieaufnahme

Die Grafikumschaltung sorgt im Idle-Betrieb für einen geringen Stromverbrauch. Mit 6 bis 25 Watt ist das GE66 sparsamer als die Konkurrenz, welche sich zum Teil über 30 Watt genehmigt. Unter Last liegen die RTX-2070-Laptops näher zusammen. Hier benötigt der MSI Spross zwischen 108 und 280 Watt. Das Netzteil ist also ausreichend bemessen.

Akkulaufzeit

Als eines der größten Highlights wäre der gigantische Akku zu nennen. Mit 99,9 Wh können es die Gegenspieler nicht ansatzweise aufnehmen (51 bis 66 Wh). Trotz der Optimus-Technik und der üppigen Akkukapazität ist das GE66 kein Ultra-Langläufer. Mehr als 7,5 Stunden lassen sich aus dem Gerät kaum herausquetschen. Im WLAN-Test bei mittlerer Leuchtkraft hielt das System rund 6 Stunden ohne Netzteil durch. Die 3D-Leistung sinkt im Akkumodus um gut 40 % (getestet mit The Witcher 3) – ein typischer Wert.

Fazit

Mit dem GE66 Raider 10SFS hat MSI einen kompakten und sehr performanten 15-Zoll-Gamer im Angebot, der nicht nur Beleuchtungsfans (LED-Streifen an der Front), sondern auch Freunde von schnellen Displays anspricht.

Der 240-Hz-Screen könnte zwar etwas heller sein, begeistert ansonsten jedoch in fast allen Kategorien. Um die 3D-Power muss man sich ebenfalls keine Sorgen machen. Die Super-Version der GeForce RTX 2070 bringt ein hohes Maß an Leistung mit. Weitere Kaufargumente sind der 99-Wh-Akku, die vielen Anschlüsse (wobei es leider keinen Thunderbolt-3-Port gibt) und das gelungene Chassis.

Für ein „Sehr Gut“ als Gesamtnote reicht es aufgrund der happigen Geräuschentwicklung, der bescheidenen Webcam und der dürftigen Lautsprecher nicht ganz.

HP Chromebook x360 14c und Chromebook 11a kommen nach Deutschland

HP bringt drei neue Chromebooks nach Deutschland. Im Ausland wurden die teilweise schon Anfang Juni vorgestellt, nun hat der US-Hersteller sie für den hiesigen Markt bestätigt. Es handelt sich um die HP Chromebook x360 14c und das HP Chromebook 11a. Das zuerst genannte Modell erscheint in zwei unterschiedlichen Varianten.

HP bewirbt das HP Chromebook x360 14c mit einem Screen-to-Body-Ratio von 88 % und der Dicke von nur 17,95 mm sowie einem Gewicht von 1,59 kg. Ein sogenannter Webcam Privacy Switch schütze die Privatsphäre. Zudem ist ein Fingerabdruckscanner zum Entsperren vorhanden. Das Display mit Touchscreen-Funktionalität wird durch Gorilla Glass NBT geschützt. Ein Stylus ist separat zu haben und kann über eine integrierte, magnetische Halterung am Notebook befestigt werden. Für den Sound zeichnen sich wiederum Stereo-Lautsprecher von Bang & Olufsen verantwortlich.

Im Handel ist das HP Chromebook x360 14c voraussichtlich ab Ende August zu einem Preis ab 499,00 € inkl. MwSt. zu haben.

Das HP Chromebook 11a ist da etwas schlichter und wiegt ca. 1,37 kg. Es kommt auf 11 Zoll Diagonale, lediglich mit HD-Auflösung und zumindest in der Standardausführung ohne Touchscreen. Auch der Fingerabdruckscanner fehlt und generell wurden Prozessor und RAM abgespeckt. Immerhin soll eine Akkulaufzeit von bis zu 13 Stunden drin sein. Das HP Chromebook 11a ist voraussichtlich ab Ende August zu einem Preis ab 279,00 € inkl. Mehrwertsteuer verfügbar.

Technische Daten HP Chromebook x360 14c-ca0065nr

Display: 14,0 Zoll, 1.920 x 1.080 Pixel,IPS, WLED-backlit, Multitouch, Corning Gorilla Glass NBT, 250 nits, 45% NTSC, Screen to body ratio • 88 %

Betriebssystem: Google Chrome OS

Prozessor: Intel Pentium Gold 6405U, Dual-Core, 2,4 GHz, 2 MB Cache

RAM: 4 GB DDR4-2400 SDRAM (onboard)

GPU: Intel UHD Graphics

Speicherplatz: 64 GB eMMC

Kamera: HP Wide Vision HD Camera mit Dual-Array-Mikrofonen und Webcam Privacy Switch

Wi-Fi 6, Bluetooth 5, microSD, zweimal USB Typ-C, einmal USB Typ-A, Audio-Kombo, Fingerabdruckscanner

Stereo-Lautsprecher von Bang & Olufsen

Akku: 60,9 Wh

Technische Daten HP Chromebook x360 14c-ca0053dx

Display:14 Zoll, 1.920 x 1.080 Pixel, IPS, WLED-backlit, Multitouch, Gorilla Glass NBT, 250 Nits, 45 % NTSC, Screen to body ratio • 88%

Betriebssystem: Google Chrome OS

Prozessor: Intel Core i3-10110U, Dual-Core, 2,1 GHz bzw. 4,1 GHz im Boost-Modus, 4 MB Cache

RA: 8 GB DDR4-2666 SDRAM (onboard)

GPU: Intel UHD Graphics

Speicherplatz: 64 GB eMMC

Kamera: HP Wide Vision HD Camera mit Dual-Array-Mikrofonen und Privacy-Switch

Schnittstellen: Wi-Fi 6 AX, Bluetooth 5, microSD, Fingerabdruckscanner, zweimal USB Typ-C, einmal USB Typ-C, Audio-Kombo

Stereo-Lautsprecher von Bang & Olufsen

Akku: 60,9 Wh

Technische Daten HP Chromebook 11a

Display: 11,6- Zoll, WLED-backlit, 220 nits, 45% NTSC, 1.366 x 768 Pixel, Screen to body ratio 62 %

Betriebssystem: Google Chrome OS

Prozessor: Intel Celeron N3350, Dual-Core, 1,1 GHz bis zu 2,4 GHz im Boost-Modus, 2 MB L2 Cache

RAM: 4 GB LPDDR4-2400 SDRAM (onboard)

GPU: Intel HD Graphics 500

Speicherplatz: 32 GB eMMC

Kamera: HP True Vision HD Camera mit Dual-Array-Mikrofonen

Schnittstellen: Wi-Fi 802.11 ac, Bluetooth® 4.2, microSD, zweimal USB Typ-C, zweimal USB Typ-A, Audio-Kombo

Sterreo-Lautsprecher

Kensington Nano Security Lock Slot

Akku mit 47 Wh

Aorus 17G: Mechanische Tastatur trifft hohe Akkulaufzeit

7,5 Stunden Internetsurfen per WLAN bei mittlerer Leuchtkraft: Was nach einem mobilen Business-Laptop klingt, ist auch für den riesigen 94-Wh-Akku des Aorus 17G möglich. Die meisten High-End-Notebooks müssen mit weniger als 80 Wh vorliebnehmen. Käufer dürfen sich außerdem über ein grandioses Keyboard freuen. Das mechanische Omron-Modell punktet in beinahe jeder Beziehung und lässt die Gaming-Konkurrenz alt aussehen.

Leistung und Bildqualität liegen ebenfalls auf einem sehr guten Niveau. Zwar löst der IPS-Screen “nur” mit 1.920 x 1.080 Pixeln auf, bietet dafür jedoch eine hohe Geschwindigkeit (240 Hz). Als Tüpfelchen auf dem i lässt Gigabyte das Display X-Rite Pantone zertifizieren, was für genaue Farben sorgt.

Größere Abstriche gibt es kaum. Neben der Webcam könnte zum Beispiel auch die Geräuschentwicklung besser sein.

Das Honor MagicBook 14 ist der Preis-Leistungskracher

Für rund 600 Euro muss man bei Laptops eigentlich immer irgendwelche Kompromisse machen. Entweder gibt es nur eine kleine SSD oder gar eine HDD, TN-Panels, Kunststoffgehäuse oder alt Komponenten. Dass es auch anders geht, beweist Honor mit dem MagicBook 14. Das 14 Zoll große Notebook basiert auf dem Huawei MateBook D 14, welches jedoch einige Euro teurer ist. Im Prinzip sind die Unterschiede aber gering und beschränken sich auf die Farbgebung des Gehäuses. Insgesamt kann das Metallgehäuse überzeugen und könnte es auch mit deutlich teureren Geräten aufnehmen.

Aber auch an den anderen Stellen muss man keine großen Kompromisse eingehen. Das matte Display setzt auf die IPS-Technik und ist hell genug, lediglich die Farbgenauigkeit lässt etwas zu wünschen übrig. Für alltägliche Aufgaben spielt das aber keine Rolle. Zudem gibt es eine vernünftige Tastatur mit einer zweistufigen Hintergrundbeleuchtung.

Das Highlight ist aber sicherlich die gute Systemperformance, denn dank dem schnellen Ryzen5-3500U-Prozessor, der integrierte Vega-8-Grafik, 8 GB Dual-Channel RAM und der schnellen PCIe-SSD von Samsung bekommt man im Alltag ein extrem flinkes System, was auch durchaus mit anspruchsvolleren Aufgaben zurechtkommt. Selbst ein wenig Spielen ist kein Problem, wenn man mit reduzierten Details leben kann. Dabei bleibt der Lüfter aber immer angenehm leise. Zuletzt bleiben noch die guten Akkulaufzeiten von 9,5-11 Stunden in unseren praxisnahen Tests. Mehr kann man für den Kaufpreis wirklich nicht erwarten.

Für weitere Informationen inklusive Benchmarks und Messwerten empfehlen wir einen Blick in unseren ausführlichen Testbericht zum Honor MagicBook 14.

Apple MacBook Air 2020 im Test: Ist der Core i3 die bessere Wahl?

Nachdem wir kürzlich bereits das neue MacBook Air mit dem Quad-Core-Prozessor von Intel getestet haben, sehen wir uns nun die Einstiegsversion mit dem kleineren Core-i3-Prozessor an. Dieser bietet nur 2 Kerne und erinnert damit sehr stark an das alte MacBook Air (Jahrgang 2019 und älter). Besonders gespannt sind wir dabei auch auf die Emissionen, denn die Lautstärke des Lüfters stellte sich bei unserem Test des Quad-Core-Modells als problematisch heraus. 

Unser Testgerät in Gold ist das Einstiegsmodell für 1.199 Euro. Neben dem besagten Core-i3-Prozessor bekommt der Kunde noch 8 GB RAM und 256 GB SSD-Speicher. Zudem ist auch in dieser Version die aktualisierte Tastatur (Magic Keyboard) verbaut, die nach vielen Jahren wieder auf einen konventionellen Scherenmechanismus setzt. Da es weder beim Gehäuse, den Anschlüssen oder den Eingabegeräten Unterschiede zu unserem letzten Testgerät gibt, werden wir uns in diesem Artikel auf die Leistung des kleinen Prozessors und die Emissionen fokussieren. Für alle weiteren Informationen steht unser umfangreicher Testbericht des MacBook Air 2020 Core i5 zur Verfügung.

Display – Retina-Display leuchtet unter Windows heller

Beim Display gibt es keine großen Unterschiede zum letzten Testgerät. Die Panel-ID lautet auch in diesem Fall APPA042 und die Auflösung liegt erneut bei 2.560 x 1.600 Pixeln (16:10). Der subjektive Bildeindruck ist sehr gut und auch die Messwerte entsprechen mit kleinen Abweichungen dem früheren Testgerät. Diese lassen sich aber nur mit Messgeräten erfassen, mit dem Auge erkennt man die Unterschiede nicht. Mit einer Helligkeit von rund 400 Nits und einem Kontrastverhältnis von mehr als 1.200:1 gehen die Ergebnisse in Ordnung, auch wenn die Windows-Konkurrenz hier teilweise deutlich höhere Werte erreicht.

Ein PWM-Flimmern können wir ab einer Helligkeit von 75 % und weniger feststellen, mit 119 kHz ist die Frequenz jedoch sehr hoch. Wie die größeren Brüder unterstützt auch das kleine MacBook TrueTone (automatische Anpassung der Farbtemperatur an die Umgebung) und bietet auch einen Helligkeitssensor.

Bei unserer Analyse mit der professionellen CalMAN-Software und dem X-Rite i1 Pro 2 Spektralfotometer erkennen wir eine sehr gute Kalibrierung ab Werk. Es gibt keinen Farbstich und alle Abweichungen liegen deutlich unterhalb der wichtigen Marke von 3. Mit unserer Kalibrierung konnten wir die Werte nur minimal weiter verbessern. Eine zusätzliche Kalibrierung von Seiten des Nutzers ist daher also überflüssig. Der kleine sRGB-Farbraum wird vollständig abgedeckt, daher ist auch die Bildbearbeitung kein Problem. Hier sieht man übrigens auch einen Unterschied zu den teureren MacBook-Pro-Modellen, die den größeren P3-Farbraum abdecken.

Beim Testen ist uns zudem noch aufgefallen, dass man unter Windows eine deutlich höhere maximale Helligkeit erreichen kann. bei unserem Testgerät waren es mehr als 30 %, was schon beachtlich ist. Gleichzeitig ist der Schwarzwert aber auch etwas höher, an dem Kontrastverhältnis von rund 1.200:1 ändert sich aber nichts. Welche Gründe es für diese unterschiedlichen Helligkeitswerte gibt haben wir bereits in einem eigenen Artikel behandelt. Bei der Farbgenauigkeit ist Windows allerdings etwas im Nachteil und einige Farben verfehlen (auch nach einer Kalibrierung) den wichtigen Grenzwert von 3. 

Leistung – Reicht der Core i3 im MacBook Air?

Neben den reinen macOS-Benchmarks haben wir auch Windows 10 via Bootcamp installiert, um unsere gewohnten Tests durchzuführen und eine gewisse Vergleichbarkeit mit Windows-Geräten zu ermöglichen. Allerdings muss man hierbei immer beachten, dass die BootCamp-Treiber von Apple nicht perfekt optimiert sind. Der Betrieb von Windows ist zwar problemlos möglich, die Benchmarks sind aber nicht immer vollkommen aussagekräftig. Zudem ist der Stromverbrauch unter Windows deutlich höher.

Prozessor – MacBook Air mit Ice-Lake Core i3

Das Basismodell des MacBook Air 2020 ist ebenfalls mit einem aktuellen Ice-Lake-Chip ausgestattet, allerdings bietet der Core i3-1000NG4 im Gegensatz zum Core i5 und Core i7 nur zwei Kerne (4 Threads) und erinnert uns damit mehr an das alte MacBook Air aus den Jahren 2018 und 2019. Der neuere Core i3 ist aber ein wenig schneller als der alte Core i5-8210Y des Vorgängers, aber besonders groß ist der Vorsprung nicht. 

Zudem fällt die Leistung auch sehr schnell ab, denn nachdem der Prozessor ganz kurz bis zu 18 Watt verbrauchen darf (2x 3,2 GHz), fällt dieser Wert schon innerhalb von wenigen Sekunden auf nur auf 10-11 Watt ab (2x 2,-2,4 GHz). Auch bei der Cinebench Multi-Schleife pendelt sich der Verbrauch dort ein.

Bei dem MacBook Air mit dem Quad-Core i5 konnten wir noch größere Schwankungen feststellen. Bei der Multi-Core-Leistung hat der i5 einen Vorsprung von rund 35 %, doch bei der Single-Core-Leistung, die im Alltag ja oftmals immer noch wichtiger ist, sind die beiden sogar gleichauf. Im Akkubetrieb wird die Leistung übrigens nicht weiter reduziert. Die versammelte Windows-Konkurrenz mit den 15-Watt-Chips bietet durchweg mehr Prozessorleistung.

System Performance – MacBook Air ist im Alltag schnell genug

Die Benchmark-Ergebnisse sind das eine, der subjektive Leistungseindruck ist aber viel wichtiger, vor allem bei einem Gerät wie dem MacBook Air, welches sich primär an Casual-User richtet. Hier hat natürlich jeder Nutzer seine eigene Routine, doch bei alltäglichen Dingen konnten wir während des Tests keine Einschränkungen erkennen. Darunter fallen für uns ganz normale Dinge wie das Schreiben von Mails, Chats via Skype oder Discord, das Surfen im Internet, die Wiedergabe von YouTube-Videos oder das Streamen von Videos (wie Netflix, Amazon Prime Video, Disney+). Hier profitiert das MacBook Air vor allem von der schnellen SSD und dem leistungsstarken Video-Decoder. Für diese Dinge reicht auch die CPU-Leistung des Dual-Cores vollkommen aus. 

Allerdings sollte man sich beim Thema Multitasking zurückhalten und auch nicht zu viele Tabs im Browser nutzen. Andernfalls kann es schon mal zu leichten Hängern kommen. Für Power-User eignet sich das MacBook Air sowieso nur bedingt, und das gilt auch für die optionalen Quad-Core-Prozessoren. In dem Fall sollte man sich lieber direkt für ein MacBook Pro 13 entscheiden.

Grafikkarte – Iris Plus Graphics G4

Der Core-i3-Prozessor besitzt im Vergleich zu den optionalen Quad-Core-Chips auch eine langsamer Version der Intel Iris Plus Graphics. Das G4-Modell bietet nur 48 Recheneinheiten, die schnellere G7-Version hingegen 64. Allerdings wird auch hier die Grafikleistung durch die geringe TDP begrenzt, denn andere G4-iGPUs in unserer Datenbank sind je nach Test 30 – 70 % schneller. Das MacBook Air 2020 mit der G7-Version ist zwar noch einmal etwa 50 % schneller, doch insgesamt ist das Leistungsniveau recht gering. Im Alltag wird man diese Unterschiede kaum bemerken und hier reicht auch der kleine Prozessor aus. Die Wiedergabe von hochauflösenden Videos ist beispielsweise überhaupt kein Problem, nur beim Spielen ist das MacBook Air in der Regel überfordert. Lediglich sehr anspruchslose Titel laufen auf minimalen Details flüssig, aber auch nicht für lange Zeit. Der 3DMark Fire Strike Stresstest wird mit nur rund 70 % nicht bestanden, man muss also mit Einbußen bei längerer Belastung rechnen. Zumindest wird die Grafikleistung im Akkubetrieb nicht noch weiter reduziert.

Emissionen

Geräuschemissionen – Dual-Core MB Air ist leiser

Im Vergleich zum Quad-Core-Modell des MacBook Air dauert es unter Last länger, bis der Lüfter seine maximale Drehzahl erreicht. Zudem bleibt der Gehäuselüfter insgesamt spürbar leiser. Bei mittlerer Last (z. B. auch beim Spielen) wird der maximale Wert ebenfalls erreicht, doch es kann durchaus einige Minuten dauern. Nichtsdestotrotz ist die passive Kühlung mit dem Gehäuselüfter alles andere als optimal. Andere Hersteller schaffen es, solch einen Prozessor komplett passiv zu kühlen.

Temperatur – Core i3 bleibt kühler

Bei der Temperaturentwicklung hat das günstigere MacBook Air ebenfalls einen Vorteil, vor allem der Hotspot auf der Oberseite der Tastatur bleibt unter Last einige Grad kühler. Maximal 44 °C merkt man beim Tippen natürlich schon, doch es gibt keine Beeinträchtigungen. Auch maximal 40 °C auf der Unterseite sind kein Problem. Bei weniger anspruchsvollen Aufgaben wird das Gerät in der Regel maximal lauwarm.

Wie schon bei der reinen Prozessorlast pendelt sich der Stromverbrauch des Prozessors im Stresstest recht schnell bei knapp 11 Watt ein. Allerdings muss das jetzt für den Prozessor und die integrierte Grafikkarte ausreichen, was natürlich den Takt beeinflusst. Die CPU arbeitet nur noch mit 2x 1,5 GHz und die iGPU mit 400 MHz. Nach dem Stresstest ist die Leistung aber nicht beeinträchtigt.

Energieverwaltung – Sparsamer Ice-Lake-SoC

Energieaufnahme

Bei den Idle-Messungen schneidet das Core i3 MacBook Air nochmals etwas besser ab, unter Last gibt es aber keinen Unterschied. Hier zeigt sich erneut, dass die TDP-Einstellung bzw. die Kühlung der limitierende Faktor für die Leistung ist.

Akkulaufzeit – macOS mit klarem Vorteil

Die Akkulaufzeiten fallen etwas besser aus als beim MacBook Air mit dem Quad-Core i5-Prozessor. Sowohl im WLAN-Test als auch beim Video-Test (macOS, beide mit 150 Nits) ermitteln wir rund 11 Stunden. Wenn wir die Helligkeit auf das Maximum erhöhen, reduziert sich die Laufzeit im WLAN-Test auf 7:17 Minuten (macOS). 

Der Vollständigkeit halber haben wir den WLAN-Test auch noch unter Windows durchgeführt und wie erwartet sind die Ergebnisse deutlich schlechter. Bei einer Helligkeit von 150 Nits sind es rund 7,5 Stunden, bei der vollen Helligkeit sogar nur etwas mehr als 4 Stunden.

Fazit – Für den Alltag ist der Core i3 die bessere Wahl

Bei all den Diskussionen um die Leistung und die neuen Quad-Core-Optionen muss man sich darüber im Klaren sein, dass es sich beim MacBook Air nach wie vor um ein Gerät für Nutzer handelt, die vor allem alltägliche und einfache Aufgaben bewältigen wollen. Dazu gehören Dinge wie das Schreiben von Mails, die Wiedergabe von Videos oder das Surfen im Internet. Hiermit hat das MacBook Air, auch dank der schnellen SSD, überhaupt keine Probleme. Aufgrund der begrenzten TDP-Konfiguration ist das kleine MacBook Air bei der Single-Core-Leistung, die im Alltag immer noch wichtig ist, auch überhaupt nicht langsamer als der Core i5 mit 4 Kernen. Zudem gibt es ganz klare Vorteile bei den Emissionen, und vor allem der Lüfter bleibt leiser und erhöht seine Drehzahl auch langsamer. Selbst bei etwas höherer Anforderungen bleibt das Air mit dem i3 also länger leise. 

Das MacBook Air mit dem Dual-Core i3-Prozessor ist der bessere Begleiter bei alltäglichen Aufgaben. Der subjektive Leistungseindruck ist bei einfachen Dingen sehr gut und gleichzeitig bleibt der Lüfter leiser. Das gute Display und die verbesserte Tastatur bekommt man auch im Einstiegsmodell. 

Nichtsdestotrotz gibt es auch hier Nachteile, denn das Leistungsniveau ist insgesamt sehr gering. Das wäre ja eigentlich auch nicht weiter schlimm, doch warum schafft Apple es denn nicht, das Gerät dann komplett passiv zu kühlen? Ein komplett lautloses MacBook Air wäre eine tolle Sache, doch hier bleibt das Gefühl, dass Apple das Gerät absichtlich zurückhält. Vielleicht kommt der Schritt zu einer vollständig passiven Kühlung erst mit den viel spekulierten ARM-Prozessoren.

Ein weiteres Problem ist natürlich der Preis, denn für 1.200 Euro bekommt man in der Windows-Welt deutlich mehr Leistung. Mit dem hochwertigen Gehäuse, dem guten Panel und der sehr guten Optimierung in Bezug auf das Betriebssystem bietet das Air aber dennoch ein sehr rundes Gesamtpaket im Alltag. Wer mehr Leistung benötigt oder weiß, dass er sein MacBook Air oft fordert, sollte unserer Meinung nach die teureren Modelle des Air mit Quad-Core-Prozessoren lieber meiden und direkt auf das MacBook Pro 13 umsteigen.

Leak: Das Asus ZenBook UX425 kommt mit Intel Ice Lake & AMD Ryzen Renoir im dünneren Gehäuse

Asus hat bereits vor einem Monat in einer Pressemeldung auf ein neues ZenBook UX425 hingewiesen. Dabei spricht das Unternehmen von einem Notebook, das 13,9 Millimeter dünn und 1,15 Kilogramm leicht ist, wodurch es ein wenig kompakter wäre als etwa das Asus ZenBook UX433 (ca. 1.199 Euro auf Amazon), das 15,9 mm dick und 1,19 kg schwer ist.

Darüber hinaus spricht Asus von einem besonders energieeffizienten Display, das 450 Nits hell ist und durch die schmalen Ränder an drei Seiten eine Screen-to-Body-Ratio von immerhin 90 Prozent erreicht. Dieses Panel könnte allerdings wie bei vielen Ultrabooks üblich exklusiv im Intel-Modell zu finden sein. Im oberen Rand soll eine Infrarot-Kamera untergebracht sein, die den Login über Windows Hello ermöglichen dürfte.

Der bekannte Leaker @_rogame hat im unten eingebetteten Tweet nun noch mehr Details enthüllt. Demnach wird das Notebook wahlweise mit einem Intel Core i7-1065G7 oder aber mit einem AMD Ryzen Renoir-Chip ausgestattet sein, vom Ryzen 5 4500U bis hin zum Ryzen 7 4700U. 

Nähere Informationen zum neuen ZenBook fehlen noch, im Hinblick auf die restlichen Modelle des Herstellers scheint es aber wahrscheinlich, dass zumindest ein Modell eine dedizierte GPU mitbringen wird. Da das Gerät aber bereits einen Red Dot Design Award gewonnen hat und alle geplanten Prozessoren bereits verfügbar sind könnte der Launch unmittelbar bevorstehen. 

ThinkPad X1 Extreme Gen 2: Lenovo löst den Tastatur-Bug

Wenn ThinkPads für etwas bekannt sind, dann vor allem für ihre Eingabegeräte. TrackPoint und insbesondere die Tastatur genießen immer noch einen hervorragenden Ruf. In der Zeit immer kürzerer Tastenwege haben ThinkPads oft wesentlich mehr Tastenhub und den ThinkPad-typisch definierten Druckpunkt.

Das Lenovo ThinkPad X1 Extreme Gen 2 stellt da keine Ausnahme dar. Dennoch gab es einige Beschwerden über die Tastatur des teuren Multimedia-Laptops: Tastenanschläge wurden manchmal einfach nicht erkannt. Ein sehr frustrierendes Problem, über das sich seit Ende 2019 zahlreiche Nutzer im Lenovo-Forum beschwert haben. Wir haben darüber auch in unserem ausführlichen Review zum Lenovo ThinkPad X1 Extreme Gen 2 berichtet. Ebenfalls betroffen: Der baugleiche Workstation-Ableger Lenovo ThinkPad P1 Gen 2.

Nach monatelanger Wartezeit will Lenovo das Problem nun behoben haben: Die neue UEFI-BIOS-Version 1.29 in Verbindung mit einem Embedded-Controller-Update auf Version 1.22 soll das Problem beheben. Laut Changelog ist der Fix (“Fixed an issue where keystroke might missing.”) die einzige Änderung dieses Firmware-Updates.

Uns würde es interessieren, von Besitzern des Lenovo ThinkPad X1 Extreme Gen 2 oder ThinkPad P1 Gen 2 zu hören. Behebt das neue Update tatsächlich das Problem, oder gibt es immer noch fehlerhafte Eingaben bei diesen ThinkPad Laptops?

Lenovo kündigt ThinkPad E14 & E15 mit AMD Ryzen 4000 an

Lenovos Ryzen-Lineup wächst, heute um zwei ThinkPads: Das Lenovo ThinkPad E14 und das Lenovo ThinkPad E15 erscheinen nun auch mit AMD Ryzen 4000.

ThinkPad E14 und ThinkPad E15 erschienen schon Anfang des Jahres, allerdings nur mit Intel-Prozessoren. Die günstigen ThinkPad Laptops waren 2019 auch schon mit AMD-Prozessoren erhältlich, damals noch unter dem Namen ThinkPad E495 und ThinkPad E595.

Aufgrund des bisherigen Fehlens von AMD-Versionen von E14 und E15 gab es schon Spekulationen, dass Lenovo diese Serie einstellen wird. Dem schiebt Lenovo mit der Ankündigung einen Riegel vor.

Wie die Intel-Versionen haben auch die E14 AMD und E15 AMD im Vergleich zum E495 und E595 ein überarbeitetes, kompakteres Design. Dafür verlieren beide allerdings auch einen RAM-Slot, sodass der maximale RAM-Ausbau nur noch 32 statt 64 GB beträgt. Zudem läuft der Arbeitsspeicher dadurch nur im Single-Channel-Modus.

ThinkPad E14 und ThinkPad E15 haben wir schon als Intel-Versionen getestet, wobei wir beim E14 die Version ohne dedizierte GPU und beim E15 die Version mit Grafikchip getestet haben. Die AMD Ryzen ThinkPads werden vom Kühlsystem vermutlich der iGPU-Version entsprechen. Als stärksten Prozessor bei Lenovo ThinkPad E14 und E15 wird der AMD Ryzen 7 4700U angeboten.

Das ThinkPad E14 AMD und das ThinkPad E15 AMD sollen schon im Juni auf den Markt kommen. Das kleinere 14-Zoll-Modell soll 716 Euro kosten, während das Lenovo ThinkPad E15 einen Grundpreis von 705 Euro hat.