Huawei P30 lite vs. P40 lite: Wie groß ist der Unterschied wirklich?

Die großen Handy-Hersteller wie Huawei bringen zu ihren Flaggschiffen in der Regel abgespeckte und preisgünstige Varianten heraus. Doch wie stark ist die neue Handy-Generation im Vergleich zu den Vorgängern? Hier gibt es spannende Duelle, etwa das Huawei P30 lite vs. P40 lite. Ein Vergleich in der hart umkämpften Mittelklasse.

Neue Handys kommen auch bei Huawei in der Regel nicht allein, sondern in größeren Modellfamilien, die einen breiteren Kundenkreis abdecken sollen. Das gilt auch für das P40, wobei 2020 bemerkenswert war, dass das Huawei P40 lite einen Frühstart hingelegt hat und ein paar Tage vor den größeren Geschwistern offiziell gezeigt wurde.

Die Huawei-Handys mit dem Zusatz “lite” sind aus verschiedenen Gründen interessant: Sie sind günstiger als die Flaggschiffe, trotzdem qualitativ hochwertig und meist übernehmen sie auch ein paar Stärken der teureren Modelle.

Doch man darf sich nichts vormachen, “lite” bedeutet auch abgespeckt, was in der Regel Nachteile in allen Bereichen mit sich bringen kann: Ob Bildschirm, SoC (System on a Chip mitsamt Prozessor und anderen Modulen), Kamera und Akku plus einzelner Zusatz-Features.

Dennoch bieten die kleinen Geschwister der großen Flaggschiff für viele Smartphone-Suchende genug Leistung. Und so sind Mittelklasse- und lite-Modelle oft die beliebtesten Handys mit Blick auf die Verkaufszahlen.

Duell bei der Software: Google Mobile Services vs. Huawei Mobile Services

Das Huawei P30 lite stammt aus dem Jahr 2019. Anfang des vergangenen Jahres war auch die Handy-Welt noch in Ordnung, denn der Handelsstreit zwischen China und den USA war noch nicht akut. Das P30 lite (UVP derzeit 280 Euro) kommt deshalb nicht nur mit Android und der Benutzeroberfläche EMUI 9.1, sondern auch mit allen Google-Diensten.

Beim Huawei P40 lite (UVP derzeit 299 Euro) sieht das anders aus. Es kommt zwar ebenfalls mit Android (EMUI 10.0.1 auf Basis von Android 10), bringt aber mit der Huawei AppGallery einen recht jungen Ersatz für den Google Play Store mit.

Dass der Aufbau eines eigenen App-Ökosystems nicht von heute auf morgen vonstatten geht, ist Huawei auch bewusst. Also hat der Hersteller auch kurzfristig in die Trickkiste gegriffen und das P30 lite als Huawei P30 lite New Edition (UVP derzeit 330 Euro) Anfang 2020 neu auf den Markt gebracht.

Dahinter steckt in kleines Hardware-Update für die Front-Kamera, die jetzt mit 32 MP auflöst. Außerdem hat das New Edition statt 4 nun 6 GB Arbeitsspeicher und auch der interne Speicher hat sich verdoppelt. Statt 128 GB im P30 lite sind es 256 GB im P30 lite New Edition. Entscheidend ist aber, dass das P30 lite New Edition auch sämtliche Google-Dienste mitbringt.

P30 lite vs. P40 lite: Die äußerlichen Unterschiede

Huawei P30 lite und P30 lite New Edition sind von außen nicht zu unterscheiden, das P40 lite erkennt ihr schon an der Front durch eine Punch-Hole-Aussparung in der linken oberen Ecke. Die Vorgänger nutzen beide noch die Notch – eine zentrale Einkerbung mittig am oberen Display-Rand.

Apropos Display: Das P40 lite streckt das Display auf 6,4 Zoll (P30 lite 6,15 Zoll), die Auflösung des LCDs bleibt aber gleich (2.310 x 1.080 Pixel). Das P40 lite bringt damit eine geringere Pixeldichte mit (398 ppi) als der Vorgänger (415 ppi).

Ansonsten geben sich die Bildschirme von der Qualität her nicht viel. Das P40 lite ist größer und schwerer als das P30 lite. Es bringt 189 Gramm auf die Waage, das P30 lite ist 30 Gramm leichter.

An der Rückseite erkennt ihr die Unterschiede der Modelle ebenfalls sehr deutlich. Ordnet Huawei beim P30 lite die Kameras noch vertikal an, prangt beim P40 lite ein Kamera-Quadrat in der oberen linken Ecke.

Huawei P30 lite und P30 lite New Edition packen den Fingerabdrucksensor auf die Rückseite, das P40 lite nutzt dafür den Ein-Ausschalter an der Seite. Unter dem Strich ist die Verarbeitung solide, der verbaute Kunststoff ist typisch für die Einsparungen in der Mittelklasse, ebenso die fehlende Schutzzertifizierung gegen Staub und Wasser.

Die Kameras des P30 lite und P40 lite im Vergleich

Das P40 lite kommt mit einer Quad-Kamera, im P30 lite steckt ein Triple-Sensor. Doch allzu groß ist der Unterschied nicht, beide Modelle kombinieren einen 48 MP Weitwinkel mit 8 MP Ultraweitwinkel (120 Grad) und einer 2 MP Hilfs-Cam für den Bokeh-Effekt.

Im P40 lite gibt es zudem eine 2 MP-Linse für Makroaufnahmen. Damit könnt ihr tolle Detail-Aufnahmen schießen. Auch der Nachtmodus ist mit an Bord und Huawei ist für sehr gute Qualität bei der Dunkelfotografie bekannt.

In der Handy-Oberklasse schießt ihr aber deutlich eindrucksvollere Bilder. Die KI-Szenenerkennung gibt es übrigens bei allen Lite-Handys. Videos werden in Full HD mit 30 fps aufgezeichnet, 4K bietet keines der Modelle. Bei der Selfie-Cam hat das P30 New Edition die MP-Nase vorn (32 MP Auflösung), im P40 lite und sind es nur 16 MP, das P30 lite kommt auf 24 MP.

Die Leistung im Vergleich: Prozessor und Speicher der lite-Modelle

Nachfolgemodelle haben immer Vorteile beim verwendeten SoC, denn die Prozessor-Technologie entwickelt sich rasant. Wird im P30 lite noch ein Kirin 710 verwendet, ist es im P40 lite ein Kirin 810. Dazwischen liegen auf den ersten Blick keine Welten, beides sind Octa-Core-Systeme mit nahezu identischen Taktraten, doch gerade hier kommt es auf die Feinheiten an. Der Kirin 810 ist allerdings effizienter gefertigt und bringt eine schnellere Grafik mit, hier sollte ein Leistungsschub bei Spielen spürbar sein.

6 GB Arbeitsspeicher nutzen P40 lite und P30 lite New Edition, das ursprüngliche P30 lite kommt nur mit 4 GB. Etwas kurios: Das P30 lite in der New Edition bietet mit 256 GB den größten internen Speicher. Auch das neuere P40 lite kommt nur auf 128 GB, ebenso das P30 lite. Erweitern lassen sich alle Modelle per Speicherkarte, die in einem Hybrid-Slot Platz findet. Das bedeutet auch, dass Dual-SIM grundsätzlich möglich ist.

Allerdings braucht ihr zum Erweitern der Speicherkapazität beim P40 lite eine NM Card von Huawei. Bei den lite-Modellen des P30 könnt ihr auch microSD-Karten benutzen.

Details bei der Ausstattung

Auffällig ist der wesentlich größere Akku im P40 lite, der mit 4.200 Milliamperestunden (mAh) aufwartet. Demgegenüber sehen die 3.340 mAh im P30 lite und P30 lite New Edition ziemlich mager aus. Passend dazu gibt es ein 40 Watt Schnellladegerät beim P40 lite dazu.

Induktiv laden die Mittelklasse-Handys alle nicht. Auch eine 5G-Option gibt es nicht, dafür aber natürlich LTE-Unterstützung. Wi-Fi 5 (802.11ac) ist an Bord, dazu Bluetooth in verschiedenen Standards. Im P40 lite ist es Bluetooth 5.0, im P30 lite noch die Version 4.2. Ein USB Type-C-Anschluss ist verbaut, ebenso ein 3,5mm-Klinkenanschluss für Kopfhörer.

Vorteile beim P40 lite und nur wenig Aufpreis – Google-Dienste entscheidend

Eindeutig geht das Duell nicht aus: Wer ein kompaktes und günstiges Handy sucht, sollte zum P30 lite New Edtion greifen. Es bietet auch mehr Speicher als das P30 Lite und eine bessere Kamera.

Das P40 lite ist insgesamt der bessere Griff, weil es einen schnelleren SoC hat, einen größeren Akku und auch eine verbesserte Quad-Kamera mitbringt. Das Display ist größer und die Frontkamera verbirgt sich im Punch-Hole. Dabei ist es nicht wesentlich teurer.

Allerdings: Die Google-Dienste fehlen dem P40 lite, sodass ihr nicht alle Apps wie gewohnt auf dem Smartphone habt und die alten Bekannten länger suchen müsst. Wer das nicht möchte, fährt mit dem P30 lite New Edition besser.

Die drei besten Smartphones bis 350 Euro

Wer zu Weihnachten ein gutes Smartphone verschenken möchte, muss keine 800 Euro oder mehr ausgeben. Schon für 300 Euro und weniger gibt es Geräte, mit denen man große Freude bereiten kann, für ein bisschen mehr bekommt man sogar einen bildstarken Google-Puristen.

Unterm Jahr ist ja das Interesse für günstige Smartphones mit tollem Preis-Leistungs-Verhältnis schon groß. Kurz vor Weihnachten wächst es aber nochmal deutlich, weil solche Geräte offenbar auch sehr beliebte Geschenke sind. Besonders die 300-Euro-Klasse liegt zum Fest hoch im Kurs, n-tv.de stellt seine drei Favoriten in diesem Preis-Bereich vor, sogar noch günstiger sind.

Xiaomi Redmi Note 8 Pro

Das Xiaomi Redmi Note 8 Pro ist erst im Oktober für schlappe 250 Euro auf den Markt gekommen, aktuell kostet es rund 240 Euro. Weil es so neu ist, sollte es noch zwei Upgrades des Betriebssystems bekommen, was man sonst zu diesem Preis kaum erwarten darf. Android 10 ist laut Xiaomi schon in Vorbereitung.

Das LCD des Redmi Note 8 Pro ist rund 6,5 Zoll groß und mit 395 ppi, hoher Leuchtkraft sowie schönen Farben und Kontrasten etwa so gut wie die Displays der beiden oben genannten Geräte. HDR-fähig ist der Bildschirm allerdings nicht.

Angetrieben wird das Xiaomi-Smartphone von einem Mediatek-Chip, der sogar für anspruchsvollere Spiele stark genug sein soll. Tatsächlich schlägt er sich im Antutu-Benchmark ziemlich gut, erreicht mit rund 227.500 Punkten ein besseres Ergebnis als das Google Pixel 2 XL und landet nur knapp hinter dem Samsung Galaxy S9. Passend dazu stecken im Redmi Note 8 Pro 6 GB Arbeitsspeicher und ein Akku, der 4500 mAh fasst. Der erweiterbare Flash-Speicher ist 64 GB groß.

Auf der Rückseite hat das Gerät eine Quad-Kamera, bei der vor allem die Haupt-Knipse mit einer maximalen Auflösung von 64 Megapixeln und einem guten Nachtmodus überzeugt. Auch bei ihren Fotos werden im Normalfall vier Pixel zusammengefasst. Dazu kommen noch eine akzeptable Ultraweitwinkel-Kamera, eine Makro-Kamera und ein Tiefen-Sensor für künstliches Bokeh.

Huawei P30 Lite

Wie man bei Xiaomi Redmi Note 8 Pro sieht, lohnt es sich, bei Android-Schnäppchen darauf zu achten, dass sie noch möglichst jung sind. Ältere Technik kann zwar auch nach drei Jahren noch gut sein, die Software ist da aber meistens schon veraltet oder es gibt spätestens dann keine Updates mehr. Das trifft nicht auf das Huawei P30 Lite zu, das gerade mal sieben Monate alt ist. Im Mai musste man dafür noch 370 Euro hinblättern, jetzt bekommt man es schon für knapp 260 Euro.

Sorgen wegen des Huawei-Boykotts durch die USA muss man sich nicht machen, die Google-Lizenz war schon vorher erteilt und daran ändert sich auch nichts. Huawei hat Android 10 für das P30 Lite schon angekündigt.

Im Test hat das Gerät einen guten Eindruck hinterlassen. Unter anderem bekommt man für sein Geld ein scharfes 6,1-Zoll-LCD mit kleiner Tropfen-Notch, einen guten Mittelklasse-Chip und ausreichend Arbeitsspeicher. Der Flash-Speicher ist mit 128 Gigabyte (GB) für die Preisklasse schon ziemlich groß, aber man kann zusätzlich eine microSD-Karte einstecken, wenn man keine zweite Sim-Karte benötigt. Außerdem ist das Gerät recht ausdauernd.

Die Hauptkamera macht mit 48 Megapixeln sehr ansehnliche Fotos und kommt auch noch mit schwächeren Lichtverhältnissen ganz gut klar. Die Fotos der 8-Megapixel-Superweitwinkel-Kamera sehen fast so gut wie beim P30 Pro aus und das künstliche Bokeh bei Porträts gelingt dem P30 Lite mit der 2-Megapixel-Kamera zur Tiefenbestimmung sehr ordentlich.

Google Pixel 3a

Ein nur wenige Monate altes Google-Smartphone für weniger als 350 Euro? Das gibt’s tatsächlich! Saturn und einige andere Händler verkaufen das Pixel 3a derzeit für knapp 340 Euro. Schon im Mai bot das Gerät mit rund 400 Euro ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, jetzt ist es ein echt heißes Schnäppchen.

Der größte Vorteil ist, dass es von Google stammt und mit dessen unverfälschtem Android ausgestattet ist. Drei Jahre Updates sind garantiert und sie kommen gewöhnlich so schnell, wie man das sonst nur bei iPhones kennt. Aktuell ist natürlich Android 10 installiert und Google hat dem 3a auch schon einige Funktionen aufgespielt, die mit dem Pixel-4-Duo eingeführt wurden. Wenn die deutsche Sprache-zu-Text-Umwandlung in Echtzeit zur Verfügung steht, bekommt sie auch das 3a. Und wer Google Stadia zocken möchte, kann dies ebenfalls mit dem Gerät tun – n-tv.de hat’s ausprobiert.

Außerdem hat das Pixel 3a eine ausgezeichnete Hauptkamera, die es 1:1 vom Pixel 3 übernommen hat. Mit großen Sensor-Pixeln, Blende f/1.8 und optischem Bildstabilisator macht sie unter anderem auch nachts noch tolle Aufnahmen. Das Innenleben ist dagegen wirklich nur Mittelklasse, aber irgendwo muss in der Preisklasse eben gespart werden.