{"id":2571,"date":"2023-01-16T03:44:46","date_gmt":"2023-01-16T02:44:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.batteriewelt.com\/akkublog\/?p=2571"},"modified":"2023-01-16T03:44:46","modified_gmt":"2023-01-16T02:44:46","slug":"schreibende-ki-sorgt-fur-hype-und-warnungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.batteriewelt.com\/akkublog\/?p=2571","title":{"rendered":"Schreibende KI sorgt f\u00fcr Hype und Warnungen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Programm sorgt daf\u00fcr, dass Texte fehlerfrei formulieren kann, f\u00fcr Furore. Werden wir jetzt mit mittelm\u00e4\u00dfigen oder falschen Inhalten \u00fcberflutet?<br>\nNeue Software kann sekundenschnell Texte schreiben, die kaum von denen eines Menschen zu unterscheiden sind &#8211; das k\u00f6nnte die Welt ver\u00e4ndern, mit gravierenden Folgen f\u00fcr Millionen. &#8220;Wenn Sie in Ihrem Job E-Mails schreiben, Dokumente erstellen, Artikel oder Werbetexte verfassen, juristische Papiere austauschen: Sie m\u00fcssen davon ausgehen, dass dies einen tiefgreifenden Einfluss haben wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und nicht unbedingt einen guten&#8221;, warnte der Informatiker Sridhar Ramaswamy auf der Innovationskonferenz DLD in M\u00fcnchen. Und Abba-Musiker Bj\u00f6rn Ulvaeus sagte voraus, dass Software bessere Musik als viele heutige Songs schreiben werde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Prognosen, dass Software mit k\u00fcnstlicher Intelligenz B\u00fcroarbeiter ersetzen werde, so wie einst die Automatisierung viele Fabrikjobs wegfallen lie\u00df, gibt es schon lange. Bisher wurde maschinelles Lernen f\u00fcr Hilfsanwendungen eingesetzt und schien noch lange nicht soweit. Dann kam im November die Software ChatGPT heraus und l\u00f6ste einen Hype aus. ChatGPT kann auf Kommando beliebige Texte wie Aufs\u00e4tze, Gesch\u00e4ftsbriefe, Gedichte, Nachrichtenartikel schreiben &#8211; und dabei auf Wunsch auch den Stil bestimmter Autoren imitieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir geht das?<br>\nDie Software ist trainiert mit gigantischen Mengen Text und imitiert das ihr Bekannte, indem sie die plausiblen n\u00e4chsten Worte vorhersagt. Das Ergebnis ist stets grammatikalisch korrekt, solide &#8211; und etwas uninspiriert. Aber f\u00fcr Alltagsszenarien wie einen K\u00fcndigungsbrief oder eine E-Mail reicht das allemal.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch Wissensfragen werden auf Basis der erfassten Informationen in ganzen S\u00e4tzen beantwortet. Fragt man ChatGPT etwa, wie alt der Pr\u00e4sident von Australien ist, entgegnet die Software: &#8220;Australien hat keinen Pr\u00e4sidenten&#8221;. Dann l\u00e4sst ChatGPT aber auch gleich wissen, dass Premierminister Scott Morrison 54 sei. Nur: Australischer Premier ist seit Mai vergangenen Jahres Anthony Albanese. Die Wissensbasis von ChatGPT wurde aber 2021 erstellt. Mal verweist die Software darauf, mal nicht. Schlimmer noch: Bei einem weiteren Versuch macht ChatGPT Morrison zum Pr\u00e4sidenten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Antwort sieht \u00fcberzeugend aus, ist aber falsch<br>\nNun ist ChatGPT noch ein Versuchsprojekt, das dazulernen kann und wird. Der Fehler zeigt jedoch ein grundlegendes Problem auf: Die Antwort sieht \u00fcberzeugend aus, ist aber falsch &#8211; und der Nutzer hat keinen Anhaltspunkt, um das einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zugleich bekommen auch Verfasser gezielter Falschinformationen ein m\u00e4chtiges Werkzeug. Die Technologie schaffe &#8220;endlose M\u00f6glichkeiten, sehr schnell relativ plausible L\u00fcgen zu formulieren&#8221;, warnte Silicon-Valley-Veteran Phil Libin in M\u00fcnchen. In diesem Jahr rolle auf uns dadurch &#8220;eine Welle von Unsinn zu&#8221;. Mit der Zeit werde die k\u00fcnstliche Intelligenz besser in der Realit\u00e4t verankert und werde dann von ihren F\u00e4higkeiten profitieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis dahin aber m\u00fcsse man der Versuchung widerstehen, sich die Arbeit mit Programmen wie ChatGPT zu erleichtern und automatisiert Inhalte von schlechter Qualit\u00e4t zu produzieren, betonte Libin. Das werde nur &#8220;Mittelm\u00e4\u00dfigkeit vermehren&#8221;, warnte er. Wenn etwas von einer KI geschrieben werden k\u00f6nnte, sollte man es als Mensch so nicht schreiben. &#8220;Wir m\u00fcssen die Messlatte daf\u00fcr h\u00f6her setzen, was es hei\u00dft, dass etwas von einem Menschen erschaffen wurde &#8211; mit einem Niveau von Qualit\u00e4t und Originalit\u00e4t.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Microsoft investiert eine Milliarde Dollar in OpenAI<br>\nAuch anderswo in der Tech-Branche wird vielerorts an sprachgewandter Software mit k\u00fcnstlicher Intelligenz gearbeitet. W\u00e4hrend der ChatGPT-Entwickler OpenAI sein Programm \u00f6ffentlich verf\u00fcgbar machte, h\u00e4lt etwa Google sein Sprachprogramm bisher unter Verschluss und nutzt es nur intern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Profitieren von ChatGPT k\u00f6nnte Microsoft. Der Software-Riese investierte 2019 eine Milliarde Dollar in OpenAI. Danach folgten weitere zwei Milliarden, wie unter anderem die &#8220;New York Times&#8221; und die Website &#8220;The Information&#8221; berichteten. Mit dem Geld habe OpenAI die ben\u00f6tigte Rechenleistung bezahlt. Und jetzt sei eine weitere Investition von zehn Milliarden Dollar im Gespr\u00e4ch. Microsoft k\u00f6nne sich damit ein Drittel von OpenAI sichern &#8211; und plane auch, die KI-Technologie in seiner bisher abgeschlagenen Suchmaschine Bing einzusetzen, schrieb &#8220;The Information&#8221;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Programm sorgt daf\u00fcr, dass Texte fehlerfrei formulieren kann, f\u00fcr Furore. 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