{"id":2344,"date":"2022-08-09T10:03:20","date_gmt":"2022-08-09T09:03:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.batteriewelt.com\/akkublog\/?p=2344"},"modified":"2022-08-09T10:03:20","modified_gmt":"2022-08-09T09:03:20","slug":"netzwerk-firmen-leiden-unter-fehlenden-komponenten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.batteriewelt.com\/akkublog\/?p=2344","title":{"rendered":"Netzwerk-Firmen leiden unter fehlenden Komponenten"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl die meisten Netzwerkunternehmen schwer unter den St\u00f6rungen in den weltweiten Lieferketten leiden, k\u00f6nnen sich die Zahlen von Arista, Juniper, Extreme und F5 sehen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Rising Star im Markt f\u00fcr Netzwerkequipment ist derzeit zweifellos Arista Networks. Das 2004 von Andreas von Bechtolsheim und David Cheriton gegr\u00fcndete Unternehmen stellt Layer-3-Switches her und ist im Markt f\u00fcr Software-defined Networking ein wichtiger Player. Das Unternehmen konnte trotz der, wie es hie\u00df, &#8220;andauernden Herausforderungen in einem unsicheren Lieferkettenumfeld&#8221; erstmals ein Quartal mit einem Umsatz von \u00fcber einer Milliarde Dollar abschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erl\u00f6se lagen mit 1,05 Milliarden Dollar um knapp 49 Prozent \u00fcber denen des Vorjahres. Auch der Nettoertrag (nach GAAP) \u00fcbertraf mit 299 Millionen Dollar (Vorjahr: 197 Millionen) alle Erwartungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Arista freut sich \u00fcber Hyperscaler als zahlungskr\u00e4ftige Kunden<br>\nEin Grund f\u00fcr die guten Zahlen ist, dass Arista die Cloud-Hyperscaler zu seinen gr\u00f6\u00dften Kunden z\u00e4hlt. Die investieren auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, zumal die Nachfrage nach Public-Cloud-Diensten ungebrochen stark ist. Jayshree Ullal, CEO von Arista, wies in der Analystenkonferenz zu den k\u00fcrzlich vorgestellten Gesch\u00e4ftszahlen daraufhin, dass Arista darunter gelitten habe, bestellte und zugesicherte Komponenten in letzter Minute doch nicht zu bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8220;Im ersten Quartal war das Problem mit den Komponenten schon gro\u00df, im zweiten wurde es nicht besser und auch im dritten Quartal erwarten wir keine gro\u00dfen Fortschritte.&#8221; Vielleicht werde sich die Lage dann im n\u00e4chsten Jahr entspannen. Das Problem sei keineswegs trivial: &#8220;Wenn uns eine bestimmte Komponente fehlt, k\u00f6nnen wir kein System bauen&#8221;, warnte Ullal. Viele Teile h\u00e4tten eine Vorlaufzeit von 70 Wochen, was bedeute, dass Arista mehrere Quartale, zum Teil sogar Jahre im Voraus planen m\u00fcsse. Hierin bestehe gegenw\u00e4rtig die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung f\u00fcr das Unternehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Juniper Networks will resilienter werden<br>\nAndere Netzwerkanbieter, darunter Juniper Networks und Extreme Networks, berichten \u00e4hnlich verzweifelt \u00fcber den Zustand ihrer Zulieferketten. Immerhin \u00fcbertraf auch Juniper im zweiten Quartal mit einem Umsatz von 1,27 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1,17 Milliarden) seine Umsatzprognose und lag mit einem Nettoertrag von 113,4 Millionen Dollar weit \u00fcber dem Ergebnis des Vergleichsquartals 2021 (62 Millionen Dollar).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">CEO Rami Rahim beklagt ebenso wie der Arista-CEO den weltweiten Mangel an Halbleitern und Komponenten. Herausforderungen in der Lieferkette f\u00fchrten zu verl\u00e4ngerten Vorlaufzeiten und h\u00f6heren Kosten f\u00fcr Produkte und Logistik. Juniper setze auf Bevorratung knapper G\u00fcter, indem die Lagerbest\u00e4nde st\u00e4rker aufgef\u00fcllt w\u00fcrden als \u00fcblich und den Lieferanten mehr Zugest\u00e4ndnisse gemacht w\u00fcrden. Man bem\u00fche sich nach Kr\u00e4ften darum, resilienter zu werden und die negativen Auswirkungen durch St\u00f6rungen, die letztendlich nicht kontrollierbar seien, abzumildern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Auftragsbestand habe sich auf etwa zwei Milliarden Dollar erh\u00f6ht, freute sich Junipers Finanzchef Ken Miller. &#8220;Wir gehen davon aus, dass er bis zum Ende des Jahres auf einem hohen Niveau bleibt.&#8221; Rahim erg\u00e4nzte anl\u00e4sslich der Bekanntgabe der Gesch\u00e4ftszahlen im Gespr\u00e4ch mit den Finanzanalysten: &#8220;Jedes Quartal scheint andere Herausforderungen bereitzuhalten. Aber wir scheinen ganz gut darin zu sein, diese Aufgaben zu meistern.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Extreme Networks kann Auftr\u00e4ge kaum abarbeiten<br>\nEtwas kleiner als Arista und Juniper ist Extreme Networks, ein US-Lieferant von Netzwerk-Equipment und Software rund um Netzwerk-Management, Sicherheit und Zugangskontrolle. In seinem vierten Gesch\u00e4ftsquartal lag der Anbieter mit Einnahmen von 278,2 Millionen Dollar auf Vorjahresniveau, f\u00fcr das gesamte Gesch\u00e4ftsjahr stiegen die Erl\u00f6se um zehn Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar. Der Nettoertrag (nach GAAP) schrumpfte im vierten Quartal gegen\u00fcber der Vorjahresperiode um knapp die H\u00e4lfte auf 5,4 Millionen Dollar zusammen, erreichte im Gesamtjahr aber 44,3 Millionen, ein Vielfaches der im Jahr davor erwirtschafteten 1,9 Millionen Dollar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Extreme-CEO Ed Meyercord freut sich \u00fcber den starken Zuwachs bei Umsatz und Bestellungen: &#8220;W\u00e4hrend die Auftragseing\u00e4nge um 24 Prozent stiegen und der Umsatz zum ersten Mal 1,1 Milliarden Dollar \u00fcbertraf, beenden wir das Fiskaljahr mit einem Rekord-Lieferr\u00fcckstand von 513 Millionen Dollar.&#8221; Der Auftragsbestand werde weiter anwachsen, angesichts der langen Vorlaufzeiten und ausstehenden Lieferverpflichtungen werde sich die Lage wohl erst im vierten Quartal des laufenden Gesch\u00e4ftsjahres, also in den Monaten April bis Juni 2023, entspannen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gartner warnt vor langen Lieferzeiten<br>\nWas der Extreme-Chef berichtet, passt zu den Vorhersagen der Analysten von Gartner. Vor der Corona-Pandemie seien Produktvorlaufzeiten von vier bis sechs Wochen \u00fcblich gewesen, jetzt l\u00e4gen sie bei 200 bis 300 Tagen. &#8220;Wir haben F\u00e4lle gesehen, in denen Kunden schriftlich 430 und mehr Tage genannt wurden. Wir erwarten, dass die Lieferbedingungen bis Anfang 2023 angespannt bleiben, im laufe der folgenden Monaten wird dann eine langsame, schrittweise Verbesserung eintreten&#8221;, schrieb Gartner-Analyst Andrew Lerner bereits im Februar 2022 in einem Blog-Posting.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lerner betont, dass von den Lieferengp\u00e4ssen nicht alle Netzwerkunternehmen gleicherma\u00dfen betroffen seien. Je nach Angebotsportfoilio, Strategien und den jeweiligen Supply Chains unterschieden sich die Umst\u00e4nde erheblich. Auch h\u00e4tten Anbieter wie Cisco und HPE\/Aruba insofern Auswege aus der Krise gefunden, als sie erfolgreich mit wiederaufbereiteter, zertifizierter und mit Support unterst\u00fctzter Refurbished Hardware handelten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F5: Software hui, Hardware pfui<br>\nTrotz der andauernden Lieferketten-Probleme ist bei der F5 Inc. die Stimmung eher gelassen. Das Unternehmen, das seine Gesch\u00e4ftsschwerpunkte auf so verschiedenen Feldern wie Anwendungsverf\u00fcgbarkeit, -sicherheit und -Performance, Application Delivery Networking (ADN), Netzwerksicherheit und Multi-Cloud-Management setzt, konnte sein drittes Quartal mit um vier Prozent gewachsenen Einnahmen von 674 Millionen Dollar abschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend die Softwareerl\u00f6se um 38 Prozent zulegten, musste F5 aufgrund fehlender Halbleiter und Komponenten bei seinen Systemums\u00e4tzen Abstriche machen: Sie brachen um 18 Prozent ein. Dennoch fiel der Quartalsertrag positiv aus: F5 erwirtschaftete 83 Millionen Dollar, nur sieben Millionen weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. &#8220;Die Herausforderungen in der Lieferkette schr\u00e4nken unsere F\u00e4higkeit, Systeme auszuliefern, weiterhin stark ein&#8221;, sagte Francois Locoh-Donou, Pr\u00e4sident und CEO von F5. Dennoch seien die &#8220;Nachfragesignale&#8221; weiter stark, man liege \u00fcber den urspr\u00fcnglichen Pl\u00e4nen f\u00fcr das Gesch\u00e4ftsjahr 2022&#8243;, so der CEO im Analystengespr\u00e4ch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Cisco hat Gesch\u00e4ftserwartungen gesenkt<br>\nMarktf\u00fchrer Cisco wird seine Ergebnisse erst sp\u00e4ter in diesem Monat vorlegen, hatte aber seine Prognose f\u00fcr das am 31. Juli beendete Fiskaljahr 2022 schon im Mai reduziert. Der Umsatz werde im abschlie\u00dfenden vierten Quartal um ein bis f\u00fcnf Prozent sinken und im gesamten Jahr nur noch um zwei bis drei Prozent wachsen. Zuvor hatte CEO Chuck Robbins ein Jahresplus von 5,5 bis 6,5 Prozent in Aussicht gestellt. Der Erfolg h\u00e4nge eher von der Verf\u00fcgbarkeit von Computerchips und Komponenten ab als von der Kundennachfrage, die weiter intakt sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Cisco erkl\u00e4rte, dass es bis zum Jahresende Engp\u00e4sse bei etwa 250 kritischen Komponenten geben werde, die aus insgesamt 41.000 Einzelteilen best\u00fcnden. &#8220;Wir arbeiten jeden Tag an diesen Engp\u00e4ssen. Jeden Tag werden einige davon behoben und jeden Tag kommen ein paar andere auf die Liste&#8221;, hatte Cisco erkl\u00e4rt. F\u00fcr sein drittes Quartal (Ende: 30. April 2022) hatte Cisco einen stagnierenden Umsatz von 12,8 Milliarden Dollar und einen &#8211; dank reduzierter Betriebskosten um sechs Prozent gestiegenen &#8211; Ertrag von drei Milliarden Dollar ausgewiesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Obwohl die meisten Netzwerkunternehmen schwer unter den St\u00f6rungen in den weltweiten Lieferketten leiden, k\u00f6nnen sich die Zahlen von Arista, Juniper, Extreme und F5 sehen lassen. Der Rising Star im Markt f\u00fcr Netzwerkequipment ist derzeit zweifellos Arista Networks. 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