{"id":1923,"date":"2022-01-11T04:40:22","date_gmt":"2022-01-11T03:40:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.batteriewelt.com\/akkublog\/?p=1923"},"modified":"2022-01-11T04:40:22","modified_gmt":"2022-01-11T03:40:22","slug":"beginnt-bald-die-roboterauto-revolution","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.batteriewelt.com\/akkublog\/?p=1923","title":{"rendered":"Beginnt bald die Roboterauto-Revolution?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach vielen vollmundigen Versprechen schl\u00e4gt selbstfahrenden Autos bisher viel Skepsis entgegen. Doch ihre Entwickler sehen sich vor dem Sprung in den Stra\u00dfenverkehr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Las Vegas (dpa) &#8211; &#8220;Von selbstfahrenden Autos sind wir immer f\u00fcnf Jahre entfernt&#8221;, lautet ein bissiger Spruch, der in der Branche die Runde macht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Grund: F\u00fcnf Jahre sind der Zeitraum, der gern als Antwort auf die Frage genannt wurde, wann denn nun Roboterwagen im allt\u00e4glichen Stra\u00dfenverkehr auftauchen werden. Eine F\u00fcnfjahres-Frist nach der anderen verstrich &#8211; und doch sind Robotaxis heute trotz aller Tech-Demonstrationen auf wenige Testprojekte beschr\u00e4nkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das werde sich aber \u00e4ndern, versprachen gleich mehrere Unternehmen auf der Technik-Messe CES in Las Vegas &#8211; und ja, auch wieder in einigen Jahren. Doch diesmal k\u00f6nnte es tats\u00e4chlich soweit sein. Denn die Technik, die autonomes Fahren m\u00f6glich machen k\u00f6nnte, steht vor dem Einzug in Wagen verschiedener Hersteller.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So zeigten auf der CES die zu Intel geh\u00f6rende Firma Mobileye und der Chip-Spezialist Nvidia ihre neuen Computersysteme, die Daten von Kameras und anderen Sensoren verarbeiten und die Fahrzeuge steuern sollen. Nvidia Drive Hyperion und Mobileyes EyeQ sollen Mitte des Jahreszehnts in ersten Serienfahrzeugen verf\u00fcgbar sein. &#8220;Ich sehe nichts, was uns aufhalten kann, weder regulatorisch, noch technisch, noch was die Kundenakzeptanz angeht&#8221;, sagte Mobileye-Manager Johann Jungwirth. Die Zeit selbstfahrender Autos breche nun tats\u00e4chlich an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nvidias Autochef Danny Shapiro sieht auch einen Trend, dank dem die autonomen Funktionen schneller nicht nur in teuren Wagen verf\u00fcgbar sein k\u00f6nnten. Erste Autohersteller gingen dazu \u00fcber, die Fahrcomputer in ihre komplette Modellpalette zu verbauen. Mit dem Zugang dazu k\u00f6nnen sie zus\u00e4tzlich Geld verdienen: &#8220;Auch bei einem Einstiegsmodell kann der Besitzer mit der Zeit neue Funktionen aktivieren, und das ver\u00e4ndert das Gesch\u00e4ft des Herstellers.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die f\u00fcr autonomes Fahren notwendige Hardware wird auch stetig g\u00fcnstiger. Das gilt insbesondere f\u00fcr Laser-Radare (Lidar), die die Umgebung der Fahrzeuge abtasten. Bis auf Tesla-Chef Elon Musk, der allein mit Kameras und k\u00fcnstlicher Intelligenz auskommen will, halten fast alle anderen Branchenplayer sie zumindest heute noch f\u00fcr unverzichtbar. Einst konnten Lidar-Systeme 70 000 Dollar und mehr kosten, jetzt senkten einige Anbieter den Preis auf wenige tausend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch wenn die Technik zum autonomen Fahren zumindest in einigen Situation in den Startl\u00f6chern steht, bleiben viele Fragen offen. Werden wir sie zuerst in Robotaxis, privaten Fahrzeugen oder Lastwagen erleben? Wie schnell und auf welchen Stra\u00dfen wird sie sich im Alltag ausbreiten?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8220;Ich glaube schon, dass es einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren erfordert, bis wir einen signifikanten Anteil &#8211; etwa f\u00fcnf Prozent &#8211; von wirklich hochautomatisierten oder autonomen Fahrzeugen sehen werden&#8221;, sagte Mobilit\u00e4tsexperte J\u00fcrgen Reers von der Beratungsfirma Accenture. &#8220;Es gibt eine gro\u00dfe Diskrepanz zwischen dem, was technisch m\u00f6glich ist &#8211; und was in der Realit\u00e4t der St\u00e4dte, wie wir sie heute vorfinden, umsetzbar ist.&#8221; K\u00fcnstliche Intelligenz sto\u00dfe da an ihre Grenzen. Man m\u00fcsse nicht nur Fahrzeuge, sondern auch die Infrastruktur aufr\u00fcsten &#8211; und auch eigene Fahrspuren f\u00fcr unterschiedliche Mobilit\u00e4tsangebote schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den vergangenen Jahren wurde oft vorhergesagt, dass das autonome Fahrzeug der Zukunft h\u00f6chstwahrscheinlich ein Robotaxi sein werde, das man nicht besitzt, sondern nur bei Bedarf nutzt. Solche Dienste versuchen bereits unter anderem die Google-Schwesterfirma Waymo und die General-Motors-Tochter Cruise aufzubauen. GM-Chefin Marry Barra k\u00fcndigte bei ihrem Online-Auftritt auf der CES nun aber an, dass der US-Konzern zur Mitte des Jahrzehnts auch ein selbstfahrendes Auto f\u00fcr Verbraucher auf den Markt bringen wolle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Branche gelten vor allem die Kosten daf\u00fcr als Herausforderung. Mobileye-Chef Amnon Shashua sieht die kritische Marke, auf die der Preis von Technik zum autonomen Fahren pro Fahrzeug f\u00fcr den Verbrauchermarkt gedr\u00fcckt werden muss, bei unter 5000 Dollar. Man arbeite daran, sagte Shashua knapp bei einem CES-Onlineauftritt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber Robotaxis und selbstfahrende Shuttles f\u00fcr bis zu 20 Passagiere gelten nach wie vor als effizientester Weg, die Technik einzusetzen. Denn sie fahren viel, um die hohen Hardware-Kosten einzuspielen. Die Beratungsfirma McKinsey geht davon aus, dass im kommenden Jahrzehnt die Fahrt mit einem Roboshuttle pro Kilometer bis zu 40 Prozent g\u00fcnstiger sein werde als mit einem Privatauto. Robotaxis w\u00fcrden dann 20 Prozent teurer sein als ein Privatwagen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8220;Es ist ab Mitte der 2030er davon auszugehen, dass es zumindest in St\u00e4dten ab 300 000 Einwohnern eigentlich keinen Grund mehr gibt, mit dem Privat-Pkw in die Stadt zu fahren&#8221;, sagte McKinsey-Experte Kersten Heineke. Die Entwicklung k\u00f6nne auch schneller gehen &#8211; wenn die St\u00e4dte etwa mit h\u00f6heren Parkkosten oder einer City-Maut eingreifen sollten, um private Fahrzeuge aus St\u00e4dten herauszudr\u00e4ngen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nvidia-Manager Shapiro sieht &#8211; auch als eine Folge des Booms im Online-Handel durch die Corona-Pandemie &#8211; ein wachsendes Interesse am autonomen G\u00fcterverkehr. &#8220;W\u00e4hrend es bei Robotaxis weiterhin Fortschritte gibt, denke ich, dass unter den ersten autonomen Angeboten viele Nutzfahrzeuge und Lastwagen sein werden.&#8221; Bei selbstfahrenden Sattelschleppern wetteifern aktuell Firmen wie Waymo, Aurora, TuSimple und Embark um den Platz auf der Stra\u00dfe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach vielen vollmundigen Versprechen schl\u00e4gt selbstfahrenden Autos bisher viel Skepsis entgegen. Doch ihre Entwickler sehen sich vor dem Sprung in den Stra\u00dfenverkehr. 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