{"id":2879,"date":"2023-08-17T04:33:05","date_gmt":"2023-08-17T03:33:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.batteriewelt.com\/akkublog\/?p=2879"},"modified":"2023-08-17T04:33:05","modified_gmt":"2023-08-17T03:33:05","slug":"wenn-smartphones-ein-zweites-leben-erhalten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.batteriewelt.com\/akkublog\/?p=2879","title":{"rendered":"Wenn Smartphones ein zweites Leben erhalten"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Smartphones und Laptops sind f\u00fcr viele Menschen st\u00e4ndige Begleiter geworden. Oft soll es das neueste Modell sein. Doch das schadet der Umwelt und dem Geldbeutel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es wird geputzt, gel\u00f6scht und geschraubt &#8211; schlie\u00dflich soll das einst gebrauchte Smartphone top aussehen, wenn es beim neuen Besitzer ankommt. Immer mehr Anbieter haben sich auf Refurbishment spezialisiert, sie kaufen also gebrauchte Ger\u00e4te, \u00fcberholen sie und verkaufen sie weiter. Ein Trend, der bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern oft noch auf Skepsis st\u00f6\u00dft. Das Label gebraucht hat oft einen unangenehmen Beigeschmack: Was kann alte Technik noch leisten und kann die Qualit\u00e4t mithalten?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Firma Interzero aus Berlin und K\u00f6ln will gebrauchte Ger\u00e4te genau aus dieser &#8220;Schmuddelecke&#8221; holen. &#8220;Gebrauchte Technik zu kaufen, soll ein Erlebnis wie neu sein&#8221;, sagt Dirk Krolikowski, Leiter Betrieb, Technik und Prozesse. &#8220;Nur dann entsteht der Effekt des Weitererz\u00e4hlens.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Refurbished statt neu kaufen<br>\nPortale, auf denen gebrauchte Technik angeboten wird, gibt es inzwischen viele. Sie werben mit Slogans wie &#8220;Gut f\u00fcr dein Karma, gut f\u00fcr den Geldbeutel &#8211; refurbished statt neu kaufen&#8221;. Der Preis spielt dabei eine entscheidende Rolle, berichtet die Verbraucherschutzzentrale. Aus Umfragen wisse man, dass die Mehrheit gar nicht auf die neusten Innovationen schaue. &#8220;Stattdessen ist oft der Preis wichtiger. Wer gebraucht kauft, spart Geld und Ressourcen.&#8221; Bis zu 50 Prozent Ersparnis gegen\u00fcber einem Neukauf seien m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus Sicht der Verbraucherschutzzentrale muss jedoch genau hingeschaut werden. So sollen Verbraucherinnen und Verbraucher checken, ob es Qualit\u00e4tsprozesse gibt, die ein Smartphone oder Laptop beim Anbieter f\u00fcr Refurbishment durchlaufen muss. Auch die Bebilderung k\u00f6nne ein Hinweis sein. &#8220;Ist sie vom angebotenen Produkt im aktuellen Zustand oder ein Katalogfoto?&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gut erhaltene Firmenger\u00e4te<br>\nBei Interzero ist es ein aufwendiger Weg vom abgegebenen Laptop oder Tablet zum general\u00fcberholten Ger\u00e4t. &#8220;Zun\u00e4chst werden die Ger\u00e4te ausgepackt und identifiziert und inventarisiert&#8221;, sagt Krolikowski. &#8220;Firmen behandeln ihre Technik weniger schrebblig als die Leute zu Hause&#8221;, berichtet er. Die meisten Ger\u00e4te kommen hier aus Unternehmen an und nur manche aus Privatgebrauch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zuhause landet das alte Smartphone doch oft nur in der Schublade. Nach Angaben des Digitalverbandes Bitkom lagerten im vergangenen Jahr rund 210 Millionen Alt-Handys in Haushalten in Deutschland. Insgesamt 87 Prozent der B\u00fcrger hatten demnach mindestens ein ausrangiertes Handy. Seit 2015 habe sich diese Zahl mehr als verdoppelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gr\u00fcnde daf\u00fcr gibt es viele. Verbraucherinnen und Verbraucher haben etwa Angst um ihre gespeicherten Daten auf den alten Ger\u00e4ten. Datensicherheit spielt daher eine gro\u00dfe Rolle beim Refurbishment.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daten l\u00f6schen<br>\n&#8220;Die Daten werden sicher gel\u00f6scht&#8221;, berichtet Krolikowski in Berlin. &#8220;Es gibt Ger\u00e4te, die stehen 18 bis 20 Stunden und die Festplatte wird immer wieder neu \u00fcberschrieben&#8221;. Auf Kundenwusch k\u00f6nnen Datentr\u00e4ger auch ausgebaut und geschreddert werden. Diese geschredderten Teile werden dann geschmolzen und k\u00f6nnen weiter verwendet werden, beispielsweise als Baumaterial f\u00fcr Gel\u00e4nder.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der L\u00f6schung werde auch geschaut, was das Ger\u00e4t f\u00fcr technische Daten habe und wie der \u00e4u\u00dfere Zustand sei. Also ob beispielsweise das Display kaputt ist oder Sticker entfernt werden m\u00fcssen. Laut Krolikowski sind es etwa 3.800 Smarthphones in der Woche, die in Berlin aufbereitet werden und Interzero geht davon aus, dass es k\u00fcnftig noch mehr werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus \u00f6kologischer Sicht w\u00e4re das gut. Gebrauchte Ger\u00e4te weiter zu benutzen, ist ressourcenschonend und spart Klimagase. Doch nach Ansicht der Deutschen Umwelthilfe reicht das nicht. &#8220;Es braucht eine Pflicht zur Pr\u00fcfung auf Wiederverwendbarkeit bei der Sammlung und Erfassung von Elektro-Altger\u00e4ten&#8221;, sagte Thomas Fischer, DUH-Leiter f\u00fcr Kreislaufwirtschaft. Dabei sieht er die Bundesregierung in der Pflicht. &#8220;Wir haben zur Wiederverwendung von den Ger\u00e4ten keine gesetzlichen Vorgaben und Pflichten. Das hei\u00dft, da wird versagt.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gedanken zum Recht auf Reparatur<br>\nBundesverbraucherschutzministerin Steffi Lemke (Gr\u00fcne) hatte sich Ende Juni zusammen mit ihren Amtskollegen der L\u00e4nder f\u00fcr ein Recht auf Reparatur ausgesprochen. Dazu soll ein Reparaturgesetz erarbeitet werden, mit dem Hersteller dazu verpflichtet werden, Verbrauchern und Verbraucherinnen sowie fachlich kompetenten Reparateuren kostenlos und transparent Reparaturinformationen bereitzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zudem soll noch dieses Jahr das F\u00f6rderprogramm &#8220;Reparieren statt Wegwerfen&#8221; auf den Weg gebracht werden. Es sei in Ressortabstimmung und werde somit weiter innerhalb der Bundesregierung beraten, sagt ein Sprecher des Ministeriums auf Anfrage.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus Sicht der Umwelthilfe w\u00e4ren das zwar richtige Schritte, doch die Pl\u00e4ne seien noch zu unkonkret. &#8220;Es gibt keinen konkreten Zeitplan&#8221;, sagt Fischer. &#8220;Und das, was da angesprochen worden ist, reicht am Ende auch nicht aus.&#8221; Es m\u00fcsse noch st\u00e4rker daran gearbeitet werden, die Reparatur \u00f6konomisch attraktiver zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Umwelthilfe fordert daher, Reparaturen beispielsweise durch einen niedrigeren Mehrwertsteuersatz attraktiver zu machen. &#8220;Das hei\u00dft also, Arbeit und Reparatur muss finanziell grunds\u00e4tzlich besser gestellt werden als der Neukauf von Produkten&#8221;, sagt Fischer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Smartphones und Laptops sind f\u00fcr viele Menschen st\u00e4ndige Begleiter geworden. 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