{"id":2399,"date":"2022-08-29T02:54:39","date_gmt":"2022-08-29T01:54:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.batteriewelt.com\/akkublog\/?p=2399"},"modified":"2022-08-29T02:54:39","modified_gmt":"2022-08-29T01:54:39","slug":"deutsche-wirtschaft-bleibt-stabil","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.batteriewelt.com\/akkublog\/?p=2399","title":{"rendered":"Deutsche Wirtschaft bleibt stabil"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die deutsche Wirtschaft zeigt sich trotz der Folgen des Ukraine-Krieges im Fr\u00fchjahr relativ stabil. Die Kassenlage des Fiskus verbessert sich kr\u00e4ftig. Die Zukunftsaussichten haben sich allerdings deutlich eingetr\u00fcbt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deutschland geht mit etwas R\u00fcckenwind in die drohenden harten Monate. Die Kassenlage des Fiskus verbesserte sich im ersten Halbjahr vor allem dank sprudelnder Steuereinnahmen deutlich. Zugleich wuchs Europas gr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft \u00fcberraschend auch im Fr\u00fchjahr. &#8220;Trotz der schwierigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat sich die deutsche Wirtschaft in den ersten beiden Quartalen 2022 behauptet&#8221;, sagte Georg Thiel, Pr\u00e4sident des Statistischen Bundesamtes, am Donnerstag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den kommenden Quartalen rechnen Volkswirte angesichts der Gaskrise infolge des Ukraine-Krieges, rekordverd\u00e4chtiger Inflationsraten und anhaltender Lieferengp\u00e4sse mit einem R\u00fcckgang der Wirtschaftsleistung. Schrumpft das Bruttoinlandsprodukt zwei Quartale in Folge, sprechen \u00d6konomen von einer so genannten technischen Rezession. Diese ist aber nicht vergleichbar mit einem Konjunktureinbruch im Gesamtjahr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im ersten Halbjahr gab der Fiskus nach vorl\u00e4ufigen Daten der Statistiker 13,0 Milliarden Euro mehr aus als er einnahm. Bezogen auf die gesamte Wirtschaftsleistung lag das Defizit von Bund, L\u00e4ndern, Gemeinden und Sozialversicherung bei nur noch 0,7 Prozent. Im ersten Halbjahr 2021 war ein Minus von 4,3 Prozent verzeichnet worden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Robuster Arbeitsmarkt tr\u00e4gt alles<br>\nSprudelnde Steuereinnahmen, die das Niveau vor der Corona-Krise im ersten Halbjahr 2019 den Angaben zufolge \u00fcberstiegen, und sinkende Ausgaben f\u00fcr Corona-Wirtschaftshilfen sorgten f\u00fcr Entlastung. Auch der robuste Arbeitsmarkt mit weniger Kurzarbeit trug dazu bei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einen gro\u00dfen Anteil an den gestiegenen Steuereinnahmen hatten den Angaben zufolge die Unternehmenssteuern. In der Corona-Krise konnten besonders betroffene Unternehmen und Selbstst\u00e4ndige Steuerzahlungen stunden lassen. Die Zahlungen wurden m\u00f6glicherweise nun nachgeholt. Auch unter dem Einfluss der hohen Inflation seien zudem die Einnahmen des Fiskus aus der Umsatz- und Einfuhrumsatzsteuer (plus 15,5 Prozent) gestiegen, erl\u00e4uterte die Wiesbadener Beh\u00f6rde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Haushalt des Bundes klaffte noch ein Loch von 42,8 Milliarden Euro (1. HJ 2021: 60,7 Mrd Euro). L\u00e4nder, Gemeinden und Sozialversicherung wiesen hingegen \u00dcbersch\u00fcsse aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stabilit\u00e4ts- und Wachstumspakt geift wieder ab 2023<br>\nDer deutsche Fiskus hatte vor allem wegen milliardenschwerer Hilfen f\u00fcr die Wirtschaft in der Corona-Krise im ersten Pandemie-Jahr 2020 erstmals seit 2011 wieder ein Haushaltsdefizit verbucht. Die EU-Staaten setzten in der Krise die Regeln des Stabilit\u00e4ts- und Wachstumspakts aus, wonach das Haushaltsdefizit nicht \u00fcber drei Prozent und die Gesamtverschuldung nicht \u00fcber 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen darf. 2023 soll der Pakt wieder greifen. Die EU-Kommission will im Herbst Reformvorschl\u00e4ge vorlegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im zweiten Quartal gegen\u00fcber dem Vorquartal unter anderem dank der Konsumlust der Verbraucher leicht um 0,1 Prozent. Nach dem Ende der Corona-Beschr\u00e4nkungen gaben die Menschen wieder mehr Geld aus, etwa f\u00fcr Restaurantbesuche und Freizeitaktivit\u00e4ten. In einer ersten Sch\u00e4tzung waren die Statistiker von einer Stagnation der Wirtschaftsleistung im Fr\u00fchjahr ausgegangen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Einsch\u00e4tzung von \u00d6konomen steht Deutschland nun vor harten Monaten. Der Konsum d\u00fcrfte als Konjunkturmotor ausfallen, weil die hohe Inflation die Budgets der Verbraucher belastet. Die bisherigen Entlastungen reichten bei weitem nicht, &#8220;um die Belastungen der kommenden Monate und erst recht nicht die absehbaren Belastungen durch steigende Gas- und Strompreise 2023 auszugleichen&#8221;, sagte Sebastian Dullien vom Institut f\u00fcr Makro\u00f6konomie und Konjunkturforschung der gewerkschaftlichen Hans-B\u00f6ckler-Stiftung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Extrem hohe Energiepreise in Deutschland<br>\nZugleich klagt die Industrie \u00fcber hohe Herstellungskosten aufgrund gestiegener Energiepreise und anhaltender Lieferengp\u00e4sse. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft tr\u00fcbte sich im August den dritten Monat in Folge ein. Das Ifo-Gesch\u00e4ftsklima fiel auf den niedrigsten Stand seit Juni 2020.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8220;Die Wirtschaft wird schrumpfen &#8211; die Frage ist nur noch, wie stark und wie lange&#8221;, sagte J\u00f6rg Zeuner, Chefvolkswirt des Fondsanbieters Union Investment.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Volkswirte der staatlichen F\u00f6rderbank KfW rechnen f\u00fcr dritte Quartal und vor allem f\u00fcr das Winterhalbjahr 2022\/2023 mit einem leichten R\u00fcckgang des Bruttoinlandsproduktes. Im Gesamtjahr 2022 erwartet die KfW aber ein Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent. &#8220;Angesichts der weiter hohen Fachkr\u00e4fteengp\u00e4sse gehen wir auch von relativ stabiler Besch\u00e4ftigung aus, weil Unternehmen trotz angespannter Wirtschaftslage zweimal nachdenken, bevor sie Mitarbeitenden k\u00fcndigen&#8221;, sagte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi K\u00f6hler-Geib.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Deutsche Bundesbank h\u00e4lt eine sinkende Wirtschaftsleistung im Winterhalbjahr inzwischen f\u00fcr &#8220;deutlich wahrscheinlicher&#8221;. &#8220;Die hohe Unsicherheit \u00fcber die Gasversorgung im kommenden Winter und die starken Preissteigerungen d\u00fcrften die privaten Haushalte und Unternehmen deutlich belasten&#8221;, hie\u00df es im j\u00fcngsten Monatsbericht der Notenbank. Sie geht davon aus, dass die Inflationsrate in Deutschland im Herbst &#8220;eine Gr\u00f6\u00dfenordnung von zehn Prozent&#8221; erreichen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bundesregierung versucht die wirtschaftlichen Folgen des Krieges f\u00fcr Verbraucher und Wirtschaft abzumildern. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) k\u00fcndigte unl\u00e4ngst ein drittes Entlastungspaket an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die deutsche Wirtschaft zeigt sich trotz der Folgen des Ukraine-Krieges im Fr\u00fchjahr relativ stabil. Die Kassenlage des Fiskus verbessert sich kr\u00e4ftig. Die Zukunftsaussichten haben sich allerdings deutlich eingetr\u00fcbt. Deutschland geht mit etwas R\u00fcckenwind in die drohenden harten Monate. Die Kassenlage des Fiskus verbesserte sich im ersten Halbjahr vor allem dank sprudelnder Steuereinnahmen deutlich. 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