{"id":2377,"date":"2022-08-22T10:09:52","date_gmt":"2022-08-22T09:09:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.batteriewelt.com\/akkublog\/?p=2377"},"modified":"2022-08-22T10:09:52","modified_gmt":"2022-08-22T09:09:52","slug":"25-jahre-netflix-der-streaming-konig-schwachelt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.batteriewelt.com\/akkublog\/?p=2377","title":{"rendered":"25 Jahre Netflix: Der Streaming-K\u00f6nig schw\u00e4chelt"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor einem Vierteljahrhundert wurde Netflix als DVD-Verleih gegr\u00fcndet &#8211; einer verlegten Videokassette sei Dank. Heute dominiert das Unternehmen den Streaming-Markt, tut sich dabei aber immer schwerer.<br>\nMit Serien wie &#8220;House of Cards&#8221; hat Netflix das Fernsehen ins Internet gebracht und so die Unterhaltungsbranche revolutioniert. Die Firma entwickelte sich vom DVD-Verleih im Netz zum Ma\u00df aller Dinge im boomenden Streaming-Gesch\u00e4ft. Doch die Konkurrenz wird immer st\u00e4rker. Zuletzt verlor Netflix Kunden, w\u00e4hrend Rivalen wie Disney kr\u00e4ftig zulegten. An seinem 25. Geburtstag am 29. August steht der Streaming-Marktf\u00fchrer unter Druck wie selten zuvor. Darum setzt Netflix auf neue Strategien und bricht mit seinen Traditionen. F\u00fcr viele Nutzer k\u00f6nnte dies schon bald unangenehme Folgen haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So will Netflix im kommenden Jahr damit beginnen, strikter gegen Kunden vorzugehen, die ihre Login-Daten mit anderen teilen. Das Unternehmen geht davon aus, dass \u00fcber die zuletzt knapp 221 Millionen regul\u00e4ren Abonnenten hinaus noch mehr als 100 Millionen Haushalte den Streaming-Dienst unbefugt mitnutzen. Bislang verfolgte Netflix hier eine lockere Linie, doch damit soll jetzt Schluss sein. Aber lassen sich die Trittbrettfahrer so einfach in zahlende Kunden verwandeln? &#8220;Netflix muss vorsichtig vorgehen, um Nutzer nicht zu vergraulen&#8221;, meint Experte Simon Baker vom Geldhaus Soci\u00e9t\u00e9 G\u00e9n\u00e9rale. US-Umfragen deuteten auf eine relativ hohe Abwanderungsbereitschaft hin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Netflix verliert Kunden &#8211; Konkurrenz w\u00e4chst<br>\nNachdem der Streaming-Boom zu Beginn der Pandemie noch f\u00fcr einen Abonnentenansturm gesorgt hatte, verlor Netflix im ersten Halbjahr 2022 mehr als eine Million Kunden. Besonders im angesichts zahlreicher Konkurrenzangebote zunehmend \u00fcbers\u00e4ttigten Heimatmarkt Nordamerika klinkten sich zuletzt viele Nutzer aus. Nach Jahren als B\u00f6rsenliebling hat Netflix mittlerweile auch an der Wall Street einen schweren Stand: Die Aktie ist in diesem Jahr um knapp 60 Prozent gefallen &#8211; deutlich st\u00e4rker als der Gesamtmarkt. Und ausgerechnet jetzt kommt auch noch die Konkurrenz in Fahrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der vor weniger als drei Jahren als Netflix-J\u00e4ger gestartete Rivale Disney+ gewann in den drei Monaten bis Ende Juni &#8211; nicht zuletzt dank der &#8220;Star Wars&#8221;-Serie &#8220;Obi-Wan Kenobi&#8221; &#8211; rund 14,4 Millionen Abos hinzu und liegt nun schon bei gut 152 Millionen Nutzerkonten. Z\u00e4hlt man Disneys weitere Streaming-Dienste Hulu und ESPN+ hinzu, so hat der Hollywood-Riese schon in etwa mit Netflix gleichgezogen. Allerdings half Disney in den vergangenen Jahren auch kr\u00e4ftig mit Rabatten und Sonderangebote nach. Zudem sind die Zahlen nur bedingt vergleichbar, da Disney viele Nutzer mit Kombi-Deals lockt. Ob der Micky-Maus-Konzern sein starkes Wachstum beibehalten kann, muss sich auch erst zeigen. Dennoch sieht Netflix momentan geschw\u00e4cht aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">G\u00fcnstigere Netflix-Version mit Werbung geplant<br>\nUm wieder in die Spur zu finden, gab Gr\u00fcnder Reed Hastings sogar bei einem seiner gr\u00f6\u00dften Tabus klein bei. Netflix startet angesichts der mauen Entwicklung der Nutzerzahlen eine g\u00fcnstigere Version seines Streaming-Dienstes mit Werbeclips. Eigentlich hatte Hastings dies stets entschieden abgelehnt. Die Werbevariante soll 2023 anlaufen, zun\u00e4chst in &#8220;einer Handvoll M\u00e4rkten&#8221;. Wird sie den erhofften Schwung bringen? &#8220;Das Abo-Wachstum d\u00fcrfte von der g\u00fcnstigeren Version mit Werbung zun\u00e4chst profitieren&#8221;, hei\u00dft es in einer Studie von Barclays. Jedoch bestehe das Risiko, dass viele Altkunden zum billigeren neuen Angebot wechseln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von einem anderen Markenzeichen hat sich Netflix bereits verabschiedet. So brachte der Online-Videodienst bei den j\u00fcngsten Staffeln von &#8220;Stranger Things&#8221; und &#8220;Ozark&#8221; nicht mehr wie \u00fcblich alle Folgen auf einmal heraus. Damit gibt Netflix seine Tradition auf, den Stoff f\u00fcr das auf Englisch &#8220;Binge Watching&#8221; genannte Marathonglotzen neuer Serienstaffeln zu liefern. Das Kalk\u00fcl der Reform: Kunden l\u00e4nger bei der Stange halten &#8211; Serienfans k\u00f6nnen nun nicht mehr alles in einem Rutsch schauen und ihr Abo wieder abbestellen. W\u00e4hrend es in der klassischen TV-Branche \u00fcblich ist, nur eine Folge w\u00f6chentlich zu ver\u00f6ffentlichen, bricht Netflix damit seine langj\u00e4hrigen Standards.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anf\u00e4nge als DVD-Verleih<br>\nImmerhin: Mit der Anpassung seiner Gesch\u00e4ftsmodelle hat das Unternehmen viel Erfahrung &#8211; und in der Vergangenheit auch viel Erfolg gehabt. Denn urspr\u00fcnglich war Netflix ein DVD-Verleih. Der Legende nach begann die Geschichte der Firma mit einem Leihvideo. Gr\u00fcnder Hastings verlegte eine Kassette mit dem Film &#8220;Apollo 13&#8221; &#8211; \u00e4rgerlich, denn bei der Videothek sammelten sich deshalb 40 Dollar Geb\u00fchren an, wie er sp\u00e4ter erz\u00e4hlte. Auf dem Weg ins Fitnessstudio ging Hastings ein Licht auf: F\u00fcr 40 Dollar im Monat kann man dort so viel trainieren, wie man will. Damit stand die Idee f\u00fcr das Abo-Modell von Netflix: F\u00fcr eine monatliche Geb\u00fchr konnte man sich so viele DVDs per Post kommen lassen wie man im Monat schaffte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber anders als etwa der Videotheken-Gigant Blockbuster &#8211; der im Jahr 2000 die \u00dcbernahme von Netflix zum heute geradezu l\u00e4cherlich gering wirkenden Preis von 50 Millionen Dollar ablehnte &#8211; erkannte Hastings die Zeichen der Zeit. DVDs spielen f\u00fcr Netflix seit Jahren schon keine Rolle mehr, seit 2007 dreht sich alles ums Streaming. W\u00e4hrend Blockbuster 2010 Insolvenz anmeldete, wurde Netflix als Pionier der Online-Videodienste zum gro\u00dfen Schreck des Kabel-TVs. Inzwischen schl\u00e4gt das Imperium aber zur\u00fcck &#8211; nicht nur Disney, auch die gro\u00dfen US-Medienkonzerne Comcast, Paramount und Warner Bros. Discovery setzen voll aufs Streaming. Die Tech-Riesen Amazon, Apple und Google r\u00fcsten ihre Services ebenso auf &#8211; f\u00fcr Netflix wird es immer schwerer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einem Vierteljahrhundert wurde Netflix als DVD-Verleih gegr\u00fcndet &#8211; einer verlegten Videokassette sei Dank. Heute dominiert das Unternehmen den Streaming-Markt, tut sich dabei aber immer schwerer. Mit Serien wie &#8220;House of Cards&#8221; hat Netflix das Fernsehen ins Internet gebracht und so die Unterhaltungsbranche revolutioniert. 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