{"id":2263,"date":"2022-07-14T07:58:42","date_gmt":"2022-07-14T06:58:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.batteriewelt.com\/akkublog\/?p=2263"},"modified":"2022-07-14T07:58:42","modified_gmt":"2022-07-14T06:58:42","slug":"pcs-wachsen-nicht-auf-baumen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.batteriewelt.com\/akkublog\/?p=2263","title":{"rendered":"PCs wachsen nicht auf B\u00e4umen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Herstellung und der Vertrieb von Notebooks und PCs ist immer mit Ressourcenverbrauch verbunden. Daher geht es bei den Herstellern darum, Fertigung und Vertriebsprozesse im Rahmen der M\u00f6glichkeiten m\u00f6glichst nachhaltig zu gestalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">PCs wachsen nicht auf B\u00e4umen. Komplette Notebooks aus nachwachsenden Rohstoffen zu produzieren ist nach heutigem Stand der Technik unm\u00f6glich. Jedes neu gefertigte IT-Ger\u00e4t verbraucht bei der Produktion und beim Transport Rohstoffe und Energie. Umso wichtiger ist es, den negativen Effekt auf die Umwelt m\u00f6glichst gering zu halten. Ein weiterer Aspekt nachhaltiger Unternehmenspolitik ist es dabei auch daf\u00fcr Sorge zu tragen, dass die Produktionsbedingungen f\u00fcr die dort arbeitenden Menschen sozial sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die PC- und Notebook-Hersteller sind sich dar\u00fcber bewusst, dass jedes produzierte Ger\u00e4t einen Eingriff in die Umwelt darstellt. Sie leben aber davon, immer wieder neue Produkte in Verkehr zu bringen. Sie m\u00fcssen den Spagat zwischen Produktion und Nachhaltigkeit schaffen. &#8220;Selbstverst\u00e4ndlich hat auch die Wortmann AG ein gro\u00dfes Interesse daran, m\u00f6glichst viele Produkte der Eigenmarke Terra zu verkaufen&#8221;, r\u00e4umt Leiter Qualit\u00e4tsmanagement und Sicherheitsingenieur Meik Blase ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er spricht aber von &#8220;Laufzeiten von f\u00fcnf Jahren oder l\u00e4nger&#8221;. So bietet der IT-Hersteller und Distributor Serviceverl\u00e4ngerungen von bis zu acht Jahren an. Zudem produziert Wortmann im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern in Deutschland am ostwestf\u00e4lischen Firmensitz in H\u00fcllhorst. &#8220;Durch den Vertrieb, die Produktion und den Service aus Deutschland zahlt Wortmann hier Steuern und sichert mehr als 700 sozialversicherungspflichtige Arbeitspl\u00e4tze&#8221;, gibt Blase zu bedenken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Fujitsu setzt man ebenfalls auf langlebige Produkte: &#8220;Wir stellen Business Devices her, die bereits im Vorfeld so konzipiert werden, dass langlebig sind&#8221;, erkl\u00e4rt Santosh Wadwa, Head of Product Channel Sales, CE bei Fujitsu. Neben Langlebigkeit, Robustheit und Stabilit\u00e4t spielt auch die Energieeffizienz eine wichtige Rolle. Beim zweiten Lebenszyklus der Produkte arbeitet Fujitsu mit dem gemeinn\u00fctzigen Verein AfB zusammen. &#8220;Refurbishment ist da ein wichtiger Bestandteil, gerade wenn es um einen nachhaltigen Produktzyklus geht&#8221;, bekr\u00e4ftigt Wadwa.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wiederverwertung ist auch bei HP ein wichtiges Thema: &#8220;Den Anteil der wiederverwendeten Ger\u00e4te zu erh\u00f6hen ist im Sinne der Nachhaltigkeit&#8221;, wei\u00df auch Manager Nachhaltigkeit Siegfried Dewald. Dazu hat der Konzern verschiedene Programme wie das HP Device Recovery Programm ins Leben gerufen, um Hardware ein zweites Leben zu erm\u00f6glichen. Im Rahmen des Programms nimmt HP PCs zur\u00fcck und bereitet sie f\u00fcr eine neue Nutzung auf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dewald sieht auch einen Vorteil von Device-as-a-Service- und Managed-Print-Vertriebsmodellen, da hier die Ger\u00e4te bedarfsgerecht eingesetzt und bei ver\u00e4nderten Kundenanspr\u00fcchen gegebenenfalls gegen andere Produkte ausgetauscht werden k\u00f6nnen. &#8220;Aktuell entwickeln wir ein Sustainable Device-as-a-Service-Angebot bei dem Kunden alte Notebooks durch general\u00fcberholte Ger\u00e4te ersetzen k\u00f6nnen&#8221;, berichtet Dewald.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Umweltgerechte Produktion<br>\nDoch auch bei der Produktion k\u00f6nnen die Fertiger schon die richtigen Weichen f\u00fcr einen nachhaltigen Lebenszyklus der Produkte stellen. &#8220;Wir setzen schon seit l\u00e4ngerem darauf, den Anteil an recycelten Materialien in neuen Produkten kontinuierlich zu erh\u00f6hen&#8221;, erl\u00e4utert Oliver Rootsey, Director Sales Channel Deutschland &amp; \u00d6sterreich bei Lenovo.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So hat man sich bei Lenovo zum Ziel gesetzt, bis 2025 in allen PC-Produkten recycelte Materialien einzusetzen. Zudem sieht man eine starke Nachfrage nicht nur bei neuen, sondern auch bei gebrauchten und general\u00fcberholten Ger\u00e4ten: &#8220;Mit unserem neuen Recertified Programm und dem bereits seit zehn Jahren existierenden Asset Recovery Programm bedienen wir diese Nachfrage&#8221;, erkl\u00e4rt Rootsey.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben umweltgerechter Produktion und langlebigen Produkten kann schon beim Produktdesign darauf geachtet werden, dass Ger\u00e4te einfach wieder aufgearbeitet und aufger\u00fcstet werden k\u00f6nnen. Der Schweizer Hersteller Prime Computer nennt dies &#8220;Circular Modularity&#8221;. So sollen IT-L\u00f6sungen m\u00f6glichst lange im Wirtschaftskreislauf gehalten werden. &#8220;Daher bieten wir seit M\u00e4rz 2022 erste Circular-Modularity-Produkte wie das PrimeBook Circular an, welches einen wesentlich l\u00e4ngeren Lebenszyklus aufweist als die meisten anderen Notebooks am Markt&#8221;, berichtet Karl Tucholski, Managing Director Germany &amp; Austria bei Prime Computer. Die PrimeMini-PCs sollen zur Jahresmitte auch dieser Philosophie folgen. F\u00fcr das komplette Portfolie bietet Prime Computer zudem ein 2nd Life Cycle Programm an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Emanuel Lippmann, Global Program Manager Social Impact bei Dell Technologies, wei\u00df ebenfalls, dass langlebigen Produkte wesentliche Rolle zukommen: &#8220;Wir haben gro\u00dfes Interesse daran, dass unsere Produkte so lange wie m\u00f6glich eingesetzt werden&#8221;, betont er. Auch bei Dell achtet man bei der Konzeption der Produkte auf einem modularen Aufbau. &#8220;Dadurch lassen sich Bauteile einfacher austauschen, wodurch die Ger\u00e4te einfacher repariert und f\u00fcr neue Anforderungen aufger\u00fcstet werden k\u00f6nnen&#8221;, erl\u00e4utert Lippmann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ausrangierte Ger\u00e4te werden oft dem Zweitmarkt zugef\u00fchrt und \u00fcber den Dell Outlet Store weiterverkauft. Wenn sich die Ware nicht mehr als Komplettsystem verwenden l\u00e4sst, werden nutzbare Komponenten ausgebaut und als Ersatzteile eingesetzt. Die restlichen Rohmaterialien werden schlie\u00dflich so getrennt, dass sie beim Bau neuer Ger\u00e4te in einer Kreislaufwirtschaft wieder zum &#8216;Einsatz kommen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man sehe sich in der Verantwortung, einen Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel zu leisten. &#8220;Au\u00dferdem sind wir fest davon \u00fcberzeugt, dass Unternehmen, die nachhaltig agieren, auch gesch\u00e4ftlich davon profitieren&#8221;, meint Lippmann. So k\u00f6nne man sich bei Kunden und Partnern ein positives Image schaffen und sich als attraktiver Arbeitgeber positionieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gr\u00fcnes Image ist wichtig<br>\nSo machen die Hersteller keinen Hehl daraus, dass es auch ums Image geht. Sofern tats\u00e4chlich nachhaltige Unternehmensstrukturen dahinterstehen, ist dies nicht verwerflich. F\u00fcr Kunden und Partner ist es aber mitunter schwer herauszufinden, ob ihr Zulieferer tats\u00e4chlich umweltbewusst handelt, oder dies nur aus Marketing-Gr\u00fcnden vorgibt. H\u00e4ufig ver\u00f6ffentlichen die Unternehmen Nachhaltigkeitsberichte, in denen die Ma\u00dfnahmen, Zertifikate und Pr\u00fcfsiegel aufgelistet sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um eine unabh\u00e4ngige Beurteilung zu gew\u00e4hrleisten, unterziehen sich die Firmen Audits und lassen ihre Produktionsst\u00e4tten durch unabh\u00e4ngige Organisationen und Beh\u00f6rden \u00fcberpr\u00fcfen. &#8220;Glaubw\u00fcrdigkeit ist der Schl\u00fcssel&#8221;, wei\u00df auch Siegfried Dewald von HP. Neben den eigenen Konzernstrukturen achtet man bei HP auch darauf, dass den Partnern mit &#8220;HP Amplify Impact&#8221; im Rahmen des Partnerprogramms ein nachhaltiger Vertrieb erm\u00f6glicht wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8220;Transparenz ist f\u00fcr uns sowie f\u00fcr unsere Kunden und Partner ein sehr wichtiges Thema&#8221;, best\u00e4tigt auch Fujitsu-Channel-Chef Wadwa. Bei Wortmann achtet man nicht nur bei der Produktion auf umweltgerechte Prozesse. Eine Reihe von Ma\u00dfnahmen wie Photovoltaik auf den Firmengeb\u00e4uden, den Einsatz von Elektro- und Hybridfahrzeugen mit Ladestationen auf dem Firmengel\u00e4nde, der Einsatz von Papier statt Folie beim Verpackungsmaterial soll das unterstreichen. &#8220;Wir sagen was wir tun und wir tun was wir sagen&#8221;, so ist Meik Blase sicher, dass die Botschaft bei Kunden und Partnern ankommt. &#8220;Davon d\u00fcrfen sich unsere Kunden auch gerne jederzeit pers\u00f6nlich hier vor Ort \u00fcberzeugen&#8221;, bietet er an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Investition in die Zukunft<br>\nAuch wenn umweltbewusstes und nachhaltiges Handeln mittlerweile zu den Kernthemen der Branchen z\u00e4hlt, gibt es doch noch Defizite bei der Umsetzung. &#8220;Sollte die Implementierung von nachhaltigen Prozessen mit gr\u00f6\u00dferen Investitionen einher gehen, gibt es aktuell aufgrund der drei gro\u00dfen Krisen mit globalen Auswirkungen eine deutliche Zur\u00fcckhaltung&#8221;, hat Wortmann-Manager Blase festgestellt. Dies will er aber nicht als Ausrede gelten lassen. &#8220;Bei ohnehin anstehenden Ma\u00dfnahmen sehen wir keine Gr\u00fcnde, diese nicht nachhaltig umzusetzen. Denn auch im Channel sollte inzwischen jedem bewusst sein, dass nachhaltiges Handeln Ressourcen und Umweltschutz bedeutet. Und das geht schlie\u00dflich uns alle an&#8221;, unterstreicht Blase.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Santosh Wadwa von Fujitsu ist dieses Bewusstsein f\u00fcr den Umweltschutz aber noch nicht \u00fcberall angekommen: &#8220;Nachhaltigkeit muss sich monetarisieren und Prozesse hierf\u00fcr aufzubauen kostet nat\u00fcrlich kurzfristig gesehen Geld&#8221;, wei\u00df er. &#8220;Wir unterst\u00fctzen unsere Partner aber durch unsere eigenen Nachhaltigkeitsstrukturen&#8221;, verspricht Wadwa. Die h\u00f6heren Kosten sollen dabei nicht zu hundert Prozent auf die Produkte umgelegt werden. &#8220;Wir sehen es vielmehr als unser Investment in eine lebenswerte Zukunft&#8221;. Langfristig werde sich das auszahlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei kommt den Fachh\u00e4ndlern und Systemh\u00e4usern eine wichtige Rolle zu: &#8220;F\u00fcr viele Anwender ist es eine Herausforderung bei all den Entwicklungen in der IT-Welt den \u00dcberblick zu behalten&#8221;, gibt Dell-Experte Lippmann zu Bedenken. Systemh\u00e4user haben seiner Ansicht nach die Aufgabe, das Beste aus \u00d6kologie und \u00d6konomie miteinander zu verbinden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So sieht Karl Tucholski bei Prime Computer nach Nachholbedarf beim Fokus des Channels auf diese Themen und beim Knowhow der Protagonisten. &#8220;Mit zunehmender Gewichtung der Umweltthemen und Reduzierung der Bedeutung des Pricings werden sich mit der Zeit die Hindernisse reduzieren&#8221;, gibt er sich optimistisch. Tucholski rechnet damit, dass die Gesellschaft und auch der Gesetzgeber hierzu &#8220;einen wichtigen Betrag&#8221;, leisten werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Herstellung und der Vertrieb von Notebooks und PCs ist immer mit Ressourcenverbrauch verbunden. Daher geht es bei den Herstellern darum, Fertigung und Vertriebsprozesse im Rahmen der M\u00f6glichkeiten m\u00f6glichst nachhaltig zu gestalten. PCs wachsen nicht auf B\u00e4umen. Komplette Notebooks aus nachwachsenden Rohstoffen zu produzieren ist nach heutigem Stand der Technik unm\u00f6glich. 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