{"id":1940,"date":"2022-01-19T03:18:57","date_gmt":"2022-01-19T02:18:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.batteriewelt.com\/akkublog\/?p=1940"},"modified":"2022-01-19T03:18:57","modified_gmt":"2022-01-19T02:18:57","slug":"microsoft-kauft-spielefirma-activision-blizzard","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.batteriewelt.com\/akkublog\/?p=1940","title":{"rendered":"Microsoft kauft Spielefirma Activision Blizzard"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Microsoft will sein Xbox-Gesch\u00e4ft aufwerten. Der Konzern holt sich mit dem fast 70 Milliarden Dollar schweren Kauf von Activision Blizzard aber auch eine Kontroverse um den Vorwurf von sexueller Bel\u00e4stigung ins Haus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Redmond (dpa) &#8211; Mega-\u00dcbernahme in der Spielebranche: Popul\u00e4re Games wie &#8220;Call of Duty&#8221; und &#8220;Candy Crush&#8221; sollen k\u00fcnftig von Microsoft kommen. Der Software-Riese hinter der Spielekonsole Xbox kauft daf\u00fcr den Spieleanbieter Activision Blizzard f\u00fcr fast 70 Milliarden Dollar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Microsoft ist bereit, f\u00fcr Activision Blizzard einen heftigen Aufpreis zu zahlen: Das Gebot von 95 Dollar je Aktie liegt gut 45 Prozent \u00fcber dem Schlusskurs von 65,39 Dollar am vorherigen US-Handelstag am Freitag. Die Spielefirma werde damit insgesamt mit 68,7 Milliarden Dollar (60,4 Mrd Euro) bewertet, wie Microsoft am Dienstag mitteilte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der umstrittene Chef von Activision Blizzard, Bobby Kotick, werde weiter an der Spitze der Spielefirma bleiben, hie\u00df es in der offiziellen Mitteilung. Das &#8220;Wall Street Journal&#8221; berichtete allerdings wenige Stunden sp\u00e4ter unter Berufung auf informierte Personen, er solle gehen, wenn die \u00dcbernahme abgeschlossen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kotick war in den vergangenen Monaten nach Vorw\u00fcrfen von sexueller Bel\u00e4stigung und Diskriminierung bei dem Unternehmen in die Kritik geraten. Unter anderem wurde ihm vorgehalten, nicht entschieden genug gegen Fehlverhalten von Managern eingeschritten zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Activision Blizzard war im Sommer vom US-Bundesstaat Kalifornien verklagt worden. Der Konzern habe eine sexistische Unternehmenskultur gef\u00f6rdert, bei der Frauen systematisch benachteiligt w\u00fcrden, kritisierte die f\u00fcr die Einhaltung fairer Arbeitsbedingungen in dem Bundesstaat zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde DFEH. Die Firma wies die Vorw\u00fcrfe zun\u00e4chst weit von sich, beauftragte dann aber doch eine Anwaltsfirma mit der Aufkl\u00e4rung der Vorw\u00fcrfe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Industrie wurde auch immer wieder die Frage aufgeworfen, ob ein Neuanfang bei Activision Blizzard mit Kotick an der Spitze \u00fcberhaupt m\u00f6glich sei. Er hielt sich jedoch mit R\u00fcckhalt seines Verwaltungsrates fest im Chefsessel. Nach Abschluss der \u00dcbernahme soll Activision Blizzard nun Microsofts Spiele-Chef Phil Spencer unterstellt werden, der damit Koticks Boss w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Microsoft rechnet mit einem Abschluss des Deals bis Ende seines n\u00e4chsten Gesch\u00e4ftsjahres, das bis Mitte 2023 l\u00e4uft. Vorher muss unter anderem noch die Zustimmung der Wettbewerbsh\u00fcter eingeholt werden. Die Aktie stieg im US-Handel am Dienstag zeitweise auf gut 82 Dollar, noch deutlich entfernt von den gebotenen 95 Dollar &#8211; was eine gewisse Skepsis der Anleger zeigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Microsoft, das bereits Spielestudios mit bekannten Titeln wir &#8220;Doom&#8221; und &#8220;Minecraft&#8221; unter seinem Dach hat, w\u00fcrde seine Marktposition mit Activision Blizzard deutlich st\u00e4rken. Games der Firma locken monatlich knapp 400 Millionen Spieler an. Rund 245 Millionen davon entfallen auf den vor einigen Jahren \u00fcbernommenen &#8220;Candy Crush&#8221;-Anbieter King.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Spielebranche befindet sich aktuell in einem gro\u00dfen Wandel. Zum einen verlagert sich mehr Gesch\u00e4ft von Konsolen und PCs auf Smartphones. Dort sind die Games meist zwar kostenlos zu spielen &#8211; viele Nutzer geben aber Geld f\u00fcr zus\u00e4tzliche Inhalte oder Hilfen aus. Diese kleinen Betr\u00e4ge addieren sich angesichts der Gr\u00f6\u00dfe des Smartphone-Marktes zu betr\u00e4chtlichen Summen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum anderen geh\u00f6rt Microsoft zu den Plattform-Anbietern, die versuchen, Spiele-Streaming im Markt zu etablieren. Die Spiele laufen dabei eigentlich nicht auf den Ger\u00e4ten der Nutzer, sondern auf Servern im Netz. Das Modell bietet die Aussicht auf fortlaufende Abo-Einnahmen statt des einmaligen Verkaufs einer Konsole. Allerdings sind schnelle und reaktionsfreudige Internet-Verbindungen eine Grundvoraussetzung f\u00fcr das Modell, das bisher noch ein Nischenangebot ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Microsofts Gesch\u00e4ft mit der Xbox-Konsole wurde zuletzt &#8211; wie auch beim Konkurrenten Sony mit seiner Playstation &#8211; stark von den globalen Engp\u00e4ssen bei Chips und anderen Bauteilen zur\u00fcckgehalten. Xbox- und Playstation-Ger\u00e4te der neuesten Generation sind mehr als ein Jahr nach der Markteinf\u00fchrung nach wie vor schwer zu bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Activision Blizzard profitierte wie auch andere Branchenplayer zeitweise von der Corona-Pandemie, in der Menschen mehr Zeit mit Videospielen und Smartphone-Games verbringen. Zuletzt verbuchte die Firma im Ende September abgeschlossenen Quartal ein leichtes Umsatzplus auf gut zwei Milliarden Dollar. Der Gewinn legte im Jahresvergleich um rund sechs Prozent auf 639 Millionen Dollar zu.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Microsoft will sein Xbox-Gesch\u00e4ft aufwerten. Der Konzern holt sich mit dem fast 70 Milliarden Dollar schweren Kauf von Activision Blizzard aber auch eine Kontroverse um den Vorwurf von sexueller Bel\u00e4stigung ins Haus. 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