{"id":1909,"date":"2021-12-31T04:31:08","date_gmt":"2021-12-31T03:31:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.batteriewelt.com\/akkublog\/?p=1909"},"modified":"2021-12-31T04:31:08","modified_gmt":"2021-12-31T03:31:08","slug":"mehr-schub-fur-die-e-patientenakten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.batteriewelt.com\/akkublog\/?p=1909","title":{"rendered":"Mehr Schub f\u00fcr die E-Patientenakten"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach langem Gezerre soll das Gesundheitswesen digitaler werden. Vor einem Jahr startete eine elektronische Akte f\u00fcrs Handy. Kommt sie 2022 mit einigen Neuerungen st\u00e4rker auf Touren?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Berlin (dpa) &#8211; R\u00f6ntgenbilder, Arztbefunde, Medikamentenlisten: Seit einem Jahr k\u00f6nnen Versicherte Gesundheitsdaten digital parat haben &#8211; auf elektronischen Patientenakten (ePA), abrufbar per Smartphone. Sie sollen 2022 mehr Funktionen dazubekommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verbrauchersch\u00fctzer und Krankenkassen setzen \u00fcberhaupt auf noch deutlich mehr digitalen Schub. Darauf zielen auch Pl\u00e4ne der neuen Bundesregierung aus SPD, FDP und Gr\u00fcnen. F\u00fcr die freiwillige Nutzung der E-Akten soll laut Koalitionsvertrag k\u00fcnftig das Prinzip &#8220;Opt out&#8221; gelten &#8211; also dass man aktiv widersprechen muss, wenn man sie nicht verwenden m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, sagte der Deutschen Presse-Agentur: &#8220;Um die Akzeptanz zu steigern, ist es ein richtiger Schritt, dass jeder Versicherte die Akte k\u00fcnftig automatisch bei der Geburt bekommt und sich eine lebenslange Gesundheitshistorie aufbaut. Wer das nicht m\u00f6chte, kann jederzeit widersprechen.&#8221; Das jetzige &#8220;Opt-in&#8221;-Prinzip lege Nutzern durch mehrstufige Zustimmungsverfahren unn\u00f6tig Steine in den Weg. &#8220;Entscheidend ist dann aber, dass die \u00c4rzte die Akte auch bef\u00fcllen&#8221;, sagte Baas. Und Voraussetzung daf\u00fcr sei, dass alle Praxen und Kliniken technisch dazu in der Lage seien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch gibt es bei der vorgesehenen fl\u00e4chendeckenden Vernetzung der ePA aber Verz\u00f6gerungen wegen teils fehlender Ausstattung. So brauchen Praxen Updates f\u00fcr ein Verbindungsger\u00e4t (Konnektor) zur gesch\u00fctzten Datenautobahn des Gesundheitswesens, wie das Bundesministerium erl\u00e4utert. Die seien nach Herstellerangaben nunmehr &#8220;zum gro\u00dfen Teil&#8221; erfolgt. F\u00fcr n\u00f6tige Updates der Praxisverwaltungssysteme h\u00e4tten aber einige Hersteller die Entwicklung &#8220;nicht zeitgerecht abgeschlossen&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die E-Akte als freiwilliges Angebot f\u00fcr die 73 Millionen gesetzlich Versicherten war am 1. Januar 2021 mit einer Testphase gestartet. &#8220;Die bisherigen Nutzerzahlen haben noch ganz viel Luft nach oben&#8221;, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus M\u00fcller, der dpa. Viele Anwendungen seien damit effizienter auf den Weg zu bringen, im Interesse der Patienten, aber auch des Gesundheitswesens &#8211; etwa welche Medikamente zusammenpassen. Das von SPD, Gr\u00fcnen und FDP geplante &#8220;Opt-out&#8221;-Prinzip sei in dieser Konstellation in Ordnung, da es die M\u00f6glichkeit gebe, selbstbestimmt zu entscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Techniker Krankenkasse nutzen ein Jahr nach dem Start 230 000 Versicherte die E-Akte, wie das Unternehmen mitteilte. Am st\u00e4rksten ist die Verwendung demnach unter 26- bis 35-J\u00e4hrigen mit 28 Prozent. Besonders beliebt seien Erinnerungen etwa an Vorsorgeuntersuchungen oder das Herunterladen vorhandener Daten \u00fcber Impfungen, verordnete Medikamente und Arztbesuche, um nicht mit leerer Akte zu starten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verbrauchersch\u00fctzer M\u00fcller betonte generell, die Patienten m\u00fcssten Herren ihrer Daten bleiben. Zudem m\u00fcsse das System sicher sein. &#8220;Niemandem geht etwas an, unter welchen Allergien ich leide, welche Krankengeschichte ich habe.&#8221; Wichtig sei, dass man entscheiden k\u00f6nne, welche Daten man welchem Arzt zur Verf\u00fcgung stelle. Ab dem neuen Jahr sollen Patienten das nun auch in verfeinerter Form f\u00fcr jedes einzelne Dokument festlegen k\u00f6nnen. Datensch\u00fctzer hatten dies angemahnt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8220;Der Nutzen f\u00fcr die Patienten muss jetzt endlich in den Vordergrund r\u00fccken&#8221;, sagte M\u00fcller. Kommen sollen daf\u00fcr 2022 auch neue Funktionen der ePA: der Mutterpass, das gelbe Untersuchungsheft f\u00fcr Kinder, das Zahn-Bonusheft, der Impfpass. Die vorgesehene zweite Ausbaustufe der App soll ab 1. Januar an den Start gehen, erl\u00e4uterte das Ministerium. Auch daf\u00fcr m\u00fcssen Praxen aber technische Voraussetzungen erf\u00fcllen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die bisherige Einf\u00fchrung sei kein Ruhmesblatt, und daran h\u00e4tten viele mitgewirkt, sagte vzbv-Chef M\u00fcller. &#8220;Der Widerstand aus der \u00c4rzteschaft ist einer, \u00fcber den der Berufsstand sehr selbstkritisch nachdenken sollte.&#8221; Unter \u00c4rzten gibt es Frust, nachdem der fr\u00fchere Minister Jens Spahn (CDU) nach jahrelangem Gezerre mehrere digitale Anwendungen forciert hatte. \u00c4rztepr\u00e4sident Klaus Reinhardt beklagte k\u00fcrzlich h\u00e4ufige St\u00f6rungen sowie teils fehlende Technik und forderte: &#8220;Tempo raus aus der \u00fcberhasteten Digitalisierung&#8221;. Vorerst sollte man sich darauf konzentrieren, Anwendungen ausgiebig auf Praxistauglichkeit und tats\u00e4chlichen Versorgungsnutzen zu testen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach langem Gezerre soll das Gesundheitswesen digitaler werden. 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