{"id":1748,"date":"2021-09-27T03:25:53","date_gmt":"2021-09-27T02:25:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.batteriewelt.com\/akkublog\/?p=1748"},"modified":"2021-09-27T03:25:53","modified_gmt":"2021-09-27T02:25:53","slug":"huaweis-neues-harmonyos-2-0-unter-der-lupe","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.batteriewelt.com\/akkublog\/?p=1748","title":{"rendered":"Huaweis neues HarmonyOS 2.0 unter der Lupe"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das kommende Betriebssystem von Huawei, HarmonyOS 2.0, ist noch nicht erh\u00e4ltlich. Wir zeigen trotzdem schon alle aktuellen Informationen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kampfansage an Android?<br>\nDie unter Ex-US-Pr\u00e4sident Trump verh\u00e4ngten Einschr\u00e4nkungen gegen\u00fcber Huawei trafen den Technikriesen aus China derart, dass dieser einfach sein eigenes Betriebssystem programmierte. Denn: Android war zwar nach wie vor nutzbar, aber Huawei durfte darauf keine Google-Dienste mehr anbieten. Betroffen waren also Google Mail, Maps &amp; Co.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus diesen Bem\u00fchungen ging schlie\u00dflich HarmonyOS hervor, das bald in Version 2.0 vorliegt. Nach Huaweis Vorstellungen treibt das neue Betriebssystem sowohl Smartphones als auch Tablets, Smartwatches oder Ger\u00e4te aus dem Smart-Home-Segment an. Damit wird HarmonyOS auch im Feld von Googles kommendem Fuchsia-Betriebssystem wuchern. Ob HarmonyOS aber wirklich eine Revolution wird oder eher eine kleine Nummer, steht noch in den Sternen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Hintergrund von HarmonyOS<br>\nGanz so eigen wie gedacht ist HarmonyOS 2.0 am Ende nicht. Fr\u00fcher nutzte Huawei EMUI, das auf Android basierte, um die eigenen Smartphones anzutreiben. Ein Blick in den quelloffenen Code von HarmonyOS 2.0 zeigt: Es ist noch immer ein Fork von Android, bis hin zum Linux-Kernel ist alles identisch. Eigentlich unterscheidet sich das Huawei-OS damit nicht besonders vom aktuellen Android.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ambitionen bleiben aber trotzdem hoch. Neben den erw\u00e4hnten Smartphones und Tablets sollen auch Fitnessarmb\u00e4nder versorgt werden. Das Smart Home von morgen l\u00e4uft ebenfalls auf HarmonyOS &#8211; angeblich. Einerseits stellt sich Huawei damit vor, dass alle Produkte aus dem eigenen Sortiment damit gut miteinander harmonieren werden. Eine unkomplizierte Zusammenarbeit wird angestrebt. Au\u00dferdem ist man weniger abh\u00e4ngig von Partnern, wenn alles auf eigener Software l\u00e4uft. Potenzielle weitere Bedrohungen gegen China w\u00fcrden damit an Schlagkraft verlieren. Man merkt, dass Huawei damit versucht, die Abh\u00e4ngigkeit von Google zu verlieren &#8211; was vielleicht auch keine schlechte Idee ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ger\u00e4te mit HarmonyOS<br>\nAktuell k\u00f6nnen Sie HarmonyOS noch nicht offiziell in Deutschland testen. Dies w\u00e4re nur m\u00f6glich, wenn Sie in China lebten. Dennoch erf\u00e4hrt man bei genauerem Hinsehen auf der Webseite des Herstellers einige Details. Kompatibel werden demnach in Deutschland aktuell das MediaPad Pro 12.6 sowie die Watch 3 Pro von Huawei sein. Smartphones sind ebenfalls aufgelistet, darunter das Mate 40 Pro, Mate 40E, Mate X2 und das Nova 8 Pro. Allerdings sind diese erstmal auf China und nur auf die 4G-Version beschr\u00e4nkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dennoch stellt sich Huawei vor, dass HarmonyOS bis Ende 2021 auf ungef\u00e4hr 300 Millionen Ger\u00e4ten vorhanden sein soll. Es d\u00fcrfte aber davon auszugehen sein, dass dies fast ausschlie\u00dflich auf Ger\u00e4ten in China der Fall sein wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Unterschiede zu Android<br>\nDie Codebasis mag zwar identisch sein, doch Unterschiede will Huawei trotzdem m\u00f6glichst deutlich zur Schau stellen. Schlie\u00dflich sollen potenzielle K\u00e4ufer merken, dass sie &#8220;selbstgebaute&#8221; Software nutzen, die dem normalen Android \u00fcberlegen sein soll. Unter anderem die folgenden Bereiche werden umgekrempelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesen Punkten unterscheidet sich Harmony von Android:<br>\nNeue Schriftart<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine selbst designte Schrift namens HarmonyOS Sans soll die Lesbarkeit erh\u00f6hen. Die Schrift passt sich durch Sensoren den aktuellen Bedingungen an: Abh\u00e4ngig von Gr\u00f6\u00dfe des Displays und der Anwendung skaliert das Betriebssystem die Gr\u00f6\u00dfe und passt etwa Grauwerte an. So soll die Interaktion zwischen Mensch und Maschine verbessert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verbesserte Kollaboration<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neue Multi-Screen-F\u00e4higkeiten sollen die Zusammenarbeit zwischen Ger\u00e4ten erleichtern. HarmonyOS kann beispielsweise ein Tablet mit einem Notebook verbinden und damit als Zweitmonitor dienen. Die Anzeige kann au\u00dferdem \u00fcber mehrere Ger\u00e4te hinweg gespiegelt werden. Durch Drag &amp; Drop k\u00f6nnten Sie auch Dateien vom einen Ger\u00e4t zum anderen ziehen, obwohl keine direkte Verbindung vorliegt. In diesem Bereich liegt HarmonyOS wahrscheinlich vor Android.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcberarbeitete Bewegungsabl\u00e4ufe<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Motion Design nennt Huawei ein Feature, um Animationen besser an die reale Welt anzupassen. Verschieben Sie etwa ein Icon auf dem Display, wird es in HarmonyOS etwas tr\u00e4ge hinter dem Finger hergezogen. Was zuerst wie ein Nachteil klingt, soll sich im tats\u00e4chlichen Einsatz besser und nat\u00fcrlicher anf\u00fchlen, da Tr\u00e4gheit in der physischen Welt eben existiert. Davon verspricht sich Huawei eine bessere Handhabung und eine unterst\u00fctzte Wahrnehmung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Robustere Sicherheit<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Apple und Google machen es vor, Huawei zieht nach: Privatsph\u00e4re und Sicherheit werden in HarmonyOS in den Vordergrund gestellt. Jede Kopplung mit anderen Ger\u00e4ten muss eine Pr\u00fcfung bestehen. Au\u00dferdem ist ein Schutzmodus integriert, der das Ger\u00e4t so einstellt, dass nur &#8220;risikofreie&#8221; Apps installiert werden k\u00f6nnen. Um dies zu gew\u00e4hrleisten, sind zwei Sicherheitszertifikate im Betriebssystem vorhanden: EAL 4+ sowie CC EAL5+. Ob dies in der Realit\u00e4t wirklich alles sicherer macht, bleibt abzuwarten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Flexiblere Widgets<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Widgets feiern in Android, iOS und Windows 11 ein Comeback. HarmonyOS wird schritthalten. Mit einer neuen Wischgeste \u00fcber ein App-Symbol k\u00f6nnen Sie in Zukunft Widgets sofort erstellen. Informationen in Widget-Form lassen sich damit ohne weitere Umwege irgendwo auf dem Startbildschirm platzieren. Au\u00dferdem werden Apps und Widgets zuk\u00fcnftig geb\u00fcndelt behandelt, was die Verwaltung erleichtern sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zukunft von HarmonyOS<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist davon auszugehen, dass HarmonyOS fr\u00fcher oder sp\u00e4ter Android auf den eigenen Ger\u00e4ten von Huawei komplett ersetzen soll. Ob das ein kluger Schritt ist oder nicht, bleibt abzuwarten, doch das Marketing des Unternehmens scheint in genau diese Richtung zu laufen. Momentan gibt es aber noch sehr viele Parallelen zu Android 10, sodass Fachkundige sofort erkennen werden, dass es sich nicht um einen kompletten Eigenbau handelt. Viele Elemente sind au\u00dferdem von EMUI \u00fcbernommen und wurden nur dezent in ihren Details angepasst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Android-Apps auf HarmonyOS<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wahrscheinlich werden alle Apps, die nicht auf spezielle Google Mobile Services angewiesen sind, auch auf HarmonyOS laufen &#8211; was nicht verwunderlich ist, da der Code identisch ist. HarmonyOS nutzt beispielsweise auch denselben App-Store, den Huawei schon in Android eingesetzt hat: die App Gallery. Instagram, Netflix, Disney+ &amp; Co. werden also auch mit HarmonyOS kooperieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist aber nicht davon auszugehen, dass die anderen Beschr\u00e4nkungen aufgehoben werden. Die bekannte To-Do-Listen-App ToDoIst beispielsweise benutzt einen der genannten Google Mobile Services. Diese App wird somit nicht unter HarmonyOS funktionieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aktuelle Installation in Deutschland<br>\nMomentan m\u00fcssen Sie sich in China aufhalten, um HarmonyOS zu testen. Nach und nach soll das Betriebssystem dort auch \u00e4ltere Ger\u00e4te unterst\u00fctzen, also etwa das Mate 10 und Mate 9 sowie die Serien P10 und P20. Dies wird aber erst 2022 der Fall sein. Um das Update aufzuspielen, m\u00fcssen Sie sich im Huawei Club registrieren. Eine Alternative stellt die App &#8220;My Huawei&#8221; dar. Leben Sie wirklich in China, k\u00f6nnen Sie es auch in einem der Huawei Stores des Landes probieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer ein VPN besitzt, kann experimentierfreudig sein: Mit einem VPN in China k\u00f6nnte es sein, dass sich das Geoblocking des Updates aushebeln l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lange Arbeit an HarmonyOS<br>\nSchon 2012 kamen erste Ger\u00fcchte dar\u00fcber auf, dass man bei Huawei an einer Alternative zu Android arbeitet. Trumps bereits erw\u00e4hntes Embargo war also nicht der Ausl\u00f6ser hinter dem Willen, ein eigenes Betriebssystem zu entwickeln. Es ist aber durchaus denkbar, dass dieses Ereignis die Bem\u00fchungen von Huawei vorantrieb, um in Zukunft unabh\u00e4ngiger zu sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das kommende Betriebssystem von Huawei, HarmonyOS 2.0, ist noch nicht erh\u00e4ltlich. Wir zeigen trotzdem schon alle aktuellen Informationen. Kampfansage an Android? 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