{"id":1508,"date":"2021-05-15T03:51:31","date_gmt":"2021-05-15T02:51:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.batteriewelt.com\/akkublog\/?p=1508"},"modified":"2021-05-15T03:51:31","modified_gmt":"2021-05-15T02:51:31","slug":"die-natur-entdecken-mit-dem-smartphone","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.batteriewelt.com\/akkublog\/?p=1508","title":{"rendered":"Die Natur entdecken mit dem Smartphone"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oft aus Mangel an Alternativen erkunden viele Menschen in der Pandemie ihre n\u00e4here Umgebung. Das Handy kann dabei helfen, Blumen, B\u00e4ume, V\u00f6gel oder Insekten kennenzulernen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hannover (dpa) &#8211; Kaum Urlaubsfl\u00fcge, kein Kino oder Fitnessstudio: In den Pandemie-Monaten haben viele das Spazierengehen f\u00fcr sich entdeckt &#8211; sei es im n\u00e4chstgelegenen Park, am Feldrand oder im Wald. Aber welcher Vogel zwitschert denn da gerade?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was bl\u00fcht am Wegrand und wie hei\u00dft noch mal der Baum mit den herzf\u00f6rmigen Bl\u00e4ttern? Zahlreiche Apps erm\u00f6glichen inzwischen das Erkennen von Arten mit dem Smartphone &#8211; teilweise gen\u00fcgt dabei ein einziges Handy-Foto.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu den Anwendungen geh\u00f6rt zum Beispiel das vom Bundesumweltministerium gef\u00f6rderte Projekt &#8220;Flora Incognita&#8221;, das K\u00fcnstliche Intelligenz zur Pflanzenbestimmung nutzt &#8211; vergleichbar mit der automatisierten Gesichtserkennung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die kostenlose App Nabu-Vogelwelt wurde schon mehr als eine Million mal heruntergeladen. Bei ihr lassen sich \u00fcber In-App-K\u00e4ufe auch zus\u00e4tzliche Inhalte erwerben &#8211; etwa f\u00fcr 3,99 Euro rund 1000 Ges\u00e4nge und Rufe von 308 Arten. &#8220;Als neues Feature kann man sich V\u00f6gel in 3D quasi auf den Wohnzimmertisch projizieren&#8221;, sagt Nabu-Sprecherin Silvia Teich. Die verschiedenen Apps seien eine Chance, verlorengegangenes Wissen \u00fcber die Natur zur\u00fcckzugewinnen. Die Vogelwelt-App nutzen Tausende Menschen zudem, um ihre Beobachtungen f\u00fcr die Z\u00e4hl-Aktion &#8220;Stunde der Gartenv\u00f6gel&#8221; zu \u00fcbermitteln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Community naturgucker.de werden Apps ebenfalls zur Erfassung und Meldung von Beobachtungen verwendet. Rolf Jantz aus Wathlingen ist jeden Tag im Landkreis Celle und dar\u00fcber hinaus unterwegs. Fr\u00fcher hatte der 65-J\u00e4hrige Zettel, Stift und Landkarte dabei, heute ben\u00f6tigt er nur das Handy, wenn er ein Biotop kartiert. Eine Kamera mit einem riesigen Objektiv hat er dennoch dabei, um auch Tiere in gr\u00f6\u00dferer Entfernung aufzunehmen. Die Arten bestimmt er dann zu Hause mit Hilfe von Fachb\u00fcchern und Experten &#8211; die g\u00e4ngigen Apps seien dazu noch zu ungenau, sagt der Banker im Ruhestand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jantz ist am liebsten im Moor oder an Gew\u00e4ssern unterwegs. Infolge des Klimawandels ver\u00e4ndere sich das Verhalten der Zugv\u00f6gel, erz\u00e4hlt er. Auch bei Insekten gebe es eine Verschiebung der Verbreitungsgrenze nach Norden. So entdeckte Jantz an einem nieders\u00e4chsischen Teich eine Pokaljungfer, die w\u00e4rmeliebende Libellenart ist eigentlich vor allem im Mittelmeerraum und S\u00fcdwesteuropa zu Hause. &#8220;Wenn man selbst zu den Bestandskarten und zur Kenntnis \u00fcber die Verbreitung beitr\u00e4gt, ist das schon ein Erfolgserlebnis&#8221;, sagt der 65-J\u00e4hrige.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Community naturgucker.de z\u00e4hlt zurzeit \u00fcber 96 000 Aktive. Sie sind \u00fcber eine Internet-Plattform vernetzt. Ausgehend von der als Genossenschaft betriebenen Seite wurden bisher etwa 15 Apps entwickelt. Das Kernteam sei auch an der Entwicklung der neuen Nabu-Insektensommer-App beteiligt, sagt Gaby Schulemann-Maier, Sprecherin von naturgucker.de. &#8220;Das Interesse an Insekten ist enorm gestiegen. Die Leute fahren total auf Wildbienen ab.&#8221; Die neue Nabu-App wird Erkennungshilfen und Portr\u00e4ts von mehr als 450 Arten enthalten und soll im Juni erscheinen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer in der Corona-Zeit die Natur f\u00fcr sich entdeckt, muss allerdings eine Reihe von Regeln beachten. So d\u00fcrfen zum Beispiel in Naturschutzgebieten die Wege nicht verlassen werden. Und: &#8220;Manche nutzen Apps mit Vogelstimmen exzessiv, ihnen ist dabei nicht bewusst, dass sie die Tiere damit massiv st\u00f6ren&#8221;, sagt Schulemann-Maier. Vogelstimmen sollten nur leise direkt am Ohr abgespielt werden. Wenn die 48-J\u00e4hrige selbst als Naturbeobachterin mit Kamera und Handy auf dem Gel\u00e4nde der Zeche Zollverein in Essen unterwegs ist, wird sie st\u00e4ndig angesprochen und gefragt, ob sie etwas erkl\u00e4ren k\u00f6nne. &#8220;Die Menschen sagen dann immer, dass mehr f\u00fcr den Naturschutz getan werden muss.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum Schutz empfindlicher Tier- und Pflanzenarten kann im System von naturgucker.de der genaue Beobachtungsort auch verborgen werden, um etwa St\u00f6rungen von br\u00fctenden V\u00f6geln oder sogar Straftaten zu verhindern. Im Landkreis Holzminden waren im vergangenen Jahr bereits zum wiederholten Mal streng gesch\u00fctzte wildwachsende Orchideen ausgegraben und gestohlen worden. Der Diebstahl streng gesch\u00fctzter Pflanzen sei kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, die mit Freiheits- oder Geldstrafe geahndet werden k\u00f6nne, erkl\u00e4rte der Landkreis damals.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oft aus Mangel an Alternativen erkunden viele Menschen in der Pandemie ihre n\u00e4here Umgebung. Das Handy kann dabei helfen, Blumen, B\u00e4ume, V\u00f6gel oder Insekten kennenzulernen. Hannover (dpa) &#8211; Kaum Urlaubsfl\u00fcge, kein Kino oder Fitnessstudio: In den Pandemie-Monaten haben viele das Spazierengehen f\u00fcr sich entdeckt &#8211; sei es im n\u00e4chstgelegenen Park, am Feldrand oder im Wald. 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