{"id":1470,"date":"2021-05-12T03:36:44","date_gmt":"2021-05-12T02:36:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.batteriewelt.com\/akkublog\/?p=1470"},"modified":"2021-05-12T03:36:44","modified_gmt":"2021-05-12T02:36:44","slug":"internetbranche-sieht-sich-beim-gigabit-ausbau-auf-kurs","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.batteriewelt.com\/akkublog\/?p=1470","title":{"rendered":"Internetbranche sieht sich beim Gigabit-Ausbau auf Kurs"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gute Nachricht f\u00fcr alle, die daheim besseres Internet haben wollen: Mittelfristig k\u00f6nnte ihre Wohnung mit dem Gigabit-Netz verbunden werden. Allerdings: Wirklich n\u00f6tig ist das f\u00fcr die meisten Nutzer noch nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">K\u00f6ln (dpa) &#8211; Deutschlands Internetbranche sieht sich beim Ausbau ihres Gigabit-Netzes auf Kurs. &#8220;Wir werden um 2030 fertig sein und werden dann Gigabit haben&#8221;, sagte der Chef des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), J\u00fcrgen Gr\u00fctzner, in K\u00f6ln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit bezog er sich auf das Ziel der Branche, bis Ende dieses Jahrzehnts so gut wie allen Haushalten ein Festnetz-Downloadtempo von 1 Gigabit (1000 Megabit) pro Sekunde zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Derzeit liegt der Gigabit-Anteil bei 62,4 Prozent der Haushalte, wie aus einer Studie von Dialog Consult im Auftrag vom VATM hervorgeht. Ende 2021 sollen es mehr als zwei Drittel sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allerdings schr\u00e4nkte Gr\u00fctzner ein, dass wohl zwei bis drei Prozent der Haushalte nicht angeschlossen werden. Diese H\u00e4user sind so abgelegen, dass f\u00fcr sie keine Glasfaser verlegt wird. F\u00fcr sie k\u00f6nnte sich dann Internet \u00fcber Mobilfunk oder Satelliten anbieten, sagte Gr\u00fctzner. Studienautor Torsten Gerpott ist insgesamt etwas weniger optimistisch &#8211; der Professor rechnet mit dem Erreichen des Gigabit-Ziels erst in der ersten H\u00e4lfte des kommenden Jahrzehnts.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Gigabit-Anschl\u00fcssen gibt es zwei unterschiedliche Technologien, die genutzt werden: Beim Hybrid-Fiber-Coax-Netz (HFC) wird zu einem gro\u00dfen Teil Glasfaser genutzt, auf der letzten Strecke bis in die Wohnung hinein sind es aber Koaxialkabel, also TV-Kabel. Auf diese Technologie setzt Vodafone. Die Deutsche Telekom hingegen setzt bei ihrem Gigabit-Ausbau auf &#8220;Fiber to the Home&#8221; (FTTH), hierbei gibt es Glasfaser bis in die Wohnung. Schnell sind beide Technologien, allerdings haben die TV-Kabel einen Nachteil: Sie sind ein sogenanntes Shared Medium, bei dem das \u00dcbertragungstempo deutlich sinkt, wenn viele Menschen in der Umgebung im Internet unterwegs sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der &#8220;reinen Glasfaser&#8221;, wie FTTH auch genannt wird, sei das nicht so, sagt Andreas Walter von Dialog Consult: &#8220;Sie m\u00fcssen sich nicht die Bandbreite mit allen anderen Kunden im Anschlussbereich teilen, sondern Sie haben eine dedizierte Leitung &#8211; das hei\u00dft, das Gigabit [\u2026] kommt auch wirklich zu Ihnen in die Wohnung.&#8221; Auch bei der Latenz &#8211; also der Reaktionszeit &#8211; ist Glasfaser nach Walters Worten besser. Das ist wichtig f\u00fcr &#8220;Augmented Reality&#8221;-Anwendungen oder f\u00fcr Online-Games, in denen es auf schnelle Reaktionen ankommt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die meisten gigbabitf\u00e4higen Haushalte sind an das HFC-Netz angeschlossen, sie kommen also \u00fcber TV-Kabel ins Internet. Hier ist Vodafone Marktf\u00fchrer, rund 20 Millionen Haushalte sind der Studie zufolge \u00fcber die HFC-Technologie &#8220;Docsis 3.1&#8221; angebunden. Rund drei Millionen Haushalte haben Zugang zum &#8220;reinen&#8221; Glasfasernetz, also FTTH oder zumindest FTTB (Fiber to the Building, also Glasfaser bis in den Keller). Und weitere drei Millionen Haushalte haben gewisserma\u00dfen ein Luxusproblem: Sie haben Zugang sowohl zum Glasfaser- als auch zum TV-Kabel-Netz und k\u00f6nnen sich also aussuchen, \u00fcber welche Technologie sie Gigabit-Speed bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig: In der Studie geht es um die Zahl der Haushalte, bei denen Gigabit-Internet verf\u00fcgbar ist, nicht um die Zahl der Gigabit-Vertr\u00e4ge. Tats\u00e4chlich geh\u00f6rt nur zu einem guten Drittel (37,1 Prozent) der gigabitf\u00e4higen Anschl\u00fcsse auch ein Gigabit-Vertrag, der Rest der Anschlussinhaber verzichtet darauf und nutzt langsameres Internet &#8211; und zahlt so auch weniger Geld, als f\u00fcr die Highspeed-Vertr\u00e4ge f\u00e4llig w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcberhaupt stellt sich die Frage, ob Gigabit-Speed \u00fcberhaupt notwendig ist f\u00fcr den allt\u00e4glichen Internetbedarf. Nach Angaben der Bundesnetzagentur lagen die meisten Vertr\u00e4ge mit ihrer vermarkteten Bandbreite im vergangenen Jahr bei 100 Megabit oder weniger. Das reicht also vielen Menschen f\u00fcr den Download ihrer Dateien und zum Streamen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Manche Verbraucher mit langsamen Internetvertr\u00e4gen haben diese allerdings wohl nicht ganz freiwillig &#8211; sie h\u00e4tten gern mehr Speed, haben aber noch keinen Zugang zu einem besseren Netz. Sie k\u00f6nnen in den n\u00e4chsten Jahren darauf hoffen, dass sich ihre Situation dank des Highspeed-Ausbaus verbessert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8220;Es gibt heute viele Anwendungen, die ben\u00f6tigen das Gigabit nicht&#8221;, sagt Telekommunikationsexperte Gerpott. Wenn Gigabit in immer mehr Haushalten verf\u00fcgbar sei, werde aber auch das Angebot f\u00fcr datenintensive Anwendungen steigen und damit wiederum die Nachfrage nach dem schnellem Internet, so der Professor von der Universit\u00e4t Duisburg-Essen. Die Zahl der Haushalte mit aktiviertem Gigabit-Netz wird nach seiner Einsch\u00e4tzung deutlich steigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gute Nachricht f\u00fcr alle, die daheim besseres Internet haben wollen: Mittelfristig k\u00f6nnte ihre Wohnung mit dem Gigabit-Netz verbunden werden. Allerdings: Wirklich n\u00f6tig ist das f\u00fcr die meisten Nutzer noch nicht. 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